Corona und der soziale Hintergrund - „Dann wird es nichts mit der öffentlichen Gesundheit“

Arbeiter in der kalifornischen Agrarindustrie sind deutlich schwerer von Covid-19 betroffen als der Rest der Bevölkerung. Das hat mit den Lebensumständen dieser Menschen zu tun. Ein Beitrag im Magazin „Nature“ beleuchtet ausführlich Hintergründe und Zusammenhang.

Farmarbeiter in Kalifornien / picture alliance

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Im Zusammenhang mit Corona ist es ein heikles Thema, aber inzwischen wird auch hierzulande offen darüber debattiert: Viele Menschen, die mit schweren Covid-19-Erkrankungen in den Intensivstationen liegen, haben einen Migrationshintergrund. Die genauen Gründe dafür werden zwar noch untersucht, aber es scheint klar, dass insbesondere die Lebens- und Arbeitsbedingungen vieler Migranten im Zusammenhang mit diesem Befund stehen.

Vor diesem Hintergrund lesenswert ist ein englischsprachiger Beitrag in der Zeitschrift Nature mit dem Titel „Der tödliche Preis der Ungleichheit“. Und darum geht es: Im kalifornischen San Joaquin Valley sind die Menschen, die auf den Feldern, in den Obstplantagen und in den Fleischverarbeitungsbetrieben arbeiten, mit am stärksten von Covid-19 betroffen. Arbeiter in der Lebensmittel- und Landwirtschaftsbranche in Kalifornien hatten im vergangenen Jahr ein um fast 40 Prozent erhöhtes Sterberisiko verglichen mit der allgemeinen Bevölkerung des Landes. 

Tragischerweise ist diese Divergenz keine Überraschung: Ein Jahrhundert der Forschung hat gezeigt, dass Krankheiten durch soziale Determinanten vorangetrieben werden. Die Frage ist, was die Wissenschaft dagegen tun kann. „Wir wissen, welche Auswirkungen ein Mangel an Arbeit, ein Mangel an gerechten Löhnen, ein Mangel an Transportmöglichkeiten, eine schlechte Bildung und Rassismus haben“, sagt der Public-Health-Historiker Graham Mooney. „Wenn also die öffentliche Gesundheitsvorsorge nicht in der Lage ist, auf diesem Gebiet etwas zu verändern, dann wird es auch nichts mit der öffentlichen Gesundheit.“

Den gesamten Beitrag lesen Sie hier.

Hans Meiser | Sa, 1. Mai 2021 - 13:16

„[...] ein um fast 40 Prozent erhöhtes Sterberisiko [...]“
Interessant wären hier natürlich absolute Zahlen - dann kann man sich ein Bild machen.