Nora Krug / Nina Subin

Kunst im Krieg - Nora Krug: Von Wut gezeichnet

Die preisgekrönte Illustratorin Nora Krug hat mit „Im Krieg“ ein einmaliges Werk über das Drama des Ukrainekriegs geschaffen. Es ist nicht die erste Arbeit über Abgründe.

Autoreninfo

Daniel Haas lebt als freier Autor in Hamburg. Zuletzt war er Kulturkorrespondent der NZZ in Berlin.

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In der Flut der Nachrichten und Bilder aus der Ukraine droht die Information in Betäubung umzuschlagen. Dann kann ein nicht journalistisches Genre helfen, den Blick wieder zu schärfen. Nora Krug, 46, ist eine deutsche Illustratorin und Comic-Zeichnerin mit Wohnsitz New York. Und sie ist eine Künstlerin mit politischem Mandat. Das grundlegende Motiv ihrer Arbeit ist Aufklärung. Ihre Motivation: Wut.

Gerade ist ihr Comic-Werk „Im Krieg“ erschienen, eine gezeichnete Dokumentation über das Leben einer ukrainischen Journalistin und eines russischen Künstlers. Ein ganzes Jahr lang hat Krug die beiden täglich interviewt, ihnen geschrieben und sich per SMS mit ihnen ausgetauscht. Die Welt einer Reporterin, die zwischen Fronteinsätzen und Mutterpflichten aufgerieben wird. Die Welt eines Malers, der Putin hasst und versucht, Widerstand zu leisten, ohne seine Familie in Gefahr zu bringen.

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Wolfgang Z. Keller | Di., 21. Mai 2024 - 23:01

... da hätte ich mir zur Illustration (sic!) zumindest EINE solche gewünscht!

Albert Schultheis | Mi., 22. Mai 2024 - 01:04

Nur Verlängerung des Schlachtens, nur mehr Tote und mehr Ruinen.
Schaut euch den Film Krieg und Frieden nach Lew Tolstoi von Sergej Bondartschuk an. Das ist die Vorlage auch zu diesem Krieg. Napoleon hat sein Ende in Russland erlebt, dann Hitler und jetzt Joe Biden - auch wenn kein einziger GI (offiziell) in der Ukraine gefallen ist. Aber die moralische Verheerung des Westens und der USA war nie größer - selbst nicht in Saigon oder Kabul.

Heidemarie Heim | Mi., 22. Mai 2024 - 12:21

Oder ein ausgeprägteres Gerechtigkeitsempfinden wird mit zunehmendem Alter und gesteigerter Lebenserfahrung in der heutigen Zeit zunehmend zur Last für die eigene Psyche. Auch und im Speziellen, weil man wie bei mir persönlich geschehen daran scheitert bzw. irgendwie in eine Art von Resignation verfällt. Dieses, ich nenne es "das Handtuch werfen", der Abschied m.E. angeborenen Gefühls für richtig und falsch, von Empathie, jedoch auch damit einhergegangenen negativen Komponenten wie Wut/Rachsucht, Klagen/Fragen an Gott und die Welt bezüglich begangenen Unrechts sind damit zwar eingehegt, jedoch gefühlt wie Herpes-Viren, die sich als sogenannte inaktive "Schläfer" an die Nervenenden angedockt haben und die gesunde Immunabwehr unterlaufend nur auf deren Schwäche lauern um schmerzhaft zuzuschlagen. Als einziger Trost bliebe evtl. nur die Tatsache, dass schon Abraham, der Schacherer mit Gott bezgl. Sodom und Gomorrha an 5 nicht auffindbaren Gerechten scheiterte? Alles Gute Frau Krug!