Pressekonferenzen zu neuen Corona-Beschlüssen - Merkel fahrig, Söder riskant, Laschet im Aus

Eine fahrige Kanzlerin, ein machtbewusster Söder, Armin Laschet in der Defensive: Der gemeinsame Beschluss von Bund und Ländern sorgt für Eigenlob, Einsicht und Vernunft und ist doch nur ein Zwischenschritt. Die Coronakrise erschüttert die Politik – mit dramatischen Folgen.

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Söder, Merkel, Tschentscher: Die Grenzen der Kompetenz / dpa

Autoreninfo

Alexander Kissler ist Redakteur im Berliner Büro der NZZ. Zuvor war er Ressortleiter Salon beim Magazin Cicero. Er verfasste zahlreiche Sachbücher, u.a. „Dummgeglotzt. Wie das Fernsehen uns verblödet“, „Keine Toleranz den Intoleranten. Warum der Westen seine Werte verteidigen muss“ und „Widerworte. Warum mit Phrasen Schluss sein muss“.

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Alexander Kissler

Die Lage ist verwirrend, war verwirrend, bleibt verwirrend. Die Coronakrise, in die Deutschlands Regierungen stolperten, ohne vorbereitet gewesen zu sein, wirft prinzipielle Fragen nach dem Wesen des Politischen auf: Kann Politik der Wissenschaft folgen, wenn die Stimme der Wissenschaft ein vielstimmiger Chor ist? Darf sie es? In welchem konkreten Verhältnis stehen die Freiheitsrechte der Bürger und die Schutzpflicht des Staates für seine Bürger? Ab welchem Punkt überwiegen die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Nebenfolgen die Vorteile eines funktionierenden Gesundheitssystems? Darauf gab es heute keine Antwort. Wohl aber wissen wir nach der gemeinsamen Konferenz von Bund und Ländern: Das Corona-Jahr ordnet die politischen Verhältnisse ganz neu.

Als wäre der föderale Flickenteppich in Deutschland nicht herausfordernd genug, zeigt sich in der Krise Europa als Ansammlung heterogener Interessensgemeinschaften. Man sagt gerne, eine Krise, die alle betreffe, könnten nur alle gemeinsam lösen. Das stimmt theoretisch. In der Praxis ist jede Regierung ihrem Souverän verantwortlich und entscheidet aufgrund der nationalen Lage. Man kann es keinem verdenken. Und so hat Dänemark seine Kindergärten und Schulen bis zur fünften Klasse wieder eröffnet, während Frankreich am totalen Lockdown bis zum 11. Mai festhält. Neuseelands Regierung verzichtet aus Gründen der Solidarität ein halbes Jahr lang auf 20 Prozent des Gehalts. In Deutschland, erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert, ist von vergleichbaren Plänen nichts bekannt. Immerhin stellte der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann in Aussicht, „die meisten Menschen“ würden nach der Corona-Krise „erstmal ärmer sein.“ 

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Ulf Altenbeeke | Mi, 15. April 2020 - 22:14

Naja, ok, Her Kissler, jeder blamiert sich wie er kann, und als erwachsener Journalist wie ein altkluger Pennäler daherzuschreiben, kann in Krisenzeiten mal passieren.

Aber! Sie dürfen keinesfalls Frau Merkel erwähnen! Die 7 (mit ihren Mehrfach-Personae ca. 19) deutschen und 2 russischen Dauerkommentatoren hier werden Schnappatmung bekommen! Das kann tödlich sein diesen Zeiten!

19 Kommentatoren mit mehrfachen Identitäten und 2 russische?? Woher wissen Sie das? Sind Sie beim VS? Spezialgebiet Internet-Kommunikation? Haben Sie die Accounts der Betreffenden geknackt, haben Sie mit den Servern Kontakt aufgenommen, hat man Ihnen dies dort alles verraten? Da staune ich aber wirklich. Solches Wissen hätte ich auch mal gerne. Und was sagt CICERO dazu? Dann wäre die Forenanonymität ja ein Witz. Oder sind Sie auch nur einer von den üblichen Verschwörungstheoretikern? Der seine Visionen und Ahnungen hat? Auf alle Fälle eine sehr gefährliche These - ich hoffe, Sie wissen das. Und dann - KIssler ein schreibender Pennäler? Starker Tobak. Zur Sache indes, sagen Sie nichts. Warum auch - Sie wissen ja eh alles.

der, den Sie lautstark attackieren, sagte genauso viel zur Sache wie Sie!

Also, erst mal den Balken aus dem Auge ziehen!

Gisela Fimiani | Do, 16. April 2020 - 16:31

In reply to by Klaus Funke

Immerhin können bei Herrn Kissler solch kritische Kommentare erscheinen. Bei Frau Hildbrandt werden meine kritischen Kommentare grundsätzlich nicht veröffentlicht. Hut ab, vor Herrn Kissler.

Ernst-Günther Konrad | Do, 16. April 2020 - 05:57

"Die ich rief, die Geister, werd' ich nun nicht los." läßt Goethe seinen Zauberlehrling sagen. Erst wollte der Chef der WHO keine Pandemie ausrufen. Dann tat er es unter Druck doch, nachdem die Parameter in der Definition zur Pandemie verändert wurden. Jetzt "kämpft" die Welt gegen ein Virus dessen Gefährlichkeit von Medizinern, nicht nur Virologen, mehr als fraglich eingeschätzt wird. Deutsche Rechtsmediziner wollen obduzieren, sie zweifeln an, dass die "vielen" Toten alle durch das Virus verursacht wurden. Regierungen in der Welt nahmen das Virus erst gar nicht ernst, um dann in völliger Abkehr erster harmloser Einschätzungen in Hysterie zu verfallen. Demokratien schränken massiv Freiheitsrechte ein, kommen in Begründungsnöte, ob ihrer möglicherweise falschen Einschätzungen und Reaktionen und wollen irgendwie den Rückwärtsgang einlegen. Kritiker sind Verschwörungstheoretiker oder Staatsfeinde. Die Virologen betonen, dasa die Politik entscheidet. Das hat sie gestern wieder bewiesen.

einzugestehen, dass man sich geirrt hat. Kein ernstzunehmender Wissenschaftler würde die Gefärlichkeit des Virus bestreiten. Das machen höchstens noch ein paar Sonderlinge, die jetzt in den bekannten "freien" Medien bei Leuten wie einer Eva Hermann ihre gefährlichen Thesen verbreiten. Selbst Autokraten wie Trump oder Putin, die immer zuerst einen Feind von aussen erkennen, reden die Gefahr nicht mehr klein. Die Zahl der Opfer ist deutlich. Aber natürluch sterben die Verleugner und Verharmloser nicht aus. Das sind nicht nur die üblichen Misstrauigen, dass sind auch z.B. die Staatschefs von Weissrussland, Tadschikistan oder Nordkorea. Die entscheiden dann per Dekret, dass es Corona gar nicht gibt. Praktisch.

Und ich würde sogar noch weiter gehen. Schade, dass man hier nicht die Möglichkeit hat, einen "Zustimmungsstern" abzugeben. Ablehnungsbekundung tut nicht not, die kann man dann selbst formulieren.
Ich mag mich der Hysterie nicht anschließen, war noch nie ängstlich oder gar hypochondrisch oder glaube alles, was man, vor allem im Mainstream, erzählt. Wer Sorge hat, soll sich einen Mundschutz anlegen oder zu Hause bleiben, aber alle anderen leben lassen wie sie wollen und vor allem die Wirtschaft sofort wieder anlaufen lassen! Die hätte nie so weit abgewürgt werden dürfen. Ich frage mich, was schlimmer ist: Die Politik des Landes oder die Verfasstheit der meisten Bürger. Man kann es sicher zusammenfassen. Da hat man es verdammt schwer, wenn man sich dem nicht anschließen will.

die übliche Verharmlosung vom rechten Rand? Die Eindämmung einer Pandemie durch Verhaltensänderung auf diejenigen beschränken, die sich bedroht fühlen?
Um eine solch abenteuerliche These zu kommentieren, drängen sich Begriffe auf, die die Cicero-Moderation wahrscheinlich durch Löschen dieses ganzen Beitrags verhindern würde.
Gestern, an einem einzigen Tag, sind in den USA mal wieder 2000 Menschen gestorben, weltweit sind es mittlerweile fast 140.000, Tendenz auch in Deutschland steigend.
In einer solchen Situation muss die ganze Bevölkerung Einschränkungen beachten. Sie aber machen das Verhalten, das jeder zeigen SOLLTE, zu einer Angelegenheit, die, wie Sie schreiben, Hypochondrern überlassen werden sollte. Offensichtlich haben Sie nicht nur nichts verstanden, Sie rufen auch noch förmlich zur Verantwortungslosigkeit auf: Soll doch der, der sich nicht fürchtet, leben wie er will! Gut, um Ihre Gesundheit muss man sich also nicht sorgen, aber auch Sie können andere infizieren. Egal, was?

Natürlich ist jedes Menschenleben kostbar. Aber es sterben t ä g l i c h über 9000 Menschen in den U S A (laut Wikipedia) .Natürlich ist das Statistik, aber es zeigt, das die anderen 7000Tote nicht von Corona verursacht wurden. Vielleicht erfahren wir in Zukunft bei jeder schweren Grippe oder Norovirusepedemie die täglichen Mortalitätsraten.

Gerhard Lenz | Fr, 17. April 2020 - 14:15

In reply to by Karla Vetter

Genau, Frau Vetter, beenden wir jeden Widerstand gegen das Virus. Machen wir da weiter, wo wir vor Wochen aufgehört haben, bevor Corona so fahrlässig als Problem erkannt wurde.

Vielleicht wird es ein paar Tote mehr geben, vielleicht Zehntausende. So what? Italienier, Spanier, Franzosen, US-Amerikaner, Chinesen haben sich daran gewöhnt. Warum sollten wir das nicht können?

Vielleicht können sich ja Leute wie Sie ehrenamtlich betätigen, beim Zwischenlagern und Abtransport der Leichen helfen? Beim Einkerken von widerspenstigen Alten oder anderen Angehörigen der Risikogruppen?

Damit unser Alltag wieder so wird wie früher. Den wollen wir uns doch durch ein paar Tausend (vielleicht Zehntausend) Tote nicht madig machen.

Denn Tote gibts immer, und wenn's dann mehr sind....so what?

In USA erschiessen sich Menschen gegenseitig. In Afrika verhungern Kinder. Und Grippe gibt es ja auch noch. Was ist da gegen Corona einzuwenden?

(Schwarzer) Humor Ende.

Inzwischen melden sich immer mehr Mediziner und andere Fachleute, welche die Einschätzung der Gefährlichkeit des Virus anzweifeln. Bislang wird verhindert, dass die Toten abduziert werden, obwohl es doch wissenschaftlich das sinnvollste wäre festzustellen, welche inneren Auswirkungen Corona hat und ob Vermutungen in Hinblick auf die Schädigung mancher Organe beweisbar sind. Nichts könnte doch Kritiker mehr überzeugen, als wenn Pathologen klar und deutlich feststellen, ob jemand an oder trotz Corona bei anderer Todesursache verstorben ist. Wenn die Zweifler doch alles Verschwörer, Leugner oder Ungläubige sind, dann wären doch gerade die Aussagen von Pathologen das, was mich persönlich und die Kritiker, die ich kenne, darunter Ärzte und im Gesundheitsbereich tätige Menschen nachhaltig widerlegen würden, sollte die Aussagen des RKI stimmen.
Es muss doch eine offene Diskussion möglich sein. Es ist wie beim Klima. Die Regierung sagt was und es ist so. Kritik ist rechts, verrückt oder?

irgendetwas zu beweisen, was längst unstrittig ist, und nur pathologisch Mißtrauische noch anzweifeln.

Daran ändert auch nichts die ideologisch insuinierte Haltung eines ewigen Merkel-Feindes nichts, der zunehmend verzweifelt versucht, den politischen Verantwortlichen in Berlin irgendwelches Versagen nachzuweisen.

Dabei ist es ihm sichtbar entgangen, dass Covid-19 mittlerweile weltweite Konsequenzen hat, und dass z.B. selbst der von ihm ansonsten besonders verehrte Trump aufgehört hat, die Gefährlichkeit von Covid-19 herunterzuspielen.

Zugegeben: Die Wissenschaftler dieser Welt hätten sich vorher Rat im Hessischen bei einem dermassen kompetenten Experten holen sollen.

Dieses „Argument“ trotz oder wegen Corona zu sterben: Meinen Sie, die Toten hatten alle zufällig AUCH das neue Corona Virus, zusätzlich zu der eigentlichen Todesursache? Und was in USA, GB, I, F usw passiert ist alles nur Einbildung? An der Stelle überzeugen mich die Zweifler nicht. Meine Kritik ist: zu spät Reisebeschränkungen und kein Vorrat an Schutzausrüstung v.A. Masken auch für die Bevölkerung - das hätte die jetzigen Maßnahmen u.U. vermieden oder abgekürzt.
Wenn das Virus so harmlos wäre, dann wäre es den chinesischen Ärzten doch gar nicht weiter aufgefallen? Und alle Länder, die den Ansatz der Durchseuchung der Bevölkerung versuchten (- ziemlich gewagt, wenn es so wenig Kenntnisse gibt, um nicht zu sagen menschenverachtend) dürften doch dann gar keine Probleme haben, und was ist jetzt?

Man kann Versäumnisse beklagen. Man darf fragen, warum Schutzkleidung nicht vorhanden ist. Man kann Sachkritik üben.

Allerdings ist es - eigentlich unglaublich - dass es noch immer Menschen gibt, die nicht verstanden haben, um was es bei Corona geht.

Aber vermutlich gab es auch Pest und Cholera nicht wirklich - alles nur Erfindungen der damals Mächtigen, um ihre niederen Interessen gegen das Volk durchzusetzen.

Es fällt nicht schwer, herauszufinden, woher solcher Starrsinn rührt: Es gibt "Aufklärer" im Internet, die wissen selbstveständlich besser Bescheid als der kompetenteste Virologe. Laien, wohlgemerkt.

Und dann gibt es ja noch den einzelnen Verkannten (Wodarg), der das alles nicht so tragisch sieht: Der darf als Beweis für das Versagen von Wissenschaft und natürlich Regierung herhalten.

Aber der ist gerade dabei, sich völlig zu diskreditieren, indem er sich mit den falschen Leuten umgibt, und sich zunehmend genau wie diese anhört.

Lieber Herr Konrad,
ich empfehle Ihnen dringendst den gestrigen Artikel in der SZ vom 15.04.2020, Seite 4, "Zu viel gewollt" von Patrick Illinger zu lesen. Aus Wikipedia z.B. erfahre ich, daß
in der, von der Physikerin, Bundeskanzlerin Angela Merkel favorisierten " Akademie "Leopoldina", seit 2007 der Ehemann Angela Merkels, Joachim Sauer, als interna-
tional anerkannter Chemiker tätig.
Ob mein Kommentar veröffentlicht wird, weiß nur unser CICERO.
MfG Brigitte Simon

Ernst-Günther Konrad | Do, 16. April 2020 - 13:29

In reply to by Brigitte Simon

Leider ist der Artikel hinter der Bezahlschranke versteckt. Man kan nicht überall ein Abo haben. Aber ihr Hinweis auf Herr Sauer war sehr gut. Danke, ich versuche es auf einem anderen Weg.

... ist Frau Simons unsinnigem Hinweis auf Herrn Sauer "gut"? Frau Simon versucht auf diese Weise die Reputation der "Leopoldina" zu untergraben - mehr ist da nicht.

Gerhard Lenz | Do, 16. April 2020 - 14:11

In reply to by Brigitte Simon

gar nicht so sehr den Empfehlungen der Leopoldina angeschlossen, sondern ist, von wenigen Ausnahmen abgesehen, eher den Vorschlägen des Helmholtz-Institutes gefolgt!

Ach, Herr Lenz, Ihr Hinweis ist richtig, wird aber ungehört verpuffen - wenn Frau Merkel im Spiel ist, dann setzt bei manchen Foristen der Verstand aus.

Roland Völkel | Fr, 17. April 2020 - 20:04

In reply to by Stefan Saar

wenigstens noch, den Verstand, auch wenn der hin und wieder in Stand-by Modus ist.
Bei ihnen vermute ich, dass sie so einen gar nicht besitzen! Sie brauchen sicher auch einen Teletrompeter oder geht es auch ohne?

Roland Völkel | Do, 16. April 2020 - 19:04

In reply to by Brigitte Simon

in die Rubrik: Befangenheit oder gar Vetternwirtschaft, Frau Simon?
Gut, die Welt ist klein aber wirklich so klein?
Vielleicht wußte ja Frau Merkel nicht, das ihr Ehemann da Mitglied ist? Kann ja in Zeiten von Corona durchaus passieren. Und der hat ja auch noch einen anderen Nachnamen!
Ein Schelm der Böses dabei denkt.
Salute

Gisela Fimiani | Do, 16. April 2020 - 10:30

Die Erkenntnis, dass es sich um eine Krise handelt, die sich nicht allein durch das Aufdrehen des Geldhahnes lösen läßt, ist neu. Bisher löste man jedes Problem mit Geld....mehr Geld......noch mehr Geld. Um die Konsequenzen solchen Handelns, die komplex und nicht für jedermann leicht zu überschauen sind, kümmerten sich Politiker nicht. Wer wollte sie wohl zur Verantwortung ziehen? Verantwortung und Verantwortlichkeit sind ihrer Bedeutung entleert. Politiker folgen vor allem dem Motto: Never let a crisis go to waste, um zu tun, was man am besten beherrscht: Dem Eigenlob, sowie der eitlen Selbstüberhebung zu frönen.....bar jeden Zweifels, jeder Selbstkritik, jeder Aufrichtigkeit. Wozu fühlen sich Berufspolitiker berufen? Ist Pflichterfüllung noch eine Tugend, oder muss man mindestens „wegen Auschwitz“ in die Politik gehen?

helmut armbruster | Do, 16. April 2020 - 10:48

wem kann/soll/muss man vertrauen bzw. glauben in diesen Zeiten? Woran soll man sich halten? Was ist (noch) glaubhaft, was nicht mehr?
Alle zeigen sie Schwächen, Wissenschaftler und Politiker
Besonders die Wissenschaft bringt sich um ihre Glaubwürdigkeit, wenn sie so weitermacht. So behauptete z.B. vor wenigen Tagen ein Pathologieprofessor bei Markus Lanz das Coronovirus ließe sich nicht als Todesursache feststellen.
Die Politik macht es aber auch nicht besser. Vieles sieht so aus als würde mancher die Gelegenheit wahrnehmen um sich zu profilieren.
Wissenschaftler und Politiker sollten sich klar machen, dass sie es sich nicht leisten können ihre Glaubwürdigkeit zu verlieren. Diese ist sowieso schon angekratzt und bringt Verschwörungstheorien hervor.
Wir würden schlimmen Zeiten entgegen gehen, wenn der Glaube, dass Wissenschaft und Politik die Dinge irgendwie richten können, verschwinden würde.

Dr. Roland Mock | Do, 16. April 2020 - 10:52

Lustig und symptomatisch, daß unsere Kanzler 800 mit 8.000 qm verwechselt hat. Linksdenker haben es nicht so mit den Zahlen. Verwechseln auch schon mal 2 Billionen mit 2 Milliarden (von der Leyen), Kinderbuchromantik mit harten Wirtschaftsfakten (Habeck), Steuersatz mit Steueraufkommen (eigentlich fast alle) usw. usw. Ansonsten: Wie auch immer die Sache ausgehen wird: Wenn der leutselige Schwätzer und Fan von höheren Steuern Armin Laschet „im Aus“ bliebe (Kissler) wäre das schon einmal eine gute Nachricht für Deutschland.

henriette schmitt | Do, 16. April 2020 - 12:14

der allerdings nicht nach Beethoven oder auch Bartok klingt, sondern mehr nach Schönberg;
will sagen: es passt vieles nicht zusammen.
Wie auch! Unsere lautesten politischen Rufer haben keine Kinder: Merkel, Laschet, Scholz und können deshalb nicht kinder- bzw. familiengerecht argumentieren.
Dass z.B. Kirchen immer noch sekretiert werden, spricht nicht für unsere alte christliche Kultur.

Urban Will | Do, 16. April 2020 - 12:14

Es fehlt zunehmend die Logik all dessen, was nun beschlossen wurde.
Es war zunächst gut, Dinge zu entscheiden anhand der Faktenlage zu Beginn.

Das Experiment läuft nun aber schon recht lange und die Negativfolgen werden sichtbar.
Ebenso wie die positiven nicht nachweisbar sind und nur vermutet werden.
Es ginge vielleicht auch anders.
Schweden?

„Wir müssen uns alle bewusst machen, dass wir die Epidemie durch die Verlangsamung der Infektionsketten der letzten Wochen nicht bewältigt haben, ... Deshalb können wir nicht zum gewohnten Leben der Zeit vor der Epidemie zurückkehren, ... wir müssen lernen, wie wir für eine längere Zeit mit der Epidemie leben können.“
So in dem Beschluss der Regierenden von gestern.

Was heißt das genau?

Ich befürchte zusehends: es gibt keinen Plan, man fährt ins Blaue. Mit Trippelschrittchen ins Ungewisse.
Die Fakten rechtfertigen nicht die massive, dauerhafte Einschränkung von Grundrechten.
Wie wollen wir auf logischem Wege da rauskommen?

Gerhard Lenz | Do, 16. April 2020 - 14:36

In reply to by Urban Will

dann werde ich Ihnen mal zur Abwechslung in Teilen zustimmen. In Teilen, denn das schwedische Konzept der Herdenimmunität, mittlerweile in keinem weiteren europäischen Land mehr zu beobachen, kann man wohl kaum auf das dichtbesiedelte Deutschland übertragen. Das sollte man aus der Entwicklung in GB gelernt haben.

Richtig ist: Man scheint keinen wirklichen Plan zu haben. Warum nicht? Weil man hilflos ist?

Im "worst case scenario" dürfte das Virus (ohne Impfstoff) gar nicht einzudämmen sein. Nach Pressemeldungen, die sicher teilweise der Überprüfung bedürfen, kann man sich nach überstandener Infektion reinfizieren, lebt das Virus autonom für Minuten in der Luft weiter, kann auf Tiere (und von dort auf den Menschen) übertragen werden, überlebt unter gewissen Bedingungen auch auf Oberflächen weiter.
Zunehmend werden auch junge Menschen krank, manche sterben sogar.
Das ist - wie gesagt, im worst-case-scenario, ein ungleicher, aussichtsloser Kampf.

hat dicht besiedelte Teile, aber das ist nicht das Thema.
Während ich hier schreibe, sehe ich zwei Mütter mit ihren Kindern dicht an dicht am Spielen. In meinem privaten Umkreis hielt sich – außer meine Familie und ich – fast niemand an die Kontaktregeln.
Ich halte die Maßnahmen für nicht zielgerichtet und gemessen an den Einschränkungen für übertrieben, gerade weil sich eine große Dunkelziffer gar nicht daran hält.

Ich bin infiziert, über 50, hatte kaum Symptome und bin in sechs Tagen „durch“.
Warten auf den Impfstoff? Also – wie Lauterbach sagte – nochmal anderthalb Jahre Stillstand?
Und dann?

Das mit der Re – Infizierung ist nichts weiter als eine unbewiesene These.
Wenn ja, dann könnten wir „einpacken“ und uns verschanzen, bis zum St. Nimmerleinstag.
Und Sie wissen auch: es wird Mutanten geben und dann geht es weiter...

Wie ich sagte, wie finden wir einen logischen, vernünftigen Weg da raus?

Ich halte den nun eingeschlagenen für komplett falsch.

Laut web.de - übrigens meines Erachtens wirklich lesenswerte Artikel. Danke an dieser Stelle dafür - könnte also Herr Prof. Drosten bei ??? gesagt haben, dass es eine unentdeckte Immunität geben könne?
Ich nehme an, er meint diejenigen, die die Erkrankung unerkannt durchmachten, ich hoffe aber auch durch benachbarte Impfungen oder Erkrankungen in benachbarten Bereichen.
So wie die Sichelzellenanämie evtl. vor Malaria schützt, könnte es auch noch andere Bedingungen geben, mit dem Virus besser zurandezukommen.
Und Herr Prof. Drosten meinte ja auch, dass die sogenannten Wiederinfektionen evtl. auch fehlerhaften negativen Tests zugeschrieben werden könnten.
Das muss man sich genauer anschauen und deshalb bringt es gar nichts, Wissenschaftler oder andere gegeneinander auszuspielen.
Las ich bei Ihnen aber auch nicht heraus.
Mutanten klingt ein bisschen nach "Hugh Jackman", Mutationen ist wohl geläufig, allerdings bin ich der Meinung, dass es sich bei diesen Viren um Lebewesen handelt.

(die Erstantwort ist noch nicht veröffentlicht)
Ich glaube nicht, dass Schweden primär auf Herdenimmunität gesetzt hat, sondern eher auf Vernunft und Eigenverantwortung seiner Bürger.
Ist mir viel sympathischer als das in D und anderswo praktizierte Modell, das den Bürger als uneinsichtiges Wesen definiert, das man steuern und das man mit Verboten überhäufen muss.

Das hat meiner Meinung nach nun ausgedient.
Heute ist R weit unter 1, die Ausbreitung verlangsamt sich zusehends, die Menschen haben verstanden, dass sie Maßnahmen treffen müssen.

Es wäre ein großer Vertrauensvorschuss und einer freiheitlichen Demokratie würdig, gravierende Grundrechtseinschränkungen nunmehr zu beenden und an die Vernunft zu appellieren.

Natürlich gibt es Uneinsichtige, die sich an nichts halten.
So wie es sie immer gibt.

Aber wir verbieten auch nicht den gesamten Straßenverkehr wg. einiger bekloppter Raser, nur um die potentiellen Opfer zu schützen.

Norbert Heyer | Do, 16. April 2020 - 19:09

Wer sich die gestrige Pressekonferenz der Verantwortlichen für Deutschland angetan hat, wurde am Ende entlassen mit der Gewissheit, dass keiner den komplette Durchblick hat. Die getroffenen Beschlüsse haben nicht für Klarheit gesorgt, sie werfen neue Fragen auf und sorgen für noch größere Verunsicherung der Menschen. Warum Freigabe bis 800 qm Ladenfläche? Warum Frisöre mit Verzögerung? Wie sollen die Klassenräume auf die größeren Abstände der Schüler umgestaltete werden? Werden dafür nicht viel mehr Lehrkräfte benötigt? Jetzt kommt die hohe Zeit der Korinthenzähler, wie die Grenzfälle auszulegen sind. Können größere Läden einige Etagen sperren, halten sie damit die qm-Vorgabe ein? Eines ist aber ganz gewiss: Diese Vollbremsung wird Deutschland an den Rand einer ungeheuren Krise bringen, denn Menschen ohne sichtbare Perspektive sind unüberlegte Handlungen zuzutrauen. Dann kommen Anforderungen auf die Politik zu, die sich nur schwer wieder beruhigen lassen. Das wird dann sehr spannend.

Hubert Sieweke | Do, 16. April 2020 - 19:10

und spröde, mögen es sehr, täglich vor der Kamera zu stehen und ihren Untertanen zu geigen, was sie tun und lassen dürfen. Das wird noch lange anhalten, denn soviel Zuhörer haben diese Vier sicher sehr selten.
Von dieser Ausnahmesituation, sei sie auch geringer, als jede schwere Grippesaison, werden diese Jecken nicht lassen.
Müsste man nicht längst ein Abstandsgebot gegen das Rauchen und Passivrauchen erlassen haben, denn er sind unzählige Tote mehr zu beklagen und auch Intensivbetten. Besonders ältere Raucher nach einem langen Raucherleben. Ein Rauchverbot hätte allerdings ob der Tabaksteuer, USt etc. ein riesiges Loch in der Nullsummenbetrachtung desd Haushaltes nach sich.
Übrigens, die Zahl der leeren Intensivbetten, selbst im Tessin und überall in D erstaunt schon, nach den Horrormeldungen des RKI.