Alte weiße Männer - Wer sich selbst geißelt, ist nur zu feige, sich gegen fremde Schläge zu wehren

Wollen alte weiße Männer der heutigen politischen Korrektheit genügen, schaffen sie sich am besten selbst ab. Ein Kollege unseres Autors scheint diesem Gebot der Stunde zu folgen. Doch freiwillige Unterwerfung hat oft mehr mit Feigheit als mit tätiger Reue zu tun

Sloterdijk und Safranski
Ist die Zeit für alte weiße Männer wie Peter Sloterdijk und Rüdiger Safranski vorbei? / picture alliance

Autoreninfo

Christoph Ernst lebt als Schriftsteller bei Hamburg. Sein jüngster Roman heißt „Mareks Liste“ (Leda-Verlag). Seine Romane „Im Spiegellabyrinth“ (Hallenberger-Media-Verlag, 2015) und „Dunkle Schatten“ (Pendragon, 2012) kreisen um Antisemitismus. 

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Christoph Ernst

Ich bin ein alter, weißer Mann. Das macht mich obsolet, zum Relikt einer vorgestrigen Epoche. Wenn ich lieb bin und den Parametern politischer Korrektheit folge, sehe ich das selbst ein und schaffe mich freiwillig ab.

Das in etwa war die Nettonachricht eines freundlich lächelnden Schriftstellerkollegen, der knapp ein Dutzend Jahre jünger ist als ich und für eine Reihe bedeutender Tageszeitungen geschrieben hat. Immerhin so erfolgreich, dass er zeitweise stellvertretender Chefredakteur eines der größten Frauenmagazine der Republik war. Kein ungebildeter Mensch, charmant, witzig und schnell.

Neue Stimmen sind gefragt

Den Stimmen alter, weißer Männer lauscht die Welt seit über 500 Jahren, sagte er. Die hätten sich die Welt angeeignet, überall breit gemacht und dem Rest der Spezies ihre Sicht der Dinge aufgezwungen. Es sei an der Zeit, dass endlich andere Stimmen zum Tragen kämen, Stimmen, die die Welt aus ihrer Perspektive erhellten. Was alte, weiße Männer darüber dächten, wüssten wir nun zu Genüge.

Auslöser des Gerontophobie-Disputs war die Lesung eines anderen Kollegen, der sich erdreistet hatte fiktiv in die Haut eines Arabers zu schlüpfen. Es ging um die Frage, ob er sich damit die fremde Kultur in neokolonialer Manier angeeignet und sie durch seinen europäischen Blick entstellt habe. Ich sagte, ein Autor dürfe grundsätzlich alles. Entscheidend sei, wie gut oder schlecht sein Text sei. Er meinte, genau das sei es eben nicht, jedenfalls nicht, sobald es eine kulturelle Hierarchie gäbe. Dann zähle, wer den Text verfasst habe. Alte, weiße Männer könnten sich über alles Mögliche auslassen, aber nicht über fremde Kulturen. Dafür seien sie aus oben genannten Gründen disqualifiziert.

Sind weiße Männer vor 500 Jahren stehen geblieben?

Der fremde Blick aufs Eigene beeinflusst oft die Sicht aufs Eigene, was durchaus die Selbstwahrnehmung korrumpieren kann, aber die meisten Künstler eignen sich laufend Fremdes an. Fast jeder schöpferische Akt verwandelt Fremdes in Eigenes. Deshalb irritierte mich das gezielte Ausschließen alter, weißer Männer. Menschen nehmen die Welt unterschiedlich wahr. Wer schafft die Kategorien, denen sie sich zuordnen oder denen sie zugeordnet werden. Und wer entscheidet darüber, wessen Weltsicht relevant, legitim oder illegitim ist? Eigen- und Fremdwahrnehmung sind bekanntlich zwei Paar Schuhe, oft klaffen sie Lichtjahre auseinander. Alt, weiß und männlich ist eine Falle, der keiner entkommt, der es ist. Nicht mal als Kastrat.

Egal, ob er am Baikalsee, auf den Färöern oder in Whitehorse am Yukon lebt. Ein monolithisches Konzept, das unterstellt, dass alle weißen Männer gleich ticken und geistig auf dem Stand von vor 500 Jahren hängen geblieben sind, während der Rest der Spezies rasante Fortschritte gemacht hat. Meine subjektive, aber immerhin auf fünf Kontinenten gesammelte Erfahrung dagegen ist, dass die Internationale der Schwachköpfe quer durch alle Rassen, Religionen und Geschlechter geht. Wenn irgendetwas global gerecht verteilt ist, so menschliche Dummheit.

Soll man die eigene Kultur verdammen?

Am 3. August 1492 stach Christoph Kolumbus mit der Karacke „Santa Maria“ und den Karavellen „Nina“ und „Pinta“ von Palos de la Frontera aus nach Westen in See. Das markierte den Auftakt der Herrschaft der alten, weißen Männer, die den Rest der Welt plünderten, versklavten und unterjochten. Parallel erblühten Renaissance, Aufklärung und Wissenschaft in Europa. Bezahlt mit dem Gold erschlagener Inkas und dem Blut zu Tode geschundener Sklaven, die in den Minen von Potosi Silber schürfen mussten. Der Reichtum des Westens, sein Glanz, sein Fortschritt und seine Schönheit fußten auf Plünderung, Terror und Mord. Nicht ausschließlich, aber zu einem Gutteil.

Aber ist das ein Grund, dafür nun komplett die eigene Kultur zu verdammen und ihre vielen Errungenschaften für kontaminiert, überflüssig und wertlos zu erklären? 39 Jahre vor Kolumbus' Aufbruch erstürmten die Türken Byzanz. Als erstes rissen sie die 1000 Jahre alte Apostelkirche ab, die zweitgrößte Kirche Konstantinopels, wo die Gebeine der oströmischen Kaiser lagen. An deren Stelle ließ Mehmet II. sich zur Feier seines Sieges einen Triumphbau errichten, die „Eroberer Moschee“.

Auch andere haben eine blutige Vergangenheit

Die vielen türkischen Gotteshäuser, die in Europa den Namen „Fatih-Camii“ tragen, sind nach dieser Moschee benannt. Jede dieser Moscheen feiert den Sieger von 1453, den „Überwinder“ der Christenheit im Orient, der nach 700 Jahren Krieg dem einst so mächtigen Ostrom den Todesstoß versetzte und sich über den Gräbern der Herrscher von Byzanz verewigte.

Über die nächsten 400 Jahre plünderten und besetzten die Türken weite Teile des Ostens Europas. Sie verschleppten von dort in jährlichen Beutezügen Abermillionen junger Menschen, um sie zu versklaven, sie zu Kindersoldaten zu machen oder sie an Harems zu verkaufen. Im Zuge der atlantischen Sklaverei erreichten zehn bis zwölf Millionen Schwarzafrikaner lebend Amerika. Eine ähnliche Zahl Menschen wurde parallel aus dem Osten Europas ins Osmanische Reich gebracht. Einige Quellen schätzen, dass es sogar drei bis vier Mal so viele waren.

Wissen das die, die alles Übel der Welt alten, weißen Männern anlasten? Kommen deshalb heutige Muslime auf die Idee, ihre eigene Kultur für korrupt, blutrünstig und obsolet zu halten?

Neuauflage des Kriegs der Generationen

Nur mal so als Frage. Verbirgt sich hinter der Abscheu für alte, weiße Männer nicht eventuell etwas viel Flacheres? Immerhin paart sie den Neid der Jungen auf die Erfahrung der Alten mit Rassen- und Geschlechterhass, sie ist eine Neuauflage des Kriegs der Generationen und passt hervorragend in die demografische Krise überalterter Gesellschaften, als Anmoderation für eine aktualisierte Variante von „Soylent Green“ (1973), der im Jahr 2022 angesiedelten Dystopie einer durch Überbevölkerung und exzessive Ressourcenausbeutung zerstörten Welt, wo alte Menschen eingeschläfert und zu Nahrung für Artgenossen verarbeitet werden.

Ganz so weit sind wir noch nicht. Aber wir leben in der fortgeschrittenen Postmoderne, die das für alle gültige Prinzip universeller Menschlichkeit durch den narzisstischen Wettstreit heilig gesprochener Subjektivität ersetzt. Interkulturell ausgetragen, versteht sich. Auf wechselnden Schauplätzen. Frei nach Jean-Francois Lyotard, der sowohl Kant als auch Hegel bescheinigte, keine allgemein verbindliche Rationalität zu stiften, weshalb Humanismus, Aufklärung und Idealismus auf falschen Voraussetzungen fußten und das Projekt der Moderne gescheitert sei. Ihre „Narrative“ müssten aufgegeben und durch unterschiedlichste Diskurse ersetzt werden, die nach relativen Regeln Rationalität und Normativität jeweils neu definierten.

Die Crux dabei: Was erkenntnistheoretisch bedenkenswert sein mag, lässt sich nicht eins zu eins auf die interkulturelle Ebene übertragen. Lyotard selbst war sich des Dilemmas bewusst. Darum versuchte er Vernunft und Aufklärung als „pluralistischen Liberalismus“ zu retten, weil er, völlig zu Recht, einen neuerlichen Einbruch des Religiösen ins Politische befürchtete. Doch wer liest heute schon noch seine „Heidnischen Unterweisungen“?

Schreiben zu dürfen, ist ein Privileg

Ich fragte mein Gegenüber, ob er sich auch als alten, weißen Mann sähe? Sicher. Wieso er dann überhaupt noch schreibe? Wenn er das, was er da sage, ernsthaft glaube, müsse er doch sofort damit aufhören und anderen seinen Platz räumen. Theoretisch habe ich Recht, kam es. Man müsse sich halt klar machen, welch Privileg es sei, überhaupt schreiben zu dürfen.

Dem muss ich zustimmen. Nicht bloß als alter, weißer Mann, auch als ehemaliger Analphabet. Eigenverantwortlich zu leben und sich mit Problemen herumzuschlagen, die man sich selbst einbrockt, macht zwar nicht immer Freude, aber es bedeutet Freiheit. Vermutlich sieht das eine Autorin wie Toni Morrison nicht viel anders. Insofern ist es weder spezifisch weiß noch männlich.

Lust an der Selbstgeißelung

Was mich an dem kurzen Gespräch mit meinem Gegenüber nachhaltig irritierte, war seine Lust, aus den Verbrechen der Altvorderen eine Erbsünde zu stricken, die es zur moralischen Pflicht machte, sich öffentlich dafür zu geißeln und alle hellhäutigen Geschlechtsgenossen in Sippenhaft zu nehmen.

Ich würde für mich beanspruchen, anders zu denken als Francisco Pizarro, aber falls ich ohne eigenes Dazutun in besonderer Weise für seine Gräuel zuständig sein sollte, so sind es auch alle Mongolen für die Schädeltürme ihrer Vorfahren und sämtliche Bewohner des ehemaligen Osmanischen Reichs für das Versklaven christlicher Osteuropäer.

Erstreckt sich die historische Kollektivhaftung über Jahrhunderte? Spiegelt sie sich im Universum jedes Individuums? Das besticht mich als zutiefst religiös. Der Vatikan war 1965 davon überzeugt, dass Juden durch ihre Geburt als Erben der Mörder des Heilands zur ewigen Verdammnis verurteilt seien.

Ich war nie katholisch. Solche eine Logik finde ich zutiefst problematisch. Ich glaube an individuelle Mündigkeit. Sofern ein Mensch nicht gezielt an bestimmte Traditionen anknüpft, darf man ihn nicht für die Sünden seiner Altvorderen zur Rechenschaft ziehen. Das gilt auch für Leute wie mich, die alt, weiß und männlich sind.

Willkür und Unterdrückung im Gewand der Toleranz

Der Unterschied zwischen Moderne und Postmoderne ist die Frage: Inhalt oder Form. Für mich zählt der Inhalt. Nicht überall, wo Toleranz und Befreiung draufstehen, sind auch automatisch Toleranz und Befreiung drin. Mitunter sind es Willkür und Unterdrückung.

Als alter, weißer Mann bin ich gleich dreifach geschlagen. Aber wenn ich den Gesslerhut grüße, Reue heuchele und Läuterung verspreche, darf ich weiter mitspielen. Signalisiere ich als alter, weißer Autor die Bereitschaft, mich zu unterwerfen und anderen den Vortritt zu lassen, sammele ich ethische Polypunkte. Selbst wenn die anderen möglicherweise noch schlechter schreiben als ich. Tue ich damit der Menschheit etwas Gutes? Steigere ich die Qualität und den Reichtum literarischer Erfahrung und Wahrhaftigkeit? Nehme ich die angeblich Schwächeren so endlich für voll? Oder beschere ich mir selbst bloß hohle Erhabenheit?

Ich fürchte letzteres. Paternalismus kommt in vielen Verpackungen. Eine der perfidesten ist die politisch korrekte Selbstbeschränkung. Eklatante Ungerechtigkeit lässt sich zwar mitunter nur durch „Affirmative Action“ beseitigen, aber wäre ich als Frau oder ethnische Minderheit unterwegs, beleidigte es mich, auf dem Quotenticket zu reisen. Jede Diskriminierung, auch die positive, ist eine Herablassung.

Kultivierter Selbsthass

Doch vielleicht liegt der Hase auch woanders im Pfeffer. Die Lust in den Augen meines Gegenübers, als er mir das Grauen seiner weißen Männlichkeit schilderte, sprach Bände. Es quälte ihn nicht, sich selbst runter zu machen. Im Gegenteil. Es bereitete ihm sichtlich Vergnügen. Autodestruktion als intellektueller Zeitvertreib ist nichts Neues. Trotzdem hätte er rein theoretisch auch als dankbarer, reflektierter, aber durchaus selbstbewusster Mann der Feder in eine Reihe mit Cervantes, Voltaire oder Nietzsche treten können. Stattdessen erklärte er sie und sich zu Würmern.

Das bestach mich als sehr deutsch. Oder „westlich“. Der invertierte Größenwahn, der das Eigene zum Hort des ultimativen Übels macht und es eifersüchtig als Nabel des Bösen verteidigt. Klar, die Kehrseite der Unfähigkeit zu trauern heißt nun mal kultivierter Selbsthass, und der verzerrt alle Parameter. Aber ich mag grundsätzlich keine Doppelstandards, nicht mal die koketten, scheinbar demütigen, vermeintlich menschenfreundlichen, die demonstrativ zu eigenen Ungunsten sind. Wer sich selbst auspeitscht, ist oft nur zu feige, sich gegen fremde Schläge zu wehren. Mit tätiger Reue hat das nichts tun.

Zwei und zwei sind sieben?

Dekonstruktivismus begeistert alle, die in der Postmoderne das verdiente Ende der europäischen Geschichte sehen. Ich halte es eher für fortgeschrittene Phantasielosigkeit. Wer sich das Ausmaß der Zerstörung, die er anrichtet, gar nicht mehr vorzustellen vermag, den treibt kindliche Neugierde. Die Lust am Kaputtmachen. Darin sieht er Befreiung. Doch wer ahnt, wie sich das Grauen anfühlt, das jenseits der Schwelle liegt, wie es schmeckt und riecht, den packt der Horror.

George Orwell schrieb mal, dass Freiheit dort beginnt, wo man sich darauf einigt, dass zwei und zwei vier sind. Wer alle alten Männer von Bord wirft oder sie über die Planke zu den Haien marschieren lässt, bei dem sind zwei und zwei auch gern mal fünf oder sieben. Je nach Bedarf. Ich habe politisch korrekte Arithmetik lange als infantile Spielerei abgetan, als eine von vielen Facetten eines dekadent, narzisstischen Zeitgeists. Doch hinter dieser Beliebigkeit gähnt nicht nur die Wüste blindwütiger Orientierungslosigkeit, da kreischt die Sehnsucht nach totalitären Strukturen: Am Ende ebnet die heilig gesprochene Subjektivität der maßlos Selbstgerechten nur den Weg in die politisch wohlfeile Unterwerfung. Davor graut mir. Nicht nur als altem, weißen Mann.

Chris Groll | Mi, 22. Mai 2019 - 09:46

Sehr guterArtikel. Der letzte Absatz und vor allen Dingen der letzte Satz: **Am Ende ebnet die heilig gesprochene Subjektivität der maßlos Selbstgerechten nur den Weg in die politisch wohlfeile Unterwerfung. Davor graut mir. Nicht nur als altem, weißen Mann.** Davor graut auch mir als Frau.

gabriele bondzio | Mi, 22. Mai 2019 - 09:54

hat oft mehr mit Feigheit, als mit tätiger Reue zu tun."...genau, hier liegt das Potential, Herr Ernst!
"Fast jeder schöpferische Akt verwandelt Fremdes in Eigenes."...da denke ich an Novalis, der dazu bemerkte:"„Sogar der Raum einer Nussschale kann uns wichtig werden, wenn wir selbst Fülle des Daseins mitbringen.“
Solche, die mit dem Strom schwimmen( politisch korrekte Selbstbeschränkung üben) bzw. Schwarm-Instinkten folgen. Werden es ohne Zweifel leichter im Leben haben. Inspiration, das Freisetzen schöpferische Kräfte ist in diesem Fall eher unwahrscheinlich. Weil ich anderen Meinungen hinterherlaufe.
Denke da auch an Schlick/"Schick die Affen spielen“...„Du kannst das nicht! Du bist nicht gut genug! Du darfst das nicht!“ Verbannt man alle diese Affen, aus dem Kopf, ist das der erste Schritt, eigne Potenziale zu entdecken. Und das hat wenig mit Hautfarbe und Alter zu tun.
Die ganze Chose " alter, weißer Mann" ist sehr zweckdienlich um die Gedankenfreiheit abzuwürgen.

dass es auch und gerade alte weiße Männer geben könnte, die die von Ihnen als gefährdet eingestufte Gedankenfreiheit abschaffen wollen? Im Übrigen ist diese plakative Auseinandersetzung mit der Zuhilfenahme von Schlagwörtern als politische Kampfmittel völlig absurd. Sie finden alte weisse Männer auch bei Grünen und Linken, so wie sie (wenn auch wenige) junge Menschen in den Reihen der AfD finden. Gleiches gilt übrigens auch für andere "Phrasen" oder Schlagworte. Herr Dr. Kissler hat ja ein entsprechendes Buch geschrieben, dass leider überwiegend eine konservative Sichtweise verrät. Das gilt auch für viele andere Bereiche: Genderdiskussion kann durchaus auch mal auf tatsächliche, geschlechtsspezifische Benachteiligung hinweisen. Wer andere als "Gutmenschen" diffamiert, möchte ja selbst im Grunde der Gute (für das Volk Handelnde) sein und schätzt sich als auf der richtigen Seite stehend ein. Wichtiger ist es, sich mit Inhalten auseinanderzusetzen. Wer das nicht kann, setzt auf Phrasen.

"Wer das nicht kann, setzt auf Phrasen."...war sehr erheiternd aus ihrem Munde.
Ich habe meinen Kommentar eigentlich nicht als politisches Kampfmittel, sondern eher geistige Untermalung des Themas gedacht.
Und mich daraus sehr wohl mit dem Inhalt auseinander gesetzt.
Zum Thema "alter weiser Mann", vielleicht einfach noch mal den Artikel "Sind junge Frauen die besseren alten Männer? "(Cicero 22. März 2019 ) lesen."
Dieses ganze Emanzipationgehabe mit dem die Erfinderinnen ihre Opferolle (wenn sie denn persönl. eine haben) auf imaginäre Bevölkerungsschichten übertragen . Führt bei mir (ich bin eine Frau, Herr Lenz) zu der Erkenntnis geistigen Dünnsch....

..das wissen Sie doch, auch anderswo, z.B. politisch am rechten Rand.
Davon abgesehen können Sie Tatsachen - und dass Frauen noch immer oft genug benachteiligt werden ist eine solche, die durch viele Fakten unterstützt wird - nicht mit einem lässig-wurstigen Begriff wie "Emanzipationsgehabe" aus der Welt schaffen.

Wenn Ihnen das zu weit geht - bitteschön, Ihre Sache. In diesem unseren Land können Sie beides: sich brav der "evolutionären Dominanz des männlichen Geschlechts unterordnen", oder, links-grün indoktriniert vermute ich, für gleiche Rechte streiten - auch wenn dann tatsächlich ein paar alte Männer rumstänkern.

Tatsachen - ... eine solche, die durch viele Fakten unterstützt wird -
Das ist schön, daß Sie Tatsachen durch Fakten belegen und unterstützen können.
In der DDR hieß es:
'Die BASIS ist die GRUNDLAGE des FUNDAMENT's'

'die plakative Auseinandersetzung mit der Zuhilfenahme von Schlagwörtern als politische Kampfmittel ist völlig absurd.'
Da sind wir mal absolut einer Meinung.
Ich wünsche mir, daß Sie Ihre eigenen Beiträge zukünftig an dieser Erkenntnis ausrichten.

Ellen wolff | Mi, 22. Mai 2019 - 10:03

Ich kann mich einfach nur für diesen hervorragenden Artikel bedanken, dem ist nichts hinzu zu fügen:)

Jürgen Keil | Mi, 22. Mai 2019 - 10:10

Dieses ganze überhobene, moralisierende, hassgetränkte Geschwätz, welches man zuweilen über alte weiße Männer ergießt, finde ich einfach nur lächerlich. Die, die das von sich geben, diese Eiferer der Hypermoral, kann ich einfach nicht ernst nehmen. Kriege, Morde oder Gräueltaten, die in der Vergangenheit von Weißen, Mongolen, Osmanen oder wem auch immer begangen wurden, betrachte ich im historischen Kontext. Aus Sicht der damals Lebenden waren dies natürlich Schrecklichkeiten, aber wohl keine "Verbrechen", als welche sie heute bewertet würden. Es gab noch keinen "Europäischen Gerichtshof"! Krieg, Gewalt, Plünderung und Versklavung waren üblich praktizierte Machterhaltungs- und erweiterungsmittel. Der Mensch hat bis heute dieses "tierisches Erbgut" noch nicht überwunden. Ich bin auf solche Taten meiner Vorfahren nicht stolz, aber ich fühle mich auch nicht schuldig!

Christa Wallau | Mi, 22. Mai 2019 - 10:35

Nicht nur als alter weißer Frau.
Ich kann daher diesen Überlegungen von Christoph Ernst nicht nur gut folgen, sondern schließe mich ihnen vorbehaltlos an.
Die Gefahr, die er voraussieht, wenn der postmoderne Dekonstruktivismus sich weiter durchsetzt, scheint auch mir als reale Bedrohung am Horizont der Zukunft auf: eine
"Blindwütige Orientierungslosigkeit", welche die
allermeisten Menschen überfordert. Die
"maßlos Selbstgerechten", die sich herausnehmen, alte weiße Männer nicht nur zu entmachten, sondern sogar zu entehren, werden im Endeffekt einen Schrei nach Ordnung und Autorität auslösen, der zu totalitären Strukturen führt.

Die Freiheit, unwidersprochen behaupten zu dürfen, daß zwei und zwei fünf oder auch mal sieben sind, ist keine Freiheit mehr, sondern
Schwachsinn. Und zu dieser Erkenntnis sollten alte weiße Männer ebenso wie alte weiße Frauen stehen, so lange man ihnen nicht den Mund
zuklebt. Es gibt keinen einzigen vernünftigen Grund dafür, etwas anderes zu tun.

Hanfried Mayer | Mi, 22. Mai 2019 - 10:59

Das wir uns Jahrzehnte lang um das Wohlergehen unseren Angehörigen bemüht haben und insgesamt mit beachtlichem Erfolg.

Warum soll ich dafür Abbitte tun? Weil andere die hart erarbeiteten Errungenschaften verschleudern und uns erzählen: "Das war ohnehin nichts! ".

Wenn alles weg ist: Wohlstand, innere Sicherheit und gesellschaftlicher Frieden, wird man den Wert erkennen.

Klaus Dittrich | Mi, 22. Mai 2019 - 11:10

„ . . . jedenfalls nicht, sobald es eine kulturelle Hierarchie gäbe. Dann zähle, wer den Text verfasst habe. Alte, weiße Männer könnten sich über alles Mögliche auslassen, aber nicht über fremde Kulturen.
Ich werde dennoch meine Bände der „Lederstrumpf“-Serie u. a. Indianerbücher nicht enstsorgen.
„ . . . dass die Internationale der Schwachköpfe quer durch alle Rassen, Religionen und Geschlechter geht. Wenn irgendetwas global gerecht verteilt ist, so menschliche Dummheit.“
Völlig richtig – nur, dass diese Schwachkopf-Internationale die ideologische und zunehmend die Macht ergriffen hat.
„Über die nächsten 400 Jahre plünderten und besetzten die Türken weite Teile des Ostens Europas.“
Und welche „Gegenleistungen“ a la Renaissance haben sie der Menschheit erbracht?

Fazit: Toller Artikel. Frage bleibt aber, wie dieser geistigen Dekadenz zu begegnen ist.

Markus Michaelis | Mi, 22. Mai 2019 - 11:16

Eine Frage, die sich mir auch stellt ist, wie eine Gesamtbewertung der Welt von heute aussähe, wenn man nach den Wurzeln fragt. Es will ja heute kein Indio/Indigener in Amerika zum Sklaven- und Gesellschaftssystem der Azteken oder Inkas zurück. Auch Indien wollte nicht zu dem System vor dem Eintreffen der Europäer zurück. Niemand will auf die medizinischen und Facebook-Vorteile einer durch die Renaissance und Aufklärung (vielleicht auch anderes, jedenfalls von europäischen (meist jungen) Männern) getriebenen Technisierung der Welt verzichten.

Das alles rechtfertigt keine Gräueltaten, scheint aber ein komplexeres Bild von dem zu geben, was man erhalten und was man verdammen will.

Vielleicht mit der Chance in einer nächsten Runde nicht einfach die eine zu billig dominierende Schicht durch die nächste abzulösen. Zumindest geschichtlich haben zu ausufernde Erzählungen über die Gräueltaten anderer oft als Basis zur Rechtfertigung eigener Dominanzstellungen hergehalten.

Heidemarie Heim | Mi, 22. Mai 2019 - 11:18

Tja, die feminine Variante kam von Zsa Zsa G., die sich mutig unter jedes Skalpell begab im Kampf gegen das gerontologische Abstellgleis: "Alt werden ist nichts für Feiglinge!"
Und das mit den angeblich mehr zählenden "inneren Werten" , diese trostbesetzte Notlüge hat leider schon in der Jugendzeit nicht funktioniert. Als Frau kann ich mich zugegebenermaßen nicht einer gewissen Schadenfreude enthalten. Denn die Männer scheinen da aufgeholt zu haben. War man doch als Frau klimakterisch abgeschrieben aber der Mann reif, interessant, im besten Alter und mächtig. Nun trifft der Befreiungsschlag der Jugend in Form von geronto-Diskriminierung halt die darin "ungeübte" Spezies "Old White Man".
Wobei , bei Winnetou wäre dies eine ehrenhafte Charakterisierung! Also ab in den Wigwam!
Was die Umsetzung des aktuell politisch Korrekten angeht, stelle ich persönlich als "alte weiß(s)e Frau" die Ohren auf gerontologischen Durchzug und genieße die sich ergebenden Freiheiten des Alters!;-) MfG

Gut und satirisch dargestellt Frau Heim, da stimmt Ihnen der weibliche Anteil meiner männlichen Verfasstheit zu.

... und dabei ist die Frage, ob dergleichen in Köpfen früher einsetzt als dies im körperlichen Innen- und Außenverhältnis fühl-sichtbar wird, noch nicht mal gestellt...:)

Johannes Rausch | Mi, 22. Mai 2019 - 11:27

Wer alte weiße Männer sch... findet, sollte auch keine Dinge nutzen, die von solch "schuldigen" Menschen erfunden wurden. Also: keinen Computer nutzen, nie mehr Strom verbrauchen, nie mehr mit einem Flugzeug fliegen, nie mehr Auto fahren, die Evolutionstheorie, die Relativitätstheorie sowie die Quantenmechanik ablehnen. Meine Aufzählung ist sicherlich nicht vollständig. Was für ein tolles, politisch voll korrektes Leben wäre das doch. ODER?

Markus Michaelis | Mi, 22. Mai 2019 - 11:33

III - man sollte auch bedenken, dass (die heutige) Demokratie ein Geschöpf im Wesentlichen weißer europäischer (oft jüngerer) Männer ist. Auch ist Demokratie zuerst, am meisten und tiefsten in Europa und von Europa aus geprägten Ländern vorhanden. Auch hat Demokratie die letzten 20 Jahre nicht den weltweiten Siegeszug angetreten, den man sich vielleicht nach dem Weltkrieg oder nach 1990 erhofft hatte.

Ist es da nicht auch eine kulturelle europäische Überheblichkeit alter weißer Männer andere Länder auf ihren Demokratiestand hin nach letztlich europäischen Maßstäben zu bewerten?

Und ist es vielleicht noch schlimmer, wenn man sagt, das wären ja keine europäischen sondern universelle Maßstäbe? Man will also nicht nur sein Modell durchsetzen sondern dieses auch als das einzig denkmögliche erklären. Geht mehr Dominanz?

Und ist das heute noch eine Anmaßung oder mit der Schwäche Europas mehr eine Lächerlichkeit?

Mir scheinen das alles schwierige Fragen, die aber interessant sind.

Wolfgang Schneider | Mi, 22. Mai 2019 - 11:58

Irgendwie kommt mir das bekannt vor. Damals war die Devise: Trau' keinem über 30! Ziemlich schnell stellte sich dann doch die Überlegung ein, dass man selbst bald zu den 30+ gehören würde. Vielleicht setzt sich ja auch die Erkenntnis durch, dass man selbst bald zu den "alten, weißen Männern" gehören wird, bzw. will. Übrigens, gibt es eigentlich keine alten, weißen Frauen?

Tomas Poth | Mi, 22. Mai 2019 - 12:09

Die Selbstbehauptung, sich gegen Übergriffigkeiten anderer zu wehren, wird denen erschwert die gedrängt werden auch die andere Backe noch hin zu halten und auf eine höhere Gerechtigkeit im Irgendwann zu hoffen.
Der "alte weiße Mann" soll abdanken und jetzt andere an seine Stelle treten lassen, die sind jetzt mal dran? Wer sich aufgibt ist verloren!
Sippenhaft/Kollektivhaftung, steckt da nicht auch faschistisches Gedankengut drin?

Kurt Walther | Mi, 22. Mai 2019 - 12:38

"Wollen alte weiße Männer der heutigen politischen Korrektheit genügen, schaffen sie sich am besten selbst ab." Ein guter Satz von C. Ernst. Ich werde aber der herrschenden "politischen Korrektheit" nicht genügen, deshalb bin und bleibe ich - jedenfalls solange es die Biologie erlaubt. Es ist richtig und gut, ab und an historische Fakten zu nennen und dass nicht nur Dummheit über Kontinente, Rassen und Religionen hinweg gleich verteilt sind, sondern auch Untaten und Verbrechen. In der DDR-Schule lernte ich: Die Geschichte ist eine Geschichte von Klassenkämpfen. Gewiss, das auch, aber nicht nur das. Es gab und gibt auch Religions- und Glaubens-, Stammes- und Clan-Kämpfe. Letzteres gewinnt dank der katastrophalen Flüchtlingspolitik auch in DE wieder beachtlichen Raum. An die innerislamischen Auseinandersetzungen mag ich erst gar nicht denken. Hier scheint noch eine Art 30-jähriger Krieg zwischen Sunniten und Dschiiten anzustehen. Dann auch Schuld der alten weißen Männer?

Dorothee Sehrt-Irrek | Mi, 22. Mai 2019 - 13:21

das Christentum entsorgen, dass es auf Feigheit beruhe, auf Schläge nicht nur nicht zu antworten, sondern die andere Wange hinzuhalten?
Damit wird übrigens evtl. gerne das Christentum vorgeführt, derart, das kann man doch nicht ernstnehmen oder, wenn es noch mehr weh tun soll analog zu den Rufen `Wenn Du Gottes Sohn bist, dann steig doch herunter vom Kreuz´.
Ich weiss nicht durch welches Erleben, aber Christus war so voll der Liebe, so sehr bittend um der Menschen Willen, dass er nicht anders predigen konnte, dann nur diesen Tod erleiden konnte.
Seine unmittelbare Umgebung könnte ihm genug Anlass geboten haben, so und so, predigend und bittend, aber ich bin zu sehr mit der Musik von Bach groß geworden "Lasst ihn. Haltet, bindet nicht", als dass ich nicht immer wieder versuchen würde zu rufen.
Wie kann Liebe eher den Tod erdulden als weiter lieben zu können?
Sie wird so groß, dass Hingabe an den/die/das Andere nichts mehr kennt als diese Bewegung zu?
Aber Liebe kann antworten

sind für mich zwei Paar Schuhe.
Die Anhänger „Läuterungsagenda“ halten sich selbst für links und aufgeklärt, doch ihre Bußri­tuale be­dienen sich zutiefst christ­licher Reflexe. Sie erinnern nicht bloß an die Schau­prozesse der Stalin-Ära, wo angebliche Ab­weichler sich nach monatelanger Hirnwä­sche vor Ge­richt absur­dester Verbrechen bezichtigten, sondern auch an die ekstatisch vorgetrage­nen Sün­denbekenntnisse fundamentalistischer Wie­dertäufer, die einander in Selbst­anklagen über­bieten, um sich als nichtswürdige Kreaturen zu verdammen, und wenn der Berliner Erzbischof Heiner Koch einer Mahnerin vor der menschengemachten Apo­kalypse wie Greta Thunberg bescheinigt, für eine „prophetische Botschaft“ zu ste­hen, so spiegelt das den kulturell tief verwurzelten Hang sich zu geißeln und aus den Schuldgefühlen über die Erbsünde den höchst weltlichen Lustgewinn moralischer Er­bauung zu ziehen. DAS wollte ich andeuten.
Mit Liebe oder Spiritualität hat das wenig zu tun.

Mein Gott, Mein Gott, warum hast Du mich verlassen.
Ich gehöre zu der nicht kleinen Gruppe von Menschen, die sich mit Händen und Füßen dagegen sträuben anzugreifen und sich selbst im Prinzip nicht gegen Schläge wehren wollen, weil ich jedenfalls spüre, dass es mich überhaupt schon in die Richtung zieht dessen, das mich angreift, bis...
Dennoch keine überlebenstüchtige innere Haltung.
Also begann ich mir spätestens ab dem Zeitpunkt, als es mich m.E. betraf, zu überlegen, was das sogenannte "Böse" sei, eigentlich seit ich die Schmerzen "meines Vaters" - hier synonym für Deutschland genannt - spürte.
Ein Ergebnis wäre, dass ich Verteidigung verstehe, aber positiv leben möchte, konstruktiv.
Z.B., werde ich durch Männer angegriffen, überlege ich auch strukturelle Probleme, werde ich von Frauen angegriffen, mache ich Frauen erst recht stark.
Denn "nichts ist so hässlich als die Rache" etc...
Schönheit, auch innere preise ich also, wo/bei wem immer ich kann/es sehe.
Es soll heilen

Werte Dame, die Liebe ist die stärkste Kraft die wir Menschen haben und auch die schönste.
Wie aber in einer Bedrängnis handeln, nach dem zweiten oder dritten Schlag, sofern man den letzten überhaupt noch lebend übersteht.
Sollen wir aus Liebe dem Hass, der üblen Tat Raum geben den eigenen Tod dafür hinnehmen? Die Trauer der Angehörigen?
Selbstbehauptung und Gegenwehr sind von dieser Welt.
Die Bibel ist eine Ansammlung alter Schriften, die fünf Bücher der Thora und das neue Testament mit seinen Evangelien. Ein Versuch den Menschen Orientierung und Halt zu geben.

Wolfgang Tröbner | Mi, 22. Mai 2019 - 14:03

Man kann sich beim Autor nicht genug bedanken für diesen wunderbaren Artikel. Für dieses Plädoyer für den weißen Mann, der die Grundlagen unserer westlichen Kultur geschaffen hat, von der letzten Endes auch die gesamte Menschheit profitiert. Und der weiße Mann hat eben nicht die Sklaverei erfunden, wie von den Menschen behauptet, die unsere westliche Kultur abschaffen wollen. Ich als alter weißer Mann bin jedenfalls stolz auf all das, was geschaffen wurde.

gerhard hellriegel | Mi, 22. Mai 2019 - 14:20

Ich glaube nicht, dass man die genese von herrschaft mit all ihren auswirkungen (über- und unterlegenheit, gewaltandrohung und -angst, privilegien und ausbeutung) in 1000 zeichen darstellen kann. Wer aber glaubt, das sei ein alleinstellungsmerkmal "alter weißer männer", der ist auf dem holzweg. Wir finden alle merkmale von herrschaft schon bei der schimpansenhorde oder auch zwischen solchen. - "Da waren die edlen wilden, lebten friedlich und frei, und dann kamen die bösen alten weißen männer, plünderten sie aus und versklavten sie." Ein märchen. Soso, so war das also in nord- und südamerika vor kolumbus? Oder in afrika? Diese geschichte ist doppelt falsch, denn dieses paradies gab es nie und außerdem waren es junge weiße männer, keine alten. Nun, ich bin jahrgang 1946 und frage mich, welche privilegien ich denn nun wirklich genossen habe. Das mag für einige schon gelten, aber auch für alle? Ich schildere Ihnen gerne die damalige situation in stuttgart - ach, wie ich die genossen habe.

Wolf-Dieter Hohe | Mi, 22. Mai 2019 - 15:08

... aus Mangel an Waffen
Meine* Gedanken mit sehr guten Worte gefasst.
Hab ich ausgedruckt
Merci Monsieur

Ernst-Günther Konrad | Mi, 22. Mai 2019 - 16:30

Ich wollte erst einen eigenen Text verfassen. Meine Vorkommentatoren haben es mir erspart. All das was sie sagen stimmt einfach nur. Ein alter weißer Mann aus dem Wigam im auch schönen Hessenland grüsst alle anderen weißen Männer und Frauen im Forum. Laßt Euch nicht unterkriegen. Die Macht des Alters ist mit uns.

Manfred Bühring | Mi, 22. Mai 2019 - 17:17

In reply to by Ernst-Günther Konrad

Eine Pflichtlektüre für all' die guten jungen farbigen Männer, Frauen und Diverse, denen anscheinend entgeht, dass sie dabei sind, den wunderbaren und für unser Rechtssystem mit konstitutiven Art. 5 GG zur Meinungs- und Pressefreiheit in McCarthyer Art zu demontieren. Für die jungen Leser, einfach mal McCarthy googeln; wir alten weissen Männer wissen, worum es geht.
Bei der Entwicklung kann einem schon Angst und Bange werden; die Meinungsdiktatur im Namen einer vermeintlich guten Sache, nämlich nichts weniger, als der Rettung der Welt vor CO2, Diesel und Milliarden Pappbechern des coolen Coffee to go, der Milliarden Handys mit den coolen Dauerselfies und natürlich vor den Nazis.

Dennis Staudmann | Mi, 22. Mai 2019 - 16:40

eine solche Gewalt niemals im Westen erleben werden, erkenne ich viele Parallelen zur sogenannten Kulturrevolution in China. Eine ideologisch indoktrinierte Jugend wurde durch einen "Führer" aufgestachelt, gegen ihre Eltern, Lehrer und vor allem gegen jeden Intellektuellen vorzugehen. Man sagte, diese Menschen seien Vertreter der alten Welt. die vom wahren Weg abgekommen seien und man müsse sich dieser entledigen, um eine neue, gerechte Gesellschaft zu erschaffen. Das Ergebnis war, dass Millionen Menschen umgebracht oder eingesperrt wurden und das alles nur, um einem Diktator zur absoluten Macht zu verhelfen, die er zwischenzeitlich verloren hatte. Dem Land hat es in jeder Hinsicht nur geschadet. Wo wäre die Welt heute, wenn es den weissen alten Mann (Frau) nicht gegeben hätte? Wer hat in diesem Land den Wohlstand geschaffen? Was würde wohl passieren, wenn all die, die heute auf den "weissen alten Mann" mit dem Finger zeigen, morgen regieren würden. Man kann es sich vorstellen.

Bernd Muhlack | Mi, 22. Mai 2019 - 17:20

Es gibt diesen Uraltwitz: ein Trapper hackt vor seiner Hütte Holz. Ein Indianer reitet vorbei, hält an u sagt: "Winter wird kalt, sehr kalt. An den nächsten Tagen passiert dasselbe. Am siebten Tag fragt der Trapper. "Ey Häuptling, woher weißt du, dass der Winter sehr, sehr kalt werden wird?" - "Weißer Mann hackt viel Holz!" u er reitet lächelnd davon.
Ja, diese alten weißen Männer eben. Im Herbst werde ich doppelt so alt wie meine Tochter, ein einmaliges Ereignis, nicht wahr? Als der alternde Vattern noch jünger war, gab es ebenfalls weiße, alte Männer, es gab sie eigentlich schon immer u sie sind irgendwie unausrottbar, quasi Gott gegeben.
Jupp Derwall war einmal unser Bundestrainer, Häuptling Silberlocke; ebenso Rudi "Tante Käthe" Völler und natürlich Franz der Kaiser: "die drei Silberlinge!"
Lieber ein Weißer/Kahler denn ein getönter, forever-young-Berlusconi oder Gas-Schröder!

Ich hatte in der Oberstufe einen absolut genialen Deutschlehrer: ein alter, weißer und weiser Mann!

Christoph Kuhlmann | Mi, 22. Mai 2019 - 19:25

Das ist der Punkt. Deswegen fordern sie ja Quoten, weil ein objektiver Wissensvergleich ebenfalls zu einer Dominanz alter Männer auf den relevanten Gebieten führt.

Maria Fischer | Mi, 22. Mai 2019 - 20:20

Ich verstehe die Argumentationskette nicht!
„Das markierte den Auftakt der Herrschaft der alten, weißen Männer, die den Rest der Welt plünderten, versklavten und unterjochten.“

Christoph Kolumbus war 41 Jahre als er 1492 in See stach.
Ferdinand V war 40 Jahre und seine Frau Isabella 41 Jahre alt.
Vasco da Gama war ca.33 Jahre alt als er den Seeweg nach Indien entdeckte.
Elisabeth I war 25 Jahre alt als sie 1552 gekrönt wurde.........................etc. etc.

Ernst-Günther Konrad | Do, 23. Mai 2019 - 06:25

Ich wollte erst nichts weiteres schreiben. Dann las ich die weiteren Kommentare und möchte noch einen Aspekt aus meiner Sicht hinzufügen. Die sog. Revolte der 1968er, ja sie brachte manchen zum umdenken und zwang den ein- oder anderen dazu, sich den Veränderungen der Zeit anzupassen. Auch heute ist das so. Die links-grüne Ideologie, sie zwingt nicht nur uns alte, auch die Jungen müssen sich Gedanken machen. Wie tiefgründig sie das tun, ja das entscheiden sie selber. Ein sehr schlagendes und zum Nachdenken anregendes Argument bei meinen "Jungen" ist immer der Hinweis, dass auch sie "alt" werden, selbst Kinder haben und ihr Denken begründen und verteidigen müssen. Sie haben das längst verstanden und fragen auch heute noch, auch wenn sie nicht alles 1 zu 1 übernehmen. Ohne viele Worte erkennen meine Frau und ich oft, dass sie vieles ähnlich oder gleich machen, obwohl erst skeptisch. Erfahrungswissen der "Alten" , es wird gebraucht, gerade das fehlt einem Teil der jetzigen Generation.

Maria Fischer | Do, 23. Mai 2019 - 07:43

der „ Mark Zuckerbergs“ ( 35 Jahre) & Co !
Täglich werden Milliarden von persönlichen Daten gespeichert, preisgegeben und weitergeleitet.
Globale Eroberung per Klicks!
Facebook, Twitter, Instagram, Google, Cookies usw.
An diesen Schaltstellen sitzen relativ junge Menschen die entscheiden welche Themen, je nach Interesse oder Auftraggeber, wir uns widmen sollen.
U.a. ***** , alte weiße Männer, MeToo usw.
Ihre Intensionen sind keine anderen als die der Machthaber der vergangenen Jahrtausende.
Politische Macht, Geld, Gold, Diamanten, Rohstoffe, Öl, Wasser.
Verfolgen Sie die Wege, China, Indien, Russland, Silicon Valley, Arabische Staaten, Afrika.

Romuald Veselic | Do, 23. Mai 2019 - 15:22

Wenn irgendetwas global gerecht verteilt ist, so menschliche Dummheit. Wer sich selbst auspeitscht, ist oft nur zu feige, sich gegen fremde Schläge zu wehren. Mit tätiger Reue hat das nichts tun.
Fast alle naturwissenschaftliche Nobelpreisträger, waren alte, weiße Männer. Alfred Nobel auch. Er hat das Dynamit erfunden.
Für mich sind die dümmsten Männer, die Aberglaube zur Problemlösung erklären, die Bärte tragen und sie sich rötlich färben.

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