Ölpreis-Absturz - „So einen Rückgang hat es in der Weltwirtschaft noch nie gegeben“

Nicht nur die Börsenkurse sind weltweit infolge der Coronaviruskrise abgestürzt. Auch der Ölpreis fällt auf den niedrigsten Stand seit dem Golfkrieg vor 30 Jahren. Nun haben die Opec-Plus-Staaten eine historische Begrenzung der Fördermengen beschlossen. Mit ungewissen Folgen.

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„Öl ist kein Lichtschalter“, sagt Cornelia Meyer / dpa

Autoreninfo

Bastian Brauns leitet das Wirtschaftsressort „Kapital“ bei Cicero. Zuvor war er Wirtschaftsredakteur bei Zeit Online. Seine journalistische Ausbildung absolvierte er an der Henri-Nannen-Schule.

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Bastian Brauns

Die unabhängige Schweizer Unternehmensberaterin, Makroökonomin und Energieexpertin Cornelia Meyer ist Chairman & CEO der MRL Corporation und Chairman & Chief Economist der LBV Asset Management. Sie hat Regierungen beraten und für unter anderem für Gasol, BP und Generel Electric gearbeitet.

Frau Meyer, der Lockdown von Volkswirtschaften auf der ganzen Welt hat auch die Ölnachfrage und den Ölpreis einbrechen lassen. Jetzt haben sich die sogenannten Opec-Plus-Staaten auf eine historische Begrenzung der Erdölfördermengen geeinigt. Was sagt uns das über den Zustand der Weltwirtschaft?
Die Lage ist sehr schwierig. Der Einbruch der weltweiten Nachfrage liegt derzeit zwischen 20 und 35 Prozent, wenn nicht noch mehr. So einen Rückgang von Nachfrage hat es in der Weltwirtschaft noch nie gegeben. Die Einigung ist absolut zu begrüßen. Sie ist historisch. Dass sich der US-Präsident dabei in den fatalen Streit zwischen Saudi-Arabien und Russland eingeschaltet hat, war zudem wichtig und richtig.

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Alexander Mazurek | Mo, 13. April 2020 - 17:06

… der Club of Rome dazu, der in den 70er Jahren sicher "wusste", dass das Erdöl sehr bald ausgehen wird, was Vorwand für die damaligen Fahrverbote war? Nun haben wir die Johns Hopkins University ...

Michaela 29 Diederichs | Mo, 13. April 2020 - 17:55

Ganz herzlichen Dank für dieses Interview. Wie alles zusammenhängt, wird dadurch klarer. Hoffentlich erinnern wir uns 10 Jahren daran

Andreas Berlin | Mo, 13. April 2020 - 21:33

Versteh einer die Journalisten - Habeck, Schellnhuber, Resch wurden auf der Sänfte durch die Medien getragen und die Abonnenten der Zeitungen (die mit den Diesel-Autos!) waren die Feinde! Und jetzt das Wolfsgeheul mit den Ölfirmen. Die braucht doch eigentlich keiner mehr, in der Zeit der Elektroautos, der Windräder und Solarzellen. Oder ist doch alles ganz anders?

Problematisch ist nur die Geschwindigkeit, in der sich diese Prozesse nun abspielen.
Zudem eben die Zeit, die benötigt wird, die Produktion wieder anzuschieben.
Jetzt, da es um Ausstiegsszenarien aus dem shutdown geht, erwarte ich wieder Stimmen der Grünen, Mahnungen den New Green Deal einzuhalten usw.
Sie hatten es ja auch m.E. nicht böse gemeint, den jetzt verordneten Stillstand zu nutzen, z.B. alte Brennanlagen auszutauschen etc.
Muss ich mit einem banalen Beispiel kommen?
Werden in einem Haus Anlagen ausgetauscht, muss der Betrieb herunter gefahren werden, deshalb macht man manche Sachen gerne im Sommer.
Derzeit ist vielerorten der Betrieb heruntergefahren...

helmut armbruster | Di, 14. April 2020 - 10:21

beim Erdölverbrauch ein Rückgang ein Rückgang bis zu 35%.
Genau so etwas wollten sie doch immer.
Weder die Fahrverbote noch die Feinstaubhysterie konnten ein solches Ergebnis erreichen, - 35%.
Jetzt ist es vollbracht...und die Grünen schweigen.
Wenigstens könnten sie sagen, dass Corona nicht nur negativ ist, sondern auch eine positive Seite hat, 35% weniger Ölverbrauch.

Vielleicht weil sie Corona nicht instrumentalisieren?

So wie das eine braun-blaue Partei zumindest zeitweise versucht hat, indem sie Corona als verhältnismäßig harmlose Grippe verharmloste, verbunden mit der Frage, ob es sich bei dieser Krise nicht lediglich um eine Inszenierung handele. (Hampel)

Ernst-Günther Konrad | Di, 14. April 2020 - 10:26

Jetzt bin aber baff.
"Dass sich der US-Präsident dabei in den fatalen Streit zwischen Saudi-Arabien und Russland eingeschaltet hat, war zudem wichtig und richtig."
Kein Trump-Bashing, keine Andeutungen das er nicht richtig tickt oder einfach gestrickt ist. Trump hat mit denen, die er nicht mag dann doch das Gespräch gesucht und sich mit ihnen geeinigt?
Wo sind die "großen" Schlagzeilen darüber, dass Trump eine Ölkrise vermied durch Vermittlung von Saudis und Russland und durch eigenes Zutun?
Es heißt doch die ganze Zeit, nach der Corona-Hysterie wird nicht mehr alles so sein, wie es mal war. Also, ist doch gut, wenn weniger geflogen wird, transportiert und Menschen via Schiffen usw. befördert werden. Wir wollen doch die Umwelt retten. Niedrigere Ölpreise hätten wir alle gern. Nur die deutsche Regierung wird wenn überhaupt, den Verbraucher nur sehr langsam und abgespeckt daran partizipieren lassen. Die brauchen nach Corona Geld, viel Geld. Links-grüne Phantasien wollen bezahlt werden.