Klaus Brüggemann
Klaus Brüggemann / privat

Fußball, Geld und Macht - „Die Geldzahlungen laufen aus dem Ruder“

Dozent, Unternehmer, Autor, Operationsmanager Berlin im Rahmen der FIFA-Weltmeisterschaft und frisch gewähltes Aufsichtsratsmitglied von Hertha BSC: Klaus Brüggemann spricht im Cicero-Interview über das Fußball-Business, insbesondere Spielerberater, Transferströme, Fußball-Weltmeisterschaften, DFB und FIFA.

Autoreninfo

Holger Schmieder ist Datenanalyst und Marketingmanager beim Berliner Res Publica Verlag, in dem auch Cicero erscheint.

So erreichen Sie Holger Schmieder:

Seit 1995 ist Klaus Brüggemann, der gestern in den Aufsichtsrat von Hertha BSC wiedergewählt wurde, eng mit dem Verein und dem Fußball-Business verbunden. Sein neues Buch leitet er ein mit dem Satz: „Meine persönlichen Erfahrungen und Erlebnisse im Laufe von 25 Jahren im Fußballbusiness waren spannend, manchmal auch grenzwertig und bitter, aber in jedem Fall erlebnis- und lehrreich.“ Für ihn ist Fußball „ein weltweit verbindendes Element, Tröster, Ablenkung, zusammenführend, echte Liebe und noch vieles mehr“.

Herr Brüggemann, wenn Sie hier, in diesem Interview, mit einem ganz bestimmten Klischee zum Fußball-Business aufräumen könnten, welches wäre das? 

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Ernst-Günther Konrad | Di, 31. Mai 2022 - 08:36

Das kann man nicht mehr einfangen. Moderner Kinder- und Jugendhandel mit Fußballspielen als Motivationsfaktor und der Aussicht, mit diesen Kindern/Jugendlichen Geld zu verdienen. Eltern, die warum auch immer profitieren wollen und die Lust und Spielfreude von ihren Kindern früh gegen überbordende Leistungsansprüche und Geldgier eintauschen. Schon in der E-Jugend sind Talentsucher auf der Jagd und nutzen die Spielneigungen der Kinder mit allen Mitteln aus und nehmen ihnen ihre Kindheit. Nein, das ganze System ist schon lange aus dem Ruder gelaufen und die horrenden Geldsummen bilden nur das ab, was Fußball seit Jahrzehnten wurde. Ein von Geldgeilheit geprägter Unternehmensbereich, bei dem alle verdienen wollen und die Sportfreunde auf der Strecke bleiben. Nicht alle können Stars werden und brauchen auch Ausbildung und Alltagsfitness und nicht nur treusorgende Manager und Eltern, die sich vor allem ums Geld kümmern und nicht um das Seelenheil ihrer Kinder, sondern nur um ihren Reichtum.

Martin Falter | Mi, 1. Juni 2022 - 11:38

und deswegen auch so erfolgreich, geworden.

Gefühlt bald jedes Jahr ein wichtiges Tunier und dazwischen irgendwelche " Hundefutter" Pokale oder Events.

Fußball hat die Mitte der Gesellschaft schon lange verlassen und ist nur noch öde Unterhaltung.

Schauen Sie mal aus dem Fenster wo spielen Kinder noch wild und improvisiert Fußball?

Frei zugängliche Fußball Plätze verschwinden, aber ist nicht so schlimm die Kids sitzen eh vor dem Bildschirm und Computer.

Mafiöse Strukturen bei Fifa und DFB, nicht so schlimm solange die Eröffnugsshows so schön bunt sind.

Jetzt müssen auch die Spieler wie Politiker bei jedem Spiel irgendwelche Statements abgeben oder symbolische Handlungen durchführen.

Bleibt da eigentlich noch Zeit für Fußball?

Die große Zeit ist vorbei.