Wladimir Putin und Kassim-Jomart Tokajew in Astana, 09.11.2023 / picture alliance

Streit der Großmächte - Kasachstan lässt Putin um sich werben

Auf seiner heutigen Auslandsreise nach Kasachstan versucht Putin, sein bröckelndes Imperium wieder in den Griff zu bekommen. Dem zentralasiatischen Land kommt dabei eine entscheidende Bedeutung zu. Allerdings spielen auch andere Großmächte mit.

Autoreninfo

Shantanu Patni studiert Osteuropa-Studien an der Freien Universität Berlin. 

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Russlands Machthaber Wladimir Putin hatte seit März dieses Jahres nur zwei Länder besucht, Kirgistan und China. Heute ist mit Kasachstan ein drittes hinzugekommen. Es sind sicher nicht zufällig Staaten, die das Rom-Statut des Internationalen Strafgerichthofs (IStGH) nicht ratifiziert haben. Denn die Vertragsstaaten des IStGH sind seit März verpflichtet, Putin zu verhaften.

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Tomas Poth | Do., 9. November 2023 - 15:00

... statt sechszehn, oder waren sechs Zehen gemeint. Nur mal so.

Mittlerer Korridor.
Durch Schurkenstaaten wie Aserbaidschan und Erdoganistan, sowie Wackelstaaten wie Georgien.
Kann man alles machen, allerdings alles sehr risikobehaftet, viele Erpressungsmöglichkeiten. Und dann noch die Erfahrung, daß ziemlich beste Freunde die Nordstream-Gasleitung gesprengt haben.
Deutschland wohin torkelst du?

Gerhard Lenz | Do., 9. November 2023 - 16:23

so lange Putin Kasachstan nicht auf den Pelz rückt. Zeigt der russische Kriegsverbrecher territorial-imperialistische Tendenz, geht der kasachische Landeschef lieber auf Distanz. Zu beobachten war das z.B., als Putins Versuch, die Wiederbelebung der Sowjetunion durch die Vertiefung seiner Eurasischen Union voranzutreiben, kläglich in die Hose ging. Gemeinsame Währung, gemeinsamer Wirtschaftsraum - natürlich unter Moskauer Führung? Kasachstan pfiff drauf.
Mittlerweile leidet das Regime Putin einerseits unter starkem Imageverlust, hat aber andererseits klar gemacht, zur Durchsetzung eigener Ziele auch unbegrenzt Gewalt einzusetzen. Da ist Kasachstan gut bedient, Beziehungen zu China u.anderen. auszubauen. Denn natürlich ist Putin auf das zunehmend herablassende Wohlwollen der chinesischen Führung angewiesen. Würde er sich Peking zum Feind machen, könnte der offensichtlich vom Wahn befallene Kreml-Boss ganz schnell sein todbringendes Waffenarsenal aus der Ukraine abziehen.

Klaus D. Lubjuhn | Do., 9. November 2023 - 19:03

Der Autor verweist auf das Rom-Statut des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH). Eine andere anerkannte Institution - auf UN - Ebene - ist der MenschenrechtsRat. Was aber bedeutet es, dass - vergleichbar mit der Problematik der Zusammensetzung des IStGH - dort Staaten unterschrieben haben, die autoritär regiert werden, die westlichen Werten weder in der Theorie noch in der Praxis folgen?
Fazit:
Die genannten - als Autorität angerufenen Institutionen wie z.B. der IStGH - deshalb mein Einspruch - sind in ihrer Mehrheit mit Mitgliedern von Staaten besetzt, die zuhause demokratischen Ansprüchen nicht genügen, ihnen gar zuwiderhandeln.