- Merkels Strategie
Im Film „Being John Malkovich“ tauchen Fans für kurze Zeit in das Leben des Schauspielers ein. So ähnlich können das Wähler nun auch bei Angela Merkel tun
In diesem Bundestagswahlkampf bin ich noch niemandem begegnet, der vorhat, eine Partei zu wählen, die er wählen will. Ich habe mit klassischen CDU-Anhängern gesprochen, die jetzt ihr Kreuz bei der SPD machen, damit sich ihre Partei in der Opposition von den Merkel-Jahren erholt. Zugleich treffe ich auf SPD-Wähler, die, um Schulz zu verhindern, Merkel wählen. Von einigen Linken weiß ich, dass sie FDP wählen, um eine Große Koalition zu verhindern, und ein Bündnis einer großen Partei mit der FDP halten sie eben für wahrscheinlicher. Einen Grünen-Wähler, der die Grünen wählt, habe ich auch noch nicht getroffen. Das liegt wohl daran, dass Merkel in den letzten Jahren so was wie einen politischen Identitätsdiebstahl begangen hat. In Sachen „anti Atomkraft“ und „pro Asylpolitik“ reicht ihr keiner mehr das Wasser. Die Nichtwähler wählen AfD, und die AfD-Wähler wählen nicht mehr, weil sie sich die Alternative anders vorgestellt hatten. Und einen habe ich kennengelernt, der sich aus lauter Raffinesse für die Tierschutzpartei entscheiden will.
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