Fatina Keilani, der Quattromob und die Tagesschau - Natürlich wird Antirassismus zum Geschäftsmodell

Fatina Keilani schrieb im Tagesspiegel, der Kampf gegen Rassismus werde für manchen zum Geschäftsmodell. Eine Videoreihe der Tagesschau beweist, warum sie damit Recht hatte und warum „Antirassismus-Berater“ die Priester der Moderne sind.

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Unsere „Demokratieabgabe“ bei der Arbeit / Foto: Tagesschau

Autoreninfo

Jakob Arnold hospitierte bei Cicero. Er ist freier Journalist und studiert an der Universität Erfurt Internationale Beziehungen und Wirtschaftswissenschaften. 

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Es gibt diffuse Ängste. So etwa die unter Kindern anzutreffende Lachanophobie. Sie beschreibt die panische Angst vor Gemüse. Oder die – und jetzt müssen die Betroffenen ganz stark sein – Sesquipedalophobie. Wer darunter leidet, gruselt sich vor langen Wörtern. Mich hat eine andere Sorge fest im Griff: Die Gerascophobie. Die Angst vorm Älterwerden.

Aber nicht wie Sie denken. Klar, die Ampulle des ewigen Lebens würde ich lieber jetzt als in 70 Jahren herunterschlucken, aber darum geht es nicht. Nein, die Sorge rührt woanders her: Mit jedem Tag verwandle ich mich mehr und mehr in das größte aller Schreckgespenster: Ich werde ein alter, weißer Mann. Dieses Etikett wünscht man seinem ärgsten Feind nicht. Alles, was man sagt, jedes vorgebrachte Argument wird wertlos: Was hast du mir schon zu sagen, du alter weißer Mann?

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Markus Michaelis | Mi, 3. Februar 2021 - 17:31

Natürlich ist es auch ein Geschäftsmodell - selbstverständlich bei sehr vielen/den meisten auch mit viel Emotion dahinter. Nicht umsonst gibt die Regierung viel Geld für Medienunterstützung, Stiftungen, NGOs, Unis etc. aus, um Jobs und Strukturen in der Richtung zu schaffen.

Die Frage ist, was dran ist. Die Beispiele für Rassismus sind so selektiv und von einer bestimmten Seite betrachtet, dass ich mich Frage, was der Zweck ist. Würde ich dieselbe Argumentationstiefe gegen andere Gesellschaften vorbringen, gäbe es eine Kernexplosion. Es kann also nicht am tieferen Wahrheitsgehalt liegen, sondern muss an irgendeiner höheren Einsicht hängen. Was könnte diese sein?

In jedem Fall zeigt die Geschichte, dass Bewegungen, die Respekt, Einfluss, Geld und Jobs zu verteilen haben sehr viel Schwung entwickeln können - jetzt mal unabhängig vom Inhalt.

Es wäre schön darüber diskutieren zu können, aber da hat glaube ich keiner Lust zu.

Bernd Muhlack | Mi, 3. Februar 2021 - 18:45

In reply to by Markus Michaelis

"I have a dream ..."
Dr. Martin Luther King am 28.08.1963 vor dem White-House.
Diese Menschenmenge ist wahrlich kein Trump´scher Fake!
Eine der berühmtesten Reden alle Zeiten!
https://www.americanrhetoric.com/speeches/mlkihaveadream.htm

Hallo Herr Michaelis!
Ihre Kommentare sind mMn immer sehr interessant, spornen zum Überlegen an.
"Nicht umsonst gibt die Regierung viel Geld für Medienunterstützung, Stiftungen, NGOs, Unis etc. aus, um Jobs, Strukturen in der Richtung zu schaffen."
Volltreffer! Schiff versenkt! Right into the bulls eye!

Wer die Sprache, die Lehre, die Moral etc. für sich alternativlos beansprucht, inzwischen gar beherrscht, hat die uneingeschränkte Macht!
All diese selbst ernannten "Beschützer", Hypermoralisten sind volkswirtschaftlich gesehen nutzlos.
Sie säen nicht, sie ernten nicht u der Staat ernährt sie doch; quasi Hartz-4-de-Luxe!

Noch eine Anmerkung zu Dr. ML King: er verwendete immer das Wort negro" - na und?
Er würde mMn nicht zu diesen BLM-Fanatikern passen

Ein Staat bezahlt immer Menschen, die seine Strukturen erhalten: Richter, Professoren für nationale Geschichte etc. Über den Staat gibt es materielle Sicherheiten, ein Rentensystem und dafür Zustimmung der Bürger. Ein Staat ist per Definition auch ein "Geschäftsmodell", auf das ich mich als Bürger einlasse. Das alleine ist nichts besonderes - man sollte nur darüber reden.

Unser Staat hat die letzten Jahre das Geschäftsmodell schon deutlich geändert, etwas vorbei an den normalen Regelungen, z.B. weil wenig im Parlament diskutiert wurde, sondern etwa durch internationale Vereinbarungen oder durch eben staatlich finanzierte NGOs, Medien, Vereine etc. Dinge einfach vorangetrieben wurden.

Das ist erstmal auch ok, man sollte aber offener darüber reden. Was Sie ansprechen, dieses "Alternativlose", als gäbe es da nichts zu reden, das ist etwas störend.

Ich denke, dass auch Neubürger wissen wollen, auf welche Regeln sie sich hier einlassen und was morgen schon nicht mehr gilt.

Ja, ich würde behaupten, dass die christliche gepredigte Moral seit Gründung der christlichen Staats-Kirche unterwandert wurde (vor allem durch Rom & Konstantin) & sich der rote Faden zu diesem Thema bis in alle Teilbereiche des heutigen Lebens wie ein Virus sich verbreitet hat.
Und da spielt das Thema/ Gewerbe keine Rolle.
Egal ob Flüchtlingspolitik, Pharmaindustrie & Justizia (die alle haben einen moralischen Schwur ablegt) oder sonstige verwertbare Synonyme.
Moral wird dort abgestreift & missbraucht, wo die meiste Macht & Knete ist bzw. erzielt werden kann!!!
Nicht umsonst der Spruch: "Der Teufel scheißt auf den größten Haufen". Und nicht umsonst sind ausgerechnet die Übeltäter in den Stellungen, Vereinen, Verbänden, Bund, Gemeinschaften usw., wo
MENSCHEN, TIERE & die NATUR
eines besonderen Schutzes bedürfen.
Und nicht umsonst werden ALLE Filtermöglichkeiten der Macht benutzt,um sich & seiner benötigten Hilfstruppen
eine weiße Weste mit gottähnlichen Aussehen zu verschaffen.

Yvonne Stange | Mi, 3. Februar 2021 - 17:36

.... nur auf folgenden Artikel verweisen:
https://www.cicero.de/wirtschaft/der-wei%C3%9Fe-wird-verdr%C3%A4ngt/372…
Dann wird sich das Problem ja in absehbarer Zeit erledigt haben und es wird keinen Rassismus mehr geben wenn es kaum/keine Weißen mehr gibt, oder?? ;-)
Mal nachlesen was Araber zu POC sagen.... nur mal so als Tipp. Und wer waren denn die ersten Sklavenhändler....?
Und ein Gegenbeispiel:
https://www.bundespolizei.de/Web/DE/04Aktuelles/04Fahndungen/2021/oefa_…
Quintessenz: Ich frage mich echt, was für Blüten der Wahnsinn noch treibt.

Hallo Frau Stange,

gerade bzgl. Ihrer Quintessenz, muss ich Ihnen - leider - zustimmen.

Vor gut 10 Jahren fielen mir zum 1.Mal Veröffentlichungen von Prognosen i. S. Mehrheitsverschiebungen der US-Bevölk. hin zu den Einwanderungsgruppen (besonders denen aus dem mexikanischen Raum + Südamerika).

Heute hat dieser Wandel fast schon stattgefunden.

Wir wissen also auf was sich die EU, primär wir in D, einzustellen haben.
Da ist kein Licht am Ende des Tunnels.

Tomas Poth | Mi, 3. Februar 2021 - 17:44

Was als Antirassismus daherkommt ist doch nichts weiter als Rassismus gegen z.B. "Alte Weiße Männer" oder generell gegen Weiße.
Wer BLM sagt müsste eigentlich ALM (All Live Matter) sagen. Mit BLM wird nur die schwarze Hautfarbe als alleinige in den Vordergrund gestellt, alle anderen Farben zählen nicht.
Das jammern über die eigene Lebenssituation, über sich selbst, ist nichts weiter als das Beklagen der Fähigkeiten anderer.
Stimmt es ist ein Geschäftsmodel, nichts weiter.

Walter Bühler | Mi, 3. Februar 2021 - 17:54

... wie man die weiße Kuh melken kann, besonders hier im Land Berlin. Da lässt sich schön Geld verdienen, und daher ist der mediale Aufschrei auch so schrill.

PS: Was wird denn aus dem Antirassismus, wenn der Begriff "Rasse" aus allen Büchern getilgt ist?

Manfred Sonntag | Mi, 3. Februar 2021 - 18:19

Herr Arnold, vielen Dank für den sehr aufschlussreichen Artikel. Ich bin selbst ein "alter weißer Mann" und kann Ihnen versichern, mit etwas Glück brauchen Sie keine Angst vorm Älterwerden haben. Das was Sie hier schildern ist die perverse Identitätspolitik welche von einer woken Ideologiesekte in Szene gesetzt wird. Die Lektionen sind eine Schande für die Zivilisation der gesamten Menschheit. Wir sollen keine Komplimente verteilen, wir sollen uns schämen das unsere Vorfahren weiß waren, wir dürfen Eigenschaften anderer Menschen nicht benennen? Wie abgefahren ist das denn? Ich denke es geht wieder um Macht! Um Menschen mit allen Mitteln gefügig zu machen wird in der Folge dann jeder Fehltritt zu den beliebig aneinandergereihten Dogmen sanktioniert. Geprobt wird dies jetzt schon bei der Coronakrise beim Umgang mit Querdenkern. Aus den genannten Gründen bin ich den Parlamentariern in Sachsen -Anhalt zutiefst dankbar, dass sie den Rundfunkstaatsvertrag gestoppt haben.

Wolfgang Borchardt | Mi, 3. Februar 2021 - 19:06

... Herr Arnold. "Selber denken macht klug" sagte Martin Luther vor langer Zeit. Offensichtlich ist Dummheit noch genauso verbreitet. "Man sagt, dass die Menschen im Ganzen sich bessern, das glaub ich, denn beim Einzelnen sieht man rein garnichts davon" (Goethe). Traurig, dass eine Minorität mit ausgeprägtem Fanatismus sich anmaßt, über den Wert oder Unwert anderer Menschen zu urteilen und - das vor allem - Gehör findet. Demnächst ist wohl der "systemtreue" Sigmund Jähn bzw. die Sternwarte, die seinen Namen trägt an der Reihe. Ich bin in der frühen DDR aufgewachsen, da waren die Namensänderungen schon durch. Niemals habe ich angenommen, das gleiche noch einmal zu erleben. Der Unterschied: Damals Diktatur, heute? Wo kommt sie her, die "Cancel Culture"?

Johan Odeson | Mi, 3. Februar 2021 - 20:37

In Anlehnung an ein Zitat zum Halbbruder des Rassismus, dem Faschismus - mit viel Wahrheitsgehalt, wenn man diese Debatte verfolgt. "Wenn der Rassismus wieder kommt, wird er nicht sagen, ich bin der Rassismus. Er wird sagen, ich bin der Antirassismus."
Ich wunder mich immer wieder, woran es liegt, dass diese Abgedrehten so viel Resonanz auf ihre kruden und im Grunde selbst rassistischen Meinungen finden. Vermutlich daran, dass die Reichweite dieser Schreihälse, die es aber schon immer gab, durch Twitter und Co. und durch den bereits infizierten ÖRR zugenommen hat. Viele hören auch nur gerne ihr eigenes Echo...lässt sie selber wichtig erscheinen.

Reinhard Getzinger | Do, 4. Februar 2021 - 09:41

In reply to by Johan Odeson

Das sehe ich genau so!
Ich empfinde es nicht als Rassismus, wenn sich Kinder beim Sternsingen das Gesicht schwarz schminken und damit spielerisch in die Haut eines afrikanischen Kindes schlüpfen. Im Gegenteil !
Ich empfinde es als Rassismus, wenn nur noch "weiße" Könige an die Krippe dürfen, weil es (jedenfalls in den Landgemeinden) eben keine schwarzen Kinder gibt, die zum Sternsingen gehen.
Die politisch korrekten Kirchenfunktionäre handeln nicht nur rassistisch, sondern veleugnen damit die verbindende Aussage des Krippenspels und auch des Christentums, daß mit den Königen der 3 antiken Erdkreise stellvertretend die Menschen der ganzen Welt mitgemeint und eingeladen sind.

... gibt es nur weiße Kinder, noch. Das wird sich nach dem neuen EU-Migrationspakt rasant ändern in der nächsten Zeit. Ob die dann allerdings christliche Riten durchführen wage ich zu bezweifeln. Und wo ihre Eltern arbeiten sollen ist mir auch ein Rätsel, aber wir retten die Welt..... irgendwann platzt die Blase, dann gibt es Bürgerkrieg.

Fritz Elvers | Mi, 3. Februar 2021 - 22:22

fast nur Eskimos, äh Inuit natürlich. "Alte Weiße Männer" würden dort nur Häme und Gelächter erzeugen.

Hier wäre doch mal ein Antirassismus-Workshop dringend angebracht.

Reinhard Getzinger | Do, 4. Februar 2021 - 08:40

Es scheint, daß sich nicht nur Antirassismus-Berater, sondern viele Journalisten als Klerus verstehen, an dessen selbstgewählten Moralkodex sich alle Menschen zu halten hätten.
Bei Zuwiderhandeln droht die Exkommunikation, Ketzern der mediale Scheiterhaufen.

Universitäten, Publizistik, Politikwissenschaften sind folgerichtig die Priesterseminare der Postmoderne.
Der früher der BILD vorbehaltene
Ausrufszeichen-Journalismus hat längst wie ein Virus alle Medien infiziert.
Journalisten fordern wie von der Kanzel herab,was zu geschehen hätte, "Es muß... !!"
In meinen Ohren klingt das immer wie
"Deus lo vult!", und mir läuft´s kalt über den Rücken...

Ernst-Günther Konrad | Do, 4. Februar 2021 - 15:43

" Ich bin ein junger, weißer Mann. Das geht vielleicht gerade so noch durch." Aber nur Herr Arnold, wenn sie allen und jedem täglich, stündlich, ja immer fort sagen, dass sie Ihren Urgroßvater, Ihren Großvater und sicherheitshalber auch ihren Vater verachten, weil die in einer anderen Zeit lebten und all das taten und sagten, was heute alles als rassistisch eingestuft wird. Ein guter Artikel aus meiner Sicht, auch wenn Ihnen ein Twitter Shitstorm droht, ob ihres journalistischen Unvermögens, dieses Thema doch so "weiß" beleuchtet zu haben.
Und ja, Afrikaner, Südamerika und die Südseeinsulaner haben die Musik im Blut und können sich dazu einfach rhytmisch anmutiger, schöner und besser bewegen. Ich gebe zu, ich bin ein Rassist aufgrund dieser Aussage. Was ist Rassismus? Wenn ich zu einem dunkelhäutigen Menschen "Neger" sage, der darüber lacht, weil hier geboren und Jim Knopf und die wilde 13 kennt und bei Sarotti arbeitet, so wird selbst dieser zum Rassist, weil es "Weiße" so wollen.

Sabine Nagel | Do, 4. Februar 2021 - 16:37

...wenn man dann hin und wieder mal was lesen kann, das die eigene Meinung widerspiegelt.
Auch ich bin beim abendlichen Rumzappen auf dieser "Perle des Erziehungsfernsehens" hängengeblieben und habe als alte weiße Frau erst mal eine Zeitlang gebraucht, um zu erkennen, dass es keine Satire darstellen sollte.
Vielen Dank für diesen Artikel, Herr Arnold - wie immer, ein kleines Lese-Highlight. Hat Ihnen der Cicero eigentlich schon ein Übernahmeangebot gemacht? ;)