Auftritt von Friedrich Merz - „Deutschland braucht politische Führung“

Bei seinem Auftritt am Donnerstagabend in Berlin gab Friedrich Merz zwar nicht seine Kandidatur für den CDU-Vorsitz bekannt. Aber mit seiner politischen Agenda ließ er keinen Zweifel daran, dass er sich die Führung der Partei und des Landes zutraut.

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Friedrich Merz am Donnerstag im „Ballhaus Berlin“/picture alliance

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Alexander Marguier ist Chefredakteur von Cicero.

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Will er oder will er nicht? Erwartungsgemäß war das die Frage der Stunde, als Friedrich Merz am Donnerstagabend seinen großen Auftritt im „Ballhaus Berlin“ hatte. Gastgeber war das „Forum Mittelstand“, und Merz hatte diesen Termin natürlich schon lange vor der Rückzugsankündigung Annegret Kramp-Karrenbauers von der CDU-Parteispitze zugesagt. Doch seit Montag ist das Rennen wieder offen, entsprechend groß war das Interesse an der Veranstaltung. Tatsächlich platzte das plüschige Ballhaus mit seinen Retro-Tischtelefonen aus allen Nähten: Mehrere Fernsehteams waren gekommen, die Fotografen drängelten sich vor dem Stargast – und etliche begeisterte Jungunionisten hielten Schilder mit der Aufschrift „Ein Herz für Merz“ in die Kameras.

Regelrechte Partystimmung

Trotz regelrechter Partystimmung ließ sich Friedrich Merz allerdings nicht aufs Glatteis locken. Der Moderator Nikolaus Harbusch von der Bild-Zeitung versuchte seinem Gesprächspartner zwar ein ums andere Mal das Bekenntnis zu einer Kandidatur für den Parteivorsitz zu entlocken, doch Merz blieb hart: „Wir führen jetzt Gespräche mit der Parteivorsitzenden“ (mit „wir“ dürften Armin Laschet und Jens Spahn gemeint gewesen sein); er selbst sei für die nächste Woche mit AKK verabredet. Ansonsten wiederholte Merz sein Mantra von wegen: Er wolle seinen Beitrag leisten. Und zwar dazu – das klang dann doch einigermaßen dramatisch –, „dass es mit der Union weitergeht“. Tatsächlich sieht Friedrich Merz seine Partei in einer existentiellen Krise: „Die Union ist in einer ähnlich gefährlichen Lage wie die SPD.“

Als Harbusch abermals insistierte, Merz möge jetzt endlich seine Kandidatur verkünden und dies halb drohend mit der Bemerkung verband, anderenfalls würde sich sein Image als Zauderer verfestigen, war zunehmender Unmut im Publikum zu verspüren: „Sachthemen!“, riefen etliche Zuschauer und spendeten Applaus, als Merz eine spöttische Bemerkung über die Bild-Zeitung fallen ließ. Jedenfalls blieb er bei seiner Linie und beteuerte, die akut äußerst schwierige Lage der CDU erfordere, „dass wir ein paar Tage in Ruhe nachdenken“. Noch ein paar Würfe habe die CDU bei ihrer Personalentscheidung nämlich nicht frei, so Merz. Sprich: Der nächste Parteivorsitzende muss es wuppen, sonst droht der Untergang.

"Streitkultur stark beschädigt"

In seinem Eingangsstatement präsentierte sich Friedrich Merz erkennbar staatsmännisch. Nach ein paar flapsigen Bemerkungen über „weibliche“ Tiefdruckgebiete („Merz ätzt gegen AKK“ heißt es heute dazu groß in der Bild-Zeitung) und dem relativierenden Hinweis, im nächsten Jahr würden Schlechtwetterereignisse turnusgemäß wieder mit männlichen Vornamen belegt, ging es zur Sache. Ausgehend von den aktuellen Ereignissen in Thüringen beteuerte Merz, eine Zusammenarbeit mit der AfD komme für die CDU nicht in Frage. Allerdings müsse man sich die Frage stellen, warum die AfD überhaupt so groß habe werden können. „Die Große Koalition hat die politische Streitkultur in der Mitte stark beschädigt“, konstatierte Merz. In der anschließenden Fragerunde machte er klar, dass man dem Rechtspopulismus auch durch eine klare Durchsetzung rechtsstaatlicher Prinzipien Herr werden könne.

Nicht der AfD das Feld überlassen

„Der Staat darf niemals vor politisch motivierter Gewalt zurückweichen“, so Merz, und zwar unabhängig davon, aus welcher Richtung die Gewalt komme: „Was wäre, wenn es anstatt der Roten Flora die Braune Flora gäbe“, sagte er mit Blick auf die Laxheit des Staates gegenüber der autonomen Szene und besetzten Häusern. Auch in der Migrationsfrage brauche die Politik „eine stringente und schlüssige Antwort“, wolle man nicht der AfD das Feld überlassen. „Was machen wir denn, wenn es nochmal zu großen Flüchtlingsbewegungen kommt?“, fragte Merz und kritisierte den Mangel einer entsprechenden Strategie. Hier sei seine Partei gefordert.

Friedrich Merz berichte davon, in seiner Heimatstadt seien Lehrerinnen der örtlichen Schule an ihn herangetreten und hätten sich über zunehmende Respektlosigkeiten von Schülern aus dem muslimischen Kulturkreis beklagt. Über solche Entwicklungen müsse man offen reden können, anstatt die Probleme zu verschweigen. Vollverschleierung, wie sie jetzt auch an Schulen und Universitäten statthaft sein soll, ist für Merz ein Unding und mit den Leitlinien einer offenen Gesellschaft inkompatibel. Burka und Niqab nannte er ein „Symbol der Unterdrückung der Frau“ und äußerte sein Unverständnis darüber, dass ausgerechnet die Grünen in diesem Punkt kein Problembewusstsein hätten. Für Merz ist es an der Zeit, in Deutschland den „kulturellen Umgang“ miteinander auszubuchstabieren: „Wenn wir solche Fragen nicht ansprechen, tun es andere – und dann wird es nicht besser.“ Für solche Aussagen erntete er im „Ballhaus Berlin“ zuverlässig großen Applaus.

Politik zu sehr mit sich selbst beschäftigt

Mit Blick auf die internationale Politik und insbesondere den zunehmenden Einfluss Chinas sprach Merz von „einer empfundenen Führungslosigkeit“ (gemeint waren wohl Deutschland und die EU), welche ebenfalls zu einem „Erstarken der politischen Ränder“ führe. Zwar seien die vergangenen anderthalb Dekaden gute Jahre für Deutschland gewesen, dennoch stünden jetzt wichtige Entscheidungen an. Man müsse, so Merz, den Blick nach vorn richten und sich klar darüber werden, wer man sei und welche Rolle man in der Welt spielen wolle. Die Politik in Deutschland sei da viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt.

Europa benötigt Merz zufolge dringend eine eigene digitale Infrastruktur; den Klimawandel nannte er ein „ernsthaftes Problem“, das sich aber nur mit der Industrie und nicht gegen die Interessen des Industriestandorts Deutschland lösen lasse. Seine Partei dürfe in dieser Frage „nicht den anderen“ (also Fridays for Future oder den Grünen) hinterherlaufen, sondern müsse eigene Lösungsansätze erarbeiten. Auch müsse man sich ernsthaft überlegen, wie Deutschland seinen „exponentiell steigenden Strombedarf“ in Zukunft decken wolle. Alle diese Fragen erforderten „eine Partei, die nicht durch Personaldebatten, sondern durch Sachdebatten“ in Erscheinung trete.

Schärfung des inhaltlichen Profils

Das Hauptanliegen von Friedrich Merz ist die Schärfung des inhaltlichen Profils seiner Partei, nur so kann ihm zufolge die CDU ihre zunehmende Marginalisierung aufhalten und rückgängig machen. Es gehe ihm nicht um einen „Blick zurück im Zorn“, sondern darum, mit Enthusiasmus, Sachkompetenz, politischer Führung und Freude an guter Politik in die Zukunft zu gehen. Sein Anliegen sei es auch nicht, der AfD nach dem Mund zu reden, sondern von dort jene Wähler zurückzugewinnen, die guten Willens seien, sich „von der CDU aber schlicht nicht mehr vertreten fühlen“. Auf die Frage, ob bei solch einem Kurs nicht die Gefahr bestehe, Wähler an SPD oder Grüne zu verlieren, antwortete Merz lakonisch: „Wir liegen derzeit bei 22 Prozent – viel zu verlieren haben wir da nicht. Dafür aber viel zu gewinnen.“

Auch ohne eine Kandidatur für den Parteivorsitz zu verkünden, hat Friedrich Merz am Donnerstagabend im „Ballhaus Berlin“ unmissverständlich klar gemacht, dass er sich die Führung nicht nur der CDU, sondern auch der Bundesregierung zutraut. Ob das die anderen Funktionsträger in seiner Partei auch so sehen, wird sich in den nächsten Wochen zeigen.

Stefan Bosel | Fr, 14. Februar 2020 - 12:55

Merz gefällt mir langsam. Wenn das alles stimmt, was da geschrieben steht, hört sich dies ein bisschen nach "Werteunion" an und so gar nicht "linksgrün". Das ist gut, denn so muss die Alternative zum derzeitigen linksgrünen Kuschelkurs der CDU aussehen. Hoffentlich wird Merz nicht kurz vor dem Ziel noch ausgebremst. Merkel ist nach ihrem Südafrika-Anruf alles zuzutrauen. Gut wäre, wenn Merz jetzt die Karten auf den Tisch legte, den Skat aufnehmen würde und "Grand Hand" ausriefe. Freilich, die Frage ist, ob er so gute Karten hat und wer die Mitspieler sind. Klar ist, mit Laschet gibt es rheinischen Frohsinn und ein "Weiter so!" Mit Spahn gibt es gar nichts, mit Söder ebensowenig, nur vielleicht ein bisschen grüner. Gefallen hat mir Merz´ Aussage, die Klimaverbesserung dürfe nicht gegen die Industrie laufen. Das war eine klare Ansage gegen FFF und die Grünen. Hoffentlich hat man das verstanden. Ich denke, Merz wird erst blank ziehen, wenn er gewählt ist. Dann ist auch Merkel out.

Kanzlerin Merkel ist seit Jahren öffentlich nahezu völlig abwesend.
Der französische Präsident Macron redet ganz unbefangen von Führung. Und beweist sie auch, indem er eine Vision für Europa entwickelt, die er unter drei Leitbegriffe stellt: Souveränität, Einheit, Demokratie. Dafür will er kämpfen und man nimmt es ihm ab. Merkel konterkariert seine Pläne bei jeder Gelegenheit. Führung war noch nie die Stärke von Merkel. Sie führte als Kanzlerin immer von hinten, wartete, wohin sich der Wind drehte, um sich dann im letzten Moment an die Spitze zu stellen. Merkels Strategie ist sehr einfach durchschaubar: Besser gar nichts sagen, keine Richtung vorgeben, abwarten, wie sich die Dinge entwickeln. Für das Land ist ein solches opportunistisches Nichtführen fatal. Merkel hat die Warnschüsse der Wähler nie verstanden. Der Luxus Deutschlands besteht darin, sich eine Kanzlerin zu leisten, die sich dieses Land angesichts der politischen Krisensituation nicht mehr leisten kann.

Fragen stellen ist das eine, Antworten geben das andere. Da hat Merz aber nichts zu gesagt. Wohlweislich, wie ich vermute.

Yvonne Walden | Fr, 14. Februar 2020 - 15:21

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Wir sollten bei allen "schönen Worten", die Friedrich (Fritze) Merz von sich gibt, stets Rückschlüsse auf seine Geisteshaltung und seine Persönlichkeit ziehen.
Merz ist Multi-Millionär und war jahrelang Repräsentant (und Aufsichtsrat bei Blackrock, dem größten Finanzkonzern der Welt).
Er kennt seit seinem Berufseintritt in eine Rechtsanwaltskanzlei und CDU-Mitglied kaum noch die Nöte und Sorgen von uns Kleinen Leute.
Würde er sich etwa für das Wiederaufleben der Vermögenssteuern stark machen? Oder für eine gerechte Erbschaftsbesteuerung?
Oder für eine Besteuerung der Börsengeschäfte mittels einer Kapitalertragssteuer?
Das wird er sicherlich zu vermeiden versuchen, weil er dadurch seine Klientel, die Reichen und Gutsituierten (die natürlich noch viel reicher werden wollen) ins Mark treffen würde.
Und damit geht die finanzielle Umverteilung von unten nach oben kontinuierlich weiter.
Nein, Merz ist kein Repräsentant der Mittelstands-CDU, sondern der Wirtschaftsunion, und das sagt alles...

Soll nicht Pöbel, sondern Gesindel gesagt haben. Vom Wortststamm her ist das recht ähnlich. Gesindel waren die von einem selbst Angestellten Dienst often. Pöbel die normalen Menschen im Gegensatz zum Adel. Da sieht man wo sich der Herr gedanklich bewegt.

Erstens ist er sicher KEIN Multimillionär!!! Das ist Gates oder ähnliche. Zweitens hat er in der Kanzlei sicher alle Fälle zu vertreten gehabt. Auch die, vermeintlich kleiner Leute. Drittens kommt er aus einer kleinen Gemeinde Im Sauerland, wo er sich oft aufhält. Glauben Sie, er trägt dort immer Kopfhörer mit Börsennachrichten?
Ihrer Argumentation folgend, hätte Angela Merkel dann damals den Sozialismus propagieren müssen, da sie aus der SED/FDJ kam und dort groß geworden ist.
Aufsichtsrat eines Multinationalen Konzern wird nicht jeder, darauf sollten wir Stolz sein. Er ist einer der ganz wenigen in der sogenannten Berlin Blase, der privat gezeigt hat, dass man ohne Politik genug Geld verdienen kann.

Leider werden hier Millionen mit Milliarden verwechselt. Friedrich (Fritze) Merz ist nach allem, was bisher bekannt geworden ist, mehrfacher Millionär, also Multi-Millionär mit Vermögenswertgen von - sagen wir - 2 Millionen, 5 Millionen oder vielleicht sogar 10 Millionen EURO. Bill Gates dagegen ist zigfacher Milliardär. Eine Milliarde (ob nun EURO oder DOLLAR) besteht bekanntlich aus 1.000 Millionen EURO oder DOLLAR. Dies nur zur Klarstellung!

Werter Herr Bosel,
Ihrem Komm. kann ich mich gut anschließen.
Habe seine sehr gute Rede verfolgt u. es ist für mich auch ok sich, so wie seine Mitbewerber es auch alle halten, noch zurückzuhalten.
Im Grunde hat er recht deutlich gesagt wofür er steht u. was er machen will.
Da war es schon arg lästig, wie einige Journalisten ihn dennoch zu noch klareren Worten zwingen wollten.
Aber auch hier hat Merz gezeigt was er drauf hat.
Die ließ er freundlich abblitzen.

Wenn es einer schaffen würde sich die Mehrheit innerhalb der Union zu sichern, um Merkel - vorzeitig - in den Ruhestand zu schicken, dann nur Merz.

Laschet will diese Entscheidung (die K-Frage) so weit wie möglich hinausschieben. Nur um dann die Merkel-Politik fortzusetzen.
Darin stimme ich Ihnen ebenfalls zu.
Aber Laschet überschätzt sich m. E.
Er hat führt zwar den größten Landesverband (NRW) aber von dort kommen auch seine direkten Konkurrenten.

Die K-Frage wird zeigen ob die Union den Merkel-Kurs endlich verlassen will.

Christa Wallau | Fr, 14. Februar 2020 - 13:50

sind auf jeden Fall besser als der windelweich und immer grinsend auftretende, dabei
hochgefährliche Laschet.
Wer verfolgt hat, wie er es mit der Ehrlichkeit (Redlichkeit) hält, der kann sich nur angewidert abwenden: In Aachen "erfand" er Noten für Arbeiten von Studenten, die er offenbar verschusselt hatte!
Nein, solche Leute, die sich - wenn's hart auf hart kommt - durchmogeln wollen, brauchen wir nicht, sondern echte, zuverlässige Führungspersönlichkeiten.
Was das konservative und sozial-marktpolitische
Erbe der CDU angeht, so halte ich Span
für denjenigen, der das noch besser als Merz wiederbeleben könnte. Aber Merz verkörpert mit seinem Auftreten mehr Durchsetzungskraft.

Petra Horn | Fr, 14. Februar 2020 - 14:14

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Wer gegen die AfD nur die Nazikeule als Argument hat, dem ist kein Meter weit zu trauen.
Im Übrigen scheint mir sein ewiges Zaudern nicht nur daher zu rühren, daß er keinen Mut hat und für nichts einstehen will. Die Phrasen, die er drischt, sind uralt. "Starke Führung", haha, wo doch offensichtlich ist, daß Merkel mit eiserner Hand regiert. Jeder, der sich ihr in den Weg stellt, wird abgeräumt, ob er Hirte oder Merz heißt. Mit dem Abräumen von Kohl und Schäuble hat ja ihr unheimlicher Aufstieg begonnen.
Ich glaube, es geht tiefer: Merz hat keine Überzeugungen und Werte. Er ist jetzt, wo irgendwie Merkels Ende in Sicht zu sein scheint, wieder hervorgekrochen. So halb. Wo kam denn was, seit der vermurksten Wahl zum CDU-Vorsitzenden. Wenn er da ein wenig mehr den Willen zur Macht hätte sprühen lassen, wäre er es geworden.
Wie sagte Schröder? "Er kann es nicht!"

Rob Schuberth | Fr, 14. Februar 2020 - 16:25

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Frau Horn, im Gegensatz zu Ihnen fand ich es eine kluge u. weitsichtige Entscheidung sich im Hintergrund zu halten, anstatt sich - wie AKK - verheizen zu lassen.

Denn bei der knappen Wahl zur Vors. war erkennbar dass sich AKK nicht lange würde halten können.
Und um nicht selbst beschädigt werden zu können, hielt er sich im Hintergrund, ohne je ganz weg zu sein.

Man darf nie vergessen, dass er schon 1 x von Merkel abgeräumt wurde.

Das Wohl u. Weh der Union hängt nicht von ihrer/m Vors. ab, sondern - leider - immer noch von Merkels Gnaden.

Und bei (nur) 50:50 Zustimmung innerhalb der Partei (für die Vors.) war es eben klug noch nicht auf die politische Bühne zu steigen.

Roland Völkel | Fr, 14. Februar 2020 - 16:36

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der Deutschland und nebenbei auch die CDU retten kann, Frau Wallau.
Nein, nicht F. Merz, der Armin, der Laschet sowieso nicht, auch nicht der Jungspund J. Spahn. Denen haftet doch alle ein Siegel an. Der steht für...und der für...
Ich habe die Lösung und für die gibt es keine großen Bedenken, weder von der linken, noch aus dem rechten Lager. Sogar die Grünen würden ihren Robäärrrt zurückziehen!
...and the Winner is: Jürgen Klinsmann !
Die Welt würde staunen über diesen Clou. Das Sommermärchen 2.0 würde damit eingeläutet. Niemand in der dt. Politik hätte Vorbehalte. Die Presse würde sich mit Lobhudeleien übertreffen. Angela würde für ihren Jürgen umgehend das Feld räumen. Sogar die Afd (gut zuhören Herr L.) würde die weiße Fahne hissen und sich umgehend auflösen. Die Staatsoberhäupter dieser Welt würden förmlich um eine Audienz betteln. Sogar Donald würden den Gang nach Old Germany flugs antreten.
Die Straffzölle wären vom Tisch (außer auf Trikots mit J. Klinsmän drauf=Einnahmen!
Salute

Andreas Zimmermann | Fr, 14. Februar 2020 - 14:04

Pahh… der Herr Merz muss erstmal ein paar brisante Nägel in die dicken Bretter versenken ehe hier wieder wirkliches Vertrauen einkehrt. Anderthalb Jahrzehnte Linksruck unter Merkel inklusive massiven Staatsversagen und der Erosion des Rechtssystems, lassen sich nicht mit nur einen paar warmen Worten beseitigen. Das mag vielleicht bei den CDU Wählern und Sympathisanten auf offene Ohren treffen, aber ich bin da erstmal taub. Da wurde von der großen Vorsitzenden einfach zu viel Porzellan zerdeppert und die Dame sitzt mit ihren breiten Allerwertesten immer noch im Kanzleramt. Wenn sie diesen Platz gegen einen in Moabit eingetauscht hat, dann können wir weiter reden!

Michaela Diederichs | Fr, 14. Februar 2020 - 14:15

Ein ums andere Mal begeistern Sie mich mit Ihren Beiträgen. Mit Merz keimt doch zumindest so etwas wie Hoffnung auf. Im Gegensatz zu Herrn Spahn meine ich aber, es sollte jetzt schnell gehen. Nicht überstürzt aber schnell. Frau Merkel muss - wie auch immer - weg, je eher desto besser. Auch diese Forderung muss von Herrn Merz kommen: Entweder sie oder ich. Sonst geht es ihm wie AKK. Die CDU muss sich entscheiden, sonst geht es ihr wir der SPD.

Carsten Paetsch | Fr, 14. Februar 2020 - 14:21

Er sollte auch, aber ich befürchte, er wird nicht Vorsitzender bzw. Kanzlerkandidat.
Denn für Umfragen interessiert man sich in der CDU seit Jahren nicht mehr, also warum jetzt?
Auch wollen Merkel und ihr Gefolge die Zeit bis zur BTW 2021 wohl kaum mit Attacken gegen ihre Politik verbringen.
Denn genau das wäre ja der Fall, wie der Artikel schon vorwegnimmt.
Wie sollte er sonst Wahlkampf machen? Nur die AfD beschimpfen wird genauso wenig reichen, wie die Grünen zu attackieren, die man wohl noch braucht. Ein Anti-Öko-Kurs ginge bei der Klimahysterie sowieso nach hinten los.
Also muss er auf die eigene Partei und ihre linken Kader los. Solange Merkel da ist, wird sie das aber nicht zulassen, denn dass ihr Arm ganz schnell mal von Afrika bis in die Thüringische Landespolitik reichen kann, haben wir gesehen.

Daher dürften uns die „weiblichen Tiefdruckgebiete“ wohl noch länger erhalten bleiben und durch die Grünen noch erheblich verstärkt werden. Hier bleibt der Klimawandel Wunschdenken.

Friedrich Merz hat frei gesprochen (ohne Manuskript). In derartigen Reden oder Vorträgen kann man natürlich nur Konturen zeichnen (Profil). Aber man merkte sofort, hier spricht jemand mit (rhetorischer) konzeptioneller Kompetenz. Zeichnet neue verloren gegangene Konturen mit ökonomischer und kultureller Substanz.

Und gleich wichtig- es hatte Ausstrahlung

Werter Herr Paetsch,

Ihre Kritik an einem mangelnden Int. der CDU an Umfragewerten kann ich nicht zustimmen.

Zumindest die Kanzlerin fragt diese sogar täglich ab.

Um die Noch-Kanzlerin zur Einsicht u. Amtsabtritt zu bewegen, ist es notwendig ihr klar zu machen, dass die EU-Ratspräsidentschaft bei weitem nicht so wichtig ist, wie es ihr die Medien bisher gern einreden.

Bisher soll dieses halbe Jahr ihr ja quasi als Krönung ihrer Amtszeit dienen.
Realistisch betrachtet könnte es aber auch ihr letztes verlorenen Gefecht werden.
Denn die Länder der EU die ihre Merkel-Linie nicht mitgehen wollen, ist nicht kleiner, sondern größer geworden.

Tomas Poth | Fr, 14. Februar 2020 - 15:48

Die Abgrenzeritis, von der Merz auch befallen ist, zeugt nicht unbedingt von politischer Führung.
Man muß den Weg und das Ziel beschreiben wenn man Leute hinter sich scharren will, das ist Führung.
Wir erleben derzeit nur Taktiererei innerhalb der CDU, keiner will eine Ackerfurche ziehen.
Die CDU ist vom SPD-Virus befallen.
Das Beste wären Neuwahlen für den Bundestag, so kurzfristig wie möglich.
Die Behauptung dass es in den Wahlergebnissen so bliebe wie es derzeit ist glaube ich nicht.
Mittlerweile wissen alle dass wir uns neu ordnen müssen und auch klare Signale auch nach außen senden müssen.
Eine konservative Besinnung steht an, nach all den Jahren in Richtung sozialistische Strukturen.

Hubert Sieweke | Fr, 14. Februar 2020 - 16:31

Bereits in HH hat man mit AKK die Katastrophe gewählt, obwohl Merz bereits riesige Sympathien hatte. Wenn nun die Merkel Claqueure versuchen, jemand anderes zu installieren (Spahn? das glaubt doch wohl niemand, oder Laschet, ein Berufspolitiker, der durch großes Glück MP geworden ist und Merkel Nummer 2 wäre) dann nur, weil ihnen klar wird, dass sich die Reise unter Merz verändern würde. Eine Menge Kriecher könnte man sicher in andere Posten schieben, denn arbeiten können die wenigsten.
Mit Merz oder Spahn wäre die CDU erledigt!!!!

Urban Will | Fr, 14. Februar 2020 - 16:38

Was Merz hier sagt, ist in großen Teilen das, was die Blauen fordern.

Wenn es jetzt der Merz fordert, dann klatschen sie halt, die gesellschaftlichen Eliten. In Berlin wimmelt es ja davon.
Sollen sie.

Wenn ein Blauer das gleiche fordert, pfeifen und heulen sie und schreien „Populismus“, „Faschismus“ und all den Blödsinn, den sie immer schreien.

Wenn sich Merz denn nun doch durchringt, es zu versuchen, wenn er also Merkels neue Lieblinge, die Grünen, angreifen m u s s , gerade beim Hauptthema Migration, dann wird sich zeigen, was er drauf hat.

Wenn er einen realistischen, vernünftigen, längst überfälligen konservativen Kurs durchbringt, dann soll er es auch werden.

Dann können die Blauen ruhig zurückfallen, dann war ihr Auftritt ebenso wichtig wie gut.

Ich glaube da noch lange nicht dran.

Ulrich Jarzina | Fr, 14. Februar 2020 - 17:08

Laut Handelsblatt vom 13.02.2020 sagte Merz auf dem Mittelstandsforum der Union in Berlin:

>> "Es wäre gut, wenn es diese Werteunion gar nicht gäbe." Er finde es nicht sehr sympathisch, was von dieser Seite komme. Merz sprach aber zugleich von einem Hilferuf, dass bestimmte Themen nicht mehr so diskutiert würden, wie es manche Gruppen in der Union wünschten. <<

Nota bene: Merz sagte nicht, dass es besser wäre, wenn es die Werteunion gar nicht erst bräuchte.
Er mahnt keine Rückkehr zu klassisch konservativen Positionen an. Vielmehr möchte er seiner Partei im Kampf gegen rechts (=AfD) beistehen.

Damit bedient Merz das gängige Narrativ. Auch sonst sagt er eher Unverfängliches. Kritische Themen meidet er: Kein Wort zu Thüringen, zu den Rücktritten innerhalb der Union oder gar zu den jüngsten Äußerungen der Kanzlerin.

Für einen Neuanfang ist das zu wenig.

Heidemarie Heim | Fr, 14. Februar 2020 - 17:15

Gilt man heutzutage schon als starke "Führungsfigur" wenn man mit der Bemerkung über eine "grottenschlechte Politik" und der utopischen Behauptung den aufkommenden Gegner von rechts halbieren zu wollen aufwartet? Zumal man die eigenen Aussagen selbst schnellstens relativiert sobald der übliche shit storm folgt und sich sodann diesen "Grottenschlechten" als Helfer andient? Oder die vorher als AfD-Gesindel gegeißelten Wähler plötzlich als mit gutem Willen behaftete
Ex-CDU-Wähler als rehabilitationsfähig bezeichnet? Ist die nach Merkelkurs modernisierte, von typischen programmatischen CDU-Inhalten inzwischen nach links abgewichene
Kernklientel der CDU-(Kanzler)-Anhängerschaft
auch entsprechend therapierbar? Bei z.B. der SPD
sieht man doch die Widerstandsfähigkeit einer
Partei selbst bei den grenzwertigsten Wahlergebnissen ever , bar jeglicher Eigenkritik an alten Verhaltensmustern und Gebaren (Der Feind steht rechts!) festzuhalten. Popularität allein ist m.E. zu wenig. MfG

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