Tankstelle
Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine könnten auch die Energie- und Kraftstoffpreise weiter steigen. Doch die Inflation hat vielfältige Ursachen / dpa

Steigende Preise - Das Märchen von der fossilen Inflation

Die Verfechter der Energiewende sind sich einig: Nur ein noch schnellerer Ausbau der Erneuerbaren kann uns vor steigenden Preisen retten. Doch das ist zu kurz gedacht. Ein wesentlicher Inflationstreiber ist der ineffiziente Klimaschutz.

Bjarne Bartocha

Autoreninfo

Bjarne Bartocha ist Abiturient aus Bonn. Im Herbst 2022 beginnt er sein Studium der Betriebswirtschaftslehre.

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Deutschland erlebt zurzeit mit rund fünf Prozent die höchste Inflationsrate seit Jahrzehnten, die die Preise auf breiter Front ansteigen lässt. Stimmen werden lauter, die unsere fossile Abhängigkeit für steigende Preise verantwortlich machen, so sprach die Grünen-Politikerin Kathrin Göring-Eckhardt jüngst bei Maybrit Illner im ZDF von einer fossilen Inflation. Deswegen sei es nur logisch und konsequent, die Erneuerbaren Energien umso schneller auszubauen, um den Klimawandel und die Preissteigerung gleichzeitig zu bekämpfen. Doch die Ursachen der steigenden Inflation sind weitaus vielfältiger, als es diese Aussage vermuten ließe.

Es ist in der Tat richtig, dass unsere Abhängigkeit von Öl die Energiepreise in den vergangenen Monaten zusätzlich getrieben hat. Das steht im engen Kontext zur weltweiten Nachfrage, die trotz ambitionierter Klimaschutzziele weiterhin ansteigt. Gleichzeitig erreichte das Investitionsniveau in die Exploration neuer Ölquellen in den Jahren 2020/2021 einen Tiefpunkt, was in Kombination mit Lieferengpässen zu knappem Angebot führte und so die Preise stiegen ließ. Ohne Frage ist das eine direkte Folge der pandemiebedingt starren Weltwirtschaft. Jedoch dürfte mit Blick auf den Krieg in Osteuropa klar sein, dass auf unbestimmte Zeit weiterhin mit steigenden Energiepreisen zu rechnen sein muss.

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Hans Jürgen Wienroth | Di., 1. März 2022 - 17:41

Es gibt keine erneuerbaren Energien, sondern nur eine EnergieUMWANDLUNG, meist mit „Verlusten“ (Wärmeentwicklung). Das sagt die Physik, z. B. der Energieerhaltungssatz. Auch ist die Windkraft ggf. nur CO²- und nicht klimaneutral, denn wenn Wind (Luftbewegung) gebremst wird, dann werden z. B. kalte oder warme Luftströme behindert. All das kann Naturwissenschaftlern bekannt sein, Ideologen verschließen davor bewusst die Augen.
Noch hat kein Wirtschaftswissenschaftler ausgerechnet, was uns eine KWh Windstrom kostet, incl. der Energie zur Herstellung von Fundament usw. bis zur Entsorgung. Das Ganze selbstverständlich ohne die großzügigen Subventionen!
Warum müssen WKA nach 20 a abgerissen und verschrottet werden, nur weil keine Subventionen mehr fließen? Warum lohnt sich die Solaranlage nach 20 a nicht mehr, obwohl sie sich amortisiert hat und ggf. immer noch viel Strom liefert? Wie treibt das die Preise, auch für Materialien und Bauleistungen, in die Höhe?

Karl-Heinz Weiß | Di., 1. März 2022 - 17:55

Das offenbar halluzinatorisch wirkende Virus namens "Erneuerbaren Energien" hat zwischenzeitlich auch die FDP erreicht, deren Vorsitzender von "Freiheitsenergien" schwadroniert. Das Problem "Baukostenexplosion durch Klimaauflagen" ist im Beitrag noch gar nicht genannt. Und dass durch die Flucht in Sachwerte Immobilien für junge Familien unerschwinglich werden-geschenkt! Am GRÜNEN deutschen Wesen soll das Klima genesen.

Reinhard Oldemeier | Di., 1. März 2022 - 20:43

Die Bundesregierung hat sich von der Umweltbewegung mit dem Nasenring durch die Arena führen lassen mit der CO2 Besteuerung.
Nicht mehr Praktiker und Experten werden zur Beratung herangezogen, sondern Aktivisten sind an der Entscheidungsfindung beteiligt. Im Ukrainekrieg zeigt sich die Schwäche der Merkelära. Eine Debatte über die Ernergieträger wurde nicht geführt. Unangenheme Themen wurden vertagt, oder um des lieben Friedens Willen einfach mit Reförmchen beerdigt. Diese CO2 Bepreisung gehört dazu.
Die nun hektische Suche nach Alternativen sind eher wie das Pfeifen im Walde. Eine vernünftige Planung und eine Suche nach Alternativen wurde von vielen Bedenkenträgern torpediert und zerredet. Die Probleme waren schon seit Jahren bekannt, daß das russische Gas und Öl nicht der Weisheit letzter Schluß sind.
Die Quittung wird uns gerade serviert.

Stefan Kreppel | Mi., 2. März 2022 - 00:03

Schon viele schöne Geschichten für Abende am Kamin wurden zur sogenannnten Energiewende durch Politikerpoeten verfasst. Märchen halt. Tatsächlich ist es eine dramatische Energieverteuerung mit einem lächerlichen Gewinn für den weltweiten CO 2 Ausstoss. Die 236 neuen Flughäfen in China bis 2045 gleichen unsere Bemühungen lässig wieder aus.

Norbert Heyer | Mi., 2. März 2022 - 07:47

Das es zu einer Inflation kommen muss, ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Bisher wusste die Politik noch nicht, wie sie ihr eigenes Verschulden an dieser Situation den Menschen verkaufen kann. Das hat sich durch Putins Amoklauf grundsätzlich geändert: Man kann ohne jeglichen Widerstand Kredite in beliebiger Höhe aufnehmen - natürlich nur zur „Friedenssicherung“ und zur Rettung des „Weltklimas“. Man wird Verbrenner-Autos stärker besteuern und die Spritpreise „dem freien Spiel der Kräfte“ überlassen. Kredite gibt es vorwiegend für wahnwitzige Dämm-Maßnahmen und Wärmepumpen. Wenn dann die Rechnung dafür präsentiert wird, weil CO2-Bepreisung und andere Steuererhöhungen nicht ausreichen, geht es den Haus- und Grundbesitzern an den Kragen: Gab es schon einmal - das war der Lastenausgleich, der dem Staat noch mehr Einnahmen offerierte und den Bürgern die Rechnung dafür präsentierte. Unsere Politiker sind natürlich „fein raus“, der einzig Schuldige ist ein aus dem Ruder laufender Putin.

Heidemarie Heim | Mi., 2. März 2022 - 12:36

Lieben Dank, aber ich weiß nicht ob das die Märchen sind, die ich mag werter Herr Bartocha;)! "Und wenn sie nicht gestorben sind, dann zahlen sie noch heute?" Naja, für die Sonnenbank von Madame Lagarde wird`s wohl noch reichen bzw. hat sich die Anschaffung wohl schon amortisiert;). Mit anderen Worten, Sorry! sollte ich Sie falsch interpretieren, bleiben uns Preisschock und Atemnot an der Tanke und der Supermarktkasse noch lange erhalten. Und im persönlichen Fall kann ich von Glück sagen, dass mein für die Altersvorsorge angespartes, seit Jahren schrumpfendes Tagesgeldkonto "noch" nicht mit Strafzinsen belegt wird. Und ja, ich bin mit meinen nunmehr 64 Lenzen eine der Finanz-Analphabeten denen der Spatz auf dem Sparbuch sicherer erscheint als die Taube im Aktienportfolio. Selbst schuld, oder? Betongold, in südlichen Gefilden viel mehr vorhanden, mittlerweile anhand ökologischer Vorgaben unerschwinglich. Diese Aussichten machen so richtig Laune, was? Trotzdem, Klasse Artikel! Danke!

Menzel Matthias | Mi., 2. März 2022 - 15:26

Ich habe Hoffnung! Es gibt noch Abiturienten, die den Durchblick haben. Ich wünsche dem Verfasser dieses Artikels bei seinem zukünftigen Studium viel Ausdauer und Erfolg. Vielleicht kann er in zehn Jahren oder eher die deutsche Regierung mal richtig beraten. Hüpfen alleine reicht nicht. Das Festkleben auf der Straße ist auch Unsinn und führt nicht zum Erfolg. Vielleicht ist Bildung der Schlüssel zur Lösung.

ingo Frank | Do., 3. März 2022 - 11:42

aber dennoch gelogen wie der wöchentliche Einkauf belegt. Ich habe mir des Spaß gemacht mal nachzurechnen. K E I N Artikel der mit 5 & Teuerung gekauft wurde. Teilweise bis 40 % . Ich weis es ich habe das verkehrte eingekauft. Alles klar. Von Strom, Heizkosten Diesel nicht zu reden.
Gestern Nach ittag Aral: Diesel 1, 799 € Im übrigen bauche ich in den nächsten 2000 km Ad Blouson früher der 10 lt. Kanister 10 € heute im gleichen Baumarkt 27 € Ich weiß nicht wer da die Rechenkünstler sind. Na gut ,von den unter 30 jährigen, können die wenigsten die % Rechnung.
Mit freundlichen Grüßen aus der Erfurter Republik

Ich brauch` gar keine %-Rechnerei lieber Herr Frank! Um die Gesichtsfarbe zu wechseln reicht mir ein Blick auf die monatliche Kartenabrechnung;). Unser fast immer gleich bestückter Warenkorb, die Größe des Tanks oder der Durst meines kleinen Hybriden hat sich meines Wissens auch nicht verändert;), die in letzter Zeit immer gleich entgeisterte Frage meines Gatten und vorwurfsvollen Blick in meine Richtung im Supermercado kann einem schon ganz schön auf den Geist gehen. Ich nehme, da ich nicht mehr zur Beweislage beisteuern kann, die 5% mal als statistischen Wert wie auch immer er zustande kam. Zu Statistik habe ich einen lustigen Ausspruch vom Gewerkschafter Steinkühler gefunden:" Ich denke bei "Statistik" an den Jäger, der an einem Hasen beim ersten Mal knapp links vorbei schoss, und beim zweiten Mal knapp rechts vorbei. Im statistischen Durchschnitt ergäbe das einen toten Hasen;)" LG