Peter Thiel im Jahr 2016 in Washington / picture alliance

Sebastian Kurz und Peter Thiel - Eine höchst interessante Verbindung

Der gefallene österreichische Ex-Kanzler Sebastian Kurz heuert beim amerikanischen Milliardär und Tech-Visionär Peter Thiel an. Diese Liaison hat bei vielen Medien den üblichen Argwohn und erwartbare Häme ausgelöst. Tatsächlich dürften die beiden Ausnahme-Persönlichkeiten große Pläne verfolgen – und zwar mit Blick auf Europa.

Autoreninfo

Jens Peter Paul war Zeitungsredakteur, Politischer Korrespondent für den Hessischen Rundfunk in Bonn und Berlin, und ist seit 2004 TV-Produzent in Berlin. Er promovierte zur Entstehungsgeschichte des Euro: Bilanz einer gescheiterten Kommunikation.

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Man hätte es wissen müssen, dass diese beiden Männer irgendwann zueinander finden werden, mindestens aber ahnen. Der Gemeinsamkeiten sind einfach zu viele. Zwei Egomanen mit einem untrüglichen Blick für Menschen, die ihnen nützlich sein oder werden könnten. Zwei Wunderburschen, von denen viele nicht so recht wissen, was sie von ihnen halten sollen und dürfen, weil es da unter der Oberfläche immer noch zwei, drei, vier weitere Ebenen gibt, die jedes Urteil schnell wieder in Frage stellen. Zwei Karrieren, die fast vom ersten Tag an mit einer Mischung aus Bewunderung und Misstrauen verfolgt wurden. Zwei politische Borderliner mit dem Antimerkmal hoher Impulskontrolle bei Lustgewinn durch kalkulierte Grenzüberschreitungen. 

Peter Thiel und Sebastian Kurz – das sind zwei Inselbegabungen, wenn es darum geht, aus scheinbar nichtssagenden, langweiligen Umständen geniale Chancen zu entwickeln. Autisten insofern, als sie unbeirrbar ihr Ding machen. Anti-Autisten, weil ihre Antennen und Synapsen für Stärken, Schwächen und Potentiale ihrer Mitmenschen um 40 dB sensibler sind als im Durchschnitt der Bevölkerung, was in der Tontechnik einer Verstärkung um den Faktor 100 entspräche. Zwei Charaktere, die bei aller gepflegter Rätselhaftigkeit Tag für Tag enorm viel ahnungsloses Zeug über sich lesen müssen – auch hierzulande, wenn etwa der Tagesspiegel an diesem Wochenende schreibt, US-Milliardär Peter Thiel sei „der Mann, der sich einen Ex-Kanzler kauft“.

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Karl-Heinz Weiß | So, 16. Januar 2022 - 18:35

Herr Thiel ist zweifellos ein begnadeter Geschäftsmann. Sein früheres Vorbild Trump hat aber lernen müssen, dass Politik zumindest längerfristig anders taktet. Herr Kurz musste dies zwischenzeitlich auch erfahren. Peter Thiel scheint dies durchaus erkannt zu haben: mit drei Pässen im Jackett ist man für alle Eventualitäten gewappnet.

Ronald Lehmann | Mo, 17. Januar 2022 - 23:02

In reply to by Karl-Heinz Weiß

Jedenfalls geht es für die MASSE der Europäer (wenn man mal die Beamten & Staatsdiener mit den verschieden Wirtschaftszweigen außer acht lässt) seit Einführung des Euros immer schlechter.
Und hier hat Frau Wagenknecht völlig Recht. Die einen werden immer reicher, während die Mittelschicht immer mehr ausgehöhlt wird.
Mögen auch diese beiden Ungewöhnlichen mit der heutigen d. Regierung überhaupt nicht im mindesten vergleichbar sein. Aber sie sind auch nicht diejenigen, wo ich vor lauter Respekt mein Haupt beugen würde.
Und BEGNADET in der heutigen Zeit? Geht das überhaupt - Sorry?

Jedenfalls habe ich meine Zweifel, ob diese beiden vom alten Schlag der Unternehmer & Politiker sind, die die Schaffenden als ihre große Familie ansehen.

Enka Hein | So, 16. Januar 2022 - 18:44

..Herr Paul ist wieder da. Schön!
Wieder ein Bericht der sich abhebt. Keine Corona Sch....
Wo die 2 „Jungs“ hinwollen ist zwar nicht klar.
Aber Thiel mit einem Näschen fürs Geschäft und Kurz mit Gespür im politischen Bereich.
Der Freiheitsdrang der Ostler und Visegrad Staaten, vornweg mit Ungarn ist Brüssel natürlich ein Dorn im Auge.
Und gerade wirtschaftlich sind diese Staaten nicht zu unterschätzen. In Ungarn und Tschechien sind in den letzten Jahren viele neue Werke namhafter Hersteller entstanden.
Was in D entwickelt wird, wird dort dann umgesetzt.
Aber eine Textpassage war und ist die Bestätigung des linken Denkmusters schlechthin.
„Ex-Kanzlers „im finanzkapitalistischen Heuschreckensegment“ in Diensten eines „weit rechtsstehenden Republikaners“, der möglicherweise sogar „faschistischen Ansichten“ nachhänge“
Wenn linksmarxistische Gehirnzellen an ihre Grenzen stoßen, was ja sehr schnell passiert wie einige Foristen immer wieder beweisen, kommen solche Phrasen.

Bernd Muhlack | So, 16. Januar 2022 - 19:41

Eine meiner Uromas hatte 7 Kinder.
5 Töchter und 2 Söhne.
In 1943 erhielt sie innerhalb von 14 Tagen 2 Beileidsbriefe:
"Gefallen für Führer Volk und Vaterland!"

Ihre beiden Söhne waren tot = GEFALLEN!
Welch wirres, grenzdebiles Wort für den Tatbestand TOD!

Da ich Herrn Thiel, seine Unternehmen nicht kenne, belasse ich es bei obigem Kommentar.

Man schreibt ja nicht ins Blaue hinein, oder?

CUT!

„aus Alcatraz rauszukommen“ ...
no problem Mr. Thiel!

Der geniale Film mit Sean Connery und Nicolas Cage: The Rock ... Alcatraz

Niemand wird gezwungen in einer Kanzlei zu nisten oder irgendwo zu putzen, tun, machen.
Noch nicht!
Ich werde zeitnah nur noch den Nestor, die graue Eminenz implementieren.
Jeder ist zu ersetzen, nicht wahr?
Es ist - anstrengend???
Im Vergleich zu Forist "rob Schuberth" ändert das ciceronisch natürlich nichts.

Nein, zum Thema Thiel/Kurz: keine Ahnung.

Schöne Woche an ALLE!

& gleich ein neuer "Münster" - Thiel?

"des Mörders, Genitiv!"
"Abendabitur Thiel, gell?"

evtl. aber den Tenor Ihres Kommentares.
Herr Thiel macht einen guten Eindruck, "aber wozu braucht Gott ein Raumschiff",auch lieb gemeint "
"Wenn einer, der mit Mühe kaum
Gekrochen ist auf einen Baum,
Schon meint, dass er ein Vogel wär,
So irrt sich der."
Die Emanzipation der Arbeiterklasse war eine grandiose Leistung von Marx, aber damit stellte er nichts vom Kopf auf die Beine.
Er schuf damit die Vision einer freien Gesellschaft, "jedem nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen".
Die berühmte Ada Lovelace wurde 1815 geboren, wessen rühmt sich Herr Thiel?
Wenig kann Staaten mithilfe ihrer wissenschaftlichen Intelligenz daran hindern, eigene System aufzubauen.
Natürlich geht es mit Gewalt, meint Herr Thiel soviel Pässe sammeln zu können, dass er überall Staatsbürger ist?
Evtl. wähnt er sich praktischerweise gleich über allen Staaten?
Wenn da nicht diese anderen Menschen wären, die eigene Vorstellungen haben oder ähnliche, aber mit sich als umkreiste Sonne.
"Wenn einer...

Hallo liebe Frau Sehrt-Irrek!

Sie verstehen kaum die Hälfte meines Postings?

Vielleicht liegt es daran dass ich mich auf gar zwei Herren Thiel beziehe.
Den Knaben aus dem Artikel und KHK Frank Thiel aus dem Tatort Münster.

"Gefallen" und "Alcatraz" kommen im Artikel vor und dazu fiel mir wie so oft etwas ein.

Ansonsten besitze ich solch eine olle Dechiffriermaschine der Tommys/US-Boys: eine Enigma. Damit knackten sie die Codes der Wehrmacht, Marine und Luftwaffe.
Vor allem für die U-Boote (die grauen Wölfe, tauchenden Särge) war das katastrophal!
Soll ich die Ihnen mal ausleihen?

Alles Gute und schreiben Sie tapfer weiter!👍🎂
Auch ich kann Ihre Postings nicht immer nachvollziehen - egal, oder?

[Nein, ich bin nicht mehr anwaltlich tätig - habe "Alcatraz" (offiziell) verlassen.]

Christa Wallau | So, 16. Januar 2022 - 20:11

Die Zusammenarbeit von Herrn Kurz und Herrn Thiel scheint "eine höchst interessante Verbindung" darzustellen.
Beide sind eigenständige Denker und verfolgen ihre Ziele auf nicht üblichen Wegen.
Da könnten sich - gerade auch im Hinblick auf Europa, das ja festgefahren im (Schulden-) Sumpf steckt - durchaus neue Perspektiven für die Zukunft eröffnen, wenn es diesen beiden Männern gelänge, tatsächlich n e u e Wege zu beschreiten, was sowohl technologische als auch gesellschaftspolitische Entwicklung anbetrifft.
Beide wollen den sog. Globalismus hinter sich lassen und einer Fortschrittsentwicklung in die Breite hinein wieder eine Höherentwicklung entgegensetzen, die getragen wird von genialen Menschen.
Sollten diese Genies auch ein Herz für ihre Mitmenschen bzw. grundsätzlich ein realistisches Bild vom Menschen besitzen, hätte ich nichts dagegen, mich von Leuten wie Thiel und Kurz belehren und überzeugen zu lassen.

Petra Horn | Mo, 17. Januar 2022 - 02:34

Aufgrund der Details, die man aus Österreich hört, wie Kurz sein Imperium gestaltet hatte, mit welchen Methoden er die FPÖ rausgeworfen hatte und wie er sich als Corona-Hardline-Heilsbringer inszenierte mit Anweisungen Omas und Enkeln Angst einzujagen, scheint es mir sehr plausibel, daß die beiden einiges im Hintergrund drehen werden.
Zu wessen Wohl und Gunsten wird man sehen, falls es an die Oberfläche kommt, aber ich glaube nicht, daß sich der kleine Bürger darüber wird freuen können.

H. Stellbruch | Mo, 17. Januar 2022 - 09:34

Schade eigentlich, dass Kurz nicht in Erwägung gezogen hat, deutscher Kanzler zu werden. Er hat jedenfalls erheblich mehr Format als die blamable Truppe im Kanzleramt.

Lisa Werle | Mo, 17. Januar 2022 - 21:07

Das hört sich super spannend an, JPP. Bitte dran bleiben. Ich freue mich auf weitere Informationen dazu. Wird Zeit, dass Berlin und Brüssel realisieren, dass die Welt an ihnen vorbeizieht. Dieses eingebildete Nichts-Können, flankiert von Moral getränkten Scheuklappen, ist kaum mehr zu ertragen.

Dorothee Sehrt-Irrek | Di, 18. Januar 2022 - 13:55

dahingehend versteht, dass ich Herrn Thiel ebenfalls sehr interessant finde, alleine schon, weil dieser "politische Überflieger Sebastian Kurz" bei ihm anheuert.
Ich las noch seinen Wiki-Eintrag und manche Anmerkungen dort schienen mir doch so forsch, dass ich ein bisschen dagegenhalten wollte.
Ein bisschen, denn ich habe großen Respekt vor Leistungen aller Art, z.B. denen von Gates, Bezos, Zuckerberg ff.
Ich sehe evtl. nur den Primat der Politik über die Wirtschaft...