Medien in der Coronakrise - Meinungsfreiheit ist systemrelevant

In der Krise ist die Öffentlichkeit mehr als sonst auf die mediale Berichterstattung angewiesen. Dabei scheinen die Medien jedoch Schwierigkeiten zu haben, ihre Rolle zu definieren. Schlimmer noch, sie scheuen Zweifel und Dissens.

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Kennen die Medien ihre Rolle in der Krise? / dpa

Autoreninfo

Matthias Heitmann ist Autor des Buches „Zeitgeisterjagd. Auf Safari durch das Dickicht des modernen politischen Denkens“ (2015) sowie des E-Books „Zeitgeisterjagd SPEZIAL: Essays gegen enges Denken“ (2017). Seit Frühjahr 2018 steht Heitmann zudem mit seinem ersten Soloprogramm „Karla-Ingeborg auf Zeitgeisterjagd“, nur begleitet von einer KI, auf der Bühne. Infos unter www.zeitgeisterjagd.de.

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Matthias Heitmann

Heute ist der Welttag der Pressefreiheit. Da schaut die Öffentlichkeit regelmäßig auf die Krisenregionen der Welt: Sie konstatiert Zensur und Unterdrückung in Afrika und im Nahen Osten, bemängelt aber auch schlechte Arbeitsbedingungen von Journalisten in der „freien Welt“. Doch in diesem Jahr ist alles irgendwie anders. Die ganze Welt fühlt sich an wie ein einziger Krisenherd.

Gleichzeitig klebt die Bevölkerung förmlich an den Lippen von Journalisten, Politikern und Virologen und hofft auf die Verkündung positiver Nachrichten. Sind globale Krisen nicht doch eher Hoch-Zeiten für Medien? Ich bin zwar selbst als freier Journalist Teil der „Medien“, habe aber trotzdem bei der Berichterstattung zur Corona-Krise ein seltsames Gefühl im Magen. Nicht falsch verstehen: Die Meinungsfreiheit in Deutschland ist in Corona-Zeiten nicht von oben eingeschränkt worden.

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Klaus Peitzmeier | So, 3. Mai 2020 - 09:23

Hofberichterstatter braucht niemand. Was sind das für Medien, die sich selbst zensieren? Am Beispiel des angegriffenen ZDF "heute show" Teams wieder exemplarisch zu erkennen. Einerseits wird ein brutaler, feiger Überfall gemeldet. Andererseits werden alle Festgenommenen freigelassen. Es besteht kein dringender Tatverdacht, es wird kein Haftbefehl erlassen, es gibt keine Haftgründe.
Das ist doch sehr merkwürdig. Und die Presse? Nichts! Da erwartet man doch die Antwort auf die Fragen: Wer war es? Warum wurde das gemacht? Was geschieht mit denen? Wenn die Presse die Antworten nicht gibt, brauche ich die Presse nicht. Dann muß man sich nicht wundern, daß Russia-Today die Infos bringt u als freie Presse dasteht. Da muß man sich auch über Verschwörungstheorien nicht wundern. Hat der Geheimdienst Einfluß genommen? Hat die "heute-show" das selbst inszeniert? Oder ist es einfach nur wieder eine Kumpanei von Staatsanwaltschaft u linker Community? In Berlin ist ja alles möglich.

Klaus Damert | So, 3. Mai 2020 - 09:44

"Wenn es sich Medien zur Aufgabe machen, Zweifel zu unterbinden, dann üben sie selbst Zensur aus – und zwar an der Meinungsfreiheit der Menschen!" - eine prima Zusammenfassung des Istzustandes. Danke.

helmut armbruster | So, 3. Mai 2020 - 10:09

das könnte im Idealfall die beste Berichterstattung überhaupt sein.
Unbeeinflusst, objektiv, vorurteilslos, tabulos, ohne eigenes Interesse, niemandem verpflichtet, von keinem Geldgeber abhängig, frei vom Zeitgeist, keiner Ideologie oder Politik verpflichtet usw...
Aber gibt es so etwas überhaupt? Natürlich nicht, denn jede Berichterstattung ist von irgend jemand oder irgend etwas abhängig. Und daher gilt "wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing". Ausnahmen mag es ja geben, aber mir ist keine bekannt.

Man soll aufgrund von Fakten zu einer Einschätzung kommen und dafür sollten Journalisten sorgen, am besten politisch unabhängig. Aber die meisten Journalisten verstehen ihren Beruf wohl eher als links-grünen Erziehungsauftrag.
Die Journalisten haben in letzter Zeit gezeigt, wie regierungsfreundlich sie sind. Immer sind sie dem abrupten Richtungswechsel, den teils widersprüchlichen Aussagen der Regierung in Sachen Corona-Krise gefolgt.
Glaubt man den Journalisten, dann ist die Corona-Krise in den USA oder Großbritannien ein klarer Regierungsfehler, in den Linksregierungen Italien, Spanien und Frankreich (Mitte links) sind sie dagegen eine reine Naturkatastrophe.
Wo waren eigentlich die Journalisten als das Netzwerkdurchsetzungsgesetz zur Einschränkung der Meinungsfreiheit eingeführt wurde?

mit Demokratie und Meinungsfreiheit. Bei den Grünen ist Meinungsfreiheit auch sehr eingeschränkt genießbar, wie Boris Palmer jetzt erfahren durfte. Mit seinen Äußerungen zur Corona-Krise hat der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer einmal mehr scharfe Kritik auf sich gezogen. In einem offenen Brief fordern zahlreiche Grüne seinen Partei-Ausschluss. Palmer sei "unbelehrbar", heißt es unter anderem.

...ist kein Instrument zur Einschränkung der Meinungsfreiheit, wie man am rechten Rand so gerne behauptet.
Denn dort redet man gerne von Meinungsfreiheit, meint aber die ungezügelte Freiheit zu rechter Hetze. Beleidigungen, Pöbeleien ja sogar Gewaltandrohungen eingeschlossen.
Nur wenn das Ziel verbaler Aggressivität die AfD oder andere rechte Extremisten sind, schreit man nach Kontrolle, tadelt einen angeblich beleidigenden Ton.

Was die Corona-Krise angeht: Ich sehe nicht, dass Journalisten der von der Mehrheit der deutschen bevorzugten Medien die Regierung überwiegend unkritisch gelobt haben. Aber zwischen weitgehend neutraler Berichterstattung und regierungsfreundlichem Lob zu unterscheiden ist offensichtlich nicht jedermanns Sache.
Schon gar nicht, wenn der eigene Blick ideologisch stark getrübt ist.

...und so weiter und so fort., lieber Herr Lenz. Sie schreiben von neutraler Berichter-stattung und so weiter und so fort.
Bitte benennen Sie mir diese Journale, Magazine, Tageszeitungen...gerne in durchaus
verschlüsselter Schrift oder auch Hintergrundsmalungen. Wettbewerbsverzerrungen sollen vermieden werden.

Eric Runkel | So, 3. Mai 2020 - 10:28

Es ist enttäuschend, dass selbst CICERO nicht seiner Rolle als Wachhund der Demokratie nachgekommen ist.

Wieder eine Stimme, die den Cicero ganz offensichtlich endgültig als neurechtes Widerstandsblättchen positionieren möchte.

Dabei scheinen doch gewisse Artikel, von pausenloser Merkelkritik über Greta- und Grünen-Bashing usw usw usw in der Tendenz erfolgsversprechend!

Nun gut, was manchmal so scheint, muss im Endergebnis nicht real so sein.

Der Abstieg des Cicero zum rechten Verlautbarungsorgan wäre nicht nur ein qualitativer Totalausverkauf. Auch wirtschaftlich sind dem Wachstum als betont rechtes Medium Grenzen gesetzt. Auch wenn einige Tageszeitungen und Wochenblätter die politische Mitte weitgehend abdecken: ein Monatsmagazin kann diese sehr gut ergänzen.

Es ist leicht, im Internet jüngste Verkaufs- und Abozahlen der wichtigsten Medien zu finden.
Dort findet sich keins so weit am rechten Rand, wie auch dieser Forist den Cicero wohl gerne sehen möchte.

Man darf davon ausgehen, dass sich die Cicero-Redaktion dessen sehr wohl bewusst ist.

Michaela 29 Diederichs | So, 3. Mai 2020 - 10:48

Ich lese quer durch alle Zeitungen und Magazine, die online verfügbar sind. Vorurteile sind mir in dieser Hinsicht fremd. Ich erwarte von Journalisten, dass sie mir ihr Wissen gut aufbereitet weitergeben. Dass ich mir eine zweite und dritte Meinung hole, ist für mich eine Selbstverständlichkeit. Links oder rechts hat mich noch nie interessiert. Ich nehme mir die Freiheit, der Meinungsbildung - allerdings ist das auch anstrengend und kostet Zeit.

Christa Wallau | So, 3. Mai 2020 - 11:10

Ein solches Plädoyer für
M E I N U N G S B I L D U N G S F R E I H E I T
erwarte ich vom CICERO.

Danke.

Einen Satz aus Ihrem Beitrag möchte ich als besonders zutreffend herausstreichen:
"Diese Haltung
(gemeint ist: Medien gebärden sich als Aufseher u. Erzieher des Volkes)
ist gefährlicher für die Meinungsfreiheit als alle
Verschwörungstheorien zusammen."

Deutlicher kann man das Problem nicht
herausstellen. Genauso ist es, lieber Herr Heitmann.

Ich durchpflüge zwar jeden Morgen online die Presse... es frustiert. An mir selber habe ich seit Tagen ein Phänomen festgestellt: Ich überfliege die Artikel soz. nur noch. Hier Bla, da Blubb und dort BlaBlaBla. Ich mag diesen Gouvernanten-Unterton nicht mehr, den sich die Presse anmaßt. Keiner weiß genaues, aber jeder meint, seine Meinung ist die richtige.
Ich fordere Sachlichkeit, fundiertes Wissen und nicht ein (aus der Kaffeetasse???) vermutetes (Halb- oder Garnicht)Wissen oder schlimmer noch: Polemik. -- Die Zeiten von Herrn Nannen sind schon lange vorbei. Besonders wütend machen mich hier regelmäßig FAZ, Zeit und Spiegel. Da scheinen die Neunmalklugen zu hocken. "Was können wir heute dem Volk mal wieder an Halbwissen unterjubeln." -- Die Menschen haben derzeit genügend zu tun, um mit diesen radikal veränderten Lebensumständen klarzukommen. Da braucht es nicht noch ein paar senile oder junge Klugscheißer.

Heidrun Schuppan | So, 3. Mai 2020 - 18:11

In reply to by Gast

von Henri Nannen, Hans-Joachim Friedrichs und Peter Scholl-Latour vorbei – in der Politik die von Helmut Schmidt, Herbert Wehner und Willy Brandt. Beide Auflistungen könnte man noch vervollständigen – aber es ging seit den Zeiten bergab. Das mag – vielleicht – auch an den finanziellen Abhängigkeiten (Anzeigenkunden) liegen, aber wohl nicht nur. Nennt sich wohl Zeitgeist oder so ähnlich.

Robert Müller | So, 3. Mai 2020 - 21:30

In reply to by Gast

Als Wikipedianer bin ich an einer Unterscheidung von Fakten und Meinung gewöhnt. In der Presse gibt es das kaum, meist wird beides miteinander vermischt. Oft genug gibt es auch gar keine Fakten, sondern nur Meinung. Beim Cicero ist das sogar Programm. Wobei man auch noch zwischen berichteter Meinung und der des Journalisten unterscheiden muss. Fehlt eigentlich nur noch, dass auch noch kommerzielle Werbung mit dazu gemischt wird. Wobei, auch das gibt es, beispielsweise was anderes sind die Berichte von Tesla, Apple, etc., wenn die etwas Neues verkaufen, denn sonst? Oder jetzt wenn über ein neues Covid-19-Medikament berichtet wird und die Börsen daraufhin reagieren. Nicht das es da etwas in der Apotheke gäbe, das kommt erst in einem halben Jahr oder noch später. Wozu also berichten?

Dieter Erkelenz | Mo, 4. Mai 2020 - 06:18

In reply to by Gast

Sie haben vergessen u.a.: Süddeutsche, TAZ, Bild, Tagesspiegel

Gilt das auch dür die Leib - und Magenblätter der Neuen Rechten, also T.E., Junge Freiheit usw., ganz zu schweigen von den zahlreichen Internet-Stimmungsmachern, wie Achse bla bla, Epoch, PI, Ken oder (Un-)wissensmanufaktur usw usw?

Oder nur, wenn Ihnen die polirische Ausrichtung gegen den Strich geht?

Nicht nur die Medien widersetzen sich mehrheitlich der Meinungsbildungsfreiheit. Auch Kunst, Kultur und Kabarett tun es. Bei mir gehen jedenfalls a l l e Warnlichter an wenn Frau Merkel und die momentane Regierung über den Klee von diesen gelobt werden. Wenn politisches Kabarett und Kulturschaffende der Bevölkerung immer wieder einen Meinungsrahmen zuweisen ist die demokratische Kontrolle in Gefahr.

Manfred Bühring | So, 3. Mai 2020 - 11:25

Was nützt die Meinungsfreiheit nach GG Art. 5 (1), wenn Du mit Deiner Meinung kein Gehör findest. In Corona-Zeiten werden vom Regierungskurs abweichende Meinungen systematisch ausgegrenzt, diffamiert (Fake-News, Verschwörungstheorien, AfD, Zenturplattform "Correctiv") oder einfach ignoriert (z.B. "Talk"show mit der rühmlichen Ausnahme Markus Lanz). Insbesondere die ör Medien spielen hier eine unrühmliche Rolle, denn gerade sie sollen der GG garantierten Meinungsfreiheit eine Plattform bieten, was sie penetrant vernachlässigen. Dann noch eine Gebührenerhöhung als Bürger mittragen zu müssen, die dises unsägliche Rolle noch verfestigt, ist ungeheuerlich.

Ernst-G. Konrad | So, 3. Mai 2020 - 12:26

Alles richtig was Sie schreiben Herr Heitmann. Journalisten treten inzwischen als Meinungsmacher auf und ängstliche Politiker trauen sich nur noch das zu sagen, was ihnen später nicht um die Ohren fliegt. Im Kampf um Auflagen, Kostendruck und Meinungsdeutungshohheit geben eingeladen Medien ihr Neutralität und Fairness auf. Erst werden alle in einee Richtung gedrängt und dann der Politik mit Umfragen vorgegeben, was angeblich Mehrheitsmeinung ist. Gerade, die teilweise hysterische Berichterstattung zu Corona, hat die Unzulänglichkeiten neutraler Berichterstattung gezeigt. Mancher will halt selbst ein bisschen Politik machen. Gegensätze aufzeigen und diskutieren, Hintergründe erhellen durch Recherche scheint altmodisch. In erster Linie berauben sich einseitig berichtende Journalisten ihrer eigenen Meinungsfreiheit, um dies dann dem Volk als mediale Medizin zu verordnen. Wer schreibt, der bleibt, wenn er die gewünschte Meinung vertritt. Das nennt man Gefälligkeitsjournalismus.

Christoph Kuhlmann | So, 3. Mai 2020 - 13:05

Ich glaube es hängt mit der Ausbildung der Journalisten an den Universitäten zusammen. Die oktroyierte Meinungsdiktatur in den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften wird mit dem moralischem Rigorismus jugendlicher Nachplapperer angeleitet vom einer 69er Generation von denen etliche sich dazurechnen obwohl sie nie auf einer der frühen Demos waren und erst auf den Zug aufgesprungen sind als dieser ein sicheres Ticket bot. Mit anderen Worten, Gruppen von sozialen Aufsteigern brauchen zumindest in den genannten Fakultäten eine Ideologie, die bestehende angreifen können. Haben sie es dann geschafft, werden sie selbst zum Bestehenden und Richtschnur für die Mitläufer. Bis auch dieses Weltbild morsch wird, weil es keine glaubwürdigen Erklärungsmuster mehr bietet und die Realität immer offenkundiger von der Ideologie abweicht. Wie sollen in so einem Klima kritische Journalisten entstehen? Die Förderung der Angepassten ist viel zu groß und die Diffamierung der Unangepassten zu zerstörerisch.

... der zum heutigen Zustand geführt hat, lieber Herr Kuhlmann.

Ihr letzter Satz trifft besonders ins Schwarze:
"Die Förderung der Angepaßten ist viel zu groß und die Diffamierung der
Unangepaßten zerstörerisch."

Ja, richtig:

Wie sollen in einem solchen Klima kritische Journalisten gedeihen???

Ich sende Ihnen herzliche Sonntagsgrüße.
C. Wallau

Für diesen Artikel und nicht nur für diesen, kann sich Herr Heitmann am Welttag der Pressefreiheit feiern lassen. Gut, daß es CICERO und sein Team gibt, ein "Hort" mit "Pionieren der Pressefreiheit".
"Die Welt fühlt sich an wie ein einziger Krisenherd" mit verlorenen Illusionen.

Der Tag der Pressefreiheit. Und diese heißt Pressefreiheit, weil die Presse die Freiheit verteidigen soll. Heute gilt, die Freiheit gegen das Coronavirus zu verteidigen.
Die Verteidigung, darin besteht sie, die Grundrechte zu schützen davor, daß das Virus und die Hilfen gegen das Virus von den Grundsätzen nur noch das Äußere übriglassen.
Unter Pressefreiheit, Medienfreiheit, Versammlungsverbot, egal kurz- oder länger-
fristig, muß immer wieder festgehalten werden, daß aus Notmaßnahmen nicht maßlose Not entstehen darf. So sehe und fühle ich das.

Guter Gedanke zum Tag der (verlorenen) Pressefreiheit:
"Und diese heißt Pressefreiheit, weil die Presse die Freiheit verteidigen soll. Heute gilt, die Freiheit gegen das Coronavirus zu verteidigen."

Für diesen Artikel und nicht nur für diesen, kann sich Herr Heitmann am Welttag der Pressefreiheit feiern lassen. Gut, daß es CICERO und sein Team gibt, ein "Hort" mit "Pionieren der Pressefreiheit".
"Die Welt fühlt sich an wie ein einziger Krisenherd" mit verlorenen Illusionen.

Der Tag der Pressefreiheit. Und diese heißt Pressefreiheit, weil die Presse die Freiheit verteidigen soll. Heute gilt, die Freiheit gegen das Coronavirus zu verteidigen.
Die Verteidigung, darin besteht sie, die Grundrechte zu schützen davor, daß das Virus und die Hilfen gegen das Virus von den Grundsätzen nur noch das Äußere übriglassen.
Unter Pressefreiheit, Medienfreiheit, Versammlungsverbot, egal kurz- oder länger-
fristig, muß immer wieder festgehalten werden, daß aus Notmaßnahmen nicht maßlose Not entstehen darf. So sehe und fühle ich das.

Reinhard Benditte | So, 3. Mai 2020 - 15:01

Sie haben vieles auf den Punkt gebracht. Vielleicht sollte man noch ergänzen, dass die Medien, insbesondere die ÖR, den Bürgern durch Manipulation erziehen wollen: Man denke an die Darstellung von Bildern während der Flüchtlingskrise 2015, an die Berichterstattung zu Chemnitz, die Sommerinterviews von Frau Will, das Ausgrenzen der AfD bei den Talkshows, den Auftritt von B. Gates in der Tagesschau usw.

Ergänzend möchte ich mich auch bei den anderen Lesern für Ihre Kommentare bedanken, die eine gute Ergänzung zu Ihrem Artikel darstellen.

Jürgen Keil | So, 3. Mai 2020 - 15:51

Ich stimme ihrer Sicht weitestgehend zu, Herr Heitmann. Ein konkretes Beispiel: Die Gefahr eines Blackouts durch einen weiteren Ausbau von volatiler Energieerzeugung wie Windkraft und Photovoltaik, bei gleichzeitigen Ausstieg aus Kohle und Kernenergie, ohne über funktionierende, effektive Großspeicher für elektrische Energie zu verfügen, ist ein Thema, was mich als Ingenieur und politisch interessierten Menschen sehr beschäftigt. Bisher habe ich nur auf der „Achse des Guten“, „Tichys Einblick“ und Eike dazu Beiträge lesen können. Nein halt, das stimmt nicht; vor vielen Monaten gab es mal einen Artikel im Spiegel. Ist das Thema Versorgungssicherheit nicht mehr interessant oder aber ist es ein zu heißes Eisen, an welchem sich Journalisten nicht die Finger verbrennen wollen? Vielleicht habe ich ja aber auch nur entsprechende Artikel in der Süddeutschen, der FAZ u.a. verpasst. Ich wäre dankbar, wenn mir ein Forist, dazu weitere Artikel nennen könnte. Oder aber Cicero schreibt mal einen?

Manfred Sonntag | So, 3. Mai 2020 - 17:25

Ein hervorragender Artikel! In meiner Zeit als Mitwirkender im Leserbeirat einer größeren Tageszeitung beanstandete ich die ständige Stigmatisierung (z.B.: umstritten") aufrechter Bürger meiner Stadt durch einige Redakteure. Von anderen Gesprächsteilnehmern wurde ebenfalls betont, dass die Wortwahl rufschädigend sei. Als einziges, aber umso boshafteres Argument wurde von dem Redakteur behauptet, dass die Leser doch auf Abweichungen hingewiesen werden müssten. Das ist das berühmte "betreute Denken"! Jede Divergenz von der Norm-Meinung der Mainstream-Journalisten wird als Ketzerei angesehen und muss öffentlichkeitswirksam medial verbrannt werden. Vorbild ist dabei sicher Kanzlerin Merkel (https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/sarrazin/die-debatte/sarrazins-u…).
Schon damals hat nur 1 Journalist, der Herr Schirrmacher, dagegen gehalten, ein ungelesenes Buch zu verdammen.

Andreas Berlin | So, 3. Mai 2020 - 21:26

Großartige Analyse und eine journalistische Grundeinstellung, wie sie uns vor gefühlt endlos langer Zeit z. B. den „Spiegel“ hat aufsaugen lassen. Da schämt man sich fast, wenn man hier oftmals herumgemeckert hat, wenn ein solcher Artikel jetzt bei Cicero erscheint. Danke, Herr Heitmann, das hat sich richtig gut gelesen!

Jens Böhme | So, 3. Mai 2020 - 23:18

Für alle Journalisten ein Zitat aus einem Interview zum Buch "Seid Ihr noch ganz bei Trost!" mit Peter Hahne:"Kein Missionsjournalismus, der die Menschen bekehren und belehren will, sondern klare Trennung von Meldung und Meinung, von Nachricht und Kommentar. Heute habe ich immer mehr den Eindruck, dass dieses Grundprinzip journalistischer Ethik nichts mehr gilt."

Heidemarie Heim | Mo, 4. Mai 2020 - 10:45

Ist ein schöner Begriff für die individuelle Fortsetzung der sogenannten Meinungsfreiheit! Herr Heitmann beschreibt wie immer unverblümt, was er sich als freier Journalist wohl auch noch leisten kann, wo und warum es hakt in der "Berichterstattung". Denn was anderes erwarte ich erst einmal nicht wenn ich eine Zeitung aufschlage, mich über Sachverhalte im Internet oder bei einem Nachrichtensender über aktuelles Geschehen informieren möchte.
Doch bis auf wenige Ausnahmen berichtet jeder TV-Sender das Gleiche und im Blätterwald hat man das Gefühl das Einer vom Anderen abschreibt, da im Minutentakt rausgehauen werden muss ohne Möglichkeit weiterer Recherche. Je nach eigenem Befinden oder Leitbild der jeweiligen Redaktion noch etwas Erziehungsauftrag oben drauf, fertig und raus! Doch nun kommt es zu einer für den Nutzer/Leser maßgeblichen Unterscheidbarkeit. Werden widersprüchliche Kommentare, Meinungen, Diskussionen dazu zugelassen wie etwa hier? Für mich u.a. ein Hauptkriterium! MfG

Gerhard Bauer | Mo, 4. Mai 2020 - 11:06

Wunderbare Analyse von Matthias Heitmann, der ich vollumfänglich zustimmen kann:

"Diesem Selbstverständnis folgend war auch immer klar, dass eine „linke“ Zeitung das Weltgeschehen anders interpretiert als eine „rechte“. Doch im Laufe der Jahre sind diese einst eindeutigen Unterscheidungen unschärfer geworden, was nicht nur an der Politik liegt, sondern auch am modernen Anspruch von Medien, sich „an alle“ zu wenden."

Ich sehe außerdem eine Ursache der schwindenden Meinungsbildungsfreiheit in der "Gemeinmachung" der Journalisten mit der Politik. Hanns Joachim Friedrichs journalistische Grundeinstellung: „Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazugehört." ist heute nicht mehr erkennbar.

Natürlich möchte man mit der Kanzlerin oder einem Minister/in im Flugzeug mitfliegen dürfen und Informationen aus "erster Hand" erfahren. Aber der "ersten Hand" muss man m

Gisela Fimiani | Mo, 4. Mai 2020 - 11:59

Ich erlaube mir diesem Beitrag ein Zitat Karl Poppers hinzuzufügen welches zeigt, dass die Medien ihrer Verantwortung seit geraumer Zeit nicht nachkommen. Zur Unterdrückung der Wahrheit sagt er: „ Die Medien, die in dieser Hinsicht die größten Sünder sind, müssen überzeugt werden. Wir müssen die Medien dazu bringen, die Wahrheit zu sehen und zu sagen. Und wir müssen sie auch dazu bringen, ihre eigenen Gefahren zu sehen und, wie alle gesunden Institutionen, Selbstkritik zu entwickeln und sich selbst zu warnen. Es ist eine neue Aufgabe für sie. Der Schaden, den sie gegenwärtig anrichten, ist groß. Ohne ihre Mitarbeit ist es fast unmöglich, ein Optimist zu bleiben.“(1996) Haben Sie Dank, Herr Heitmann, dass Sie sich gegen fatale und gefährliche Entwicklungen stemmen. Für die Demokratie ist diese Gefahrenabwehr überlebensnotwendig.

dieter schimanek | Mo, 4. Mai 2020 - 13:59

...wenn Merkel diese neue Erkenntnis verkünden würde, es würden von den meisten Medien mit Filmmaterial und Berichten unwiderlegbare Beweise vorgelegt werden, das es so ist.