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Galgenhumor im Lockdown, Februar 2021. Foto: picture alliance/dpa | Frank Rumpenhorst

Bundestagsdebatte um Infektionsschutzgesetz - Ohne Kultur

Man konnte es der Debatte nicht entnehmen: Es ging im Bundestag beim Infektionsschutzgesetz heute eigentlich auch um die Kultur. Beziehungsweise um ihre fortgesetzte Aussetzung. Keine Perspektive, nirgends.

Autoreninfo

Jens Nordalm leitet die Ressorts Salon und Literaturen bei Cicero.

So erreichen Sie Jens Nordalm:

Janika Gelinek ist alles andere als eine Querulantin. Auch keine „Querdenkerin“. Sie ist eine leidenschaftliche Frau der Literatur. Sie leitet gemeinsam mit Sonja Longolius seit 2018 das Literaturhaus Berlin in der Fasanenstraße. Ein Haus, das sie seither zu einem leuchtenden Zentrum des literarischen Lebens in Berlin gemacht hat. Mit einem verlässlich reizvollen Programm, das ästhetischen Anspruch mit gesellschaftlicher Relevanz verknüpft – und, ja, das auch einfach die Lust aufs plaudernde Zusammensein in den wunderbaren Räumen dieses Ortes in der Fasanenstraße auf das Schönste bedient. Oder muss man sagen: Bediente?

Jetzt platzte Janika Gelinek jedenfalls der Kragen. Sie hatten viel gearbeitet im Literaturhaus, um nun im Frühling ein Programm draußen im Garten bieten zu können. Unter dem Motto „Fasten your Gartenstuhl“. Endlich sollte die Zeit des einsamen Streamens vorbei sein. Bühne, Dach, Decken, Regenschirme standen und lagen bereit. Ein Konzept nicht für hunderte, sondern für vielleicht jeweils 40 Menschen. Alle Studien sah das Team auf seiner Seite: Kaum vorhandene Ansteckungsgefahr im Freien bei Einhaltung von Abständen. Selbst drinnen, im Theater oder im Konzertsaal, ist ja, wie man längst weiß, die Ansteckungsgefahr geringer als im Supermarkt oder im öffentlichen Nahverkehr.

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Bernd Muhlack | Mi, 21. April 2021 - 17:25

Ich hasse solche Wortkreationen!
Ich schreibe das oft, weil es mich nervt!
Ist eine Frisörin eine Frisurschaffende?

OHA!
Es wurde eine Bundesnotbremse beschlossen.
Jedoch, wie wird sie gezogen, verwirklicht?
Wer soll das vor Ort umsetzen?
Da es insoweit keine Bundesverwaltung gibt (wie etwa beim BaFöG) bleibt es beim Vollzug wie bisher: die Behörden vor Ort.

Nein, ich bin kein Kino-, Theater- Museums-Besucher; gehe auch nicht zum Sport.
Mir fehlten eher die kumpeligen Weihnachtsmärkte u die Biergärten. Gleichwohl ist mir bewusst, dass dies für sehr viele Mitmenschen ein herber Verlust, Einschnitt ist.

Bei WELT-online heute eine Debatte ob des Charité-Vierteilers "Intensivstationen".
Liebe Leute, ja das ist krass - aber die Realität!
Es gibt auch Dokus von Palliativ-Stationen, Hospizen und Kinder-Krebsstationen!
Jedes Leben zählt gleich!

Ja, ich bleibe dabei: Corona ist mMn die perfekte politische Allzweckwaffe!

"Fasten your Gartenstuhl!"
Alles Gute Frau Gelinek!
& keep on rockin´!

Wenn eine Transfrau Kanzler wird, spricht man diese Person dann mit Frau Bundeskanzlerin oder Herr Bundeskanzler an.
Ich denke da an einen bayrischen Landtagsabgeordneten, der Vater zweier selbstgezeugter Kinder ist und sich nun als Frau fühlt und entsprechend auftritt.

Damals der geniale Prinz Philip zu Dr. Helmut Kohl.

Werter Herr Poth,
diese Aussage ist belastbar überliefert.
Ob jedoch Präsident Erdogan zur Kanzlerin sagt "Ich Sultan, du nur Frau!" bezweifle ich; dass er das denkt ist natürlich klar!

Ich denke schlicht "Kanzler" wäre die richtige Anrede, oder?
Wie beim Tatort Münster: "Professor Dr. Boerne reicht mir als Anrede vollkommen!"

Und scharf gemacht!
Wehret euch den Anfängen - ALLE!

Wenn die Kultur stirbt, werden auch wir Menschen innerlich sterben.

Denn die Kultur in seinen Handlungen & Aussagen, egal wo & in welcher Art & Weise ist untrennbar mit uns Menschen verbunden & ist das größte Unterscheidungsmerkmal zur Gattung Tier & "Geschenk der LIEBE 💘" an uns.

Christa Wallau | Mi, 21. April 2021 - 17:50

Sich mit Künstlern und bei Kunstereignissen zur Schau stellen, um die eigene Bedeutung -vermeintlich- zu erhöhen (z. B. Merkel in Bayreuth!), - das tun fast alle Politiker. In Wirklichkeit haben sie meist nicht das Geringste für die Kunst übrig! Das beweisen sie zur Zeit augenfällig. Sonst hätten sie Möglichkeiten geschaffen, wie Konzerte, Lesungen, Theateraufführungen, Ausstellungen usw. auch unter Corona-Bedingungen relativ gefahrlos stattfinden können.
Einem künstlerisch tätigen Menschen die Möglichkeit nehmen, seine Werke bzw. sein Können
zu zeigen u. damit sein Brot zu verdienen, kommt einem Aushungern bzw. In-die- Verzweiflung-Treiben gleich.
Doch was kümmert's die Teflon-Beschichtete und alle, die ihr seit Jahren nachlaufen, also ähnlich abgebrüht sind wie sie? Niemand wird je erfahren, wie viele Kunstschaffende sich in Folge der radikalen Maßnahmen das Leben genommen haben. Ob Steinmeier auch an eine Gedenkfeier für sie denkt?
Die Angehörigen müßten sie sich verbieten!!

dass Kunstschaffende völlig außerhalb des pandemischen Geschehen stehen, dass die Kunst bzw. deren Vertreter gegen das Virus immun wären.

Hier wird schon wieder so getan, als ob es irgendeine beliebige Wahl gäbe, sich zwischen Pandemiebekämpfung und "Normalität" zu entscheiden.

Viele Menschen müssen mit Einschränkungen leben, für manche Künstler mögen diese existentiell sein.

Aber auch eine mögliche schwere Erkrankung oder gar der Tod haben sehr "existentielle" Auswirkungen, die es zu verhindern gibt. Sonst gibt es keine Kunst mehr.

Wer allerdings behauptet, die Pandemie wäre nur "herbeigetestet", wie die AfD es in einer Resolution tut, dem geht es nicht um den Schutz der Menschen oder die Interessen von Künstlern. Dem geht es nur um Widerstand und die politische Instrumentalisierung einer Tragödie, die die ganze Menschheit betrifft, Künstler eingeschlossen.

Heiner Thiel | Mi, 21. April 2021 - 18:30

...komt solch ein Müll zustande! "Mein" Bundesland (Hessen) ist letzter beim Impfen - wieso eigentlich? In Marburg wird Comiranty, der mRNA Impfstoff von Biontech hergestellt, aber in den Impfzentren kommt er nicht an... Wer hat das zu verantworten? Schlafende Versager! Und jetzt werden die Grundrechte ausgesetzt um dieses Versagen zu kaschieren. Ich bin mal auf die Wahlen im Herbst gespannt - sofern sie nicht der "Notbremse" zum Opfer fallen.
Es ist zum Haare ausraufen!

Jens Böhme | Mi, 21. April 2021 - 23:26

Tja, dass uns der Zoo mit seinen Gattern, Zwingern und Einfriedungen mit eingesperrten Kreaturen als Freizeitziel erhalten bleibt, ist äußerst makaber. Vermutlich als Erziehungsmaßnahme, uns Deutschen hätte es schlimmer treffen können.

Ernst-Günther Konrad | Do, 22. April 2021 - 09:40

Bei der Debatte hatte keine betroffene Klientel eine Lobby. Warum auch? Es ging doch um Gesundheitsschutz und der steht über allem. Wer wenigstens die Hauptredner zum IfSG live hören und sehen konnte, sollte das doch selbst erkannt haben. Es geht um den Machterhalt mittels der Waffe "Virus". Es geht darum das Volk wegzusperren und zu drangsalieren. Da sind doch die Probleme von Künstlern völlig uninteressant. Mal davon abgesehen, wollen das doch ein scheinbar überwiegender Teil der Betroffenen selbst. Da werden Corona Werbespots mitgemacht, in Presse und Fernsehen für AHA-Regeln und Maßnahmen geworben, fast alles gut geheißen, mit sanfter Kritik vielleicht mal an der ein oder anderen Stelle. Diejenigen, die sich offen wehren, werden denunziert, von der eigenen Klientel, und damit abgesondert ins Lager der Querdenker und Covid Leugner. Wo ist der Protest der geschundenen Künstler?

Rob Schuberth | Do, 22. April 2021 - 18:34

Das Kultur - meist - nur das Sahnehäubchen obenauf ist, habe ich vor Jahrzehnten mal gelesen.

Die seinerzeitige Begründung lautete, dass die Menschheit erst dann auch eine Form der Kultur entwickelt wenn ihre Grundbedürfnisse gestillt sind.

Ich fand das irgendwie einleuchtend.

Und auch wenn man seit geraumer Zeit versucht aus dem Sahnehäubchen die Hefe (also eine notwendige u. treibende Zutat) zu erfinden, so halte ich das Sahnehäubchen doch immer noch für zutreffender.

Wobei ich die Idee, die sicher aus dem Kreis der Kulturschaffenden stammt, für legitim, wenn auch unzutreffend halte.

In echten Krisen wird kaum jemand zu seiner Gitarre, oder einem Buch greifen.
Sehrwohl aber Wasser u. a. Lebensmittel bevorraten u. ä. Dinge erledigen.

Kultur ist gut. Sogar bisweilen unterhaltsam, aber bestimmt nicht lebensnotwendig.

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