Bushaltestelle im Zentrum des Dorfs Zolota Balka im Gebiet Cherson, seit 2. Oktober wieder unter ukrainischer Kontrolle / Moritz Gathmann

Ukrainische Offensive - Russen mit dem Rücken zum Fluss

Im Süden des Landes befreit die ukrainische Armee Dorf um Dorf von den russischen Besatzern. Droht den Russen die nächste schwere Niederlage im gerade erst annektierten Gebiet Cherson?

Autoreninfo

Moritz Gathmann ist Chefreporter bei Cicero. Er studierte Russistik und Geschichte in Berlin und war viele Jahre Korrespondent in Russland.

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Von der Großstadt Kriwoj Rog zur Front im Gebiet Cherson dauert die Fahrt etwa zwei Stunden. Je näher man der Front kommt, desto weniger zivile Fahrzeuge sind unterwegs. Ab der Einfahrt ins Gebiet Cherson praktisch nur noch Militärtechnik: Sattelschlepper bringen von den Russen eroberte Panzer und Geschütze zur Reparatur ins Hinterland. Ukrainische Truppen fahren in Jeeps, alten Sowjet-Autos und Truppentransportern in Richtung der Front. In der Straße und den Äckern daneben stecken Geschosse verschiedener Kaliber, die von den Positionskämpfen der letzten Monate zeugen.

Das Gebiet Cherson, das sich südlich und nördlich des Flusses Dnjepr erstreckt, gehört zu jenen Gebieten, die Putin erst vor wenigen Tagen annektiert hat. Doch seit einer Woche hat die ukrainische Gegenoffensive gerade hier bedeutende Erfolge zu verzeichnen: Von westlicher Richtung bearbeiten ukrainische Truppen die russischen Verteidigungslinien und dringen in Richtung der Stadt Cherson vor. Im nördlichen Teil des Gebiets ist die Armee nach einem Durchbruch am Dnjepr-Ufer etwa vierzig Kilometer entlang des Flusses vorgedrungen.
 

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Heidemarie Heim | Do., 6. Oktober 2022 - 16:50

Die zivile hässliche Seite der Kriegsmedaille. Und ich kann mir vorstellen je bunter der Strauß, bzw. in einem Vielvölkerstaat tritt diese Seite noch viel eher in den Vordergrund. Wobei dies aus Sicht eines zur russischen Seite wechselnden Ukrainers nicht so verwerflich scheint als z.B. damals mit den deutschen Aggressoren kollaboriert zu haben. Auch wenn sich die brüderlichen Befreier bei den eigenen Nachbarn, die und deren Kinder man seit Jahrzehnten kennt aufführen wie Sau nach dem man Tipps gab, wessen Wohnungen man besser mal filzen sollte. Im Wissen, dass besagte Mitbewohner je nach Fund und Laune der Durchsuchenden wenn sie Glück haben kurz und schmerzlos im angrenzenden Wald verschwinden oder bei weniger davon vorher vergewaltigt und gefoltert werden. "Diese Ortsvorsteherin und ihre Mischpoke konnte ich sowieso nie ausstehen!" Ich denke egal auf welcher Seite, sollte sich jeder fragen wieviel Sympathie man selbst betroffen solch einem Nachbarn, Saufkumpel usw. entgegen bringt.

Gabriele Bondzio | Do., 6. Oktober 2022 - 18:49

dort zu wünschen. Das nun Ruhe in ihr Leben einkehrt.
Und sie ein Stück nach vorne schauen und vor dem Winter, Zerstörungen so gut es geht beheben können.

Allerdings wird gerade in ländlicher Gegend das Thema Kollaboration die Sache sehr schwierig machen, dass sie gemeinschaftlich vorgehen
werden.

Dr.Andreas Oltmann | Do., 6. Oktober 2022 - 21:59

Immer bei diesen Berichten stellt sich mir die Frage, was ist Wunsch und Wirklichkeit? Darf man so ketzerische Fragen stellen, warum die toten russische Soldaten auf der Straße liegen?
Wo doch alle Verstöße gegen die Menschenrechte von den Russen begangen werden? Und es herrscht Wassermangel? Aber der PKW sieht sehr frisch gewaschen aus..
Vielleicht kleinkariert, aber es fällt mir so auf.

ja warum liegen tote russische Soldaten auf der Strasse ? ihre Kameraden hatten es wohl nicht für nötig gehalten ihre toten Kameraden zu bergen bzw. es war ihnen nicht mehr möglich. Die Ukrainer sehen es wohl nicht als vordringlichste Aufgabe an tote russische Soldaten zu bergen aber keine Sorge irgendwann wird es wohl geschehen . Ich weiß nicht was Sie aus diesen Fakt folgern? Im Krieg sterben Soldaten und die liegen erstmal herum was den Toten auch egal ist.

"Darf man so ketzerische Fragen stellen, warum die toten russische Soldaten auf der Straße liegen?"
Ja... das darf man natürlich. Die Antwort dürfte schlicht lauten, daß sie im Kampf mit ukrainischen Soldaten gefallen sind. Was kein Kriegsverbrechen ist, was Ihr Kommentar unterschwellig impliziert.
Sondern - leider - "logische Folge" des Krieges, den ja "die Russen" und nicht "die Ukrainer" angefangen haben (daß die, die da jetzt liegen, letztlich "nur" Massenmörders Putins (Kaukasus, Syrien - haben manche ja schon verdrängt) Kanonenfutter sind, ist ja klar), Die Urkraine ist in einem ihr aufgezwungenen Verteidigungskrieg (den sie absolut bravourös führt!)
Wo liegt Ihr Problem?

Bernd Windisch | Sa., 8. Oktober 2022 - 09:25

Was macht eigentlich die Forderung der Ukraine nach einem atomaren Präventivschlag mit dem Schwarz - Weiß Bild des Autors vom Krieg. Diesen lokalen Konflikt auf die Weltbühne zu heben war ein schwerer Fehler und nicht im deutschen Interesse. Für die ikrainische Führung sind wir lediglich nützliche Idioten die sich bald den A.. abfrieren werden.