Stuttgarter Krawallnacht - Die Betrachtung der Wirklichkeit

Nach den Krawallen von Stuttgart stellen sich viele ahnungsloser und begriffsstutziger, als sie sind und folgen dabei wieder einem Abwehrreflex, den man schon nach der berüchtigten Kölner Silvesternacht beobachten konnte. Doch wie viel hat der Gewaltausbruch tatsächlich mit Migration zu tun?

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Stuttgart vor einer Woche: Gewaltexzesse gegen Geschäfte, Einsatzfahrzeuge und Polizeibeamte / dpa

Autoreninfo

Christoph Schwennicke ist Chefredakteur des Magazins Cicero.

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Es ist immer gut, nicht den ersten Reflexen nachzugeben. Den ersten Triggern. So wie bei den Bildern, den Videos der Gewaltnacht von Stuttgart. Denn man kann Leuten, die einer Partyszene angehören, ebenso unrecht tun wie Leuten, die man meint, mehrheitlich auf den Bildern zu erkennen. 

Die Stuttgarter Zeitung ist eine gute Zeitung. Sie recherchiert und ordnet ein. Genau das hat sie in gebotener Eile und gleichzeitiger Sorgfalt jetzt getan. „Jahrzehntelang galt Stuttgart bei der Integration als vorbildlich in der Republik“, beginnt der Artikel des StZ-Reporters, der getan hat, was gute Reporter tun: mit Leuten sprechen. Etwa mit dem Integrationsbeauftragten der Stadt: „Noch vor zwei Wochen hätte ich gesagt: In Stuttgart werden keine Autos abgefackelt, hier werden Autos gebaut“, sagt Gari Pavkovic. Der Psychologe, der selbst vor 50 Jahren aus Mostar im heutigen Bosnien und Herzegowina nach Deutschland gekommen ist und hier Karriere gemacht hat, schreibt der Reporter, sei „hörbar getroffen. Und ein bisschen ratlos“.

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Urban Will | Sa, 27. Juni 2020 - 09:26

aber Ihr letzter Satz ist zu einfach.
Welche Politik denn?
Warum sagt denn niemand – außer den „bösen“ Blauen – woran es hakt und was getan werden müsste.
Testosteron, ja das stimmt.
Ein Hormon, das beim Manne nun mal andere Auswirkungen hat als bei der Frau.

Wo wir beim Thema sind.
Junge Männer. Keine Frauen.
Deckt sich mit den Bildern, die man kennt, von Flüchtlingstrecks, den Booten, etc.
Aber immer und immer wird es klein gehalten, werden im „unabhängigen“ ÖR Bilder von Familien und Kindern gezeigt.
Der Polizist bringt es auf den Punkt: 70 – 80 % der Arbeit der Polizei, verursacht durch eine – noch – Kleingruppe aus den bekannten Gegenden, hergekommen als „Schutzsuchende“ (so verstehe ich Flüchtlinge)
Aber „wir bekommen Menschen geschenkt“ ist immer noch der alles bestimmende Leitgesang des links – grünen, von den ör Medien verbreiteten mainstreams.
Selbstbetrug.
Die Fassade beginnt zu bröckeln, die Realität holt uns ein. Stuttgart wird kein Einzelfall bleiben.

Luwig Stassen | Sa, 27. Juni 2020 - 09:49

Danke für den Arikel. Das war mutig und schlau.
Betrachten, akzeptieren und gestalten der Wirklichkeit. Der erste Schritt ist getan. Es belibt noch viel zu tun.

Aufklärung über aktuellen Irrationalismus in bundesdeutschen Medien und Gesellschaft.

Die Migranten in Deutschland und ihre soziale Differenz zu afroamerikanischen Bürgern!

● Die Vorfahren der heutigen afroamerikanischen Bürger Amerikas wurden gewaltsam als Sklaven nach Amerika verschleppt und mussten sich bis in die 1960er Jahre ihre rechtliche Gleichstellung erkämpfen – und so auch fortgesetzt bis heute. Sie sind in ihrer großen Mehrheit auch weiterhin in der amerikanischen Gesellschaft ausgegrenzt.

Im Gegensatz dazu:

►Flüchtlinge, Asylanten und Migranten in Deutschland haben ein von der Mehrheitsgesellschaft finanziertes und gewährtes Recht auf kostenlose Schulbildung und Berufsbildung, auf soziale und materielle Grundsicherung, auf eine eigenständige Erwerbstätigkeit und uneingeschränkte Mitwirkung an den gesamt-gesellschaftlichen Aufgaben.

Christa Wallau | Sa, 27. Juni 2020 - 09:51

... die sich daraus unmittelbar ableitet."
Prima, Herr Schwennicke!
Aber was genau, bitte? Die Parteien in Deutschland haben unterschiedliche Vorstellungen davon, wie diese Politik k o n k r e t aussehen soll.
Bisher ist nur eines ganz klar: Alle Maßnahmen, die man ergriffen hat, um das Kanzlerinnen-Wort von 2015 "Wir schaffen das!" wahr zu machen, haben nichts Durchschlagendes bewirkt. Die Milliarden, die für Integrations- und Sprachkurse ausgegeben wurden, hätte man sich sparen können. Leistungen, die man Leuten hinterherträgt, statt solche von ihnen zu f o r d e r n, sind m. E. sowieso kontraproduktiv. Wozu soll man sich
eigentlich in D überhaupt anstrengen, wenn einem eine Grundversorgung garantiert wird?
Es gibt jede Menge guter Vorschläge, wie man Menschen - jung oder alt und jeglicher Herkunft - zum Arbeiten bringt, wobei ihnen die Lust vergeht, zu randalieren und die Polizei zu attackieren. Aber von denen will man nichts wissen, weil sie aus der "falschen Ecke" kommen.

Maria Arenz | Sa, 27. Juni 2020 - 10:05

"Die multikulturelle Gesellschaft ist hart, schnell, grausam und wenig solidarisch....Sie strebt in eine Vielfalt von Gruppen und Gemeinschaften auseinander und büßt ihren Zusammenhalt und die Verbindlichkeit ihrer Werte ein". Ist nicht von Gauland sondern von Daniel Cohn Bendit und geschrieben nicht nach der "Stuttgarter Mittsommernacht 2020" sondern bereits 1991 aufgrund seiner Beobachtungen in den Banlieues französischer Großstädte. Daß die Stuttgarter Polizei der schon lange aus dem Ruder gelaufenen Zustände im Schloßgarten nicht Herr wird, liegt nicht daran, daß sie zu dumm, zu schwach oder zu feige ist sondern daran, daß sie aufgrund ideologischer Befangenheit der für Recht und Ordnung zuständigen oberen Etagen der Stadt nicht darf.

Heidemarie Heim | So, 28. Juni 2020 - 15:52

In reply to by Gast

Eben lese ich die Eilmeldung, fix scheinen sie da ja zu sein, das die TAZ die Berliner Polizei um Beratungshilfe und Schutz für ihre massiv bedrohte und wie es dort heißt "völlig eingeschüchterte" Kollegin Yaghoobifarah angefragt hätten. Zuständig dafür, die Dienststelle nahe Check Point Charlie falls die Adresse noch stimmt und sie noch nicht umgezogen sind um unter sich zu bleiben. Nicht nur wochenendtypisch darf man nun drei mal raten wer hinter den Drohungen ausgemacht werden wird. Natürlich sind solche Androhungen gegen Leib und Leben indiskutabel, egal gegen wen oder von wem auch immer! Jedoch sollte die TAZ und deren Mitarbeiter einmal in sich gehen was menschenverachtende Aussagen betrifft, zumal wenn sie sich dann hinterher ausgerechnet an die wenden müssen um Hilfe, die sie vorher diskriminierten und deren Aufgaben sie als überflüssig für die Gesellschaft erachteten! MfG

Bernd Reith | Mo, 29. Juni 2020 - 12:59

In reply to by Gast

Gibt es denn eine multikulturelle Gesellschaft in Deutschland? Es gibt Vielfalt, ja, es gibt vieles Nebeneinander, inkompatible Parallelgesellschaften, und dieselben werden mehr und erkennbar unverträglicher. Das strapaziert enorm den gesellschaftlichen Spannungsbogen, denn jedes kulturelle System darf hier sich austoben und sein eigenes Recht bzw. Ordnung leben, ohne spürbare politische Hindernisse. Unsere Polizei darf einem zunehmend leid tun und wird hierbei ideologisch geopfert. Kann das wirklich so beabsichtigt sein? Was glauben eigentlich diese Ideologen wohin das führt?

Wolfgang Tröbner | Sa, 27. Juni 2020 - 10:08

Herr Schwennicke, vielen Dank für Ihren Artikel, der im Gegensatz zur Politik und leider auch den meisten Medien die Täter benennt und Hinweise auf mögliche Ursachen gibt. "Bei drei Prozent Jugendarbeitslosigkeit kann man sagen: Hier kann jeder seinen Platz finden" - man möchte ergänzen, wenn er will. Es stellt sich schon die Frage, ob die Klientel, die Stuttgarts Innenstadt verwüstete, wirklich will. Ich habe erhebliche Zweifel, nicht erst seit Stuttgart. Die Spur dieser Täter zieht sich schon seit Jahren (vielen Dank, dass auch Köln genannt wurde) durch das Land. Wenn überhaupt, werden solche Taten offiziell (sowohl in der Politik als auch in den Medien) kaum thematisiert. Es wird einfach totgeschwiegen und unter den Teppich gekehrt. Und die Strafen für die Täter (warum werden die nicht des Landes verwiesen?) sind lächerlich. Wundert man sich da, wenn sich viele Menschen trotz der wunderbaren Umfragewerte für die Spitzenpolitiker von der Politik und auch den Medien abwenden?

Michaela 29 Diederichs | Sa, 27. Juni 2020 - 11:02

Schöner Beitrag. Und wie bekommen wir das Problem gelöst?

Hans Schäfer | So, 28. Juni 2020 - 09:28

In reply to by Gast

Wenn wir uns weiterhin gegeneinander ausspielen lassen und jeder parteipolitisch darauf besteht Inhaber der Deutungshoheit zu sein: Gar nicht.

W.D. Hohe | Sa, 27. Juni 2020 - 11:20

nichts hinzuzufügen, Herr Schwennicke

Heidemarie Heim | Sa, 27. Juni 2020 - 11:33

Oder wie lernfähig ist der Mensch? Mit Verlaub, und obwohl ich Ihnen Satz für Satz, insbesondere dem ganz am Ende folge lieber Herr Schwennicke, erkennt doch mittlerweile ein Blinder mit Krückstock, das dies ein unmögliches Unterfangen darstellt! Auch wir hier können notwendiges Handeln weder herbei schreiben noch etwas einfordern ohne sofort zumindest in den Verdacht zu geraten, rechtspopulistische Ansinnen zu vertreten. Im übrigen lässt es unser Rechtssystem, dessen Anwendung in den letzten Jahren und wie wir allzu oft erfuhren, gar Vorgehen und harte Konsequenzen bezüglich dieser Art Gewalt zu. Im Gegenteil! Wir haben doch gerade erlebt, wie man an der noch vorhandenen Handlungsfähigkeit auf Seiten unserer Sicherheitskräfte im Innern fleißig weiter sägt seitens der Politik/Medien, die das Heft des Handelns m.E.schon lange aus der Hand gegeben haben.
So meine persönliche, wenig hoffnungsvolle Sicht darauf. Was Hänschen nicht lernt...! Trotzdem Alles Gute! MfG

Stellen wir uns doch einfach mal vor, wir würden an einer fremden Haustür klopfen und um Hilfe und Aufnahme bitten. Der Hausherr lässt uns ein, gibt uns ein Zimmer, Kleidung, Essen. Nach kurzer Zeit stellen wir fest, dass uns das Essen nicht schmeckt, uns die Gewohnheiten unseres Hausherrn nicht gefallen und das die anderen Familienmitglieder mehr Privilegien genießen. Und nun fordern wir Änderungen. Der Hausherr mit seiner Familie soll sich an uns und unsere Bedürfnisse anpassen.
Unvorstellbar? Dreist? Rücksichtslos? Nein, dass ist die Wirklichkeit! In unserer Realität besorgt der Hausherr noch Rechtshilfe, damit wir unsere Forderungen besser durchsetzen können.
Und nun?

Ernst-Günther Konrad | Sa, 27. Juni 2020 - 11:35

und sie müssen ggfls. den persönlichen Nachfragen der Stuttgarter gegenüber treten, sind also greifbar. Ich habe mit den allermeisten Lokalreportern immer gut, ehrlich und offen zusammen gearbeitet. Und wenn man mal mehr gesagt hat und bat, noch damit zu warten, hielt man sich daran. Sobald die "großen Medien" dabei sind läuft alles aus dem Ruder. Im Artikel werden Ross und Reiter genannt. Nein, nicht alle Migranten, aber eine bestimmte jugendliche Szene aus einem bestimmten geografischen Bereich und religösen Hintergrund. Die Nationalitäten werden ja genannt. Keine Asiaten, keine Spanier oder Italiener, keine Chinesen oder erwachsene und integrierte Migranten, sondern 14 -33 jährige Männer, wobei die Älteren die Jüngeren mit Sicherheit "anlernen" oder "inspirieren" dürften.
Die Politik begeht wieder den großen Fehler nach Köln erneut wegzuschauen, abzuschwächen, umzuinterpretieren, phrasieren. Merkel sagte schon 2003:
"Multikulti ist gescheitert". 2015 - Nun sind se halt ma hier.

Markus Michaelis | Sa, 27. Juni 2020 - 11:37

"Ist denn Köln keine hinreichende Lehre gewesen, dass sich die Bevölkerung nicht für dumm verkaufen lässt?"

Ich weiß nicht, ob es DIE Bevölkerung hier gibt. Ich denke die Bevölkerung ist bunt geworden und zumindest der politisch relevante Teil der bunten Bevölkerung scheint es so wie im "ersten Reflex" sehen zu wollen.

Ich glaube nicht, dass es nur um Testosteron geht. Ein Teil der sicher vielen Ursachen ist, dass Revolutionen nicht aus dem Blick in den Hunger gespeist werden, sondern wenn Gruppen es für möglich halten mehr Macht zu bekommen (und mehr Gerechtigkeit?). Die Krawalle mag keiner, haben aber trotzdem ein wohlwollendes Umfeld aus verschiedenen ges. Zielsetzungen.

Ein Fehler des Bürgertums scheint mir, dass man sich nur vorstellen kann, dass jeder seinen Platz in der jetzigen Gesellschaft will und wenn das gegeben ist, ist alles gut. Aktiv ist man nur selber - gut oder schlecht. Es scheint aber bunter und viele sind in viele Richtungen aktiv.

Auch Gerechtigkeit hat verschiedene Facetten. "Gerechtigkeit gibt jedem das Seine, maßt sich nichts Fremdes an, setzt den eigenen Vorteil zurück, wo es gilt, das Wohl des Ganzen zu wahren" (Ambrosius) oder "der Eckstein der Gerechtigkeit ist die Gleichheit vor dem Gesetz" (Robert Bosch).
Es ist durch nichts zu rechtfertigen, wenn fremdes Eigentum zerstört und Menschen angegriffen und verletzt werden und ich hoffe sehr, dass diese Täter entsprechend hart bestraft werden. Das wäre für mich ein Stück Gerechtigkeit.

gabriele bondzio | Sa, 27. Juni 2020 - 12:06

die sich daraus unmittelbar ableitet.“    Ich bin gewiss kein Pessimist, aber das Problem schwelt schon seit Jahren. Es gibt Jugendlich, die müssen nicht arbeiten und Jugendliche die wollen nicht arbeiten.
In der "Welt", wo vor allem junge Menschen kommentieren, die phantasievollen Nicknamen sind ein kleiner Hinweis. Und auch die Belohnung in Form, Daumen hoch oder runter.
Fragte ein User nach Schilderung der Sachlage im Artikel: „Die werden doch nicht Geschäfte mit Arbeitsbekleidung geplündert haben?“. Er hat die meisten Likes bekommen. Das ist auch Wirklichkeit!

Tülay Öncü-Tüncher | Sa, 27. Juni 2020 - 12:50

"Betrachtet man, wie sich etwa in einem solchen Bürgerkrieg die Fronten auflösen, wird klar: Es geht im Einzelnen nicht mehr um strategische, ideologische oder politische Ziele, sondern oft um viel kurzfristigere Anreize", sagt Elbert. Ökonomische Not kann eine Rolle spielen oder schlicht kriminelle Energie, das Gefühl von Macht und Zugehörigkeit zu einer starken Gruppe, aber auch eine Art Blutrausch. "Die Schwelle ist leicht zu überschreiten, wenn nicht umgehend Konsequenzen zu befürchten sind. Und es ist dann auch der Kampf als solches, der fasziniert." Der Mann geht auf die Jagd – nicht wegen der Beute, sondern um der Jagd willen." (Zeit 21.06.2012 C. Luther) Dieser Gedanke wurde Herbst 2015 und auch ZUVOR ausgeblendet; unkontrollierte Einreise von Männern forciert und selbst Mehrfach-Namen ignoriert. Wo es Opfer gibt, gibt es auch Täter. Kritisches Hinterfragen ungewollt. Für den Schutz der Bürger ist der Staat verantwortlich; auch für diese Entwicklung; unabhängig der Herkunft!

Dietmar Thorhauer | Sa, 27. Juni 2020 - 13:31

anfangen, die sich daraus unmittelbar ableitet." Wie soll die aussehen? Noch mehr hilflose Sozialarbeiter an die Front? Noch mehr Lichterketten gegen" Rassismus" und was sonst noch so anliegt? Wann endlich begreifen insbesondere linke Politiker, dass der Fremde, der Migrant, der Flüchtling nicht per se ein guter Mensch ist. Wann begreifen sie, dass schon viel zu viele "testosteron gesteuerte, starke junge Männer" hier ihr Unwesen treiben und auch noch so intensiven Integrationsbemühungen dieses Staates ablehnend gegenüber stehen. Ist Berlin, dass seine schwarzen Drogendealer als "letzte Helden" feiert, etwa Vorreiter und Vorbild? Sollen Verbrechen, die von Migranten begangen werden, zukünftig als Kollateralschäden vernachlässigt werden? Kein Grund zur Panik. Ja, viele Menschen stellen sich dumm und ahnungslos, auf mindestens einem Auge blind. Und das ist diesmal ganz gewiss nicht das rechte

Brigitte Miller | Sa, 27. Juni 2020 - 13:32

Herr Schwennicke, möge Ihr Text viele Leser finden.
Realität, die man verdrängt, führt zu nichts Gutem.

Clara Schwarze | Sa, 27. Juni 2020 - 14:08

Das Problem ist eben eins - die Politik will das Thema so schnell möglich von der Agenda haben, weil sie sich sonst der Debatte stellen müsste, dass die Grenzöffnung und auch das jetzige schlechte Sichern der Grenze verantwortungslos ist.
Wir haben keine Ahnung wer da kommt - und es könnten durchaus Leute sein, die "Arabischen Frühling" teilweise von Islamisten paramilitärisch ausgebildet wurden - und wir wissen nicht, wer auf der anderen Seite des Smartphones sitzt.
Und auch, dass potentiell eine erhebliche Gefahr gerade vom Mobilisierungspotential des politischen Islams ausgeht.
Das will die Politik aber nicht wahrhaben, weil jeder einfach nicht thematisiert werden darf - weil man wohl immer noch davon träumt, dass die Arabische Welt ein Verbündeter gegen Russland und China werden kann.
Oder was auch immer. Nur anders kann ich mir das Verhalten nicht erklären.

Jürgen Keil | Sa, 27. Juni 2020 - 15:54

Menschen, die die Welt ohne Verklärungen betrachten, haben schon 2015 solche Probleme befürchtet und dies auch ausgesprochen. Dafür wurden sie oft als Fremdenfeinde und Rassisten bezeichnet.
Sie hatten recht, sie kennen eben ihren Staat. Der hat mit einer großen, teuren Kraftanstrengung die Hereinströmenden zwar untergebracht und erstversorgt, nun aber offensichtlich eine nicht unwesentlichen Anzahl dieser jungen Männer aus dem Auge verloren. Ja, die Probleme dürfen nicht, nur um das Scheinbild einer generell gelungenen Integration zu erhalten, beschwichtigt werden? Aber wie löst man die Integrationsprobleme, wenn viele dieser jungen Männer sich nicht so integrieren wollen wie man es erträumte, wenn sich gewaltaffine, ja auch kriminelle, junge Männer nicht in ihre Herkunftsländer rückführen lassen? Ich befürchte, es ist schon zu spät und es sind einfach zu viele. Der Staat bekommt jetzt andere, zusätzliche, noch größere Probleme, Coronafolgen- Probleme!

Klaus Peitzmeier | Sa, 27. Juni 2020 - 16:53

Seit Jahrtausenden hat der Mensch gelernt, das Risiko seines Handelns abzuschätzen. Genau das haben die an den Krawallen in Stuttgart beteiligten Jugendlichen getan.
Und Ihre Frage, H.Schwennicke, "war Köln keine hinreichende Lehre?" muß ganz klar mit "ja" beantwortet werden.
Die Jugendlichen haben aus Köln gelernt, nämlich, daß nichts passiert. 3 von Tausenden sind in Köln verurteilt worden. Und genauso wird es in Stuttgart laufen. Es ist immer das Gleiche. Wenn die Ausgewogenheit zwischen unredlichem Handeln u Abschreckung aus dem Lot gerät, senkt sich das Lot zu einer Seite. Und dann passiert sowas. Das sieht man bei Verkehrsüberschreitungen, bei Clankriminalität u eben auch bei Jugendkrawallen. Es ist so simpel wie die Urweißheit: "wer nicht hören will, muß fühlen". Wir sind gerade in der Fühlphase.

Ingo Kampf | Sa, 27. Juni 2020 - 17:12

Nun müssen auch Vorschläge gemacht werden, wie man der Sache Herr wird. Psychologen und Soziologen lösen das Problem nicht. Pädagogen erst recht nicht.
Da hilft nur das Vermummungsverbot und umfassende HD-Kamera-Überwachung. Dann im Zweifel sofort dem Schnellrichter vorführen und Zwangsarbeit anordnen. Geht nicht? Weshalb eigentlich nicht? Irgendwo muß die Kraft doch hin.
Was taugt die beste Analyse, wenn man keine Konsequenzen zieht. Wer keinen deutschen Pass hat, ist sofort aus dem Land zu schaffen. Keine wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Ländern, die ihre Staatsbürger nicht aufnehmen.

Juliana Keppelen | Sa, 27. Juni 2020 - 17:17

nur beipflichten. Es gibt keine Entschuldigung (nirgends) für solche Gewaltexessen.

Gisela Fimiani | Sa, 27. Juni 2020 - 18:07

Die „Betrachtung der Wirklichkeit“ ist das eine. Entscheidend ist vor allem, welche Konsequenzen daraus zu ziehen sind. Wenn aber Gewalt, die immer menschenverachtend ist, auch wenn sie sich gegen Sachen richtet, so lange relativiert bis die „Gewalt“ ihre Bedeutung verliert, werden wir immer mehr von ihr erleben. Und immer die gleichen, müßigen Erklärungsversuche hören. Wir werden immer abenteuerlichere Verrenkungen seitens der Politik bestaunen, um sich der Wahrheit zu entziehen. Die Absurdität wird zur Normalität. Das Groteske wird üblich. Der Bürger verzweifelt an der erfolgreichen Unterdrückung von Verstand und Vernunft, deren Verlust absehbar ist.

Siegfried Trost | Sa, 27. Juni 2020 - 18:42

Solche Krawalle, Gewalt, Zerstörungen, Plünderungen usw. wie in Stuttgart sind bisher in Ungarn nicht vorgekommen und wird es dort auch zukünftig nicht geben.
Victor Orban hat alles richtig gemacht.
Denkt mal darüber nach.

Was kaum Beachtung fand, aber ausgerechnet die taz, natürlich mit dem entsprechenden Begleittext und der MDR berichten, hat das ungarische Parlament gesetzeskonform das Ermächtigungsgesetz des Herrn Orban zum 20.06.2020 auslaufen lassen und nicht verlängert. Die Abstimmung erfolgte -- einstimmig --.
Bei uns wird immer noch mit der Ermächtigung aus dem Infektionsschutzgesetz regiert.

Maja Schneider | Sa, 27. Juni 2020 - 19:32

Wie Recht er Kauder hatte. Leider ist aber, so der Eindruck, sowohl der verantwortlichen Politik als auch den sogen. Leitmedien und einem Großteil der Gesellschaft der Blick für die Wirklichkeit schon vor Jahren abhanden gekommen, und sie sind inzwischen so in ihrer eigenen Welt gefangen, dass sie da auch nicht so schell wieder herausfinden wollen oder können, weil das auch einem Schuldeingeständnis gleich käme. Der Hinweis unserer Kanzlerin vor einigen Jahren auf das postfaktische Zeitalter, in dem wir leben, bewahrheitet sich offensichtlich. Eine ehrliche Analyse begleitet von auch öffentlich geführten Diskussionen könnten da durchaus hilfreich sein, aber die werden nach wie vor verhindert

Fritz Elvers | Sa, 27. Juni 2020 - 19:44

"Politik beginnt mit der Betrachtung der Wirklichkeit", dachte ich erst, stamme von Max Weber. Wurde so aber von Kurt Schuhmacher geprägt, der sicherlich Weber gelesen hat und es von ihm abgeleitet hatte. Aber Volker Kauder? Naja.

Von Volker Kauder ist jedenfalls ncht bekannt, dass er seine Chefin je öffentlich vor dieser nun eingetretenen Wirklichkeit je gewarnt hätte. Von Helmut Schmidt schon.

Aber was genau ist denn nun die Wirklichkeit? Die von Merkel, jedenfalls nicht widersprochenen, Kriege haben die Menschen hier her gespült. Viele junge Männer darunter, teilweise gewaltbereit und gewaltgewohnt. Selbst eher linke Politiker, die auf diese Probleme hinwiesen, wie Wagenknecht und Palmer wurden von ihren Parteien weggemobbt oder gleich rausgeschmißen.

Jedenfalls wird keine allgemeine Stigmatisierung weiterhelfen, sondern einfach nur Recht und Gesetz und eine sehr differenzierte Betrachtun der Wirklichkeit.

Viele Grüße

Helmut Bachmann | Sa, 27. Juni 2020 - 20:32

ist vielleicht auch nicht einmal ansatzweise so gut möglich wie behauptet. Alles hat seine Grenzen.

Wolfgang Schneider | Sa, 27. Juni 2020 - 21:57

"Die Betrachtung der Wirklichkeit" ist doch ganau das, was in der heutigen Politik nicht erwünscht ist. Wir leben im "postfaktischen Zeitalter", es zählt nur die Haltung, eine ideologische Einordnung von Realität.

dieter schimanek | So, 28. Juni 2020 - 05:46

.... ist meist der Richtige wie jeder weiß. Bewertet und kommentiert wurde das Geschehen von unserer geschätzten Bio - Müsli - Szene und eindeutig als Party definiert. Wer mag da noch widersprechen, wo doch selbst große Teile unserer Berufs Spaßmacher Gilde aus Politik und Medien das ebenfalls erkannt haben. Es ist immer das Selbe, Feten nach 22 Uhr sind einfach ein Ärgernis für Spießbürger ohne Verständnis für die Jugend. Es war die beste Möglichkeit der Spaßbremse Corona ein Schnippchen zu schlagen.

gerne für die Kosten auf - uns ist doch für die "Feier"-Laune unserer jungen Männer nicht zu teuer ... außerdem mussten sie ja wegen Corona sooo viele Opfer bringen, um die "alten weißen Männer und Nazi-Omas" zu retten. IRONIE hilft manchmal, den Druck aus dem Kessel zu nehmen ... wenn auch nicht immer ;)

F.Oldenburg | So, 28. Juni 2020 - 15:21

"Und wenn Polizeibeamte bei dieser Personengruppe mitunter schon vorsorglich genauer hinschauen, dann ist das auch nicht automatisch Rassismus."-- Nach dem neuen Berliner "Antidiskriminierungsgesetz" ist vorsorgliches Hinschauen sehrwohl Rassismus. - Also lieber Wegschauen !?

Volker Meyringer | So, 28. Juni 2020 - 16:37

Schwennike schreibt: "Die Stuttgarter Zeitung ist eine gute Zeitung. Sie recherchiert und ordnet ein..." Der zugehörige Link führt aber auf die "Stuttgarter Nachrichten". Die zitierte Stuttgarter Zeitung dagegen ist ein zeitgeistkonformes Blatt, der Hofberichterstattung der Bundespropagandamedien zuzurechnen. Inhaltlich stimme ich dem Beitrag von Herrn Schwennike voll zu.

Manfred Schmidt | So, 28. Juni 2020 - 16:57

Schon Ansätze, von einem erforderlichen grundsätzlichen Wandel im Umgang mit der geschilderten Problematik, werden von interessierten politischen Kreisen, schon im Keim erstickt. Dies gilt gleichermaßen für die CDU, die sich selbst immer noch als konservativ bezeichnet und umso mehr für das Linke politische Lager. Nun entwickeln sich politische Ausrichtung in der Parteienlandschaft ja nicht nur aus sich heraus, sondern bedürfen im allgemeinen einer Spiegelung beim Wähler.
Zugegegen derartiges erfolgt in Wellen, wobei jedoch die CDU, mit gutem Grund, darauf vertraut ihre Kernwählerschaft zu behalten, rücke sie auch noch so weit nach links. Eine Umkehr ist nicht in Sicht. Und das linke Lager selbst geht den eingeschlagenen Weg, das Tempo sogar steigend, überzeugt und von den Entwicklungen und den Ereignissen unbeirrt weiter. Ein politisch gesteuerter Wandel ist folglich nicht zu erwarten und von der Mehrheit der Wähler offensichtlich auch nicht erwünscht.
Wenig bis kein Grund zu hoffen.

Johan Odeson | So, 28. Juni 2020 - 20:48

Man kann der Realität ja Vieles vorwerfen, nur nicht, dass sie wirkt. Stuttgart ist m.E. nur der Anfang von massiven gesellschaftlichen Konflikten die uns noch erwarten. Die vorhersehbare Realität dieser Welt trifft auf die Blase einer Links-grünen Pippi Langstrumpf Szene, die sich die Welt macht, wie sie ihnen gefällt. Die Folgen tragen erst einmal andere, bis sie schliesslich auch die Urheber erreichen. Den Geist dann wieder ohne Gewalt und Bürgerkriegsähnliche Zustände wieder in die Flasche zu bekommen, wird die zukünftigen Generationen noch sehr beschäftigen, wenn die Luftschlösser trotz Wirklichkeitsverdrängung sich aufgelöst haben und die Guten merken, dass „piep,piep, piep wir haben uns alle lieb „ nicht mal im Kindergarten funktioniert.