USA - Wie Trump vom Terror in Europa profitiert

Auch wenn Bill Clinton beim Konvent der US-Demokraten ein großes Lob auf seine Hillary sang: Die jüngste Terrorserie in Europa spielt der ersten weiblichen Präsidentschaftsbewerberin nicht in die Hände. Ihrem Konkurrenten Donald Trump hilft die Paranoia dagegen

Donald Trump beim Parteitag der Republikaner in Cleveland, Ohio, USA
Donald Trump beim Parteitag der Republikaner in Cleveland / picture alliance

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Eva C. Schweitzer arbeitet als freie Journalistin für verschiedene Zeitungen in New York und Berlin. Ihr neuestes Buch ist "Europa im Visier der USA"

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Wahlen in den USA werden normalerweise mit heimischen Themen gewonnen: Jobs, Wirtschaftslage, innere Sicherheit. Was im Ausland passiert, interessiert den amerikanischen Wähler nicht sonderlich, von wenigen Spezialthemen wie britischen Königsbabys, Hitler-Memorabilia und Anschlägen in Israel abgesehen.

Das ist 2016 anders. Spätestens seit den Massenvergewaltigungen in Köln berichten TV-Sender und Zeitungen in den USA ausführlich über Terrorattacken in Deutschland, Frankreich und Belgien. In der Nacht, als der Amokläufer von München zehn Menschen erschoss, sendete CNN live und über Stunden, auch Fox News und MSNBC zeigten Bilder und spekulierten über den Täter. Der Axtmörder von Würzburg gelangte genauso in die US-Nachrichten wie das Selbstmordattentat von Ansbach, die Macheten-Attacke von Reutlingen, die Ermordung eines 86-jährigen französischen Priesters in der Normandie und natürlich die Anschläge von Nizza und Paris, denen Hunderte zum Opfer fielen.

Schärfere Einreisegesetze auch für Deutsche?

Das alles könnte Donald Trump die entscheidenden Prozentpunkte zur Präsidentschaft bringen, vor allem, wenn es kurz vor der Wahl noch einen größeren Anschlag geben sollte. Und es könnte dazu führen, dass die USA die Einreisegesetze verschärfen – auch für Europäer.

In der Sonntagssendung „Meet the Press“ kündigte Trump bereits an, er wolle als Präsident die Einreise aus Ländern, in denen es viele Terroranschläge gebe, einschränken. Daraufhin fragte der Moderator, ob er die Migration aus Deutschland und Frankreich stoppen wolle. Trumps Antwort: „Das ist ihre eigene Schuld, denn sie haben jahrelang diesen Leuten erlaubt, in ihr Territorium einzureisen.“ Der erste Schritt, um das Problem zu lösen, sei es, jeden Ankommenden sehr genau zu überprüfen. Diese Botschaft hören Trumps Anhänger gern.

Zwar wurde bereits unter Präsident Barack Obama das Visa-Waiver-Programm verschärft: Europäer, die Verbindungen zu einem der einschlägigen muslimischen Länder haben, dürfen nicht mehr visafrei einreisen. Doch Trump hat mit seiner Politik der geschlossenen Grenzen auf dem Parteitag der Republikaner Jubel ausgelöst und sich in den Umfragen vorerst vor Hillary Clinton geschoben.

„Merkel ist eine Katastrophe für Deutschland

Trump hat Angela Merkel, die einst in Amerika beliebt war, schon früh wegen ihrer Flüchtlingspolitik kritisiert, hält sie gar für eine Katastrophe für Deutschland und twitterte, dass Deutschland seit der Flüchtlingskrise von Verbrechern überrannt werde. Viele Amerikaner und allen voran republikanische Wähler fürchten nun, dass mit den Migranten aus Europa auch in die USA potenzielle Terroristen gelangen könnten.

Dass zwei der drei neuerlichen Anschläge in Deutschland von Flüchtlingen aus Syrien und Afghanistan begangen wurden, spielt dabei keine Rolle. Und dass die Flüchtlingsbewegung letztlich von den US-Militäreinsätzen in Afghanistan und Irak ausgelöst wurde, haben Amerikaner schon lange aus den Augen verloren.

Sommer der Angst“ in Europa

Diese Ängste bedienen auch die großen liberalen, einwandererfreundlichen US-Zeitungen. In Westeuropa sei der Sommer der Angstausgebrochen, jeder Tag bringe neue Horrormeldungen. Unschuldige Männer, Frauen und Kinder würden mit Lastwagen, Äxten, Bomben, Gewehren und Macheten getötet oder verletzt, schreibt die New York Times. Die größte Sorge der Zeitung gilt allerdings dem Aufstieg der rechtspopulistischen Parteien in Europa. Die Anti-Flüchtlings-Stimmung habe bereits dazu beigetragen, dass England die EU verlasse, so die TimesSie befürchtet, dass die AfD in Deutschland sogar in den Bundestag einziehen könne.

Und die Washington Post zitiert Deutsche, die sich fragen, wie es passieren konnte, dass ein Land mit eher schwachen Spionagediensten Hunderttausende von Asylsuchenden ohne einen brauchbaren Plan ins Land ließ. Für die Zeitung ist ein stärkerer Kontroll- und Überwachungsstaat die Lösung. Sie beklagt, dass es in Berlin-Tegel immer noch möglich sei, an Bord eines Flugzeugs zu steigen, ohne den Ausweis vorzuzeigen.

Rechte Internetmedien wie Breitbart.com, die Trump unterstützen und von dessen Wählern viel gelesen werden, legen noch ganz andere Töne auf. Die fortgesetzten Anschläge von Migranten und Muslimen würden nicht nur Deutschland zerstören, sondern die gesamte EU. Deutschland werde in spätestens 25 Jahren ein Failed State sein, wenn es die Migrantenkriminalität nicht in den Griff bekomme. Und was kann Amerika tun? Dafür sorgen, dass Hillary Clinton nicht Präsidentin werde, so Breitbart

Frank Jankalert | Mi, 27. Juli 2016 - 14:03

Teil der pro-Einwanderungs Proganda ist es jetzt, diejenigen welche die Gefahr schon lange realistisch erkannt haben, mit dem Vorwurf der Instrumentalisierung von "Paranoia" und Panik zu bombadieren.
Dabei hatten Trump, die AfD und einige sehr wenige Journalisten außerhalb der Hauptmedien schlichtweg den realistischen Blick auf die Entwicklungen, übrigens auch der zu recht kritisch gesehene AfD-Höcke, der fast als Einziger vor massenhaftem sexuellem Missbrauch deutscher Frauen durch orientalische Asylanten warnte. Die Leute mögen vielleicht unsympathisch wirken (oder sein) und oft ein bizarres Verhalten an den Tag legen, aber sie hatten einfach Recht.

Ja, lieber Herr Jankalert, so funktioniert es eben:
Statt zuzugeben, daß viele Warner absolut recht hatten und man selber
auf dem falschen Dampfer saß, hackt man lieber weiter auf den Leuten herum, die offensichtlich die Lage r e a l i s t i s c h eingeschätzten. Letztlich ist es doch egal, ob die Warner sympathisch sind oder nicht. FAKTEN zählen!!!
Aber davon haben die Deutschen leider nie sehr viel gehalten.
Sie träumen und romantisieren lieber. Gern machen sie sich etwas vor und kommen sich "gut", "feinsinnig" und vor allem "europäisch" vor,
allerdings nur so lange wie es ihnen n i c h t persönlich ans Leder und ans Portemonnaie geht.
Es wir sich bald zeigen, daß das ganze "Gutmenschentum" bei den meisten nur Firnis war.
Wetten?

Arndt Reichstätter | Mi, 27. Juli 2016 - 14:11

Die Autorin benennt zurecht die US-Militäreinsätze im Nahen Osten und Nordafrika als eine der Hauptursachen der Flüchtlingsbewegung.

Nur dass die derzeitig herrschenden Demokraten unter Präsident Obama und Außenministerin Clinton die Kriege nicht beendet haben sondern weiterführen.

Obama hat immer noch 8200 Soldaten in Afghanistan, 3500 im Irak in einer Militärbasis die größer ist als der Vatikan. Allein 2015 hat Obama 17.000 Munitionen auf Irak und Syrien regnen lassen.

Hillary Clinton hat Waffen im Wert von 150 Mia. Dollar in repressive Staaten liefern lassen, dessen Diktatoren der ClintonFoundation dafür Millionen stifteten.

Die demokratischen Weltrevolutionäre haben so viele "gemäßigte Rebellen" auf allen Seiten unterstützt, dass niemand mehr eine Übersicht hat.

Clinton hat geholfen, Libyen und Syrien ins Chaos zu stürzen und damit die europäische Zivilisation aufs Spiel gesetzt.

Allein dafür darf man als Deutscher hoffen, dass Trump ihr die Kerzen ausbläst.

Vor einer Präsidentschaft Clintons müsste sich eigentlich wirklich jeder fürchten, der mitverfolgt hat, was sie als Außenministerin angerichtet hat.

Vor Trump fürchte ich mich dummerweise genauso sehr und ich begreife es einfach nicht, warum die Amerikaner, die ja zu großen Teilen beide Kandidaten geradezu verachten, nicht endlich mal sinnvoll reagieren - es ist ja nun nicht so, dass sie nur die Wahl zwischen zwei Parteien hätten...

Ich teile Ihre Skepsis über Trump. Weniger weil ich seine Person nicht respektiere sondern weil ich das Phänomen Trump ohne das Internet nie verstanden hätte. Für Analysen zu Trump empfehle ich: Stefan Moleyneux, Scott Adams (Zeichner des Dilbert Comics), Roger Stone.
Sie werden merken, dass Trump konservative Werte vertritt, im Ggsz. zum derzeitigen republikanischen Establishment. Sie werden merken, dass er zwar politisch zum Protektionismus neigt , aber er guten Deals nicht widerstehen können wird, womit Freihandel einigermaßen gesichert ist.

peter hauser | Mi, 27. Juli 2016 - 14:45

Über "Trump" ist genug als Wissen vergeallmeinert, um ihn nicht zum "Teufel" zu schicken.
Polieia ist Interesse, .......also was wird sich ereignen?
Nicht Einsicht sonder Absicht...also Interesse..:-)

Dimitri Gales | Mi, 27. Juli 2016 - 15:05

Um es zynisch zu sagen: Trump erntet die Früchte, die Obama und Bush gesät haben. Trump ist in den USA inzwischen ungemein beliebt, mehr als die Medien zugeben wollen, seine kantigen Worte kommen an, obwohl viele Wähler unterschwellig davon ausgehen, dass er nicht alles realisieren wird, was er sagt. Aber lieber ein Typ wie Trump als eine Dienerin der Wall Street (Clinton) - das sagen sich viele.
Es wird darauf ankommen, ob Clinton die schwarze Bevölkerung mobilisieren kann. Ansonsten hat Trump gute Aussichten.

Walter Jostvogt | Mi, 27. Juli 2016 - 15:20

Fragt sich, ob Fr. Schweitzer überhaupt qualifiziert für ihre Aussagen ist. Im ganzen Militär-, Geheimdienst- und Mediensumpf wird so viel gelogen, und dies von Cicero so wenig aufgearbeitet, dass ich mir nicht sicher bin, wieso ein erfolgreicher Immobilienmakler eine schlechtere Wahl als Clinton sein soll. Dann will halt Trump muslimische Zuwanderung stoppen. Na und? Es ist das Recht eines jeden Landes mit seinen Grenzen zu machen, was es will. Dafür sind sie schließlich da. Als in Israel dieses Jahr vier Menschen von Palästinensern erschossen wurde, setzte Israel anschließend die Visa für 80.000 Palästinenser aus. Hat sich Cicero aufgeregt? Nö. Der Islamische Staat hat sogar angekündigt, Kämpfer als Flüchtlinge getarnt in den Westen zu schleusen. Ich sehe nicht, wieso es Trumps Schuld sein soll, dass die Idioten vor ihm im nahöstlichen Ameisenhaufen rumgestochert haben. Und ich sehe keinen ausreichenden Widerstand in diesem Magazin gegen die NATO-Kriege. Was soll das also...

Walter Wust | Mi, 27. Juli 2016 - 15:27

Was man auch immer gegen Trump vorbringt, er braucht keine Saudi's, um seinen Wahlkampf zu finanzieren. Merkel hat Deutschland geschadet, das hat nicht nur Trump erkannt und zig-Millionen Deutsche werden es nicht nur erkennen, nein, sie werden dafür bezahlen. Es wird nicht nur Geld sein, das uns diese falsche Politik kostet.

Wahlkampfspenden und die Presse dreht durch, weil er diese Bitte damit auch an Ausländer gestellt hat, laut amerikanischem Recht aber nur amerikanische Bürger Wahlkämpfe finanziell unterstützen dürfen.

Leaks legen mehr als nahe, dass die Saudis fast 20% von Clintons Wahlkampf bezahlten - Schweigen im Blätterwalde.

Peter Bigalk | Mi, 27. Juli 2016 - 18:02

Trump ist kein Sympathieträger, hat aber in vielen Punkten recht, fertig! Die Dummheit von Frau Merkel und ihrer Claqueure, die Realpolitik mit Gottesdienst verwechseln, spielt ihm in die Hände. Wenn man dann noch das abenteuerliche Apologetentum für die Gefahren des Islam sieht, und die hilflosen Reaktionen der Politiker, kann man nur noch den Kopf schütteln.

Martin Arndt | Mi, 27. Juli 2016 - 23:10

Spätdeutschland ist ein failed state, der keine Souveränität mehr besitzt und deswegen seine BürgerInnen nicht schützen kann. Welfare grenzenlos gegenüber Nicht-Deutschen und warfare im Geheimen durch Duldung von obamaesken Drohnenflügen, Einschränkung der Pressefreiheit (nur über ausländische Medien kommt man an einige Infos) und hate campaigns gegen Dissidenten. Der Blick geht gen Westen. Die USA haben mit DT wieder einmal die Kraft der Neuerfindung. Werden sie wieder der Leuchtturm der Freiheit sein und die von Deutschland zu verantwortende Erosion des alten Kontinents ein 2.Mal verhindern?

peter hauser | Do, 28. Juli 2016 - 03:52

Also Trump als Präsitent der USA......, ich kann mir kaum etwas undemokratischeres vorstellen.
Allerdigs in einem Land, welches zwar globale Interessen verfolgt, aber eigentlich nur sich selbst sieht, ist vieles anders.
Wir Deuteschen haben vielen Ländern etwas voraus, was so manch anderen fehlt, zwei verlorene "Weltkriege".

Man sollte alledings nicht wie unsere derzeitige Regierung wohl glaubt, jetzt "neudeusch meinen," am < Denken> unseres Geistes hätte die Welt sich zu orientieren..:-)

Etwas selbsterkennende Demut ist hilfreicher, als Barbaren, die wieder alles besser wissen.

Bernd Schulze | Do, 28. Juli 2016 - 11:20

Einer muss ja profitieren, wenn Deutschland nicht schon wie versprochen vom Fachkräftezustrom und der kulturellen Bereicherung profitiert.

Rudi Pfeffer | Do, 28. Juli 2016 - 15:23

Ob Clinton oder Trump, keiner kann machen was er will, auch nicht in den USA. Obama ist auch auf dem Bettvorleger gelandet......und wenn ich mir unsere Politiker im Wahlkampf so anhöre, es gibt vor und nach der Wahl.

Jens Petersen | Do, 28. Juli 2016 - 21:57

Die Medien sind die größten Profiteure des Terrors. Darf ich denen jetzt auch ein Vorwurf daraus machen?

Karola Schramm | So, 31. Juli 2016 - 01:01

So wie jede Medaille zwei Seiten hat, haben Menschen mehr als zwei.
Trump - Vorteile:
wird nicht bezahlt von Banken u.a. denen er am Ende verpflichtet ist. Sieht Merkels Schuld an dieser Krise und spricht sie auch aus.
Gute Beziehung zu Russland, raus aus den Kriegen, EU soll für sich selber sorgen. Vollbeschäftigung, soziale Absicherung.
Nachteile: große, grobe, vulgäre Klappe, Rassist, will alle Nichtweißen des Landes verweisen.

Es muss einfach abgewartet werden, wie es wird. Clinten ist eine Wallstreet- und pro Krieg-Frau. Sie wird keine politische Lage verbessern sondern verschlechtern.
Am Ende ist es fast egal, wer in den USA Präsident wird, denn die wahren Drahtzieher und Macher sind die Superreichen, die wiederum sind eng mit dem CIA und einigen Geheimbünden verbunden.

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