Hambacher Forst - Fake News machen Wäldchen zu „Europas letztem großen Mischwald”

Fake News sorgen dafür, dass zwischen echten und „alternativen” Tatsachen die Wahrheit verloren geht. Beim Hambacher Forst zeigt sich, dass auch von links gern mit dieser Technik gearbeitet wird, wie der „Nordkurier” aufzeigt

Polizisten stehen auf einem Feld vor dem Hambacher Forst
Polizisten vor dem Hambacher Forst: Großer Mischwald oder Wäldchen? / picture alliance

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Die groß angelegte Räumung des Hambacher Forsts läuft seit Tagen, und kein Tag vergeht ohne spektakuläre Bilder, die sich rasch verbreiten. Im Gefolge erleben aber auch Fake News eine bedenkliche Blüte, wie der Nordkurier, die Regionalzeitung aus Neubrandenburg aufzeigt. So ist die Behauptung, dass es sich bei dem Wald um „Europas letzten großen Mischwald” handelt, schlicht nicht wahr, und zwar auf spektakuläre Weise. Der Wald war einst rund 5.500 Hektar groß, davon übrig geblieben sind 550 Hektar. Der Pfälzerwald in Rheinland-Pfalz zum Beispiel ist 175.000 Hektar groß, erklärt den Journalisten ein Professor für Botanik und Waldbau-Grundlagen. Der sagt auch, dass allein in Nordrhein-Westfalen wo der Hambacher Forst steht, noch 900.000 Hektar Wald existieren.

Das hinderte jedoch zahlreiche Politiker, von den Grünen, der Linkspartei und der SPD, aber nicht daran, in den sozialen Netzwerken den Alarmruf zu verbreiten, dass hier ein riesiges Naturparadies den Kettensägen zum Opfer fällt. Auch Sahra Wagenknecht (Die Linke) postete sich so ihre Empörung von der Seele. Dabei hatte sie selbst auf Facebook geschrieben: „Nur wer selbst sauber und seriös arbeitet, kann auch glaubwürdig die Lügen der anderen aufdecken und verurteilen. ”

Michael Gerth | Fr, 21. September 2018 - 12:03

Wer Frau Kipping in ihrem "#Hamibleibt" die Behauptung von "12000 Jahre alten Bäumen" abnimmt, dem ist wahrscheinlich ohnehin die Kritikfähigkeit im Unterholz hängengeblieben. Danke Cicero !

Gottfried Silex | Fr, 21. September 2018 - 13:58

In reply to by Michael Gerth

Leider wird praktisch nicht darüber berichtet, was RWE im Rahmen des Braunkohletagebaus seit Beginn, also seit 40 Jahren an Wiederaufforstungs-massnahmen leistet:
„Die Rekultivierung im Rheinischen Revier ist längst zu unserer Visitenkarte geworden“, erklärte RWE Power-Vorstand Dr. Lars Kulik. Mehr als 22.000 Hektar ehemaligen Tagebaugeländes seien bereits rekultiviert, davon über 8.000 Hektar für neue Wälder, Forsten und Grünzüge. Allein auf der Sophienhöhe wurden über zehn Millionen Bäume gepflanzt. Die Artenvielfalt sei nachweislich hoch. Lars Kulik: „Unter den fast 3.000 Tier- und Pflanzenarten sind 429 Rote-Liste-Arten.“

Einfach mal suchen: "RWE Aufforstung Sophienhöhe"

Mathias Trostdorf | Fr, 21. September 2018 - 15:54

In reply to by Michael Gerth

Sich an dieser Frau abzuarbeiten, ist die Mühe doch nicht wert.

Bernd Wollmann | Fr, 21. September 2018 - 12:19

Die Berichterstattung selbst ehemals seriöser Zeitungen wird immer dreister. Nachdem man sich zuletzt (Hetzjagden in Chemnitz) mit alternativen Wahrheiten bis auf die Knochen blamiert hatte, wird aus dem im Hambacher Forst (aus eigener Schuld ) Abgestürzten plötzlich ein Journalist („er fühlte sich als einer“). Obwohl er kein einziges Semester Journalismus studiert hatte, wird dies weiter behauptet. Mein Mitgefühl gilt natürlich seiner Familie. Bis vor kurzem hielt ich den Begriff Lügenpresse für unangebracht...

Rob Schuberth | Fr, 21. September 2018 - 19:44

In reply to by Bernd Wollmann

Herzlichen Dank für Ihre Info i. S. des tödlich verunglückten Bloggers. Ich schließe mich Ihrem Urteil an.

Peter Müller | Fr, 21. September 2018 - 12:59

Jene, die sich für jenen Wald einsetzten, der dem Tagebau weichen soll, nennt man "Aktivisten". Der Wald ist natürlich riesengroß und uralt.

Dafür sind es auch immer nur ganz kleine und junge Wäldchen, die den Windrädern weichen müssen. Jene, die sich dagegen auflehnen, nennt man wie ? Meistens muss man sich die Mühe nicht machen, solche Leute schaffen es gar nicht bis in die Medien.

Robert Friedrich | Fr, 21. September 2018 - 13:18

Wer diese Truppe zu links Aktivisten hochstilisiert macht aus einem Blogger auch gleich mal einen
Journalisten der unter dem Schutzschirm der Pressefreiheit steht. Noch alle Latten am Zaun?

Tomas Poth | Fr, 21. September 2018 - 13:22

oder auch selektive Beleuchtung einzelner Fakten die aus dem Zusammenhang gerissen werden und Meinungsmache gehören zusammen.
Danke für diesen Beitrag.
In einem anderen Forum hatte ich auf ironische Art versucht darauf hinzuweisen, dass wenn RWE dort Windräder hätte aufstellen wollen dieses Szenario wahrscheinlich gar nicht entstanden wäre.
Der Beitrag wurde dort aber nicht veröffentlicht.

Michaela Diederichs | Fr, 21. September 2018 - 13:52

Vielen Dank für dieses Fundstück. Glauben darf man langsam aber sicher gar nichts mehr. Und dann wundern sich Politik und Medien, dass die Menschen sich abwenden.

dieter schimanek | Fr, 21. September 2018 - 14:25

Hambach und Humbug klingt ähnlich und in diesem Fall hat es durchaus seine Berechtigung.
Ob es hier um Umwelt geht, bezweifle ich. Umweltschutz ist global und nicht regional. Ein paar Bäume werden gefällt und hinterher wieder aufgeforstet. Für ein paar Berufsdemonstranten wird ein riesen Medienrummel veranstaltet und auf die Tränendrüse gedrückt. Für die Bewohner eines Dorfes, das ebenfalls weichen muß und für dessen Bewohner, die dadurch ihre Heimat verlieren interessiert sich keiner. Man muß eben Prioritäten setzen bei der Berichterstattung.

Andreas Klenke | Fr, 21. September 2018 - 14:42

Es ist doch der klassische Ansatz von Populisten (hier von links) die einzige Wahrheit für sich gepachtet zu haben, auch wenn diese noch so herbeigelogen ist.

Heidemarie Heim | Fr, 21. September 2018 - 14:47

So in etwa könnten diese Fake News entstanden sein. Oder der Journalist vom Nordkurier hat sich in dem Riesenwald bei seiner Recherche ganz schlimm verlaufen und konnte von einem Baumhausbewohner gerade noch so gerettet werden. Man sollte sich eigentlich, auch angesichts des tragischen Unfalls der sich im Zuge chaotischer, wieder mal durch Politikversagen verursachter Umstände ereignete, jeden Artikel darüber sparen. Mein herzliches Beileid allen Angehörigen und Freunden!

Ulrich Eichstädt | Fr, 21. September 2018 - 14:57

Journalist ist keine geschützte Berufsbezeichnung, erst recht müsste man dafür nicht Journalismus studieren. Wer regelmäßig in "institutionalisierten Medien" (wie es die DSGVO nennt) veröffentlich nennt, kann sich ebenso Journalist nennen wie jemand, der recherchiert, um vielleicht irgendwann einmal ein Buch zu veröffentlichen. Oder auch nicht. Es entscheidet schließlich das Finanzamt, die "Journalist" in der Steuererklärung zum Absetzen von Kosten anerkennt oder es als Liebhaberei einstuft. Der arme Verstorbene (R.I.P.) hätte auch morgens auf dem Weg zum Hambacher Forst vor den Bus laufen können, aber dann hätte er nicht so schön instrumentalisiert werden können, und es hätte wohl auch niemand in Verbindung gebracht.

Die nächste Stufe nach der durch Filterblasen gestärkten Wirklichkeitsverzerrung sind dann solche Erscheinungen. das hat mit einer inhaltlichen Auseinandersetzung um Braunkohle und Energeiwende Nichts mehr zu tun. Das ist Entmenschlichung der Polizisten, die sich den Einstz ja auch nicht aussuchen.
https://www.waz.de/region/niederrhein/hambacher-forst-polizisten-mit-fa…

https://www.spektrum.de/kolumne/die-energiewende-chaotischer-als-der-br…

Mathias Trostdorf | Fr, 21. September 2018 - 15:52

Ich hab immer den Eindruck, daß die West-Bundesbürger recht entspannt mit Manipulation und Propaganda dieser und anderer Art umgehen, da sie ihr System prinzipiell für unfehlbar halten, zumindest ganz ok finden. Vielleicht auch, weil sie generell satter sind, und sich darin eingerichtet haben. Während bei vielen ehemaligen Ostbürgern die Schmerzgrenze sehr viel schneller erreicht ist, da sie in dem System, aus dem sie kommen, schon mal in ähnlicher Weise ver*****t wurden- und für viele dann doch nicht das nächste I-Phone das größte Glück darstellt, sondern ein politisches System, das endlich mal ihre grundlegenden Interessen vertritt. In nicht vozugsweise die von Banken, anderen Staaten oder anderen Völkern.

Mir erscheint der "West-Bundesbürger" eher wie ein liebenswerter Indianer, medial sozialisiert unter dem ehrenwerten Häuptling Hanns Joachim Friedrichs, nach Landung der "Ost-Spanier" unter Donna Merkel völlig hilflos der Lügengrippe und den Propagandamasern ausgeliefert und zum Untergang verurteilt...

Christa Wallau | Fr, 21. September 2018 - 16:12

Wer "seine" ganz individuelle Wahrheit nicht aggressiv verbreitet, ist selber schuld!
Und: Wer das am geschicktesten und effektivsten tut, setzt sich mit "seiner" Wahrheit durch.
Am meisten Erfolg hat eine moralistische
Argumentation.

Die Einseitigkeit der Berichterstattung ist derart
schlimm geworden, daß man weder dem Rundfunk noch dem Fernsehen einfach Glauben schenken kann. Den Parteipolitikern natürlich erst recht nicht!!!

Man ist als Deutscher, der sich ein objektives Bild machen und eigene Meinung bilden will, inzwischen sehr darauf angewiesen, ausländische Medien zu nutzen und Informationen in unterschiedlichsten Publikationen zu suchen.
Aber wer hat dazu die nötige Zeit oder auch nur das nötige Interesse?

Es gibt noch wenige ausnahmen in Deutschland: Cicero; Junge Freiheit; CATO; Compact. Diese sollte man nutzen und unterstützen, denn wie lange wird es diese noch geben …. !
Gelegentlich hole ich mir mit dem Smart-Phone auch Infos aus "Kronen-Zeitung" (A)!

Gerd Steimer | Fr, 21. September 2018 - 16:45

Ich nicht - Frau Kipping wird sicher in die Analen der Wissenschaft eingehen, sie hat ja dort 12.000 Jahre alte Bäume entdeckt, da kann man nur zu dieser Sensation gratulieren

Michael Bodef | Fr, 21. September 2018 - 17:13

Ob dieses Thema, oder das Thema "Massen" oder..
Die sogenannte "4. Säule der Demokratie" mit ihren nicht immer wirklich qualifizierten Schreibern treibt (je nach Gusto) Horden von schwachen Darstellern einer gescheiterten Bundespolitik vor sich her.
Das "Publikum"/ der noch interessierte Wähler wird durch erratische Einlassungen seitens der um ihr politisches Überleben ringenden "Politiker" und der Mehrzahl der Medien massivst irritiert.
Die sogenannten "ÖR" haben komplett ihre frühere Reputation verloren, und erscheinen nur noch als Propaganda- Sprachrohr einer nicht abtreten wollenden, gescheiterten Kanzlerin.
"Fake news" und dazu gehörende Behauptungen und herabsetzende "Bewertungen" statt sachlicher Diskussion der real existierenden Probleme dominieren zunehmend.
Ein Setup über Neuwahlen ist dringend notwendig, aber unter 2 Konditionen:
1. die Parteien treten mit neuem Führungs-Personal an
2. Abgeordnete mit mehr als zwei Perioden im Bundestag dürfen nicht wieder antreten.

Johan Odeson | Fr, 21. September 2018 - 17:45

Das ist seit langem eine bewährte Technik von links...Halbwahrheiten. Diese werden zu empörungsfähigen Geschichten zusammengesetzt und leider von den weitgehend sympathisierenden Medien nicht mal ernsthaft hinterfragt, sondern so kolpotiert. Hauptsache die politische und moralische Richtung stimmt. Ganze Geschäftsmodelle von NGOs beruhen auf skandalisierungsfähigen Narrativen.

Fritz Gessler | Fr, 21. September 2018 - 19:31

hat irgendwie die letzten 30 jahre verpennt.
wie heiss müssen denn die sommer noch werden? 40° ? 50° ?
es wird bald keine klimaerwärmungsleugner mehr geben: alle an hitzschlag verstorben.
deutschland, ein sommermärchen: die letzten wälder roden, um der atmosphäre noch ein bisserl mehr deinzuheizen - dümmer geht's nimmer. oh. doch: raketen zur 'übung' ins ausgetrocknete moor zu schiessen und damit den grössten moorbrand mutwilig auslösen. deutschland braucht keine feinde mehr: seine regierungen und sonstigen unanständigen sachverständigen sind schon feind genug fürs volk.

Monique Nilsen | Fr, 21. September 2018 - 21:44

Drinnen. Im Wald. Oder wo?
Diskutiert doch mit Peter Wohlleben.
Er kennt den Wald.
Draußen. Vor der Tür. Oder wo?

Stefan Uhlig | Sa, 22. September 2018 - 10:17

Was in der Medien-Berichterstattung zu Hambach völlig untergeht ist, dass es die rot-grüne (!!) Vorgänger-Regierung in NRW war, die das ausdrücklich genehmigte. So viel zur Glaubwürdigkeit der GRÜNEN.

Harald Pflüger | Sa, 22. September 2018 - 11:03

Zu den systematischen Fakes haben die Kommentatoren alles aufgezählt wie (Propaganda in Mainstream-Medien, Unterdrückung nicht genehmer Meinungen, Missbrauch der ÖR als Regierungssprachrohr usw.). Als grundsätzliches Problem kommt hinzu: Das exponentielle Wachstum von Informationen im Internet + Zwang zur schnellen Veröffentlichung ohne Zeit für Qualitätsprüfung verschlechtert journalistische Arbeit dramatisch und zwingt über sog. Redaktionsnetzwerke zur unreflektierten und massenhaften Verbreitung. Motto: Lieber die schnelle Nachricht als erster- egal ob fake oder wahr- als die korrekten Zusammenhänge in der Rückschau. Mein Opa sagte vor 40 Jahren manchmal bei politischen Diskussionen: "Was ich sage stimmt,hab`s doch in der Zeitung gelesen!" Lang, lang ist`s her, Freunde des offenen Wortes!!

Hubert B. Vogel | So, 23. September 2018 - 16:21

Lügen ist das eine, man kommt jedoch rel. schnell dahinter, denn sie werden immer dreister und infamer.
Lückenpresse jedoch ist perfide in ihrer Halbwahrheit, und der tumbe Wähler merkt es erst wenn es zu spät ist

Klaus Mühlheimer | So, 23. September 2018 - 18:55

Die Braunkohle ist böse, da sie die Einhaltung der Klimaziele Deutschlands verhindert. Die Braunkohle wird mit riesigen Baggern abgebaut, denen jetzt auch ein Wald zum Opfer fallen soll. Und Karl der Käfer wurde ja sowieso nicht gefragt. Und der soll jetzt in einem ganz profanen Waldstück wohnen? Das geht ja garnicht.

Roland Muck | So, 23. September 2018 - 20:56

Vom ersten politischen Tag der Grünen bis heute, versuchen sie ihre Ziele, besser Reglementierung der Bevölkerung und Industrie mit Fake News und das leider, auch mit Hilfe Merkels, durch Fake News, zu erreichen.
Die Dämonisierung der Kernergie ist von vorne bis hinten durch dreiste Lügen durchgezogen worden. Mit Fukushima, wo jetzt erst der erste und bisher einzige Strahlentode von über 85.000 Opfern zu
beklagen ist, bekamen sie dann auch nocxh den Ritterschlag von der größten Populistin der Republik.