Cicero im Januar - Sagen, was ist

Die Krise des Journalismus hält an. Das liegt auch daran, dass die Menschen den Medien nicht mehr vertrauen. Wie in der Flüchtlingskrise ersetzen Journalisten oft kühle Berichterstattung durch Moralismus. Im neuen Cicero, der am Donnerstag erscheint, spüren wir den Ursachen dafür nach

Cover der Cicero-Januarausgabe
Vertrauenskrise, sinkende Auflagen: Die Medien erleiden Schiffbruch / Illustration: Birgit Schössow

Autoreninfo

Christoph Schwennicke ist Chefredakteur des Magazins Cicero.

So erreichen Sie Christoph Schwennicke:

Im Theater gewesen. Geärgert. Über die Inszenierung von Ibsens „Volksfeind“ am Wiener Burgtheater. Sie hat dieses große Stück zersägt, zerstört, seine feine Dialektik von Gut und Böse einplaniert und sprachlich verhunzt.

Diese Ibsen-Schändung hat aber immerhin dazu geführt, dass ich den Originaltext in gelbem Einband wieder einmal aus dem Bücherschrank zog. Das erste Mal seit der Schulzeit. Henrik Ibsens Tragikomödie über einen Giftskandal in einem Kurort ist vor allem ein Lehrstück über die eminente Rolle der Presse. Ein Journalist lade eine „schwere Verantwortung“ auf sich, wenn er Missstände so benenne, wie sie seien, auch wenn das „im Lager der Großen“, also der Mächtigen, als Aufwiegelei verstanden werde.

„Sagen, was ist“, hat Rudolf Augstein einmal zum Credo des Spiegel gemacht. Kommen die Massenmedien dieser Aufgabe derzeit hinreichend nach? Oder knicken sie ein, wie der erst große Mut­reden schwingende Journalist in Ibsens Stück, als sein Verleger vor den Honoratioren des Ortes klein beigibt?

Der moralische Überschuss

Der renommierte Medienwissenschaftler Michael Haller kommt in der Titelgeschichte dieser Ausgabe zu dem Befund, dass die Medien ihr Fähnchen zu sehr in den Wind hängen, dass der Narzissmus eines Ego-Journalismus und moralischer Überschuss an die Stelle der kühlen Berichterstattung getreten seien und den Nachrichtenjournalismus entpolitisiert hätten. Dazu komme eine typisch deutsche Konfliktangst, die in der Großen Koalition ihre Entsprechung hat. Lesen Sie unsere Titelgeschichte jetzt auf Cicero Plus.

Vielleicht ist der Auflagenschwund eben nicht nur der Konkurrenz des kostenlosen Netzes geschuldet. „Die Wirklichkeit der Medien soll weder Fake noch Fiction sein“, resümiert Haller, der Standardwerke der Journalistenausbildung verfasst hat: „Damit die Nachrichtenprofis ihre Aufgabe ernst nehmen und ihr Publikum über das Geschehen in der Welt zutreffend ins Bild setzen, haben wir in Deutschland seit einem halben Jahrhundert verbindliche Normen, die manche Medienmacher vergessen zu haben scheinen.“

Die Dinge beim Namen nennen. Wieder sagen, was ist. Ein guter Vorsatz unserer Branche fürs neue Jahr.

Cicero Januar-TitelDies ist ein Artikel aus der Januarausgabe des Cicero. Erhältlich am Kiosk und in unserem Onlineshop.








 

Heinrich Schneider | Mi, 20. Dezember 2017 - 10:01

in der Antike gab es die Forderung (an die Historiographie, die der Journalistik verwandt ist) "sine ira et studio"

Michaela Diederichs | Mi, 27. Dezember 2017 - 22:53

In reply to by Heinrich Schneider

Glückwunsch!!!! Cicero, The European, Tichys Einblick sind meine Favoriten. Und dann dieser Preis. Einfach großartig. Ich freue mich mit Wolfram Weimer. "2004 gründete er das Politikmagazins Cicero und ist dort bis heute Gründungsherausgeber." Die Redaktion feiert hoffentlich schon mal heute vorab mit ihm.

Marcel Arndt | Mi, 20. Dezember 2017 - 10:04

Hoffen wir es! Allein, der Glaube fehlt mir. Man sollte heute wohl Russisch, Spanisch, Italienisch, Englisch drauf haben, um sich objektiv woanders informieren zu können...
Gutes neues Jahr 2018 trotzdem!
Marcel Arndt

Kostas Aslanidis | Mi, 20. Dezember 2017 - 10:09

Bei den meisten online Zeitungen, gehe ich nur zu den Kommentaren der Leser. Zeitungen die keine Kommentare zulassen, lege ich zur Seite.
Sie haben recht. Wenn nicht mal ein Problem benannt wird, wie soll es gelöst werden, da bei nichtbennenung, es nicht existiert. Die deutsche Medienlandschaft, ist ein Armutszeugnis der Intoleranz. Bücher "Verbrennungen" werden aber toleriert. Aber die Realität holt alle ein. Das ist unveränderlich.

Cecilia Mohn | Mi, 20. Dezember 2017 - 10:09

Danke für den Artikel. Warum sagen Sie nicht, dass es Jette Steckel war, die es verhunzt hat? Eine Tochter des Regisseurs Steckel. Wenn die subventionierte Theaterlandschaft dazu missbraucht wird, dass die Nutznießer nur noch ihre Verwandtschaft "ans Ruder lassen" - sieht es in der Tat böse aus mit der Zukunft des Theaters. Große Talente kommen immer aus der Seite dazu. Das wird in Zukunft nicht mehr möglich sein, wenn die Töchter und Söhne der Etablierten die Subventionen unter sich aufteilen. Man nennt so etwas "Inzucht".

Tonicek Schwamberger | Mi, 20. Dezember 2017 - 10:20

... für Ihre Zeilen. Stimme Ihnen und Rudolf Augstein zu, wenn Sie die Zeile "Sagen, was ist" zitieren. Daß der Journalismus zu einem "Erziehungsjournalismus" verkommen ist, bemerke ich schon seit Längerem und es macht mich wütend. - Mit Spannung erwarte ich den neuen CICERO und schon jetzt sage ich Ihnen und Ihrem Team vielen Dank dafür. - Frohes Fest Ihnen und allen Lesern!

Dr. Florian Bode | Mi, 20. Dezember 2017 - 10:22

In den Online-Ablegern der WELT und FAZ, aber auch beim Spiegel und der SZ wechseln sich regierungetreue Jubelpropaganda mit betulichen Lebenshilfeartikelchen ab. Und alles schön mit Klickbait ("Dieser Trick wird sie schöner wirken lassen", "Aus einem Grund ist Merkel so unfassbar beliebt", you name it). New Biedermaier. Dergestalt für blöd verkauft, wünsche ich den Verlagshäusern die schnelle Pleite an den Hals. Übertroffen wird das nur noch von der regierungsamtlichen Propaganda der ÖR-Sender.

schlimmer sind die Beiträge der Funke-Truppe, die mittlerweile das Ruhrgebiet dominiert. Sofern (bei "etwas" sensiblen ((im Sinne der Verantwortlichen)) Beiträgen) die Kommentarfunktion tatsächlich geöffnet ist, werden kritische und dem Mainstream nicht entsprechende Kommentatoren (nicht AfD, nicht NPD-Wähler) nach einigen Beiträgen einfach so gesperrt. Genehmere Kommentatoren dürfen ihre Meinung, die teilweise unter die Gürtellinie gehen, aber trotz angeblicher Nettiquette-Aufsicht gebilligt werden, vertreten.
Und wenn man dann noch die Rechtschreibfehler in fast jedem Beitrag liest, könnte einem schlecht werden. Dazu die primitive Ausdrucksweise mancher "Journalisten" wie "klauen", "schmeissen", "kriegen" - unglaublich.

unter die Gürtellinie gehen, aber trotz angeblicher Nettiquette-Aufsicht gebilligt werden, vertreten." Ist leider auch hier beim Cicero der Fall. Im wesenlichen lese ich hier Beiträge der immer wieder gleichen Foristen. Zensiert wird auch hier, selbst dann wenn man sich an die Nettiquette hält, möglicherweise jedoch nicht dem politischen Koordinatensystem der "Zensoren" entspricht. Dieser Kommentar wird, vermute ich mal ebenso gelöscht werden, man will ja schließlich unter sich bleiben.

Kann es sein das das Netz-Gesetz von Herrn Maas auch beim Cicero gewisse Ängste auslöst und im vorauseilenden Gehorsam kritische Beiträge nicht gedruckt werden ? Meine Anfrage nach welchen Kriterien Beiträge abgedruckt werden ist von Cicero nicht beantwortet worden.

Lena Guntenhöner | Di, 26. Dezember 2017 - 12:00

In reply to by Volker Leyendecker

Sehr geehrter Herr Leyendecker,

für alle Kommentare gilt unsere Netikette, die Sie jedes Mal angezeigt bekommen, wenn Sie einen Kommentar schreiben wollen. Demnach löschen wir beleidigende, unsachliche, obszöne oder anonym verfasste Beiträge. Das tun wir nach bestem Wissen und Gewissen, natürlich legt aber jeder Administrator da etwas eigene Kriterien an. In jedem Fall sind wir an einer konstruktiven Debatte interessiert.

Freundliche Grüße und schöne Rest-Weihnachten wünscht

Ihre Cicero-Redaktion

Tomas Poth | Mi, 20. Dezember 2017 - 10:35

Es wäre gut wenn das funktionieren würde. Aber woher kommt die Information über "das was ist". Selbst so etwas nüchternes wie Verkehrsnachrichten hinken oftmals der aktuellen Situation hinterher. Um über "das Was Ist" zu berichten müßte man ja selbst direkt vor Ort sein um die Situation erfassen. Man müßte Kenntnisse über "das Davor" und "das Drumherum" haben und gegen politische Lenkungsversuche immun sein. Eine Anspruchsvolle Aufgabe.

Peter Huber | Mi, 20. Dezember 2017 - 10:35

Was von den Damen und Herren der schreibenden Zunft vergessen wird, wir leben im Internet Zeitalter und NO Print. Zu einem Bericht in den deutschen Medien, kann ich mir eine internationale Beurteilung und Meinung "aus aller Herren Länder" einholen und mir eine eigenständige Meinung bilden. Und das zu jeder Tageszeit, von jedem Ort der Welt, auch wenn ich auf dem Bahnhofsklo sitze.
Das haben bisher weder die Medien noch die Politik kapiert. Wenn ich mir heute die Schlagzeilen anschaue - meint man gerade die schreiben nur noch von einander ab. Ein Einheitsbrei !
Den Cicero nehme ich hier ausdrücklich aus.

Susanne antalic | Mi, 20. Dezember 2017 - 10:37

Nicht der Journalismus steht in der Krise, denn es giebt genug gute Journalisten die noch objektiv berichten, leider gehören diese nicht zu den MSM . In den MSM finden sich vor allem schlechte Journalisten, die ihren Befuf verfehlt haben und nicht im stande sind, aus vielen Gründen, objektiv zu berichten. Einige sind zu arrogant und meinen, dass sie die Wahrheit gepachtet haben und versuchen nicht einmall nachzudenken, die anderen m öchten nur den Job behalten. Dieses geht immer weniger auf, den es giebt Auslandsmedien, Internet und alternative Medien. Das was in Deutschland zu Zeit vorgeht, errinert immer mehr an Komunismus. Sie möchten erziehen, sie manipuliern und sogar lügen, den in ihren Artikeln spielen Meinungen aber nicht wirkliche Informationen, frei von eigene Meinung statt und wenn diese Journalisten inteligenter würden, werden sie das langsam abstellen, aber leider sin die gute Journalisten in diesen Medien nicht mehr vorhanden.

Stefan Jess | Mi, 20. Dezember 2017 - 10:37

Ein guter Artikel, leider etwas kurz und ohne konkrete Bezüge. Gut, ich denke der CICERO will keinen Medienkrieg entfesseln.

Mir fällt in den letzten Jahren besonders unangenehm auf, dass eine Mischung aus "menschelnder" und moralisierender Presse zunimmt.

Speziell der SPIEGEL (Online) fällt mir da extrem unangenehm auf. Sei es Köln, Breitscheidplatz, G20, Diesel, etc. Immer mehr erkennt man bei den Hamburgern den Einfluss von linksmoralisierender Agenda und Klick-Geilheit. Verbunden mit dem Konzept dass man für eine junge, hippe, urbane, grüne bzw. bunte Kundengruppe publiziert.

So etwas spaltet. Ich weiss nicht ob der alte Augstein diese Form von "Nachrichten" akzeptiert hätte.

Constantin Wissmann | Mi, 20. Dezember 2017 - 12:44

In reply to by Stefan Jess

Guten Tag Herr Jess, 

 

ausführlich geht Michael Haller auf die Krise im Journalismus ein. Sie können das Magazin ab Donnerstag am Kiosk kaufen oder auch den Artikel einzeln über Cicero Plus lesen. https://www.cicero.de/innenpolitik/medienkrise-journalismus-fluechtlingskrise-berichterstattung

Viel Vergnügen!

CW (Online-Redaktion)
 

Karin Zeitz | Mi, 20. Dezember 2017 - 15:37

In reply to by Stefan Jess

noch unter Rudolf Augsteins Führung war, hatte ich ihn gerne gelesen und auch abonniert. Das hat sich seit Jacob Augsteins Zeiten schnell geändert. Man hat dort verlernt, die Leser zu informieren. Statt dessen wird versucht, die Leser zu erziehen. Wer schon - wie ich - den Versuch der Umerziehung zum sozialistischen Menschen er- und überlebt hat, reagiert empfindlich auf solche Versuche.

Michaela Diederichs | Mi, 27. Dezember 2017 - 21:44

In reply to by Stefan Jess

Inzwischen habe ich den Beitrag gelesen. Einer der wenigen Journalisten, der selbstkritisch die Rolle seiner Zeitung entschuldigt und reflektiert, was er damit angerichtet hat, war di Lorenzo. Ansonsten - großes (Ver-)Schweigen. Ich denke, Cicero, Tichys Einblick etc. werden enorm profitiert haben. Dann hier fanden die frustrierten Leser andere Perspektiven und Worte. Die ÖRR haben bei Brexit, Trump, Flüchtlingskrise aus meiner Sicht besonders schlecht abgeschnitten. Die Gesichter gehören zügig ausgetauscht. Denn die Welterklärer traten belehrend, moralisierend, von oben herab auf. Die eigene Meinung trat mir persönlich zu deutlich zu Tage. Gemeiner kann man sich mit einer Sache nicht machen. Glaubwürdigkeit, Vertrauen vermitteln diese Personen und damit ihre Sender nicht mehr. Fehler erkennen und eingestehen, wären einer erster Schritt - auch für BK Merkel.
https://www.cicero.de/innenpolitik/medien-ueber-die-grenzoeffnung-wir-w…

André Oldenburg | Mi, 20. Dezember 2017 - 10:41

Ich hatte Ende der 80er, Anfang der 90er die letzte Flüchtlingskrise auf dem Amt mitbekommen. Unsere Gemeinde hat sich durch täglichen Auszahlung der Leistung entschieden und schon gab es 50% weniger Flüchtlinge, weil sie in anderen Gemeinden doppelt abkassiert haben. Als ich mich darüber erschrocken geäußert habe, jetzt unkontrolliert 100.000de ins Land zu lassen, bin ich gar nicht zu der vorangestellten Erklärung gekommen, ich wurde gleich als Nazi tituliert.
Genau so haben auch die Medien geschrieben. Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Wieder alles Alternativlos. Die Medien machen Merkels Spiel mit, dabei ist sie, genauso wie Honecker, in der FDJ sozialisiert worden. Mit dem Alter wird die frühe Sozialisierung eines Menschen immer wichtiger im Handeln der Person. Honecker ist auch als Reformer gestartet.
Ich will keine Moralpredigt in den Medien, dazu kann ich in die Kirche gehen, sondern genauestens informiert werden und dabei helfen die deutschen Medien nicht wirklich mit.

Juergen Winzig | Mi, 20. Dezember 2017 - 10:42

sagen wir mal so: irgendwie scheinen jede Menge Diederich Heßling Derivate in deutschen Redaktionsstuben und dem Staatsfunk zu sitzen.
Der deutsche Untertanengeist gepaart mit "am deutschen Wesen soll die Welt genesen" feiert jedenfalls eine gewisse Renaissance. Diesmal im Zeichen der gutmenschlichen Raute.
Wenn wir schon bei Literatur sind, immer weniger schon länger hier Lebende scheinen bereit zu sein, für die Publikumsbeschimpfung a la alter weißer Mann, Dunkeldeutscher, Pack, usw. auch noch zu zahlen, wie die sinkenden Auflagen der Systemmedien zeigen. Gut, der GEZ-Zwangsfinanzierung entkommt man nicht und in erwähntes Theaterstück von Herrn Handke sind ja auch ein paar Leute gerannt....

Fritz Gessler | Mi, 20. Dezember 2017 - 10:44

allerdings ist 'der journalismus' in der krise: jahrzehntelange tradition der lügen- und lückenpresse lassen sogar den dumpfsten bild-leser stutzig werden :))
nur eine bemerkung zu rudolf augsteins 'sagen, was ist!'-maxime: herrn höckes berühmter 'denkmal der schande' verdikt über das holocaust-denkmal (das in wirklichkeit eher ein versuch der unterdrückung jeglichen gedenkens der judenvernichtung ist) - ist in ein fast 100% genaues PLAGIAT eines augstein-editorials im SPIEGEL aus der zeit, als die errichtung breitestens diskutiert wurde (in den 90ern wurde ab&zu sogar noch diskutiert, nicht nur reflexhaft gegeifert&vorverurteilt). wir wissen nun, dass höcke andre intentionen vefolgt als augstein damals hatte: aber allein, dass die AfD heute positionen des linksliberalen SPIEGEL vertritt, sollte doch vielen - und grad journalisten! - zu denken geben. nämlich darüber zu berichten. dies nur als praktischer wink zu neujahr, etc.pp.

Dr. Markus Müller | Mi, 20. Dezember 2017 - 10:51

Der Auflagenschwund ist hausgemacht und hat mit den elektronischen Medien nichts oder kaum etwas zu tun. Selbst in der Lufthansa Lounge bleibt die dort sogar kostenlose "Qualitätspresse" wie Blei in den Regalen liegen.

Einst bürgerliche Wirtschaftsblätter wie etwa die FAZ sind ein Schatten Ihrer selbst. Viele Leser sind aber so geblieben, wie sie immer waren. Das hat u.a. die NZZ erkannt, indem sie die Ideologie in den bundesdeutschen Zeitungen schonungslos offenlegt und einen erfrischenden Außenblick liefert.

Berichten, was ist, war einmal. Das Vertrauen ist weg. Es zurück zu bekommen wird schwierig. Sehr schwierig. Frohe Weihnachtstage.

ich hatte vor etlichen Jahren die FAZ abonniert. Leider ist sie heute für mich nicht mehr lesenswert. Mein Eindruck ist, dass bis auf Cicero die deutschen Zeitungen von links grünen Journalisten besetzt sind. Ich möchte Nachrichten und keine Moralpredigt erhalten. Noch schlimmer sind allerdings Herr Kleber und Frau Slomka, diese Nachrichtensendungen erzeugen bei mir Übelkeit.

Markus Michaelis | Mi, 20. Dezember 2017 - 17:38

In reply to by Marianne Schad

Warum in vielen Kommentaren zuerst die FAZ genannt wird, kann ich nicht nachvollziehen. Relativ zu Tagesschau, Spiegel, ganz besonders SZ, aber selbst noch der ZEIT, hat die FAZ meiner Wahrnehmung nach weniger "Erziehungsjournalismus neuer Ausrichtung" geliefert.

Peter Lieser | Do, 21. Dezember 2017 - 08:33

In reply to by Markus Michaelis

"Früher" war die FAZ eine lesenswerte Zeitung, mittlerweile sind sie auf Mainstream eingeschwenkt, auch was die Toleranz bei Kommentaren betrifft. Die Schleimspur läßt sich bis in Bundeskanzleramt zurück verfolgen. Das war mal meine Tageszeitung ! Gruss aus dem R/M Gebiet.

Petra Führmann | Do, 21. Dezember 2017 - 11:12

In reply to by Markus Michaelis

Herr Michaelis, Ihre Wahrnehmung könnte man teilen, die FAZ war aber die erste Zeitung, die rigoros ab dem ersten Tag der Berichterstattung über das Thema "Flüchtlinge" die Kommentarfunktion abgestellt hat. Für mich ist das auch ein Statement. Und ernst zu nehmende Zeitungen, die Kommentare nicht zulassen, lese ich eher nicht.

Dorothee Sehrt-Irrek | Do, 21. Dezember 2017 - 13:05

In reply to by Markus Michaelis

weil man die anderen weniger las und jedenfalls für die meisten Kommentatoren hier die FAZ an erster Stelle vorbildlich stand.
Meine Diagnose würde daher lauten, Konservative durch und durch.
Kein Wunder, dass man jemanden wie mich nicht gewöhnt ist:)

Selma Palmer | Fr, 22. Dezember 2017 - 22:11

In reply to by Markus Michaelis

Relativ gesehen, werter Herr Michaelis, kann ich Ihre Wahrnehmung bestätigen; nichtsdestotrotz, unter den Blinden ist der Einäugige aber immer auch schon ein König gewesen. So auch bei der FAZ, die zu den meist diskutierten Themen wie Flüchtlinge und islamisch motivierter Terror die Kommentarfunktion stets mit dem Hinweis sperrt, hier gingen keine Beiträge ein, die für die allgemeine Leserschaft eine wissenswerte Bereicherung darstellten. Genau aber dieses Verhalten der verantwortlichen Redakteure stellt für mich jenen Gesinnungsjournalismus dar, der in der Folge zu den nicht minder belasteten Begriffen wie Lügen-, Lücken- und Schweigepresse führt. Dass es auch anders geht, zeigt hier erfreulicherweise der Cicero, dessen Beiträge und Stellungnahmen das pluralistische Meinungsspektrum von Redakteuren und Leser bestätigen. Herzlichen Dank dafür und frohes Fest!

Marcel Arndt | Mi, 20. Dezember 2017 - 20:50

In reply to by Marianne Schad

Ich habe bisher keine Druckausgabe der FAZ gelesen, dafür hin und wieder die FAZ-online. Teilweise übelste Propaganda, besonders auch gegen Russland. Seit ich einen Ad-Blocker installiert habe, verweigert mir FAZ-online den Zugriff - kein Verlust...
Kaufen werde ich die jedenfalls nicht.

Bernhard Jasper | Mi, 20. Dezember 2017 - 11:05

Die Verfassung unserer Wirklichkeit besteht aus Wahrnehmungen aller Art. Deshalb sollte man zunächst das Wahrnehmungsproblem thematisieren, denn das ist immer höchst unterschiedlich und kein passiver Vorgang, sondern eine Tätigkeit des Gehirns und der Sinne. Mit Zeitverzögerung wird uns dann die Wahrnehmung bewusst. Wir konstruieren Wirklichkeiten durch Wahrnehmen, Denken, Handeln, Kommunizieren, die zu einer Erfahrungswirklichkeit wird. Wir können sie auf Lebbarkeit überprüfen, jedoch nicht wahrnehmungsunabhängig überprüfen (in den Naturwissenschaften schon eher). Somit werden Wirklichkeiten grundsätzlich gemacht und diese sind plurale Wirklichkeiten. Es gibt auch keine fundamentalistisch eine Wirklichkeit. Es ist immer eine Gemengelage.
Das gilt besonders in Gesellschaften mit entwickelten Massenmediensystemen, wo unüberprüfbare fiktive Faktoren in die Wahrnehmung der Rezipienten einfließen.

Bernhard Jasper | Mi, 20. Dezember 2017 - 11:08

Nun hat sich unsere Gesellschaft stark individualisiert, oder auch soziologisch ausdifferenziert. Im Marketing spricht man ja inzwischen von „Zielgruppen“. Und da fängt das Problem bei den Massen-Medien an.

Wo sehe ich das Potential beim Cicero?
Es ist die höhere Form der Darstellung, die zusammenfasst, was die Untersuchung an verwertbaren Summanden geliefert hat, jedoch nicht als dokumentierende Beweisführung.

Es ist natürlich der Essay, der betrachtet, weder beweisen, sondern einleuchten will.

Herr Schwennicke, ich möchte die Gelegenheit nutzten um Ihnen und dem gesamten Redaktionsteam frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr 2018 wünschen. Bleiben Sie dem zugeneigten Leser als Medium erhalten. Die neue Ausgabe ist sehr interessant.

Gregory Porter - The Christmas Song
https://youtu.be/0Qmf5fcHfyM

Wolfgang Schmid | Mi, 20. Dezember 2017 - 11:18

Es ist die Lebenslüge einiger Journalisten, dass sie sich gleichsetzen mit "den Medien". Journalismus ist mehr als Offentlich Rechtliches Zwangsfernsehen und die paar überregionalen Zeitungen mit intellektuellem Anspruch, die paar Politmagazine und das ehemalige Nachrichtenmagazin.

Fachzeitschriften, Lokalzeitungen, Blogs etc. haben vielleicht Auflagenprobleme, die den neuen Medien geschuldet sind - aber sie haben keine Glaubwürdigkeitsprobleme. Die haben nur die "alten großen" Zeitungen wie Süddeutsche, FAZ, WELT, Spiegel etc. Sie alle hatten sich in den 1970er Jahren als "vierte Gewalt" geriert - und sind inzwischen als Bettvorleger der Kanzlerin geendet. Diesen Schwenk - Kohl bekämpft haben und Merkel loben - den kann man nicht glaubwürdig überstehen. Wenn diese Journaille ihre Aufgabe darin sieht, Regierungskritiker zu verleumden statt die Regierung zu kritisieren, ist sie schlicht überflüssig. Ihre Auflagen fallen parallel zu denen der Altparteien - und das ist gut so.

Peter Rosenstein | Mi, 20. Dezember 2017 - 11:21

Der Bestandsaufnahme von Herrn Schwennicke kann ich mich nur in Teilen anschließen. Ich halte die Entwicklung des Journalismus, vor allem seiner Online-Variante, für einen bewußt angeschobenen Prozess. Die Presse moralisiert nicht (nur), sie suggeriert und manipuliert. Die Flüchtlingskrise ist da ein gutes Beispiel. Jeder, der Augen zu sehen und ein Hirn zu denken hatte, wußte, dass das Groh der Ankömmlinge mitnichten der ersehnte Ersatz für lichten Reihen der deutschen Facharbeiter sein konnte. Jeder, der seine Augen nicht verschloss, wußte, dass (auch) traumatisierte Zeitbomben über die Grenze kamen, von den anderen Problemen ganz zu schweigen. Große Teile der Presse haben allerdings diese Kritikpunkte komplett aus ihrer Berichterstattung verbannt, und stattdessen ein Bild der Situation gezeichnet, wie es realitätsverzerrter nicht hätte sein können: Manipulative Mischungen von Nachricht und Meinung, um einem bestimmten Weltbild zu entsprechen, nicht aber der Wirklichkeit.

Dorothee Sehrt-Irrek | Mi, 20. Dezember 2017 - 16:41

In reply to by Peter Rosenstein

weil ich mir anders diese `triefende´ Berichterstattung ohne Tiefe, aber raunend und damit Tiefe vortäuschend, gar nicht erklären konnte.
Das mögen manche anders machen, aber ich veranschlage die Intelligenz anderer eigentlich immer ersteinmal höher als die meine, weshalb ich Absicht glaubte erkennen zu können, vor allem bei Merkel, deren vita sich doch sehen lassen kann.
Mit wem hat sie nicht schon konferiert über die Lage der Welt...
Nein! Das kann ich, gewissermassen Gott sei Dank, nicht aufrechterhalten.
Merkel glaubt an sich nicht wenig und so auch die entsprechenden JournalistInnen.
Die sind so wie sie schreiben oder Politik machen.
Ich habe blind von meiner Hochachtung vor dem intellektuellen Können WENIGER Vertreterinnen der journalistischen/politischen Zunft auf eben die Ganze geschlossen.
Es gibt Hochkaräter und wie diese wohl nur vereinzelt.
Es ist erschütternd und nicht ermutigend für die Zukunft, die ich aber ganz besonders dem Cicero wünsche.
Auch ein Licht ...

Heinrich Niklaus | Mi, 20. Dezember 2017 - 11:22

„Die Welt als Wille und Vorstellung eines … Journalismus, der sein Maß nur noch in sich selbst findet, da wirksamer Einspruch bei diesem gesellschaftlichem „Teilsystem“ – im Unterschied übrigens zu allen anderen – nicht möglich ist, weil alles, was über dieses System öffentlich gesagt werden kann, durch dieses System selbst hindurch muss. Der politische Journalismus ist durch seine Stellung im Kommunikationssystem „unbelangbar“ geworden…“ (Thomas Meyer, Die Unbelangbaren, S. 17)

Das, Herr Schwennicke, ist das Kernproblem. Problemlösung? Diesem Journalismus die finanziellen Mittel entziehen( läuft schon, erkennbar an den Auflagenrückgängen). Bei dem ÖR gelingt das noch nicht, da sie „steuerfinanziert“ sind.

Gerd Steimer | Mi, 20. Dezember 2017 - 11:25

Die überwiegende Mehrheit der Journalisten ist linksgrün bis linksliberal und glauben auch die Welt in ihrem Sinne verbessern zu können anstelle nüchtern und ausgewogen zu berichten.
Es hat sich die letzten Jahrzehnte so entwickelt, Journalisten die diesem linken Mainstream nicht folgen, bekommen beruflich in 99% der Medienauflage keinen Fuß mehr auf die Erde.
So einfach ist das!
Ein Kompliment an Cicero, sie lassen wenigsten ander Meinungen zu.

Tja, dann muss man sich als andersdenkender Journalist wie Herr Tichy oder Herr Schwennicke selbstständig machen oder neben- und ehrenamtlich als Graswurzelbewegung starten. Haben die Grünen 1980 ff. auch so gemacht. Trifft übrigens auch auf Künstler wie Theatermacher oder Kabarettisten zu. Finanziell ist das natürlich erst einmal ein Rückschritt, aber langfristig wohl weniger gefährdet als der sog. Mainstream.

Hans Page | Mi, 20. Dezember 2017 - 11:26

Ich meine dass die deutschen Medien ein gerüttelt Mass an Verantwortung haben für die verfahrene Situation der deutschen Politik und ihrer Ergebnisse schon seit 2010 haben. Früher sahen Medien die rücksichtslose Aufklärung des Missbrauchs der Macht oder des Versagens der Mächtigen als ihre hauptsächliche Aufgabe an. Man denke nur an die Spendenaffäre, verschiedene Straussskandale etc., aber da ging es wohl gegen die "Bürgerlichen". Seit die Politik "links" geworden ist, fehlt dieses aufklärerische Imperative, wohl weil man Sorge hat, die "Falschen" könnten davon profitieren. Dabei wird vergessen, dass die Probleme durch schlechte/falsche Politik entstehen, nicht den objektiven Berichten darüber. Als Bürger fühle ich mich allein gelassen, von den meisten Medien, mit sehr wenigen löblichen Ausnahmen wie Cicero und TE. Allerdings ist der C zu klein um den Spiegel und Zeit der 60-80er Jahre zu ersetzen.

Edgar Timm | Mi, 20. Dezember 2017 - 13:58

In reply to by Hans Page

verzeichnet CICERO steigende Auflagen - und zwar bei intelligenten und kaufkräftigen Lesern - das sieht man nicht nur an den Leserkommentaren, sondern auch an den Anzeigenkunden, die das schon begriffen haben. Lieber Herr Schwennecke, liebes CICERO-Team, machen Sie weiter so! Ein frohes Fest und ein erfolgreiches 2018 wünscht Ihnen Edgar Timm

Ines Schulteh | Mi, 20. Dezember 2017 - 11:28

...wenn die Presse ihre selbst gesteckten Ziele, die 5 journalistischen " W" , beherzigte:

Wer oder was, - wann, - wo , - wie - und warum.

Vor Allem das " Wer " besteht heute vielfach in der
lapidaren Umschreibung " junger Mann". Gerade heute wieder beim Fall des versuchten Mordes durch Ertränken in der Havel. (siehe z.B. t-online mit Verweis auf dpa) Bei dpa bedienen sich fast alle Tageszeitungen und so bekommen Nachrichten bundesweiten Charakter.

So kann wenig Hoffnung für's neue Jahr aufkommen, - warum und wodurch sollte der 01.01.18 etwas verändern? Wenn der Leser erst selbst recherchieren muss, macht sich eine sog. Berichterstattung überflüssig.

Giesela Kramski | Mi, 20. Dezember 2017 - 11:34

"Die Dinge beim Namen nennen" und vielleicht beginnen mit dem Pressekodex, Richtlinie 12.1 (Zugehörigkeit von Tätern zu ethnischen, religiösen und anderen Minderheiten) ?

Diese ist zwar seit 22.3.17 etwas geschmeidiger formuliert, aber immer bleibt in meinen Augen noch "eine halbe Wahrheit eine ganze Lüge".

Fritz Gessler | Mi, 20. Dezember 2017 - 11:46

nicht einmal zu mittag hat CICERO einen einzigen praktikanten, der zensur spielen kann und kommentare veröffentlichen? traurig genug.

Christa Wallau | Mi, 20. Dezember 2017 - 11:48

... hat in der Berichterstattung nichts verloren, allenfalls in Kommentaren. Für alle Journalisten gilt es, dies zu beherzigen, wenn sie ernst genommen werden wollen. Am meisten aber müssen die Nachrichtensendungen in Rundfunk u. Fernsehen ihren Stil ändern. Sowohl die Redakteure als auch die Sprecher dort pflegen eine eindeutig tendenzielle Sprache und lassen deutlich erkennen, wo ihre Sympathien und Antipathien liegen.
Das Ergebnis sind dann keine "Meldungen" mehr (so nannte meine Schwiegermutter die Nachrichten), sondern belehrende Unterrichtung der Zuhörer bzw. Zuschauer. Diese sind jedoch keine unmündigen Kinder, sondern mündige Bürger, die sich ihre Meinung zu den Nachrichten gerne und auch gut selber bilden können.
Es ist schon paradox: In den Schulen sollen die
Kinder heute möglichst selbständig und autonom
lernen (was sie meistens überfordert), aber als Erwachsene müssen sie sich dann die spezifisch ausgewählten Neuigkeiten und Belehrungen der Slomkas und Klebers anhören.

Solange Journalisten sich zu PR-Zwecken vorwiegend von Politakteuren nur all zu gerne 'benutzen' lassen und sich umgekehrt unter dem Deckmantel, 'wir wollen nur unsere journalistische Arbeit machen' , Agitation, Propaganda und Moralistentum betrieben wird. Solange sich 'objektive Berichterstattung' nur noch zu camouflierten Kommentaren und direkte Einflussnahme auswächst. Solange in den Redaktionsstuben vorwiegend der links-grüne Zeitgeist herrscht...solange die politisch Korrekten das Prä vorgeben...solange diese die Meinungsdeutungshoheit behaupten, solange kann man vergebens hoffen, dass sich auch innerhalb der Medienlandschaft Ausgewogenheit einstellt. Mal ganz ehrlich, da waren Eduard Schnitzler, sein Schwarzer Kanal und der Löwenthal vom ZDF noch 'erfrischend'. An die Medien gerichtet: Mehr Ausgewogenheit, mehr Objektivität wagen!

wolfgang spremberg | Mi, 20. Dezember 2017 - 11:51

macht sich nicht mit einer Sache gemein, auch nicht mit einer guten. (Friedrichs)
Der Volkspädagogische Tendenzjournalismus hat aber das Problem, das er besser weiß als wir (die Normalen) was die gute Sache ist. Es ist dann sehr schwer dieses besser Wissen zu unterdrücken. Deshalb muss man als Journalist auch immer darauf achten das Informationen nicht der falschen Seite nützen. Unsere Regierenden wissen ja auch besser was für uns gut ist als wir selbst. Deshalb wird z.B. ganz selbstverständlich mit Steuergeldern der "kampf gegen rechts" finanziert. Seien wir mal offen...und stellen uns vor die Ösis (Bergdeutschen) finanzieren jetzt dank ÖVP/FPÖ Regierung einen "kampf gegen links" aus Steuergeldern. Entspreche der Mehrheit...würde aber der falschen Seite nützen....sagt wer ? Ach ja, die, die es besser wissen. Könnte man nicht ein 2 Klassewahlrecht einführen ? Mit einem Malussystem für die falsche Seite ? Demokratie vom feinsten.......

Erhard Sendowski | Mi, 20. Dezember 2017 - 11:58

Der Ciciero ist das einzige Magazin/ Zeitschrift die ich aktuell als Printausgabe kaufe und mein Vertrauen genießt. Beim Spiegel, Focus, FAZ, FR, Zeit, etc. wundert man sich Auflagenverluste, ich nicht, die habe ich alle durch !

Dr. Lothar Sukstorf | Mi, 20. Dezember 2017 - 17:57

In reply to by Erhard Sendowski

Der Cicero - bei aller Wertschätzung - wird vom Magazin 'Cato' noch übertroffen, ihn zu lesen, ihn zu verinnerlichen ist ein intellektueller Hochgenuss. Im Übrigen weiche ich auf die NZZ aus, hingegen sind die Zeit, Süddeutsche, Stern, Spiegel und Focus auf meinem persönlichen Index und bevor ich irgendwelche Lehren aus der ARD und ZDF-Berichterstattung ziehe(diese Moralisten) kann ich genau so gut in die Münchner Staatsbibliothek gehen und mir den Völkischen Beobachter vorlegen lassen, da habe ich auch 'Gleichschaltung' bloss auf eine diametral andere Weise.

Rüdiger Tatus | Mi, 20. Dezember 2017 - 12:04

die Hand reichen, Halbwahrheiten und nur noch Meinungen verbreiten, Sprachgeneratoren der REGIERUNGSPOPULISTEN sind, wird das VOLK, das sich nicht mehr so nennen darf, mürrisch und manche sagen vereinfacht: Lügenpresse. *) "WIMPL": WILL,ILL,MAISCH,PLASI, LANZ-TV; Schweine-Journalismus: "Jeden Tag eine neue Sau durch das Dorf jagen-bis sie erlegt ist". Sie alle gehören zum Linksgrünen-Medialen-Politischen- Institutionellen Komplex, in dem sie sich beliebig darin bewegen und ihre Existenz nicht nur sichern, sondern davon fürstlich leben. Und viele von ihnen wollen ganz oben surfen und übertreffen sich gegenseitig devot im Kampf gegen OPPOSITION und "RECHTS", denn das bringt Quote und einen Extra Löffel vom süßen Brei. Ein geschlossenes System das wenigstens 80% der Gesellschaft umfasst. Insbesondere im Osten für viele sichtbar-deshalb ist hier, begründet aus früheren Erfahrungen, der Widerspruch am größten.-Es gibt aber noch Inseln: CICERO, TICHY - und NOCH freie Stimmen im INTERNET.

Da sprechen Sie einen sehr wesentlichen Aspekt an. Die von Ihnen genannten Gesichter aus den einschlägigen "Talk-Shows", die tatsächlich zu glauben meinen, sie seien "echte" Journalisten, während sie mit den "Mächtigen" in's Bett steigen, sind letzten Endes auch nur "ganz normale Egoisten", die in erster Linie darauf bedacht sind, ihr Schäfchen in's Trockene zu bringen - hier nannte man sie schon immer "die Etablierten", "die Schönen und Reichen", "die Eliten". Und im Ostblock war's dann eben die Nomenklatura der Partei bzw. des "Apparats". Dieses Gemisch aus Parteien und Medienwelt, aus Macht und Geld ist doch am Ende für deren Profiteure (und deren Nachkommen, die i.d.R. auch automatisch für die Zukunft versorgt werden) paradiesisch. Der Nektar fließt unentwegt, die Konten füllen sich - und man wähnt sich immer auf der "richtigen" Seite. Wichtig zudem: in diesem "geschlossenen System" versichert man sich stets gegenseitig seiner "hohen Moral". Verlogener geht's nimmer!

geht das auch ohne Rumgebrülle und vulgäre Ausdrucksweise? Wie sollten wieder anständiger mit unserer
Sprache umgehen, vielleicht würde sich dann auch das Benehmen der Menschen miteinander verbessern, das Leben angenehmer machen. Danke.

Heidemarie Heim | Mi, 20. Dezember 2017 - 12:06

für die eigene Nabelschau? Wird spannend. Wobei ich außerhalb des CICERO und einiger weniger Medien keine allzu große Erwartung hege. Ich ginge sogar so weit, den aktuellen Zustand weiter zu belassen. Lasst doch die ideologischen Indoktrinierer/"Betreuer der wahren Politik" sich weiter als das offenbaren was sie geworden sind .Irgendwann kommen sie auch auf den Trichter. Spätestens dann, wenn ihre Blätter wie eine einzige Reklame-Postwurfsendung anmutet mit ein paar Zeilen Kleingedrucktem dazwischen was kein Schwein mehr liest und bei Herrn Kleber vom ZDF nach jedem gesprochenen Nachrichtensatz ein Werbespot zwischengeschaltet wird um die Aufmerksamkeitsspanne des Publikums zu fördern;). MfG

Sepp Kneip | Mi, 20. Dezember 2017 - 12:18

"Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache - auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazu gehört."
Eine Erkenntnis von Hajo Friedrichs, die er jedem Jounalisten ins Stammbuch schrieb. Vergeblich. Was sich die heutige Journaille leistet, lässt ihn sich bestimmt im Grab umdrehen. Haus- und Hofberichterstattung ist noch milde ausgedrückt. Es hat sich ein Politk/Medien-Kartell gebildet, das schon einer Gehirnwäschanlage für den Bürger nahe kommt.

„Sagen, was ist“ Würden die Medien das tun und nicht "Sagen, was das Polit/Medienkartell für das 'Ist' hält", würde unsere Nachrichtenwelt anders aussehen und die herkömmlichen Medien brauchten nicht mehr die Konkurrenz der alternativen Medien zu fürchten. Nun hat sich aber die links/grüne Denkungsart durch Politik und Medien hindurchgefressen, sie zu einer moralinverseuchten Einheit gemacht, die alles zerstört was dem Bürger frommt.

Hanno Woitek | Mi, 20. Dezember 2017 - 12:20

Ja, Ihre Einleitung erscheint mir schon sehr zutreffend. Was mich nervt: Journalistische Besserwisserei ( Jörges, aber auch sie, Herr Schwennike, wie wäre es grundsätzlich mit einer Betonung, dass es sich nur um eine Meinung handle, die nicht richtig sein muss), Langeweile durch immer wiederkehrende Politiker Plattitüden immer derselben Gesichter.
Wie wäre es mit folgender Idee:
1. Beantwortet in einem Interview ein(e) Politiker(in) eine Frage nicht, hinterfragt man ein 2. Mal, kommt dann immer noch keine Antwort, bricht man das Interview mit der Bemerkung ab: "vielen Dank, aber Sie beantworten unsere Frage nicht" und druckt das auch.
2. Talkshow Circus mit eben diesen Plattitüden-Politikern (ich meine die Prominenz) auch nicht mehr.Sondern
Immer wieder junge einfache Bundestagsabgeordnete, ohne Regierungsamt und immer einer/eine pro Fraktion, die die Frage!!! beantworten müssen!!!und zwar ohne vorher den politischen Gegner zu beleidigen, sondern nur das was sie selbst tun wollen

Udo Maier | Mi, 20. Dezember 2017 - 12:20

Ja, mittlerweile trauen ich den deutschen Medien nicht mehr. Zu ideologisch einseitig gefärbt und zu viel Halbwahrheiten. Wenn sie doch nur unterschiedliche Standpunkte vertreten würden, dann gaäbe es vielleicht wieder Debatten. Mittlerweile lese ich schweizer Zeitschriften, um eine Einschätzung deutscher Politik zu erhalten.

wenn es in unseren Landen nicht gefragt ist, jedenfalls seit m.E. Merkel?
Liebe Journalist_innen, ich schreibe doch auch deshalb so viel, damit Ihr wisst, dass Euch im Notfall jemand intellektuell, überhaupt mit der Komplexität seines Denkens und seiner Bereitschaft, in diesem Sinne Verantwortung zu übernehmen, zur Seite springen wird.
Ja sicher, Bücher wären eine Variante gewesen, aber ich habe schon immer die lebendige Auseinandersetzung geliebt, in der mich mein Vater, wenn auch mit einigen Blessuren, aber eher dessen nicht gewahr oder sich darin behilflich wähnend, jedenfalls groß werden liess.
Wenn ich meist irgendwie weiterwußte bzw. überhaupt einen Weg sah, dann als Kind meiner Eltern.
Ich litt nie intellektuelle Not, schwerer war es mit diesem unendlichen Reichtum der Welt zu begegnen, ohne zu verzweifeln oder zu verhärten.
Wer nicht von mir will, der hat schon und gut ist? :)

Udo Dreisörner | Mi, 20. Dezember 2017 - 12:36

.. man nicht lange nach Ursachen suchen. Das Geradequatschen der Probleme der Flüchtlingskriese, das in einer Endlosschleife runtergeleiert wurde, hat ganze Arbeit geleistet. Immer wieder und wieder wurde uns den ganzen Tag der gleiche Blödsinn vorgeleiert. Wer kritisch war war gleich ein Rechter, fertig. Und auch heute noch fehlt mir die Cicero-Berichterstattung in den Medien. Ich habe mein Tageszeitungsabo genau aus dem Grund gekündigt, wegen der einseitigen Berichterstattung. Ist erst mal eine Kündigung da wird man ja sogar angerufen warum und der Chefredakteur wollte es einfach nicht wahrhaben das es eine einseitige Berichterstattung ist die er liefert. Ich lese Cicero, Tichys und gut ist. Dem Rest schenke ich nicht mal für 5 Cent Glauben. Genauso ARD und ZDF.

Robert Müller | Do, 21. Dezember 2017 - 13:36

In reply to by Udo Dreisörner

Im Cicero werden Null Nachrichten berichtet, nur entsprechen die Kommentare im Cicero wahrscheinlich genau Ihrer Meinung. Persönlich halte ich es anders herum, also wichtig sind mir die Nachrichten und die Kommentare sind ein nettes Plus, aber nicht notwendig. Insofern ist für mich der Cicero so etwas wie die Nachspeise, während andere Zeitungen die Hauptspeise sind. Persönlich habe ich nur wenig Probleme damit die Nachrichten von der Propaganda zu trennen. Es ist nur leider sehr ärgerlich die Propaganda immer mitlesen zu müssen.

Michaela Diederichs | Mi, 20. Dezember 2017 - 13:06

Ich freue mich auf jede neue Ausgabe, auf diese aber diesmal besonders.

Wilhelm Maier | Mi, 20. Dezember 2017 - 13:24

Es wird immer schwieriger aus der Lawine von „Nachrichten Makulatur“ etwas glaubhaftes und ehrliches herauszupicken.
Nachrichtenjournalismus ist zu Medienjournalismus mutiert.
Da die Trennung von Nachrichten und Kommentaren nicht eingehalten werden, wirken dsie fast wie Propaganda.
So was wie "Eid des Hippokrates" sollte man schon lange auch bei Journalisten einführen.
Danke Herr Schwennicke.

Reiner Jornitz | Mi, 20. Dezember 2017 - 13:31

ist nicht wenn Frau Maischberger Personen und Parteien versucht vorzuführen, Klatscher im Studio engagiert werden so bei Anne Will, Plassberg, usw.
Hetzkampagnen unterstützt Meinungen manipuliert , dazwischen redet und die Winterberger -Journalisten die nach den mächtigen deren Interessen vertreten. Es ist ein Abschaum entstanden in der Medienwelt . Als 4te Gewalt total Verantwortungslos Informationen vorenthält und man durch You-Tube mehr erfährt als in allen Zeitungen zusammen. Man muss schon zu Russia Today gehen um unvorstellbare Nachrichten von den USA über Deutschland zu erfahren! STRATFOR aber in Deutschland sieht man so etwas nicht! Sind wir der Bürger Kinder oder Dumm ? So lange das sich nicht ändert wird nur der übrig bleiben der ehrlich und korrekt Informationen schreibt und die Wahrheit auch über die AFD und den Flüchtlingskrimi

Ohne manipulative Medien gerät das Feigenblatt "Demokratie" für den allmächtigen transatlantischen Finanz-, Industrie- und Militärkomplex zum unkalkulierbaren Risiko - trotzdem gibt es zunehmend "Pannen", wie Brexit, Trump, AfD, Österreich etc. ...

anita brandl | Mi, 20. Dezember 2017 - 13:33

Nicht nur das Moralisieren.
Ich habe schon lange das Gefühl das die Journalisten gegenseitig voneinander abschreiben, weil sie selbst Angst haben, nicht politisch korrekt zu sein.

Gerdi Franke | Mi, 20. Dezember 2017 - 13:43

Das kann schwer werden. Wer sagt offen wie die Politik und wer dort Einfluss genommen hat auf die Berichterstattung der Medien zum Flüchtlingsthema? Gemerkt hat es jeder politisch interessierte, zugegeben hat es bisher niemand! Man hat nur gemerkt, dass hinter den Kulissen einige Personen aus dem Rampenlicht genommen wurden.

helmut armbruster | Mi, 20. Dezember 2017 - 14:10

wie der Name Journalist (le jour = der Tag)schon sagt, beschäftigen sich Journalisten mit Tagesereignissen.
Je nach Publikum, für welches sie schreiben, geben sie diesen eine reißerische oder gediegene Aufmachung.
Und das war's dann.
Kaum ein Journalist fragt nach was z.B. aus den Versprechungen dieses oder jenes Politikers geworden ist. Ich weiß nicht warum das nicht gemacht wird, denn es wäre die Chance die Verlogenheit der Politiker bloßzustellen.
Möglicherweise besteht im Publikum kein Interesse. Möglicherweise glaubt ein Journalist er könne sich das nicht erlauben.
Auf jeden Fall wird eine große Chance vertan und der Journalismus selbst disqualifiziert sich als kurzlebige und oberflächliche Unterhaltung.

Axel Kreissl | Mi, 20. Dezember 2017 - 14:51

Schöne Vorlage! Daß wir nicht in einer absoluten Zeit leben, sondern nur wieder mal in einer sehr dunklen Phase, zeigt das Drama von Ibsen. Auch G.K. Chesterton berichtet von einer Art "Volksfeind". Vor etwa hundert Jahren gab es im englischen Parlament einen Politiker, der den anderen als einziger sagen konnte, was ist. Er konnte das, weil er arm war und innerlich unabhängig und nicht korrupt wie die anderen. Also war er natürlich kein "Volksfeind", sondern das genaue Gegenteil. Solche sind der Sauerteig, der Sand im Getriebe der an anderer Stelle erwähnten politischen Maschinerie. Ansonsten passt die Beschreibung der Verhältnisse von vor hundert Jahren genau auf unsere heutige Zeit. Zu finden in "Prophet mit spitzer Feder" von Gisbert Kranz, eine in jeder Hinsicht empfehlenswerte Lektüre!

Karl Napf | Mi, 20. Dezember 2017 - 15:56

Wahrheit und deutsche MSM gehen getrennte Wege.Man hat eine guetliche Trennung vereinbart.

Wie immer Situation leiden den Leser am meisten.
Das vereinbarte Besuchsrecht, das der Wahrheit erlaubt den Leser in selektierten Monats- oder Wochenmagazinen zu treffen sind nicht ausreichend eine schlingernde Demokratie wieder auf Kurs zu bekommen.

Ein Tucholsky wuerde weinen.

Dr. Rainer Berger | Mi, 20. Dezember 2017 - 16:14

es fällt mir zumeist nicht schwer ihren Argumenten wohlwollend zu folgen. Denen heute nicht. Die Behauptung - wenn auch als Zitat gebracht - der "Nachrichtenjournalismus (sei) entpolitisiert" worden ist schlicht unzutreffend. Er ist zu Propaganda mutiert, nicht selten durch weglassen von Informationen, durch Entstellungen oder durch verfälschende Kontextstellungen wird sehr wohl bewußt Politik betrieben. Das die private Presse damit ihrer Rolle nicht gerecht wird, das mag man zu recht beklagen, aber dagegen kann man sich wirtschaftlich wehren, durch Verzicht. Der eigentliche Skandal ist der Staatsfunk - dessen Existenz dank eines ebenso skandalösen Unrechtsurteil des BVerfG - steuerlich garantiert wird. Gegen Polen wird ein EU-Verfahren - so die NZZ heute - wegen der Gründe eingeleitet, die bei uns seit je normal sind: Die sog. demokratischen Parteien bestimmen die Richter und kontrollieren die Sender. Übrigens auch wer Hochschullehrer wird. Ich war einer.

Sehr geehrter Herr Dr. Berger,
es gibt sicher viele Akademiker in der BRD, die Ähnliches berichten können, wie Sie.
Neulich las ich von einem Schriftkünstler (Emil Rudolf Weiß), der unter anderem auch Fraktur-Schriften entwarf (die von dummen Linken als "Nazi-Schrift" bezeichnet werden). Er hatte einen Lehrauftrag, von dem er 1933 entbunden wurde. Desweiteren hat man ihn 1937 aus der Akademie der Künste ausgeschlossen.
Soweit sind wir mittlerweile wieder...

Frank Bauer | Mi, 20. Dezember 2017 - 16:44

Zu behaupten, "die Medien", also gerade die Leit- und ÖR-Medien, hingen ihr Mäntelchen nach dem Wind, ist eine gelinge Untertreibung, besser noch : falsch. Diese Medien MACHEN den "Wind", und zwar mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln. Man schauen sich beispielsweise die online-Ausgabe der ZEIT an. Ein Flagschiff der no-border-Ideologie, einseitigste Berichterstattung resp. Meinungsmache, ergänzt durch unbeirrte Pro-Islam-Einstellung. Aktuell läuft eine Kampagne gegen die neue österreichische Regierung, so wie man auch vor den BTW versuchte, die AfD nach Kräften zu skandalisieren. Kritisch ist man hingegen der Fahndung nach den G20-Gewalttäter gegenüber und spricht sogar von "Eskalation". Die Forenmoderation ist oft nichts anderes als nackte Zensur, welche unter den lächerlichsten Vorwänden unliebsame Beiträge löscht. Dies alles ist weit mehr als kurzsichtiger Optimismus, es ist eindeutige Parteinahme und Propaganda.

Frank Bauer | Mi, 20. Dezember 2017 - 16:57

In reply to by Frank Bauer

Es sollte natürlich heißen: "dies alles ist weit mehr als kurzsichtiger Opportunismus" (nicht Optimismus)...

Heinrich Niklaus | Do, 21. Dezember 2017 - 11:09

In reply to by Frank Bauer

Zustimmung! Die "Unbelangbaren" machen Politik. Ohne jede demokratische Legitimation. Und Frau Merkel hängt zum Zwecke des Machterhalts ihr Mäntelchen in die von den Medien gemachte grün-linke Windrichtung.

Kurt Schröder | Do, 21. Dezember 2017 - 14:29

In reply to by Frank Bauer

Meine Beiträge werden inzwischen gar nicht mehr gelöscht, sondern erscheinen erst gar nicht. Die Leser, die das nicht wissen, dass Beiträge schon vorab zensiert werden, halten ZON für ein gelungenes Beispiel von Meinungsfreiheit. Manche Themen und Meinungen sind aber tabu bzw. manche Personen sakrosankt, z.B. Helmut Schmidt.

Elfriede Jung | Mi, 20. Dezember 2017 - 18:29

Sehr geehrter Herr Schwennicke, ich habe mich so über Ihre wunderbare Kritik an Ibsen Volksfeind Theateraufführung gefreut! Wie gut kann ich sie nachempfinden. Wir sind vor 23 Jahren nach Berlin gezogen und haben dort unzählige, wunderbare Aufführungen in den Theater des Ostens erleben dürfen. Wir kamen aus Frankfurt/Main und dort
war dies schon lange vorbei. Nun, seit etwa 10 Jahren (Personwechsel) kann man auch hier in
Berlin, egal ob Ost oder West als normaler Mensch
nicht mehr ins Theater gehen. Man ärgert sich nur,
oder wundert sich. Ich bin mir sicher, ohne die üppigen Subventionen würden diese Art von Theater gar nicht überleben. Da fehlt einfach
Substanz. Sie schaffen es, alles zu verunstalten-
und neue Stücke gibt es kaum.

Robert Müller | Do, 21. Dezember 2017 - 10:11

Ich würde gerne auf den Unterschied zwischen Nachrichten und Kommentar hinweisen. Nachrichten sollten neutral sein, während Kommentare gefärbt sind. Übrigens, der Cicero publiziert keine Nachrichten. Ein Problem dürfte sein, daß Nachrichten teuer sein können. Es ist möglich beliebig viel Geld für Nachrichten auszugeben, nach oben und bis zu Null nach unten. Je nach Einnahmen und Gewinn-Vorstellung des Eigentümers der Zeitung kann dementsprechend in Nachrichten investiert werden.

Ulrich Baare | Do, 21. Dezember 2017 - 10:59

Ich glaube nicht, dass eine Richtungsänderung zur Zeit möglich ist.
Das problem besteht einfach in den Medienschaffenden selbst.
Diese suind meist sehr engagierte, politisch interessierte Mernschen, die ganz bestimmten Umfeldern - bürgerlich, Ausbildung: meist universitäre Geisteswissenschaften -, dort die Protestkultur links-alternativer Gruppierungen angenommen haben, nach denen Grenzüberschreitungen bis hin zu Straftaten im Namen des jeweils Guten legitim seien. Die eigene, oft absolut gesetzte Überzeugung die (moralisch) richtige Sichtweise zu besitzen rechtfertigt dann die jeweilige journalistische Grenzüberschreitung (Belehrung, Vermischung von Meinung und Fakten, Moralisierung). Zusätzlich wird das dadurch legitimert, dass sehr viele Journalisten einen ähnlichen (politisch-weltanschaulichen) Hintergrund teilen, sie also jeweils von den Kollegen bestärkt werden in ihrem bevormundendem journalistischem Duktus.

Bernhard Marquardt | Do, 21. Dezember 2017 - 13:03

„Je mehr sich eine Gesellschaft von der Wahrheit entfernt, desto mehr wird sie jene hassen, die sie aussprechen.“ George Orwell
Hinter dem „Mainstream“ deutscher Zeitungen steht primär die mit A.Merkel gut vernetzte Medienmacht von Bertelsmann und Springer. Zudem deren Einfluss auf die „Öffentlich Rechtlichen“, deren Spitzen ohnehin „Groß-Koalitionär“ besetzt sind. Redaktionelle Zusammenschlüsse wie die „Funke-Medien-Gruppe“, das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ u.a.m. fördern die Oligopol-Bildung. Fertig ist der mit Propaganda durchsetzte mediale Einheitsbrei. Schweizer Zeitungen sind da fast wie Westfernsehen in der DDR. Eine Schlüsselrolle in der deutschen „Berichterstattung“ nimmt die dpa ein, von der der Normalbürger glaubt, deren „Meldungen“ wären die Essenz einer neutralen Quelle, auf deren Wahrheitsgehalt sich alle anderen Medien kritiklos berufen könnten. Wem dpa gehört und welche Mehrheiten dort redaktionell das Sagen haben, konnte ich nicht recherchieren. Wer weiß mehr?

Kurt Schröder | Do, 21. Dezember 2017 - 14:15

Ich lasse Zeitschriften, die keine Kommentare zulassen 'links' liegen. Abgesehen von den Fake News der MSM finde ich die Zensur als größtes Übel. Ich habe in der FR darauf hingewiesen, dass es zu einer neutral, also ohne nähere Informationen, geschilderten Messerattacke, einen genauen Polizeibericht gibt. Dafür wurde mein Account von fr.de gesperrt. Offenbar hatte es den Zensoren der Frankfurter Rundschau nicht ins Konzept gepasst, dass im offiziellen Polizeibericht die Nationalitäten der Beteiligten genannt wurde. Da es (aus Sicht der FR leider) keine Deutschen waren, hat dies wohl nicht ins politische Konzept gepasst und ich wurde kurzerhand gesperrt. Dies ist zwar nur ein Beispiel, aber ein typisches. Bei ZON ist es nicht anders. Wer so mit Meinungsfreiheit umgeht, muss sich nicht wundern, wenn die Leser wegbleiben.

Peter Huber | Do, 21. Dezember 2017 - 15:01

Die Hauptwahrheit ist - dass es keine "Flüchtlingskrise" war. Denn es waren keine Flüchtlinge, die zu uns kamen. Es waren Menschen, die längst in Sicherheit angekommmen waren, die aber dann von Migrationsorganisationen dazu angeleitet wurden, weiter und zu uns zu ziehen. Warum? Nicht, weil sie in der Türkei oder in Marokko verfolgt oder von Krieg bedroht gewesen wären, sondern weil man ihnen und weil sie sich dann auch selbst bessere Lebensbedingungen im Paradies der BRD versprachen.
Es waren und es sind KEINE "Flüchtlinge".
Dieses Wort ist eine Lüge und genau dazu bestimmt gewesen, uns moralisch zu erpressen. Hat ziemlich funktioniert, über lange Strecken. Viele, vor allem Frauen, konnten sich dem massiven Appell an ihre Hilfsbereitschaft nicht entziehen.
Herr Schwennicke, es wird Zeit für einen Titel "Die Flüchtlingslüge - warum die Lügenpresse zurecht so genannt wurde".

Holger Stockinger | Do, 21. Dezember 2017 - 23:40

Aus der Flüchtlingskrise wurde ein hysterisches "Refugees Welcome", das bis heute in den Staatsmedien andauert.

Das Gehalt eines Tatortschauspielers ist ebenbürtig mit der Unbezahlbarkeit von Volksverarschern.

Von der LINKEN bis zur CSU: Verarschen lohnt sich!

Peter Huber | Fr, 22. Dezember 2017 - 00:13

Auch in München konnte man als Deutscher ohne Selbsthass und Masochismus nun etwa 15 Jahre nicht mehr ins Theater gehen: Keine Inszenierung ohne Nackte, Nazis und viel Körpersekret.
Anale Nazi-Obsessionen allüberall.

Neulich habe ich es mal wieder gewagt - und tatsächlich war der König Ödipus im Residenztheater sehbar. Ruhig, schlicht, konzentriert. Gut.
Aus welchen Trümmern müssen wir wieder aufsteigen und aufbauen. Steffen Königer hat schon recht, wenn er das Zerstörungswerk der 68er in unserer Kultur anspricht. Wo in der Welt würden sonst Lehrer mit ihren Schülern in einen Film gehen, in dem der größte Dichter des Landes im Titel, also programmatisch, verhöhnt wird?

Holger Kremer | Sa, 23. Dezember 2017 - 13:46

die Journalisten mit ungetönter (rot/grün) Brille! Am 19.12.17 erschien im ansonsten auch pcorrecten Westfalen Blatt ein Kommentar des politischen Redakteurs Andreas Schnadwinkel zu dem Thema "Ein jahr Breitscheidplatz - Das große Versagen des Staates" ( http://www.westfalen-blatt.de/Ueberregional/Meinung/3096692-Kommentar-z…) Ich würde diesem mann gern meinen Respekt ausdrücken, weil er mich hoffen läßt! Ich empfehle allen "Hoffnungslosen" diesen Link mal anzuklicken. Bei Recherchen stellte ich fest, daß dieser Journalist schon früher Meinungen mitungetrübtem Menschenverstand veröffentlichen konnte. Der einzelne Krokus, der durch die eisige Schneeschicht der MSM sich Bahn bricht! Vielleicht wird es doch mal ein Krokusfeld. Dann - irgendwann - werden die meisten heutigen Mitläufer - wie nach der Wende in der ehem. DDR - "das schon immer alles anders gedacht haben und dagegen waren, aber man konnte nicht anders!"

Wolfgang Schuckmann | So, 24. Dezember 2017 - 00:29

Ganz kurz: Ich möchte nicht die Meinung des berichtenden Journalisten lesen, sondern die Nachricht zu irgendeinem Ereignis. Und die muss Objektiv sein . Und diese Nachricht steht auf der rechten Seite als Bericht. Wie der Herr Journalist tickt kann er dann links neben dem Trennstrich als Kommentar loswerden. Muss ich aber nicht lesen.
Hoffe das war klar.

raimund höllriegel | Mo, 25. Dezember 2017 - 14:22

als lesestoff für die weihnachtstage habe ich mir zum ersten mal die aktuelle printausgabe ihres magazins gekauft und bin absolut überrascht, dass hier offenbar -ab vom überwiegend journalistischen mainstream- in eine andere richtung gedacht wird.
jedenfalls habe ich das heft inzwischen fast bis zum ende durchgelesen, und habe dabei nicht einen beitrag gefunden, der mich gelangweilt, geärgert oder sonstwie unterfordert hätte. (meine highlights- der beitrag von michael haller und das interview mit christophe guilly. im gegenteil: meine neugier ist sogar so stark geweckt worden, dass ich mir zum jahresausklang den vorsatz vermerkt habe: "tagespresse auf ein absolutes minimum reduzieren, das CICERO-magazin im auge behalten !"

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