Nigel Farage - Er ist wieder da

Die Kommunalwahlen in Großbritannien zeigen, dass die Briten im Brexit-Chaos weder Theresa May und den Tories vertrauen, noch Jeremy Corbyn und Labour. Davon profitiert vor allem Nigel Farage, obwohl er einen Großteil des Schlammassels zu verantworten hat. Wie macht er das? Ein Besuch in Wales

Nigel Farage
Nigel Farage befindet sich dank dem unwürdigen Polit-Spektakel rund um den Brexit wieder im Aufwind / picture alliance

Autoreninfo

Tessa Szyszkowitz ist Londoner Korrespondentin des österreichischen Wochenmagazins Profil. Im September 2018 erschien „Echte Engländer - Britannien und der Brexit.". Foto: Alex Schlacher

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Tessa Szyszkowitz

Federnd springt er auf die Bühne, dreht den Körper zum Publikum und öffnet die Arme so weit, als wolle er den ganzen Saal umarmen. „I am back“, ruft Nigel Farage: „Ich bin wieder da!“ Der Saal tobt vor Begeisterung. Sein ganzer Auftritt im „Neon“, dem ehemaligen Newport Odeon, signalisiert Leutseligkeit und Volksnähe. „Aber diesmal“, raunt der 55-Jährige dann und sein Lächeln rutscht ins Grinsen ab, „ist Schluss mit Mr. Nice Guy. Ich kann auch anders“.

Nach den Lokalwahlen ist vor den EU-Wahlen. Am vorigen Donnerstag hatten Theresa Mays Konservative bei Gemeinderatswahlen fürchterliche Verluste eingefahren: 1330 Tory-Gemeinderäte verloren ihre Sitze an Liberaldemokraten und Unabhängige. Doch auch Labour musste sich von 84 Räten verabschieden. Beide große Parteien wurden von den Wählern dafür gestraft, dass sie dem Land seit dem Brexit-Votum vor drei Jahren ein unwürdiges Polit-Spektakel bieten.

Chance für Kleinparteien

Für Theresa May wird es immer enger. Die Premierministerin kann kaum mehr auf Zustimmung zu ihrem EU-Scheidungsdeal hoffen. Hatte sie bis zu den Regionalwahlen noch gehofft, mit Labour-Chef Jeremy Corbyn einen Kompromiss-Deal vor dem 22. Mai zu erreichen, so arbeiten ihre Strategen jetzt bereits mit der Vorgabe, dass Großbritannien nicht vor dem 30. Juni austreten könnte. Auch das ist wenig wahrscheinlich, weil Corbyn lieber Neuwahlen hätte als May bei ihrem Brexit zu helfen. Bis zum 31.Oktober haben die Briten Zeit, unter sich einen Deal auszumachen, dann droht ein Austritt ohne Abkommen.

Da die Briten in der Brexit-Sackgasse feststecken, müssen sie jetzt Ende Mai doch noch einmal zu den Wahlen für das EU-Parlament antreten. Für die proeuropäischen Kleinparteien ist dies eine weitere Chance, von der Bevölkerung an der Wahlurne eine Antwort darauf zu bekommen, ob sie den Brexit vielleicht lieber absagen wollen. Die Liberaldemokraten hoffen ebenso auf viel Zustimmung wie die Neugründung Change UK. Dort sammeln sich elf ehemalige Abgeordnete aus der Tory- und Labour-Partei, die ihren Parteien aus Frustration über den Brexit-Kurs davongelaufen sind. Da bei den EU-Wahlen in Großbritannien mit Verhältniswahlrecht abgestimmt wird, sind die Chancen der kleinen Parteien höher, Abgeordnete zu bekommen. Bei nationalen Wahlen gilt in Großbritannien sonst das Mehrheitswahlrecht, weshalb im House of Commons die großen Parteien bevorzugt sind.

Der König der Pub-Theke

Weit vor den Proeuropäern liegt bei Umfragen für die EU-Wahlen allerdings der Ahnvater des Brexit: Nigel Farage. 28 Prozent würden für ihn stimmen, heißt es beim Institut YouGov, 22 Prozent für Labour, 13 Prozent für die Tories, danach für die proeuropäischen Kleinparteien. Bei den Lokalwahlen war Farage noch nicht angetreten. Die Stunde des Brexit-Zombies schlägt erst jetzt, am 23. Mai.

Sein Wahlkampf läuft bereits auf Hochtouren. Farage feiert seine Wiederkehr wie eine Auferstehung. Er will jetzt doch noch einmal, zum fünften Mal, ins Europäische Parlament einziehen. Seit 1999 sitzt er dort und schwingt EU-feindliche Reden. Da sich seine frühere Partei, die UKIP („United Kingdom Independence Party“) im Zuge des quälenden Brexitprozesses radikalisiert hat und heute offen antimuslimische Propaganda betreibt, trat er im Dezember aus und gründete die „Brexit Party“. Sie hat kein Parteiprogramm. Sie hat kaum Mitglieder. Aber sie hat ihn.

Nigel Farage reitet die Welle der Empörung gekonnt wie immer. Simpelste Botschaften ersetzen die komplexe Wahrheit, dass man eben nicht so einfach nach 46 Jahren die EU verlassen kann, ohne das Vereinigte Königreich zumindest kurzfristig wirtschaftlich und politisch zu beschädigen. Farage, König der Pub-Theke, gibt den frustrierten Brexit-Fans genau das, was sie hören wollen: „Die Westminster-Elite hat den Brexit verraten. Das lassen wir uns nicht länger bieten!“

„Wir wussten, was wir wollten“

Vor drei Jahren haben die Briten per Referendum mit 52 Prozent der Stimmen für den Austritt aus der EU votiert. Und was ist passiert? „Theresa May hat uns verraten“, meint auch Callum Vaga, der Medienwissenschaften in Cardiff studiert und bisher bei den Tories mitgearbeitet hat: „Die Konservativen vertreten uns nicht mehr.“ Deshalb sei er zu Nigel Farage gekommen: „Ich gebe meine Stimme jetzt lieber einem, der eine klare Politik vertritt.“

Hunderte sind in Newport ins „Neon“ gekommen, um die desaströse Lage der Nation kurz vergessen zu können. Bei Nigel Farage, der mit seinem smarten Anzug und dem jovialen Grinsen gute Stimmung verbreitet, sind sie damit an der richtigen Stelle. Der ehemalige Banker aus der Londoner City spricht ihnen aus der Seele: „Weil wir für den Brexit gestimmt haben, sind wir dumm? Nein! Wir wussten genau, was wir wollten!“ Die Leute klatschen hingerissen. Und ein bisschen trotzig.

Frustrierte Konservative

Newport erlebte seine Hochblüte während der Industrialisierung im 19. Jahrhundert als wichtiger Hafen für den Export von walisischer Kohle. Das Zentrum der Stadt atmet die Melancholie einstiger Größe und gegenwärtigem Niedergang. Filialen von Poundshop und Starbucks reihen sich aneinander. Beim Referendum entschieden sich die rund 150.000 Einwohner von Newport mit einer Mehrheit von 56 für den Austritt.

Die meisten Kandidaten, die Farage aus dem Hut gezaubert hat, um etwas überstürzt an den EU-Wahlen teilzunehmen, sind frustrierte Tories oder ehemalige UKIP-Leute wie er selbst. „55 Jahre war ich in der konservativen Partei“, sagt Ann Widdecombe, die vor einem Monat bei den Tories aus- und bei Farage eingetreten ist: „Diese Partei ist nicht mehr für uns da!“

Neue Politpartner

Zum Publikumsliebling wurde die schlagfertige 71-jährige Ex-Ministerin durch ihre Teilnahme am Promi-Tanzfest „Strictly come dancing“ und an der Gameshow „Celebrity Big Brother“, bei der sie durch sexistische und LGBT-feindliche Meinungen auffiel. Jetzt steht sie neben Parteigründer und Spitzenkandidat Farage auf der Bühne und ist ganz in ihrem Element. Die EU ist ihr genauso verhasst wie ihrem neuen Politpartner. „Wenn der Brexit nicht passiert, dann verraten wir das Erbe unserer Großeltern“, ruft sie in den Saal: „Wenn wir uns von denen da am Kontinent regieren lassen wollten, dann hätten wir in Dünkirchen aufgegeben.“ In der französischen Hafenstadt waren 1940 britische Truppen von der deutschen Wehrmacht eingekesselt und durch eine beispiellose Solidaritätsaktion von englischen Fischern und privaten Bootsbesitzern gerettet worden.

Im Saal wabert der Geist des Widerstandes gegen das Dritte Reich. Es war schließlich das letzte Mal, dass sich die Briten heroisch gegen das Unrecht in der Welt aufgelehnt haben. Seitdem ging es nur bergab. Das Empire zerfiel, die englischen Fabriken bekamen keine billigen Rohstoffe mehr. Währenddessen gründeten die Deutschen mit den Erzrivalen des Insel-Volks, den Franzosen, das europäische Konsensprojekt EWG. Die Briten blieben zögerlich am Rande hängen, bis sie 1973 halbherzig beitraten.

Noch immer gespalten

Auch heute sind etwa die Hälfte der Briten für und die andere gegen einen Austritt aus der EU. Lustvoll schimpft Farage gegen die EU-Institutionen. Und auf Jean-Claude Juncker natürlich, das geht immer: „Juncker ist ja schon vor dem Mittagessen nutzlos. Aber nachher erst!“, spottet er und die Leute biegen sich vor Lachen. Dass Farage selbst stets mit einem Bier fotografiert wird, tut nichts zur Sache. Es geht nur um die Pointe, nicht um den Inhalt.

Farages Wiederkehr dürfte zwar seinen politischen Erzfeind Guy Verhofstadt von den proeuropäischen, belgischen Liberalen wenig freuen, doch weiter rechts hofft man auf seinen Sieg, um die Nationalisten im nächsten EU-Parlament zu unterstützen. Bei den EU-Wahlen 2014 war Farage, damals noch mit UKIP, mit 27 Prozent der Stimmen stärkste britische Partei im Europäischen Parlament geworden. UKIP ist inzwischen zerbröselt, von 24 Abgeordneten sind nur noch 4 übrig, die anderen sind aus der Partei geflüchtet.

Ein selbsternannter Robin Hood

Farage hat sich immer klar von den Rechtsradikalen abgegrenzt: Den krassen anti-islamischen Rassismus der Französin Marine Le Pen, des Niederländers Geert Wilders und der österreichischen FPÖ lehnt er ab. Die rechtsextremen europäischen Parteien sammeln sich im EU-Parlament in der Fraktion „Europa der Nationen und der Freiheit“ (ENF). Dort sind FPÖ, die italienische Lega Nord und Le Pens „Rassemblement National“ vertreten. Nigel Farage hingegen entschied sich für die Fraktion „Europa der Freiheit und der direkten Demokratie“ (EFDD). Dort sitzt bisher auch Beatrix von Storch von der AfD.

Das rechtsrechte Lager will sich nach den EU-Wahlen neu aufstellen. Matteo Salvini von der italienischen Lega will deren Sprecher werden. Nigel Farage, der selbst ernannte Robin Hood der englischen Entrechteten, könnte sich in diesen Prozess mit neugefundener Kraft einbringen. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht.

 

Karsten Paulsen | Di, 7. Mai 2019 - 08:33

"Simpelste Botschaften ersetzen die komplexe Wahrheit, ..."

Dieser Satz verhöhnt mir zu sehr die Wähler, selbstverständlich gibt es oft für komplexe Probleme oft einfache Lösungen, man muss sie nur finden wollen.

Gerhard Lenz | Di, 7. Mai 2019 - 10:06

In reply to by Karsten Paulsen

Nein zur EU heisst was? Zollunion? EFTA? Eine ähnlich gelagerte Zusammenarbeit wie mit Kanada? Oder Norwegen? Politik wird zum großen Teil von Emotion bestimmt, Argumente sind oft nebensächlich oder gar störend, Schlagworte und Phrasen dominieren.

Ein Nein zur EU bedeutet verkürzt dann: "Take back control", ohne den Abstimmenden darüber aufzuklären, welche Folgen das hat. Denn dann könnte sich der Bürger ja tatsächlich ein informiertes Bild machen. Aber das könnte ja hinderlich sein. Lieber werden Verschwörungstheorien aufgetischt.
Gerade populistische Themen eignen sich deswegen überhaupt nicht für Referenden: EU ja/nein? Euro ja - nein, bedeutet was, in letzter Konsequenz? Migration? GEZ? Ausser den immer gleichen, substanzfreien Argumenten von "Selbstbestimmung (die im Zeitalter der Globalisierung sowieso unmöglich ist)" statt "Zusammengehen" oder "Gemeinschaft". Aber so funktioniert Politik nun mal, leider. Was erklärt warum Leute wie ein Farage oder Trump Erfolg haben.

Das Votum war knapp, aber eindeutig. Die Regierung hätte nur den Wählerwillen umsetzen müssen - und zwar mit deal, wenn möglich, aber ohne, wenn so ein eiertanz drohte, wie wir ihn seit drei Jahren erleben. Verkompliziert wurde die Geschichte erst durch Mays (die ja den Brexit bekanntlich nicht wollte!!!) Feilscherei und die dumme Idee, das Parlament zu ihrer eigenen Rückversicherung mit der Angelegenheit zu befassen, anstatt zügig an die Umsetzung zu gehen. Meine Unabhängigkeit ist mir bisweilen materiellen Schaden wert. Vielleicht irre ich mich, aber ich denke, eine Mehrzahl der Briten sieht das auch so.

Noch immer wollen May & Co. die EU verlassen. Also lassen wir mal die höchst zweifelhaften Umstände des Referendums beiseite - so lange nicht ein neues Referendum angesetzt ist. Allerdings bezweifle ich, dass austrittswillige Briten mit einem etwaigen Schaden rechneten. Im Gegensatz: In falschen Versprechungen von Farage, Johnson & Co. (die vereinzelt am Tag nach dem Referendum wieder einkassiert wurden) war die Rede davon, dass nach dem Austritt mehr Geld im Lande bleiben würde! Man wird sehen! Aber auch das ist nicht das Problem. Haben die Briten für eine Mitgliedschaft in der Zollunion gestimmt? Für Mitgliedschaft in der EFTA? Für einen harten Deal, wenn Verhandlungen nicht das gewünschte Ergebnis bringen? Nein, das haben sie nicht! Weil des Thema einfach zu kompliziert für eine Ja-/Nein-Frage ist. Im Grunde müsste man die Bevölkerung nun zu jeder Alternative erneut befragen. Was natürlich nicht machbar ist. Hass auf die EU alleine reicht nicht als Ersatz für vernünftige Politik.

kam eben in Teilen der Bevölkerung ausserordentlich gut an. Beliebtestes Motiv: Mit einem herzhaften Lachen im Gesicht, den Mund weit geöffnet, das Bierglas in der Hand, vor einem Pub...Da wird assoziiert: Seht her, dass ist einer von uns! Und viele Briten sind drauf reingefallen. Dabei war UKIP, sieht man von den üblichen rechtspopulistisch-nationalistischen "Nebengeräuschen" einmal ab, eine Ein-Punkt-Partei - gegen Europa, so wie die AfD im Prinzip nur "Migration" als Thema hat. Aber was für ein Unterschied: Meuthen wirkt mit seinem in die Ferne gerichteten Blick auf den Wahlplakaten der AfD entsetzlich peinlich, Gauland wie der ewig gleiche, langweilige Dozent, Hoecke hölzern, ungelenk und verkrampft bis ins Mark, Weidel und Storch ständig hysterisch, usw ! Dagegen kommt Farage daher wie ein Mann des Volkes: Einer der schimpft und meckert, aber auch feiern kann! Inhalte interessieren da nicht. Seine neue Brexit-Partei verzichtet folglich ja auch auf jedes Programm.

Hat man bei der AfD nicht den D-Exit als mögliches politisches Ziel ausgegeben - sollte sich die EU nicht den Wünschen und Ideen der AfD unterordnen?

Insofern haben Farage und die AfD sehr viel miteinander zu tun - beide eint die Ablehnung eines gemeinsamen Europas.

Nur hat die AfD eben keine Persönlichkeit wie einen Farage - aber eben gleiche Ziele.

Bettina Jung | Di, 7. Mai 2019 - 10:11

Ich kann jedem nur empfehlen sich einmal Reden von Farage anzuhören und vor allem die Reaktionen von Juncker und Co. Die Überschrift dieses Artikels soll wohl an den gleichlautenden Buchtitel erinnern. Jeder, der noch einen gesunden Menschenverstand hat, wird mit dem unaussprechlichen in Verbindungen gebracht.

Christa Wallau | Di, 7. Mai 2019 - 11:18

Dieser Fraktion würde ich - wäre ich Abgeordnete im EU-Parlament - auch sofort beitreten.
Genau dies sind nämlich die Werte, die bereits jetzt und dann erst recht in den anvisierten "Vereinigten Staaten von Europa" verloren gehen.
Nigel Farage und sein spezieller Charakter hin oder her: Es geht um Grundsätzliches!

In England zeigt sich dies wie unter einem Brennglas: Etwa die Hälfte der Bürger kämpft für Freiheit und Selbstbestimmung, während die andere Hälfte ihr Heil erblickt in einem (auf dem Papier!) friedlich vereinigten Europa, bestimmt von Wirtschaft und Großkapital.

Die Verantwortlichen in der EU hätten die Möglichkeit, beide Lager einander wieder näher zu bringen, indem sie e n d l i c h dringend notwendige Reformen in der EU durchführten, z. B. die Angleichung der Steuersätze. Aber das werden sie so sicher wie das Amen in der Kirche n i c h t tun. Also wird sich der Riß quer durch alle Länder und Völker weiter vertiefen.

...ein AfD-Mitglied fordert die Angleichung der Steuersätze in der EU? Wo doch Steuern das Mittelschlechthin zur Steuerung politischer Ziele ist?

Ein AfD-Mitglied fordert mehr Europa, stärkere Integration? Löblich, Frau Wallau, endlich einmal eine vernunftbezogene Forderung abseits jeglicher D-Exit-Idiotie.

P.S. Natürlich weiss jeder hier, wie das gemeint ist...

Uwe Dippel | Di, 7. Mai 2019 - 15:09

Leider ist mir die Autorin schon zu anderen Gelegenheiten des Brexit nicht als Reporterin untergekommen, sondern als knallharte Vertreterin des Remain-Blockes.
Auch hier enttäuscht sie mich nicht: "Sie hat kaum Mitglieder." Sie meint die Brexit-Partei. Mehr als 85.000 zahlende, neue Mitglieder seit ihrer Gründung vor wenigen Wochen? Vielleicht sollte Cicero die Fakten mancher seiner Autoren überprüfen lassen. *Meinung*, so habe ich immer geschrieben, möchte ich gerne in Vielfalt lesen. Aber *Haltung* kann ich auch im Spiegel oder besser noch der Süddeutschen nachlesen. Und ob 'Zombie' ein passendes Attribut ist?

Schade, denn das geht besser. Ausser der Cicero hätte sich den Verbleib von UK in der EU auf die Fahnen geschrieben. Und das kann und will ich nicht glauben.

Den letzten Umfragen nach, lag die erst im Januar gegründete Brexit Party, bereits knapp unter der 30% Marke. Wenn das kein Erfolgreicher Start ist, dann weiß ich auch nicht.

Ernst-Günther Konrad | Di, 7. Mai 2019 - 18:40

Den Schlammasel´hat eindeutig Theresa May zu verantworten und sonst keiner. Farage hat als Politiker die EU in dieser Form abgelehnt und hat dafür gesorgt, anders als in anderen Ländern, dass das britische Volk über einen Verbleib in der EU abstimmen kann. Das hat das Volk getan. Wo hat er hier für Schlammasel gesorgt? Erst May fing an, die Sache verwässern zu wollen und anstatt schlicht und ergreifend auszutreten, einen sog. Deal aushandeln zu wollen. Die EU ihrerseits machte das Spielchen mit und versuchte auf ihre Art das "abtrünnige GB" noch irgendwie zu binden. Ich bewundere die Briten dafür, das sie wenigstens über die EU abstimmen konnten und zum anderen, dass sie nun konsequent ihre Politiker dafür abstrafen, dass sie des Volkeswille nicht beachteten haben und stattdessen durch die Verlängerung noch einer weiteren EU-Wahl beiwohnen müssen, obwohl doch Austritt abgestimmt war. Es ist gut das Farage sich deshalb in dieses EU-Parlament wählen läßt. So ist er dicht an allem dran.

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