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Für politische Nachwuchskräfte im Osten gab es nie einen fruchtbareren Boden als jetzt / dpa

Politischer Nachwuchs im Osten - Wie wir den Stillstand in unserer Heimat bezwingen

Um den Zugang zu den Menschen in Ostdeutschland zu finden, braucht es einiges mehr als nur langweilige Sonntagsreden. Nora Zabel schreibt in ihrem Gastbeitrag, warum die politischen Nachwuchskräfte im Osten gerade jetzt die Initiative ergreifen sollten.

Autoreninfo

Nora Zabel ist 23 Jahre, CDU-Mitglied und Studentin der Philosophie und Politikwissenschaft an der Universität Rostock. Sie arbeitet zudem als Social-Media-Referentin in der CDU-Landtagsfraktion Mecklenburg-Vorpommern.

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Vor einiger Zeit bin ich mit dem Zug aus Berlin Richtung Heimatdorf gefahren. Drei Stunden lang fing mein Blick aus dem Fenster dasselbe Bild ein: die Aneinanderreihung scheinbar endloser Wiesen und Felder. Dieses Bild wurde nur von grauen und zumeist verlassenen Bahnhöfen, an denen der Zug gehalten hat, unterbrochen. 

Würde mich jemand fragen, was ich fühle, wenn ich nach Hause komme, so würde ich dieses Bild zeichnen. Die Wiesen und Felder stehen dabei für das Natürliche. Die gewohnte Sicherheit. Für das Selbstverständliche und Unberührte. Und so gleichzeitig auch für das Gegenteil von Veränderung. Die grauen und verlassenen Bahnhöfe symbolisieren jenen Stillstand, den ich erfahre, sobald ich die Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern überschritten habe.

Ich kenne die Wiedervereinigung nur aus dem Geschichtsbuch

Ich habe während meines politischen Engagements zu Hause im Osten gelernt, dass dort etwas in der Luft liegt. Etwas, das ich leider nicht verstehe, weil es vor meiner Zeit passiert ist: Ich spreche vom Zusammenbruch der DDR und dem damit verbundenen Systemwechsel.

Ich kenne die Wiedervereinigung nur aus dem Geschichtsbuch. Bis vor einigen Jahren dachte ich, es gebe gar keine Unterschiede mehr zwischen den westlichen und östlichen Bundesländern. Und genau danach habe ich auch meine politische Agenda ausgerichtet: Ich habe mich stets und lautstark für gesellschaftlich liberale Werte eingesetzt. Für eine Gesellschaft, in der jeder nach seiner Façon selig werden soll. Auch das Thema Nachhaltigkeit schien mir dringend wie nie. Und so war ich stolz auf mich, dass ich voranging und habe gar nicht gemerkt, dass mir nur wenige Landsleute folgen konnten. 

Wo ist die verdammte Mitte?

Die Enttäuschung ist groß, wenn man bemerkt, dass man Antworten auf Fragen hat, die nur wenige stellen. Gerade, wenn das eigene Politikverständnis dadurch geprägt ist, die Dinge mit den Bürgern im Dialog voranzubringen und zu gestalten. Doch was sind die Fragen, die Ostdeutsche stattdessen umtreibt? Was beunruhigt sie? Und was macht sie glücklich? Warum fühlen sie sich von Parteien angesprochen, die für radikale Maßnahmen werben? Beispielsweise die Linke, die mit ihrem moralischen Totalitätsanspruch und einem fragwürdigen Gerechtigkeitsverständnis zwar die Probleme anspricht, aber dafür keine vernünftigen Lösungen anbietet.

Seit Jahren fahre ich regelmäßig an Plakaten von den Linken vorbei, auf denen „Wir wollen den Bildungsaufstand“ groß und fett geschrieben steht. Damit soll der Lehrermangel und der damit verbundene Unterrichtsausfall angeprangert werden. Für mich ist das Symbolpolitik at its best: denn das Problem im Bildungsbereich liegt tiefer. So tief, dass es sich vielleicht nicht mehr so sexy auf roten Plakaten mit dem Symbol der ausgestreckten Faust liest. Dabei geht es doch viel mehr um Weiterbildungsmaßnahmen im digitalen Bereich für Lehrer. Denn die sind im Durchschnitt so alt wie die meisten Overhead-Projektoren in den Klassenräumen. Ich will nicht sagen, dass alleine Weiterbildungsmaßnahmen diese Probleme in Luft auflösen, doch erlauben sie uns, die richtige Anwendung von digitalen Mitteln und den Einsatz unserer Lehrerinnen und Lehrer anders zu denken. 

Eine rückwärtsgewandte Politik

Auf der anderen Seite des politischen Spektrums sieht es leider auch nicht besser aus: Die rückwärtsgewandte und zum Teil rechtsextreme AfD beschränkt sich zumeist auf das destruktive Kritisieren der anderen Parteien. Sie bemüht sich nicht einmal, auf die drängenden Fragen der Zeit eine Antwort zu finden. Während meiner Zeit als studentische Mitarbeiterin im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern, saß ich den Abgeordneten der AfD oft auf der Besuchertribüne gegenüber. Ich habe beobachtet, wie sie die Reden ihrer Parlamentskollegen mit despektierlichen Zwischenrufen störten, einfach dazwischen quatschten oder sich breitbeinig über Frauen lustig gemacht haben. Sobald ein Abgeordneter aus ihren Reihen selbst ans Pult trat, sollte jeder noch so kleine Zwischenruf geahndet werden.

Ich weiß, dass es in Parlamenten in einem bestimmten Ausmaß oft so abläuft. Aber das, was die AfD dort in den Sitzungswochen abliefert, ist so unprofessionell, dass ich mich gefragt habe, ob ich wirklich in einem hohen Haus sitze. Ich will ehrlich sein, dieses Auftreten der Herren faszinierte mich. Es führte dazu, dass ich meine Aufmerksamkeit kaum auf die inhaltliche Debatte richten konnte. Mit dem Blick auf die vergangenen Anträge stelle ich im Nachhinein fest, dass ich wenig verpasst habe: Ob es um die Forderung nach einer Dauerbeflaggung von Schulen oder um die Abschaffung der geschlechtergerechten Sprache im Unterricht ging: Herausforderungen, die wirklich Substanz verlangen, werden nicht einmal thematisiert.

Das Bohren dicker Bretter

Damit bürgerliche Parteien im Osten verstärkt den Zugang zu den Bürgern finden, reicht es nicht, Sonntagsreden zu schwingen, in denen sie versichern, dass sie den Menschen zukünftig wieder mehr zuhören. Es reicht auch nicht, permanent anzukündigen, dass die Lebensleistung im Osten stärker wertgeschätzt werden muss.

Seit Jahrzehnten wird darüber diskutiert, dass die Löhne zeitnah angeglichen werden sollen. Jeder, der im Politikbetrieb unterwegs ist, weiß, dass Prozesse sehr langwierig sein können. Max Weber nannte es das Bohren dicker Bretter. Aber in Mecklenburg-Vorpommern hat man manchmal das Gefühl, dass die Verantwortlichen schlicht und einfach nicht mitbekommen haben, dass es schon seit längerer Zeit Bohrmaschinen gibt, die einen schneller ans Ziel bringen. Es braucht Politiker, die dafür sorgen, dass die jungen Menschen nicht abwandern.

So viele kreative Ideen

Es stecken so viel kluge und kreative Ideen in unseren Köpfen, mit denen wir das voranbringen wollen, was wir am meisten lieben: unsere Heimat. Es ist manchmal frustrierend zu sehen, dass wir kaum Möglichkeiten bekommen, etwas aus unseren Ideen zu machen. Deswegen sollte jeder Schüler schon in der Schule lernen, wie man ein Unternehmen gründet. Dafür braucht es eine moderne digitale Ausstattung. Leider verschläft es die SPD-Bildungsministerin, das Geld aus dem milliardenschweren DigitalPakt des Bundes abzurufen. Schade drum. Die junge Generation Mecklenburg-Vorpommerns würde sich freuen. 

Auch wichtig für uns junge Menschen: Wie komme ich von A nach B? Das Auto ist für uns längst kein Statussymbol mehr, sondern allenfalls nur noch Mittel zum Zweck. Wichtig ist uns vielmehr, uns nachhaltig und flexibel bewegen zu können. Wir stellen uns unseren Mobilitätsmix aus Car-Sharing-Angeboten und ÖPNV selbst zusammen. Vertraut uns da ruhig mal. Schließlich sind wir es, die im Moment noch unsere Eltern oder Freunde fragen müssen, ob sie uns nach einer verzechten Nacht von einer Bar aus Schwerin abholen. 

Wir sind es unserer Heimat schuldig

Doch die besten Inhalte reichen nicht aus, wenn sie nicht von einem authentischen und integren Personal mit einer politischen Agenda aus der Mitte kommuniziert werden. Eine Agenda, die alle Interessen aller Bürger berücksichtigt und ein Zukunftsversprechen an alle jungen Menschen gibt, die den Stillstand im Land nicht mehr ertragen können.

Deshalb gab es für politische Nachwuchskräfte im Osten nie einen fruchtbareren Boden als jetzt. Wir sind nicht von einem System enttäuscht worden, die Erfahrung steckt uns also nicht den Knochen. Unsere Naivität ist unsere größte Stärke. Wir leben die Demokratie wie keine Generation vor uns. Wir stecken voller Hoffnungen, Kreativität und Ideen, die der Osten braucht. Wir sind es unserer Heimat schuldig, dass wir aus den grauen und verlassenen Bahnhöfen bunte Orte der Zusammenkunft machen. 

Karl-Heinz Weiß | Sa, 17. April 2021 - 14:49

Ein gelungener Beitrag zum Lebensgefühl junger Menschen mit Verwurzelung in ihrer Heimatregion . Bei der Lektüre empfinde ich es (mal wieder) als bedrückend, wie wenig Angela Merkel mit Sozialisation und mit Wahlkreis in MV zum Gedeihen eines gesamtdeutschen Lebensgefühls beigetragen hat. Außer ihrer überheblichen Schelte aus sicherer Entfernung (Südafrika) zur MP-Wahl in Thüringen: wenig.

Andre Möller | Sa, 17. April 2021 - 15:32

Sondern noch vielmehr: das ganze ex-industrielle und alte infrastrukturelle Umfeld der Städte und Dörfer entlang der Bahnstrecken hat symbolischen Charakter - es bezeichnet den krassen Bedeutungsverlust Ostdeutschlands - hier wird kaum noch was hergestellt. Mit der Bahn wird kaum was transportiert. Die Städte scheinen sich für das destruktive Umfeld ihrer Bahnhöfe auch nicht zu interessieren. Manchmal fühlt man sich an Bilder aus Nachkriegszeiten erinnert. Und nicht nur in MV! Obwohl mir Güstrow und Pasewalk in wirklich schlechter Erinnerung sind. Blühende Landschaften sehen anders aus. Der Verlust der wirtschaftlichen Perspektive mit dem Strukturwandel nach 1990 in fast allen Landkreisen Ostdtl. hat die Menschen geprägt. Meine Familie war krass davon betroffen, auch meine berufliche Perspektive war futsch. Man hat ganz viel Verwaltung und schöne Worte an die Stelle gesetzt. Die politische und gesellschaftliche Situation ist nicht umsonst so, wie sie ist. Das Bohren dicker Bretter: Ja!

Mit der Digitalisierung werden auch viele Geschäfte in den Städten und Dörfern verschwinden, also, nach der Industrie auch der Handel. Wen man sich nicht auf die neue Zeit einstellt, wird das Neue nur noch aus China und der USA importiert. Was im übrigen nicht nur für Ostdeutschland gilt. Die Politik hat die letzten 20 Jahre nur geschlafen, aktiv nichts gemacht. Jetzt, wo die deutsche Automobilindustrie digitalisiert, könnte endlich etwas Neues passieren, insbesondere da die Politik sich ja nur als Dienstleister der Industrie versteht. Die CDU sehe ich da aber nicht als Antreiber, eher als Schläfer. Auch Laschet und Söder machen da keine Ausnahme. Wenn man bedenkt wie lange beide schon in der Politik sind und das durchaus auf einflußreichen Posten dann hätte viel mehr von ihnen kommen können.

zu dem spannenden Artikel schreiben könnte.
Meine Antwort geht jedoch an den mir "näheren" Kommentar und meine Frage.
Könnte nicht nur die Industrie im Osten weggebrochen (teils auch durch den Abfluss von qualifizierten Arbeitskräften in den Westen?) und abgewickelt worden sein, sondern auch das, worauf sich meist eine Verwaltung stützen kann, ein politisches Umfeld, eine artikulierte gesellschaftliche Exploitation?
Wenn ich mir die Mitgliedszahlen der Parteien im Osten anschaue, dann vermute ich auch eine Privatisierung eigentlich gesellschaftlicher Interessen.
Das mit den Bahnhöfen täuscht meines Erachtens,
Was ich nach der Wende im Osten sah, war einfach nur Zerfall.
Was sich dann tat, war schon auch ungeheuer viel, so dass die Bahnhöfe eher verbliebene, noch nicht erneuerte Reste eines ehemaligen ungeheuren Mangels (aus welchen Gründen auch immer) darstellen.
Die Belastungen im Osten waren entsetzlich, aber nicht aussichtslos.
Ich werbe um Zuversicht in Zukunft.
Respekt

Wie wärs mit selber machen und selber was auf die Beine stellen, anstelle Jammern und Anspruchshandlung an den Staat?
Braucht Mut und weniger Anspruchshandlung an den Staat.
Nach dem 2. Weltkrieg hatten sich unsere Eltern auch nicht hingestellt und von den Alliierten verlangt, doch bitte mehr für ein angenehmes Umfeld und Infrastruktur zu sorgen.

Bernd Muhlack | Sa, 17. April 2021 - 15:33

Wie oft erwähnt: ich begreife es schlicht nicht!

Es gibt die geniale LP von Pink Floyd "The dark side of the moon"
Sprach nicht sogar der ehemalige oberste präsidiale Bundespfarrer Gauck von "Dunkel-D", also the dark side of Germany?
Das ist schlicht ungeheuerlich, um es mit Kanzlerin Merkel zu sagen; sie bezog das bekanntlich auf ein anderes Thema.

Pegida ist eine zu vernachlässigende Minderheit.
Sollen sie doch demonstrieren.
Im "Westen" hüpfen eben die Kiddies des Freitags und skandieren Systemwechsel!
Jeder nach seinem Gusto!
Der "Westen" ist quasi rot-grün-rosa-D!

Werte Frau Zabel, wer hindert Sie daran Ihre Ziele, Utopien zu realisieren?
Eine Freundin unserer Tochter ist nach dem Abi "rüber" in eine Großstadt in Dunkel-D, gründete mit Kumpels ein Start-Up im Fitness-/Wellness-Bereich.
Nach anfänglichem "Ruckeln" lief es sehr gut; qua Corona seit über einem Jahr tote Hose. Inzw. läuft ein weiteres Projekt.
Frau Zabel: man muss einfach anpacken, tun und machen, gell?
Alles Gute!

Und hier liegt das wahre Problem. Zu keinen pauschalen Sachverhalt argumentieren & 2x zuhören & 1x reden bzw. DISKUTIEREN.
Nach ZUVERNACHLÄSSIGEN kommt "bekämpfen" & danach eliminieren, egal wie & mit welchen Methoden, die nicht tödlicher, aber immer mehr perfider werden.
Es mag ja sein, das es in der Bewegung Meinungen & Ansichten gibt, die man nicht als Freunde haben möchte.
Aber warum wird nicht zugehört & warum KEINE DISKUSSION?
Man sollte jedoch bedenken, dass ihre Entstehung wie bei der AFD durch das Handeln der Frau Merkel entstand. Hinzu kommen die Forderungen, wo ich jede einzelne Unterschreiben würde.
Und nicht umsonst waren am Anfang 20-30 Tausend bei den Protesten anwesend, bis die
Kalaschnikowartige Entrüstung der guten Bubis kam. Und wie immer der erhobene Zeigefinger:
Rechte, Nazi, Steinewerfer.

Ja, die Fäulnis des Hasses & der Angst hat das Fundamat & das Mauerwerk angegriffen.

Als Kind wurde mir der Spruch beigebracht: jeden Tierchen sein Pläsierchen. MfG

Kann man vernachlässigen? Sicher, dass sind laute, extremistische Minderheiten.
Aber Pegida, von einem vorbestraften Volksverhetzer angeführt, mobilisierte schon mal Zehntausende. Dunkeldeutschland mag auch im Osten ein kleiner Tei sein - dennoch gibt es in der ehemaligen DDR noch immer zu viele Menschen, die nichts mit Demokratie anfangen können. Von AfD & Co werden die dann auch noch als besonders wach oder sensibel gelobt - woraufhin sich die Rechtaussendenke natürlich noch verfestigt. Wenn dann auch noch ehemalige Opfer des SED-Regimes für rechte Extremisten werben, hilft das auch nicht unbedingt.
So mancher im Osten ist eben noch nicht so weit.. oder schon wieder da, wo wir sicher nicht hin wollen.
Bon journee!

Genau, Herr Muhlack. Man kann hoffen, dass es zielführend ist, wenn Beamte 'allen' Schülern die Gründung eines Unternehmens beibringen sollen, wie es die Autorin für die Schulen anregt . Beamte sind möglicherweise Beamte geworden, weil Ihnen die Risikofreude (auch finanziell) ggfs. nicht so im Blut liegt. Es heißt ja "Unternehmer", weil schon im Wort die Bedeutung steckt, dass man nicht auf erst Anweisungen von oben wartet. Es ist gesellschaftlich letztlich aber nur wichtig, dass jede(r) Beamte/in oder Unternehmer/innen an ihren Plätzen die besten Leistungen erbringen. Vor allen Dingen gehört zum Geschäftsleben Schnelligkeit, Durchhaltevermögen, Entscheidungsfreude und Flexibilität. Der Öffentliche Personennahverkehr z.B. wäre da nicht unbedingt das Mittel meiner Wahl!
Ansonsten: Mir ist der Bericht zu viel Klagelied!

Andre Möller | Sa, 17. April 2021 - 15:38

sehr viele Dinge der Daseinsvorsorge inkl. der Bahn und des Gesundheitswesens wieder in öffentl. Hand sehen will. Und zwar so, dass die Politik da nicht mehr dauernd rumpfuschen kann. Das sind Dinge, die in Expertenhand gehören. Ansonsten wünsche ich der Autorin viel Glück in der Landespolitik meines Heimatlandes. Dicke Bretter! Mit Ziel,Plan, Ausdauer und guten Verbündeten sollte da was zu machen sein. Und immer das Ohr nah am Volk. Nicht so wie bisher...

Bernhard Mayer | Sa, 17. April 2021 - 17:16

> Eine Agenda, die alle Interessen aller Bürger
> berücksichtigt und ein
> Zukunftsversprechen an alle jungen Menschen
> gibt, die den Stillstand
> im Land nicht mehr ertragen können.

Schön Frau Zabel ich rate Ihnen, damit einfach anzufangen.

Ob eine Studentin der Philosophie und Politikwissenschaft dafür befähigt ist dürfen Sie gern unter Beweis Stellen ;-)

Fritz Elvers | Sa, 17. April 2021 - 19:26

wird daraus noch keine Volkswirtschaft.

Die Startchancen waren eigentlich nicht schlecht: Hoher Aubildungsgrad, hohe Motivation, allerdings inkompatible Währung (D-Mark). Die Richtung SU orientierte Wirtschaft ist vollkommen zusammengebrochen. Bis auf wenige Standorte mit billigen Arbeitskräften brauchte der Westen den Osten nicht. Im Gegenteil, mögliche Konkurrenz wurde mittels Treuhand abgeschafft.

Nur die Infrastruktur ist, mit Westmitteln bezahlt, schöner als in Gelsenkirchen.

Urban Will | Sa, 17. April 2021 - 19:29

kann, wird dieses Land von Merkel beherrscht.
Dafür kann sie gewiss nichts, aber in so ziemlich jedem Satz ihres Beitrages kommt diese Prägung zum Vorschein. Substanzlos.
Sie sollte, wenn sie schon die heutigen Debatten vom Ton her so in Anspruch nehmen, dass sie sich auf nichts mehr konzentrieren kann (ihr Handy wird sie sicher noch bedienen können), mal ein wenig in die 70er und 80er zurück gehen.
Die Duelle Wehner – Strauß zum Beispiel.

Naivität als Stärke? Da bekomme ich Blutdruck. So etwas möchte ich nicht im Parlament haben.
Ihre Generation wurde nicht „vom System“ enttäuscht? Seit einem Jahr beraubt eine in diesem „System“ Sozialisierte sie ihrer Grundrechte! Jetzt will das „System“ sie ab 21 h einsperren!

Frau Zabel gehört einer Jugend an, die offensichtlich nie gelernt hat, zu hinterfragen, zu streiten, deren Leitfaden einzig und alleine die P.C. ist.

„Bunte Orte der Zusammenkunft“...
Ihre Träume klingen schön. Die eines Kindes. Sie sollte noch ein wenig warten.

Ingofrank | Sa, 17. April 2021 - 19:57

Da ich davon ausgehe, dass Sie als Schülerin der Unterstufe nicht unbedingt politisch interessiert waren kennen Sie nur eine Bundeskanzlerin. Einen direkten Vergleich zu Schröder od. Kohl können Sie auf Grund ihres Alters nicht ziehen. Für Sie ist die CDU die CDU merkelscher Prägung.
Stellen Sie sich eine schwarz angestrichene Skulptur vor, und versuchen Sie die schwarze Farbe abzulösen. Zum Vorschein kommt viel Rot, ganz viel Grün, ein wenig gelb, und etwas dunkelrot.
Die einzige Farbe die fehlt, ist schwarz.
Die CDU die Sie kennen ,hat ganz einfach die Mitte aufgegeben. Die heutige CDU steht schlich und ergreifend n i c h t mehr in der Mitte sondern links der Mitte wo sich alle außer der gelben FDP alles tummelt.
Im übrigen, wenn ihre Eltern/ Großeltern eine DDR Vergangenheit hätten , warum wissen Sie nur aus Schulbücher über diesen Teil der deutschen Geschichte Bescheid? Reden Sie mit den Ü60 ,die im Osten geboren, gearbeitet und dann dem Westen beigetreten sind.

Yvonne Stange | Sa, 17. April 2021 - 21:10

Ohne Seitenhieb auf die AfD geht es scheinbar gar nicht mehr, kein einziger Artikel, der ohne auskommt!
Ich kann es nicht mehr hören! Dieses Gejammer! Wie ist die Autorin denn sozialisiert worden von ihren Eltern? Ohne Stolz, ohne Ehrgefühl, ohne Willen? Anpacken, machen. Auch wenn es schwer fällt. Handwerk erlernen, nicht Geschwätzwissenschaften studieren, MACHEN! Ich kann es nicht mehr hören. Es nervt nur noch!
Blühende Landschaften hat man uns versprochen, jedem mit halbwegs Verstand war klar, daß das NICHT kommen wird. Abbau und Abwicklung stattdessen. Der Ossi ist findig und wird mittlerweile endlich wieder stolz auf seine Herkunft! Auf seine Dialekte, auf sein Können, Selbstbewußtsein entwickeln, nicht jammern. Aber dafür muß man halt arbeiten..... Jammern auf hohem Niveaus ist einfacher. So wird das nix. Ich bin stolz auf meine Kinder! Die packen an.

..und auch ich kann das Gejammer über die AFD nicht mehr hören. Diese Dame sollte sich mal einen Reithofer oder Pöbel Ralle anhören. Die Vita alleine lässt erkennen, das man es Kevin nachmachen will. Generation Schneeflöckchen. Ohne „anpacken“, aber drüber sprechen, in die gutversorgte Politik kommen. An ihr ist zu erkennen wo die CDU heute steht. Mitten im linksgrünen Lager. Als Wähler nehm ich direkt Grün. Und als liberal konservativer die „Verächteten“. Wenn das die neue CDU ist....dann gute Nacht Marie.
Meine 2 Kinder haben etwas Handfestes gelernt. Keine Labberfächer.
Frau Zabel verlassen Sie ihren Ponyhof und gehen mal nach draußen und bewegen was mit ihren Händen. Selbstverliebt ins Handy schauen bringt ihre geliebte Heimat nicht weiter.

Walter Bühler | Sa, 17. April 2021 - 23:31

..dass das Volk („die Mitte“) die Parteien verlassen hat. Um für sich eine Berufsperspektive zu erlangen, drängen sich nach meiner Erfahrung Jungfunktionäre in den Vordergrund, die etwa ein „Studium“ der Politik angefangen haben, aber sonst keine Berufs- oder Lebenserfahrung besitzen. Rhetorische Begabung, gewiefte mediale Selbstinszenierung sowie Networking sind die einzigen Kompetenzen, die sie in die Parteien und später in die Politik einbringen. Genau damit drängen sie aber andere („die Mitte“) aus der Partei hinaus, und erzeugen die Blase, in der die späteren Berufspolitiker vom Volk getrennt sind.

Liebe Frau Zabel, nach Philipp „Augustus“ Amthor sind Sie die zweite politische „Nachwuchspolitikerin“ aus der Ost-CDU, die mir auffällt.
Ihre Naivität ist nicht ihre größte Stärke, sondern Ihr größtes Problem. Sie sind Ihrer Heimat schuldig, dass Sie selbst erst einmal Ihre trübe politische Blase verlassen und lernen, dem Volk ("der Mitte") aufs Maul zu schauen. Das wäre Heimatliebe.

Ernst-Günther Konrad | So, 18. April 2021 - 10:18

So schön und richtig sich ihr Artikel liest, so wenig sehe ich Kritik an der eigenen Partei. Sie bedenken links und rechts und suchen die Mitte? Die suchen viele Foristen hier auch seit Jahren. Die Mitte wurde von "ihrer" Angela Merkel neu justiert und liegt stramm links in der politischen Landschaft,. So sehr ich Ihnen wünsche, dass Sie Erfolg haben und niemals den Begriff Heimat vergessen, so sehr hoffe ich auf die Jugend, die auch anpackt, macht und wieder Diskussionskultur einfordert und umsetzt.
Ja, auch Konservative müssen sich modernisieren und Innovation und neue Technik lernen zu akzeptieren und zu vertrauen. Nur müssen dabei gerade auch die älteren mitgenommen und eben auch angelernt werden. Nicht nur im Osten sind ältere Lehrer, die mit der digitalen Welt Probleme haben, auch im Westen. Und ja, Jugend zurück in die Heimat mit guten Arbeitsplätzen bringen, ist eine Botschaft, damit sie dem links-grünen Moloch in den Großstädten nicht hilflos ausgesetzt sind. Viel Glück.

W.D. Hohe | So, 18. April 2021 - 11:50

Den Beitrag Frau Zabels, Herr Muhlack, lese ich inhaltlich sehr gegensätzlich zu Ihrer aus Ihrem Schlussatz "tönenden" Interpretation.
Ich persönlich finde diesen "Ton" einigermaßen herabwürdigend. Mit Respekt hatte "der" wenig zu tun. Aber vielleicht haben Sie es nicht so gemeint - hoffe ich.
Meinem Empfinden nach geht es Frau Zabel um viel Grundlegenderes als Ihrer inhaltlichen Stellungnahme.
Die beschriebene Betrübnis, die ich aus den Zeilen gelesen bzw empfunden habe, hat ihre Ursprung sicher nicht in einem Mangel an "Anpacken"
Das geht schon etwas tiefer.
Meine Ansicht - weiter nichts.
MfG