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Bestehen wir Merkels Test? / dpa

Kommen heute Lockerungen in der Coronakrise? - Merkel und die Marshmallows

Heute beraten Kanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten darüber, wie sie die Ausgangsbeschränkungen lockern können. Das Ganze wirkt mitunter wie ein gigantischer Marshmallow-Test: Wenn wir brav sind, gibt es vielleicht bald etwas Süßes.

Autoreninfo

Christoph Schwennicke war bis 2020 Chefredakteur des Magazins Cicero.

So erreichen Sie Christoph Schwennicke:

Manchmal schöpft auch die Wissenschaft schöne Worte. „Belohnungsaufschub“ ist so eines. Es geht zurück auf einen Versuch des Psychologen Walter Mischel, der in den 1970er-Jahren als Marshmallow-Test zu einiger Berühmtheit kam. Der amerikanische Wissenschaftler sagte kleinen Kindern, die vor einem Marshmallow saßen, dass sie mit dem Aufessen warten sollten, bis eine Bezugsperson von selbst wieder in den Raum kommt. Dann gäbe es einen zweiten Marshmallow.

Viele Kinder hielten die Viertelstunde, die die Person etwa wartete, bis sie wiederkam, nicht aus. Sie aßen den ersten Marsmallow und brachten sich um den zweiten, der ihnen bei Wohlverhalten versprochen wurde. Der Jieper auf das schnelle und dafür kürzere Glück war bei vielen größer.

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Stefan Jurisch | Mi, 15. April 2020 - 08:16

Aber jede Tugend kennt Grenzen. So wie meine eigene Geduld. Sicher halte ich es auch weiter noch aus, wenn ich nicht in große Veranstaltungen gehen kann. Was ich aber ganz sicher missbilligen werde, sollte man sich dafür entscheiden, Fußball-Geisterspiele zu erlauben, während die Bevölkerung weiterhin in Einbahnrichtung um Talsperren latschen muss und nicht einmal weitestgehend ungefährliche Freiluft-Sportanlagen (Golf- oder Tennisplätze) geöffnet werden dürfen oder andere kontaktlose Sportarten, die man im Freien und max. zu Zweit ausüben kann, erlaubt werden.

Dorothee Sehrt-Irrek | Mi, 15. April 2020 - 08:22

auch die Zeit vertreiben dürfen,
eine Gegenthese, geehrter Herr Schwennicke.
Überspitzt:
Handelt es sich bei den wartenden Kindern nicht vielleicht um die "Verfresseneren", "Kalkulierenderen", "Unempathischeren"?
Und wie kommt man auf solch eine Versuchsanordnung, Kindern für geliebte Menschen Surrogate anzubieten, sie zu belohnen, weil sie verzichten?
Etwas anderes scheint mir, Kindern zu geben, was man hat und was sie lieben, während man weg ist, um ihnen zu signalisieren, dass es ihnen an nichts fehlen wird, während man abwesend ist und ihnen dann die Freude zu zeigen, dass sie in einer für den Erwachsenen schweren Situation, sein Liebstes alleine zu lassen, so tapfer waren.
Ihnen die Gewissheit zu zeigen, dass man sie nicht alleine lassen wird und die Erleichterung, wenn diese schwere Prüfung für den Erwachsenen vorbei ist.
Vielleicht wachsen diese Kinder mit Gottvertrauen auf?

... ging es doch nicht darum, wie man mit Kindern ganz allgemein umgehen bzw.
sie erziehen soll, sondern ausschließlich um ein wissenschaftliches Experiment, in dem man feststellen wollte, in welchem Maße Kiner willensstärker (verzichtsbereiter) als normal sind, wenn man ihnen für ihr Durchhaltevermögen eine Belohnung anbietet.
Die meisten Kinder - das hat der Versuch gezeigt- besitzen diese größere Willensstärke nicht.
Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, daß nur wenige Menschen es zu Höchstleistungen in Musik, Kunst und Sport bringen, welche eine ungeheuer lange Zeit des Verzichts schon von Kindesbeinen an verlangen, bis sich der Erfolg (= Belohnung) einstellt.
Daß man allgemein zu wenig Geduld u. Ausdauer von Kindern verlangt, ist übrigens e i n Grund dafür, daß unser Bildungssystem schon lange nicht mehr die Ergebnisse hervorbringt, die es früher einmal zustande brachte - unter schlechteren
materiellen Bedingungen.
Disziplin u. Übung sind d i e Schlüssel zum Erfolg.

Die Testkinder wurden später als Erwachsene noch einmal "untersucht".
Es stellte sich heraus, dass die welche gewartet hatten wesentlich gesünder, erfolgreicher und glücklicher lebten als die jenigen Kinder, welche sich für den schnellen Genuss entschieden haben.
Was könnte uns das bei der jetzigen Situation lehren? Evtl. das ein wenig mehr Geduld oder Beherrschung über den Erfolg der gesamten Aktion oder über unser Leben und Gesundheit entscheidet?
Viele Grüße CB

auch mehr Gesundheit leisten?
Ein bisschen ist es ein Argument mit dem "Holzhammer", deshalb bitte nicht böse werden:
Was genau war Jesus Christus?
Der Oberste der Hohen Priester, Jahwe selbst?
Vielleicht war Christus ein Mensch, der 5000 speisen konnte?
Ich möchte das nicht zum Prinzip erheben, das Berufen-Sein.
Offenheit und Durchlässigkeit gefallen mir und vor allem Ehrlichkeit.
Ich mochte Brechts Lehrstücke nicht und also auch nicht solche Versuchsanordnungen.
Wenn ich meine Kinder alleine liess, wachten andere und sie hatten Hülle die Fülle UND ICH HABE ES IHNEN ERKLÄRT.
Sie trauen mir bestimmt nicht (mehr) alles zu, aber sie vertrauen meiner Liebe PUNKT

Weil unter dem Vorwand der Disziplin in der Vergangenheit sehr viel Unheil an den Seelen der Kinder geschah.
Vor allem bei bei Diktaturen, wo der menschliche Geist Untertan gemacht werden sollte.
Sie werden mir sicher zustimmen beim Spruch von meiner Großmutter:

Was Hänsel nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr bzw.
mein Motto:

Klare & unmissverständlich Ansagen & Regeln, die als Rahmen Liebe, Achtung & Demut beinhalten.

an diese Regel habe ich mich auch immer gehalten.

Die Kinder müssen spüren, daß es L i e b e ist, welche Eltern oder später Erzieher
antreibt, ihnen Grenzen zu setzen und Eigenleistung von ihnen zu erwarten.
Es ist ein schmaler Grat, auf dem sich verantwortungsvolle Erwachsene gegenüber
Kindern bewegen: Vermissen die Kinder Liebe und Achtung, ist es schlimm für sie,
ob sie nun mit Strenge (= Konsequenz) erzogen oder sich selber überlassen werden.
Vermissen Kinder allerdings jegliche Konsequenz bei den Erwachsenen, lernen sie nie, was für sie lebenswichtig ist: Die Bedeutung fester Werten und Grenzen und das Geradestehen für eigenes Handeln.

Erziehung dürfte eine der schwierigsten Aufgaben überhaupt sein.

Jedenfalls steht fest: Sie kann nur auf der Basis von echter Liebe und tiefer Bindung (Vertrauen) gelingen. Diese darf man doch wohl am ehesten bei Vater und Mutter erwarten. Deshalb ist in meinen Augen die Kita-Betreuung v o r dem 3. Lebensjahr nicht gut für Kinder.

Ich fühle mich nicht alleine und wünsche jedem Hilfe und Liebe, sowie Anerkennung, die er* braucht.
So hat das meine Mutter gemacht und so halte ich es auch.
Anbieten muss man es, aber ich war dankbar, dass ich in der alten Bundesrepublik aufwuchs, die evtl. zwar erst zuletzt auf Betreuung setzte, aber diesen Liebes/Lebensraum vielfältig absicherte.
Mein Gott ging es uns gut und deshalb bin ich sicher, dass wir Älteren vor allem jetzt wieder Hilfe, Liebe und Verständnis geben können, wenn die Kinder selbständig und wir nicht mehr "berufstätig" sind.
Deshalb ist es schön, dass es Monatszeitschriften für uns Alte gibt, für die das Tagesgeschäft vielleicht nicht mehr so interessant ist.
Mein Traum ist ja schon länger, irgendwie stärker mit Senioren* zusammenleben zu können, Golden Girls sah ich schon mit Hingabe als junger Mensch.
Es gibt irgendwo räumlich getrennt und doch kombiniertes Wohnen von Studenten, über Familien bis hin zu Pflegebedürftigen, wenn ich es richtig verstanden habe.

Manchmal, sehr geehrte Frau Sehrt-Irrek, verstehe ich Ihre regelmäßig veröffentlichten Kommentare nicht so recht, was vermutlich unterschiedlichen beruflichen Werdegängen und politischen Grundeinstellungen geschuldet ist. Diesmal aber haben Sie mir tatsächlich so richtig die Augen geöffnet. Es ist weniger Ihre "Gegenthese", sondern Ihre Frage, wie man denn überhaupt auf solch eine "Versuchsanordnung", genannt "Marshmallow-Test", kommt, nämlich "Kindern für geliebte Menschen Surrogate anzubieten, sie zu belohnen, weil sie verzichten". Diese Frage war für mich wie ein Stolperstein. Ich will und kann über moralische und ethische Aspekte nicht mitreden, bin/war nur Computerfachidiot. Aber merkwürdig, wenn nicht sogar pervers, erscheint mir eine solche Versuchsanordnung schon. Macht nichts, wieder etwas dazu gelernt, dank "Cicero" und Ihren "Stolperstein". Schwennickes Bezug zum Marshmallow-Test trifft aber voll ins Schwarze: Die Deutschen sollten belohnt werden.

deshalb noch meine Vermutung, dass im Falle Corona-Virus die Älteren die "Getriebenen" sind und evtl. nicht wenig Angst haben.
Wenn die Kids einmal Verständnis zeigten, wäre das schön.
Hoffentlich haben dafür die Älteren die Umsicht, das Leben der Nachkommenden nicht über Gebühr zu vereiteln.
Mein Fazit bis hierher, die Politik gibt sich größte Mühe, was nicht vor Fehlern schützt.
Ich rechne niemandem etwas auf und es befremdet mich, dass Trump das evtl. macht.
Ja, er war so gut wie wiedergewählt, jetzt muss er sich erst einmal beweisen, was gegen Herrn Biden nicht allzu schwer sein sollte.
Was soll Johnson sagen?
England ist froh, dass er überlebt hat.
Es kann nicht sein, dass Herr Trump meint, "die Krise bekommen zu können" inmitten einer Krise.
Dieses Experiment läuft übrigens meinen Ansichten über das Entstehen und Wachsen gesellschaftlicher Intelligenz zuwider.
Ob Computer oder Literatur, die braucht man für alles.
Schön, wenn wir hier bunter und vielfältiger werden.

Ernst-Günther Konrad | Mi, 15. April 2020 - 08:55

Meine Befürchtung ist, dass wieder zwei MP darum streiten werden, wer die beste Strategie hat. Laschet oder Söder, das wird eine der Fragen sein. Aus meiner Sicht müssen vernünftige Lockerungen her, schon allein deshalb, um den Druck aus der Sache zu nehmen von Hysterie in einen überschaubare Krise über zu gehen. Einige Beschränkungen sind einfach sinnwidrig. Warum Friseure zu, Bäcker auf und etliche andere Idiotien, wie zum Beispiel das Verbot zum Aufsuchen der Zweitwohnung, das " ausweisen" aus einem Bundesland, weil nicht dort der erste Wohnsitz ist.
Die Leopoldina und das RKI hätten von lange vor der Pandemie, bereits seit 2013 solche Szenarien durchspielen und abgestufte Lösungswege erarbeiten können. Stattdessen hat sich die Politik selbst in Zugzwang gebracht und hat aufgrund teilweise völlig überzogener Verbote ihre eigenen Maßnahmen in Frage gestellt. Ja, es braucht Lockerungen, sonst knallt es womöglich. Spätestens am 23.4.20, wenn der Ramadan beginnt werden wir es sehen.

Ines Schulte | Mi, 15. April 2020 - 09:19

In reply to by Ernst-Günther Konrad

..die schnellstens beendet werden sollte. So kann ich z.B. Blumen im Gartenmarkt kaufen, bei der Floristin jedoch nicht. Für meine Badsanierung die Sanitäreinrichtung z.B. Im Baumarkt, nicht aber im Sanitör-Fachhandel erwerben, der muss geschlossen bleiben. Schuhe oder Spielwaren beim Discounter, aber nicht im Fachgeschäft erstehen, etc. Ich hoffe, man findet bald aus dem Dilemma heraus, sonst haben sich nämlich noch mehr unserer Bekannten eine Haarschneidemaschine gekauft und brauchen fortan auch nicht mehr zum Herrenfriseur.

Frau Schulte, ich lebe in Hessen (zumindest in einem Teil davon). Hier sind Blumenläden geöffnet, Baumärkte geschlossen…
Man darf gespannt sein was beim heutigen Treffen entschieden wird.
Wenn eine „Lockerung“ erreicht wird, dann muss diese für alle Bundesländer gelten. Begründungen für Ausnahmen, gleichgültig welcher Art, darf es nicht geben.

Ich kann mich erinnern, dass am Beginn der Krise die AfD einen Plan für die Zukunft gefordert hatte. Außer spöttischer Kritik war nichts von den „ETABLIERTEN“ zu hören.

Mein Plan für die Zukunft steht fest. Dieser findet teilweise ohne Bevormundung durch Entscheidungen statt, die ich nicht gewillt bin mitzutragen.

Ich lebe in Bayern, da sind weder Baumärkte noch Gärtnereien geöffnet. Auch keine Blumenläden. Handstreichartig hat sie der famose Herr Söder schließen lassen. Kollateralschaden? Eingestampfte Frühjahrsblumen und der Mangel an Setzlingen. Salatpflanzen, Zucchini und Kräuter scheinen offenbar keine Lebensmittel zu sein. Ich warte ab Mai auf meine beiden Marshmallows.

Alfred Kastner | Mi, 15. April 2020 - 09:31

In reply to by Ernst-Günther Konrad

Es ist bemerkenswert, wie diszipliniert sich die Bundesbürger in dieser Krise verhalten. Noch bis vor wenigen Wochen wären derart einschneidende freiheitsentziehende Maßnahmen nicht vorstellbar gewesen. Sehr anerkennenswert ist auch, dass das Denunziantentum (bis dato) keine neue Blütezeit erlebt. So mancher eingefleischte Stubenhocker, der das heimische Sofa zwischen zwei halbe Bier nur verlässt, um die frische Luft draußen mit seinem Zigarettenqualm zu verscheuchen, kommt in der Corona-Krise unverhofft zu späten Ehren. Vielleicht sogar in einer neuen TV-Show: "Der Stubenhocker des Jahres". Zumal neue Spielfilme drehen geht derzeit leider gar nicht.
Bedenklich wäre, wenn sich die Länder einen regelrechten Überbietungswettbewerb liefern würden, wer den längsten lock down durchzusetzen vermag und dabei die vielen Einzelschicksale, die existenzielle Sorgen beschäftigen, aus den Augen verlieren.

Brigitte Miller | Mi, 15. April 2020 - 09:37

In reply to by Ernst-Günther Konrad

in Grossverteilern ( CH) sind Produkte, die nicht zum täglichen Gebrauch bestimmt sind, durch Plastikbänder ab/zugesperrt. So kommt es, dass WC-Enten mit unzähligen Duftrichtungen erhältlich sind, jedoch Lufterfrischersprays fürs stille Örtchen nicht. Ich wollte mir Söckchen kaufen, da ich welche brauchte, siehe da, sie waren überklebt.Im einen Laden ist dekorative Kosmetik erhältlich, im anderen nicht.😂
Wer da wohl entscheidet?

Gerhard Lenz | Mi, 15. April 2020 - 10:04

In reply to by Ernst-Günther Konrad

Haus und Hof verrammeln, damit nicht Horden von Corona-infizierten Muslimen in bekannter Invasorenmanier im gepflegten deutschen Vorgarten ihre gefährlichen Spruren hinterlassen!
Wie schön, dass ein getreuer AfD-Anhänger mal wieder eine Verbindung zwischen Corona (einer, wie er uns selbst vor einiger Zeit erklärt hat, eher gewöhnlichen Erkältung) und der islamischen Bedrohung des Abendlandes herstellt!
Wie schön, dass er uns jetzt täglich über Versäumnisse der Verantwortlichen im Jahr 2013 erinnert. Die doch von der AfD zwischenzeitlich immer wieder kritisiert wurden!

Oder? Satire Ende.

Ulf Altenbeeke | Mi, 15. April 2020 - 15:20

In reply to by Ernst-Günther Konrad

"Die Leopoldina und das RKI hätten von lange vor der Pandemie, bereits seit 2013 solche Szenarien durchspielen und abgestufte Lösungswege erarbeiten können." (Ernst-Günter Konrad, 15. April 2020 zu Corona)

"Krankheit gehören zum Leben, wie die Heilung durch den Körper. Wir können nicht jede Krankheit verhindern." (Ernst-Günter Konrad, 20. März 2020 zu Corona)

"Schwätzer haben wir genug." (Ernst-Günter Konrad, 31. März 2020, nicht zu Corona)

Klaus Funke | Do, 16. April 2020 - 20:52

In reply to by Ulf Altenbeeke

Von Ihnen, Herr Altenbeeke, habe ich schon jetzt genug, wiewohl ich hier bei CICERO nur zwei Beiträge von Ihnen gelesen habe.

Brigitte Simon | Mi, 15. April 2020 - 21:11

In reply to by Ernst-Günther Konrad

Sie schreiben von der unglückseeligen und immer mehr in die Kritik geratene "Le-poldina". Was für ein antiquierter Name, kein Name der Moderne. Schließlich gibt es sie seit 1652 und ist genau das, was die abgegriffene Metapher des "Elfenbeinturms" umschreibt. In diesem Fall sage ich nicht, "was lange währt wird immer gut".
Nun, mitten in der Corona-Krise, traut sich die Akademie mit einer allzu grundsätzlich angelegten Ad-hoc-Stellungnahme aus der Deckung und empfahl Maßnahmen, deren Durchsetzung der Politik vorbehalten sind. Dabei ist
viel Grundsätzliches schiefgelaufen. Die "Lepoldina" hat sich mit ihrer jüngsten Stellungnahme zur Koronakrise überhoben. Mundschutz, Grundschulkinder etc.
Sie zeigt Realitätsferne. Exakt wie Merkel. Kein Wunder. Diese Akademie wird
von Merkel persönlich sehr geschätzt. Sie avancierte zu ihrer Politikberatung.
Pikant:
Merkels Ehemann, Joachim Sauer, ist als international renommierter Chemiker seit 2007 Mitglied dieser Leopoldina-Akademie. Noch Fragen?

Klaus Funke | Mi, 15. April 2020 - 09:08

Was kommt da für eine Truppe zusammen. Ein Live-Kabarett. Ja, es stimmt, das bewährte Prinzip: Zuckerbrot und Peitsche. Fehler werden nicht zugegeben, sondern mit neuen Lügen zugekleistert. Wann kommt die Masken-Pflicht, zusammen mit gezielten und klug bedachten Erleichterungen? Macht diese Regierung auch mal einen Kassensturz? Wie lange können wir uns diesen Zustand leisten? Ich denke dabei an die Wirtschaft und die zu erarbeitenden Steuern. An die Menschen, außer dem lächerlichen Lippenbekenntnis, dass die Gesundheit ganz oben stünde, an ihr Volk denkt diese Kanzlerin und ihre Ja-Sager längst nicht mehr. Ich wette, sie bereitet sich auf die nächste Legislatur vor. CDU-Vorsitzenden-Wahl, das war einmal. Denn ohne sie, die Krisenkanzlerin, können wir ja nicht auskommen... indes, am Ende werden die Küken gezählt und diese Bilanz wird furchtbar ausfallen. Ein Glück, dass dies alle betrifft, auch die standhafte Garde um GL und KOH...

Hans Jürgen Wienroth | Mi, 15. April 2020 - 09:39

Eine sehr gute Analyse, Herr Schwennicke. Sie zeigt deutlich, dass die Menschen in diesem Lande vornehmlich ihr Vergnügen vermissen, nicht jedoch ihre Arbeit. Das Geld läuft weiter, ist das Versprechen des Staates. Hoffentlich kann auch dieses eingehalten werden und führt nicht irgendwann zu einem bösen Erwachen.

Urban Will | Mi, 15. April 2020 - 10:06

In reply to by Hans Jürgen Wienroth

ich kann nicht erkennen, wo diese Analyse zeigen soll, dass die Menschen vornehmlich ihr Vergnügen und weniger ihre Arbeit vermissen.
Ob und wie lange das Geld weiterläuft ist ja sehr differenziert zu betrachten, bei vielen läuft schon lange kein Geld mehr.
Und Kurzarbeit ist keine Dauerlösung.

Ich persönlich vermisse meine Arbeit weit mehr als irgendwelche Vergnügungen. Die hätte ich auch trotz der Beschränkungen (Sport, frische Luft) und werde sie nach meiner Quarantäne mit Vergnügen wieder aufnehmen.

Die geschlossenen Schulen können zur größten Belastung werden, gerade bei Sonderfällen (beeinträchtigte Kinder), da sollten nur die mitreden, die betroffen sind.

Nochmal zur Arbeit: Meine Branche wird – wie andere auch – in wenigen Monaten kollabieren ohne Staatshilfe. Und dann sind das - die Zulieferer und anhängenden Jobs mitgerechnet - Hunderttausende Arbeitsplätze.
Wie Sie sagen: Das Geld läuft weiter.
Aber wie lange?
Es muss eine vernünftige Lösung her und zwar bald.

Urban Will | Mi, 15. April 2020 - 09:48

Auf Marshmallows kann man gerne verzichten, infantile Ungeduld ist kein Maßstab. Und es ist keine „Belohnung“, essentielle Grundrechte wieder wahrnehmen zu können.

Die Crux ist ja, dass es aus logischer Sicht noch Jahre dauert, bis Corona als „besiegt“ gelten kann. Wenn es nämlich noch stimmt, dann ist das der Fall, wenn in einem Land runde 60 – 70% infiziert waren. Jetzt liegen wir, eine hohe Dunkelziffer angenommen, irgendwo bei einer Million, also bei 1,2%.

Man hört davon nicht mehr viel, aber ich befürchte, man hat einfach keinen wirklichen Plan, wie man mit der Realität umgehen soll, wie man Fakten und Wünsche unter einen Hut bringen möchte.

Es werden die Zahlen steigen, wenn uns das normale Leben zurückgegeben wird. Egal wie langsam das geht. Und egal, wann.
Wenn es zu langsam geht, sind die sozialen Folgen deutlich schlimmer.
Warum nicht jetzt anfangen?

Mut zum Risiko gehört auch zur Verantwortung.
Wer dieses Risiko nicht eingehen möchte, muss es uns sagen.

ja erklimmt ungeahnte Höhen, wenn man den Regierenden/Opposition, sowie Forschen das Vertrauen ausspricht.
Ich habe auch gar keine andere Wahl, ich bin Laie.
Als solchem gefällt mir Ihr Kommentar und es scheint auch noch kein Impfstoff gegen das Mers-Virus zugelassen zu sein.
Es wird also sehr stark darauf ankommen, wie wir lernen mit Covid 19 zu leben.
Erkältungen und Magen-Darm-Probleme sind wohl auch auf, aber harmlosere Coronaviren zurückzuführen.
Soviel Kraut ist gegen eine Erkältung auch nicht gewachsen.
Warum kombiniert man dann nicht eine Grippe- oder Pneumokkoken-Impfung gegen Lungenentzündung mit dem, was man sonst BEI einer Erkältung oder Grippe zu sich nimmt und versucht zu überleben, über was man evtl. später auch nur wird sagen können 3 Tage kommt sie, 3 Tage steht sie, 3 Tage geht sie?
Ich traue den Forschern* sehr viel zu, aber "hexen" können die auch nicht, schon gar nicht wenn es verantwortlich zugehen soll.
Ist genügend Impfstoff gegen Lungenentzündung da für alle?

helmut armbruster | Mi, 15. April 2020 - 11:27

"...wenn ihr brav seid gibt's etwas Süßes"
Ich will da nicht mitmachen. Niemand braucht mich wie ein Kind zu behandeln. Noch bin ich ein Erwachsener und mein Wohl- oder Nichtwohlverhalten kann man sich nicht mit "etwas Süßem" kaufen.
Das Einzige auf das ich mich einlassen würde, wären vernünftige Argumente.

Jochen Röschmann | Mi, 15. April 2020 - 13:02

der Testaufbau war anders: Die Kinder bekamen den ersten Marshmellow sogleich vor die Nase gesetzt, mit der Aufforderung, den nicht anzurühren bis die Bezugsperson den Raum betritt und es erlaubt. Dabei wurde ein zweiter M. als Belohnung versprochen.

Dorothee Sehrt-Irrek | Do, 16. April 2020 - 09:36

In reply to by Jochen Röschmann

die Abwesenheit der Bezugspersonen sollte auch von diesen erklärt worden sein und die Kinder sollten vorher etwas gegessen haben, Süßigkeiten also nicht als Ersatz für irgendetwas betrachten, sondern nur als Belohnung für sinnvolles Verhalten.
Meine kleine Tochter mußte erleben, dass ich mit Blaulicht ins Krankenhaus kam und auf der Intensivstation für sie nicht erreichbar war.
Das können Sie üben, wie Sie wollen.
Sinnvoll ist dafür aber, von vornherein eine Absonderung als Kleinfamilie zu vermeiden.
Gesellschaft ist die Normalität, die uns dann auffängt.
Deshalb glaube ich Herrn Precht, dass auch Scheidungen ansteigen können.
Ach so, ich bin übrigens mit den Hinweisen meiner Mutter aufgewachsen, dass Gesundheit und das meinte eigentlich auch seelische, wichtiger ist als Erfolg.
Vor allem ausreichend Schlaf!