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Impfangebot, jetzt definitert: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn / dpa

Was genau heißt „Impfangebot“? - Am 21. September ist Stichtag, aber nur für die erste Impfung

Was genau heißt eigentlich „Impfangebot“? Auf diese Anfrage des FDP-Bundestagsabgeordneten Konstantin Kuhle gibt das Bundesgesundheitsministerium (BMG) nun endlich offiziell und schriftlich Auskunft. Demnach soll der versprochene Sommertermin aber nur für die Erstimpfung gelten.

Autoreninfo

Bastian Brauns leitete das Wirtschaftsressort „Kapital“ bei Cicero von 2017 bis 2021. Zuvor war er Wirtschaftsredakteur bei Zeit Online und bei der Stiftung Warentest. Seine journalistische Ausbildung absolvierte er an der Henri-Nannen-Schule.

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Lange hatte sich das Bundesgesundheitsministerium (BMG) um eine konkrete schriftliche Antwort herumgedrückt. „Was, bitteschön, ist ein Impfangebot?“, fragte Cicero bereits Ende Januar beim BMG an. Die dünne Antwort damals: „Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Äußerungen des Ministers nicht kommentieren.“ Dabei ging es darum, zu definieren, ob bis Ende des Sommers wirklich alle, die es wollen, geimpft sein sollen. Oder ob sie eben nur ein Angebot bekommen, um sich irgendwann impfen lassen zu können.

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Wollte es ganz genau wissen: Konstantin Kuhle (FDP) / dpa

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Konstantin Kuhle hat nun eine eigene Anfrage an das BMG gestellt. Die Antwort des Ministeriums liegt Cicero exklusiv vor.

Der Politiker wollte wissen:

„Ist die Aussage der Bundeskanzlerin und des Bundesgesundheitsministers, man könne bis zum 21. September 2021 jedem „ein Impfangebot“ machen, so zu verstehen, dass alle, die es möchten, bis zum 21. September 2021 geimpft sein werden oder ist damit gemeint, dass alle, die es möchten, bis zum 21. September 2021 einen Termin zur Impfung bekommen werden?“

Geantwortet hat nun die parlamentarische Staatssekretärin der CDU im BMG, Sabine Weiss:

„Es ist nach dem genannten Beschluss vom 19. Januar 2021 gemeinsames Ziel von Bund und Ländern, bis spätestens zum Ende des Sommers allen Bürgerinnen und Bürgern, die an einer Impfung gegen COVID-19 interessiert sind, eine solche Impfung anzubieten.“

Entscheidend ist hier der Begriff „Ziel“. Ein solches zu haben, ist ehrenwert, aber eben keine klare Zusage. Und so folgt im nächsten Satz auch umgehend die Einschränkung:

„Ausdrücklich weist der Beschluss unmittelbar im Anschluss an diese Aussage darauf hin, dass dieses Ziel nur zu erreichen ist, wenn Impfstoffzulassungen wie geplant erteilt werden und zugesagte Liefermengen termingerecht erfolgen.“

Gewissermaßen wird an dieser Stelle die Verantwortung auf die Zulassungsbehörden einerseits und auf die Impfstoffhersteller anderseits gelenkt. Dass politische Entscheidungen erheblichen Einfluss auf Zulassungen und auch auf Liefermengen haben, ist allerdings bekannt.

Politisch entscheidend ist aber dann der letzte Satz der Antwort:

„Das Angebot umfasst den Zugang zu einer Impfung und damit den Beginn der Immunisierung durch die Erstimpfung; die Zweitimpfung soll im von der Zulassungsbehörde für den jeweiligen Impfstoff empfohlenen Intervall erfolgen.“

So umständlich es auch klingen mag: Klar ist hiernach, dass bis zum Ende des Sommers wirklich jeder, der möchte geimpft worden sein soll. Allerdings, und hier eine weitere Einschränkung: Das gilt nur für die Erst-Impfung. Der Abschluss der kompletten Impfung durch die empfohlene notwendige Zweitimpfung könnte angesichts von vielen Millionen Menschen in Deutschland schon rein logistisch also erst bis weit nach dem Ende des Sommers stattfinden.

Eine klare Kommunikation des Bundesgesundheitsministers und der Bundeskanzlerin könnte also lauten: Wir wollen es schaffen, alle Impfwilligen, bis zum Ende des Sommers zum ersten Mal durchgeimpft haben. Ob wir zumindest das schaffen, hängt aber an der bis dahin vorhandenen Menge an Impfdosen ab.

Der FDP-Abgeordnete Konstantin Kuhle sagte gegenüber Cicero: „Angesichts dieser massiven Startschwierigkeiten ist die Aussage, bis Ende September alle Interessenten zumindest mit der Erstimpfung versorgen zu wollen, ein ambitioniertes Ziel. Besonders in der heißen Phase des Bundestagswahlkampfs im September werden die Menschen sehr genau darauf achten, ob dieses Ziel auch tatsächlich erreicht wird.“ Denn mit einer Impfung gegen das Corona-Virus würden viele Menschen Hoffnung auf Normalität verbinden. Die aktuelle Unterversorgung der Impfzentren mit Impfstoffen mache diese Hoffnung jedoch besonders bei Risikopatienten zunichte.

Die Bundestagswahl soll am 26. September 2021 stattfinden.

Ernst-Günther Konrad | Mi, 17. Februar 2021 - 14:39

Netter und kluger Versuch von Cicero und Herr Kuhle. Wir werden aber niemals eine klar und aussagekräftige Antwort auf diese Frage bekommen und schon gar nicht bis zu den evtl. stattfindenden Wahlen. Sie wissen es nicht, sie wollen es auch nicht wissen. Stattdessen wöchentliche Panikmache, Hoffnungsverbreitung, Resignationsvermittlung,um eben die Scheinpandemie am Laufen zu halten. Warum so wenig Impfstoff? Vielleicht, weil die Hersteller nicht in der Haftung ist und damit der Steuerzahler. Vielleicht, weil man Angst vor sich einstellenden schweren Nebenwirkungen hat und die Impfbereitschaft sinken könnte. Noch liest man nur in alternativen Medien darüber, das etliche geimmpfte Menschen, vorher fit, plötzlich sterben.
Bevorzugt alte Menschen in Altenheimen, wehrlos und angsterfüllt. Als Impfgegner freue ich mich für die Verzögerungen, für die Impfgläubigen ist das menschlich nachvollziehbar ein Desaster. Sagt Spahn guten Tag, muss man rausschauen, ob es hell ist. Dem glaube ich nichts.

und wer einerseits nicht glauben will, was in den Mainstreammedien veröffentlicht wird,
andererseits aber gutgläubig alles begierig aufsaugt, was in den ideologiebelasteten, sich selbst als alternativ oder neutral schmückenden Aufklärungsmedien verbreitet wird, trägt selbst die Verantwortung für das schräge Weltbild, das sich zwangsläufig daraus ergeben muss.

Selbstverständlich berichten seriöse Medien über mögliche Nebenwirkungen und Todesfälle, die von den "alternativen" Faktenverbreitern natürlich sofort auf die Impfungen zurückgeführt werden. Schließlich ist man dort, wo Ideologie sofort Fakten korrigiert, im Besitz höheren Wissens, das sogar das der einschlägigen Fachleute übertrifft.

Glücklicherweise sind das ein paar Randgruppen: Würden solche Leute den Wissenschaftsbetrieb dominieren, liefen die Menschen wahrscheinlich noch mit Zeichen der Beulenpest durch die Gegend und würden Penicillin als Teufelszeug abtun....der Glaube und das Immunsystem werden es schon richten.

Mitdenker | Mi, 17. Februar 2021 - 15:19

Das ist guter Journalismus! Endlich wurde klargestellt, was sich genau hinter diesem "Impfangebot" eigentlich verbirgt. Schade, dass man es seitens der Regierung nicht schafft, die Bürger auf ähnlich klare Weise mitzunehmen. Wobei das sicher nicht an mangelndem Können, sondern eher an mangelndem Wollen liegt...

Bernd Muhlack | Mi, 17. Februar 2021 - 19:47

Das hat was, oder?
"Schwester, gehen Sie mit der Nadel weg, was wollen Sie mit dieser Nadel?" Umpff!
Emil Steinberger, der olle Schweizer Kabarettist.

"Stichtag für die Impfung"
Das erinnert an D-day: Beginn der OP Overlord - die Landung der Alliierten in der Normandie.

Ich hatte bis vor einigen Jahren eine Spritzenphobie in Bezug zur Blutabnahme: niemals "am Scharnier!" (s. o. Emil); das ist vorbei.
Zumal diese Impfung intramuskulär erfolgt werde ich sie gestählt ertragen - so ich einen Termin bekommen sollte; ich bin ja Mitglied des Club vulnerable.

Im "Stich-Monat-September" dräuen etliche Geburtstage, auch Tochtern wird älter!
Und wohl die BTW.

Heute erhielt ich die Briefwahlunterlagen für die LTW in BaWü - 21 Angebote!

"Die Partei "Menschliche Welt - für das Wohl und Glücklichsein aller“ wurde 2013 vom Yogamönch DADA Madhuvidyananda (= Michael Moritz) gegründet."
Klingt doch gut, oder? ooommhhh

Erinnert an Dadaismus - Trio!
DADADA
DADADONG - GONGGONG - KRR

KUNST! na klar!

Peter Lutz | Mi, 17. Februar 2021 - 21:27

Ja, die gleiche Frage habe ich auch gestellt nachdem Herr Spahn die Aussage gemacht hat "... jedem ein Impfangebot machen...
Ein Angebot für wann? Ein Angebot für die Erstimpfung, bis wann? Für die Zweitimpfung, bis wann? Sommer 202x? Keine klare Aussage!
Schön das es dem Cicero nicht anders ging wie mir, obwohl, der Cicero hat wenigstens eine Antwort bekommen, wenn auch eine unbefriedigende. Schön das ein Politiker die gleiche Frage gestellt hat und auch eine Antwort bekam die hier veröffentlicht wird und meinen Erwartungen entspricht, wenn man zwischen den Zeilen liest. Das Ding (Impfangebot) wird gründlich in die Hose gehen!
Sollte ich recht behalten, so hoffe ich, werden die jetzigen Parteien, Regierung, Minister, Staatssekretäre usw. am 26.09.2021 Ihre Rechnung für Ihr Versagen erhalten!

Lutz Gerke | Mi, 17. Februar 2021 - 22:25

Wir wußten alle nicht, was Viren wirklich sind. Das Überangebot aus Hysterie, Mutantengeschrei und fieser, dafür umso kospieligerer Reklame, hat uns Nachforschungen anstellen lassen. Weil wir auch keine andere Wahl hatten.

Die Virologie erinnert mich heute mehr an Scharlatanerie, weil sie unscharf abgrenzt, falsche Begriffe verwendet, nicht aufgeklärt.
Ich habe nun auch die letzte Grenze überschritten und glaube, das ist alles Humbug.
Natürlich werde ich mich nicht impfen lassen.

Wer erklärt denn einmal, was Viren sind, wo die sind, woraus die bestehen?
Wir reden immer von dem Virus, was sachlogisch schon falsch ist.
Wir reden von Mutationen, als hätten Viren eine Vitalität und damit die Absicht, sich besser anzupassen, um uns alle umzubringen. Mutationen sind auch nur Imitate.

Die Schleimhaut sitzt in unserer Nase. Da werden bei eine Infektion (Vergiftung) die Viren via chemischem Prozeß hergestellt. Die Schnotten, das sind die Viren, oder wenn man so will: das Virus.

Annette Seliger | Do, 18. Februar 2021 - 09:52

Es ist ein Trauerspiel. Schlägt man morgens die Zeitung auf liest man "Corona", schaut man die Nachrichten im Fernsehen, dann sieht man die immer gleichen Bilder von Menschen unter Schutzmasken, die Menschen Wattestäbchen in die Nase schieben. Das ist die gleiche Propaganda wie die Bilder vom Eisbären auf einer winzig kleinen Eisscholle in der Arktis oder der immer gleiche Abbruch eines Eisgletschers.
Um in diesen Zeiten normal zu bleiben schaue ich mir die Sterbestatistiken an und sehe welche Erkrankungen eine höhere Letalität in Deutschland haben. Wussten Sie liebe Leser, dass in Deutschland z.B. mehr Menschen an einer Blutvergiftung sterben als an Corona?! Machen wir deshalb jedes Jahr einen Lockdown um die Sepsis in den Griff zu bekommen?
Es ist wirklich nur noch absurd was in diesem Land abläuft und ich sehe ehrlich gesagt keine Besserung.
Die Anfrage von Herr Kuhle sehe ich als parteipolitisches Gerangel, damit die FDP wieder über die 5% Hürde kommt.

Ellen Wolff | Do, 18. Februar 2021 - 20:14

Warum bekommt nicht jeder der sich impfen lassen möchte nicht zunächst mal eine erste Dosis, die würde doch schon vor einem schweren Verlauf und damit vor einem möglichen sterben daran schützen. Da wird ein kleiner Teil der Bevölkerung voll durch geimpft, mit dem Ergebnis, dass mit der zweiten Impfung dann bei denen auch leichte Verläufe verhindert werden, und der Rest schaut lange Zeit in die Röhre und wird nicht wenigstens schon mal so schnell wie möglich vor einem schweren Verlauf geschützt. Aber es steht halt so in den Beipackzetteln. Wo bleibt die Kreativität und ein gesunder pragmatismus?