Autos stauen sichauf der Berliner Stadtautobahn A100 Foto: Robert Schlesinger/dpa

CO2-Emissionen - Wir rechnen falsch

Nach einer Studie der Friedrich-Naumann-Stiftung sind Pauschalaussagen wie „Bahnfahren ist umweltfreundlich, Autofahren ist umweltschädlich, Fliegen geht gar nicht“ haltlos. Statt etwa Elektro-Autos mit Milliarden Steuergeldern zu subventionieren, plädieren die Autoren für mehr Ideologiefreiheit in der Verkehrs- und Klimadebatte.

Autoreninfo

Dr. Klaus Radermacher ist Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der KRBE GmbH in Bad Honnef. Das Unternehmen wurde u.a. von der Friedrich-Naumann-Stiftung beauftragt, die Studie "Ganzheitliche ökologische Bilanzierung von Verkehrssystemen" durchzuführen.

So erreichen Sie Klaus Radermacher:

klaus-radermacher

Dass die Forderung nach starker Reduzierung beziehungsweise gar Abschaffung aller Inlandsflüge zur Reduzierung der CO2-Emissionen des Verkehrssektors und zum Schutz des Weltklimas etwas voreilig sein könnte, ist gerade in den vergangenen Wochen diskutiert worden. Eine Anfrage der Partei Die Linke beim Verkehrsministerium hatte ergeben, dass die dabei eingesparten CO2-Mengen im Verhältnis zu den deutschen Gesamtemissionen nur im Promillebereich liegt. Aber auch im Kontext dieser Anfrage wurde ignoriert, dass die klimarelevanten Auswirkungen verschiedener Verkehrsmittel in der öffentlichen und politischen Debatte immer nur im Zusammenhang mit den aus der Antriebsenergie entstehenden CO2-Belastungen diskutiert werden. Die Tatsache, dass zur Erbringung einer Verkehrsleistung jedweder Art immer auch Infrastruktur notwendig ist, wird meist ignoriert.

In einer von der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit beauftragten Studie wurde jetzt erstmals ein ganzheitlicher Ansatz zur Ermittlung der CO2-Emissionen bezogen auf die jeweils erbrachte Verkehrsleistung vorgestellt. Die Studie beschreibt eine Methodik, in der für jedes Verkehrssystem einerseits die Knotenpunkt-Infrastruktur (Bahnhöfe, Flughäfen, Parkraum), die Wege-Infrastruktur (Straßen, Bahntrassen mitsamt Elektrifizierung), die Steuerungs-Infrastruktur (Verkehrszeichen und Ampeln, Stellwerke, Signalanlagen und Weichen, Flugsicherungssysteme) berücksichtigt werden, andererseits aber auch die Produktion der einzelnen Verkehrsmittel (Pkw, Zug, Flugzeug) und deren Energieverbrauch bei der Fortbewegung systematisch ermittelt und auf die jeweils erbrachte Verkehrsleistung umgelegt werden.

Enorme „versteckte Belastungen“

Daraus lässt sich ein konkreter CO2-Wert für jeden geleisteten Personenkilometer (PKM) ermitteln. Die vorgestellten Ergebnisse zeigen deutlich, dass die häufig bemühten, vereinfachenden Sichtweisen, wie „Bahnfahren ist umweltfreundlich, Autofahren ist umweltschädlich, Fliegen geht gar nicht“ bei ganzheitlicher Betrachtung in sich zusammenfallen wie ein Kartenhaus im Luftzug.

Wo in der Diskussion ist jemals darauf hingewiesen worden, dass allein die CO2-Belastungen aus der Produktion eines durchschnittlichen Pkw mit 33 Gramm CO2 für jeden PKM zu Buche schlagen, die auf die 85 Gramm CO2 aus dem Auspuff hinzuaddiert werden müssen? Bei Elektrofahrzeugen ist die produktionsbedingte CO2-Belastung derzeit sogar noch höher, da die Batteriefertigung nach wie vor sehr CO2-intensiv ist. Hintergrund dieser enormen „versteckten Belastungen“ ist vor allem die unglaubliche Ineffizienz des motorisierten Individualverkehrs (MIV). Bei durchschnittlich nur einer Stunde Fahrzeit pro Tag (23 Stunden steht das Auto und benötigt Parkraum) und einer durchschnittlichen Auslastung von lediglich 1,5 der fünf verfügbaren Plätze ergibt sich eine rechnerische Nutzungseffizienz von 1,25 Prozent.

Der „Spinat-Irrtum“

Noch drastischer werden die Verzerrungen in der öffentlichen Wahrnehmung deutlich, wenn der Bau der Wege-Infrastruktur mitberücksichtigt wird. Gerade die Hochgeschwindigkeitsstrecken der Bahn, die vor allem aus Beton, Stahl und Kupfer bestehen und oft durch kilometerlange Tunnel und über hohe Talbrücken führen, verursachen beim Bau Millionen Tonnen CO2.

Die in der Studie gerechneten Beispiele zeigen drastisch auf, dass die pauschale Aussage „Bahnfahren ist umwelt- und insbesondere klimafreundlich“ als „Spinat-Irrtum“ des 21. Jahrhunderts abgetan werden muss, denn eine falsche Aussage wird auch durch ständige Wiederholung nicht richtig. Werden die CO2-Emissionen der notwendigen Infrastruktur korrekt auf die geleisteten Personenkilometer umgelegt, so sind auch viel befahrene und gut ausgelastete Strecken der Bahn zuweilen deutlich CO2-intensiver, als wenn die Reise mit einem Pkw oder gar Flugzeug erfolgt.

Luftraum muss weder gebaut noch gewartet werden

Für das Verkehrssystem Luftfahrt wird deutlich, dass keinerlei Wege-Infrastruktur benötigt wird, ein systemimmanenter Vorteil, der in den Diskussionen schlicht ignoriert wird. Die Luft, in der die Flugzeuge zwischen zwei Flughäfen unterwegs sind, ist einfach da, sie muss weder gebaut noch gewartet werden. Mobilität ist angewandte Physik. Interessante Erkenntnisse liefern auch die Berechnungen zur physikalischen Bewegungseffizienz der untersuchten Verkehrssysteme. Da Züge sehr schwer sind, liegt die zu transportierende Gesamtmasse pro Person durchschnittlich bei 1,8 Tonnen, im Flugzeug, trotz des mitzuführenden Kerosins, nur bei weniger als 0,5 Tonnen.

Systembedingt halten Züge unterwegs häufig an, die schnellste ICE-Verbindung der Beispielstrecke HamburgMünchen hat acht Zwischenhalte; auch für den Fahrgast, der von Hamburg nach München durchfahren möchte, sind deshalb mindestens neun sehr energieintensive Beschleunigungsvorgänge von null auf bis zu 290 Stundenkilometer notwendig. Aus physikalischer Sicht ist der Transportvorgang im Flugzeug, bei dem nur einmal beim Start beschleunigt wird und bei dem für jeden zu beförderndem Passagier eine sehr viel geringere Masse zu bewegen ist, sehr viel effizienter, als dies mit den deutlich höheren Massen und der größeren Anzahl an Beschleunigungsvorgängen in der Bahn und auf der Straße der Fall ist.

Monokausales Denken ist keine Lösung

Mobilität ist komplex. Monokausales Denken liefert keine Lösungen. Neben der detaillierten Analyse macht die Studie auch konkrete Vorschläge, wie im Verkehrssektor Jahr für Jahr allein in Deutschland zig Millionen Tonnen CO2 eingespart werden können, ohne dass es zu einer Einschränkung der Mobilität kommen muss. Vorausgesetzt, dass wir als Gesellschaft bereit sind, Mobilität anders zu denken. „Mobility as a Service“-Konzepte und Innovationen wie „Autonomes Fahren“ oder „Digitale Mobilitäts-Plattformen“ müssen zukünftig eine entscheidende Rolle spielen.

Teure und CO2-intensive Infrastrukturen würden weniger gebraucht und die vorhandene Infrastruktur müsste weniger gewartet und seltener ersetzt werden. Hier liegt der entscheidende Hebel für effizientere Mobilität. CO2-Emissionen, die durch Bau und Wartung der Verkehrsinfrastruktur entstehen, in der Rechnung zu ignorieren, hilft hingegen niemandem, dem Klima schon gar nicht. Sachlich ist es weder gerechtfertigt noch hilfreich, bestimmte Verkehrsmittel grundsätzlich zu verteufeln und andere als die Lösung für alle zukünftigen Probleme zu bejubeln.

Wettbewerb ist zu begrüßen

Zukünftige Verkehrssysteme müssen sich sinnvoll ergänzen; Wettbewerb ist dabei grundsätzlich zu begrüßen und kann durch sinnvolle Regulierung erreicht und gelenkt werden. Ganzheitlich über die gesamte Prozesskette hinweg zu denken, sämtliche notwendigen Infrastruktur-Komponenten im Blick zu behalten und komplexe Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge ohne ideologische Scheuklappen zu berücksichtigen, ist dringend geboten. Statt beispielsweise den Absatz von Elektro-Pkw mit Milliarden Steuergeldern zu subventionieren, sollte eher über Anreize nachgedacht werden, wie die Nutzungseffizienz im motorisierten Individualverkehr (MIV) verbessert werden kann. Eine ideologiefreie Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Erkenntnissen, Verfahren, Methoden und Technologien ist zwingend notwendig, um nicht in Zukunft immer nur auf „ausgetretenen Pfaden“ unterwegs zu sein.

Die gesellschaftliche Diskussion zur Mobilität der Zukunft muss über alle Parteigrenzen hinweg konsequent versachlicht werden und sich an naturwissenschaftlichen Gesetzmäßigkeiten und technisch Machbarem orientieren. Emotionen und Ideologien und das kategorische Festhalten an dem, was sich in der Vergangenheit bewährt hat, in der Zukunft aber eher hinderlich ist, bringen uns in dieser wichtigen Debatte nicht weiter.

Urban Will | Sa, 3. Juli 2021 - 17:39

das zu lesen bekommt, was man mit gesundem Menschenverstand eh schon „wusste“, wenn auch nicht so detailliert und genau, wie es nun in dieser Studie herausgefunden wurde.

Ein weiterer Tritt in den Allerwertesten der Grün – Sekte, die uns weismachen wollte, mit ihren nie bewiesenen „Konzepten“ von D aus die Welt retten zu können.

Mit Schaudern hörte ich neulich im Radio, dass die führenden dt. Autobauer in wenigen Jahren nur noch e – Autos auf den Markt bringen möchten. … In D wohlgemerkt.
Die Verbrenner bauen sie dann halt im Ausland, wo man sich totlachen wird über den dt. Sonderweg.
E – Autos sind im Langstreckenbereich weitestgehend untauglich.
Ich hoffe, der ganze Spuk findet bald ein Ende, diese Sekte tritt zurück ins dritte Glied und nervt uns nicht weiter mit ihrem Geblöke.
Ich bin sehr für die „Dekarbonisierung“, fossile Brennstoffe sind endlich.
Aber bitte mit Verstand.
Es gibt bereits sehr gute Ansätze, finden wir mehr davon! Aber bitte ohne ideologische Scheuklappen!

Sie sollten nicht alles glauben, was Ihnen ideologisch in den Kram passt, Herr Will. Nur gegen Grün zu sein ist noch kein Beweis für Richtigkeit. Auch wenn Ihnen das vielleicht gefallen würde.

Die Friedrich-Naumann-Stiftung steht bekanntlich der Partei nahe, die vor Jahren noch "freie Fahrt für freie Bürger" forderte!

Die FDP bestreitet zwar nicht mehr den menschengemachten Klimawandel - will diesen aber auf gewohnte Weise bekämpfen - der Markt wird es schon richten!

So, als ob Märkte plötzlich an besserem Klima, weniger Verschmutzung und ökologisch verantwortlichem Verhalten interessiert wären - und nicht mehr an Umsätzen und Gewinnen!

Auch diese "Studie" bei der kein Biologe oder Umweltwissenschaftler zu Wort kommt, sondern ein Unternehmensberater, schlägt in die gleiche Kerbe!
Und so werden Investitionen und Verkehr fröhlichst gemixt!

Dabei hat der Markt (bzw. dessen Teilnehmer), so wie er bis jetzt funktioniert hat, am Schlamassel eine wesentliche Schuld!

Roswitha Lasser | Sa, 3. Juli 2021 - 17:44

Hervorragend: so geht Wissenschaft: Jetzt muss die FDP diese Erkenntnisse wirklich gut in den Wahlkampf tragen,
dann sollte einer zentralen Rolle in der nächsten Regierung nichts mehr im Wege stehen. Wir müssen in allen Fragen weg von Ideologie und Voreingenommenheit hin zu Rationalität und Sachverstand. Herr Dr. Radermacher jedenfalls hat mir seiner Studie einen Anfang gemacht, der hoffentlich als Beispiel für Corona etc. dient. Es geht hier nicht um Frauen auf den ersten Plätzen, schon gar nicht, wenn sie nichts gelernt haben und offensichtlich auch nichts können- es geht um Wissen und die Anwendung dieses Wissens durch die Politik. Dass das E- Auto völliger Unfug ist, sollte mittlerweile auch eine grüne Politikerin begreifen können- vermutlich gilt auch in niedersächsischen Dörfern noch das kleine Einmaleins, es sei denn niedersächsische Dörfer und Postdam sind schon Teil von Oregon, wo man eine "diverse Mathematik" entwickelt? Da passt das E- Auto dann vermutlich schon.

Romuald Veselic | Sa, 3. Juli 2021 - 18:10

überdrüssig, bin generell sehr skeptisch gg. alle Prognosen/Expertisen allgemein u. besonders bei den D-Weltretter; weil alles, wirklich alles wird ideologisiert. Die aktuellen Themen der Menschheit sind zu gegenseitiger Bekämpfung der unterschiedlichen Ansichten geworden. Indem die Nicht-im-Mainstream-Stehenden werden wie Misanthropen angegangen.
Es ist eine Chimäre der Weltretter & -Verbesserer, die alles vorherige abschaffen wollen ohne die daraus entstandenen Folgen abzuwägen in Pro & Kontra Form.
Was mich erfreut, dass die Mehrheit der Weltbevölkerung auf die D-Vorreiterrolle pfeift o. sich darüber lustig macht. Das hiesige RRG-Politkonglomerat ist zu einer intoleranten Sekte verkommen, indem die Bevölkerungsmehrheit - Heteromenschen, als subversive Elementen nach Politbüro Manier, aus dem Lager der Klassenfeinde kategorisiert wird. Die Klimafanatiker sind nur eine Variante der Klerikalfaschos, weil sie Andersdenkenden ihre Meinung mit Gewalt absprechen wollen.

Dorothee Sehrt-Irrek | Sa, 3. Juli 2021 - 18:14

glauben, aber ich muss nur auf das Bild schauen und hoffe, dass sich an diesen Autoschlangen einmal etwas ändert.
Das einzig "Positive", das mir zu dem Verkehrsaufkommen einfällt ist ein Cartoon aus der Titanic.
Zwei Riesen betrachten aus der Höhe die Autos, Stossstange an Stossstange. Meint der eine, aussen sind sie hart, aber innen weich und lecker.
Den Grünen geschah m.E. wie der SPD durch Merkel.
"Alles wurde aus dem Kontext gerissen und zum Dogma erhoben."
Warum springt Frau Baerbock auch noch auf diesen unseligen Zug?
Frau Merkel ist in bezug auf Klima m.E. keine aussagekräftige politische Vergleichgröße, wo überhaupt? Da kann man doch gleich Frau Thunberg fragen.
Hatte nur 5 Minuten Baerbock bei Brigitte auf n-tv gesehen und nie das Gefühl, dass die miteinander sprachen.
Symbolpolitik aus dem himmlischen Off = Merkel.
Soweit ich mich erinnern kann, hatten die Grünen Substanz.
Wenn Baerbock sich einmal DARAUF einlassen könnte, wird die Bundesrepublik wie auch immer vorankommen.

"aber ich muss nur auf das Bild schauen und hoffe, dass sich an diesen Autoschlangen einmal etwas ändert."

Ich weiß nicht, ob dieses Bild reality oder fake ist, egal.
Ich bin kein Vielfahrer, jedoch würde sogar ich auf der abgebildeten Gegenfahrbahn ordentlich "Stoff" geben - "Alles was drin ist - alles was drin ist!"
Na klar, der Kaleu im BOOT.

Nein, das muss man natürlich nicht und auf der täglichen Stau-Strecke stellt sich diese Frage gar nicht!
Zum Glück habe ich all dies nicht mehr nötig - das war suboptimal, egal ob Auto oder Zug/S-Bahn.

Eines noch, werte Frau Sehrt-Irrek:

"Hatte nur 5 Minuten Baerbock bei Brigitte auf n-tv gesehen und nie das Gefühl, dass die miteinander sprachen. Symbolpolitik aus dem himmlischen Off = Merkel."

Frau Dr. Merkel, amtierende Kanzlerin, war auch einmal bei BRIGITTE.
Die SPD/LINKE/GRÜNE sprangen über ihr Stöckchen - wenige Tage später wurde die EHE FÜR ALLE beschlossen!

Ich saß drei Jahre neben Brigitte inner Schule - unvergesslich!

Rob Schuberth | Sa, 3. Juli 2021 - 18:31

Mich int. Autoren, resp. deren Vita.

Daher zu Beginn der Hinweis sich selbst zu informieren.

Das unsere Kfz in aller Regel mehr STEH- als FAHRzeuge sind, ist unbestritten richtig.

Und im ÖPNV ist zu bestimmten Zeiten auch reichlich viel leerer Raum unterwegs (und nur 2/3 echte Fahrgäste an Bord).

Man kann also entweder unsere Mobilität kpl. neu erfinden, oder versuchen die Gründe zu erforschen warum das so ist wie es ist.

- Also z. B. die Arbeitszeiten sehr viel flexibler gestalten als jetzt.
- Ebenso die Ferienzeiten.
-Warum einen Bettenwechsel immer nur am Sa.? Der dann immer u. immer wieder zu Staus führt.

Die Frage wird sein, erlauben wir noch Individualverkehr wie wir ihn bislang kennen, oder wird der (z. B. von den Grünen) so dermaßen stark verteuert dass er "geopfert" wird.

Der Mensch ist ein Individuum.
Ich denke das beantwortet die Frage.

Bevormundungen will keiner (u. wird die hoffentlich auch nicht wählen).

Enka Hein | Sa, 3. Juli 2021 - 19:20

Danke an den Autor. Einfach nachvollziehbar.
Wenn man aus der Naturwissenschaftsecke kommt.
Und da fängt das Problem an. Man schaue sich doch nur mal die Partei an die das Klima bis zum Exzess durchkaut, aber nur ideologisch unterwegs ist. Und wenn man dann tiefer in die „komprimierten Lebensläufe“ schaut, wird einem klar das da naturwissenschaftlich jede Menge fehlt. Dann werden Studien beauftragt die das ideologische Ergebnis liefert. Und schon ist der Drops gelutscht. Zumindest für diejenigen die Strom im Netz speichern.
Deswegen ist es eine Wohltat diesen Artikel zu lesen.
Aber die Hoffnung damit bei entsprechenden Protagonisten auf fruchtbaren Boden zu treffen halte ich für Null. (Ähnlich Corona) Man hat sich verrannt. Ber anstatt zuzugeben das der Karren im Dreck steckt, wird argumentiert das man noch tiefer eintauchen muss, damit es wieder besser wird. Und der ÖRR macht fleißig mit. Aber da sitzen ja auch nur welche die irgendwas mit Medien machen wollten.

helmut armbruster | Sa, 3. Juli 2021 - 20:35

richtig, so müsste man dieses Thema behandeln.
Und genau so wird es nicht behandelt.
Denn das Thema ist schon länger ideologieverseucht und gegen eine solche Seuche gibt es keinen Impfstoff.
Deshalb besteht wenig Hoffnung, dass Politik, Grüne, Weltretter und Weltverbesserer sachlich an das Thema heran gehen.
Denn Ideologie braucht keine Sachlichkeit, weil sie von vornherein Recht hat und sich niemals in sachliche Diskussionen einlässt, sondern immer nur ihren Standpunkt verficht. Ihr Zweck ist Recht zu behalten und sich durchzusetzen. Da stört Sachlichkeit nur.

Hans Jürgen Wienroth | Sa, 3. Juli 2021 - 22:14

Danke für die interessanten Einblicke in eine umfassendere Betrachtung. Die sogen. „Mobilitätsservices“ sind sicher in der Zukunft ein interessantes Gebiet, wenn autonomes Fahren für solche Fahrzeuge möglich ist. Wer allerdings Fahrzeuge aus einem „Fuhrpark“ nutzen durfte, bei dem die Fahrer nur temporär Verantwortung für den PKW haben, der kennt deren Verantwortungsbewusstsein und Sozialverhalten. Man kann froh sein, heil anzukommen und mit sauberer Kleidung auszusteigen.
Bei der Betrachtung in diesem Artikel ist der Einfluss von z. B. Wind- und Solaranlagen als Energiequelle auf das Klima nicht einbezogen. Auch hier muss kritisch nachgefragt und gesamtheitlich betrachtet werden. Klimawandel nur auf CO2 zu fokussieren ist ebenfalls zu klein gedacht. Auch hier muss ganzheitlicher (z. B. mit Einfluss auf Luftströmungen, Stadtklima d. ausbleibenden Wind usw.) gedacht werden.

Tomas Poth | Sa, 3. Juli 2021 - 23:03

Endlich wird das Thema mal richtig aufgezogen.
Bei Bahn- und Flugmobilität müssen natürlich auch noch die An- und Abfahrt zum Bahnhof/Flughafen aufaddiert werden.
E-Autos bringen von der Herstellung einen großen CO2-Rucksack mit, das sie mehr als 100.000km fahren müssen um besser als der Diesel zu sein. Hält die Batterie überhaupt soviele Ladecyklen aus? Wenn nicht, dann kann man das E-Auto komplett vergessen.

Jörg Adams | Sa, 3. Juli 2021 - 23:26

Auf diese Studie warte ich seit Jahren !!

Hansgeorg Voigt | So, 4. Juli 2021 - 09:13

All diese Erkenntnisse sind nicht neu. Solarzellen benötigen bei der Herstellung Energie und die Erzeugung ist so umweltschädlich, dass sie in China stattfindet. Die alten Zellen sind Sondermüll, vielleicht für Afrika oder Indien. Windräder sind Verbundwerkstoffe und ebenfalls nicht recyclingfähig. Die Fundamente sind aus Beton mit energieaufwändig hergestellten Zement. Die ökologischen Folgen des Flächenverbrauchs für Windräder und Solaranlagen auf Feldern werden ebenfalls nicht in Betracht gezogen. Worum geht es also? Am Werk sind Ideologen, die schlicht eine andere Welt im Blick haben, so etwas wie einen weltweiten Freistadt Christiania, der vor Räten regiert wird und sich alle gegenseitig lieb haben. Diese Gesellschaft bedeutet für die Industrienationen Stillstand und für den Rest Armut und Hunger und Kolonialismus 2.0. Es gibt weltweit kein einziges sozialistisches Experiment, dass mit Erfolg in Freiheit überlebt.

Ernst-Günther Konrad | So, 4. Juli 2021 - 09:21

Aha. Es gibt sie doch noch, die andere Sichtweise zu CO² und der grünen Vernichtungsideologie. Werden das GRÜNE hören oder lesen wollen? Sicher nicht. Sie würden die Studie nicht verstehen, das erfordert Sachverstand und die Bereitschaft, sich tatsächlich mal mit ihren Phrasenforderungen auseinander zusetzen. Wir haben inzwischen in fast allen Lebensbereichen nur noch ideologisierte Bevormundung und keine wissenschaftlich fundierte, öffentliche Diskussion mehr. Das sich Technik und Fortschritt auch dem Gedanken öffnet, umweltfreundlich und weniger schädliche Stoffe freizusetzen, ist doch unser aller Erstreben. Da hat die Industrie lange geschlafen. Jetzt aber im Hauruckverfahren alles schlecht zu reden und mit Pauschalbehauptungen jede inhaltliche Diskussion zu verhindern, zeigt doch, es geht nur um politische Macht und nie um die Sache selbst. Ganz zu schweigen davon, wie die Menschen zukunftsfähig mitgenommen werden können und dennoch ihr wirtschaftliches Auskommen haben werden.

Annette Seliger | So, 4. Juli 2021 - 09:59

vom Menschen gemacht. Wegen 12-15ppm müssen wir jetzt überall diese hässlichen Windräder aufstellen, die unsere schönen Kulturlandschaften verschandeln, damit WIR die Erdtemperatur im Griff behalten. Deutschland hat einen Anteil an der Gesamterdoberfläche von gerade einmal 0,07% und hier spielt sich also die Klimakrise des 21 Jahrhunderts ab. Wir sind in der Lage das Klima auf unserer Fläche zu regeln und wenn es nicht der Fall ist, dann liegt es halt an Orban oder den Chinesen. Gestern habe ich wieder eine Kampagne gegen Bolsonaro gelesen und dass der Amazonas Regenwald gerade kippt. Der Regenwald ist 14 mal so groß wie Deutschland, d.h. man kann 14mal von Flensburg bis Füssen fahren ohne nur einmal den Wald zu verlassen und dieser Regenwald kippt gerade!
Es geht immer nur um`s Geld, und die Grünen Lobby für die Windrad Industrie trommelt mit allen möglichen Angstbildern und was am schlimmsten ist die unaufgeklärte Jugend lässt sich auch noch vor den Karren spannen.

Karl-Heinz Weiß | So, 4. Juli 2021 - 11:04

Ein guter Beitrag zur Vorbereitung der bald beginnenden Nach-Alternativlosigkeit-Zeit. Der Abschied von der Scheuklappenpolitik sollte auch beinhalten, dass Deutschland seine Rolle als Klimapolitik-Oberlehrer (m/w/d) aufgibt.

Rolf Jost | So, 4. Juli 2021 - 11:33

Diese Art der Rechnung erscheint plausibel. Aber wer glaubt Ziel der Politik sei CO2 Reduktion oder gar das Klima ist sehr naiv. Natürlich gibt es bei jeder Religion intellektuell Eingeschränkte die tatsächlich glauben, aber die Anführer gehören in der Regel nicht dazu.
Das Ziel der Politik im Verkehrsbereich ist die Einschränkung der individuellen Mobilität. Dazu sind u.a. die E-Fahrzeuge mittel zum Zweck. Sollten diese einmal einen signifikanten Anteil an der individuellen Mobilität haben, wird man sagen die Herstellung der Batterien sei viel zu umweltschädlich und müsse deshalb eingeschränkt werden.
Es ist deshalb müßig zu überlegen auf welche Art mehr CO2 eingespart wird.

Gisela Fimiani | So, 4. Juli 2021 - 15:12

Unglücklicherweise ist es einfacher „Emotion und Ideologie“ zu verkaufen, als sich den Mühen der sachlichen Analyse zu unterziehen. Sachlichkeit, Verstand und rationale Kritik sind natürliche Gegner der Ideologie und bei Ideologen daher verhaßt.

Ingo Kampf | So, 4. Juli 2021 - 15:17

…Innenstädte und sind meistens leer. Es ist schon peinlich, diese Verschwendung mit ansehen zu müssen. Da werden 30 l Diesel/100 km für drei bis vier Hansel verbraten. Wenn mein Privatwagen für 23 von 24 h parkt, sind das ausschließlich meine Fixkosten. Aber ich muß ja mit meinen Abgaben das Defizit des angeblich so sauberen ÖNPV mit finanzieren. Der gleiche Unsinn ist der Anbau von Mais zur Produktion von Bio-Kraftstoff oder Bio-Strom. Pflügen, eggen, sähen, ernten, pflügen, eggen….Ein unendlicher Kreislauf vom Einsatz schwerer Traktoren die >> 200 g Diesel/ PS*h verbrauchen. Wenn man das ganzheitlich rechnet, bleibt nichts übrig.
Das Schlimme ist: Ein Beitrag wie der hier besprochene würde niemals in unseren ÖR-Rundfunk kommen. Nie wurde eine Frau Baerbock im Talk mit derartigen Experten konfrontiert. Die Leute spüren, daß wir verklappst werden und sind u.a. deswegen so wild auf die Fehlleistungen von Frau Baerbock, die typisch für Grün sind, abgefahren.

Bernd Muhlack | So, 4. Juli 2021 - 16:15

Werter Dr. Radermacher, vorab:
es wundert mich, dass dieser mMn sehr gute Artikel (noch) nicht hinter der Bezahlschranke versteckt ist!

Ich habe den Artikel meinem Bruder gepostet; er ist Diplom-Ingenieur Maschinenbau; Projektleiter bei OPEL in Rüsselsheim.
Antwort: 👍👍👍
OPEL hat ebenfalls einige Projekte mit E-Cars/
-mobility laufen - gefördert!

Wären PKWs, Flugzeuge mit "heißer" Wortluft fahr-/flugfähig hätten wir keinerlei Probleme!
"Verbrauch auf 100 km: drei Sätze von Claudia Roth".

Die Kosten der Infrastruktur müssen natürlich berücksichtigt werden - richtig.
Jedoch sind wir an einem Punkt an dem soviel marode ist, in Stand zu setzen wäre, dass jede "Klimabilanz" ad absurdum geführt würde.
Alternative: D wir zu einem neuen Angkor Wat, der Dschungeltempel in Kampuchea - wir lassen alles überwuchern!
Alles so schön GRÜN hier!

"Die gesellschaftliche Diskussion zur Mobilität der Zukunft muss über alle Parteigrenzen hinweg konsequent versachlicht werden..."

Ich stimme Ihnen zu!

Walter Bühler | So, 4. Juli 2021 - 19:22

Im grünen Parteiprogramm wird das Verhältnis vieler Politiker zu den Zahlen beispielhaft deutlich.

Zahlen dienen im Programm ausschließlich zur Seiten- und Abschnittsnummerierung, manchmal auch zu Jahresangeben. Ansonsten werden sie wie der Teufel gemieden.

Diese "einfache Sprache" entspricht dem Bildungsstand von Parteifunktionären und Wählern in unserem Land.

Zahlen, die irgendwelche gesellschaftlichen Größen beschreiben, werden von Politikern nur akzeptiert, wenn sie von Gesinnungsgenossen stammen, die Gutachten im Sinne der Partei liefern.

Solche Gutachter sind bestenfalls ehemalige Wissenschaftler, die inzwischen ihre Beratertätigkeit dem höheren Einkommen oder ihrer ideologischen Überzeugung unterordnen.

Die vielen Wissenschaftler, Herr Lenz, die Ihre Fähigkeiten der Ideologie geopfert haben, schaden in Wahrheit auch ihrer Partei. Denn Wissenschaft ist langfristig nur dann eine Hilfe für die Politik, wenn sie nach Wahrheit und nicht nach ideologischer Nützlichkeit strebt.

Bernhard Mayer | Mo, 5. Juli 2021 - 08:01

Also ich rechne fast gar nicht.

Ich stelle zwei Werte einander gegenüber.
Co² Produktion pro Deutschländer 11 Tonnen
Zulässig wären NUR maximal 1,5 Tonnen.
Also 80.000.000*1,5Tonnen.

Wie soll diese Einsparquote Funktionieren???