Luisa Neubauer hält Fastenpredigt - Die geborene Pastorin

Luisa Neubauer hat im Berliner Dom ihre erste Predigt gehalten. Der Auftritt in der Fastenpredigtreihe hat gezeigt, woher ihre Weltverbesserungsimpulse rühren. In der protestantischen Kirche versteht man die Sprache der Aktivistin für Fridays For Future. In der Politik ist das schwieriger.

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Die geborene Pastorin: Luisa Neubauaer / dpa

Autoreninfo

Jens Nordalm leitet die Ressorts Salon und Literaturen bei Cicero.

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Luisa Neubauer hat eine Predigt gehalten. Ja natürlich, tut sie doch immer, mag man sagen. Nein, diesmal ist es eine richtige Predigt, gehalten im Berliner Dom, in dessen diesjähriger Fastenpredigtreihe.

Es hat dazu im Vorfeld schon, nicht überraschend, viel Erregung gegeben. Peter Hahne war empört über die Evangelische Kirche als „rot-rot-grüne NGO“ und überhaupt über evangelische wie katholische ökologische Interpretationen des Fastens in dieser Zeit. Auch aus der AfD kamen giftige Kommentare.

Weltverbesserungsimpulse

Aber die Laien-Predigt ist ein etabliertes Format in der Evangelischen Kirche, gerade zur Fastenzeit. Und gerade Politiker werden immer wieder auf die Kanzel geladen. Hinzu kommt, dass Luisa Neubauer sich hier auf durchaus vertrautem, angestammtem Terrain bewegt. Sie begann ihr Engagement in einer Hamburger Kirchengemeinde, hatte dort „eine tolle Pastorin“, wie sie dem Internet-Portal „Kirche und Leben" verriet, und als Jugendgruppenleiterin habe sie auch Konfirmanden unterrichtet.

Und am Ende ist, wie man am Sonntag sehen konnte, die kirchliche Rede auch die Form, in die Luisa Neubauers Aktivismus ganz natürlich gehört. Und das ist ganz ohne Sarkasmus gesagt. Jedenfalls stellt sich Luisa Neubauer mit dieser Predigt in einen sehr deutschen Resonanzraum – den protestantischen. Sie ordnet sich ein in eine sehr deutsche Form der Bewegtheit – eine Bewegtheit, die zur Umkehr aufruft.

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Walter Bühler | Di, 2. März 2021 - 18:44

... ist eine gute Sache. Viele andere mit vielen anderen politischen Positionen werden es ihr hoffentlich nachmachen. Und ich hoffe auch, dass bestallte Pastoren aus unserer Kirche ebenfalls zuhören und etwas für ihre eigene Sonntagspredigt lernen.

Frau Neubauer ist jung und muss nicht alles richtig machen. Aber die, die in den Kirchen öfter predigen, möchte ich an Luthers Lehre von der Werkgerechtigkeit erinnern: Es steht NICHT in der Macht des Menschen, aus eigener Anstrengung, durch eigene Werke die Welt zu retten.

Wenn in der Agitation für FFF der Mensch als Verursacher der Weltzerstörung ausgerufen wird, wird dem Menschen zuviel an Möglichkeiten zugemessen, und umgekehrt wird ihm zuviel an Fähigkeiten abverlangt, wenn er durch seine Maßnahmen die Welt retten soll.

Der Mensch ist weder Teufel noch Gott. Nicht unsere Taten richten uns, sondern allein die Gnade Gottes. Insofern müssen wir Individuen nicht die Last der ganzen Welt tragen. So lese ich Luther, und bin erleichtert.

Karl-Heinz Weiß | Di, 2. März 2021 - 19:05

Frau Neubauer argumentiert, wie viele Klimaaktivisten, aus einer sehr komfortablen sozialen Situation: schon in der Jugendzeit Fernreisen, Studium, Netzwerke für den Berufsweg.
Dass die Evangelische Kirche ein solches ihrer Mitglieder zu einer Fastenpredigt einlädt, irritiert mich etwas. Millionen Gleichaltrige müssen ohne jegliche Lebensperspektive aufwachsen. Engagement in den Entwicklungsländern müsste das kirchliche Ziel sein, keine Belehrungen durch schon in jungen Jahren Gutsituierte. Sonst steht für solche Jugendliche unmittelbarer Lebensschutz vor Klimaschutz.

Kirche und Glauben gehören zusammen; so passt es doch, wenn Leute wie Neubauer ihre Thesen in Kirchen verbreiten. (Ironie Off). Denn den Narrativ von FFF und anderen zum Thema Weltrettung muss man - wie früher die mittelalterlichen Thesen von der Erde als Scheibe - schon glauben wollen, um ihm folgen zu können.
Mit der Realität, bestehend aus Erkenntnissen über die Geschichte unseres Planeten sowie ein paar anderen Tatsachen - etwa der Überbevölkerung, alles Menschen, die ernährt werden müssen - sind Märchen wie jene, wir in D und/oder Europa könnten den Klimawandel aufhalten, leider unvereinbar. Ebenso realitätsfern ist die These, wir müssten mit gutem Beispiel vorangehen, dann werde es klappen. Realität sind dagegen z.B. die jährlichen Großfeuer in Australien und den USA, und die mutwillige Zerstörung des Regenwalds, unter "Verwahrung gegen die Einmischung der EU".
Mehr, als die Umwelt "vor unserer Haustüre" möglichst sauber zu halten, ist uns in D und Europa leider kaum möglich.

Christa Wallau | Di, 2. März 2021 - 19:29

radikale u. weniger radikale - zu einer Art von Religionsgemeinschaft mutiert sind, ist mir seit langem klar. Der Mensch braucht eben etwas, an das er glaubt, für das er "brennen" kann.
Da der christl. Glaube von vielen kritisch gesehen wird u. die meisten mit ihm nur noch wenig anfangen können, ist an seine Stelle für unzählige Menschen, bes. jüngere, begeisterungsfähige, die Überzeugung getreten: Wir müssen uns nicht um unser persönliches Seelenheil u. private Moral kümmern, sondern die Erde retten u. zum Paradies machen! Wenn wir uns gemeinam gewaltig anstrengen, gelingt es uns, eine "heile" Welt auf diesem Planeten zu errichten: naturnah, ohne Klimakatastrophen, multi-kulturell u. zutiefst friedlich.
Diesen Traum werde ich nie träumen können; denn ich kenne d e n Menschen u. seine Spuren in der Geschichte allzu gut. Er ist u. bleibt der alte Adam! Da vertraue ich lieber auf Gottes Evangelium u. tue Gutes in meinem unmittelbaren Umfeld. Wenn das jeder machte, wäre viel gewonnen.

Wir brauchen viel mehr junge Leute, die sich politisch engagieren!

Ist es jetzt schon schändlich, gegen den menschenverursachten Klimawandel, für Toleranz, für Frieden einzutreten?

Ist das alles etwa weltfremd, mir wirklichem Christentum (oder was man dafür hält) unvereinbar? Viele überzeugte Christen würden wahrscheinlich genau das Gegenteil behaupten.

Den Einsatz für Mensch und Umwelt als "sektenhaft" zu bekritteln, ist ein "merkwürdiges" Urteil!

Wie müsste man dann erst jene beurteilen, die mit "Deutschland-den-Deutschen"-Phrasen ihre hasserfüllte Ideologie verbreiten? Als gute Christen etwa?

Selbstverständlich verfügt Frau Neubauer - wie viele politisch Aktive - über ein entsprechendes Sendungsbewusstsein. Religiös war die Dame übrigens schon als junge Frau aktiv.

Jung, weiblich, beruflich erfolgreich (Dipl-Geographin), ökologisch und sozial engagiert, das macht sie in bestimmten politischen Kreisen natürlich grundsätzlich verdächtig.

Fairness? Nicht zu erwarten.

"Ist es jetzt schon schändlich, gegen den menschenverursachten Klimawandel, für Toleranz, für Frieden einzutreten?" Nein, ist es nicht, solange sich die Zeloten und Beglücker in den Kirchen und auf Kirchentagen tummeln, sind sie mir herzlichst lieb und nett. Sobald sie aber Einzug halten in Parlamente und sogar höchste Ämter in Parteien und der Regierung besetzen, wird es allerdings sehr heikel für die regierten Untertanen, wenn nicht gar ruinös und bösartig, wie wir seit 16 Jahren Politik der "Engelsgleichen", im Sozialismus sozialisieren Pfarrerstochter erleben. Nichts, was diese Dame politisch umgesetzt hat, war durchdacht, nichts war von zurückhaltender Ratio geprägt, überall mangelte es an Sachverstand und handwerklichem Können. Im Gegenteil wurden alle diejenigen im unmittelbaren Umfeld weggerissen, die über Sachverstand, Vernunft und handwerkliches Können verfügten - zugunsten der Blender, der Doktor-Plagiatoren, der Opportunisten und Wackeldackel! Die Folgen - Zwietracht, Ruin.

sollte man das auch richtig machen. Sie versuchen (wie so oft), Frau Wallau Zitate unterzujubeln, die sie so nicht getätigt hat. Dass ein solches Vorgehen zu Ihrem Stil des Kommentieren anderer Forenbeiträge gehört, ist allen Cicero-Lesern durchaus seit langem bekannt. Ihr eigenes Sendungsbewußtsein in allen Ehren, bleiben Sie einfach bei der Wahrheit.

was hätten Sie erwartet? Dass das Klima sich durch den CO2-Eintrag ändert, es also wärmer wird und warum, habe ich schon in den 70igern an der Uni gelernt.

Allerdings, sollte man das Problem nicht überhöhen, sondern global sehen. Deutschland ist nur sehr gering beteiligt. Dennoch ist es gut, dass an CO2-Minderung technologisch überall gearbeitet wird. Eine Umstellung von Kohle auf Erdgas bringt übrigens 30%, CH4-Leckagen müssen dabei allerdings vermieden werden.

Herr Lenz, ich bin mit Ihnen vollkommen einer Meinung: Wir brauchen viel mehr junge Leute, die sich politisch und gesellschaftlich engagieren. Wo sie sich engagieren, interessiert mich erst in zweiter Linie. In diesem Sinne habe ich meinen Kommentar zu Neubauers Fastenpredigt geschrieben, obwohl ich inhaltlich darin einen Haken sehe. Aber sie ist jung, und hat noch ein Recht auf viele Fehler.

Das gilt aber für ALLE jungen Leute, eben auch für die, die anderer Meinung sind als Frau Neubauer. Und hier sollten Sie überprüfen, ob Ihre Kommentare wirklich immer von Fairness geprägt sind. Mein Eindruck ist, dass davon noch mehr vorhanden sein könnte, wenn Jugendliche daraus etwas lernen sollten.

Nichts für ungut für die kleine Fastenpredigt.

Ihre Ansprüche sind doch sehr gering, Herr Lenz!
Eine (zukünftige) Berufspolitikerin mit dem Bachelor (dem niedrigst möglichen Studien-Abschluss) erlangt 2020, kann ja wohl - mit den normalen Maßstäben gemessen - nicht als beruflich erfolgreich bezeichnet werden !
Dieses gilt auch für die von Ihnen vergötterten FfF !

Bernd Muhlack | Di, 2. März 2021 - 19:38

Das Erste Buch Mose

Bekanntlich bin Atheist.
Jedoch ob meiner kindlichen, frühjugendlichen Erziehung sehr Bibelfest!
Getauft & konfirmiert!
Nein, ich zahle seit vielen Jahren keine KirchenSt!
Tschö mit Ö!✔

Luisa Neubauer - et Co.KG - eher ne GmbH!

Ich beginne mal seltsam:
Ist Luisa hübsch, gar schön?
& wie ist das mit Annalena Baerbock?
Als älterer (toleranter, kampferprobter) Hetero ganz knapp U60: ich bin mir nicht schlüssig!
Wie lautete es damals im Musical HAIR?
"Na ja, Mick Jagger würde ich nicht aus dem Bett schmeissen!"
=> untauglich - no vietnam PUH!

"Und der Herr trennte den Tag von der Nacht, das Land vom Wasser - und er sah, dass es gut war!"
Usw, usf -
Bei Interesse einfach mal "reinlesen"; x-mal besser denn Gender-Gedöns.
(Wann erscheint die erste antirassistische Gender-Bibel? Thora & Koran schweigen dazu!)

Luisa als Predigerin?
"Sie hat uns ein Zeichen gegeben!"

Falls Luisa u AL-B Skat spielen können: just mal vorbei kommen!
18 20 22 NULL
Spielen u REDEN ist gut!

Günter Johannsen | Di, 2. März 2021 - 19:50

"Peter Hahne war empört über die Evangelische Kirche als „rot-rot-grüne NGO“ und überhaupt über evangelische wie katholische ökologische Interpretationen des Fastens in dieser Zeit."
Ich muss Peter Hahne zustimmen: es ist eine Schande, dass diese Kirchenleitung samt dem Genossen Bischof Bedford-Strohm (SPD) das
naive Reemstma-Enkelkind predigen lässt! Häretiker aller Länder … !
Wenn man mit dem güldenen Löffelchen im Mund geboren wurde, noch keinen einzigen Cent selbst erarbeiten musste, dann aber große Töne spuckt und die Menschen damit verhöhnt, sollte man sich elendiglich schämen! Aber weit gefehlt: weder Schamgefühl, noch Einsicht. Das ist erschreckend. Wer dieses Kind in der Kirche grün-rote Ideologie predigen lässt, missbraucht sein Amt! Die nächste Austrittswelle steht vor der Tür. Dafür sind schon wieder diese Möchtegern-Priester verantwortlich!

Dorothee Sehrt-Irrek | Di, 2. März 2021 - 20:28

Herr Hahne schreibt eher zum Phänomen Luisa Neubauer gemessen an heutigen Anforderungen an die Kirche und sieht die Kirche scheitern.
Herr Nordalm beschreibt auf meinen ersten Blick eine "einfach gefaltete" Predigt. Er sieht und hört aber etwas anderes?
Herr Hahne scheint diesem Ton, den Herr Nordalm ausmacht, vor allem von den Erfahrungen mit FfF her nicht zu trauen?
Ist das Herz-Jesu-Text-Exegese oder "selbst"?
Herr Hahne bleibt eventuell einen neuen Ton schuldig oder aber er wäre evtl. einer von denen, die den hohen Ton nicht benutzen mögen?
Frau Neubauer ist sehr jung, sie kann sich noch entfalten, in der Anlage könnte ich mir so eine junge Merkel vorstellen, die nicht in die DDR verpflanzt worden wäre, wäre da nicht eine gewisse Eloquenz.
Also sicher weiter, aber nicht ganz mein Stil/Sicht auf Geschichte/Schuld.
Dagegen könnte die Lektüre einer Barockdichterin anregen?
Sybylle Schwarz 1621 -1638, deren Werkausgaben zeit-online besprach. In den 30 jährigen Krieg geboren.."autos"?

ich möchte dennoch den Eltern dieser Kinder, also von Frau Neubauer oder Greta Thunberg, raten, selbst Politik zu machen und nicht ihre Kinder "an die Front" zu schicken.
Die entdecken dann vielleicht erst mit 50 Jahren, dass sie auch ein eigenes Leben hätten haben können.
Ich mag und mochte immer sehr den Song von Frank Sinatra gesungen, "I did it my way".
Mein zweiter Blick, vor dem hier dritten versöhnlichen, sagte mir immerhin, dass Frau Neubauer sich vielleicht doch dahin versteigt, Christus nach ihrer eigenen Facon selig werden zu lassen und zu meinen, dann könne man wieder zu ihm zurückkehren und sieht sich dann eben doch, wenn auch in der Nachfolge, dann aber einer belehrenden?
Das wirkt schon bei Frau Merkel m.E. verheerend, dann doch aber eben auch wieder antiquiert.
Frau Neubauer ist entschieden zu jung dafür, wenn man mich fragt.
Ich denke mal und hatte deswegen immer Probleme mit dem Gleichnis, Christus meint es generell.
Für mich durchaus eine Zu-mutung für meinen Glauben

Ingo frank | Di, 2. März 2021 - 21:34

Diese Kirche ist nicht mehr zu verstehen.
Beim Besuch des Felsendoms 2016 entledigten sich die höchsten Vertreter der beiden Kirchen in Deutschland ihrer christlichen Symbole aus „Respekt“ vor dem Islam und legten ihre Kreuze ab.
(Herr Marx und Herr Bedford- Strohm)

Wer predigt nach Fr. Neubauer? Fr. Hennig - Wellsow? Von den Linken. Fr. KGE wäre auch eine gute Wahl. Oder?
Wo bleibt die endgültige und nicht scheinheilige Trennung von Kirche und Staat?
Aber Teile der Kirche haben sich immer dem Zeitgeist verschrieben und ihr Mäntelchen in den passenden politischen Wind gehalten. Das war im Mittelalter so und ist heute noch genauso.

Mit vielen Grüßen aus der Erfurter Republik

Brigitte Simon | Di, 2. März 2021 - 21:59

...diesmal die geborene Pastorin Luisa-Marie Neubauer " über Alles, über Alles in der Welt"..
Jens Nordham vergaß das letzte Wort "Amen"
am Ende seines Artikels.

Warum, lieber CICERO, eine so schlimme Fas-
tenzeit mir aufzubürden? "FFFFastenpredigt!
Bislang genügte mir der Verzicht auf meine Reemtsma. Ich drücke sie aus.

...treibt Blüten". In meinem vorstehenden Kommentar vergaß ich Luisa-Marie Neu-
bauer einzuladen. Sofern ihr neuer Gag dies zeitlich zuläßt. Ganz schlicht und ein-
fach, ohne Publicity, meine vergessenen "Alten" in ihrem letzten Nichtvorzeige-
Domizil zu besuchen. Vielleicht mit einigen Reemtsma-Zigaretten? Besser nicht.
Schon aus finanziellen Gründen mutierten sie zum Nichtrauchen.

Was sie benötigen sind Vaccine und immer wieder Vaccine. Wo bleibt die "Geist-
lichkeit? Sie wendet sich ab mit Schauder und ich mich vor Scheinheiligkeit.

Jost Bender | Di, 2. März 2021 - 23:22

Für Jens Nordalm aber angesichts seiner wiederholten Fokussierung auf den Protestantismus & die ev. Kirche i.d.S. der dringend gebotene Hinweis,
dass die Tradition der von (i.d.R. berühmten, verdienstvollen o. akademischen) Laien gesprochenen Fastenpredigten auch in der katholischen Fastenzeitgestaltung eine etablierte Tradition darstellen: Von Osnabrück, Münster, bis Freiburg, Hildesheim & München: Überall gibt/gab es (auch aktuell wieder) Fastenpredigt-Reihen von Laien in Katholischen Gotteshäusern. Im Dom zu Münster eröffnete unlängst der - naturgemäß auch sehr politische - Heribert Prantl von der Süddeutschen Zeitung diese hier traditionell katholische Fastenpredigtreihe...

Hubert Sieweke | Di, 2. März 2021 - 23:57

warum echtes Studium, mit dem ich einen Beruf ergreifen kann, wenn ich für die Grünen locker in den Bundestag ziehen kann. Dann hat sie alles erreicht. Bis 65+ wird sie angepasst dort sitzen und häufiger von sich reden machen.

Der Kern der Aussagen ist eher kitschig und für die meisten Deutschen völlig irrelevant.
Die Politik wird dadurch sicher eines, SCHLECHTER.

Die junge Frau denkt sich: Ich vertrete die GRÜNEN im Bundestag, mache in der Partei bella figura u. Karriere, dann habe ich ausgesorgt. Reden kann ich ja!
Ich hätte solche Verdächtigungen früher abgelehnt, bin durch eigene, bittere Erfahrungen aber eines schlechteren belehrt worden.
In der AfD haben wir bei uns einen nicht mehr ganz jungen Vertreter, der bis 2013 - außer einem ominösen Doktortitel - nichts auf die Beine gestellt hatte. Dieser nutzte die Gründungsphase der Partei mit großem Eifer u. gespielter Freundlichkeit, um sich einen vorderen Listenplatz für den LT zu verschaffen, der ihm nach dreimaligem Mandat eine hohe Pension sichert. Danach hat er alles Nötige erreicht, und das Schicksal der AfD o. gar Deutschlands kann im gestohlen bleiben. Jetzt schon agiert er so, indem er nur noch von ihm abhängige Vasallen um sich schart u. - zum Schaden der Partei in der Fläche - eigenständiges Denken u. Handeln v. Mitgliedern verhindert.
Es ist leider nicht alles Gold, was glänzt!

'Religiöser Kitsch' ist genau die richtige Bezeichnung für das, was Frau Neubauer da gepredigt hat.

Zitat: "Und dann können wir – wie die Vögel in diesen Matthäus-Versen – sorglos von dem leben, was uns die Erde gibt. Gott hat uns alles mitgegeben, was wir brauchen, um uns selbst zu retten."

Dem Apostel kann ich solchen Kitsch über die Sorglosigkeit der Vögel auf der 'gottgegebenen' Erde noch vergeben. Der konnte es nicht besser wissen. Jeder biologisch gebildete Mensch muss das, was da über die Sorglosigkeit des natürlichen Lebens auf unserem Planeten geredet wird, aber als gedankenlos-naiven Kitsch empfinden.

Die ganze Verbindung von politisch korrumpierter 'Klimawissenschaft' und religiösem Eifer, gerechtfertigt mit der Idee der 'Rettung der Welt', halte ich für intellektuellen Bankrott und eine große Gefahr für den sozialen Frieden.

Andre Möller | Mi, 3. März 2021 - 07:43

Dann soll sie doch in der Kirche wirken. Aber den überwiegend nichtreligiösen Rest der Bevölkerung nicht nerven mit diesem Getue. Die evangelische Kirche ist so gut wie tot, und dass ist auch gut so! Die BRD soll immerhin ein säkularer Staat sein - Zweifel hatte ich daran schon immer...

Brigitte Miller | Mi, 3. März 2021 - 08:20

"Denn im Moment häufen wir zwar Schätze an und lassen Gier und Neid regieren. "
Ob diese "Wirs" diese Predigt angehört haben und in sich gehen werden?
Eher ein PR-Gag von Frau Neubauer. Wobei ich nicht bezweifle, dass sie selbst von ihrem Anliegen überzeugt ist. Das Problem sind die Älteren, die solches unterstützen, weil es ihnen nützt.

Christoph Kuhlmann | Mi, 3. März 2021 - 09:29

Schon Neugeborene sind ja im Christentum mit Schuld beladen. Schließlich starb Jesus am Kreuz für sie. Wer in diesem Bewusstsein aufwächst fühlt sich wahrscheinlich permanent schuldig und hat den Drang diese Erkenntnis zu verbreiten um sich etwas besser zu fühlen. Doch es bleibt die Hoffnung, dass die Kirchen auf dem Weg zur Sekte sind und endlich kausal und differenziert Argumentiert wird. Anstatt die eigenen Schulgefühle irgendwie zu verallgemeinern.

ich bin kein Kirchenfreund, aber wie kommen Sie denn darauf, dass ohne Kirchen kausal und differenziert argumentiert wird? Wird und wurde in kirchenfeindlichen Gesellschaften wie China oder Nordkorea oder dem alten Ostblock kausal und differenziert argumentiert? Das wäre mir neu.

Wolfgang Borchardt | Mi, 3. März 2021 - 09:31

fernab der Wirklichkeit. Man nehme einen Globus, stecke ein Fähnchen dahin, wo Deutschland ist und trete einen Schritt zurück. Dann relativiert sich die Weltrettung als (neue koloniale?) Überhebung. Aber auch in Selbstzerstörung und lustvoll inszenierten Büßertum kann eine große Lust liegen, von der noch viele zu überzeugen sind. Und der erodierenden Kirche ist es nicht zu verdenken, nach neuen Geschäftsmodellen zu suchen. Die Erfolgsaussichten sind vorerst nicht abschließend zu beurteilen. Eines scheint sicher: Die Spaltung in Gesellschaft und Familie ist nunmehr auch in der Kirche selbst angekommen, wird mit schwindenden Mitgliederzahlen aber eher eine Randerscheinung sein.

Romuald Veselic | Mi, 3. März 2021 - 10:13

In reply to by Wolfgang Borchardt

Herr Borchardt.
Ich bin ebenso ein Protestant, aber nicht im klerikalen Sinne, sondern ich negiere die Aussage, vom Menschen verursachter Klimawandel & sowie die Massen Hypes, die medial einen fast orgiastischen Zustand bei bestimmten Bevölkerungsgruppen herbeiführen.
Nichts ist mir fremder, als gesteuerte Begeisterung/Protest/Hysterie. Wenn jemand den Klimawandel verursacht, soll er genannt werden, denn Schuld - ist individuell.
ZB: Die Erdlinge aus der Region XY trennen ihr Müll nicht o. bewusst fahren ohne 3D-Katalysator an den CO² Messanlagen vorbei, um die Umweltaktivistinnen, sowie zuständige Behörden zu ärgeren/provozieren. Dass - ist eine klare Ansage, wo die Ermittler für Klimaschutz/Menschenglück ansetzen können. Alles andere, ist psychotisch-manische Verallgemeinerung - ergo Fuckenews bunt.

Wer ist Luisa Neubauer?

MfG Jakob Kaschauer

Günter Johannsen | Mi, 3. März 2021 - 10:01

wird alles möglich!
Der evangelische Bischof von Bayern und EKD-Rats-Vorsitzende ist doch selbst SPD-Mitglied. Angeblich lässt er seine Mitgliedschaft ruhen, aber kann man seine Überzeugung "ruhen" lassen? Nein! Das kann man an vielen seiner öffentlichen Äußerungen und Handlungen ablesen (vor dem Islam sein Bischofskreuz ablegen & dann aber links-ideologisch agitieren: Christen können nicht AfDler sein)! Aber: leider darf nur der Genosse Bischof in den Medien seine linke Sichtweise als christlich darstellen. Ich aber sage: es ist ganz und gar nicht christlich, wenn man sein Amt missbraucht, um ein ganzes Kirchenvolk als linke Hilfstruppen zu instrumentalisieren. Das Kirchenvolk kann sich in der Öffentlichkeit nicht wehren, weil es keine Öffentlichkeit hat. Das ist schäbig und eines Bischofs nicht würdig. Er hat sein Amt beschädigt und sollte jetzt endlich abtreten, damit nicht noch weitere Kirchen-Austrittswellen folgen! Wird nun wieder, wie 1933 - 45, eine Bekennende Kirche nötig?

Albert Schultheis | Mi, 3. März 2021 - 10:27

wenn junge Menschen sich in einer Kirche oder in der Politik engagieren, was mir allerdings Bauchgrimmen macht, ist wenn Menschen, die sich eigentlich für religiöse Themen berufen fühlen, plötzlich meinen, in die Politik ziehen zu müssen! Wir haben dazu die eher abstoßenden Beispiele der beiden komischen Bischöfe Pat und Patachon vor Augen, Verzeihung, Marx und Bedford-Strom, sowie natürlich die Pfarrerstochter Angela höchstselbst, die nach 6 Jahren offener Grenzen und illegaler Einwanderung ein heilloses, ruinöses Desaster angerichtet hat, und davon bigott nicht ablässt. Gleichermaßen die evangelische Zelotin Göring-Eckhart, die davon säuselt: "Uns werden Menschen geschenkt!", die als Entwurzelte hier ankommen, zu über 80% junge, testosterongeladene Männer, die in der großen Mehrheit hier Entwurzelte, Entfremdete, ja uns feindlich Gesinnte bleiben werden. Neubauer und Co machen das CO2-Narrativ zum Evangelium, mit ganz ähnlich desaströsen Folgen für Wirtschaft und Naturwissenschaft.

Wolfgang Jäger | Mi, 3. März 2021 - 10:35

Der Artikel ist von heimlicher Sympathie für die wohlstandsverwöhnte Reemtsma-Dame getragen. Die Einladung Neubauers als FfF-Predigerin hat das bestätigt, was schon über Jahre hin zu beobachten ist: Die Kirchen, vor allem die Evangelische Kirche ist inzwischen zu einer links-rot-grünen, öko-sozialistischen Sektierer-Gemeinde verkommen. Andersdenkende werden ausgegrenzt und sind in der "Gemeinde" nicht mehr willkommen, bzw. können sich in ihr nicht mehr angenommen fühlen. Das ist christliche Toleranz. Man kann dieser Sekte nur den Rücken kehren. Austreten!

Ernst-Günther Konrad | Mi, 3. März 2021 - 10:40

Lasst Luisa doch. Bei FfF läuft nicht mehr soviel, da wird ein neues Sprungbrett gesucht und sie hat es gefunden. Es ist ja nicht so, dass sie die erste und Einzige ist, die politische Ideologie in den Kirchenalltag bringt. Wenn sie gläubig, engagiert und ehrlich dabei ist, soll sie es machen. Das dies ein Artikel wert ist zeigt uns doch allen, wie sehr inzwischen solche "Außenseiter" zum Alltagsbild geworden sind. Aber auch sie wird die Kirchenaustritte nicht aufhalten. Hat sie was zu den Missbrauchsfällen und den Opfern auch ev. Kirchenamtsträgern gesagt? Nein, natürlich nicht. Sie will ja evangelisch die Welt retten.
Sie hat einen Hype erlebt, droht in Vergessenheit zu geraten und belebt eben als Influencer auf der Kanzel ihre Image wieder auf.
Sie sieht nett aus, kann gut reden und ist"noch" jung. Insofern aus Sicht der Kirche einen weiterer Versuch, wieder Mitglieder anzusprechen und ggfls. zurück zu gewinnen. Zahlt sie selbst Kirchensteuer oder die begüterten Eltern?

Tomas Poth | Mi, 3. März 2021 - 11:05

Die Kirche passt sich hier dem Zeitgeist an. Der Laden will irgendwie finanziell überleben und versucht seine Räumlichkeiten zu Nutzen um den Klingelbeutel zu füllen, beitragszahlende Mitglieder gehen ja massenhaft von der Fahne.
Mit dieser zeitgeistigen Anpassung, des sich für irgendwas engagieren, spaltet man die Gesellschaft, denn Meinungen zu einer gerade aktuell durch das Dorf gejagten Sau gibt es viele.
Die Kirche vernachlässigt die Seelsorge der Gemeinde, versöhnend zu wirken, ganz im Sinne der Gleichnisse vom Splitter im Auge des Bruders oder dem Balken im eigenen, oder wer unter euch ist ohne Schuld, der werfe den ersten Stein auf sie!
Eine Kirche die die Aufarbeitung ihre Missbrauchsskandale und Schuldverstrickung verschleppt ist schlicht nur zum Erbrechen.
Sie ist genau das Gegenteil von dem was Jesus wollte.

Hanno Woitek | Mi, 3. März 2021 - 12:26

einfach nur lächerlich, wenn solche Halbwahrheiten verbreitenden albernen Mädchen ihre Dummheiten auch noch von Kanzeln predigen dürfen. Warum nicht gleich vom Petersdom eingebettet von Pfaffen, die Kinderschändern ungestraft mit lediglich netten Versetzungen drohen.Das passt irgendwie zusammen, auch für unsere Oberflächen Presse.

Jürgen Waldmann | Mi, 3. März 2021 - 15:35

In reply to by Hanno Woitek

Mit 7 Jahren kam ich 1949 mit Mutter und Schwester nach Schweden , wohin uns Freunde eingeladen hatten . Auch die Schule und der Pastor störte sich in S nicht daran , dass wir alle nicht in der Kirche waren . 1955 kamen wir zurück nach Deutschland , wo wir erleben mussten , dass unser freies Leben außerhalb der Kirche uns hier Probleme bereitete . Wir lebten während meiner Hauptschulzeit in 7 Orten , Hede und Forsmark in Schweden , 2 X Fretter , Lüchow , Dannenberg und Mönchengladbach in Deutschland . Die Schule war nicht das Problem für mich , die Religionslehrer und diejenigen , die in D der Religion verfallen sind schon . Als Ingenieur fand ich in München , Erlangen und Nürnberg Arbeit . Mit 78 Jahren denke ich mir , dass ich auf die Kirche gerne verzichten konnte . Wenn ich höre und lese, dass da heute Kinder ohne Ausbildung predigen , dann bin ich froh , dass meine Kinder und Enkel diese Kirche nicht kennen gelernt haben und auch nicht den Rot Grünen Predigern verfallen sind !

Gerhard Fiedler | Mi, 3. März 2021 - 13:40

Diesen Aufruf kann man heute in Kirchen und auf Kirchentagen ständig hören. Doch in der Bibel steht davon nichts. Im AT, 1. Mose 1 heißt es vielmehr: „Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht“. Vom Bewahren der Schöpfung ist da keine Rede. Gewiss sollte dieses „Untertan machen und Herrschen“ möglichst lange ausgeübt werden können, so dass sich von daher ein vernünftiger Umgang mit der Schöpfung zum Nutzen des Menschen von selbst ergibt. Ist es daher nicht größenwahnsinnig, als Mensch die Schöpfung eines Gottes bewahren zu wollen und dazu in der Lage zu sein? Kennt der Mensch überhaupt den Allmächtigen und damit dessen Willen, der seinem gigantischen Werk zugrunde liegt? Jenen, die nicht an die Existenz Gottes glauben können, sei es ja unbenommen, den Planeten Erde retten zu wollen. Es wird ihnen letztlich nicht gelingen.

Robert Friedrich | Mi, 3. März 2021 - 13:40

Der (Schein)Heiligenschein steht ihr gut, Wein trinken und Wasser predigen, wie die Alten.
Nicht zuviel der Stellungnahmen hier im Forum für eine eitle junge Dame? Sie ist doch noch immer in der Selbstfindungsphase, der etwas verlängerten Pubertät. Kann man da nicht alles verzeihen?
Ich tue es von ganzem Herzen.

Robert Hans Stein | Mi, 3. März 2021 - 15:13

Sie können diesem Auftritt wirklich etwas abgewinnen? Ich nicht! Und ich habe ein Problem mit einem typisch deutschen Problem: der "öffentliche(n) Selbsteinordnung in einen uralt-bekannten Tonfall". Wenn wir den Gedanken, jeder möge auf seine Art glücklich werden, ernst nehmen, dann gilt das auch für jene, die ihr Glück in Wohlstand und Luxus finden - und keiner hat das Recht, es zu verwehren, oder vorzuwerfen. Für mich gibt es keine Ideologie oder Religion, für die zu leben es lohnt, geschweige denn dafür zu sterben. Für mich findet das Leben hier und heute statt und es endet mit dem Tod. Den Himmel überlasse ich mit Heine den Engeln und Spatzen, die "bessere" Zukunft Greta und Luisa. Leider setzt sich diese Einstellung in keinem entwickelten Land so schwer durch, wie in unserem. Die lieben Deutschen brauchen ihre Romantik, ihren Idealismus und - Entschuldigung - als Vehikel das Gesalbader von Kanzeln oder in Radiomorgenandachten. Vulgärmaterialistisch? Gerne, bitte, danke.

Michael Sauer | Mi, 3. März 2021 - 15:43

Ich finde, dass der Autor den bisher im Cicero üblichen liberalen Geist und die gebotenes Distanz zu Weltanschauungen vermissen lässt. Die auf Luther und seine Mitreformatoren zurück gehenden protestantischen Kirchen in Europa werden in wenigen Dekaden marginalisiert und damit auch ohne gesellschaftliche Relevanz sein. Ein von ihnen selber beauftragtes Gutachten (Prof. Raffelhüschen) erwartet eine Halbierung der offiziellen Mitgliederzahl bis 2060. ich vermute, dass es schneller gehen wird. Endes dieses Jahrhunderts werden von den dann evtl. 90Mio Einwohnern Deutschlands vielleicht noch 5Mio in der EKD sein, wenn überhaupt. Eine Kirche als pseudospirituellen Wurmfortsatz der Grünen braucht niemand.

Lisa Werle | Mi, 3. März 2021 - 23:19

... volle Zustimmung. Sowohl was den Tenor des Artikels angeht (ist das noch Cicero oder doch schon Mainstream?) als auch was die EKD als links-grünen 'Wurmfortsatz' betrifft. Diese moralisierenden Schwätzer braucht kein Mensch. 'Gut gemacht', Bedford-Strohm.