Kritik an der Corona-Berichterstattung - „PR-hörig und regierungslammfromm berichtet“

Medienforscher stellen Journalisten keine guten Noten für ihren Umgang mit der Corona-Krise aus. Sie werfen den Medien vor, sie hätten den Kurs der Bundesregierung mit einer unkritischen Berichterstattung gestärkt. Aber wie kann man der Dynamik einer Pandemie angemessen begegnen?

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Haben die Medien ein Meinungsklima erzeugt, das den Shutdown alternativlos erscheinen ließ? / picture alliance

Autoreninfo

Antje Hildebrandt hat Publizistik und Politikwissenschaften studiert. Sie ist Reporterin und Online-Redakteurin für CICERO.

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Antje Hildebrandt

Stephan Russ-Mohl ist emeritierter Professor für Journalistik und Medienmanagement und Leiter des Europäischen Journalismus-Observatoriums, das Trends in der Medienbranche beobachtet und ländervergleichende Journalismusforschung betreibt. Er hat mehrere Bücher veröffentlicht, unter anderem mit Susanne Fengler, „Der Journalist als Homo oeconomicus“. Derzeit forscht er zur Berichterstattung über die Corona-Krise. 

Herr Russ-Mohl, Corona ist das Thema in den Medien. Macht es Ihnen noch Spaß, morgens die Zeitung aufzuschlagen?
Nur bedingt, ehrlich gesagt. Wir befinden uns immer noch in einer Corona-monomanen Berichterstattungsphase. Am Anfang war es aber noch schlimmer. Jetzt suchen wir ja wenigstens gemeinsam und vielstimmig nach einem Ausweg aus der Misere. Am Anfang hat mich irritiert, wie gleichgerichtet die Medien berichtet haben – ohne dass es einen Gleichrichter gegeben hätte. 

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Dorothee Sehrt-Irrek | Do, 23. April 2020 - 11:52

Wie bitte kann ich ihm einmalig eine kleine Summe zukommen lassen?
Wenn ich das dann noch absetzen könnte ... muss aber nicht sein, dem Staat brechen ja vielleicht auch die Steuereinnahmen weg.
Ich hätte dennoch eine vielstimmige Debatte gleich zu Beginn nicht noch befördert, höchstens breiter berichtet, denn ein Shutdown ist schon ein schwerwiegender Einschnitt, der aber m.E. möglich sein mußte, weil wir so schlecht vorbereitet waren.
Jetzt können wir uns hoffentlich aus der Schockstarre lösen, entscheidend dafür wird aber der Fortschritt des Umgangs mit dem Virus und die Behandlungsmöglichkeiten sein.
Ebenso hört man aus kundigem Mund, dass ein durch einen jetzt evtl. raschen Anstieg der Infektionsrate erzwungener erneuter Shutdown sehr problematisch wäre.
Summa Summarum bin ich nicht bereit, den Journalismus oder die Regierung über Gebühr zu kritisieren.

Abgerechnet wird zum Schluß. Ob die Medien "regierungsnah" und unkritisch übertrieben haben, und ob diejenigen, die Covid-19 als weniger gefährlich einstufen nicht angemessen zu Wort komen, wird sich noch herausstellen.

Ich stufe solche Auseinandersetzungen als Luxusdiskussionen ein. Hätten wir die Todeszahlen Italiens oder Spaniens, wären die Stimmen der selbsternannten Demokratieverteidiger wohl weniger laut.

Lieber Herr Lenz,
ob Medien regierungsnah und übertrieben haben in puncto Covid-19...empfehle ich
Ihnen, in der heutigen SZ die Beilage "Wissen" zu lesen. Ein Gespräch mit dem - von mir sehr geschätzten - Virologen Christian Drosten.

Stefan Jurisch | Do, 23. April 2020 - 12:21

Verhalten der Medien kennen wir doch nun schon zur Genüge aus der Migrationskrise. Getreu dem Motto, wer zu viel weiß, ist nur unnötig beunruhigt oder fängt vielleicht sogar das Denken an.
Wenn die großen Medien endlich mal wieder ihren Job ernst nähmen und alle Seiten ausreichend beleuchten, würden nicht sogenannte "Alternative Medien", die haufenweise krudes Zeug für die Aluhut-Fraktion veröffentlichen, wie Pilze aus dem Boden schießen.

Ulf Altenbeeke | Do, 23. April 2020 - 12:24

Einige wenige wertvolle Wochen einmal nicht das ständige breaking-news- und Kommentargeschnatter zu Merkel-Nachfolge, Trump, Klimawandel, Faschisten in der AfD, Grünen-Höhenflug, Brexit, Flüchtlingen, Elektroautos, Fußballbundesliga usw. usf. Alles sicher ganz wichtige Themen (zumindest Fußballbundesliga), aber eine Pause davon ist recht erholsam. Man merkt, 1/4 der alten Dosis reicht in Zukunft völlig aus.

"1/4 der Dosis reicht völlig aus." Und manches kann nach meinem Dafürhalten komplett gestrichen werden. Vielen Dank, Frau Hildebrandt, für das Interview.

Bettina Jung | Do, 23. April 2020 - 12:50

Danke für die relevanten Fragen und sachlichen Antworten.
Die MSM Artikel über die Corona-Krise nervt gewaltig. Diese erinnert mich an Kriegsberichterstattung bzw. Kriegspropaganda. Der Feind (Trump, Johnson etc) versagen völlig, bei uns läuft es vorbildlich. Jeder will Merkel haben (gerne - aber bitte behalten, der Umtausch ist ausgeschlossen). Auf TE werden jeden Morgen die Faktenlage und die Hintergründe hervorragend sachlich dargestellt. So möchte ich gerne über das Thema informiert werden.

bei T.E. oder anderen, ähnlichen "Medien", ordentlich informiert, doch daran glauben!

Nachher sollte er/sie allerdings nicht wieder die Entschuldigung bringen, er/sie habe es nicht gewusst...

wenn sich herausgestellt hat, was die vermeintliche Aufklärung durch diese "Qualifikationsmedien" wert ist....

T.E. meldete schon vor Wochen, der Höhepunkt der Pandemie wäre bereits überstanden - als man noch nicht einmal die Hälfte der Infizierten zählte...

So geht Qualitätsjournalismus...

Wissenschaft erfordert heute eine starke Spezialisierung. Wer Wissenschaft als Beruf betreiben will, braucht Leidenschaft und Energie. So braucht man auch die Fähigkeit davon überzeugt zu sein, dass man die gestellte Aufgabe lösen kann. Wissenschaftlicher Fortschritt ist auch immer dazu verdammt, überholt und/oder widerlegt zu werden. Man kommt auch zu keinem endgültigen Ergebnis, sondern ist im ewigen Wandel begriffen. Ein unmittelbarer Nutzen ist ebenso nicht immer sofort greifbar, jedoch im Kontext der Geschichte kann er Bedeutung gewinnen.

Die Subjektivität im Journalismus birgt immer die Gefahr politisiert zu werden. Das liegt dann auch an den unreflektierten „Begriffen“. In der Methodik ist der Journalist ja zunächst Beobachter, manchmal „Detektiv“. Er will aber heute auch Berater sein. Das geht natürlich mächtig schief. Experten und Laien, Wissenschaftler und Nichtwissenschaftler nehmen Risiken und die Welt verschieden wahr.

Die Differenz zwischen Journalismus und den Wissenschaften liegt auch darin, dass die einen die Welt abbilden wollen so wie sie ist (Realismus), und die anderen wollen Kenntnisse und Problemlösungen für die Welt gewinnen. Bereits bei der Problemformulierung verläuft die Grenze zwischen wissenschaftlichen und nicht-wissenschaftlichen Erkenntnismöglichkeiten.

Ein bestimmter Journalismus arbeitet auch mit unüberprüfbaren fiktiven Faktoren, die kein zutreffendes Bild von der Wirklichkeit liefern können. Derartige „theologische“ Konstruktionen (Mythen in den Neuen Medien) lehne ich jedoch ab.

Es bleibt dabei: die einen wollen Kenntnis über die Welt gewinnen, die anderen Aufmerksamkeit für Werbebotschaften.

ist für mich nicht leicht zu beurteilen. So wichtig Ihre Frage ist, möchte ich die bewußt vorgetragenen Halbwahrheiten hinzufügen. Halbwahrheiten denunzieren den Betrof-fenen. Eine Richtigstellung gleicht - meinem Gefühl nach - Ausreden zu erfinden.
Das Wort "Halbwahrheit" ist ein Negativwort. Daraus besteht unsere Politik.
MfG.

Werner Peters | Do, 23. April 2020 - 12:51

Nein, der Artikel beweist ja bestens, dass unser Journalismus alles andere als systemrelevant ist. Viel wichtiger ist der LKW-Fahrer, der ALDI und Co das Klopapier bringt! Auf erstere können wir verzichten, auf letztere nicht.

Stellen Sie sich vor: Global kein Internet, keine Zeitungen, kein TV, kein Radio und Sie wissen nicht warum. Keine Information dringt zu Ihnen durch. Auch Ihr Nachbar, der Feuerwehr, Polizei könnte Ihnen nicht beauskunften, warum. Mir würde es damit nicht gut gehen. Abgeschnitten von der Welt zu sein, ist ein höchst ungutes Gefühl. Guter Journalismus ist für mich persönlich systemrelevant.

Urban Will | Do, 23. April 2020 - 13:16

Freiheitsrechte abzugeben.

Zwei Schlüsselaussagen in diesem sehr interessanten Interview.
Die Gleichrichtung erfolgte freiwillig.niemand hat sie gezwungen.

Mangelndes Fachwissen in den Redaktionen mag es geben, aber das kann man ausgleichen durch objektives und nicht zielgerichtetes Recherchieren.

Es gibt so viele Kritiker dieser Shutdown – Maßnahmen, aber man muss schon selbst aktiv werden, sie zu lesen oder zu hören.

Leider wurde mein Kommentar zur Regierungserklärung Merkels nicht veröffentlicht, wohl mal wieder zu „böse“.

Aber: Höhnisches Gelächter um BT, wenn ein Abgeordneter an die Bedeutung der Freiheit erinnert und anmahnt, man brauche in erster Linie keinen Staat, sondern mündige Bürger...
Das zeigt, wie gleichgerichtet nicht nur die Medien, sondern das ganze System zu sein scheint.

88%... ein „gutes“ Ergebnis aus Sicht der Gleichrichter.

Klaus Peitzmeier | Do, 23. April 2020 - 13:28

Den Regierungen kann man in Anbetracht der positiven Zahlen bis jetzt kein schlechtes Zeugnis ausstellen.
Aber Fragen stellen u diskutieren wird man doch wohl dürfen.
Z.B. war die 70% Herdenimmunität zuerst ganz wichtig.
Bei einem Zeitraum von einem Jahr, wären das 153.000 Infizierte pro Tag. Wir haben aber nur 2.500 /Tag. Ist Herdenimmunität kein Thema mehr?
In DE sterben ca. 930.000 Menschen/Jahr = 2.500/Tag.
Durchschnittsalter: 76 Männer/82 Frauen. An Corona sterben 250 / Tag. Sollte deren Durchschnittsalter ähnlich sein, müßte man doch mal diskutieren, welcher finanzielle Aufwand u gesellschaftl. Einschränkungen zur Coronaeindämmung angemessen sind. So zu tun, als habe nur der Tod, aber nicht Wirtschaft, Arbeit u Freizeit etwas mit dem Leben zu tun, scheint mir sehr bedenklich. Und daß die Medien der Regierung das Geld rausknallen so kritiklos durchgehen lassen, ist schon sehr schwach. Das unabgestimmte Maßnahmenwirrwarr könnte auch kritischer beleuchtet werden.

Soweit, so richtig Ihr Statement. Wie kommen Sie allerdings auf 250 Corona Tote pro Tag in Deutschland? Der Wert liegt vermutlich eher bei 50, vielleicht 100, oder?

Das würde Ihre Hauptaussage verstärken.

@Herr Wolke, das Robert-Koch-Institut meldet vom 23. zum 24.4.20 ca. 220 Coronatote.
In den vergangenen Tagen wurden täglich zwischen 150 und knapp 250 Coronatote gemeldet.

haben Sie Ihre "richtige" Zahl der täglichen Corona-Toten?
Quelle bitte.

Manfred Sonntag | Do, 23. April 2020 - 15:29

Ein großartiges Interview! Es zeigt aber auch das Dilemma des linksliberalen Journalismus in Deutschland. Die Probleme in der Corona-Berichterstattung, welche hier sehr deutlich angesprochen und analysiert werden, sind doch auch bei der Migrationskrise und Energiewende aufgetreten. Es wird einfach nicht sachlich recherchiert und berichtet. Der Journalist hat eine Meinung und versucht sie mit Biegen und Brechen dem Publikum einzutrichtern (z.B.: ÖR). Es gibt keine Zweifel mehr in den Redaktionen. Alles hat dem ideologisch vorgegebenen Framing zu entsprechen (ich war selbst in einem Leserbeirat). Wie ist es sonst zu erklären, dass in den letzten Tagen plötzlich Meldungen erscheinen, wonach Feinstaub und Stickoxide kaum von Kfz verursacht werden. Wissenschaftler haben schon vorher auf diesen Sachverhalt hingewiesen, wurden aber von den „Medienschaffenden“ verhöhnt. Der ganze Rummel ist unglaubwürdig, egal ob Klima, Corona oder Migration.

Ein Redakteur beklagt den Verlust des Qualitätsjournalismus. Er beklagt die mittler-weile festgefahrene, bar jeglicher unbeinflußter Denkweise, des gelenkten Journalismus. Die Devise lautet:
"Ich habe eine vorgefaßte Meinung und lasse mich durch nichts irritieren".
So einfach ist es. Schluß, Aus, Amen.
Ich war immer der Meinung, die Medien seien die vierte Gewalt, die vierte Macht oder
publikative Gewalt. Sie sollten als informeller Ausdruck für die öffentlichen Medien in einem System der Gewaltenteilung, eine virtuelle Säule ergeben. S o l l t e n !

"PR-hörig + regierungslammfromm", ein hervorragender Bericht von Stephan Russ-Mohl. Damit legt Herr Russ-Mohl in die tiefe Wunde. Leider, leider hat er Recht.

Gisela Fimiani | Do, 23. April 2020 - 16:09

Herr Russ-Mohl spricht von „wir wissen viel zu wenig“, von „Demut“ von „Recherche“ vom „kritischen hinterfragen“, „der Journalismus hat Verantwortung“ ......und ich empfinde seine Aussagen als große Wohltat. Demgegenüber steht eine mediale Dauer-Gehirnwäsche, deren Protagonisten politische „Haltung“ transportieren, unkritische, unrecherchierte Meinungen voneinander abschreiben, sich in der Pose gefallen, Regierungs-PR zu betreiben, weil ihre eigene politische Überzeugung mit dieser korrespondiert. Mediale Macht, Systemrelevanz werden auf das Schlimmste mißbraucht. Journalistische Verantwortung, die politische Macht zu kritisieren und zu kontrollieren hat, ist zur politischen Selbstdarstellung von Journalisten, sowie deren politischer Einflussnahme verkommen. Dilettantischer, unkritischer und eitler Journalismus verantwortet die Gefährdung unserer Demokratie. Herrn Russ-Mohl gebührt großer Dank und Respekt für seine offene, kritische, undogmatische, aufrichtige und warnende Rede.

Winfried Daumann | Do, 23. April 2020 - 17:12

Dass der Journalismus seinen Biss verloren hat, ist für den aufmerksamen Beobachter nichts Neues.
Querbeet erscheinen in sämtlichen Zeitungen die gleichen Nachrichten, manchmal etwas anders angerührt und gewürzt aber erkennbar nicht das Produkt investigativer Recherche.
Dazu kommen die weichgespülten Interviews mit angesagten Politiken, bei denen man schon am Fragestil merkt, wie sehr man selbst die Hosen voll hat und versucht, ja nicht anzuecken, um der Chefredaktion nur kein Anlass zu geben, die eigene Position in Frage zu stellen. Menschlich verständlich, nur leider mündet es irgendwie in journalistischer Hofberichterstattung.
Es fehlen die bissigen Terrier, die beim Beißen nicht lockerkassen und auch die unangenehmen Wahrheiten hervorzerren. Guter Journalismus sollte den Politikern angemessen wehtun dito auch Gutes hervorheben, alles andere ist PipiKaka Berichterstattung.

Den' bissigen Terrier ', Herr Dauman, finden Sie zum Beispiel bei Stephan Paetow
in den "Spätnachrichten".

Jürgen Keil | Do, 23. April 2020 - 17:19

Diesen Beitrag kann ich weitgehend zustimmen. Das, was der Autor kritisiert, erlebten wir ja bisher auch bei anderen wichtigen Themen vor Corona: Energiewende, insbesondere Ausstieg aus der Kernenergie, Migrationspolitik, Genderförderung u.v.a.m.. Ich las neulich, 70% der Journalisten seien parteipolitisch rot- grün einzuordnen. Das ist die Ursache! Merkels Politik kann man ja nicht mehr als konservativ bezeichnen. Deshalb ergeben sich so viele Gemeinsamkeiten zwischen Regierungspolitik und journalistischer Meinung. Des weiteren wird Journalismus mit Haltungssteife verwechselt. Kritisiert werden oft nur Details. Grundsätze der Regierungspolitik werden selten in Frage gestellt. Gerade in der Klimaproblematik vertraut das Gros der Journalisten dem unwissenschaftlichen Wissenschaftsmainstream. Ihr letzter Satz, Herr Russ- Mohl, "Das sind bislang Tabufragen, die man nicht ungestraft öffentlich stellen kann", zeigt das eigentliche Dilemma.

Herr Keil: "Gerade in der Klimaproblematik vertraut das Gros der Journalisten dem unwissenschaftlichen Wissenschaftsmainstream. "
Diesen richtigen Satz will keiner hören. Die Bevölkerung wird belogen und die Wahrheit völlig verschwiegen. Schon geringe Physikkenntnisse würden erkennen lassen, welch ein Schindluder mit der Energiewende von der Politik und den hörigen Medien betrieben wird.
Mir ist es bange um unsere Zukunft, die ich (79 Jahre) wohl nicht voll erleben werde (müssen).

Stefan Dietrich | Do, 23. April 2020 - 19:33

Gefühlsmäßig geht es wohl allen so, dass sie meinen, es würde überhaupt nur noch über Corona berichtet. Aber stimmt das? Unsinn! Nach wie vor sind alle Themen in den Medien präsent: Von der Europapolitik über Flüchtlinge, Soziales, Wirtschaft, Kultur, Sport bis zur Kandidatenfrage in der CDU. Nur unter einem neuen Vorzeichen – eben der Pandemie. Nichts ist derzeit relevanter als die Frage, wie sich die erzwungenen und selbst auferlegten Einschränkungen auf alle Lebensbereiche auswirken; wie die Leute mit dieser Ausnahmesituation klarkommen. Also was soll das Gerede vom „Corona-Overkill“?

Professor Russ-Mohl hat diese thematische Vielfalt nicht einmal bemerkt. Er kritisiert, dass zu viel über das Virus gesendet und geschrieben wird, vermisst aber gleichzeitig, dass nicht noch „mehr Wissenschaftler, besonders mehr Virologen“ zu Wort kommen. Und dann sollen Journalisten die auch noch kritisch hinterfragen! Mit Verlaub: Das ist Gemecker am Spielfeldrand.

Jens Böhme | Do, 23. April 2020 - 22:35

Seltsamerweise ist Markus Lanz ein journalistischer Lichtblick in der Corona-Zeit. Dessen Fragen und Meinungen in seiner Sendung klingen wohltuend neutral. Er stellt keine Fragen, die auf Antworten abzielen, die eh schon -zig Mal öffentlich verbreitet wurden.

Romuald Veselic | Fr, 24. April 2020 - 03:28

wird ständig durch das "wir hier in D", sind dazu verdammt, immer besser zu sein (liegt in DNA), besonders im Verhältnis zu USA o. GB. Nicht über die Ost-EU, wo es auch Pandemie gibt...
Wahrscheinlich sind die antiepidemischen Erfolge von Viktor O. in H so evident, dass man lieber darüber nicht berichtet. Wenn die "Bösen" etwas richtig tun, dann ists aus dem Deutsch-Merkelschen Blickwinkel falsch.
Denn es darf keinen geben, der besser ist als die D-Entscheidungsträger in der Exekutive. Irgendwie kommt das D-Selbstlob, ganz nah an die Nordkoreas Kim-Götter Agitpropaganda.
Oder wie wird die Pandemie in Disney-Land/World bekämpft?
;-D

PS Meine Erklärung dazu, ist das sog. Lesen zwischen den Zeilen. Damit wird gemeint, worüber nicht berichtet wird. Dies nennt man "Prawda-Reflex", denn die Prawda-Konsumenten wussten, dass außer Wettervorhersagen, alles gelogen wurde.

Christian van der Ploeg | Sa, 25. April 2020 - 11:16

Mich wundert, dass nicht auf die offensichtliche Parallele zur Klimadiskussion eingegangen wird.
Ein riesiger Feind von außen, die Welt geht unter, hört auf „die“ Wissenschaft (ohne, dass andere Meinungen zu Wort kommen), dem Bürger sollen große Opfer abverlangt werden (Reisen, Auto) und die MSM singen alle das gleiche „alternativlose“ Lied. Und jeder der das Ganze hinterfragt, ist ein Klima-„Leugner“, nun ein Corona-Leugner und wird von Grünen mit Holocaust-Leugnern als Rechter in einen Topf geworfen. Hoffentlich wachen die Menschen nach Corona auch zum Klima endlich auf.