„Alle Dinge, die mit Sicherheit und Frieden in Europa zu tun haben, sind nachhaltig gut“: Bundeswehr-Panzer auf dem Weg nach Litauen / dpa

Streit um Waffenexporte - Deutsche Rüstungsindustrie will EU-Nachhaltigkeitssiegel

Soll Deutschland die Ukraine mit Waffen unterstützen? Hans Christoph Atzpodien, Cheflobbyist der deutschen Rüstungshersteller, hält sich aus dieser Debatte heraus. Stattdessen fordert er, dass die EU nach der Atomkraft auch seine Branche für nachhaltig erklärt.

Daniel Gräber

Autoreninfo

Daniel Gräber leitet das Ressort Kapital bei Cicero. Er hat Politikwissenschaft und Journalistik studiert und arbeitete als Lokalreporter und Wirtschaftsredakteur für verschiedene Regionalzeitungen.

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Dr. Hans Christoph Atzpodien ist Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie.

Herr Atzpodien, die Ukraine bittet um Waffen aus Deutschland. Die Bundesregierung lehnt dies bislang ab und will nur Schutzhelme liefern. Was sagt die deutschen Rüstungsindustrie dazu? 

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Karl-Heinz Weiß | Do, 27. Januar 2022 - 14:16

Erfreulich, dass sich die Wehrindustrie Gehör verschafft. Bei der 16-Jahre-Weltpolitikerin Merkel ist dies offenbar nicht gelungen. Aber wahrscheinlich müssen auch bei diesem Thema wieder einmal Frankreich und Österreich vorangehen, die wertebasierte Politik realistisch definieren. Ansonsten bleibt der deutschen Wehrindustrie nur die Stahlhelm-und Kochtopfproduktion.

Martin Falter | Do, 27. Januar 2022 - 14:27

Argumentation kann man natürlich alles als nachhaltig bezeichnen. Tatsächlich sind Panzer Munition usw. alles andere als nachhaltig.

Trotzdem verstehe ich die Problematik der Rüstungsindustrie.

Wenn der Staat für Bundeswehr und Polizei Rüstungsgüter will, muss er halt dann Staatskredite bereitstellen. Diese sollten aber dann nicht für den Export verwendet werden dürfen. Damit hat Herr Atzpodien sich her auch ein Problem, aber das ist halt dann so.

Ernst-Günther Konrad | Do, 27. Januar 2022 - 15:22

Die Ampel und insbesondere die GRÜNEN prallen auch hier gegen eine reale Wand. Die können das Klima vergessen, wenn Krieg herrscht, ein Land oder mehrere in Schutt und Asche liegen, die Bevölkerung "nachhaltig" zu Kriegsopfern wurden bzw. ausgelöscht wurde. Was für eine absurde Diskussion. Sind Kriegswaffen "nachhaltig". Sagt mal gehts noch? Ein Staat, der nicht in der Lage ist, sich und sein zu schützen, wird nachhaltig untergehen. Alles was zur Sicherheit gehört ist nachhaltig im Sinne des Fortbestehens oder Überlebens. Heute wird Nachhaltigkeit nur noch im Zusammenhang mit dem Klima gesehen. Diese links-grünen Spinner werden die ersten sein, die mit ihren Lastenfahrrädern die Flucht ergreifen, wenn ein wie immer gearteter Feind bei denen an die Tür klopft. Eigentlich sollten wir über 77 Jahre Frieden froh sein, doch leider wird an alles gedacht nach dem WK 2, nur nicht an unsere eigene Sicherheit. Das sieht man ja schon an der Deformierung der BW, wo nichts mehr fährt oder fliegt

BHZentner | Do, 27. Januar 2022 - 23:47

,,Nachhaltig",dieses Wort als einen Begriff aufzufassen,fällt mir per se schwer.Es wurde wohl vor über 20Jhr,,nachhaltig"/ folgenreich (ohne schlüssige Def.)etabliert-in den unterschiedl. Bereichen-und blieb/ bleibt schwammig. Irgendw.,,lustig",daß die Rüstungsind. sich jetzt davon ereilt sieht(z.B.die Jäger waren schon vor Jahren von einer Diskussion um die ,,Nachhaltigk." ihrer Bleimunition und der Jagd überhaupt betroffen)
und wie andere (Wirtschafts-)Zweige den Kratzfuß vor diesem Wort machen muß. Vielleicht wirds ihnen gelingen,wenn sie die Entwickl.des 1. E-Leos,E-Kampfjets-/ Hubschraubers geloben und bsplw.dem ,,Bündnis für Vielfalt"beitreten.Wichtig finde ich den Hinweis auf Ägypten,dem 2.grö. Waffenimporteur weltweit(hörte davon wiederh. im Dlf)-von weg.(nachhaltige??) Stabilisierung der Region; interess. auch d. Hinweis vom Lobbyisten, die Regierg.müsse mehr/offener darüber reden. Das sehe ich ebenso- ,,nachhaltig" hin oder her.

Achim de Jong | Sa, 29. Januar 2022 - 14:00

Es gibt da ein, zwei Krimis welche die Begriffe Achtsam und Morden verbinden. Das wäre doch was für die Rüstungsindustrie. Nachhaltig gewonnene Sprengmittel, mit Wasserstoff aus regenerativ gewonnener Energie gewonnenem Panzerstahl. Geschosse, die zu einem möglichst schmerzfreien, augenblicklichen Tod führen, fair Trade Minen.
Es öffnet sich ein weites Feld, zumal jeder Kriegstote die CO2 Bilanz verbessert, das Problem der Überbevölkerung reduziert. Und da der Krieg überwiegend Männer beseitigt, öffnen sich für Frauen ganz neue Karrieremöglichkeit. Ja wahrhaftig, Krieg fördert die Gleichstellung.

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