Ferda Ataman, aufgenommen waehrend einer Pressekonferenz.
Die designierte Antidiskriminierungsbeauftragte Ferda Ataman / dpa

Debatte um Ferda Ataman - Mit Kartoffelkanonen auf Strohmänner

Seit bekannt ist, dass die Journalistin und Aktivistin Ferda Ataman unabhängige Antidiskriminierungsbeauftrage des Bundes werden soll, tobt ein hitziger Streit. Atamans Verteidiger gehen dabei nach dem üblichen Schema vor: Kritik wird pauschal unter der Kategorie „Kampagne von rechts“ subsumiert und man arbeitet sich mit Getöse an Strohmann-Argumenten ab, anstatt auf die wesentlichen Kritikpunkte einzugehen.

Ulrich Thiele

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Boris Palmer ist unbequem, er polarisiert und eckt an. Natürlich regt das die selbstgerechten Lifestyle-Linken auf. Die Kampagne und das Wutgeheul der woken Filterblase wegen Palmers Aussagen sind hysterisch und übertrieben. Wer auf ein wichtiges Thema aufmerksam machen möchte, von dem die Mehrheit nichts hören will, darf nicht leise sein.

Wenn Sie Boris Palmer gut finden, dann bitte einmal Hand aufs Herz: Halten Sie – unabhängig von Ihrer Sympathie für seine politischen Positionierungen – solche Schlagwort-Sätze für eine präzise Argumentation, die das Potenzial hat, einen Andersdenkenden zu überzeugen? Oder stimmen Sie ihnen zu, weil sie Ihre Gefühle, Ihre Positionierung, Ihre Empörungslust, Ihr Selbstbild als Rechthaber, der einem irrationalen Gegner gegenübersteht, bestätigen und streicheln?

Das Strohmann-Argument

Man darf wohl davon ausgehen, dass Leute, die Ferda Ataman gut finden, Boris Palmer eher nicht so gut finden. Sie würden der Palmer-Verteidigung vermutlich entgegenhalten, dass sie maximal schwammig ist. Dass sie auch berechtigte Kritik pauschal unter „Kampagne“ miteinordnet. Dass sie Palmer mit abgedroschenen Attributen wie „unbequem“ heroisiert und aufwertet. Dass sie im nächsten Schritt alle Kritiker mit einem polemischen Schlagwort zu einem amorphen Mob homogenisiert und abwertet. Dass sie das aufgrund misogyner Tradition belastete Hysterie-Argument aus der Mottenkiste holt, um den Gegner-Mob zu pathologisieren und sich selbst im Gegensatz dazu als Hort der Vernunft darzustellen. Dass sie Strohmann-Argumente zückt.

„Die Strohmann-Analogie resultiert aus dem Schwert- und Fechtunterricht“, heißt es in einer Definition. „Dort übte man oft gegen Strohmänner oder Pappkameraden, die bewegungsunfähig sind und nur besiegt werden können. Anschließend fackelte man den Strohmann dann häufig unter großem Getöse ab. Wer im Sinne des Strohmanns argumentiert, imitiert folglich nur den Feind und feiert den Sieg gegen die Imitation ab, als hätte er ein echtes (Wort-)Gefecht gewonnen.“

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Hans Jürgen Wienroth | Mi, 29. Juni 2022 - 08:52

„Im besten Fall führt er (der dem Prozess um die Besetzung) dazu, dass Ataman in ihrer neuen Rolle differenziertere Töne anschlägt und einen Weg sucht, um Partikularinteressen zu bündeln.“
Was, wenn nicht, wenn sie für Ihre Wahl nur eine Pause eingelegt hat? Wird sie bei fortgesetzter Diskriminierung der (noch!) Mehrheitsgesellschaft und damit Verstoß gegen die GG-setzlich festgeschriebene Gleichberechtigung aller hier Lebenden aus dem Amt entfernt? Das kann ich nicht glauben.

Joachim Kopic | Mi, 29. Juni 2022 - 09:17

... sie wird eh den Posten kriegen, wetten?
Nen Kartoffelsack als Einsatz würd ich riskieren ;)

Maria Arenz | Mi, 29. Juni 2022 - 09:24

kommt, ist nicht einmal auf ihrem eigenen Mist gewachsen. Für jeden, der sich etwas mit dem auskennt, was seit 30 Jahren in den USA abgeht- CRT, BLM etc. sind die Parallelen überdeutlich- z.T. bis auf den Wortlaut. Bloß daß für Ataman &Co die armen Türken die staatlich anzu-erkennenden und mit Quote zu entschädigenden Dauerdiskriminierten sind- Türken also das Äquivalent der Afroamerikaner in den USA. Und jetzt wird es peinlich: Afroamerikaner sind die Nachkommen von gegen ihren Willen in die USA verschleppten Sklaven und deshalb besteht ihnen gegenüber auch m.E. durchaus eine gewisse Verantwortung der US-Gesellschaft. Türken sind aber nicht nach Deutschland verschleppt worden, sondern wurden uns mit dem
1. Anwerbeabkommen im Oktober 1961-also direkt nach dem Mauerbau- via USA vom türkischen Natopartner auf's Auge gedrückt . Gegen den Willen von Politik, Industrie und sogar Kirchen. Und alle damaligen Bedenken haben sich inzwischen leider weitgehend als berechtigt bestätigt

Klaus Damert | Mi, 29. Juni 2022 - 09:35

"Die erwartbare Hetze von rechts ist kein Hirngespinst, im Gegenteil. " - Mit einem solchen Satz hat sich der Autor nur abgesichert, beweisen muss er ihn nicht. Dann brauchen wir auch nicht zu diskutieren und dieser Beitrag ist überflüssig, genau wie eine solche Diskriminierungs-Beauftragte.

Konrad Paukner | Mi, 29. Juni 2022 - 10:04

kann -wenn es wirklich ernst gemeint ist - nur eine Person aus der Mitte der Gesellschaft werden, die zudem moralisch sehr gefestigt sein muss. Dass mit Frau Ataman eine linkslastige, nicht neutrale Journalistin diese Postition erhalten soll zeigt auf, dass es nur in eine Richtung "Antidiskriminierung" geben darf. Die Konservative Seite der Demokratie wird dadurch großen Schaden nehmen, gerade wenn man sich diverseVeröffentlichungen von Ataman anschaut. Mit dieser Personalie wird die Richtung für die Zukunft vorgegeben.

Dorothee Sehrt-Irrek | Mi, 29. Juni 2022 - 10:22

auch für die Geflüchteten aus den ehemaligen Ostgebieten des Deutschen Reiches in der Bundesrepublik eine Art Migrationshintergrund annehmen.
Das macht Migranten dennoch nicht gleich zur Mehrheit, aber Migration zu einem sogenannten Faktum.
Die Frage stellt sich allerdings nach GELINGENDER MIGRATION und da klingen die hier zitierten Worte von Frau Ataman für mich niveaulos.
Wahrscheinlich hat sie aber viel mehr gesagt und Einzelnes kann immer auch irreführend klingen.
Ich bin ebenfalls für eine 30% Besetzung mit Migranten als Regulativ, nicht als evtl. "Gottesgebot aus der Türkei", unter der Voraussetzung eines umfassenden Migrationsbegriffes, der allerdings nach mehreren Generation weniger zum Tragen kommen sollte.
Aber 30% als Gelegenheit zu Parallelgesellschaft fände ich für die komplexen europäischen Gesellschaften schlicht nicht lebbar.
Hohe Arbeitsteilung erfordert gesellschaftliche Zusammenarbeit.
Wer das nicht will, mag woanders sein Glück suchen.
Wer es nicht kann, möge lernen

Hans Page | Mi, 29. Juni 2022 - 10:41

Es ist nun einmal so dass man gegenüber einem „Rechten“ nicht so nachgiebig wäre wie gegenüber Frau Ataman. Es ist offensichtlich dass Frau Ataman ungeeignet und wohl auch unfähig ist ausgleichend zu wirken, zumindest wenn man ihre öffentlichen Äußerungen ansieht. Sie wäre in einer Funktion in der sie ihre „Parteilichkeit“ voll ausleben kann besser aufgehoben. Aber da lockt dann wohl auch das üppige Gehalt eines/r Bundesbeauftragten.

Wie wäre es z. B. mit Herrn Höcke? Würde man einem sich geläutert gebenden Höcke ein ähnliches Staatsamt übertragen oder ihn auch nur in ein höheres öffentliches Amt berufen?
Es genügt ja schon die AfD-Mitgliedschaft im Bundestag (ohne radikale Äußerungen), um nicht als stellvertretender BT-Präsident gewählt zu werden. Ist im Grunde ähnlich, nur in anderer Konstellation.

Bernhard Marquardt | Mi, 29. Juni 2022 - 10:49

Abgesehen von der Qualifikation dieser Dame wäre sie die 43. (bislang 42, Quelle BMI Juni 2022).
Diese beziehen i.d.R. B11 (€15.074.80 mtl.) plus Familienzuschlag. Hinzu kommen Kosten für Mitarbeiter und Bürokratie.
Daneben gibt es Landesbeauftragte (Ausgaben in BW €15 Mio. 2021)
Jede Funktion ist einem ministeriellen Aufgabenbereich zuzuordnen. Ist in diesen Ministerien kein hinreichender Sachverstand vorhanden, um die angesprochenen Themen kompetent zu bearbeiten, sollte eine rigorose Durchforstung der hochdotierten Ministeriellen für einen Kompetenzzuwachs führen.
Gleiches gilt für „externe Beratungsleistungen“. Mindestens 433 Millionen Euro gaben die Bundesministerien und das Bundeskanzleramt 2020 für externe Beratungsleistungen aus – 46% mehr als im Vorjahr. Im ersten Halbjahr 2022 wurden Verträge im Wert von mindestens 271 Millionen Euro für externe Beratung und Unterstützung abgeschlossen, allein 237,5 (!) Millionen Euro vom Innenministerium (Nancy Faeser). Mit wem und wofür?

Gerhard Lenz | Mi, 29. Juni 2022 - 11:00

ist eine Kampagne von rechts einfach nur eine Kampagne von rechts. So wie Freuds Zigarre nur eine Zigarre war.

Die Frau hat schließlich Migrationshintergrund.

Es stimmt, sie hat wohl in ihren Kolumnen zuweilen provoziert.

Was zu den üblichen Überreaktionen geführt hat: Weder der alte, weiße deutsche Mann, noch sein folgsamer weiblicher Gegenpart möchten als Kartoffel bezeichnet werden.

Schon gar nicht von jemandem mit Migrationshintergrund, die in den Augen der Empörten wahrscheinlich noch nicht mal eine richtige Deutsche ist.

Das Theater war zu erwarten.

Andererseits: Frau Ataman hat das beanstandete Vokabular im Rahmen ihrer Tätigkeit als Autorin gebracht.

Wäre das jetzt ein Ausschlusskriterium für eine öffentliche Funktion, dann müsste so mancher Journalist - der eine oder andere Cicero-Redakteur eingeschlossen - auf Lebenszeit von öffentlichen Ämtern ausgeschlossen sein.

Von den AfD-Abgeordneten im Bundestag oder anderen Parlamenten ganz zu schweigen.

Markus Michaelis | Mi, 29. Juni 2022 - 11:11

Wollen wir die Gesellschaft zusammenhalten, muss man wohl differenziert wie dieser Artikel miteinander reden - auch dann ist es kein Selbstläufer mit gewissem Ausgang, alle werden sich anpassen müssen. Zu dieser Gesellschaft werden Palmer, auch Maaßen oder Wendt genauso dazugehören wie Ataman, Clans oder Böhmermann - einfach weil sie da sind und viele Menschen repräsentieren.

Andererseits: wäre es eine Firma, Freundeskreis, Verein, Partei etc., würde man sich wahrscheinlich auflösen/trennen - nichts ist auf Ewigkeit angelegt, muss es auch nicht, und wenn die Differenzen zu groß werden, ist es ganz natürlich getrennte Wege zu gehen.

Ob es wirklich eine "solche" Situation ist, hängt von vielen Details ab. Wesentlicher ist, dass Gesellschaften sich nicht leicht trennen können - über längere Zeiträume und viele kleine Veränderungen können sie es aber schon. Die Übergänge zwischen Auflösung/Trennung und möglichst viel beibehalten/integrieren sind dabei fließend und sehr multidimensional.

Norbert Heyer | Mi, 29. Juni 2022 - 12:21

Der Deutsche kann überhaupt nicht diskriminiert werden, alle Bezeichnungen für diese abnehmende Bevölkerung sind berechtigt: AWM, Oma-Umweltsau, Köterrasse, Kartoffel, Nazi u.a. Wir haben eine Willkommenskultur, das bedeutet, dass Clan-Beerdigungen von der Polizei abgesichert werden, offene Schlägereien in Essen und Schwimmstadion eher als „Partykultur“ verniedlicht werden und Lehrerinnen in Schulen von der eingewanderten Kultur tätlich angegriffen werden. Bei friedlichen Protesten der Impfgegner durfte die Polizei dann aber mal richtig zeigen, was sie drauf haben. Wenn also eine Frau, die uns Deutsche rassistisch erniedrigt, nun Antidiskriminierungs-Beauftragte werden soll, zeigt uns die Regierung überdeutlich, wie sich die Prioritäten in diesem Land zu den Neubürgern hin verschoben haben. Alles, was irgendwie „deutsch“ ist, soll mittelfristig bedeutungslos werden, wir werden bunt und irgendwann sind wir in einen Vielvölkerstaat aufgegangen, in dem Sozialismus und der Islam herrscht.

"in dem Sozialismus und der Islam herrscht" - das ist so, allerdings ist das dann ein Drittweltland, weil die bösen Deutschen das benötigte Geld nicht mehr erwirtschaften können und die Neubürger sind dazu nicht in der Lage und wollen es auch nicht. Aber wie wir sehen, haben die Clans ja durchaus die Möglichkeit zum anderweitigen "Verdienst".

Tomas Poth | Mi, 29. Juni 2022 - 14:38

Eine diskriminierende Antidiskriminierungsbeauftragte, noch so´n RotGrüner Murks. Ausschließlich zur Befestigung der eigenen Wagenburg gedacht.
Es braucht Steuermittel zur Bekämpfung der RotGrünen Bolschewiki in unserem Land.

Ernst-Günther Konrad | Mi, 29. Juni 2022 - 18:59

Warum hat sie die Twitter-Meldungen gelöscht? Steht sie etwa nicht zu dem, was sie da alles von sich gegeben hat? Wie glaubhaft sind dann ihre Bekundungen einiges so nicht gemeint zu haben oder falsch verstanden oder eben von "Rechten" sinnentstellend zitiert worden zu sein. Was sind diese Worte der Frau wert, wenn sie öffentlich durch Löschung quasi also nicht geschrieben und damit eben auch nicht existent deklariert werden. Aha. Sie spricht mit der FDP und was ist mit den Kritikern aus dem Volk? Redet sie mit denen auch oder sind die es nicht wert? Ach stimmt, alles nur "rechte Kartoffeln". Ändert sich deshalb ihre Gesinnung? Sie wird vorsichtig öffentlich agieren und hinter den Türen die verbündeten NGOS fördern. Und die FDP wird demnächst kundtun, dass sie ihre Probleme mit ihr ausgeräumt haben. Die Ampel muss noch ein bisschen weiter blinken. Das Ganze ist eine Farce.

Wolfgang Borchardt | Mi, 29. Juni 2022 - 19:57

in die politischen Kräfte, die sich zum Ziel gesetzt haben, die Gesellschaft zu spalten und den Staat zu unterminieren. Ihre Auffassung von "Antidiskriminierung" besteht augenscheinlich darin, diejenigen zu diskriminieren, die in ihren Augen bisher zuwenig davon hatten. Auch so ein Symbolposten, den man nicht braucht. Schließlich gibt es GG, dass a l l e Menschen gleichstellt. Ist Frau Ataman legitimiert, juristisch vegen Verfehlungen vorzugehen? Ist der Effekt ähnlich dem der Antisemitismus- Beauftragten, die bei der Documenta beide Augen zugedrückt haben?

Frank Klaus | Do, 30. Juni 2022 - 12:54

Dieser Artikel ist schreiend unterkomplex und vergleicht Äpfel (das natürliche Recht einer einheimischen Bevölkerung, die sich nicht für ihr Dasein und Sosein rechtfertigen muss, auf kulturelle Selbstbehauptung), mit Birnen (der Attacke von Zugewanderten auf die Einheimischen). Generell muss sich das Neue moralisch rechtfertigen, nicht das Alte. Einheimische und Zugewanderte einfach kulturell (denn es geht hier nicht um Menschenrechte, die stehen allen Menschen zu, die in Deutschland leben - außer den Einheimischen, muss man befürchten, denn auch das Recht auf kulturelle Selbstbestimmung und Identität, auch sogar auf den Erhalt der eigenen Ethnie, ist ein Menschenrecht) auf eine Stufe zu stellen, ist so abwegig, das ist so ein billiger Zeitgeistmist, dass es eigentlich keines Kommentars würdig ist. Glaubt der Cicero, dass wir zu viele liberal-konservative Zeitungen in Deutschland hätten, und zu wenige linksgrüne?