Elke Büdenbender gratuliert ihrem Mann Frank-Walter Steinmeier zur Wahl / dpa

Bundespräsidentenwahl - Frank-Walter Steinmeier bleibt Bundespräsident

Mit großer Mehrheit ist Frank-Walter Steinmeier erneut zum Bundespräsidenten gewählt worden. Er erhielt 1045 von 1425 gültigen Stimmen. Steinmeier ist damit erst der fünfte Bundespräsident mit zweiter Amtszeit. Die Bewerber der anderen Parteien blieben wie erwartet chancenlos.

Cicero Cover 01-23

Autoreninfo

Hier finden Sie Nachrichten und Berichte der Print- und Onlineredaktion zu außergewöhnlichen Ereignissen.

So erreichen Sie Cicero-Redaktion:

Frank-Walter Steinmeier bleibt deutscher Bundespräsident. Die Bundesversammlung bestätigte den 66-Jährigen am Sonntag mit großer Mehrheit gleich im ersten Wahlgang im Amt. Steinmeier, der von den Ampel-Parteien SPD, Grüne und FDP sowie von der CDU/CSU-Opposition nominiert wurde, kam auf eine Zustimmung von rund 73 Prozent. Er erhielt 1045 von 1425 gültigen Stimmen und nahm die Wahl direkt im Anschluss an die Verkündung des Ergebnisses an. Zwölf Stimmen waren ungültig. Steinmeier ist damit erst der fünfte Bundespräsident mit einer zweiten Amtszeit.

Die Kandidaten der anderen Parteien blieben wie erwartet chancenlos. Auf den von der Linken aufgestellten Mediziner Gerhard Trabert (65) entfielen 96 Stimmen, der von der AfD nominierte CDU-Politiker und Ökonom Max Otte (57) erhielt 140 Stimmen. Für die von den Freien Wählern ins Rennen geschickte Physikerin Stefanie Gebauer (41) stimmten 58 Delegierte.

SPD, Grüne, FDP und CDU/CSU stellten zusammen 1223 der 1472 Mitglieder der Bundesversammlung – also weit mehr als die im ersten Wahlgang notwendige absolute Mehrheit. Im Vorfeld war mit Spannung erwartet worden, wie viele Delegierte für Otte stimmen würden. Die AfD allein stellte 151 Wahlleute. Die Kandidatur des CDU-Politikers auf AfD-Ticket war im Vorfeld extrem umstritten. Die CDU entzog ihm deswegen die Mitgliederrechte und leitete ein Parteiausschlussverfahren ein.

Bärbel Bas: Veränderung und Fortschritt

Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) nutzte die Bundesversammlung zu einem Appell für mehr Mut und Respekt angesichts der aktuellen Krisen. Sie rief Bürger und Politiker in ihrer Eröffnungsrede auf, auch unter den erschwerten Bedingungen von Corona-Pandemie, Ukraine-Konflikt, Klimawandel und Preissteigerungen nicht die Nerven zu verlieren. „Jede Zeit stellt neue Aufgaben. Mit jedem Schritt vorwärts sind Risiken verbunden“, sagte sie und forderte: „Trauen wir uns dennoch Veränderung und Fortschritt zu!“

Bas beschrieb die polarisierte Stimmung im Land: „Scheinbar unversöhnlich stehen Menschen sich gegenüber, die unterschiedliche Einstellungen haben. Die Stimmung im Land, in Familien und Freundeskreisen leidet darunter. Dagegen hilft kein Impfstoff.“ Deshalb seien Mut, Zuversicht und ein respektvoller Ton im Umgang mit Andersdenkenden jetzt so wichtig. „Die Mehrheit hat nicht automatisch Recht – die Minderheit aber auch nicht“, betonte sie. Alle müssten sich bewegen und aufeinander zugehen.

Lars Klingbeil: Brücken bauen

SPD-Chef Lars Klingbeil hatte vor der Wahl betont, in einer so polarisierten Zeit brauche Deutschland einen Bundespräsidenten, „der in der Lage ist, Brücken zu bauen, der in der Lage ist, Menschen zusammenzubringen, auch eine Sprache zu finden, die das Land zusammenhält und vereint“. Das sei Steinmeier. Er gehe davon aus, dass sich Steinmeier in einer zweiten Amtszeit noch stärker in gesellschaftlichen Kontroversen einmischen und dem Land stärker Orientierung geben werde. Auch CSU-Chef Markus Söder bescheinigte ihm Souveränität in schwierigen Zeiten.

Der 66-Jährige, der seine Parteizugehörigkeit zur SPD als Staatsoberhaupt ruhen lässt, ist seit 2017 Bundespräsident. Zuvor war er von 2005 bis 2009 und dann wieder von 2013 bis 2017 Außenminister. Bei der Bundestagswahl 2009 scheiterte er als SPD-Kanzlerkandidat.

Roland Kaiser, Alexander Gerst, Christian Drosten

Die Bundesversammlung ist das größte parlamentarische Gremium in Deutschland. Seine einzige Aufgabe ist die Wahl des Staatsoberhaupts alle fünf Jahre. Die Versammlung setzt sich zusammen aus den Abgeordneten des Deutschen Bundestags und einer gleich großen Zahl von Mitgliedern, die die 16 Landtage entsenden.

Mit dabei war am Sonntag auch Ex-Kanzlerin Angela Merkel, die vor der Wahl langen Applaus erhielt. Auf der Liste der Wahlleute standen außerdem Prominente wie Bundestrainer Hansi Flick, Fußballer Leon Goretzka oder Musiker Roland Kaiser und Wissenschaftler wie Astronaut Alexander Gerst, Virologe Christian Drosten und die Biontech-Mitgründerin und Impfstoff-Entwicklerin Özlem Türeci.

Da der Bundestag derzeit 736 Abgeordnete zählt, bestand die Bundesversammlung aus 1472 Wahlfrauen und -männern – so viele wie nie zuvor. Wegen der Corona-Pandemie kamen sie diesmal nicht im Plenarsaal des Reichstagsgebäudes zusammen, sondern im benachbarten Paul-Löbe-Haus, wo mehr Platz ist. Mehr als 70 Nachrücker kamen zum Zuge - unter anderem, weil Delegierte mit positiven Coronatests ausfielen. dpa

Klaus Funke | So., 13. Februar 2022 - 15:16

... auf die Langeweile und Belanglosigkeit, die er verströmt. Ein Parteipräsident! Einer mit einer langen Liste an Eigenschaften und Maßnahmen, die ihn vom Volke weg führten. Er ist nicht unser Präsident.

Dorothee Sehrt-Irrek | So., 13. Februar 2022 - 15:19

das Spass gemacht hat, nicht zuletzt wegen des obigen Bildes, Our First Couple.
Meiner Meinung nach eine großartige Rede der Präsidentin des Bundestages, Frau Bas und eine weitere großartige des alten und neuen Amtsinhabers, Herr Steinmeier.
Auch meine Gratulation.
Anfügen möchte ich noch, dass mir der Bundespräsident nicht so sehr präsent war, weil er zu Beginn seiner poliischen Karriere noch sehr durch Altkanzler Schröder verdeckt wurde.
Für mich ist er jetzt aus dessen "Schatten" herausgetreten als Vertreter des demokratischen Rechtsstaates, einer offenen, liberalen Demokratie.
Ich freue mich für die Bundesrepublik Deutschland

großartig Ihre Schilderung von der Inthronisierung der Lichtgestalt Frank Walter zum zweiten. Ich selbst war leider durch einen wichtigen Sonntagsspaziergang am stundenlangen fernsehen gehindert.

Es war anscheinend ein hohes Fest der Demokratie. Lassen wir uns also nicht beeinflussen von miesepetrigen Beiträgen auch hier im Cicero. „Ein Präsident, der nicht vom ganzen Volk gewählt würde, könne es auch nicht glaubwürdig repräsentieren.“ Als wenn es darauf ankäme.

In einer offenen, liberalen Demokratie dürfen selbstverständlich nur jene wählen auf die am Ende auch Verlass ist. Dennoch scheinen sich ein paar Rächte unter die Wahlmänner*innen geschummelt zu haben. Die schöne Bundesversammlung hat nun ähnlich wie der Spaziergang ihre Unschuld verloren. Seufz.

Was solls, bleibt Frank Walter zum zweiten einfach, ohne diese von lästigen Quertreibern unterwanderte Bundesversammlung, Präsi auf Lebenszeit. Vererbt wird der Titel zukünftig innerhalb der Familie. Das hat sich bewährt!

die Frau Büdenbender schätzen könnte.
Vielleicht wurde mein wohl Überschwang durch das Bild befeuert.
Ich sah ja zuvor die Berichterstattung und war sehr berührt von dieser Freude in Liebe, die sich da für mich in dieser kurzen Szene offenbarte.
Damit kann man mich beeindrucken und beruhigen, zumal ich nicht ganz verstand, warum sich Frau Büdenbender diesen Stress des Mit-Amtes noch einmal antut.
Wahrscheinlich ist Liebe das Aufgehen im je Anderen, über das man die Sorge um sich selbst vergisst.
Als Kind stellte ich mir Liebe als heilende Kraft vor, da war ich noch gar nicht so sehr berührt durch das Christentum.
Es waren wohl die Märchen, die mir dies vermittelten..
Es tut mir leid, wenn ich damit eine rote Linie überschritten hätte.
Es wäre weniger mein Selbstbewußtsein, als hoffentlich mein evtl. Blick für die Liebe.
Danke dafür

Tomas Poth | So., 13. Februar 2022 - 15:24

Nicht die Nerven verlieren:
Wer verliert hier denn dauernd die Nerven und kujoniert das Volk unter dem Label der Fürsorge?

Brücken bauen:
Wer spaltet denn hier und zieht alle Zugbrücken hoch? Es sind die RotGrün verstrahlten in unserem Land!

Veränderung und Fortschritt:
Weg vom Vorhandenen ist kein Fortschritt sondern nur eine Einbildung basierend auf falschen Prämissen.

Wer Merkel applaudiert, der applaudiert dem unter ihrer Regie begonnenen Abriß der Republik!

Brigitte Simon | So., 13. Februar 2022 - 15:28

Vor der Wahl erhielt Angela Merkel langen Applaus.
Warum sollte dann nicht auch Steinmeier gewählt werden? Roland Kaiser stimmte schließlich auch für den neuen alten Bundespräsident.

Enka Hein | So., 13. Februar 2022 - 16:03

....brech.
Is mir übel.
Und erst Recht in Verbindung mit dem Bericht von Herrn Paul bzgl. Ausschluss der Presse.
OK. 98% sind eh Jubelperser.

Günter Johannsen | So., 13. Februar 2022 - 16:11

Keine Journalisten zugelassen. An was erinnert mich das nur ... ?
Dieser Bundespräsident Steinmeier wurde nicht vom Volk gewählt, deshalb ist er für mich nicht akzeptabel. Die Mehrheit im Volk wollte ihn nicht! Wer bestimmt eigentlich die Persönlichkeit*innen in dieser Bundesversammlung? Dort fehlt z. B. Hendryk M. Broder und andere Menschen mit eigener Meinung. Eine „auserwählte“ linke Bundesversammlung … na, wen wird die wohl wählen …. ?
DDR 2.0 lässt grüßen, Genosse Steinmeier!

Bärbel Bohley (DDR- Oppositionelle) sagte 1991:„Man wird sie ein wenig adaptieren, damit sie zu einer freien westlichen Gesellschaft passen. Man wird die Störer auch nicht unbedingt verhaften. Es gibt feinere Möglichkeiten, jemanden unschädlich zu machen. Aber die geheimen Verbote, das Beobachten, der Argwohn, die Angst, das Isolieren und Ausgrenzen, das Brandmarken und Mundtotmachen derer, die sich nicht anpassen – das wird wiederkommen, glaubt mir. Man wird Einrichtungen schaffen, die viel effektiver arbeiten, viel feiner als die Stasi. Auch das ständige Lügen wird wiederkommen, die Desinformation, der Nebel, in dem alles seine Kontur verliert.“

helmut armbruster | So., 13. Februar 2022 - 16:56

wir haben einen BP und niemand jubelt und klatscht Beifall außer die Mitglieder der Bundesversammlung.
Das Volk jubelt nicht und schwarzer Rauch und Halbmastbeflaggung würden die Stimmung besser wieder geben.
Aus nichts kommt nichts. Oder mathematisch ausgedrückt: 0 + 0 = 0

Gerhard Lenz | So., 13. Februar 2022 - 17:40

für den rechten Rand gab es heute nichts zu gewinnen.
Der AfD-Hansel Otte gewann nicht mal alle Stimmen der Partei, die ihn nominiert hat; der Vertreter der Linken bekam ein paar Stimmen mehr als erwartet, die Kandidatin der Freien Wähler die Stimmen wohl jener Christdemokraten, Liberalen und AfDler, die Steinmeiner (oder Otte) nicht wählen wollten.

Die auch hier im Forum so sehnlichst herbeigesehnte Koalition aus bürgerlichen Parteien und rechtsextremer Partei kam natürlich nicht zustande.

Otte wird jetzt hoffentlich seinen Hut nehmen und aus dem politischen Leben verschwinden - ein AfD-Hoffnungsträger weniger, der noch dazu in der falschen Partei ist.

Der rechte Rand darf jetzt ein wenig Schmollen und wieder das Gezeter über die DDR 2.0 loslassen, was hier ja bereits geschieht: Pikanterweise bevorzugt von jenen, die selbst dort gelitten haben und den Unterschied von heute zu damals scheinbar nicht merken. Obwohl sie seit geraumer Zeit unbehelligt hier Opposition betreiben...

Zwei der größten Irrtümer der jüngeren Geschichte waren und sind der menschenverachtende und nach Weltherrschaft heischende Kommunismus und der NationalSOZIALISMUS, die dem heutigen Islamismus wohl als Vorbild galten! In einer TV-Sendung über die jüngste Zeitgeschichte Deutschlands sprach Wolf Biermann mit seiner bemerkenswerten Wortgewaltigkeit zum Kommunismus:
"Wir stehen am Grab des Kommunismus ... die Leiche stinkt!"
Dieser Leichengeruch haftet den Grün-Linken (und den Rot-Braunen) auch heute noch an!

ist der Nationalsozialismus wohl das kleinere Übel?

Schon erstaunlich die Besessenheit, mit der Sie Grüne als bösartige Kommunisten verbal verfolgen!

Wer schützt die Demokratie vor Menschen, die vorgeben, unsere Freiheit zu verteidigen, uns aber wohl schnurstracks in den Faschismus führen würden?

Dr.Andreas Oltmann | So., 13. Februar 2022 - 22:06

Ja, Herr Lenz, „Otte wird hoffentlich aus dem politischen Leben verschwinden“… ich verstehe Sie so, dass Sie nichts sehnlicher wünschen und auch für notwendig erachten. Womit Sie das Ziel einer Einheitsmeinung erreicht und stalinistische Zustände hergestellt hätten. Offensichtlich Ihr Traum von „Demokrtie“. Da halte ich es doch lieber mit Frau Hein…und „Werner“…aber im Strahl!!

W.D. Hohe | So., 13. Februar 2022 - 23:46

Deutschland Du hast`s gut

Ernst-Günther Konrad | Mo., 14. Februar 2022 - 09:04

Das Wahlergebnis stand doch schon fest. Nur die Stimmanteile mussten feinjustiert werden. So, so.
Frau Bas sagt: "Sie rief Bürger und Politiker in ihrer Eröffnungsrede auf, auch unter den erschwerten Bedingungen von Corona-Pandemie, Ukraine-Konflikt, Klimawandel und Preissteigerungen nicht die Nerven zu verlieren.
Da fragt sich nur, wer hier die Nerven verliert. Offenkundig die Politik, die Angst vor Spaziergängern hat. Verkehrte Welt.

W.D. Hohe | Mo., 14. Februar 2022 - 12:08

Ihrer, als Überschwang beschriebenen, "Liebeserklärung" vermag ich gerne folgen. Ist Liebe doch >auch< Überschwang.
Auf diesen, von Ihnen >selbstbewußt gezeigten<, Überschwang habe ich auch reagiert.
Siehe mein abschließend angehängtes :-) =
= Schmunzeln der wohlmeinenden Art.
Nicht versteckte, nach außen im negativen Sinn "umgewidmete", (Gemüts)Bewegung ist`s doch was auf "Leben" hinweist. .
Alles Gute dabei.

Gabriele Graunke | Mo., 14. Februar 2022 - 13:40

... von der Cicero-Redaktion, die zwar das Wahlergebnis von Max Otte thematisiert, aber keinen Ton darüber verliert, dass Steinmeier fast 200 Stimmen aus dem eigenen Lager fehlten. Das wäre wirklich erwähnenswert gewesen und zu hinterfragen.

Sabine Lehmann | Mo., 14. Februar 2022 - 16:00

Und Bundespräsident bleibt Bundespräsident. Und das jetzt, bitte Alle, ganz schnell 10x hintereinander;-)
Weiter so, und alles bleibt wie es ist. Der deutsche Hohlraum erreicht die Unendlichkeit des politischen Weltalls. Lockbucheintrag 1 der Raumfähre Donnerkuppel, wir schreiben das Jahr 18 n.M.(für Neuankömmlinge: nach Merkel), die germanischen Außerirdischen haben einen neuen alten Sektenführer erkoren. Die Regeln bleiben die alten: Maulkorb und Stacheldraht. Letzterer aber in Regenbogenfarben und aus recycelbarem Altmetall. Kontakt zu anderen Zivilisationen nachwievor schwierig, denn die Außerirdischen möchten am deutschen Wesen das Weltall genesen lassen. Das Weltall und alle anderen Zivilisationen wissen wohin das führt und üben sich in wohlwollendem Gelächter. Wir fliegen weiter…..unendliche Weiten……

Ich habe nichts geraucht;-) Aber so wird man nach zwei Jahren im deutschen Corona-Panoptikum. Wenn man dann noch den „großartigen“ Lockerungsplan liest, der gerade entworfen wurde, möchte man sich eigentlich gleich wieder „hinter“ den nächsten Zug werfen oder sich jedes Haar einzeln ausreißen vor Wut!