Männersterblichkeit und Corona - „Männer haben per se ein erhöhtes Risiko"

Durchschnittlich sterben mehr Männer an der Covid-19-Erkrankung als Frauen. Eine Frage des Immunsystems? Nicht nur, sagt der Androloge Günter Stalla. Auch Hormone spielen eine Rolle. Es gibt aber noch einen anderen Grund für die höhere Sterblichkeit.

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Männer als Risikogruppe? / dpa

Autoreninfo

Rixa Rieß hat Germanistik und VWL an der Universität Mannheim studiert und hospitiert derzeit in der Redaktion von CICERO.

 

So erreichen Sie Rixa Rieß:

Prof. Dr. med Günter Stalla ist Internist, Endokrinologe und Androloge in München. Er ist designierter Präsident der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie e. V.

Herr Professor Stalla, es hat sich in verschiedenen Studien, beispielsweise in einem Seuchenbericht chinesischer Behörden, herauskristallisiert, dass Männer öfter an Covid-19 versterben. Wie erklären Sie es sich, dass Männer häufiger und heftiger an Covid-19 erkranken?
Das eine ist das Risikogeschlecht „Mann“. Höhere Lebensdekaden, das kardiometabolische Syndrom und die Lungenerkrankungen als Vorschädigung sind Risikofaktoren für einen schlechteren Krankheitsverlauf einer Coronavirus-Infektion. Kardiometabolisches Syndrom heißt, es sind Männer mit Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes.

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Alexander Mazurek | Mi, 22. April 2020 - 16:06

…. haben Männer seit Jahrzehnten eine geringere Lebenserwartung, oder ist die Erkenntnis neu? Und wie ist es bei Diversen?

Heidemarie Heim | Mi, 22. April 2020 - 16:46

Was das Zusammenspiel unserer Hormone, deren Wirkungen bzw. Auswirkungen betrifft, erkennt man erst wenn man selbst betroffen bzw. mit einer diagnostischen Ahnung vom Ursprung des persönlichen Missbefindens versucht einen Termin bei einem Spezialisten, einem Facharzt für Endokrinologie zu bekommen, der sich auf die Suche danach begibt. Wie sich das Fehlen bzw. die geringste Dysbalance dieser Botenstoffe auswirkt, kennt man meist nur bei Schilddrüsendysfunktion oder als Frau im Klimakterium. Mann hat ja so was angeblich nicht!;-)Bis auf die, die bei entsprechenden Leiden den Andrologen aufsuchen, im Body Building oder Leistungssport unterwegs sind. Ups! Doch so einige. Doch bei einem Angriff durch einen Virus ist meines Wissens nach noch kein Kraut gewachsen ohne ein starkes Immunsystem. Beim Versuch heraus zu finden wie und mit was ich meines stärken kann,
stand ich wie im Super-Mercado vor einem Riesenregal voll 100 Shampoos,Kuren und Gedöns und käme auf 1xtgl.30 Wunderpillen! MfG

Fritz Barth | Mi, 22. April 2020 - 18:04

In reply to by Heidemarie Heim

Sehr gut beschrieben Frau Heim,gefällt mir.

Ingrid Malhotra | Do, 23. April 2020 - 08:03

Insbesondere in China sterben anscheinend sehr viel mehr Männer, wohl vor allem ältere, an Covid-19. ein wesentlicher Faktor dürfte dabei wohl sein, dass chinesische Männer, ganz im Gegensatz zu den Frauen, in der Mehrheit ausserordentlich starke Raucher sind. Die meisten dürften schon im mittleren Alter stark geschädigte Lungen und Bronchien haben. Man kann die Situation dort wohl nur bedingt mit der hiesigen vergleichen, wenn überhaupt.

Der Gedanke kam mir ebenfalls, liebe Frau Malhotra! Zumindest in TV-Reportagen, insbesondere über z.B. die chinesische Landbevölkerung sah ich eine Häufung m.E. auch ziemlich vor/früh-gealterter Männer, die sozusagen starken Tobak in Kette rauchten. Mit ihrem Hinweis auf Vorschädigungen brachten Sie mich auf die Frage, wie es momentan außer den an chronischen Atemwegserkrankungen leidenden,bei unseren Allergiegeplagten geht, deren Immunsystem gerade mehr oder weniger Amok gegen alle möglichen Pollen und andere Allergene läuft? Muss ich unbedingt mal nachschauen welche Erkenntnisse es dazu gibt, denn die nächsten Riesenbirken sind geschätzte 40m Luftlinie entfernt;). Bleiben Sie gesund! MfG

Heidemarie Heim | Fr, 24. April 2020 - 14:36

So schnell kann`s gehen! Kaum hat man die Raucher und das höhere Risiko des männlichen Geschlechts in Corona-Zeiten ausgemacht, kommt eine Studie um die Ecke, die zumindest erstaunliche Erkenntnisse zeitigt. In einer Studie von 500 Personen mit Infekt in Frankreich, sowie im Vergleich anderer verfügbaren Zahlen weltweit stellte man fest, das der Anteil Raucher aller überhaupt Infizierten nur bei 1,5-ca. 12,5% liegt!? Weswegen man nun nach Erlaubnis durch die oberste Gesundheitsbehörde Frankreichs,Versuche mit Nikotinpflastern unterschiedlicher Stärke bei nicht rauchenden Pflegekräften anstellen möchte. Einige Forscher haben den Verdacht, das Nikotin und evtl. andere Stoffbestandteile des Tabaks das Andocken des Covid-Virus an relevante Zell-Rezeptoren ganz oder zumindest Großteils verhindern, da sie scheinbar von Nikotin schon besetzt sind. Übersetzt hieße das wohl, das man mit dem Zellgift Nikotin sozusagen eventuell den Teufel mit dem Beelzebub austreiben könnte? Erstaunlich! MfG

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