Deutsche Gesellschaft - Offenheit als Kulturprothese

Kolumne Grauzone: Unsere pluralistische Gesellschaft wird gern als besonders integrationsfähig angesehen. Dabei ist Integration ohne Kultur nicht möglich. Leider ist die uns verlorengegangen, schreibt Alexander Grau

Teilnehmer der RTL-Sendung „Ich bin ein Star - Lasst mich wieder rein!“ nach einer „Ekeldusche“
Will man sich in so eine Kultur integrieren? / picture alliance

Autoreninfo

Alexander Grau ist promovierter Philosoph und arbeitet als freier Kultur- und Wissenschaftsjournalist. Er veröffentlichte u.a. „Hypermoral. Die neue Lust an der Empörung“ und „Kulturpessimismus. Ein Plädoyer". Zuletzt erschien von ihm „Politischer Kitsch. Eine deutsche Spezialität“ bei Claudius.

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Alexander Grau

In Sachen Erinnerungskultur macht uns Deutschen niemand etwas vor. Jahrestage sind unsere Königsdisziplin. Entsprechend ausführlich wurde in dieser Woche des 30. Augusts 2015 gedacht, jenem Tag, an dem Angela Merkel die deutsche Öffentlichkeit mit der frohgemuten Botschaft beglückte: „Wir schaffen das“.

Wer ist dieses „wir“?

Seit jenen Spätsommertagen des letzten Jahres erleben wir eine mediale Dauerreflexion. Kommentatoren überbieten sich darin, zu beurteilen, wie integrationsfähig die Einwanderer sind, welche Schwierigkeiten einer erfolgreichen Integration entgegenstehen, welche Chancen sie birgt und welche Risiken. In schon manischer Weise widmet man sich Fragen der Religion, der Kultur, der Mentalität der Migranten.

Nur mit einer Gruppe befasst sich interessanter Weise kaum jemand: mit uns, den Aufnehmenden, dem ominösen „wir“ der Kanzlerin. Es ist ein beredtes Schweigen. Wie selbstverständlich wird vorausgesetzt, dass „wir“ aufnahmefähig sind, guten Willens und ausreichend offen. „Wir“, so hat man den Eindruck, „wir“ sind überhaupt kein Problem – ein paar fremdenfeindliche Wirrköpfe einmal ausgenommen. Die soziologische These, die stillschweigend hinter dieser optimistischen Einschätzung „unserer“ Aufnahmefähigkeit steht, lautet in etwa: Die deutsche Gesellschaft ist ganz überwiegend so tolerant, weltoffen, pluralistisch, modern und multikulturell, dass es ihr leicht fällt, Menschen fremder Kulturen aufzunehmen und einzugliedern.

Pluralismus hemmt Integration

Was ein rührendes Bild. Und ein naives dazu. Denn der Kurzschluss von „weltoffen“ und „pluralistisch“ zu „integrationsfähig“ ist voreilig und fahrlässig. Immerhin stellt sich die Frage: In was genau wollen pluralistische Gesellschaften Menschen eigentlich integrieren? Schließlich sind Pluralismus und Multikulturalismus selbst keine Kultur, sondern das Ergebnis sozialer Ausdifferenzierungen. In welche der vielen Lebenswelten und Kulturmilieus sollen die Einwanderer sich eigentlich einleben?

Es keimt ein böser Verdacht: Vielleicht sind pluralistische Gesellschaften nur eingeschränkt integrationsfähig – eben weil sie pluralistisch sind. Und umgekehrt: Womöglich sind homogene, traditionsorientierte Gesellschaften viel integrationsfähiger, eben weil sie klare Richtlinien bieten und klare Orientierung – zumal für Menschen, die aus traditionsverwurzelten Gemeinschaften stammen.

Hinzu kommt: Was bitteschön haben wir diesen Menschen eigentlich zu bieten? Freiheit, Toleranz, Offenheit? Klingt gut. Doch das sind Meta-Werte. Im praktischen Alltag ist das schwammig und seltsam inhaltsleer. Was aber bleibt darüber hinaus? Auf die Gefahr hin, kulturpessimistisch zu klingen: Es bleibt nichts. Die Ideologie der Offenheit ist uns zur Kulturprothese geworden.

Integration ohne Kultur geht nicht

Man zappe sich an einem beliebigen Tag durch das deutsche Fernsehprogramm, noch immer ein guter Spiegel dieses Landes. Wem, so muss man ketzerisch fragen, will man eigentlich zumuten, in diese Gesellschaft integriert zu werden?

Kulturelle Integration setzt Kultur voraus – bei den Aufnehmenden. Aber welche Kultur haben wir unseren neuen Mitbürgern anzubieten? Kuppelshows? Dschungel-Camps? Sex-Talk in der Endlosschleife? Man kann jeden Einwanderer verstehen, der sich angewidert abwendet und den Eindruck hat, in eine Schwundstufe menschlichen Miteinanders geraten zu sein, die das Label „Pluralismus“ als Feigenblatt vor die eigene Sinnleere hält.

Wie integrationsfähig Einwanderer sind, sei einmal dahin gestellt. Eines muss man ihnen aber zugute halten: Sie kommen immerhin aus Gesellschaften, denen man noch so etwas wie Kultur attestieren kann. Anders bei uns. Hierzulande überwiegt das Plumpe, Laute und Vulgäre – im Alltag auf der Straße, im Miteinander, im Fernsehen, vom so genannten „Kulturbetrieb“ ganz zu schweigen. Kultur? Das hatten wir einmal. Sie ist Anfang des 20. Jahrhunderts untergegangen.

Wir haben uns verloren

Integration in eine Kultur kann es nur dort geben, wo es ein verbindliches kulturelles Angebot gibt. Postmoderne pluralistische Gesellschaften als besonders integrationsfähig darzustellen, ist daher Augenwischerei. Sie können Einwanderern per definitionem nichts anderes bieten, als Nischen, also die Etablierung weiterer Sub- und Parallelgesellschaften.

Alternativen hierzu? Kaum. Denn wie soll eine Gesellschaft, die sich selbst verloren hat, fremden Menschen Halt und Orientierung geben?

Braukmüller,Rolf-Dieter | Fr, 2. September 2016 - 18:35

Woow....das lapt voll in´s "Philosopische" Herr Grau...mit diesem Artikel haben Sie sich selbst übertroffen. Es trifft den Nagel voll auf dem Kopf und ich muß gestehen, besser kann man es nicht zusammenfassen.

Bernd Fischer | Fr, 2. September 2016 - 20:37

uns ist nun die Kultur verloren gegangen??
Werter Herr Grau, die Zahl der Nobelpreisträger aus dem islamisch-arabischen Raum ist sehr klein, die Zahl der Erfindungen, die aus diesem Raum kommen, ist auch sehr überschaubar. Die Zahl der Bücher, die auf Arabisch übersetzt werden, ist sehr gering, genau so viele Bücher werden zum Beispiel nach Griechenland übersetzt, ein Land mit einer Population von 11 Millionen Menschen.
Das heißt, diese Gesellschaft ( die Sie unberechtigt in Schutz nehmen )ist damit beschäftigt, ihre Ehre zu verteidigen, Schande zu vermeiden, sich anständig und sittlich zu verhalten – und ich glaube, dass das ganz viele Ressourcen bindet. Diese Gesellschaft hat keine Zeit, sich technischem, gesellschaftlichem, kulturellem Fortschritt zu widmen, weil sie damit beschäftigt ist, die weibliche Hälfte der Gesellschaft zu unterdrücken und in diesem Schema von Ehre und Schande auszuharren.

Enormes weiteres "Nachdenken" Ihrerseits wäre angebracht.
Danke.

Jürgen Gabriel | Mo, 5. September 2016 - 11:24

In reply to by Bernd Fischer

Gleichfalls. Kultur mit einem Preis gleichzusetzen ist jedenfalls nicht sehr weit gedacht. Die Zahl der muslim. Preisträger ist in den letzten Jahren rasant gestiegen. Weil die islamische Kultur blüht? Oder weil es die Preisverleiher so wollen, aus welchen Gründen auch immer?
Grau schreibt von Kultur, und die haben wir verloren. Erst in den Mühen und Schrecken der "Urkatstrophe" und schließlich im "Kulturkampf" der Nazis. Was von unserer Nation übrig blieb jubelte einem G.Grass zu, der mal eben seine SS Mitgliedschaft in der Aufarbeitung vergaß. Wie wäre es mit denken? Was macht Deutschland aus? Woran denken Sie, wenn Sie an unser Land denken? Rückblickend auf die letzten 40 Jahre. Dichter und Denker? Wissenschaftler und Ingenieure? Oder doch ein bestimmter Fokus auf 12 Jahre deutscher Geschichte? Vermummte mit Slogans, die von erneuter Bombardierung bis zu Schweigegeboten und Beleidigungen für das ganze Land reichen.
Grau hat Recht - und das ist bitter.

Gerd Taddicken | Fr, 2. September 2016 - 20:59

Gut geschrieben, gefällt mir sehr, dem ist nichts (von mir - momentan!? ) hinzuzufügen.

Mit freundlichen Grüßen
Gerd Taddicken

M.Reinhardt | Fr, 2. September 2016 - 21:12

Deutschland hat sich in den letzten Jahrzehnten versucht neu zu erfinden durch mehr Offenheit, Toleranz & Akzeptanz anderer Kulturen und Denkweisen, hat dabei aber vergessen die eigene Leitkultur am Leben zu halten.

Was wir in Deutschland sehen ist keine multikulturelle Gesellschaft, sondern viele, sich oft abgrenzende Gesellschaften verschiedener Kulturen innerhalb eines Staates.

Das erklärt vielleicht auch weshalb sich Zuwanderer in anderen Ländern wie z.B. den USA weitaus besser integrieren als bei uns in Deutschland. In den USA ist der Nationalismus stark ausgeprägt und die amerikanischen Flaggen werden gerne und überall geschwungen.

Würden wir mehr Leitkultur zeigen würden sich vielleicht auch mehr Zuwanderer entscheiden die deutsche Kultur anzunehmen, denn niemand möchte zu einer Gruppe gehören die keine eigene Identität hat.

Habe gehört, dass es in New York z.B. Italienische, Jüdische, Chinesische, Schwarze etc Viertel gibt, die sich sehr voneinander abgrenzen. Was plappern sie denn da von Integration? Der Nationalismus in USA ist enorm ausgeprägt, aber um in die "Gesellschaft" aufgenommen zu werden sollten Sie besser Protestant, männlich und weiss sein, trotz Obamas, der deshalb auch kaum was durch den Kongress gebracht hat.
Menschen scheinen nun mal Herdentiere zu sein, die sich möglichst nur mit Gleichgesinnten zusammentun, was aber einigermassen Toleranz verlangt, und da scheint mir der Hund begraben. Gleichmacherei ist einfach Blödsinn und funktioniert nie.

Dieter Wenzel | Fr, 2. September 2016 - 21:15

Wir haben es tatsächlich verloren , Ehre, Treue, Sitte, Anstand - Ehrlichkeit sind auf dem Altar des Fortschritts und dem Erfolg gnadenlos geopfert worden Sehen wir uns doch um, alle Lichtgestalten haben Makel, Vorbilder haben sehr kurze Halbwertszeiten dann deckt man gnadenlos ihre Makel auf. Korruption und Unehrlichkeit ist Gesellschaftsfähig geworden. Politiker, Manager, Kirche Priester mit Vorstrafen - Sexualität, Steuerhinterziehung, Diebstahl - Bereicherung Anstandslosigkeit der Eliten die Liste Liese sich fortführen sind an der Tagesordnung. Wer Erfolg hat darf dies. Was denen oben Recht ist, ist denen Unten billig. Ich gebe ihnen unumschränkt recht, wir verwirren die Menschen die zu uns kommen. Solches waren sie doch nur von ihren Despoten gewohnt. Hier macht dies die breite Masse.

Gisela Müller | Sa, 3. September 2016 - 01:11

Kann diesen Artikel nur voll unterstützen. I "wir", das bin nicht ich! Von Anfang an nicht. Mich hat keiner gefragt, ob ich diese unkontrollierte, ungeordnete, ja "hemmungslose Zuwanderung" will. Nein, ich will sie nicht! Weil sie unser Land auf unabsehbare, unrevidierbare Weise verändern wird, aber nicht im Sinne von "wir bekommen Menschen geschenkt" und "dieses Land wird sich verändern". Ja, wohl war, es wird sich verändern und hat sich schon verändert, aber nicht so, wie ich es mir wünschen würde. Eine wachsende und "gewachsene" Veränderung im Laufe der Zeit ist nicht persé schlecht, aber eine erzwungene, oktroyierte, rasante, nicht kontrollierbare Veränderung in Bezug auf Kultur, Sozialsystem, Religion, Weltanschauung, ect. kann und wird so nicht funktionieren. Und ein Leugnen der alltäglichen Probleme, die all das mit sich bringt, wird letztlich die Wahrheit und die Realität nicht verbergen können. Morgen, übermorgen oder überübermorgen. Die Konsequenzen werden uns einholen!

peter hauser | Sa, 3. September 2016 - 01:22

Eigentlich nicht neu und offdensichtlich, aber satuierter Hedonismus glaubt wohl "Alles verstehet sich von selbst".
Deshalb muß wohl ein solcher Beitrag geschrieben werden. Orientierung hat sich über die globalen Medien affirmativ kritiklos verallgemeinert.
Tja, und so wird es dann wohl weiter gehen....:-)

Willi Mathes | Sa, 3. September 2016 - 03:04

Top ! Ein echter Grau !

Überzeugende Analyse Herr Grau !

" Mit Politik kann man keine Kultur schaffen, aber vielleicht mit Kultur - Politik - . Th. Heuss

danke Herr Grau

Gruss Willi

Hans Schlekermann | Sa, 3. September 2016 - 09:12

Eines von vielen Problemen der Integration: Deutschland hat kein positives Selbstbild anzubieten. Deutschsein wird mindestens unterschwellig als Schande betrachtet und dennoch verlangen wir von Zuwanderern, dass sie deutsch werden. Das ist krank und töricht.

robert renk | Sa, 3. September 2016 - 09:34

Das Bild zum Artikel sagt alles!
Sollte an der Evolution was dran sein, lässt sich eine Rückwärts-Entwicklung erkennen, der tiefere Sinn derselben zeichnet sich noch nicht ab.
Die "offene Gesellschaft" schießt durch die Decke, die vielgepriesene Freiheit ist oftmals Freiheit zum Nonsens, zur Dekadenz, zur Peinlichkeit.
Die vielen fremden Menschen die Einlass begehren, kommen in den wenigsten Fällen wegen unseren kulturellen Errungenschaften, sondern weil die Versorgung stimmt und Sicherheit gewährleistet ist. Es ist also nicht alles schlecht im Land für unsere "Kultur" aber werden wir verachtet, einem Araber oder Afghanen erscheint das alles nur krank!

Robert Müller | Sa, 3. September 2016 - 10:03

Soll Integration heißen, das deutsche Fernsehen zu Hause laufen zu lassen? Wer guckt sich denn dieses Unterschichten-und Senioren-Programm an? Im übrigen gibt es nicht die eine Kultur, sondern z.B. Ess-Kultur, Musik-Kultur, politische Kultur, Bildungs-Kultur, Arbeits-Kultur.

Christoph Kuhlmann | Sa, 3. September 2016 - 11:23

Wer möchte etwas mit Migranten zu tun haben, die sich and Big Brother, DSDS, Dschungelcamp und Anderes angepasst haben? Ich glaube das Fernsehen verschafft jedermann Zugang, das ist das Problem. Früher wusste man vom Schützenfest, Weinfesten und ähnlichem hält man sich besser fern ... aber wer heute eine sehenswerte Sendung sucht kann böse Überraschungen erleben. Keinerlei Gedichte oder Philosophie im Land der Dichter und Denker.

Charlotte Fritsch | Sa, 3. September 2016 - 11:58

Ich gebe Ihnen recht. Die Dekadenz unserer Lebensweise ist allgegenwärtig. Das ist unser eigentliches Problem.

Walter Wust | Sa, 3. September 2016 - 12:34

Werter Herr Grau, es geht hier nicht um Kultur. Es geht um die grenzenlose Gesellschaft, einen menschlichen Eintopf, der Alles und Jeden als Teil eines großen Ganzen akzeptiert. In den 1950er Jahren gab es im Religionsunterricht eine Abbildung vom Paradies, Menschen und Raubtiere lebten angstfrei nebeneinander und auf die Details dieses Zusammenlebens ging man nicht weiter ein. Ein Bild, geschaffen von idealistischen Träumern,zu schön um wahr zu sein. Heute sind es nicht die Löwen und Krokodile, die arglos und ohne persönliche Interessen partizipieren, Heute sind es alle möglichen Ethnien und Religionen, die man wertefrei zusammenführt und mit "Wir schaffen Das" auf Ewigkeiten zusammenschweißt, immer davon ausgehend, daß Rücksichtnahme, Toleranz und Humanität menschliche Eigenschaften sind, die von Geburt an in jedem Individuum unverrückbar verankert sind. Dabei sind die Meisten dieser Religionen untereinander schon unverträglich. Leider ist es schon zu spät, irgendetwas zu ändern.

Gerhard Hellriegel | Sa, 3. September 2016 - 13:05

Herr Grau übersieht die lange Schattenseite dieser "Kultur", die angeblich im 20. Jahrhundert verloren gegangen sei. Er übersieht, dass zwei Weltkriege die Früchte ebendieser Kultur waren. Genau so übersieht er die lange Schattenseite der islamischen Kultur. Aus gutem Grund beruht unser Grundgesetz lediglich auf einer Basis von (eingeschränkten) Freiheitsrechten. Insoweit ist unser GG nicht multikulturell. Aber im Rahmen dieser Basis kann jeder (Art. 2) seine Werte so entfalten, wie er gestrickt ist. Darin ist das GG multikulturell. Und das Ergebnis ist ein wesentlich kürzerer Schatten. Wer den alten Zeiten nachtrauert, der hat eine seltsam selektive Vorstellung von ihnen. Ich jedenfalls ziehe das Heutige deutlich vor, und ich weiß, von was ich rede.

Jürgen Gabriel | Mo, 5. September 2016 - 11:31

In reply to by Gerhard Hellriegel

Ohje. 1. Die These der Alleinschuld Deutschlands am 1. Wk ist lang erledigt. Für das Wirken der Politiker und Regenten dann noch Volk und Kultur in die Verantwortung zu nehmen ist schon ein Kunststück.
2. Schattenseiten haben alle Kulturen. Wie dominant diese sind, kann und muss gerne zur Debatte gestellt werden. Im Alltag wie in der Außenpolitik. Sich dabei allerdings ohne jeglichen Bezug zum Rest der Geschehnisse in der Politik auf ein Faktum zu stürzen ist ebenso kulturell fragwürdig und fehlleitend, wie Rachegedanken.
Welchen Schatten unser GG wirft, sollten Sie vielleicht jene fragen, die darin stehen. Demjenigen auf der Sonnenseite ist der Schatten meist egal - außer er braucht ihn selbst. Scheinbar sind Ihnen viele Entwicklungen im Land entgangen. Stellen Sie sich mal mit dem "falschen" Parteiabzeichen in Berlin an bestimmte Ecken, oder laufen Sie mit Beamten während des 1. Mai. Da trifft Sie dann alsbald der Schatten der Geschichte... im Heutigen.

claudie cotet | Sa, 3. September 2016 - 13:11

unsere KULT-UR ist eine billige copie der US-amerikanischen "kultur" geworden.
und deutsches fernsehen? wie so trefflich im text erwaehnt: ein spiegel unserer gesellschaft.
gut gefluestert, loewe.....

Christa Wallau | Sa, 3. September 2016 - 14:10

"Wie soll eine Gesellschaft, die sich selbst verloren hat, fremden Menschen Halt und Orientierung geben!"
Da haben Sie ein z e n t r a l e s Thema angesprochen, lieber Herr Grau, und das ausgewählte Foto paßt sehr gut dazu. Danke.
Durch die Aufsplitterung der deutschen Gesellschaft (eine große Zerrissenheit), ist nirgendwo mehr ein gemeinsamer Nenner im Kulturbereich zu erkennen. Dies macht es Zuziehenden unmöglich, sich einzugliedern. Also bleiben sie - fast zwangsläufig - bei ihrer eigenen Kultur oder schließen sich einer der vielen Subkulturen in D an.
Mich wundert es daher nicht mehr, daß die Türken-Deutschen, selbst wenn sie schon hier geboren sind, sich lieber mit der Türkei identifizieren als mit D - das Land, in dem sie leben und arbeiten.
Was ihnen hier fehlt, ist das Gefühl der
Gemeinsamkeit und des Stolzes auf eine gemeinsame Geschichte und Kultur, ein ganz
normaler Patriotismus eben. Ein abstraktes
Grundgesetz ist nicht geeignet als verbindende
Kraft.

Christa Wallau | Sa, 3. September 2016 - 14:11

Eine Kultur erwächst aus Bildung u. wird erhalten durch ständige Bildungsarbeit. Und genau hier sieht es in Deutschland sehr schlecht aus.
Im Gegensatz zu den Nachkriegsjahren, in denen sich die deutsche Gesellschaft noch bemühte, einen verbindlichen Fundus an Kulturgütern zu benennen, in den Schulen und Universitäten zu verbreiten und hoch zu halten, gibt es diesen Kulturkanon längst nicht mehr. Bildungsbürger (= Träger d. Kultur) existieren fast nur noch in älteren Exemplaren. Diese Entwicklung betrifft nicht allein die Bereiche der Hochkultur (Theater, Musik, Literatur), sondern auch ganz banale kulturelle Errungenschaften, wie z.B. Umgangsformen und traditionelle Sitten.
Was soll an einer solchen Gesellschaft anziehend wirken?
Die Beliebigkeit, die als große Freiheit verkauft wird?
D a s ist es nicht, was die meisten Menschen suchen. Vielmehr brauchen sie Orientierung, die sich an sicht- und fühlbaren Werten und Normen festmacht, u. eine Bindung an eine bergende Gemeinschaft.

Reinhard Stenzel | Sa, 3. September 2016 - 14:48

Ihrem Artikel, Herr Grau, habe ich nichts hinzuzufügen. Es bleibt uns wohl nur ihn aufzubewahren, abzuwarten und inständig zu hoffen, dass wir ihn nicht in 10, max. 15 Jahren all den heutigen SonnyBoys und -Girls um die Ohren hauen müssen.

Barbara Kröger | Sa, 3. September 2016 - 15:25

Herr Grau, unsere Gesellschaft ist verunsichert. Das vergangene Jahrhundert bietet ja auch weiß Gott genügend Grund zur Verunsicherung.
Es ist sicher auch kein Zufall, dass nach der Wiedervereinigung sehr viele ehemalige FDJ’ler politisch recht hohe Ämter in Berlin erobern konnten. Das scheinbare Selbstbewusstsein dieser ehemaligen FDJ Kader lässt nicht auf gesellschaftliche Verunsicherung durch gesellschaftlichen Diskurs schließen. Die SED hat sehr erfolgreich politische Schuldzuweisungen grundsätzlich nur der BRD zugeschoben.

Bei der massenhaften Migration aus nicht europäischen Kulturräumen handelt es sich um Menschen, die die Unsicherheiten unserer Gesellschaft spüren, nicht verstehen und einordnen können und unsere gesellschaftlichen Freiräume und Freiheiten oftmals missverstehen.

Karola Schramm | Sa, 3. September 2016 - 15:43

Ich habe mal einen bösen Verdacht gehabt, als ich auch über dieses Thema nachdachte. Meine Fragen: Gibt Gruppen die mit Absicht diese vielen, jungen Muslime hierhergeholt haben, damit wir, die Frauen, nicht mehr so herum laufen, wie wir es tun ? Minirock, knatschenge Hosen, tiefe Dekoltees, lose flatternde Haare - wir werden zum Angriffspunkt dieser Männer & aus Selbstschutz heraus, so ganz allmählich ohne es zu merken, ziehen wir uns anders an. Es gibt konservative Kreise, die das Rad der Frauenbewegung zurückdrehen wollen, brav gekleidet und lammfromm. Warum nicht auf diesem unauffälligen Weg der Zuwanderung oder zumindest als Nebenwirkung ein Umdenken in Gang setzen ? Nudging nennt man das, eine Spezialität von Merkel. In 2015 schrieb die "Welt"- "Nudging: Die neuen Strategien der Bundskanzlerin." Man muss einfach nur eine strenge Kultur mit einer lockeren zusammen bringen. Dann kracht es zwar - aber immerhin. Frauen und Mütter werden vorsichtig. Wir werden großflächig manipuliert.

Kleiderordnung gewesen sein? Das wage ich zu bezweifeln. Dass der Flüchtlingsstrom dafür mißbraucht wurde und wird, um die Freiheiten der Bevölkerung einzuschränken, das ist aber leider offenkundig, da stimme ich Ihnen zu (s. BND Gesetze, Bargeldeinschränkung bzw -abschaffung, Hartz IV Sanktionen etc pp).

Und ich stimme Ihnen auch in dem Punkt zu, dass man als Frau leicht Gefahr läuft, seine Kleiderwahl davon beeinflußen zu lassen, ob man sich die immer häufigeren Konsequenzen figurbetonter Kleidung antun möchte oder nicht.
In meiner unmittelbaren Nachbarschaft sind über 6.000 Flüchtlinge untergebracht und mittlerweile gehe ich dort im Minirock schlicht nicht mehr vorbei. Die allermeisten der Männer dort reagieren eher verschämt auf mich, trauen sich kaum mich anzuschauen, aber die wenigen, die sich anders verhalten, die sorgten auf widerlichste Weise dafür, dass jedes(!) Mal, wenn ich dort in figurbetonter Kleidung entlang lief, wirklich äußerst unangenehm für mich war.

Hallo, warum nicht ? Nicht so direkt als Ziel, eher vage gefühlt bei der Frage nach dem Sinn, dem Aussehen Merkels, ihre rigide Art, dann die Erzkonservativen, die schon immer gegen die Jugend geschimpft haben, freuen die sich nicht heimlich ? Ich meine die, die immer schon gesagt haben,dass Frauen selber schuld haben, wenn.... das und das passiert.

Aber Sie schreiben ja, irgendwie verändert man sich, man ist nicht mehr so locker.
Auch habe mich dabei erwischt meiner Tochter mal so leicht nebenbei, ganz vorsichtig zu sagen, dass sie mit kurze Kleidern.... und bei meiner Enkelin aufpassen soll. Zu meiner Überraschung stimmte sie mir zu, dass sie auch schon daran gedacht habe aber nicht daran denke, sich dem zu unterwerfen. "Ach dachte ich da "hätte sie doch nur einen großen Hund." Gut - Pfefferspray tut es auch.

wie gesagt auch gut vorstellen, nur eben nicht als Akt, dessen Ziel es war, dass Frauen sich züchtiger kleiden sollen, sondern eher als ein Element von vielen, die dazuführen, dass wir unsicherer werden und unseren "Beschützern" wohlwollend immer mehr Rechte einräumen - aber ich vermute gerade, wir beide sind in diesem Punkt eigentlich derselben Meinung...

Und gleichzeitig stimme ich Ihrer Tochter zu, sich ganz und gar zum Spielball dieses wachsenden Unwohlseins zu machen, kann auch keine Lösung sein. Ich werde definitiv weiter Miniröcke und enge Kleider tragen, selbst wenn ich mich nicht mehr daran erinnern kann in der Stadt gewesen zu sein, ohne dass es zumindest zu ekligen Blicken gekommen wäre. Aber ich ja, ich wäge mittlerweile ab wann und wo ich was trage, wer mich begleitet oder ob ich alleine unterwegs bin und wie spät es beim Heimweg sein wird und wo er mich langführt, leider!

H. Joachim Luig | Sa, 3. September 2016 - 16:21

Der Artikel in seiner Kürze gibt es wieder: Offenheit, Pluralität, Integrationsfähigkeit, Kultur, Freiheit, Toleranz.... Habe ich irgendetwas versehentlich ausgelassen? Schließlich ist ja dicke aufgetischt. Alles Begrifflichkeiten, die uns dieser Tage inflationär um die Ohren fliegen und wie es scheint, läßt sich damit vorbehalt- und bedenkenlos herumjonglieren, denn alle Artisten wissen selbstverständlich, womit sie es tun. Der Autor wird es als promovierter Philosoph natürlich wissen; und auch, daß sich um die Begriffe mühelos ein ganzes Grundstudium der Philosophie betreiben läßt. Die "Schwundstufe menschlichen Miteinanders" gibt letztlich Auskunft, wo wir tatsächlich stehen. Auf einer Stufe der Unreflektiertheit, die nur noch zu toppen ist, wenn sie unterboten wird.

Bonga Rottanina | Sa, 3. September 2016 - 17:41

stimmt und das meinte vor 2000 Jahren Aristoteles auch, wo er seine Gesellschaft von Multikulti warnte.
Aber wie wollen nennen das, was nicht funktioniert und auf uns aufgedrungen wird: dazu fällt mir nur ein Wort auf, das man mit VV. abkürzen kann, schreiben darf ich nicht....

Michael Bahr | Sa, 3. September 2016 - 17:47

Das, was Grau uns hier mitteilt, trifft ins Schwarze. Auch wenn mir der Artikel ein wenig zu kurz ist und manche Gedankengänge umfassender hätten gestaltet werden müssen - unterm Strich bleibt stehen, dass wir unsere Kultur längst vielfach verraten haben und sie tagtäglich auf's Neue verraten. Die Beispiele sind vielfältig und kommen aus unterschiedlichen gesellachaftlichen Bereichen.
Wer ist Schuld daran? Manche würden sofort behaupten: die 68er waren's, andere werden sagen, dass wir den Kulturverlust der herrschenden neoliberalen Ideologie zu verdanken haben, die alle Dinge ökonomisiert hat. Wieder andere werden den seit Jahrzehnten zunehmenden Wohlstand und Konsum mitverantwortlich machen. Ich denke, alle haben sie Recht. Seit Jahrzehnten wirken diese Strömungen auf die Gesellschaft ein und höhlen sie sukzessive aus, nehmen ihr ihre Werte, ihre Traditionen, ihre Kultur.

Michael Bahr | Sa, 3. September 2016 - 17:58

Das, was wir den Einwanderern anzubieten haben, besteht eben nur aus einer in Aussicht gestellten Teilhabe am Konsum (die sich vielfach aber noch nicht mal erfüllen wird) und den vielbeschworenen Verfassungspatriotismus. Sorry, aber dieser Verfassungspatriotismus ist sowas von elitär und staubtrocken wie das Papier, auf dem das Grundgesetz gedruckt wird. Die darin verbrieften Rechte an sich sind natürlich anziehend, aber sie bleiben abstrakt. Da wird das Gefühl nicht angesprochen. Wer sich aber mit dieser Gesellschaft identifizieren soll, dem muss man mehr als Abstraktion anbieten. Und das, da hat Grau vollkommen Recht, können wir kaum.

Frank Linnhoff | Sa, 3. September 2016 - 18:46

Eines kann uns Deutschen niemand nehmen, unseren KULTURBEUTEL.

Jacqueline Gafner | Sa, 3. September 2016 - 19:31

über den seit Jahrhunderten ganze Heerscharen nicht nur von Philosophen nachgedacht haben, mit höchst unterschiedlichen Ergebnissen. Wenn der Autor westlich geprägten Gesellschaften des frühen 21. Jahrhunderts unterstellt, kulturlos zu sein, womit es schlicht nichts gebe, in das sich Migranten integrieren könnten, "die immerhin aus Gesellschaften kommen, denen man noch so etwas wie Kultur attestieren kann", dann kann man das als persönliche Einschätzung so zur Kenntnis nehmen. Übernehmen muss man diese seine Meinung aber mitnichten, wenn man sich vor Augen hält, an welch enger Definition von "Kultur" sie sich scheinbar orientiert. Die Frage nach einer spezifischen Kultur des Westens anhand von (Unterhaltungs-)Programmen von TV-Sendern und des Auftritts (von Teilen) des allgemeinen Publikums im öffentlichen Raum beantworten zu wollen, greift eindeutig zu kurz und wird dem, was "Kultur" in der ganzen Vielschichtigkeit und Breite dieses schillernden Begriffs ausmacht, nicht gerecht.

Msik Harms | Sa, 3. September 2016 - 20:35

Die Kulturverfalls-These ist ja nicht ganz neu, zuletzt sehr ausführlich besprochen unter dem Stichwort "Unterschichtfernsehen". Herr Grau hat aber schon die Antwort geliefert mit dem Verweis auf die Meta-Werte, die sich hier in Europa entwickelt haben: Freiheit, Toleranz, Offenheit. Mit dem Zusatz, dass diese auf der Basis der entwickelten deutschen Kultur in all ihren Brüchen gelebt werden. Viel interessanter wäre die Problematisierung des Begriffs "Integration": ein Teil wird in ein Größeres eingebunden und nimmt dabei sowohl dessen Eigenschaften auf als es auch etwas neu hinzugibt. Auf die Religion etwa bezogen, bedeutet dies die Aufnahme nicht der hier vorherrschenden Religion, aber des hiesigen Religionsverständnisses, einschließlich der Freiheit zur Religionskritik, -abwendung und -indifferenz. Eine sehr hohe Hürde für traditionell-hermetisch geformte Einwanderer.

helmut armbruster | So, 4. September 2016 - 08:24

Wir sind offenbar kulturell so kaputt, dass wir Einwanderern nichts bieten können, was über materielle Unterstützung hinausgeht. Das reicht aber nicht für eine Integration. Herr Grau führt einen neuen Gedankengang in die Zuwanderungsdiskussion ein und kommt zu einem unerwarteten Ergebnis. Und er hat Recht.

Hubert Knapp | So, 4. September 2016 - 10:31

Sie trauen sich was, Herr Grau, das gefällt mir. Ihr Artikel wirft offensichtlich Fragen auf, die beantwortet werden sollten. Wann und wo ist uns die Kultur abhanden gekommen? Hatten wir je eine? Wenn ja, welche? Was ist überhaupt Kultur?
Mein Ansatz wäre, das Volk eines jahrhundertealten Durchgangslandes in der Mitte Europas, zwischen Nord und Süd, Ost und West erhält zwangsläufig den maximalen Mischmasch der umliegenden Kulturen, also quasi schon immer ein europäisches Multikulti.
Wieviel das mit dem aktuellen Umleiten globaler Migrationsströme ins Land (alias "Willkommenskultur") zu tun hat, ist fraglich. Da liegen die Ursachen wohl doch eher bei Fehlern in der jüngeren deutschen Geschichte?

Ellen Spaniel | So, 4. September 2016 - 12:00

Wie wahr das doch ist ...
Wir selbst haben längst jede Kultur verloren und das Fernsehen hält uns den Spiegel vor.
Diejenigen, die eine Kultur des Miteinander, des politischen und geistigen Austauschs in der Literatur, in den Medien und in der Bildung schon lange vermissen, haben resigniert aufgegeben und sich in irgendwelche Nischen zurückgezogen und haben vor der oberflächlichen, angepassten und kommerzgesteuerten Flut kapituliert.

Wolfgang Henning | So, 4. September 2016 - 12:36

Die Kulturlosigkeit hat verstärkt Einzug gehalten nach dem 2. Weltkrieg, mit der Besetzung Deutschlands durch die Siegermächte. Im Westen durch die Anglizismen und im Osten durch die Sowjetisierung.
Das Zitat von Tucholsky – „Wer nach allen Seiten offen ist, kann nicht ganz dicht sein“ – bringt es auf den Punkt. Auch pluralistische Gesellschaften sind integrationsfähig, allerdings unter der Voraussetzung, dass die als Leitkultur anerkannte und gewünschte Gesellschaftsform verinnerlicht und als eigener Wert gelebt wird. Mit der Mehrzahl der in Deutschland aufgenommenen Menschen aus aller Welt funktioniert das auch gut.
Einzig, die offensichtliche Mehrheit der Muslime stellt ihre Herkunftskultur und ihre Glaubensdoktrin über das Rechtssystem des jeweiligen Integrationslandes. Wenn wir selbst unsere demokratischen Werte, wie „Freiheit, Toleranz und Offenheit“, als „Meta-Werte“ diskreditieren, müssen wir uns nicht wundern, dass diese als „Kulturprothese“ empfunden werden.

Kat Teker | So, 4. September 2016 - 15:25

In reply to by Wolfgang Henning

Freiheit und Toleranz dürften zum Wichtigste überhaupt zählen. Mir kommen manchmal im wörtlichen Sinne die Tränen, wenn ich mitansehen muss wie viele bereit sind diese Werte zu verraten.

Wer gegen die von den Intoleranten propagierte Unfreiheit seine Stimme erhebt, der gar wird als Intoleranter voller Vorurteile gebrandmarkt, unfassbar!

Dieser Begriff wird meistens falsch bzw. sinnentleert benutzt.
Tolerare (lat.) = halten, (er)tragen, dulden

"Tolerant" kann nur jemand sein, der eine eigene, andere, sogar gegenteilige Meinung vertritt als die, welche er tolerieren will (muß/kann) oder auch nicht will (muß/kann). Toleranz kostet Selbstüberwindung statt der sonst gebotenen Überwindung anderer. Anderenfalls handelt es sich nicht um Toleranz, sondern um Gleichgültigkeit/ Indifferenz.
Um diese dürfte es sich bei den meisten Menschen handeln, die z. B. dem
Islam gegenüber, wie sie es nennen, "tolerant" sind. Im Grunde interessiert sie ihre eigene Religion überhaupt nicht mehr. Ihre Überzeugungen, sofern es sie je gab, sind relativ geworden. Sie sind allenfalls noch Kartei-Christen, also nicht tolerant, sondern lau und damit auch für Muslime wenig glaubwürdig.

"Irgendwie haben wir doch alle denselben Gott" - dieser dümmliche Ausspruch steht für eine Art von Relativismus, der n i c h t s mit Toleranz gemein hat.

nur Lebensentwürfe und Meinungen umfassen, die sich mit dem eigenen decken. Und auch wenn ich meine persönlichen Sichtweisen häufig sehr scharf deutlich mache, oft sogar zu scharf, zu polemisch und zu zynisch, ich ginge niemals so weit, sie anderen Menschen gegen ihren Willen aufzwingen zu wollen. Jeder soll nach seiner Façon selig werden, das kann ich absolut unterschreiben.

Allerdings gibt es für mich in dieser Hinsicht Ausnahmen: die Menschen und Ideologien, die das anders sehen. Menschen und Ideologien, die die Selbstbestimmung anderer gewaltsam einschränken (wollen)*, denen werden ich unter keinen Umständen Toleranz entgegen bringen.

*Damit meine ich ausdrücklich nicht bspw. Gesetze, die Menschen mit Freiheitsentzug drohen, wenn sie andere vergewaltigen uä, solche Taten sind für mich untolerierbares Eingreifen in die Selbstbestimmung der Opfer und da ich leider keine bessere Lösung kenne, bin ich in solchen Fällen trotzallem für Beschränkung der Freiheitsrechte der Täter.

Eine sehr gesunde und gute Einstellung, Frau Teker!
Die Freiheit des Einen endet bei der Freiheit des Anderen; eine simple Erkenntnis, welche bei erfolgreicher Verinnerlichung und Anwendung durch das Individuum eine Menge sozialen Stresses vermeiden würde. Leider sind gerade politische und religiöse Ideologen und Fanatiker gegen diese Erkenntnis (welche eigentlich auch durch Art 2 GG verbrieftes Recht ist) nicht weniger resistent, wie der gemeine Dummkopf. Aber absolut Nichts muss man tolerieren, geschweige akzeptieren, was von dieser simplen Regel abweicht, auch nicht, wenn uns wortschwülstige Politiker gerne glauben machen wollen, dass das Gegenteil von absoluter Toleranz, reaktionär, rechts, aber mindestens egoistisch sei. Bei der Toleranz gibt es wie bei den meisten Dingen ein gesundes Mittelmaß. Absolute Toleranz bedeutet Selbstaufgabe bis hin zur Selbstzerstörung, und dies kann von Niemand verlangt und eingefordert werden, auch nicht wenn die Gründe noch so „fromm“ sind.

Danke für den Hinweis auf die zunehmende Religionslosigkeit. Dies ist m.E. das Grundübel. Wer sich nur um möglichst gelungene Selbstoptimierung im Diesseits bemüht, kann keine Werte vermitteln, die zur Integration einladen.

...verstehe ich Sie richtig; Wenn die Religionslosigkeit das „Grundübel“ (Ihre Wortwahl) darstellt, sind folglich nach Ihrer Logik z.B. alle Atheisten grundübel und somit unfähig Werte zu haben und zu vermitteln? Religionslose sind also wertefreie, egoistische Hedonisten, indes Dinge wie Altruismus, Empathie etc. Ihrer Meinung nach nur religiösen Menschen innewohnen? Und im Umkehrschluss müssten nach Ihrer Logik alle ultrareligiösen Menschen in maximal religiösen Gesellschaften die besten Menschen, mit den besten Werten sein, in die am besten integriert werden kann, nur weil diese religiös sind?

...Und wie muss man den Vorwurf der Selbstoptimierung im Diesseits verstehen?
Wir befinden uns ja im Diesseits. Ergo können wir nur im Diesseits für das Diesseits wirken. Weiter ist „Selbstoptimierung“ als Handlung erstmal Wertungsfrei, bedeutet, man kann sowohl negatives (rein egoistisches etc.) Handeln, wie auch positives (altruistisches, empathisches etc.) Handeln optimieren. Soll man sich als „gutes“ Individuum mit Werten „Suboptimieren“?
Der Umkehrschluss Ihrer Aussage
„Wer sich nur um möglichst gelungene Selbstoptimierung im Diesseits bemüht, kann keine Werte vermitteln, die zur Integration einladen.“
wäre „Nur wer sich im Jenseits möglichst suboptimiert, kann Werte vermitteln, welche zur Integration (im Diesseits?) einladen“.
Nebenbei; Faktisch können wir die Wirkung unseren Handelns nur im Diesseits betrachten, denn das Jenseits (soweit man daran glaubt) ist transzendental.

Wolfgang Henning | So, 4. September 2016 - 12:40

Gegen dieses Denken kämpfen die „besorgten Bürger“ momentan in den deutschen und europäischen Ländern. Es sind eben diese Werte, die unsere Kultur ausmachen.

Die Reduzierung unserer Kultur auf fragwürdige Fernsehsendungen und Talk-shows greift zu kurz. Es gibt auch heute noch TV-Filme, die einen hohen kulturellen Wert und schauspielerische Qualitäten bieten. Von den Übrigen wenden sich nicht nur die Einwanderer angewidert ab.
Die Integrationsfähigkeit muss gefordert werden werden von den Menschen, die hier dauerhaft aufgenommen werden wollen. Es fällt schwer, die gelebte Kultur in den islamistisch geprägten Ländern als ein Ideal herauszustellen.
Wir haben den integrationswilligen Einwanderern also sehr viel zu bieten, aber „Parallelgesellschaften“ machen diese Bestrebungen zunichte.

Kat Teker | So, 4. September 2016 - 15:06

konservativen muslimischen Familie groß geworden und konnten dennoch eigenständige Gedanken entwickeln. Sonst hätten Sie niemals schreiben können, Freiheit, Toleranz und Offenheit seien Meta-Werte, die im praktischen Alltag inhaltsleer wären.

Sie würden es stattdessen feiern, dürften Sie endlich jeden Morgen selbst entscheiden, was Sie anziehen, könnten Sie darüber entscheiden, welcher Mensch nachts neben Ihnen liegt und wäre er nicht von Ihrem Vater ausgesucht worden. Sie würden es vielleicht feiern, dass Sie Musik hören dürfen oder dass Sie kritische Fragen denken und äußern dürfen. Sie würden es genießen, dass Sie selbst bestimmen dürfen was Sie essen und trinken möchten. Malen Sie gern, hätten Sie noch mehr Grund zur Freude: Sie dürften Menschen zeichnen. Sie könnten Atheist sein oder einen Mann lieben, ohne um Ihr Leben zu fürchten.

All das dürften Sie hier zum ersten Mal tun! Dank dieser "inhaltslosen" Werte der freien Welt dürften Sie all das jeden Tag Ihres Lebens tun.

der anschaulich macht, was ein grosser Teil der Menschen, die das Privileg haben, immer schon in einem "kulturlosen" Staat westlicher Prägung gelebt zu haben, für so selbstverständlich nehmen, dass sie keinen Gedanken daran verschwenden, dass es auch anders sein könnte und in weiten Teilen der Welt auch anders ist. Verfassungsmässig garantierte Rechte, die nicht bloss auf dem Papier stehen, sondern das Individuum tatsächlich vor staatlichen und andern Übergriffen schützen, die ihm tatsächlich den Zugang zu Bildung ermöglichen, die es in Wechselfällen des Lebens tatsächlich vor dem Absturz ins absolute Elend bewahren, die ihm tatsächlich erlauben, die eigene Meinung ohne Angst vor Verfolgung frei zu äussern, etc. pp. - alles keine kulturellen Errungenschaften, deren Fehlen kaum jemand bemerken würde? Absurd!

Dimitri Gales | So, 4. September 2016 - 20:48

Ist es nicht vielmehr so, dass unterschiedliche Kulturen mit der deutschen Kultur kollidieren? Es gibt nahezu keine Gemeinsamkeiten zwischen der deutschen Kultur und der Kultur der neuen Migranten. Es sind verschiedene Welten. Alles hängt davon ab, ob diese Migranten sich assimilieren oder isolieren; Beobachtungen, auch im europäischen Ausland, sprechen für letzteres, von Ausnahmen abgesehen. Das einfältige Multikulti-Geschwafel hat bisher nichts gebracht, es hat die Probleme nur immer wieder vertagt. Die Migranten müssen spüren, dass für sie nicht automatisch alle Chancen offenstehen, dass diese erarbeitet werden müssen, hart erarbeitet. Das Problem der Deutschen ist einerseits ihre Arglosigkeit, und zum anderen eines gewisse Indifferenz: Menschen, die vom Zusammenleben mit Migranten betroffen sind, sehen die Masseneinwanderung wohl mit anderen Augen als jene, die sich abschotten können.

Karl Kuhn | Mo, 5. September 2016 - 10:52

Ich war kürzlich eher zufällig auf einem Tag der offenen Tür der Freiwilligen Feuerwehr unseres Stadtteils. Dieser fand auf dem Gelände einer Grundschule mit sehr hohem Einwandereranteil statt, und auch der Stadtteil selbst hat einen sehr hohen Anteil an Migranten. Die HartzIV-Quote ist hoch.
Nach einer Weile dachte ich mir, "komisch, kein einziger Migrant findet den Weg hier her!". Ich war ein bisschen verstimmt, denn hier wäre doch die Gelegenheit, typische Deutsche kennenzulernen und ein bisschen was für die Völkerverständigung zu tun. Aber dann habe ich mir das vorhandene Publikum noch mal angesehen: weit überwiegend stark übergewichtige, tätowierte, rauchende, Bier trinkende und Schweinefleisch futternde Leute. Nein, man kann von Moslems nicht erwarten, da hinzugehen und Spaß zu haben ... auch wenn das die Leute sind, die sie im Brandfall aus den Häusern retten. Beide Gruppen sind Unterschicht, aber miteinander kulturell vollkommen inkompatibel ... und das finde ich fatal.

Ruth Teibold-Wagner | Mo, 5. September 2016 - 13:28

Die deutsche Identität wird auf 12 Jahre reduziert. Deutschland hat eine über 1000jährige Geschichte. Alles andere außer den 12 Jahren wird von der herrschenden Ideologie ausgeklammert.

Wie soll sich irgend jemand in eine Kultur "integrieren", die eine ANTI-Identität hat? Die keinerlei Selbstbewusstsein besitzt?

Bevor wir nicht eine grundlegende geistige Wende schaffen, die alle Bereiche der Gesellschaft umfasst, können wir die Sache mit der "Integration" vergessen.

Matthias Noack | Mo, 5. September 2016 - 16:44

ist nicht schlecht aber stark übertrieben. Es gibt hier keine Kultur mehr seit 100 Jahren? Das ist einfach Unsinn. Herr Grau ist doch Kulturjournalist, was macht er den ganzen Tag? Ebenso passiert Kultur heutzutage überwiegend im Internet, bei Youtube etc., und nicht im Fernsehen.

Mia Jakob | Mo, 5. September 2016 - 19:19

Bei dieser Gelegenheit wäre es für uns "MIMIMIs" (Mitbürger mit Migrationshintergrund) sehr hilfreich gewesen vom Verfasser genau zu erfahren, was diese verlorene deutsche Kultur wirklich ist/war.

bruno leutze | Mo, 5. September 2016 - 19:46

Da hat die Kanzlerin Merkel mit ihrer DDR-Kultur aber was getan, nämlich ohne sich zu versichern ob es eine deutsche Kultur gibt, was deren Inhalt ist und wie sie als Bedingug zur Integration beschaffen ist, die Eingliederung ins deutsche Leben anzufordern. Fahrlässig für eine Wissenschaftlerin.
Und Herr Grau kontert mit einem Trick. Die Flüchtlinge mit ihrer fremden Kultur können sich, selbst wenn sie wollten,gar nicht integrieren, weil es keine deutsche Kultur (mehr) gibt bzw. das was ggw. kulturell sein will eine UnKultur ist, also keine. Deshalb kann Integration nicht funktionieren. Wow
Das was dt. Kultur ausmacht bleibt Herr G. schuldig inhaltlich zu definieren, wie auch, weil es nicht funktioniert, weil subjektiv. Und auf manche Vorstellung, worin sie bestehe, kann getrost verzichtet werden, bringt uns schon mit "kulturell" nahen Nachbarn(die westliche Wertegemeinschaft) in Schwierigkeiten, bei so was wie deutsche Pünklichkeit, Ehrlichkeit, Toleranz... oder?!

Robert Müller | Di, 6. September 2016 - 07:14

"Kulturlos" gibt es nicht. Selbst Menschen, die auf einer Müllhalde leben, haben eine Kultur. Beispiel sind hier die christlichen Kopten, die im islamischen Ägypten nur so überleben können. Auch Habenichtse im afrikanischen Dschungel leben irgendwie und haben deshalb Kultur. Der Punkt ist, dass Kultur mit der bürgerlichen Kultur des 19. Jh gleichgesetzt wird, die tatsächlich kaum noch in DE gelebt wird. Es wird oft gesagt, dass wir heute eine "Spaßkultur" haben, auch eine kommerzialisierte Kultur scheint mir als Beschreibung zutreffend zu sein. Womit ich z.B. meine, dass nicht die Ehefrau sich hinstellt und stundenlang ein großes Essen zubereitet, sondern dass man dagegen zu McDonald geht. Wo übrigens gerade jüngere Migranten oft anzutreffen sind. Deren traditionelle Kultur wird oft nur noch in der Familie ausgeübt, weil von den Eltern und Großeltern das so erzwungen wird. Nicht anders als bei uns, wo man nur noch zu Weihnachten in die Kirche geht.

Günter Jäger | Mi, 7. September 2016 - 14:05

Selten liest man in unseren Tagen eine derart treffende und harte Analyse und damit Selbstkritik unserer Gesellschaft. Die jahrzehntelange "Arbeit" "progressiver" Ideologien gegen alles was "reaktinär" erkannt wurde, hat sich gelohnt. Übriggeblieben ist eine Sozialruine ohne Werte, ohne Sitten.Eine Gessellschaft, die noch nicht weiß, dass sie keine kulturelle Identität mehr besitzt - weil sie gar nicht weiß - was das ist!!

Maria Shamaeva | Mi, 7. September 2016 - 15:30

Mich würde interessieren, was der Autor denn unter Kultur versteht, in die man sich integrieren könnte, wenn es die gäbe. Wenn Pluralismus, also Vielfalt an Weltanschauungen, und Toleranz nicht zur Kultur gehört, dann was bitte schön? Vielleicht haben Sie sich noch nie unfrei gefühlt, Herr Grau, wenn Sie individuelle Freiheit nicht zur Kultur zählen? Dann gehen Sie doch mal für ein paar Jahre nach Russland, wo ich herkomme und bis vor kurzem gelebt habe! Wenn Sie noch ein paar abweichende Eigenschaften und Meinungen mitbringen, merken Sie schnell, was Deutschland alles an Kultur anzubieten hat. Wann waren Sie denn zuletzt länger als drei Tage im Nicht-EU-Ausland?
P.S. Solche Sendungen gibt es übrigens inzwischen fast in jedem Land.

Annette Sokolowski | Do, 8. September 2016 - 09:15

Wer war das noch, der vor Jahren den Begriff der "deutschen Leitkultur" geprägt hatte ? War das nicht Friedrich Merz, der daraufhin mit Schimpf und Schande davongejagt wurde ? Oder irre ich mich. In letzter Zeit habe ich diesen Begriff wieder öfter gelesen und gehört. Müssen sich die, die damals mit Schaum vor dem Mund geifernd auf Herrn Merz gestürzt haben, sich jetzt nicht entschuldigen ? Ja, was ist eigentlich deutsche Leitkultur. Darüber müßte es eine öffentliche Diskussion geben.

Thomas Nichterlein | Do, 8. September 2016 - 17:34

Kulturlosigkeit ist ja eben unsere Kultur und DER ist nicht integrierbar, der seine Kultur nicht aufgibt. Oder -schlimmer- sie uns aufnötigen will. Dafür sind wir allerdings anfällig ("Unterwerfung"-geniales Buch!)

Wolfgang Brennenstuhl | Mo, 19. September 2016 - 20:25

Unglaublich. Teil 1
Beim Lesen dieses Artikels können einem nur die Haare zu Berge stehen. Schon der 1. Satz ist eine Farce. In fast jedem anderen Land gibt es mehr Erinnerungstage als in Deutschland. Natürlich sind auch pluralistische Gesellschaften integrationsfähig, dies hat Deutschland - und andere europ. Länder - m.E. bewiesen, es scheitert immer nur am politischen Willen. In diesem Artikel werden Begrifflichkeiten verwendet und gewürfelt, die so nicht zu verwenden sind, geschweige denn Kausalitäten herzustellen: Pluralismus, Meta-Werte, Kultur.
Die deutsche Kultur auf unsägliche Fernsehsendungen und dem abgebildeten Foto zu reduzieren, ist für mich nicht mehr nachvollziehbar. Auch in Rom gab es Brot und Spiele fürs "Volk". Im Ausland erfahre ich immer wieder Bewunderung ob der dtsch. Kultur u. dessen, was Deutschland ist bzw. geschafft hat. Aber immer verbunden mit der Frage, weshalb wir Deutschen so dazu neigen, uns immer wieder selbst zu geißeln und zu verleugnen.

Wolfgang Brennenstuhl | Mo, 19. September 2016 - 20:36

Teil 2
Ja, ich bin stolz darauf, ein Deutscher zu sein, auch auf das, was mir unsere Altvorderen an Kultur hinterlassen haben: Goethe, Schiller, Tucholsky, Humboldt, Gauß, Leibniz, etc.,etc., Literatur, Musik, Malerei , Recht, Wissenschaft, Handwerk, Architektur etc. Unsere Kultur ist nicht verloren gegangen, das ist mehr als ein Schlag ins Gesicht für viele Menschen i.d. Land, die ihr Brauchtum pflegen. In kaum einem anderen Land wird so viel Brauchtum,Bräuche, Kultur gepflegt wie in Deutschland, darum beneiden uns viele Länder. Quelle: Unesco: Liste des immateriellen Kulturerbes. Die Kulturen, auf die sich Herr Grau bezieht, sind z.T. archaische Kulturen, wir hatten immerhin u.a. Aufklärung u. Humanismus. Jedes Volk braucht seine ihm eigene Kultur, um den eigenen Standpunkt zu definieren. Fehlt die Besinnung auf die eigene Kultur oder wird ihm abgesprochen, passiert genau das, was im Moment passiert, der Rückzug in die“ rechte Ecke“.

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