Arzthelfer mit Beatmungsschlauch
Invasivbeatmung ist bei Covid-Patienten nicht nur meist überflüssig, sondern sogar gefährlich / dpa

Covid-Patienten - Kant, Popper und die invasive Beatmung

Invasive Beatmung hat unnötigerweise zu stark erhöhter Sterblichkeit bei Covid-Patienten geführt. Etwas mehr angewandte Erkenntnistheorie nach Popper hätte auf den Intensivstationen viele Menschenleben retten können. Und Kants Appell an die Aufklärung hätte die Verbreitung falschen Wissens früher gestoppt.

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Dieter Köhler ist Mediziner und Ingenieur. Von 1989 bis 2014 war er Präsident des Verbandes Pneumologischer Kliniken.

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Thomas Voshaar ist Chefarzt der Lungenklinik im Krankenhaus Bethanien in Moers.

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Karl Popper (1902–1994) beschreibt wohl am klarsten die beste Lösungsmethode eines wissenschaftlichen Problems. Es entspricht weitgehend unserer natürlichen Denkweise, wenn wir vorurteilslos eine wichtige Fragestellung angehen. Die berühmte Formel lautet: Problem 1 → Hypothesenerstellung → wissenschaftliche Untersuchungen → Problem 2. Um also zu sehen, ob ein Problem überhaupt ein ungelöstes ist, muss man vorurteilslos die vorhandenen Daten prüfen. Das bedeutet, tief und insbesondere breit in die Literatur einzusteigen. Nicht selten findet man hier bereits die Lösung und kann aufhören. Fehlen aber entsprechenden Daten, so müssen mehrere Hypothesen erstellt werden, um das Problem zu klären. Üblicherweise beginnt man mit der einfachsten bzw. plausibelsten Hypothese, bekannt auch als Ockhams Rasiermesser.

Durch entsprechende wissenschaftliche Arbeiten mit möglichst falsifizierendem Ansatz werden die Hypothesen abgearbeitet oder gegebenenfalls ergänzt. Das ist mit Poppers berühmt gewordenem „Trial and Error“ gemeint. Übrigens, so sagte er selbst, sind auch die verrücktesten Hypothesen zugelassen. Erst dann beginnt die kritisch rationale Arbeit. Findet sich eine Lösung, so ist man entweder fertig oder bei einem neuen Problem angelangt. Allerdings hat jetzt das Problem 2 bzw. die neue Hypothese eine höhere Wahrheitsähnlichkeit, denn sie erklärt mehr Phänomene.

Entscheidendes Wissen seit 50 Jahren bekannt

Nun wird genau das leider in der derzeitigen Behandlung von Covid-Patienten bei der maschinellen Beatmung und der Sauerstofftherapie nicht gemacht, obwohl wesentliche Erkenntnisse dazu schon lange publiziert sind. Es ist schon seit über 50 Jahren gut bekannt, wie der Sauerstoff zu den Zellen transportiert wird, um dort am Ende die energiereichen Phosphate (ATP, das Heizöl der Zellen) zu produzieren, die das Leben sichern. Das erste Organ ist die Lunge mit ihrem Lungenparenchym. Es sorgt dafür, dass der Sauerstoff in den Lungenbläschen an den roten Blutfarbstoff (Hämoglobin) gebunden wird. Damit der Sauerstoff aber dorthin kommt, muss er durch die Atempumpe (vorwiegend das Zwerchfell) als zweites Organ erst einmal in die Lungenbläschen transportiert werden. Auf dem umgekehrten Weg wird dann das bei der Verbrennung von Sauerstoff entstehende Kohlendioxid (CO2) abgeatmet. Das Herz sorgt als drittes Hauptorgan für den Transport des sauerstoffreichen Blutes zu den Zellen.

Es ist also ganz offensichtlich, dass die Anzahl der Sauerstoffmoleküle entscheidend ist für die Energieversorgung der Zellen. Und hier beginnt der Denkfehler. Er hängt damit zusammen, dass die Zahl der Sauerstoffmoleküle im Blut hauptsächlich von zwei Größen abhängt, der Hämoglobinkonzentration und der Füllung des Hämoglobins mit Sauerstoff. Beides miteinander multipliziert ergibt die Zahl der Sauerstoffmoleküle bzw. den Sauerstoffgehalt im Blut. Dieser sollte der zentrale Parameter für Intervention auf der Intensivstation sein, wenn das System gestört ist. Erstaunlicherweise werden beide Größen völlig getrennt betrachtet und sind auch Inhalte von sich widersprechenden Leitlinien.

Intensivmediziner stehen kopf

Dieser einfache Dreisatz: Sauerstoffgehalt = Sauerstoffsättigung x Hämoglobinkonzentration, überfordert erstaunlicherweise nicht wenige Intensivmediziner. Die folgende Abbildung veranschaulicht das Problem. Links ist die Zahl der Sauerstoffmoleküle eines Gesunden im Blut dargestellt, wenn das Hämoglobinmolekül zu 95 % mit Sauerstoff gesättigt ist (SaO2). Auf der rechten Seite ist der Sauerstoffgehalt durch eine angenommene coronabedingte Lungenentzündung (Pneumonie) auf die Hälfte gefallen, weil die Hämoglobinmoleküle nur noch zu 50 % gesättigt sind.

Grafik Pneumonie

Bei einem solchen Wert stehen viele Intensivmediziner kopf, weil sie den Tod des Patienten fürchten. Bereits bei einer SaO2 unter 92% (WHO-Vorgabe anfangs, jetzt 90 % bei Nicht-Schwangeren) sehen Sie die Patienten gefährdet: Die Konsequenz ist die Intubation selbst bei normalen CO2-Werten im Blut. (Bei erhöhten CO2-Werten muss beatmet werden, um der geschwächten Atempumpe zu helfen.)

Intubation erhöht Anfälligkeit

Die Angst vor einer niedrigen Sättigung bei Pneumonie ist umso erstaunlicher, da beispielsweise manche Patienten mit schwerem Übergewicht viele Jahre im Schlaf über Stunden SaO2-Werte von 40 bis 60 % haben können. Das beeinträchtigt sie keineswegs, von einer gewissen Schläfrigkeit am Tage einmal abgesehen. Es sind die gleichen Ärzte, die das öfters auch auf einer Intensivstation bei Übergewichtigen sehen und nie auf die Idee kämen, diese Patienten zu intubieren.
Auf der anderen Seite sind die Intensivmediziner aber gelassen, wenn wegen Blutarmut (Anämie) das Hämoglobin auf die Hälfte des Normwertes gefallen ist (mittleres Beispiel in der Abb.). Das sagen auch die Transfusionsleitlinien. Und hier zeigt sich das Paradox besonders deutlich: Halbes Hämoglobin ist aber identisch mit der halben SaO2, denn in beiden Fällen ist die Zahl der Sauerstoffmoleküle gleich. Im Fall der Anämie sind die Intensivmediziner entspannt und warten zu; im anderen intubieren und beatmen sie bereits bei geringem Abfall der Sättigung, obwohl es überhaupt keinen Grund dafür gibt.

Durch die Intubation müssen die Patienten in eine Dauernarkose gesetzt werden. Dies führt fast immer sofort zu einem erheblichen Blutdruckabfall, sodass mit Abkömmlingen des Adrenalins (Katecholamine) gegengesteuert werden muss. Zusätzlich muss man etwa gut ein Drittel mehr Atemvolumen aufwenden, um den gleichen Gasaustausch im Vergleich zur Spontanatmung zu erreichen, weil die Luft in die Lunge hineingedrückt werden muss. Höhere Beatmungsdrücke beinträchtigen aber die Herzfunktion, was wiederum ungünstig für den Kreislauf und damit auch für die Nierenfunktion ist.  Da sich der Gasaustausch nach der Intubation zunächst verschlechtert, wird mehr Sauerstoff gegeben, um die Sauerstoffsättigung letztlich wieder über 90 % zu bringen. Zuviel Sauerstoff ist aber ein Gewebegift, das neben den zu hohen Beatmungsdrucken die Lunge zusätzlich stark schädigt. Vermutlich hängen damit auch die typischen Nerven- und Muskelentzündungen zusammen, die fast immer mit längerer Intubation assoziiert sind. Sie sind eine der Hauptursachen des echten Post-Covid-Syndroms nach einem Intensivaufenthalt. Auch wird die Immunabwehr durch die Dauernarkose und durch neue, künstlich erzeugte Entzündungsherde überlastet. Damit haben die Viren leichteres Spiel.

Geringe Sauerstoffsättigung nicht gefährlich

Die niedrige Sauerstoffsättigung ist ein Marker der Schwere der Pneumonie bei Covid. Sie fällt typischerweise in den ersten Tagen der Erkrankung. Gefährlich ist sie aber lange nicht, sofern keine zusätzlichen schweren Erkrankungen oder eine Anämie vorliegen. Einer der Autoren hat im Rahmen von wissenschaftlichen Studien eine Sauerstoffsättigung von 70 % über mehrere Stunden gehabt, ohne überhaupt etwas zu spüren. Auch bei tieferen Werten ist das in der Literatur gut untersucht. Es ist eben wie halbes Hämoglobin, was die Patienten auch nur bei körperlicher Belastung wahrnehmen. Der niedrigste Hämoglobinwert, den wir erlebt haben, betrug 1,8 g/dl, also nur ca. 13 % des Normalwertes. Der damalige Patient, ein junger Student mit chronischem Darmbluten, kam noch zu Fuß in die Klinik, war zwar wacklig auf den Beinen, hatte aber in Ruhe keine Atemnot. Man wagt gar nicht, den entsprechenden SaO2-Wert anzugeben, wobei bei solch niedriger SaO2 die Sauerstoffgehaltsgleichung  etwas korrigiert werden muss.

Obwohl internationaler Standard, hat die WHO empfohlen, die ungleich schonendere Beatmung am wachen Patienten mittels Maske (nicht-invasive Beatmung, NIV) nur zurückhaltend einzusetzen, da sie sich bei der Coronaviruspneumonie nicht bewährt habe. Die Begründung ist erstaunlich und findet sich immer noch in aktuellen Leitlinien. Bezug genommen  wird auf eine Beobachtungsstudie mit nur zwölf intensivpflichtigen Patienten. Sie waren 2012 im Nahen Osten an MERS erkrankt, einer durch ein Coronavirus ausgelösten Pneumonie. Bei vier Patienten wurde NIV versucht, was dann wegen Fortschreitens der Erkrankung abgebrochen wurde. In der Leitlinie findet sich kein Wort zu den zahlreichen anderen Veröffentlichungen zu dem Thema. Der nicht-invasive Beatmungszugang ist eine seit über 20 Jahren etablierte Methode in der Intensivmedizin.

Hunderttausende nicht notwendige Sterbefälle

Übrigens sind wir mit unserer Meinung nicht allein; Professor Martin Tobin aus Chicago, einer der berühmtesten Pneumologen und Intensivmediziner, der viele Jahre die amerikanische Lungengesellschaft geleitet und das wichtigste Fachjournal herausgegeben hat, sagt genau das gleiche. Er wird jetzt auch nicht mehr zitiert bzw. von den relevanten Fachgesellschaften totgeschwiegen.

Kant schrieb in seinem berühmten Artikel von 1784 zu der Frage „Was ist Aufklärung?“, sie sei der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Die Pandemie bietet den, zynisch gesprochen, Vorteil, dass dieses fehlende naturwissenschaftliche Grundverständnis in vielen Bereichen der Intensivmedizin aktuell demaskiert wird. Viele Studien zeigen eindeutig, dass die Intubation bei gleichem Schweregrad die Todesrate mindestens um den Faktor 5 bis 6 erhöht, bei manchen Kliniken sogar um über 10. Das gilt auch für die fast immer unnötige ECMO-Therapie, bei der die gleichen pathophysiologischen Prinzipien gelten. Aufsummiert sind das inzwischen mehrere 100.000 nicht notwendige Tote weltweit. Solche extremen Unterschiede sind in der Medizin bei unterschiedlichen Therapieprinzipien sonst nie zu beobachten. Änderungen von wenigen Prozent bei einem Medikament in der Überlebensrate führen in der Regel schon zu Weltkongressen. Bei der nachgewiesen oft überflüssigen und lebensgefährlichen invasiven Beatmung bei Covid und anderen Pneumonien verharren insbesondere die Opinion Leader weltweit in der ideologischen Starre bzw. Unmündigkeit. Abschließend Kant: „Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen.“
 

 

Thomas Hechinger | Mo, 8. November 2021 - 14:35

Ich bin kein Mediziner und kann nach einem ersten oberflächlichen Durchlesen keine Entscheidung fällen, für wie stichhaltig ich die hier vorgetragene Argumentation halte. Was ich aber sagen kann, ist, daß Dr. Gunter Frank auf der "Achse des Guten" Ähnliches schon länger vertritt. Was ist hier los?

Christa Wallau | Mo, 8. November 2021 - 14:35

wie viele Menschen hätten gerettet werden können, wenn sie nicht an die Beatmungsgeräte angeschlossen worden wären! Sonst packt einen die nackte Wut.
Besonders die alten, geschwächten Leute wurden durch die gefährlich falsche Intubierung geradezu dem Tode ausgeliefert, während sie evtl. zuhause oder im Heim bei entsprechend guter Pflege und mit Atemmasken überlebt hätten. Ich habe schon vorher Berichte von anderen Ärzten gelesen, die diesen Tatbestand schilderten und kritisierten.

N i r g e n d w o aber gibt es erste kritische Veröffentlchungen zu diesem Thema in unseren einflußreichsten Medien (ARD, ZDF, SPIEGEL, ZEIT usw.) und erst recht nicht seitens irgendwelcher amtlicher Stellen.
Daher bin ich dem CICERO wieder einmal sehr dankbar für diesen Bericht.

Was ist nur mit unseren Journalisten los?
Stürzen sie sich jetzt n u r noch auf Themen, von deren Bearbeitung sie sich Pluspunkte bei der Regierung erhoffen dürfen?

Corona hat jeden wissenschaftlichen Diskurs beendet. Gestandene, gut ausgebildete Mediziner vergessen für die Impfung ihr med. Basiswissen und lassen sich für Corona freundliche Statements kaufen. In den USA war bereits zu Beginn von Corona letztes Jahr erste Berichte veröffentlicht worden, wonach man schnell festgestellt hatte, dass die Invasiv Beatmung geradezu den Tod der Betroffenen in über 90% der Fälle erst verursacht oder gefördert hat. Die Patienten sind regelrecht "ertrunken" durch die künstliche Beatmung.
Hier wurde das nur mal am Rande erwähnt und wird immer noch als "probates" med. Mittel propagiert. Ernsthafte und wissenschaftlich fundierte, auch für Laien nachvollziehbar und nachprüfbare Aussagen finden Sie nur in alternativen Medien. Wenn Medien sich auf einen Klabauterbach verlassen, müssen sie wissen, dass dessen Aussagen im Zustand einer Sauerstoffunterversorgung des Hirns zurückzuführen sind. Da kann also nichts nützlich heraus kommen, der Rest wird dafür bezahlt.

... mit rabenschwarzem Humor hoffen, daß die Coronazis ihre Drohungen tatsächlich wahr machen: den Ungeimpften werden keine Beatmungsgeräte zur Verfügung gestellt.... Achja und in Thüringen hat unser selbstherrlicher, ungewählter Landesfürst von Merkels Gnaden festgelegt, keine Ungeimpften mehr in Krankenhäuser zu lassen.... Feine Sache, die letzte derartige Ansage ist wohl vor 80 Jahren gewesen.... >:-(

Hans Jürgen Wienroth | Mo, 8. November 2021 - 14:48

Das ist die „moderne“ Wissenschaft, in der Ideologie über Forschung und Wissen steht. Es gibt in Zusammenhang mit Corona viele Erkenntnisse, die gewonnen wurden, aber von der Politik und den Verantwortlichen nicht angewendet werden, weil sie nicht ins Konzept passen. Das gilt z. B. für die geringe Ansteckungsgefahr im Freien, durch Kontaktflächen usw., die in den Corona-Maßnahmen und bei den Medien keine Berücksichtigung finden.
Im Grunde müsste man über jedes nicht verfügbare Intensivbett froh sein, weil dort kein Mensch künstlich beatmet werden kann. Aber wir brauchen diese Betten für schwere und andere Fälle. Leider wird die Unterstützung über Atemmaske offensichtlich viel zu wenig angewandt. Da wundert man sich, dass die Anzahl der Toten (auch bezogen auf die Infizierten zahlen) nicht weniger werden. Wie auch, wenn Erkenntnisse nicht angewandt werden.

Wenn man sich zurückbesinnt auf Poppers Überlegungen, wie sich Wissenschaft entwickelt, und dann sieht, wie in der Corona-Bekämpfung tatsächlich vorgegangen wurde, erkennt man schon auf den ersten Blick, dass die Corona-Bekämpfung durch die Politik wissenschaftlich gesehen auf ziemlich tönernen Füßen steht. Man hat nur in eine Richtung agiert, aber alles andere, was dem nicht entsprach und nicht ins Konzept passt, von vornherein verworfen und lächerlich gemacht. Allein daran sieht man schon, dass die Politik trotz des Anspruches "Follow the sciences" eigentlich nichts davon versteht. Und offensichtlich nicht immer die kompetentesten Berater hatte. Das ist umso erstaunlicher, als man doch annehmen könnte, dass Frau Bundeskanzlerin als Physikerin die Prinzipien der Wissenschaft verstehen sollte. Im Übrigen hat man die künstliche Beatmung von Corona-Patienten ziemlich kritiklos von den Chinesen übernommen, ohne auch nur ansatzweise über Sinn oder Unsinn dieser Massnahmen nachzudenken.

Ulrich Dikus | Mo, 8. November 2021 - 14:52

Lieber legal das Falsche machen, als illegal das Richtige. Was sagt der Volksmund: „Operation gelungen, Patient tot.“
Es ist einfach nur noch zum Grausen.

Und das aller schlimmste Übel für mich persönlich:

Die da, der da, Bi da - ist an allem Schuld.
Nööö, wir machen keine Fehler & wir haben immer das richtige gesagt & getan.

Nur das dumme Volk, vor allem die sogenannte Impfgegner wie Frau Wagenknecht oder meine Person sind Faktenresistenz, während die holde Obrigkeit so was von transparent,. ehrlich & genau beim erstellen von Fakten ist.
Und dann kommt noch die UNERKLÄRLICHE HOCHWISSENSCHAFTLICHE ERLEUCHTUNG der Regierung: "Entgegen allen Prognosen steigen die indenzwerte Corona jetzt vor Weihnachten an". Ach nee....
Wir Foristen hier im Cicero könnten uns als Kugelleser unser Geld einfacher verdienen. Was m.p. interessieren würde, wie man den Verlauf der Geschichte in 50 oder 100 Jahren sehen würde, wenn neuen Systeme am Himmel sind.

Tomas Poth | Mo, 8. November 2021 - 15:20

Mit oder an Corona verstorben?
Eigentlich nur mit, denn es sind nur jene mit Vorerkrankungen betroffen, die multimorbiden, die vulnerablen wie man sie smoothig benennt. Und dann auch noch durch ärztliche Fehlbehandlung, wenn ich denn Beitrag richtig verstehe.
Es wird Zeit unter den Corona-Panikern aufzuräumen. Ein Corona-Tribunal, ähnlich den Nürnbergern Prozessen.

Gerhard Lenz | Mo, 8. November 2021 - 17:08

In reply to by Tomas Poth

da fordert jemand, man solle - wem? - Medizinern ? Politikern ? Journalisten ? den Prozess machen.

Und das ähnlich der Nürnberger Prozesse - wo über die Mörder von 6 Mio. Juden und vielen Millionen anderer Menschen, die der Kriegslust der Nazis zum Opfer fielen, Recht gesprochen wurde.

Das ist eigentlich ungeheuerlich, andererseits aber Alltag in diesem Forum und genauso geschmacklos, wie wenn sich jemand, der zur Einhaltung von ein paar Schutzmaßnahmen angehalten wird, sich plötzlich mit einem im KZ ermordeten jüdischen Mädchen vergleicht.

Gab es nicht mal so einen gewissen Anspruch, was das Niveau dieses Mediums angeht? Solche Kommentare sind schlicht geschmacklos.

Auch für Sie wird sicherlich ein Plätzchen auf der Anklagebank frei sein.
Wer sich allzu willfährig zeigt, trägt auch seinen Anteil dazu bei.
Und die Frage für Sie, kommt es allein auf die Anzahl der Toten an, wenn sie schon den Vergleich mit den Juden bemühen? Wenn es nur 10.000 oder 1.000 gewesen wären, dann wäre es weniger schlimm?
Von solchem Charakter sind Sie also?

Heidemarie Heim | Mo, 8. November 2021 - 16:54

Oder viel hilft viel ist in diesem Fall ein für den so Behandelten ein mitunter tödlicher Irrglaube, der wohl auch deshalb Bestand hat, weil sogenannte Leitlinien gerade im alltäglichen Medizinbetrieb zur Routine wurden. Man hält sich aus welchem Grund auch immer an diese Vorgaben, die dem Behandler eine gewisse, leider nur scheinbare Sicherheit vermitteln, das richtige zu tun. Diskussionen über neue Behandlungsansätze sollten eigentlich im sogenannten Konsilium stattfinden, aber oft werden in der Praxis unter Druck (vor)schnelle Entscheidungen notwendig. Verschlimmert wird das Geschehen aber in jedem Fall, wenn solche Entscheidungen und Wege wegen personellem Mangel oder aus ökonomischen Gründen ergriffen werden, s.a. Fallpauschalen usw. Im speziellen Fall der nicht notwendigen IB mit Folgen ist die Erkenntnis geradezu eklatant, wenn man daraus folgert, dass eine moderate Sauerstoffzufuhr kombiniert mit intensiver Atemtherapie u. Labor-Kontrolle zum Heilerfolg führen könnte?! MfG

Gerhard Lenz | Mo, 8. November 2021 - 17:14

oder auch nicht.

Der Laie wundert sich, und fragt sich, wem er denn glauben soll. Und wenn die künstliche Beatmung tatsächlich solche verheerenden Folgen hat, warum sie dann trotzdem weltweit angewandt wird, und niemand einschreitet.

Dies in einem Magazin wie dem Cicero zu veröffentlichen, in dessen Forum sich bekanntermaßen Querdenker und AfD-Fans tummeln, dürfte wenig Konsequenzen haben.

Da fragt man sich: Wieso lernt die Medizin nicht von dem, was vor ihren Augen passiert?

Oder ist auch das, was in dem Beitrag geschildert wird, relativ zu sehen, weil Intubierung vielleicht irgendwann die letzte Chance ist, ein Leben zu retten?

Nur nebenbei: Es ist natürlich geschmacklos, diesen Beitrag sofort wieder für irgendwelche pauschale Kritik am Journalismus oder den Corona-Maßnahmen zu "mißbrauchen."

Andererseits: Wen wundert es...

Oder eben nicht, wie Sie ganz richtig sagen werter Herr Lenz! Aber bevor wir als Laien mit unserer ganz eigenen politischen Sicht die Autoren und deren Artikel in gewohnter Manier niedermachen, wäre es nicht angemessen, wenn auch nicht so einfach, den ein oder anderen darin aufgeführten Aspekt vorurteilsfrei wenigstens einmal durch die eigenen Gehirnwindungen fließen zu lassen? Mit ein Grund, (außer meiner allseits bekannten Reisefreudigkeit;) für mein frühes Impfbegehr bzgl. Corona (+Influenza) war nämlich präzise dem hier behandelten Thema geschuldet. Ich hatte nämlich kein besonders gesteigertes Interesse mit meinen 63 Lenzen im Fall der Fälle intubiert, im künstlichen Koma maschinell beatmet zu werden u. von 4 unter meiner Last ächzenden Pflegekräften alle paar Stunden gedreht und gewendet zu werden wie ein Rollbraten. Sowie ein paar 1000 Gehirnzellen weniger aufzuwachen, wie es bei langwierigen Narkosen nahezu unvermeidbar ist. Dies ging z.B. durch meine Windungen beim Lesen. MfG

Gisela Fimiani | Mo, 8. November 2021 - 17:27

Kant, der AUFKLÄRER. Karl Popper, ein leidenschaftlicher Anhänger der Aufklärung. Es ist wohltuend die Stimmen der Herren Köhler und Voshaar zu vernehmen - Stimmen der Vernunft - Stimmen der Aufklärung. Haben Sie vielen Dank.
Ich erlaube mir hier darauf hinzuweisen, dass der US Senator Ron Johnson auf einem Panel sowohl wissenschaftlichen Stimmen (der Vernunft), als auch Menschen, die schwere Impfschäden davontrugen, Gehör verschaffte. Die Übertragung ist auf YouTube anzusehen und zutiefst erschütternd. Ich wünschte, solches wäre auch in Deutschland möglich. Welcher Journalist hat den Mut darüber zu berichten? Welcher Politiker in D hat den Mut, die einzig gerechtfertigten d.h. die KRITISCHEN Stimmen der Wissenschaft anzuhören? Wir wissen nicht, denn alles Wissen ist „Vermutungswissen“. Darüberhinaus sollte ehrlich darüber Auskunft gegeben werden, dass die Pharmafirmen keine wissenschaftlich haltbaren Daten zur Verfügung stellen.

M. Bernstein | Mo, 8. November 2021 - 20:05

Ich habe keine Ahnung, was wirklich hilft und was nicht. Ich stelle aber immer wieder fest, dass teure Behandlungen einfacheren und simpleren Behandlungen vorgezogen werden, weil sie dem Krankenhaus mehr Geld bringen. Außerdem ist es mit der freien Entscheidung eines Arztes nicht weit her. Hält er sich an die vorgeschriebenen Regeln, dann passiert ihm nichts, selbst wenn es dem Patienten schadet. Handelt er aber eigenständig, dann steht er schon beim kleinsten Versagen auf der Abschußliste. Das führt in Konsequenz dazu, dass Patienten KH-freundlich behandelt werden und nicht nach bestem Wissen und Gewissen der Ärzte. Daher kann ich mir gut vorstellen, dass alternative Behandlungen, vor allem wenn sie billiger sind, hintertrieben werden zum Schaden der Patienten, was diese aber nicht nachweisen können.

Thorwald Franke | Mi, 10. November 2021 - 18:39

Damals, als in Italien so viele Menschen starben, hatte man zuviel intubiert. Das stand danach in der Zeitung. Nicht sofort. Aber es stand in der Zeitung. Hier hat der Artikel oben Unrecht.

Und dass man anfangs zuviel intubierte, lag eben daran, dass man genau das machte, was der Artikel fordert: trial and error. Hier hat der Artikel oben also Unrecht.

Und dann behauptet der Artikel oben, noch heute würde flächendeckend zuviel intubiert, es gäbe keine Einsicht. Völlig falsch.

Der Autor des Artikels bekommt einen roten Strich im Notenbüchlein angeschrieben.