Julian Reichelt
Der Axel-Springer-Verlag beendete am 18. Oktober 2021 die Zusammenarbeit mit Reichelt, der seit 2017 Vorsitzender der Chefredaktionen und Chefredakteur Digital der Bild-Zeitung gewesen war / dpa

Entlassung von Bild-Chefredakteur Julian Reichelt - Die mörderische Frage, wer mit wem schlief

Es ist unmoralisch, wenn in Redaktionen herumgeschlafen wird und Frauen deswegen Vor- oder Nachteile haben, wenn sie also als sexuelle Objekte markiert werden. Und sich markieren lassen. Aber der Mann ist nicht immer der Täter. Oft ist der Täter unsere Sozialisation. Was, müssen wir fragen, führt dazu, dass eine Frau ja sagt und nein denkt?

Autoreninfo

Sophie Dannenberg, geboren 1971, ist Schriftstellerin und lebt in Berlin. Ihr Debütroman „Das bleiche Herz der Revolution“ setzt sich kritisch mit den 68ern auseinander. Zuletzt erschien ihr Buch „Teufelsberg“

So erreichen Sie Sophie Dannenberg:

Zu Beginn meines Studiums der Publizistik an der FU Berlin, es war in den 90er-Jahren, klärten uns der Professor, eine geladene Reporterin und ein Redakteur erst mal auf. Die meisten von uns wollten schreiben. Aber, mahnte der Professor, wir sollten das Studium unbedingt abschließen, auch wenn wir vorher schon erfolgreich seien. Unbedingt! Der Redakteur sagte auch irgendwas, ich habe vergessen was. Und dann wandte sich die Reporterin an uns Frauen im Saal. Sie war blond und hübsch und gab uns einen Karrieretipp: Als Anfängerin in der Redaktion sollten wir uns einen Mann in gehobener Position suchen, er dürfe auch etwas älter sein, und ihn zu unserem Mentor machen.

Ich habe das damals nicht mitgeschrieben und kann mich nicht für den Wortlaut verbürgen. Aber es ging eindeutig um den förderlichen Einsatz weiblicher Reize. So also begann unser Schreiben, in Lankwitz, wo die Vorgärten blühten, und auf dem Campus lagen die Steinplatten fahl in der Sonne. Vielleicht dachte einer an die schönen Reportagen von Erich Kästner, dem die Frauen ja auch zu Füßen lagen, bei der wilden Weltbühne damals, und eine andere dachte an die Essays von Susan Sontag und wollte frei und politisch sein. Aber niemand dachte an so etwas wie #metoo.

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Joachim Kopic | Do, 21. Oktober 2021 - 14:19

... wurde und wird (hoffentlich) zunehmend "gefährlicher" für die Öffentlich-Rechtlichen ... und damit den Regierenden (ob Noch- oder Demnächst- ... völlig egal). DDR-like, so kommt es mir vor! Dazu passt ja auch, dass man die SED-Nachfolgepartei mehr und mehr politisch einbindet

Christa Wallau | Do, 21. Oktober 2021 - 14:23

Das ist es! Darum geht es!
Danke. liebe Frau Dannenberg, daß Sie darauf hinweisen.
Als Frau kann ich mir nicht vorstellen, wie es möglich ist, daß offenbar viele Frauen immer wieder bei Männern den Eindruck erwecken: Bei mir kannst du landen, obwohl sie es eigentlich nicht wollen, daß dieser Mann ihnen zu nahe kommt. Meines Erachtens gibt es eindeutige Signale der Abweisung, die kein Mann übersehen k a n n. Vermutlich ist das Bedürfnis, attraktiv auf alle Männer zu wirken, bei vielen Frauen größer als ihr Selbstbewußtsein, das sich aus ihrer beruflichen Kompetenz speist.

Natürlich gibt es Männer, die es trotz unverhohlener Abwehr versuchen, eine Frau ins Bett zu bekommen, aber das dürften die wenigsten sein. Vor Gewaltanwendung schrecken die meisten zurück.
Falls diese tatsächlich erfolgte, gibt es nur eins:
Anzeige!

Was ich nicht verstehe, das ist, daß sich immer wieder Frauen h i n t e r h e r beschweren, sie seien gegen ihren Willen zum Beischlaf gedrängt bzw. gezwungen worden.

Manches machen manche aus purer Berechnung. Da wird nicht mit Reizen gespart um bestimmte Dinge zu erreichen. Gab es schon immer, gibt es und wird es immer geben (ok, wenn der Islam Europa übernommen hat wohl nicht mehr...). Es liegt im Menschen. Auch im real existierenden Sozialismus gab es so etwas, da wurden z.B. die sehr seltenen Ostsee-FDGB-Ferienplätze auch zum Teil auf diese Art und Weise "vergeben" mit maximalem Körpereinsatz wie man so schön sagte und auch die "Besetzungscouch" hat es gegeben, nicht nur im Theater.... Es liegt also nicht im System sondern im Menschen. Frauen wissen genau was sie wollen und wie sie etwas erreichen können, ok, nicht alle, aber der Großteil. ;-) Paradebeispiele sind die beiden, die sich jetzt wohl besonders entrüsten: Friede Springer und Liz Mohn.... mal genau die Lebensläufe beider nachlesen. xD
#metoo ist in meinen Augen auch zum Großteil Doppelmoral und Heuchelei, wenn es mal nicht zum gewünschten Ergebnis kam.

Tomas Poth | Do, 21. Oktober 2021 - 14:37

Ein ganzes Investigativ-Team zur Beschnüffelung des Privaten, in der Hoffnung etwas zu finden, um einen journalistischen Querulanten, der nicht das gewünschte rotgrüne Narrativ bedient und fördert zu Fall zu bringen.
Die Moralität ist nur Heuchelei, in allen anderen Redaktionsstuben geht es genauso zu - Was siehst du den Splitter im Auge deines Bruders ... -
Linke Schlüsselloch-Spanner-Presse at its best.

Ines Schulte | Do, 21. Oktober 2021 - 19:02

In reply to by Tomas Poth

...dieses "etwas" war früher, als das Privatleben von Politkern noch tabu war, die Steuerhinterziehung, wurde abgelöst vom externen Outen einer möglichen Homosexualität, und zieht nun seine Kreise im sogenannten "Machtmißbrauch", bes. als Vorgesetzter oder Ranghöherer gegenüber Frauen. Ob einst Rainer Brüderle (FDP) mit dem Kompliment über einen Dirndlausschnitt, Anklagen von Schauspielerinnen nach Jahrzehnten gegen Regisseure, ect. ... Allein Behauptungen, sogar anonym, gezielte Fallen (Strache), haben schon diverse Männer zu Fall gebracht. Wo bleibt z.B. bei Reichelt die Unschuldsvermutung, oder die Verhältnismäßigkeit, wenn das Zusammensein einvernehmlich geschah?
Umgekehrt kann auch für Männer aber ein falsches Essen am falschen Platz mit den falschen Leuten den Karrierknick bedeuten. Somit ist das Ganze ein Gutmenschentum, eine Haltung oder Moral der "richtigen" Seite und der Zeitgeist ermöglicht es , Menschen durch einen öffentlichen Pranger zu entehren.

Gerhard Hellriegel | Do, 21. Oktober 2021 - 14:38

Ein wunderbar nachdenklicher Beitrag - einig. An einem Punkt würde ich weiter gehen. Frau Dannenberg scheint alles auf Sozialisation, also Kultur zurückführen zu wollen. Aber auch Kultur fällt nicht vom Himmel. --- Szene: eine Pavianherde durchquert die Savanne. Ein Feind nähert sich - Löwe. Die Paviane bilden eine Wagenburg, außen Männchen, innen Weibchen und Nachwuchs. Warum so? Weil die Gruppe den Verlust eines Männchens leichter verschmerzen kann. Evolutionär herausgebildet. Ist das nun Biologie oder Kultur? Tatsache ist, dass schon bei unserer Verwandtschaft bei Männchen die größere Aggressivität, Kampfbereitschaft auftritt. Die Geschlechterselektion tut ein Übriges - Macht ist attraktiv. Die Sozialisation, Kultur kann diese Dispositionen modulieren, auslöschen kann sie sie nicht. Offensichtlich müsste sie bei Männern mehr leisten als bei Frauen - der Mörder ist meistens ein Mann. Ist so. Die Alternative demonstrieren die Bonobos: make love not war.

... die Schlussfolgerung "Weil die Gruppe den Verlust eines Männchens leichter verschmerzen kann" ist m.E. falsch. Gesunder Menschenverstand sagt, dass die Herde von diejenigen verteidigt wird die es besser und effektiver können, inbesondere da sie auch selbst bedroht wurden. Das können sie weil sie größer, agressiver und stärker sind - und nicht weil die Herde deren Verlust leichter verschmerzen kann. Grundsätzlich sind die Männchen wesentlich größer und schwerer als die Weibchen. Die Antwort ist offensichtlich - aber die Denkweise im Westen hat inzwischen unter Feminismus so gelitten und mutiert, dass nur passende Interpretierungen (Mann-böse, Frau-gut) anfallen und akzeptiert werden.
Was nicht passt wird ausgeblendet, angepasst oder angegriffen.
Ich habe mindestens versucht beide (von noch mehreren) Erklärungen in Betracht zu ziehen und habe für mich die zweite als wahrscheinlicher angenommen.
Die Einladung gilt für alle :)
P.S. Entschuldigung wegen evtl. grammatikalischen Fehler.

Hallo Herr Dučić, eine Frage: warum sind denn gerade bei Gruppentieren Männchen größer, stärker, aggressiver? Es gibt ja auch z.B. die Gottesanbeterin, da ist es umgekehrt. Mir fallen weitere ein, aber das sind alles keine Gruppentiere. Warum kämpfen Männchen um Weibchen und nicht Weibchen um Männchen? Warum haben die einen mehr Testosteron als die anderen? Das hat sich doch alles evolutionär herausgebildet. Ich denke: weil für den Bestand der Gruppe ein einziges Männchen genügt. Aber die Größe der Gruppe ist direkt von der Zahl der Weibchen abhängig. Ach, die Welt ist so ungerecht! --- Eine Theorie, ein Erklärungsversuch, mehr nicht. Wir können das nicht diskutieren, diese blöde Ein-Kommentar-Regel verhindert es, also habe ich das letzte Wort. Ätsch :-)

Wolfgang Tröbner | Do, 21. Oktober 2021 - 14:42

mit dem Fall Julian Reichelt hat das aber nichts zu tun. Ein ganzes Rechercheteam hat sich monatelang an seine Fersen geheftet, konnte ihm aber diesbezüglich nichts nachweisen. Das sollte man auch seitens Cicero einfach zur Kenntnis nehmen, und nicht irgendwelche unbewiesenen Gerüchte aufwärmen. Die einzige Frage, die sich stellt: Warum wollte man ihn um jeden Preis loswerden? Hat er die herrschende Politik zu sehr kritisiert? Nun bin ich gespannt, was unsere zwei Behördenmitarbeiter zu diesem Fall zu sagen haben.

Rob Schuberth | Do, 21. Oktober 2021 - 14:49

Und innerebetriebliche/r Sex/Bez. war/en nur das Vehikel.

Wer kennt das nicht, dass man unliebsame leitende Angest. dann über die Blumen für die Gattin stolpern lässt, die sonst als vollkommen ok abgenickt wurden.

Zur BILD passt nur die Methode.Ordentlich ausschlachten. Bringt der Verlust doch noch ein Mal Auflage.

Der Autorin m. Dank für ihren ehrlichen Artikel. Und das als Frau...Respekt.
Wir haben unserer Tochter schon früh beigebracht nein zu sagen u. solche Dinge selbstbestimmt zu vertreten.
Wir brauchen eine ehrlichere Sozialisation.
Beziehungsfragen inkl. Sex dürfen nicht länger tabuisiert werden. das gehört zum SexualkundeU. an unseren Bildungseinrichtungen.
Und zwar ohne Abwahloption, was besonders für unsere anderen Kulturen gilt.

Es ist doch paradox.
Einerseits finden sich die meisten Ehen auf dem Arbeitsumfeld.
Andererseits gibt es auch dort die bekannte Compliance-Regeln, die so etwas eigtl. untersagen.

Ich hoffe bald wieder v. ihm zu lesen u. hören.

Romuald Veselic | Do, 21. Oktober 2021 - 14:51

"Was, müssen wir fragen, führt dazu, dass eine Frau ja sagt und nein denkt?"
Dürfte man das als Schizozustand nennen?
Wissen Sie, ich ging in die 8. Klasse der sozistischen Hauptschule in der verblichenen CSSR, wo man uns lernte, dass optische Aspekte im Paarungsakt die Hauptrolle spielen, um sich sexuell angenehm zu fühlen.
Das wars. In einem Land, wo damals - 1968/69, besitz der Pornografie strafbar war. Und im "Westen" waren die Hippies, die von freier Liebe quasselten. Aus deren sich die "68-ger" in D entwickelten. Und jetzt das!? Diese hässliche, bigotte Prüderie? Sind wir etwa im Iran?
Können Sie sich vorstellen, dass Brad Pitt der Lover v. Angela M/Saskia E wäre?
Wo sind wir gelandet? In einem puritanischen, unduldsamen, sexualfeindlichen Sozialkonstrukt o. sind wir das, was wir sind? Freie Menschen, die sich frei lieben (wollen/können) bis zum Umfallen. Mit allen Vor- u. Nachteilen.

Um Brigitte Bardot zu zitieren: "Irgendwann treffen wir uns alle im Bett." 😎
Schön wär's.

Martin Falter | Do, 21. Oktober 2021 - 15:25

ganz erstaunt, dass Frauen - bei weitem nicht alle - für sich und ihre Taten keine Verantwortung übernehmen. Solange aber immer irgendwie de Männer schuld sind, werden sie sich nicht ändern. Bloß ernst nehmen kann man sie dann auch nicht.
Für einen Kulturwandel bin ich auch und zwar das Frauen und Männer endlich gleich behandelt werden, vor Gericht und in der Wahrnehmung in der Gesellschaft.

Charlotte Basler | Do, 21. Oktober 2021 - 16:07

In reply to by Martin Falter

Es sind wirklich nicht alle Frauen so. Aber im Prinzip …….
Ich glaube nicht, dass Frauen ja sagen und nein denken. Vermutlich wollten sich einige nach oben schlafen und andere dachten, sie hätten den vielfach „Umworbenen“ für sich erobert. Blöd, wenn er dann weiterzieht. Viele Frauen sind berechnend. Ich habe mal einer Firma gearbeitet, da konnte man morgens an den Ausschnitten der Sekretärinnen erkennen, ob der Chef an diesem Tag ins Unternehmen kommt oder nicht. Wir haben dann immer Wetten abgeschlossen. Hat Spaß gemacht

Martin Böhm | Do, 21. Oktober 2021 - 15:47

Es gibt Arbeitgeber, die untersagen solche Liaisons zwischen zwischen Vorgesetzten und Mitarbeiter und sollte es tatsächlich die große Liebe sein, muss man den Vorgesetzten oder eine spezielle Dienststelle informieren.
Im übrigen gibt es auch weibliche Vorgesetzte die hin und wieder mal die Hand auf auf ihren Mitarbeiterinnen auflegen und sei es nur auf der Schulter oder Arm aber das finden schon heterosexuelle Frauen nicht sehr angenehm.
Im übrigen denke ich, dass die viele Beziehnungen so starten, dass die Frau nicht gleich auf das erste "Werben" des Mannes sofort anspringt. Im Zeitalter des One Night Stands sollte Sex auch nicht mehr so hoch aufgeängt werden und wenn die Dame einwilligt, ist es so und darf hinterher nicht à la #metoo kommen und sagen ich konnte ja nicht anders.

Gisela Fimiani | Do, 21. Oktober 2021 - 15:47

Die Stichwörter „unappetitlich, bescheuert“ , die Tatsache, „dass sich ein ganzes Investigativteam…………mit der Frage beschäftigte, wer mit wem schlief“ weist außerdem auf einen anderen Kern hin, dem sich die Debatte um Herrn Reichelt stellen sollte: Dem Kern dessen, der die völlige Überblähung der „causa“ Reichelt , die erschreckende Häme, die Vehemenz, mit der er abgeurteilt wird, ausmacht. Auch das hat viel mit Ehrlichkeit zu tun. Was treibt die höchstrichterlichen journalistischen Moralisten, die Reichelts Entlassung feiern? Waren des Pudels Kern wirklich nur seine „Unanständigkeiten“, die diesen unverhältnismäßigen Pranger, an den man ihn feixend stellt, rechtfertigen? Zweifel und „Ehrlichkeit mit sich selbst“ - halten sich Journalisten selbst daran?

Gisela Hachenberg | Fr, 22. Oktober 2021 - 00:12

In reply to by Gisela Fimiani

Ich sehe es genau wie Sie, sehr geehrte Frau Fimiani. Julian Reichelt‘s Entlassung wird von seinen Journalisten Kollegen, nicht zu vergessen Kolleginnen, gefeiert. Endlich ist er weg. Er war zu offen, zu ehrlich, und auch zu erfolgreich. Einer, wenn nicht der mächtigste Chefredakteur in unserem Land. Sein Chef Döpfner, der es in meinen Augen ehrlich meint, bedauert seine Entlassung. Auch Bild-Vize Ronzheimer und Ulf Poschardt, Chefredakteur der Welt, stehen zu ihm.
Aber klar, die Kollegen der anderen Medien haben eine reine Weste. Es ist so erbärmlich, wie diese „causa“ ausgeschlachtet wird. Auch heute Abend bei Lanz. Ich habe nach 10 Minuten den Fernseher ausgeschaltet. Alle die tollen Eingeladenen, allen voran Frau Amman vom „Spiegel“, überschlugen sich mit ihren hämischen Anklagen.
Endlich wieder jemand, den man so richtig runtermachen kann!
Ich finde dieses Spiel jämmerlich!

Mediathek angeschaut und war entsetz über dieses Tribunal. Die Spiegel-Hauptstadtdame (Melanie Amman)hatte den Hauptplatz, sekundiert durch eine „me-too-Autorin“(Caroline Rosales) , die sich selbst durch ihren Zustand (hochschwanger) nicht davon abhalten ließ, ihre vor langen Jahren bei Springer gemachten Erfahrungen in die heutige Zeit zu übertragen. Sie outete sich larmoyant im Hinblick auf ihr mitmachen und machte gleichzeitig Reklame für ihr Buch, in dem sie ihre Erfahrungen mit den „mächtigen“ Männern verewigte. Unterstützt wurde sie durch Hajo Schuhmacher, den Rezesenten ihres Buches, der in die Männerbeschimpfung einfiel. Der hauptsächliche Recherche-Akteur (Daniel Drepper) kam kaum zu Wort, weil der Spiegel die Story ja gekauft hatte. Was der Reg. Bürgermeister Müller da sollte, erschloß sich mir nicht. Fragen zu dieser failed City Kamen ja nicht.
Dafür wurde von allen Seiten undifferenziert auf Springer, Döpfner und Reichelt herumgehackt. Süffisant und überheblich: M. Amman.

Gerhard Lenz | Do, 21. Oktober 2021 - 16:17

Cicero-Forengemeinde.

Man hätte es ahnen können.

Schliesslich schlug sich Reichelt - wenn es sich krawallmäßig lohnte - gerne auf die Seiten der Covidioten. Wodurch er natürlich automatisch ein Verbündeter der AfD-Ciceroforentruppe wird. Ablesbar in den bisher abgegebenen Kommentaren.

Der Mann war ein Sexist, der schamlos und ohne Skrupel seine Machtposition ausnutzte, bis er schliesslich nicht einmal für seinen gleichfalls irrlichternden Verleger haltbar war?

Weit gefehlt! Cicero-Forenschreiber wissen mehr!
Ein politisch Unbequemer war er, deswegen wurde er gefeuert (klar doch...) Die Frauen, die von ihm belästigt wurden, waren wahrscheinlich selbst schuld (hat hier eine Frau von ihrer Computer-Tastatur aus festgestellt). Er störte das rot-grüne Narrativ (ein Held des Volkes..). Alles nur übertriebene Prüderie (Die Damen sollen sich mal nicht so anstellen) usw.

Nein, einer wie Reichelt, der ist grundsätzlich unschuldig. Immer und in jeder Situation.
Egal, was er anstellt.

Keines der von Ihnen dem Herrn Reichelt angedichteten Vergehen hat er, auch nicht schamlos, gemacht. Bewiesen ließ sich nichts davon.
Darum wurde die monatelange investigative Untersuchung ja auch vorzeitig beendet. Der Auftraggeber scheute die Veröffentlichung des Ergebnisses.

Übrigens, falls es Ihnen entgangen sein sollte. Für eine intime Beziehung bedarf es IMMER zweier Partner u. deren Einvernehmen.

Da das immer gegeben war, konnte ihm dahingehend auch nichts vorgeworfen werden.
Lesen Sie einfach mal Medien die nicht ihrer Blase entsprechen.
Seltsamerweise schreibt selbst der Cicero dazu recht zurückhaltend.

An die Redaktion:
Bitte ändert euer Update.
Gebt wieder die Anzahl der Kommentare unter den Artikeln an.
Und lasst eine Debatte zu.
D. h. mehr als nur 1x antworten dürfen!
DANKE

Nicht gegen die AfD hetzen, ist Beweis genug für die Schuld.
Wenn sich später herausstellt, es war ganz anders. Was solls,

<<Lasst eine Debatte zu.>>
Echte, "argumentative" Debatten kommen oftmals nicht auf, dass ist das Problem.
Persönliche, mit Totschlagargumenten gespiekte Beiträge, lassen dies nicht zu.

Bernd Muhlack | Do, 21. Oktober 2021 - 16:27

Der Chef (Diether Krebs) sitzt am Schreibtisch, hält einen Bleistift in die Luft. Er fragt die Sekretärin (Iris Berben):
"Wenn Sie mir sagen, was das ist, dürfen Sie mit mir schlafen!"
"Äh, eine Orange?"
"Jooo des lass grad noch so gelte!"

Ich sage mal so:
Der Grat ist wie meist sehr schmal - um es mit dem Titel einer AC/DC-CD zu sagen.: on the razors edge.
Wenn eine Kollegin prima aussieht, warum soll man das nicht erwähnen?
Jedoch soll man nicht einmal mehr "Wo kommen Sie her?" fragen dürfen!
Ob ein männlicher Kollege gut aussieht, kann ich nicht beurteilen, dafür fehlt mir die Sensorik.

Was ist, wenn ich einen Transgender nicht lobe?
Ist das Diskrie, gar rassistisch?

Was man just Herrn Reichelt vorwirft ist mir gelinde gesagt vollkommen egal.
Er wird eine für ihn adäquate Position finden und gegebenenfalls im "rechten Topf" verortet.
Wer nicht spurt ist "rechts".

"Darf ich Dich zum Essen einladen?"
"Du, ich bin Veganerin!"
"Na und? Ich kenne ne tolle Wiese!"

Schönes Wochenende!

Gunther Freiherr von Künsberg | Do, 21. Oktober 2021 - 17:16

Endlich hat gutes Aussehen/Schönheit in unserer quotenorientierten Welt einen Stellenwert, je nachdem ob der Entscheider eine Frau oder ein Mann ist. Da das Geschlecht bei einer Quotenentscheidung maßgeblich ist, ist nicht unbedingt die kompetente Frau für den Posten geeignet, sondern Frau überhaupt, und weil Kompetenz nicht das 1. Entscheidungskriterium ist kann das Aussehen als weiteres Entscheidungskriterium dienen. Ist der Entscheider ein Mann dürfte gutes Aussehen von unschätzbarem Vorteil sein, ist der Entscheider eine heterosexuelle Frau wird sie sich keine gutaussehende Konkurrenz ins Haus holen. Was den Fall Reichelt betrifft steht zu vermuten, dass manche Frauen ihre beschränkte Kompetenz horizontal auszugleichen versuchten. Man sieht, eine Quotenregelung kann manche Defizite auch in diskreter Weise ausgleichen.

Hanno Woitek | Do, 21. Oktober 2021 - 17:19

die sich bewußt "hochschläft". Hab ich oft
mitgekriegt....!
Aber nun zum Springerverlag. Ja, er hat Frauen Versprechungen gemacht, wenn sie mit ihm schlafen.... . Aber was hat eigentlich Axel Springer mit Friede, seinem Kindermädchen gemacht?War die nicht auch abhängig? Der war wahrlich kein Kostverächter. Man muss nur die Geschichten über das Freudenhaus seines Freundes Dependorf am Leinpfad in Hamburg erinnern. War er der Frauen über... mußte sein Vorstand ihr einen Ring vom Juwelier vorbeibringen... er durfte alles, er war ja de Eigentümer!!! Reichelt ist leider nur ein Angestellter... mit zuviel Ständer.

Heidemarie Heim | Do, 21. Oktober 2021 - 17:23

Manche sind halt etwas blonder;) geehrte Frau Dannenberg?! Pfui, böses Klischee! Aber sie haben den Kern im zwischenmenschlichen Miteinander am Arbeitsplatz ganz gut getroffen. An anderer Stelle erwähnte ich bereits, dass ich mit männlichen Kollegen und Chefs meist besser zurecht kam, als in Konkurrenz mit Aufmerksamkeit heischenden Femmes fatales oder noch schlimmer dem Typ hilfebedürftiges Weibchen zu gehen. Ich war wohl mehr der "Kumpel-Typ";) . Und vielleicht auch etwas dominant, denn in unseren Familien hatten meist die Frauen die Beinkleider an;). Diese Art der Erziehung hat wohl nicht geschadet. Ein Mann , ggfs. Kollege mit dem ich mich gut verstand, und der mich vor allem zum Lachen bringen konnte, war für mich immer viel anziehender als irgend ein Macker, der den Boss
raushängen ließ oder auf dicke Hose machte. Bei uns sagte man dazu:" Den Kerl müsste man mir schon auf den Bauch binden;)"
Ich verstehe nicht, warum sich Frau nötigen lässt, statt einer klaren Ansage vorher. MfG

Jovan Dučić | Do, 21. Oktober 2021 - 17:43

Ich lebte in Osteuropa, uns wurde vorgeworfen in Diktaturen, unter ideologischem Druck zu leben. Was in der letzten Jahren im Westen passiert empfinde ich weitaus schwerer als in damaligem z.B. Jugoslawien. Dunkle Wolken der Intolleranz haben sich eher wie ein Nebel in die Gesellschaft eingeschliechen. Andersdenkende riskieren Denunziation, Demütigung, Vergeltung...
Es geht mir nicht um die Person von Julian Reichelt, sein Journalismus mochte ich nicht, sondern um sein Recht anders zu denken und zu handeln ohne dafür diffamiert zu werden! Früher war es "Staatsfeind", "hat gegen des Volkes... der Partei ... des Kommunismus ... gesprochen" und verlor seine Arbeit, Hof und Gut, landet in Gulag... Sibieren etc. Heutezutage wird man anders "erledigt", z.B. Männer mit "meetoo"-Methode und dabei hat ein Mann kaum eine Chance (z.B. Kachelmann). Früher musste man an der Wand ein Foto vom "Führer" hängend haben. Heute muss an den Eingangstüren von den Läden ein LBGTQ-Regenbogenaufkleber stehen.

Reichelt wurde nicht wegen seiner "Meinung" geschasst, sondern weil er sich seinen weiblichen Untergebenen gegenüber wohl wie ein Pascha aufführte.

Der skrupellos seine Machtposition auszunutzen wusste.

Sie würden es nicht mögen, wenn z.B. Ihre Tochter einem solchen Lüstling ausgesetzt wäre? Die, würde sie sich wehren, beruflich wahrscheinlich erst mal erledigt wäre?

Dann würden Sie auch nicht, wie Sie es jetzt tun, Reichelts schräges Weltbild, dass nur aus vermuteter Krawalltauglichkeit bestand, zu dessen Freispruch heranziehen.

Das ganze Gerede von Kommunismus oder dem Führer sollten Sie sich in dem Zusammenhang besser sparen - es wirkt hier reichlich absurd!

Joachim Kopic | Sa, 23. Oktober 2021 - 14:32

In reply to by Gerhard Lenz

...dass es häufig zweierlei Gründe gibt:
1. Die offiziellen (die es gerade auf dem Bereich der "indirekten Politik" dann oft nicht sind, sondern für die ...)
2. wirklichen Gründen herhalten müssen.
Manchmal ist es doch gut, ein "alter weis(!)er Mann" zu sein ;)

michael büchner | Do, 21. Oktober 2021 - 19:29

sehr interessanter beitrag, frau dannenberg! danke dafür! während natürlich unser lieber mitforist lenz erneut eine rechtsradikale verschwörung wittert, die letztlich in der unterwerfung der frau münden muss (und zwar zwingend), entnehme ich den ausführungen von frau dannenberg auch ein gewisses maß an selbstkritik. das ist schön zu lesen..aus meiner (männlichen) sicht möchte ich noch die erkenntnis hinzufügen, dass ein mann einfach null chancen gegen die waffen einer frau hat! das war schon immer so, ist so & wird auch immer so sein. schade ist, wenn sich die frauen dieser waffe selbst berauben! nämlich dann, wenn sie die lösung ihrer probleme in der allabendlichen tüte chips sehen, die dann irgendwann zum eimer wird, was wiederum den frust verstärkt & für den gibt`s dann in diesen zeiten metoo... da kann man mal eben den lover von vor zwanzig jahren platt machen & nebenbei ein hübsches sümmchen einsacken... interessant wäre zu wissen, wieviel kohle der spiegel jeder geboten hat...

Lisa Werle | Do, 21. Oktober 2021 - 19:49

Das JA von Frauen, die hinterher ein Nein beteuern, ist nur die eine Ebene. Aber hier ist noch mehr dahinter. Reichelt war den linken intriganten "Gutmenschen" im Weg. BILD unter seiner Führung war dabei, eine Marke zu werden. Und zwar eine, die Tacheles redet. Und der Springer-Verlag entblödet sich nicht, dabei mitzumachen.

Max Müller | Do, 21. Oktober 2021 - 21:40

..mehr als scheinheilig. Sie und auch andere Medien versuchen, das Ganze als einen Akt zum Schutz von Frauen darzustellen, obwohl Herr Döpfner mehr als deutlich gesagt hat, dass Herr Reichelt niemals übergriffig wurde und alles einvernehmlich war. Was Herr Döpfner noch sagte war, dass im Hintergrund der Aktion Männern standen, die sich drohend und sogar erpresserisch verhielten. Dazu noch der Fakt, dass die in den USA ansässige linke Zeitung NYT unverhältnismäßig hohe Ressourcen auf einen Vorgang verwendet, der global als absolut belanglos bezeichnet werden kann.

Es geht hier nicht um Frauen, die vermeintlich übervorteilt wurden, dieser ganze Vorgang ist ein rein politscher Akt, der dazu dient, einen für die links-woke Bewegung unbequemen Mann mit den für diese Sekte üblichen Mitteln (Rufmord, nebulöse Anschuldigungen) auszuschalten. Die Frauen schiebt man als moralisches Schutzschild vor, als Inhibitor für die Diskussion, die zu entstehen droht. Das Standartprogramm eben.

Andreas Michael | Do, 21. Oktober 2021 - 23:31

Auch wenn die online-Diskutanten der Altergruppe 70+ angehören, man muss sich doch nicht äußern, als hätte man aus Jahrzehnten entsprechender Diskussionen nichts über sexuelle Gewaltverhältnisse in Betrieben mitbekommen.

Ciciero muss dringend an seiner online-Diskussions-Ssparte arbeiten.

Wenn ich (aus der Generation 70+) von Herrn Michael höre, wie schlecht es 2021 den Frauen in unserer Gesellschaft geht, dann frage ich mich schon, ob das nicht eine Folge der sexuellen Revolution ist, die vor 40-50 Jahren begonnen hat und noch heute von den Medien hymnisch gefeiert wird.

Herr Michael, haben sich die Männer in den vergangenen 40 Jahren allesamt in Sex-Bestien verwandelt? Soll das Forum nur noch für diese jüngere Generation offen sein? Auf der einen Seite verrohte, sexuell volatile Männer , die die Frauenrechte mit Füßen treten - auf der anderen Seite unterdrückte, gedemütigte, unglückliche Frauen, die - extrem schick gekleidet und mit betörend schönem, perfektem make up ausgestattet - über ihr schweres und leidvolles Schicksal stöhnen? Ob das so zusammengesetzte Forum ein besseres Forum wird? Ist das Ihre Zielvorstellung, wenn Sie schreiben: "Ciciero muss dringend an seiner online-Diskussions-Ssparte arbeiten." ??

Ernst-Günther Konrad | Fr, 22. Oktober 2021 - 08:15

Ein für mich guter Artikel Frau Dannenberg. Alles was Sie so denken und niedergeschrieben haben, beleuchtet die eine Seite der Medaille. Die für mich aber gleichsam wichtige andere Seite ist die, der immer wieder gleichen Methode, sich unliebsamer Mitmenschen mit diffusen Vorwürfen zu entledigen. Reichelt wurde zu laut und zu kritisch. Die Nazikeule ist inzwischen doch arg abgenutzt, da nimmt man aus dem Werkzeugköfferchen eben mal wieder die Compliance Verstöße heraus. Wie haben das wohl die findigen Investigativ Kollegen des Herrn Reichelt hinbekommen, jemand zu finden, der ihr Lied singt? Viele Msm betonen geradezu, dass er sich strafrechtlich nichts hat zu Schulden kommen lassen. Ja, ja, man fürchtet im Falle einer strafgerichtlichen Überprüfung, das die vermeintlichen "Zeugen" im Verfahren bekannt werden und ein Gericht natürlich mit öffentlichem Getrommel die Vorgänge überprüft. Das will man dann doch wieder nicht. Mal sehen wer bei BILD von den Frauen demnächst aufsteigt.

Achim Koester | Fr, 22. Oktober 2021 - 18:40

sagen nie ganz offen, was sie meinen:
Sagt ein Diplomat nein, meint er vielleicht,
sagt er vielleicht, meint er nein,
sagt er nein, ist er kein Diplomat

Sagt eine Dame nein, meint sie vielleicht,
sagt sie vielleicht, meint sie ja,
sagt sie ja, ist sie keine Dame.