Hendrik Streeck / Foto Peter Rigaud

Interview mit Hendrik Streeck - „Man muss sich die Frage stellen, ob jeder für eine Evaluation geeignet war"

Als Mitglied des Sachverständigenrats war Hendrik Streeck an der Evaluation der Corona-Maßnahmen beteiligt. Hier spricht er über Kritik und wissenschaftliche Ungenauigkeiten sowie über den kommenden Herbst und Winter.

Ralf Hanselle / Antje Berghäuser

Autoreninfo

Ralf Hanselle ist stellvertretender Chefredakteur von Cicero.

So erreichen Sie Ralf Hanselle:

Hendrik Streeck zählt neben Christian Drosten zu den prominentesten Gesichtern der Covid-19-Pandemie. Der Bonner Virologe ist seit 2019 Drostens Nachfolger am Bonner Institut für Virologie. Streeck ist Mitglied des Corona-Expertenrats der Bundesregierung. Zudem war der 44-Jährige Mitglied im Sachverständigenrat zur Evaluierung der Corona-Maßnahmen.

Herr Streeck, am 1. Juli haben Sie den Abschlussbericht zur Evaluation der Corona-Maßnahmen vorgelegt. Nur ein paar Stunden später grübelten die Gesundheitsminister der Länder bereits unabhängig davon über den Corona-Fahrplan für den Herbst. Fragen Sie sich da als Wissenschaftler nicht manchmal, ob die Politik Ihre Fachexpertise wirklich haben und nutzen möchte?

Cicero Plus weiterlesen

  • i
    Alle Artikel und das E-Paper lesen
    • 4 Wochen gratis
    • danach 9,80 €
    • E-Paper, App
    • alle Plus-Inhalte
    • mtl. kündbar
Christa Wallau | So, 24. Juli 2022 - 09:25

Ich behaupte: Ohne die Deutschen wäre der Welt Vieles nicht geschenkt, aber auch Manches erspart geblieben.
Welch geniale Komponisten, Dichter, Erfinder und Wissenschaftler hat der deutsche Sprachraum hervorgebracht! Andererseits: Was wäre ohne die Fanatiker, die aus unserem kleinen Teil der Erde kamen u. weiterhin kommen, der Welt an Unheil erpart geblieben? Ich denke da u.a. an Luther, Marx und Engels, an die radikalen Nationalisten und heute an die Klima- und Pandemie-Hysteriker, die sich in Deutschland besonders wild austoben.
Fanatismus und Hysterie scheinen ein typisch deutscher Wesenszug zu sein. Früher gehörte auch Perfektionismus dazu, aber der hat sich
längst verdünnisiert. Heute bilden ideologischer Fanatismus u. Stümperei ein Paar.
Wohin das führt, wird allmählich immer deutlicher.
Wir Deutschen werden damit leben müssen; denn nach einer ruhigen u. gründlichen Standpunkt-Besinnung sieht es nirgendwo aus - weder im Hinblick auf d. Krieg noch auf die Pandemie u. Energie.

M. Bernstein | So, 24. Juli 2022 - 09:27

Aus meiner Sicht hat die Kommission gut gearbeitet. Was die Kommission nicht untersucht hat ist aber z.B. wie eine Fixierung auf das Impfen z.B. die Entwicklung von Medikamenten und vor allem auch die Verwendung von Medikamenten off label verhindert hat.
Das soviele juristen vertreten waren halte ich für richtig, schliesslich wurden alle Maßnahmen juristisch eher in einer Grauzone durchgeführt und Entscheidungen, die die berufliche Existenz von Menschen bedrohen müssen besonders gerechtfertigt sein.
Sinnlos ist der Bericht nicht, er ist aber auch nicht wirklich zielführend, weil es eben keine Daten gibt und man dem Mythos der allmächtigen Impfung angehangen hat und offensichtlich auch weiter anhängt, auch wenn die Realität eine andere Sprache spricht.

Albert Schultheis | So, 24. Juli 2022 - 09:48

Ideologie trumpft gegenüber Wissenschaft und da wo Wissenschaft querdenkt wird sie iseologisiert. Das betrifft nicht nur die Medizin und die Virologie während Corona, das betrifft genauso die Physik und die Meteorologie in Zeiten des Klimawandels, die Geschichtsschreibung in Zeiten des Ukrainekrieges, die Soziologie und Demoskopie in Zeiten der muslimischen Massenimmigration, sowie die Biologie in Zeiten der Gender* und Trans*Verschwörungen. Aber wo Wissenschaft und die alltäglichen Vernunft verfälscht, wo Lügen zur Wahrheit umetikettiert werden, dort werden zwangsweise und lawinenartig sich immer weiter selbst verstärkende Fehlentscheidungen getroffen - die im Endeffekt im Desaster enden müssen. Das ist es, was wir momentan mit der Grünen Khmer erleben! Denn ein sozialdemokratisches (im gediegenen alten Sinn des Wortes), ein liberales (dito) Korrektiv des ideologischen Wahnsinns existiert ganz einfach nicht mehr. Das bedeutet Untergang mit Plan und Ansage.

Soeben wollte ich meinen Kommentar zum besten geben. Er erübrigt sich. "Triumph der Ideologie. Die grüne Khmer... Der Begriff des Jahres". Sechs
Wörter genügen, um unser hausgemachtes Elend zu beschreiben.

Dem heutigen Umfrageranking Glauben schenkend, wurden bereits drei-
undzwanzig Prozent der Deutschen in den schwarzen Löchern der grünen
Khmer aufgespießt.

Dem kann ich mich nur anschließen. Der Glaube das aufhalten zu können, geht Tag für Tag mehr verloren. Denn die meisten U40er sind entweder total fanatisch und voller Hass gg. Andersdenkede (zu dieser Gruppe gehört die Mehrzahl der Politiker und Journalisten) oder der größere Teil nimmt am politischen Leben überhaupt nicht Teil und lebt unbelastet zwischen shoppen, erben und Urlaub.
Die meisten, der wenigen Demonstranten gg. die derzeitigen Zustände sind Ü50 wie ich. Das lässt mich annehmen, dass die gegenwärtigen Zustände in der Mehrheit der U40 akzeptiert bzw. gewollt sind und wir "Alten" wohl oder übel damit abfinden müssen, dass die Art und Weise unserer Restlebenszeit im Stil der U40 erfolgen muss. Für mich ein Horror. Aber letztlich sind die Eltern der U40 wohl ein gutes Stück weit dafür mitverantwortlich, dass Diese jetzt so sind wie sie sind und die Kinderlose indirekt auch. Und die Suppe die man sich einbrockt muss man halt leider selbst auslöffeln.

Der Begriff "Grüne Khmer" trifft auf die deutschen Umwelthysteriker genau so zu, wie ein Deckel auf seinen Pott paßt. "Khmer" steht hier nicht für die Ethnie, sondern für die Ideologie.
Und wir wissen ja alle, was die "Roten Khmer" an Menschenverachtung aufgeboten haben (ca. ein Viertel des Volkes wurde von ihnen aus ideologischen Gründen umgebracht bzw. verhungerte wegen der von den Khmer betriebenen kollektivistischen Landwirtschaft), bis ihnen nach vier Jahren (1979) der Garaus gemacht wurde.
Ich fürchte, die Herrschaft der "Grünen Khmer" in Deutschland wird länger dauern als die der Roten in Kambodscha...

Karl-Heinz Weiß | So, 24. Juli 2022 - 10:23

Nach der Lektüre ist mir klar, warum der Interviewte für die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes ausscheidet. Das RKI nimmt "wohl" 2023 das zentrale Problem der Dunkelziffer in den Fokus: sehr beruhigend. Vorher müssen wohl noch die Faxgeräte in den Gesundheitsämtern ausgestöpselt werden.

Gabriele Bondzio | So, 24. Juli 2022 - 10:26

ja auch darum, für die Zukunft zu lernen."

Werter Herr Streck, pragmatische Wege finden, sieht frau gerade in der nächsten Panikmache.

Die Affen sind los...äh die Affenpocken.
" WHO erklärt Affenpocken-Ausbruch zu einer internationalen Notlage" (welt.de) .

Bei 17.000 Angesteckten, die vor allem im männlich homosexuellen Bereich angesiedelt, weil enger und schweißtreibender Körperkontakt zur Ansteckung notwendig ist.
Wurde eine „Notlage von internationaler Tragweite“ ausgerufen.
Bei fast 8 Milliarden Menschen, die Mutter Erde besiedeln, schlägt das natürlich ordentlich ins Kontor.

Und die armen Affen, Namensgeber, können, können sich nicht einmal gegen die rassistische Benachteiligung wehren.
Denn meistens werden ihnen in Laborversuchen Krankheiten aufgedrängt.

ines Schulte | So, 24. Juli 2022 - 10:35

... weder öffentlich noch nichtöffentlich geäußert haben".

Wundert das? Sind uns nicht allen Fälle bekannt, wo eine Erkenntnis, oder auch nur ein Standpunkt öffentlich zerpflückt, verächtlich gemacht und schnell verworfen wurde. Wer will sich das schon antun? Vor Allem wurde gleich am Anfang der Pandemie die vermeintliche "Spreu vom Weizen" getrennt. Von dieser anfänglichen ausgrenzenden Zuordnung konnte sich bisher kaum jemand befreien. Noch immer ist nicht über den Erfolg von Lockdowns Klarheit gewonnen, ebensowenig wie über Impfungen und deren Nebenwirkungen.

Ich kann Ihrem Kommentar absolut zustimmen. Herr Prof Streeck war zwar während der Pandemie eher einer der zurückhaltenden in der Panikmache, aber im Grunde hat er das meiste eben mitgetragen. Warum wohl? Seinen Kollegen Wodarg, Bhakdi und vielen anderen wurde ja sofort bei der ersten Kritik die Kompetenz abgesprochen, sie zu Staatsfeinden erklärt und bis heute massiv diffamiert und weiterhin ihre jahrzehntelange Erfahrung abgesprochen. Fachleute, die selbst in den Laboren gearbeitet , etliche Studien selbst gemacht haben, in der Pharmazie tätig waren usw. Also alles Leute, die wissen wovon sie reden. Sie Herr Streeck haben sich nicht vor diese Kollegen gestellt, sondern ihr persönliches Scharmützel mit diesem Drosten ausgetragen. ,Und auch in diesem Interview sagen sich Sachen, die tatsächlich gar nicht so umgesetzt werden. KL interessiert dieser Bericht nicht, der ist lieber schon wieder im Panikmodus, allerdings bekommt er endlich mal Feuer von anderen. Sie sind ein Opportunist.

Wenn Streeck sich noch mit Beleidigungen von Drosten und Bhagdi, der die Impfpolitik Israels schlimmer als Nazi bezeichnet, beschäftigen solle, wäre auch der letzte Wissenschaftler, der sich noch um das Wesentliche kümmert, verloren. Übrigens, Streeck hat sich nicht zu Drostens Scharmützel zu ihm selbst geäußert. Es geht hier nicht um, wer hat mehr Recht. Streeck behandelt Corona als das was es ist und nicht als rechthaberische Plattform. Opportunismus in der Wissenschaft ist ein dogmatischer Kampfbegriff.

Dorothee Sehrt-Irrek | So, 24. Juli 2022 - 12:26

aber auch daherrühren, dass daß das Virus ein rekombiniertes sein könnte, mithin die Problematik von mindestens zwei "Arten" und auch das evtl. Dazwischenliegende indirekt umfasst?
Z.B., bzw. wäre denkbar, dass Adenoviren und Coronaviren kombiniert wurden, was Grippeviren evtl. umfasste/"übersprang"?
In so einem hypothetischen Fall erkranken je ganz unterschiedliche Menschen, immer aber in einem für den ganzen Körper bedrohlichen Maße?
Der Massnahmenkatalog, den Herr Streeck vorschlägt mag also insgesamt angezeigt sein und gerade in der Kombination wirksam sein, mit aber auch recht breiten Kollateralschäden.
Könnte es also helfen, die 3 Mittel Ibuprofen, Paracetamol und ASS zu kombinieren, um zum besten Schutz zu kommen, auch bei durchaus möglichen Nebenwirkungen?
Warum läuft sich so eine Welle nicht schneller "tot"?
Weil sich Menschen unterschiedlich infizieren, aber alles weitergeben?
Warum kann so ein kombiniertes Virus lange existieren?
Man unterschätze nicht den Drang zu leben...?

Maria Fischer | So, 24. Juli 2022 - 13:28

„Wenn wir diese Leute gefragt haben, warum sie so lange mitgemacht haben, sagten sie: Weil sie hätten Schlimmeres verhüten wollen, und wenn wir sie fragten, warum alles so schlimm gekommen ist, dann sagten sie: Sie hätten keine Macht gehabt. Hier hebt sich alles auf und die Apologie wird zur Ausrede. Funktionäre ohne Skrupel.“
Aus Hannah Arendt im Gespräch mit Joachim Fest
„Nur für geimpfte!“
Es gibt kein Verzeihen, keine Entschuldigung, keine wissenschaftliche Grundlage dafür, dass in Deutschland nur geimpfte Personen Geschäfte betreten durften.
Es gibt keine Basis für eine Zusammenarbeit mit denjenigen, die das veranlasst haben.

Albert Schultheis | So, 24. Juli 2022 - 16:35

In reply to by Maria Fischer

Ich gebe Ihnen mal ein Beispiel für die weit verbreitete, typisch deutsche Art der Borniertheit: Vor kurzem saß ich in einer Runde mit älteren, kulturell nicht gerade deprivierten Damen zusammen und kam mehr beiläufig auf den "neuen Phenomenbereich verfassungsschutzrelevante Delegitimierung des Staates" zu sprechen. Sofort stellten besagte Damen die Ohren und konterten, "das ist ja wohl wieder mal so eine AfD-Kampagne, das muss man nicht glauben!" Also gurgelte ich den Begriff und prompt kam die offizielle Seite des Verfassungsschutzes hoch mit obigem Titel, Schwarzrotgold und Bundesadler. Ich zeigte ihnen die Seite und promp wiederum die Defensivkannonade: "Das ist eine gefälschten Seite!" - Ich: "Bitteschön, das könnt ihr selber gurgeln, das ist hoch offiziell!" Und las daraus vor, dass man damit verfassungsschutzmäßig gegen sog. Rechte Hetze vorgehen wollte. Flugs pflichteten die wendigen Damen bei, das sei ja wiederum verständlich, gegen Rechts, das sei ja zu einem guten Zweck! Aua

Ingo Frank | So, 24. Juli 2022 - 14:14

Cari, Caro, Corona ist wieder da.
Und das Kasperltheater geht ins dritte Jahr.
Nun stimmen wir uns auf Total- Lockdown ein und das dann bei 18 Grad Raumtemperatur am Tag und 10 Grad des Nachts. Und der ÖRR mit erbaulichen „Erklärsendungen“ und der x- ten Wiederholung von Herz & Schmerz Filmen zu Volksverdummung.
Im Wesen nichts Neues.
Ich möchte gern die Cicero Genuss- Kolumne täglich lesen. Wenigstens etwas, was den Sonntag noch unterhaltsam macht.
Mit freundlichen Grüßen aus der Erfurter Republik

habe mir gerade einen Sixpäck Corona-Bier aus Mexico kaltgestellt! Hilft gegen Viren, es weckt die satyrischen Lebensgeister und stärkt das Immunsystem!
Mit freundlichen Grüßen aus dem südlichen Atlantik an die Erfurter Republik

Brigitte Simon | So, 24. Juli 2022 - 16:11

Wie sieht es künftig mit Zufallsstichproben zum Infektionsgeschehen aus, mit denen man mehr Licht in die Frage der Dunkelziffer bringen könn-
te fragt Herr Hanselle.

Wir erhalten einen großen Zuzug ukrainischer Flüchtlinge. Die Gesundheitsämter beklagen die Ablehnung der Impfung. 23 Prozent der ukraini-schen Bevölkerung ließen sich in ihrem Heimatland impfen.
Lakonische Begründung: In der Ukraine ist das Impfen unpopulär.

Sabine Lehmann | So, 24. Juli 2022 - 19:47

Unter dem Hashtag "germans" rollt derzeit eine Welle der Häme durch die globalen Netzwerke. Deutschland ist zu einer internationalen Lachnummer geworden. Kein Land fährt mit Corona so eine hysterische Agenda wie wir. Als Geisterfahrer irren wir seit fast 3 Jahren über die Corona-Autobahn, während andere Länder Corona längst behandeln wie jede andere denkbare Krankheit. Normal eben.
Aber normal ist in diesem Land eh nichts mehr. Es wird so kommen, wie ich es vor zwei Jahren schon prophezeit habe: wir werden mit DEM Personal und DEN Medien für immer Grundrechtseinschränkungen auferlegt bekommen. Wegen einer Erkältungskrankheit!
Und finanziell sind wir ohnehin schon lange am Ende. Spätestens ab Januar 2024 wird es in diesem Land ein ganz böses Erwachen geben. Oder um es mit den Worten von Annalena zu sagen:
Dann werden wir über Volksaufstände sprechen. Dann wird auch der Letzte merken, was Osterpaket, LAG, Corona-Maßnahmen und Energiepolitik Deutschland kosten werden und bedeuten!

Gerhard Lenz | Mo, 25. Juli 2022 - 11:06

Da überschlagen sie sich wieder alle, unsere Querdenker und Sympathisanten aus dem rechtsextremen Lager. Und wirklich was zum Thema zu sagen hat keiner - Fundamentalkritik ist angesagt. Mit "Corona" wollte man (mal wieder) die Regierung jagen, ihr Panikmache, Hysterie usw vorwerfen, welche in angeblich schwere wirtschaftliche Schäden mündeten.

Ich möchte gar nicht wissen, wie viele der angeblich so Erbosten sich haben impfen lassen, oder vorübergehend hinter verschlossenen Türen verrammelt haben!

Herr Steeck hat durchaus auch Umstrittenes geliefert, und manchmal war heute das, was er gestern in schönster Eintracht mit einem Kritiker gesagt hat, ja gar nicht so gemeint.

Natürlich kann man über die Maßnahmen streiten - nicht aber darüber, dass Covid eine potentiell gefährliche Erkrankung ist - Aussagen, es handele sich nur um eine Art Grippe, ist Covidioten-Quark.
Je nachdem wird man eben auch Maßnahmen anders einschätzen. Und evaluieren kann man nur bei ausreichenden Daten.