Unterdrückte Sexualität - „Einfach nur mal ficken“

Heute vor 16 Jahren fiel Hatun Sürücü einem sogenannten Ehrenmord zum Opfer. Doch seit diesem Verbrechen hat kein Umbruch stattgefunden in den patriarchalen und orthodoxen Communities. Warum platzieren streng religiöse Familien die Ehre der gesamten Familie noch immer zwischen den Beinen der Frau, fragt Gastautorin Ninve Ermagan.

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lmila Bagriacik als Aynur in einer Szene des Films „Nur eine Frau“ über Hatun Sürücü / dpa

Autoreninfo

Ninve Ermagan (Foto privat) ist in Deutschland geboren und aufgewachsen und Tochter assyrischer Christen. Die 21-jährige Studentin bloggt über den Nahen Osten und die Rolle der Frau in patriarchalen Kulturkreisen.

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„Bereust du deine Sünden?“ fragt Ayhan seine Schwester, bevor er abdrückte. Direkt an einer Bushaltestelle an der Tempelhofer Oberlandstraße in Berlin passierte es. Er schoss ihr nicht einmal, nicht zweimal, sondern ganze dreimal in den Kopf. 

Heute vor 16 Jahren wurde die Kurdin Hatun Sürücü von ihrem jüngsten Bruder ermordet. Ein sogenannter Ehrenmord, der bundesweit Schlagzeilen machte und aufzeigte, dass viele Frauen aus patriarchalen Kulturkreisen auch hier in Deutschland kein selbstbestimmtes Leben führen können. Doch warum platzieren streng religiöse Familien die Ehre der gesamten Familie zwischen den Beinen der Frau?

Die 23-jährige Hatun Sürücü musste als Jugendliche die Schule abbrechen, da sie in der Türkei mit ihrem Cousin zwangsverheiratet wurde. Sie wurde schwanger, von ihm misshandelt und floh schließlich zurück nach Deutschland. Dort eignete sie sich mit der Zeit einen westlichen Lebensstil an. Sie zog von zu Hause aus, kümmerte sich um eine Ausbildung und lernte bald ihren ersten selbst ausgesuchten Freund kennen.

Gekränkte Familienehre

Die Familie schämte sich für die Schwester, die eigenständig lebte und kein Kopftuch mehr trug. In der Moschee erkundigten sich die Brüder, was nach islamischem Recht zutun sei, wenn eine muslimische Frau Unzucht begeht. Schon bald trafen sie die Entscheidung, dass Hatun ihre Freiheit mit ihrem Leben bezahlen muss. Dadurch wollten sie ihre gekränkte Familienehre wiederherstellen.

Als ihr jüngster Bruder sie anbrüllte, sie solle sich nicht verhalten wie eine Schlampe, entgegnete sie ihm: „Ich darf ficken mit wem ich will und wann ich will.“ Nach diesem Satz brachte er sie um. Damit hatte sie ein großes Tabu gebrochen, auszusprechen, dass sie frei sein und ein selbstbestimmtes Leben führen möchte. 

Dieser Mord zeigt, was Frauen in einem prüden, sexualfeindlichen Kulturkreis erwarten kann, weil sie aufmüpfig sind und sich von einer rigiden Sexualmoral, dem Jungfrauen-, und Keuschheitswahn emanzipieren. Es ist nahezu für viele unvorstellbar, dass Frauen wie Hatun ihre eigenen Entscheidungen treffen, ganz ohne männlichen Vormund, sich nach ihrem eigenen Kleidungsstil anziehen, feiern, Alkohol trinken und ja, „einfach nur mal ficken“ wollen. Das alles ganz unverbindlich, ohne Heirat oder feste Beziehung. Aber eine gute Frau soll in den Moralvorstellungen streng konservativer Kulturkreise fromm, sittsam und bedeckt sein. Eine gute Frau ist eine Jungfrau, eine, die am besten nichts mit dem männlichen Geschlecht zutun hat und sich in der Gesellschaft unsichtbar zeigt. 

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Maria Busold | So, 7. Februar 2021 - 12:04

Welche orthodoxen Christengemeinschaften in Deutschland lassen ihre Töchter denn auch zwangsverheiraten, genitalverstümmeln oder ehrenmorden? Die Furcht vor der Rassismuskeule sitzt offenbar tief.

Gerhard Lenz | So, 7. Februar 2021 - 14:50

In reply to by Maria Busold

Wir brauchen unbedingt, endlich und endgültig eine Trennung von Staat und Kirche!

Die Abschaffung der Sonderrechte für Religionsgemeinschaften ist überfällig. Der automatische Einzug der Kirchensteuer geht auf Adolfs Zeiten zurück.

Geht es um religiös motivierte Verbrechen, gibt es nur noch schuldig oder nicht schuldig, nach Strafgesetzbuch, und nicht unter Anwendung irgendwelchen Kirchenrechts.

Ehrenmorde müssen natürlich wie normale "Mordfälle" behandelt werden; Tradition oder Religion dürfen nicht strafmindern wirken.

Und der Staat muss endlich auch in der Kirche, besonders der katholischen ermitteln.

Die Aufklärung zahlloser Mißbrauchsfälle darf nicht länger von Wohlwollen und Bereitschaft irgendeines Bischofs abhängen!

Ich würde noch ergänzen Glaubensregeln, wie die Regeln der Umma/Scharia!
Es kann in einem Staat nur ein Rechtswesen geben und nicht Mehrerlei.
Auch eine Fehlkonstruktion der EU, Kollision zwischen BVG und EUGH bzgl. EZB-Finanzgebaren.

Ich stimme Ihnen hier absolut zu!
Wir haben in D zwar eine gewisse Säkularisierung, jedoch keinen Laizismus wie er etwa in FRA praktiziert wird.

Lassen wir "Adolf" und sein Konkordat mit dem Vatikan (Hochhuth: der Stellvertreter) mal außen vor.

Gemäß Art 140 GG sind die Art. 136ff WRV Bestandteil des GG. Das geht alles mehr oder weniger auf den Reichsdeputationshauptschluss von 1803 zurück: Napoleon hätte damals noch viel rigoroser durchgreifen sollen, nicht wahr?

"Kein Sonderrecht für Frömmlinge" schreiben Sie. Richtig!
Jedoch ist man inzwischen sehr schnell "stigmatisiert" wenn man dies sagt, Kritik übt.
"Man müsse die andersartige kulturelle Prägung, Sozialisation berücksichtigen" liest man in Gutachten, Urteilen: also Religion, Tribalismus.
Genau deswegen befassen wir uns nicht mit Strafrecht!

Wie immer: 2021 wird knallhart für "dieses, unseres Heimatland" (Dr. Helmut Kohl).

"CATO d. Ä." => es sollten mehrere sachliche Antworten pro Artikel/Posting möglich sein!
nicht wahr?

Ich hätte nicht geglaubt, dass ich jemals einem Ihrer Kommentare voll und ganz zustimmen würde, aber in diesem Punkt sind wir uns einig.Religion und ihre radikale Ausübung darf in einem säkularen Staat nicht die geringste mildernde Auswirkung auf Straftaten haben. Mit der Kirchensteuer haben Sie ebenfalls recht, das ist (neben Bayreuth) wohl das einzige Relikt, das die NS Zeit unbeschadet überstanden hat.

Endlich mal ein "Lenz", dem man unbedingt zustimmen kann. Ich freue mich darüber. Auf der anderen Seite, wäre zu diesem Thema auch keine andere Argumentation denkbar gewesen. Andererseits gehört aber auch zum Thema, dass solche abstrusen Erscheinungen eine Begleiterscheinung der ungeregelten und weitgehend unkontrollierten Migration sind und weiter sein werden, wenn der Staat nicht rigoros durchgreift und die eigenen Gesetze auf eigenem Territorium anwendet. Dass er das noch immer nicht vollständig tut, sieht man an dem vergleichsweisen "sanften" Umgang mit arabischen Clans oder mit der Durchsetzung des neuen Infektionsschutzgesetzes. Freilich, der erwähnte "Ehrenmord" geschah weit vor Merkel fataler Grenzöffnungsinitiative. Man kann ihn ihr in diesem Zusammenhang nicht anlasten, aber man hätte, wenn man verantwortungsvolle Politik für sein Volk betreibt, mit solchen Erscheinungen und Auswüchsen rechnen und sie in der Migrationspolitik bedenken müssen...

Es ging im Artikel um Ehrenmorde & die Instrumentalisierung weibl. Sexualität in patriarchalen (de facto meist moslemisch geprägten) Gesellschaftsteilen: Um problematische 'Werte'-Hierarchien & ihre Folgen für Menschen.
Aber Herr Lenz macht hier (wieder) ein ganz anderes 'Fass' auf, als ob die Abschaffung der Kirchensteuer irgendetwas mit dem Thema zu tun hätte: Im Gegenteil: Strikter Laizismus wie in Frankreich als Vorbild? Die haben noch viel krassere Probleme mit ihren Parallelgesellschaften! - Und auch die 'Adolf'-Polemik ist i.d.S. falsch: Die Kirchensteuer gibt's seit d. 19. Jhd in Preußen (einheitl. seit 1905), wir haben die Weimarer Regelung ins GG übernommen, den staatl. Steuereinzug gibt's hier erst seit der Währungsreform wieder. Adolfs Reichsregierung hatte übrigens bereits 1941 per Gesetz beschlossen, die staatl. Mitwirkung bei der Erhebung zu beenden... Und ansonsten rennt er hier offene Türen ein: Bei Straftaten gilt hierzulande schon das StGB, und nichts anderes...

. . . das ist ja mal ein Beitrag von Ihnen, zu dem ich Ihnen nur Recht geben kann; Sie sprechen mir aus der Seele. Daß ich das noch mal erleben durfte, vielen Dank!
Und ja, es kann in einem Staat nur EIN Recht geben, und das ohne jegliches Ansehen der Person oder der Religion - das sollte eigentlich selbstverständlich sein.

Es geschehen noch Zeichen und Wunder! Ich bin einmal ausnahmsweise zu 100 % der Meinung von Herrn Lenz. Religion hat im öffentlichen Bereich nichts zu suchen, sie ist reine Privatsache. Unter intelligenten Menschen eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Und wer etwa die Scharia über das Grundgesetz stellt, ist ein Verfassungsfeind und damit ein Staatsfeind. Ende der Durchsage! Und so ist er auch zu behandeln. Was soll dieser Unfug von Rücksichtnahme auf eine Steinzeitreligion?
Für mich ist dieser Jungfrauenkult im Islam nichts anderes als Angst vor dem Vergleich.

Ich bin für generell für Abschaffung von Sonderrechten. Allerdings würde ich zuerst mit dem mittelalterlichen Beamtenstatus anfangen, natürliche auch im Kirchenbereich.

Werter Herr Lenz! Ich bin geschockt - das kann nicht wahr sein! Dieser Kommentar kann, meiner Ansicht nach, nur durch Zuhilfenahme von bewustseinserweiternden Substanzen entstanden sein!? Es dürfte wohl das erste Mal sein, dass Sie eine so überwältigende Zustimmung erfahren - inklusive der Meinigen. Allerdings wäre es interessant zu erfahren, mit welcher Regierungs-Koalition Sie ihre Vorstellungen realisieren wollten? Ich habe den Eindruck, dass Sie daran doch noch intensiv arbeiten, bzw. darüber nachdenken müssen - oder war es nur eine momentale emotionale Wunsch-Vorstellung - ohne logische Konsequenzen?

Reinhold Schramm | Mo, 8. Februar 2021 - 12:35

In reply to by Maria Busold

Die Propagierung religiöser Glaubensbekenntnisse ist an sämtlichen staatlichen und öffentlichen sowie privaten Unterrichtsanstalten, wo Gegenstände der Allgemeinbildung gelehrt werden, untersagt.

Alle kirchlichen und religiösen Gesellschaften unterliegen den allgemeinen Bestimmungen über private Gesellschaften und Verbänden und genießen keinerlei Vergünstigungen und Subsidien weder des Staates noch der lokalen Verwaltungsorgane.

Die kirchlichen und religiösen Gesellschaften besitzen keinerlei Eigentumsrecht, desgleichen besitzen sie nicht die Rechte einer juristischen Person.

Aller Besitz der kirchlichen und religiösen Gesellschaften wird zum Volkseigentum erklärt.

Für den Gottesdienst bestimmte Baulichkeiten und Gegenstände werden aufgrund besonderer Verfügungen den entsprechenden Gesellschaften zur unentgeltlichen Benutzung überlassen.

Geistliche, Mönche und Nonnen haben weder aktives noch passives Wahlrecht, weil sie keine produktive Arbeit für die Gesellschaft leisten.

Da bin ich ja mal froh, dass Menschen wie sie nicht festlegen dürfen, was produktive Arbeit ist und welche Menschen also keinen Wert für die Gesellschaft haben. Reichlich platt und Spiel mit dem Feuer. Heute kein Wahlrecht und wie gehts dann weiter? Ansonsten ist eine strikte Trennung von Religion und Staat auch für mich nur zu befürworten.

Reinhardt O. Cornelius-Hahn | So, 7. Februar 2021 - 12:15

Man mag es mir glauben oder auch nicht. Ideologien und Religionen sind die Grundlagen für die größten Verbrechen, die im Namen einer Idee oder Gottes begangen wurden. Es ist nicht die Nation oder das Volk und auch nicht der einzelne Mensch, der sagt, komm, wir nehmen die Waffe und ziehen in den Krieg, damit unser Gott oder unsere Idee siegt. Dieser unaufgeklärte und unmenschliche Schwachsinn, der so einfach zu benennen und zu beweisen ist, wird unser aller Leben kosten. Glaubt denn jemand wirklich, dass wir mit diesen Päderasten, inzestösen und Manipulierten Gesinnungen der Klimakatastrophe begegnen können oder die Population mit Bildung und Leistung in den Griff bekommen werden? Wir stehen vor einem Jahrhundert des Abschlachtens von vielleicht Milliarden, wird dieser Wahn nicht beendet. Die Hälfte (mehr) der Menschheit ist unterdrückt und man bastelt immer weiter daran.

Vielleicht mäßigen Sie sich gefälligst mal im Ton!
Sachliche Kritik, ja, immer und jederzeit - Hetze nein.

Für mich sind (zumindestens die jüdische und die christliche) Religion auch EINE Grundlage der wunderbaren Musik von Bach und Händel etc., von Bauten wie Note-Dame, dem Stephans-Dom in Wien, dem Prager Veitsdom und den Kathedralen Rußlands. Wir können weitermachen bei den Bildern von Tizian, MichelAngelo, Caspar-David Friedrich, den 'Nazarenern' und den Büchern von Pascal, Paul Claudel, Stefan Andres, Werner Bergengruen und den Erzählungen Tolstois.
Übrigens:
Zum Thema 'Päderasten und Inzestiöse' sollten Sie mal mal über das Treiben von Verbrechern und Sittenstrolchen im 'geistig moralischen Umfeld' der Grünen informieren (Odenwald-Schule, Gerold Becker, Helmut Kentler, Hermann Meer, Teile insbesondere des Landes-Verbandes NRW).
DAS war eine 'Klima-Katastrophe'! Und diese werden Sie mit Verweis auf die katholische Kirche nicht ungeschehen machen.

SO NICHT, Herr Cornelius-Hahn.

wenngleich ich den von Herrn Cornelius-Hahn absolut nachvollziehen und teilen kann: Sie mahnen einen sachlichen Ton an, lassen ihn aber in Ihrem ersten Satz auch vermissen (gefälligst, mäßigen..), und wir sind doch nicht unsere gegenseitigen Sittenwärter und Erzieher? Sie erwähnen ganz andere Dinge als Herr Cornelius-Hahn und können seine Argumente wahrscheinlich nicht widerlegen, zudem sind sie Ansichtssache. Und ganz ohne Emotionen geht es auch nicht, man könnte bestenfalls einen Ton, eine Wortwahl bemängeln. Erledigt das nicht schon die Moderation? Meine seltenen Kommentare werden auch oft nicht zugelassen, wahrscheinlich auch wegen meiner Emotionalität.

Deutschland war in den letzten Jahrzehnten zumindest in den politisch medial maßgeblichen Kreisen sehr homogen, weshalb der Schock umso größer ist, dass es jetzt bunter zugeht. Im globalen Maßstab hat sich aber nichts geändert, da gibt es eher Konvergenzen. Die großen Massensterben durch Kämpfe und Kampagnen wie in der Vergangenheit sehe ich im Moment weniger. Gemütliche homogene Ecken werden allerdings auch weniger. Alles wird weltoffener, also voller Gegensätze, Misstrauen und Anfeindungen, sicher auch mit Terror, Kriegen, Leid und Vertreibungen, aber die globale Apokalypse ist im Moment noch nicht in Sicht.

Die großen Emotionen werden immer durch große Wahrheiten getrieben, ich sehe da nicht einzelne Begriffe als besonders gefährlich an: Nation, Religion, die Idee der einen solidarischen Menschheit und anderes: alle haben positives Potential und in den Entgleisungen ein großes Schadenspotential.

Herr Michaelis.
Deutschland war in den letzten Jahren so homogen?
Okay, so bunt wie in England hatten wir es nicht, aber alleine durch die Besatzung, dann EU war Deutschland bunt, auch ein bisschen im Osten.
Ich verstand Frau Merkels - ich werde jetzt ein bisschen grob - "TamTam" nicht, es ging NIE um die Frage des OB ÜBERHAUPT, sondern immer um die Frage des WIE.
Okay, wenn man mal absieht von Ewiggestrigen, die nach der Wiedervereinigung evtl. die große nationale Frage noch einmal gestellt sahen, aber ich befürchte, dass ihnen da die Ewig-Linken in nichts nachstehen werden, was die Erziehung zum Paradies anlangt.
Jede Gruppe zeigt auch ihre Schattenseiten und die Konservativen jetzt die autoritäre?
Die muslimische Gruppe und die ist wahrlich noch nicht solange hier wie evtl. andere Gruppen, zeigt evtl. in den Ehrenmorden eher ein Rollback?
Das lief anfangs offener?
Einen schlimmen Einfluss hatte evtl. Khomeini.
Ich hoffe nicht, dass es irgendwann die zunehmende Anzahl war.
Hoffnung

Romuald Veselic | So, 7. Februar 2021 - 12:31

Diese manische, eingefressene Fiktion der Ehre und Männlichkeit basiert daran, dass solche Kulturen und Gesellschaften, in ihrem bigotten Aberglauben verharrt sind. Wo für männliche Population ein unerträglicher Faktor ist, dass die Frau in ihrem Naturell, mental gleich oder besser sein könnte, als ein Mann. Was zwangläufig dazu führt, dass sie (die Frau als souveränes Individuum) sich den Sex-/Lebenspartner aussucht, die sie will. Oder sich von ihm trennt. Solche Frauen lassen sich nicht mehr verkuppeln.
Im Iran erfanden die essig-grimmigen Kuttenträger einen weiteren Nonsens in Big Bullshit Größe, der irgendwo/angeblich in spirituellen Schriften steht, indem man Frauen verboten hatte, 77 akademische Fachgebiete auf den Unis (im Iran) zu studieren. So einen debilen Unsinn in Himalaya Format, findet man sogar in Nordkorea nicht.

Brigitte Miller | So, 7. Februar 2021 - 17:12

In reply to by Romuald Veselic

auf youtube geben den Gynäkologen und erklären dem staunenden Publikum, was Frauen alles nicht tun sollten, ansonsten ihre urweibliche Gesundheit leide.

Yvonne Stange | Di, 9. Februar 2021 - 23:02

In reply to by Brigitte Miller

... anatomischen Kenntnisse. Mir graut, wenn ich daran denke, daß die uns mal was zu sagen haben, wenn wir die Minderheit sind.....

Dieter Freundlieb | So, 7. Februar 2021 - 12:32

Wer nach diesem und ähnlichen Fällen noch immer meint, eine religiös geprägte Kultur, die solche Morde mehr oder weniger duldet, gehöre zu Deutschland, kann nicht bei vollem Verstand sein.

Hat sich der Deutsche Ethikrat eigentlich schon einmal mit solchen Fragen beschäftigt und die Regierung beraten? Oder wäre das politisch inkorrekt?

Christa Wallau | So, 7. Februar 2021 - 12:37

... auf ein Schwarz (Unterdrückung d. Sexualität bei Frauen) o. Weiß (freie Sexualausübung) reduzieren zu können.
Der Umgang mit dem ungemein wichtigen Thema "Sexualität" war, ist u. bleibt immer ein Teil jeder Kultur, so lange die Welt besteht.
Vergessen wir nicht: Viel Unheil, Leid u.
Verbrechen ist a u c h mit Sexualität verknüpft, nicht nur Freiheit, Lust und Wonne!

Unter anderem deshalb ist es unvernünftig, ja, geradezu mörderisch herausfordernd, wenn heutzutage Migration u. Mischung der Kulturen ("bunte" Gesellschaft) als d a s Zukunftsprogramm gepriesen werden.

E c h te Kulturen können sich nie mischen. Sie stoßen sich hart im Raum. Bestenfalls gelingt ein friedl. Nebeneinander.

Was bedauernswerte Frauen erleben, wenn sie von ihren Familien verstoßen o. sogar getötet werden, entspringt der brutalen Geistesverwirrung, in der sich muslimisch geprägte Menschen in säkularen Räumen befinden, da sie ja weiterhin von ihren religösen Führern in ihren alten Werten bestärkt werden.

...ist nicht so leicht herzustellen wenn eine kleine Minderheit, z.B. 5% der Gesamtbevölkerung, im öffentlichen und kulturellen Raum " Gleichberechtigung" mit den 95% beanspruchen wollen. Wenn sie unseren Kirchtürmen mit Glocken ein Minarett mit Muezzin als gleichberechtigt gegenüberstellen wollen. Am liebsten möchten sie mit den Spitzen der christlichen Kirchen als proportional gleiche Mitspieler am Tisch sitzen. Gleichzeitig wollen sie, jedenfalls viele dieser Minderheit, noch Staatsbürger ihres Herkunftslandes (oder das ihrer Eltern) sein und dort wie hier auch wählen und politisch engagiert sein können. Es erscheint offensichtlich, dass es so, einschließlich aller schon genannten Gründe, nicht funktionieren kann.

Markus Michaelis | So, 7. Februar 2021 - 12:54

Mir scheint es so zu sein, dass jede Gesellschaft (oder Gruppe) ihre Codexe hat. Bei uns findet man in Jugendteilen der Leitmedien öfters Artikel, dass wenn Eltern/Verwandte rechts sind, man sich auch von der Familie trennen können muss. Das sind ähnliche Muster, dass Moral eine Haltung braucht, will sie überleben. Natürlich hat jede Gruppe die Sicht, dass ihre Wahrheit mal ewige (göttliche) Traditionen schützt, mal notwendige Veränderungen zum absolut Besseren sind.

Eine Wurzel mag sein, dass die Rolle der Frau und Sexualität früher mit dem Zusammenhalt und dem Überleben der Gruppe zu tun hatte. Dass sich Männer nicht darum streiten, dass Familien mit Kindern in Takt bleiben, anderes - jedenfalls höchste Werte, die es zu verteidigen gilt.

Weltbilder kämpfen (fast) immer ums Überleben (nicht nur bei Patriarchen) - klar, die Welt verändert sich laufend und ist bunt.

Wie hält man die Entartung bis zum Mord auf? Mal eher durch Beseitigung der Weltbilder, mal eher durch Respektieren?

Urban Will | So, 7. Februar 2021 - 13:53

verteidigt wurde. Mit Verachtung blicke ich auf diejenigen, die Unschuldige auf dem Altar als „Ehre“ verkaufter Angst und vor allem Komplexe opfern.
Aber ich habe verstanden, dass jedwelche politischen, medialen oder auch kulturellen Instanzen in Deutschland, die solche religiösen Hinterwäldler im Zusammenhang allgemein postulierter kultureller „Bereicherung“ mit ins Land winken, bzw. aus Naivität oder völlig falsch verstandener Toleranz nicht vehement für eine Integration dieser „neuen Mitbürger“ eintreten, die diesen Namen auch verdient, dass solche Instanzen eine große Mitverantwortung tragen an solch bestialischen Geschehnissen hier in D.
Während beim „Kampf gegen Rechts“ alles hochgekocht wird – und da möchte ich nicht leugnen, dass große Gefahren auch von da drohen – schaut man angesichts solch importierten Mittelaltertums beschämt weg und vertuscht wo es geht.
Hatun Sürücü war auch ein Opfer der deutschen Unfähigkeit, für die Werte und Kultur dieses Landes einzutreten.

Heidemarie Heim | So, 7. Februar 2021 - 14:08

Mich machen Begriffe wie "Ehrenmord" oder "Familienehre" mittlerweile ebenso wütend wie die Scheinheiligkeit DER Moralapostel, die jegliche Kritik an einer anderen Kultur, ohne auch nur einen Gedanken an die geschundenen Mädchen und Frauen zu verschwenden, sogleich mit Begriffen wie Rassismus, Islamophobie usw. belegen! Die wohl aller übelste Heuchelei sehe ich seit Jahren bei der Nachkommenschaft(Politik) ehemaliger Emanzen, die für Unrecht wie "Vergewaltigung in der Ehe" oder § 218 so lange auf die Straße gingen, bis es auch dem chauvinistischsten Macker oder oberreligiösesten Betbruder klar war, das die Zeiten solcher Unterdrückung vorbei sind! Das die heutige "Buntheit" täglich mit tausendfachem Leid und unter den Augen unseres GG, Menschenrechts, Gesetz stattfindet, sich solche gesellschaftliche Parallelstrukturen/Auswüchse manifestieren konnten, ist der anderen aktuell gültigen Form von Unterdrückung geschuldet! Nämlich dem, was man unter Cancel Culture versteht. Weg damit!!! FG

Harald Lieder | So, 7. Februar 2021 - 14:57

<Sarkasmus>
An solchen Beispielen zeigt sich, welche Bereicherung eine bunte, multi-kulturelle Gesellschaft sein kann! Wir bornierten Mitglieder des westlichen Kulturkreises können viel daraus lernen.
</Sarkasmus>
Laut Katrin Göring-Eckhardt (Grüne, MdB) haben wir mit solchen Leuten unser Zusammenleben tagtäglich neu auszuhandeln - worauf sie sich freut, sagt sie.

Bernd Muhlack | So, 7. Februar 2021 - 16:38

"Wir hacken dir die Beine ab und verbrennen dich dann!"
Vor langer Zeit war ich als Referendar Protokollführer in einem Strafprozess; "eine Frage der Ehre."
Der Vater sowie 3 Brüder von Yonca Ö. waren wegen diverser Straftaten angeklagt. Der Vater sowie der älteste Bruder saßen bereits wegen anderer Urteile im Gefängnis. "Die Familie" hatte beschlossen, dass Yonca wegen schädlichen, unsittlichen Lebenswandels "bestraft" werden solle.
"Wir hacken dir die Beine ab und verbrennen dich, du Hure!"
Sie konnte zum Glück gerade noch zu einem Bekannten fliehen, kam letztlich unter Polizeischutz.
Das Verfahren wurde eingestellt!
Man konnte nichts, gar nichts beweisen.
Die Angeklagten schwiegen (grinsend), ihre Verteidiger machten ihre Sache wirklich gut!
Ich weiß nicht was aus Yonca Ö wurde.

Und täglich kommen immer mehr dieser "Goldstücke" ins Land! Wie sagen manche so trefflich? "Frau Merkel hat uns eingeladen!"
Perfekt grinsen können sie alle!

NEIN, ich bin kein Rassist, sondern Realist!

Felix Augustin | So, 7. Februar 2021 - 23:02

So lange die Täter die falschen sind, weil Ausländer oder mit Migrationshintergrund, werden die Opfer keine Unterstützung der Feministinnen und der #metoo-community bekommen.

Fritz Elvers | Mo, 8. Februar 2021 - 00:30

Ok, das hören Eltern, die sich dem christlichen Abendland verbunden fühlen, natürlich gern, insbesondere von deren Töchtern. Nun ja, das trägt ja auch dazu bei, dass sich Sexualität frei und auf eine natürliche Art und Weise entfalten kann, würde der Pfarrer beratend sagen.

Schon Wilhem Reich forderte dies, wurde dafür aber von der KPD ausgeschlossen, die Genossen waren wohl noch zu altmodisch. Man muss den Christen allerdings zu Gute halten, dass sie anerkennen sollten, auch nicht ohne Sünde zu sein.
Kulturgeschichtlich eine Weichenstellung, ohne Frage, aber immer noch Sünde. Warum allerdings Jesus, der im Islam der bedeutenste Prophet sein soll, keine derartige Wirkung hatte, lag wohl eher an der praktischen Überlegung, dass eine versklavte Frau einfach nützlicher ist. Aber sie darf immerhin in SA jetzt auch autofahren, so wie Berta Benz.

Wolfgang Jäger | Mo, 8. Februar 2021 - 09:30

Integration an ihren Grenzen. Wer die Zusammenhänge analysiert hat (dieser Text tut dies in klarer Weise!), kann nicht zum Ergebnis kommen, dass Integration überhaupt gelingen kann. Im Gegenteil: Je mehr Menschen aus diesen so sozialisierten und religiös verorteten Gesellschaften zu uns kommen, um so gefährdeter sind die Errungenschaften unserer aufgeklärten westlichen Gesellschaft. Wer das nicht begreift, handelt verantwortungslos, naiv oder auch ganz bewusst fahrlässig, um unsere Kultur und Gesellschaft mittel-bis langfristig zu zerstören. Die Schlepperschiffe sind ja verstärkt dabei, für Nachwuchs zu sorgen. Wie heißt es bei Sarrazin? "Deutschland schafft sich ab". Und dies gilt auch für Europa. Ein bitterer Befund. Zurück ins Mittelalter! Wir werden wieder einmal an unserer Hybris scheitern, der irren neurotischen Vorstellung nämlich, die Welt "retten" zu können. Hauptursache: Identitätsverlust.

Gerhard Schwedes | Mo, 8. Februar 2021 - 12:19

Unsere Politiker, die links-grünen Medien, Kirchen und sonstigen Institutionen, die Feministinnen und die naiv sich einlullen lassenden Wähler, die brav ihr Kreuzchen bei den sie verdummenden Parteien machen, sind an den haarsträubenden Zuständen in der Umma orthodoxer Muslime mitschuldig, und zwar - wenn man den juristischen Begriff einmal auf die Moral überträgt - wegen unterlassener Hilfeleistung für die Opfer von Ehrenmorden, Zwangsheiraten, Vielehe, Zuflucht in Frauenhäuser, doppelt so hoher Selbstmordrate unter muslimischen Frauen. Die angebliche Humanität unserer Meinungsmacher ist in Wirklichkeit hächst inhuman und führt schnurstracks ins Unheil. Die moralischen Haarspaltereien von Linken und Grünen sind an der Praxis des Alltags noch stets abgeprallt. Die Realisten unter uns müssen endlich selber aktiv werden, weil die jakobinischen Nachtschwärmer unter Grünen und Linken unter der Führung der Kanzlerin schon längst das Ruder in Gesellschaft und Staat übernommen haben.

Kurt Kuhn | Mo, 8. Februar 2021 - 13:13

Was sagen unsere *Innen über Zwangsheirat, Ehrenmorde, Genitalverstümmelung und den Kopftuchzwang?
In der breiten Öffentlichkeit hört man schon seit Jahren nix mehr von ihrem Kampf für geschlechtsübergreifende Gerechtigkeit. Die Sprachpanscherei hatte offenbar Vorrang.

Sylvia Zarnack | Mo, 8. Februar 2021 - 17:38

Die verschiedenen Kommentare zum Artikel sind
zwar interessant, landen lerztlich aber fast immer wieder beim unbewältigten Thema " islamische Flüchtlinge". Und ebenfalls beim durchgekauten Thema "Laizismus" (Vorbild!!: Frankreich!).
Glaubt jemand ernsthaft, durch Verbote, strengere Strafen und Trennung von Staat und Religion bzw. deren Abschaffung würden diese Missstände aufhören? Noch mehr Heimlichkeiten und Unterdrückungen wären die Folge. Übrigens, es heißt doch, die eifrigsten Verfechter der sog. Familienehre seien die Mütter...