Gesellschaftlicher Frieden in Gefahr - Die Corona-Pandemie als finanzieller Spaltpilz

Die Corona-Pandemie spaltet die Gesellschaft auf eine neue Art. Nicht Links gegen Rechts, nicht arm gegen reich. Die Trennungslinie verläuft zwischen denen, die über ein sicheres Einkommen verfügen und jenen, die der Shutdown in existentielle Nöte treibt. Entsprechend polarisiert das Land.

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Die Schulen sind geschlossen, doch im öffentlichen Dienst sind die Gehälter gesichert / picture Alliance

Autoreninfo

Wolfgang Bok war Chefredakteur und Ressortleiter in Stuttgart und Heilbronn sowie Direktor bei der Berliner Agentur Scholz & Friends. Der promovierte Politologe lehrt an der Hochschule Heilbronn Strategische Kommunikation. Regelmäßig schreibt er für verschiedene Medien Kolumnen zu gesellschaftspolitischen Themen und ist Buchautor.

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Der 75-jährige Lehrer, der jeden Monat dreieinhalb Tausend Euro Pension überwiesen bekommt, gehört im Zweifel zu jenen zwanzig Prozent, welche die Kontaktbeschränkungen eher noch verschärfen wollen. Schon allein, weil er altersbedingt zur Risikogruppe zählt.

Der 55-jährige Kneipier oder Unternehmer, dem die Kosten davonlaufen und die Umsätze wegbrechen, zählt danach zur Minderheit, die auf einen viel schnelleren Exit drängt. Aus der Warte eines Bediensteten beim Staat lassen sich mögliche Lockerungen, wie sie von den Politikberatern der Akademie Leopoldina jetzt vorgeschlagen und von den Regierungen nun nur zögerlich umgesetzt werden, leicht mit dem Argument kontern: Kein Risiko!

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Werner Kahn | Do, 16. April 2020 - 12:36

Ich kann es nicht mehr hören und jetzt stimmen auch Sie als Cicero in dieses allgemeine Klagelied an.
Wenn es auch weh tut: Auch der 55-jährige Kneipier gehört zum Unternehmertum. Und fester Bestandteil eines seriösen Unternehmertums sind die Bildung von Rücklagen für " schlechte Zeiten ". Es soll ja auch vorgekommen sein, dass ein Unternehmer auch schon mal Umsatz mit Gewinn verwechselt. Die Gastronomie wird wie andere Branchen als Lehre aus der Krise mitnehmen müssen. dass hinreichende finanzielle Polster zum Unternehmertum gehören. Das gilt für große Konzerne wie für die kleine Bierschänke.

dass Staatsbedienstete eine Rundum-Versorgung genießen – egal wie die wirtschaftliche Lage gerade ist. Und nebenbei könnten Beamte sowie auch Parlamentarier und ÖR-Intendanten ebenso wie kirchliche Würdenträger von dieser Rundum-Versorgung – egal wie die wirtschaftliche Lage gerade ist – Rücklagen bilden, z.B. für ihre Altersvorsorge. Müssen sie aber nicht, denn dafür sorgt ja der gemeine Steuerzahler.

Solidarität (hat das nicht AM so schön formuliert?)wäre doch seitens der Politiker, auf 40% ihrer Diäten zu verzichten, Herr Schuppan!
So ne Art "Kurzsitzungsgeld" als Pedant zu Kurzarbeitergeld. Da die meistens ja noch mehrere Jobs (Aufsichtsrat, Berater usw.) nebenbei ausüben, wäre der finanzielle Einbruch auch nicht so schmerzhaft.
Ein Zeichen setzen der Solidarität. Frage mich eigentlich, warum dies nicht vom Roobäärrt oder KGE, Bedford-Strohm u.a. gefordert wird? Sind doch sonst immer so schnell mit Forderungen!
Salute

Offensichtlich sind die Bänke in der Hochschule Heilbronn nur mässig besetzt. In der Uni meiner Heimatstadt im Westen der Republik sind die Hörsäle dagegen normalerweise brechend voll.

Auch frage ich mich, wann Herr Bok das letzte Mal das Bürgerbüros eines Rathauses besucht hat. Auch hier gibt es oft Enge und viele Wartende. Und die Bediensteten dort, oftmals keine Großverdiener, sondern Beschäftigte im "mittleren Dienst", sind dankbar dafür, dass Sie einem erhöhten Ansteckungsrisiko ausweichen können.

Richtig, Supermarktkassierer bleiben an vorderster Gewährungsfront. Dafür kann man jedoch nicht den Wissenschaftler oder Lehrer im Homeoffice verantwortlich machen.

Aber vielleicht geht so strategische Kommunikation: ein aktuelles Problem mit vermutlich grundsätzlicher Kritik am ÖR oder der ausstehenden Wahlrechtsreform zu vermischen.
Dabei gibt es im Moment wirklich Wichtigeres.

Ein Text, der Neid durchklingen lässt, aber nicht überzeugt.

... Sie haben vollkommen Recht. So etwas sollte man von einem Unternehmer, also auch vom kleinsten Bierkneipen-Besitzer erwarten können. Fehlt dieses Rücklagen-Polster, hat er sicherlich etwas falsch gemacht. - Sogar ich als Nicht-Unternehmer, tätig mein Leben lang als Angestellter, habe immer so gehandelt, daß ich ein Rücklagen-Polster, wenn auch ein kleines, immer hatte. Also die Angst, mir mal nicht ein Stück Brot und etwas Wurst kaufen zu können, hatte ich nie - und, ja, es muß nicht immer Lachsschinken oder Roastbeef sein, ein Stück Leberwurst und etwas Schweineschmal hat's auch getan. Und damit bin ich eigentlich immer ganz gut gefahren . . .

Ich denke, Sie haben nicht ganz unrecht Herr Kahn. Auch ich kann nicht verstehen, daß Unternehmer schon nach einem Umsatzausfall von einem Monat (angeblich) pleite gehen. Außerdem geht mir mächtig gegen den Strich, daß viele kleinere Gewerbetreibende, selbständige Handwerker und Freiberufler, wenn hohe Energiekosten, bürokratische Vorschriften und eine leistungsfeindliche Steuerlast sie erdrücken, auf die „Großen“, die Konzerne“ schimpfen. Ich sage denen immer: Ihr seid selbst Unternehmer, sitzt mit den Großen in einem Boot. Richter euren Zorn doch bitte nicht gegen die „Konzerne“, sondern gegen diejenigen, die eure Probleme verursacht haben: Politiker. Dennoch: Ich finde es richtig, daß jetzt Liquiditätsbrücken für Unternehmen (kleine und große) gebastelt werden. Ausnahmsweise trifft solcherart Unterstützung nicht diejenigen, die - ausgestattet mit einer gigantischen politischen Lobby - immer und immer wieder vom Staat alimentiert werden.

Das Sie lieber Herr Kahn ein wenig zu sehr über den Dingen stehen? Finanzielles Polster? Noch nie wurden die Selbstständigen so zum "Aderlass" in die Zentrifugen gesteckt. Und um so kleiner das Unternehmen ist, um so mehr wird es geschröpft. Warum bezahlen Großunternehmen nicht einmal 30% Steuern & beim Allerkleinsten wird eine Steuerprüfung gemacht, ....
Der hat keine Rechtskanzlei & Connection.
Schütze Ar... im letzten Glied!
PS: Ich bin Angestellter, kein Selbstständiger, weil in diesem Staat ....
Jedenfalls Danke lieber Cicero, dass ihr auch mal "unangenehme Themen" auf die Liste setzt.
Das alleine schon unser Rentensystem - & Finanzsystem spaltet, ohne Worte (& dabei bin ich gegen soz. Gleichmacherei !!!) Dabei gibt es gute Vorbilder. Aber die will man aus bestimmten Gründen wie bei der Flüchtlingspolitik nicht sehen.

Markus Michaelis | Do, 16. April 2020 - 13:01

Den realen Ereignissen angemessener wäre es wahrscheinlich heute alle Löhne, Mieten, Pensionen etc. um X% zu senken, statt so zu tun, als sei die Miete/Arbeit etc. in einer zur Zeit geschrumpften Wirtschaft noch dasselbe wert - selbst wenn man noch arbeitet. Natürlich auch mit Ausnahmen, für Leute, die jetzt härter arbeiten müssen oder Unternehmen, die neue Impfstoffe entwickeln. Dass die jetzt reicher werden ist (gute?) Marktwirtschaft.

Stattdessen erhalten wir bei dem im Artikel genannten Teil der Bevölkerung die Einkünfte an der Realität vorbei aufrecht, um dann später die Einkünfte einzuschränken (über Steuern), wenn es eigentlich keinen Grund mehr gäbe. Die Schulden, die dann abetragen werden, müsste man heute so weit es geht vermeiden, indem man das Geld nicht bei der EZB, sondern bei allen Bürgern holt - im Wesentlichen über Gehalts- Mieten- etc.-Verzicht.

Das ist sicher auch nicht einfach und im Detail gerecht - jede andere Lösung aber eher weniger.

Simone | Do, 16. April 2020 - 13:17

Als Beamtin könnte ich auch auf drastischere Regelungen plädieren.
Da ich als Prüferin zur Zeit im Innendienst aushelfe und somit täglich Fristverlängerung und Herabsetzungsanträge der Umsatzsteuersondervorauszahlungen zu Gesicht bekomme und mit mehr oder weniger verzweifelten Steuerpflichtigen telefoniere, bin ich andere Meinung.
Vielleicht benötigt man hierzu eine Gewisse Fähigkeit zur Empathie, aber das kann man wohl in der heutigen Gesellschaft nicht mehr voraussetzen.
Schließlich lebt es sich für ein schlichtes Gemüt derzeit sehr gut.

Die erfuhr ich während meiner langjährigen Selbstständigkeit Gott sei Dank, viele mögen es nicht glauben;-) von so einigen Ihrer Kollegen im FA. Ächzend unter der Last der 1/4 jährlichen Steuervorauszahlungen im Sommer oder sonstig lauen Zeiten, fand man stets eine gute Seele, die das ein oder andere Quartal mal stundete;). Wie Sie als Fachfrau auch anmerkten, haben viele Menschen wenig Ahnung was es heißt sämtliche Risiken für sich, seinen Betrieb, den Vermieter und noch viel belastender für seine Mitarbeiter und deren Existenz und Wohlergehen zu tragen. Fernab jeglicher sozialen Auffangmatte aber schnell nahe der Insolvenz mit meist lebenslanger Verschuldung. Die selben Leute werden jedoch bald nicht schlecht staunen wenn sie ihren nächsten Urlaubstrip buchen wollen, einen Weihnachtseinkaufsbummel unternehmen oder endlich wieder ihren Friseur oder Physiotherapeuten usw. aufsuchen möchten und diese einfach von der Erdoberfläche verschwunden sind. "Wie, die sind weg!?" MfG

Inge Meier | Do, 16. April 2020 - 13:19

Corona ist nicht einfach eine „Seniorenleiden“ zu Lasten der Jüngeren. Die statistisch am meisten betroffene Gruppe ist zwischen 45-54 Jahren: https://info.gesundheitsministerium.at/dashboard_Epidem.html?l=de. Die relativ hohe Anzahl an Todesfällen über 70 hängt, abgesehen von Vorerkrankungen, vermutlich auch mit Bedingungen in manchen Altersheimen zusammen.Ich gebe dem Autor aber absolut recht, dass Selbstständige unverhältnismäßig stark durch die Krise betroffen sind, dass die Möglichkeit zur Kurzarbeit unfair verteilt ist, und auch dass eine Vermehrung der Mandatsträger im Bundestag kritisch zu sehen ist. Ja auch die Kirchen könnten einen Beitrag leisten, durch zumindest zeitweilige Reduktion der Kirchensteuer.Es ist in dieser unerwarteten Krise nicht immer leicht Ansprüche und Benachteiligungen gegeneinander abzuwägen. Auf jeden Fall sollte man aber trotzdem alles versuchen um einen möglichst fairen Ausgleich zu schaffen. Diffamierungen helfen uns aber dabei sicher nicht weiter.

nicht, dass ich extrem optimistisch bin, aber man könnte sich wenigstens um einen solchen(Ausgleich) bemühen...

Gisela Fimiani | Do, 16. April 2020 - 13:22

Krisen können der Entlarvung dienen. Der paternalistische Staat sichert seine Macht, indem er sich immer weiter aufbläht und die Zahl der staatsabhängig Beschäftigten auf wunderbare Weise vermehrt. Das ist die sanfte, unbemerkte Weise, in der man eine immer stärker gelenkte Demokratie etabliert, wo bereits an der Basis regierungsloyale Vertreter aller Art (Medien, Kirche, NGOs, Stiftungen .......usw.)die Bürger erziehen. Begleitet von einer überbordenden Bürokratie, wo Westentaschen- Despoten „Staatsinteressen“ durchsetzen, feiert der Geist der Untertan-Gesellschaft Urstände. Wer gut hinschaut erkennt, dass uns das Freisein von Eigenverantwortung, die bequeme Staatsversorgung längst die Freiheit gekostet hat. Unsere „heimelige“ Trägheit, wird Vater Staat uns in Zukunft in Rechnung stellen. Als geistige und materielle Kandare.

Seltsam. Jetzt ist es wieder der bevormundende Staat, der den Menschen das Leben vermiest.

Werfen Sie ihm jetzt vor, er habe in der Corona-Krise falsch gehandelt, oder geht es um Grundsatzkritik - oder um beides?

Dabei mehren sich doch gerade hier die Stimmen, die dem Staat - im Gegenteil - Untätigkeit vorwerfen. Er habe keine Pandemiepläne, alte Konzepte nicht fortgeführt, so ein ständiges Klagelied eines ewigen Opponenten!

Er sorgt auch nicht dafür, dass es genug Masken gibt. Er solle doch den Selbständigen besser helfen. Und überhaupt, muss diese oder jene Einschränkung jetzt sein?

Wie dem auch sei: Es hilft wenig und ist noch weniger glaubwürdig, heute so zu argumentieren, und gestern noch das Gegenteil angemahnt zu haben.

Der Staat wird gelenkt durch gewählte Politiker. Es steht Ihnen ja frei, anders zu wählen.

Nur zweifle ich, dass die Mehrheit in Deutschland eine Ihnen ähnliche Wahl treffen wird.

Bernd Muhlack | Do, 16. April 2020 - 20:12

In reply to by Gast

Zitat:
"Wie dem auch sei: Es hilft wenig und ist noch weniger glaubwürdig, heute so zu argumentieren, und gestern noch das Gegenteil angemahnt zu haben."
Zitat Ende.

Ja Herr Lenz, ich gebe Ihnen Recht!

Politiker welche Ihre Meinung in den "Wind" hängen, ihre Entscheidungen davon abhängig machen, sind in der Tat nicht glaubwürdig!

Hatte nicht die Regierung Merkel eine Laufzeitverlängerung für die deutschen AKWs mit den Betreibern beschlossen?
Dies pressewirksam mit der gegenseitigen Überreichung der Vertragsunterlagen kund getan?
Allseits strahlendes Lächeln!

Dann Fukushima!

Von heute auf morgen, schwenkte Frau Dr. Merkel blutsturzartig um, q.e.d.!
Die Ergebnisse der Verhandlungen mit den AKW-Betreibern möge ein jeder selbst nachlesen.
Es wurden PEANUTS-Beträge im Bereich von 30 MRD. € vereinbart.

Der Rückbau dieser (sehr guten!) AKWs, die noch nicht gesicherte Endlagerung, wird hunderte Milliarden € kosten!

Zum Glück haben wir Frau Merkel und ich habe im Zweifel eine "Maske"

Gerhard Lenz | Fr, 17. April 2020 - 14:07

In reply to by Gast

Auch wenn Sie jetzt so ein wenig am Thema vorbei reden.

Es sei Ihnen verziehen. Die Zeiten sind schliesslich anstrengend, die Nerven angespannt, da muss man schon mal Dampf ablassen.

Und draußen (hoffentlich) nicht drinnen, lauert das Virus. Aber Sie und ich sind ja mit Masken ausgerüstet.

Da stecken wir wenigstens den, der physischen Abstand für regierungsgesteuerten Irrsinn hält, nicht an.

Der eine kann sich an seiner Wut auf Merkel festhalten, darin einen höheren Sinn finden, eine Aufgabe.

Ich neige eher dazu, ihr zu vertrauen, auch wenn sie mir, was die Corona-Maßnahmen angeht, etwas zu zaghaft erscheint.

Wolfgang Tröbner | Fr, 17. April 2020 - 10:27

In reply to by Gast

"Es hilft wenig und ist noch weniger glaubwürdig, heute so zu argumentieren, und gestern noch das Gegenteil angemahnt zu haben." Wen wollen Sie hier eigentlich vorführen, Mitforisten oder Politiker? Das, was ich Ihren Worten entnehme, ist, dass Sie wie so häufig, anderen Kommentatoren vorwerfen, Sie würden jetzt ganz anders argumentieren als zuvor. Es müsste aber eigentlich auch Ihnen aufgefallen sein, dass unsere Politik nichts anderes macht. Kleines Beispiel gefällig? Noch vor wenigen Tagen haben Politiker ständig betont, dass Masken dem Bürger keinen Schutz bieten und nicht helfen würden. Und seit vorgestern wird urplötzlich dringend dazu geraten. Und was die aus meiner Sicht ungenügende Pandemie-Vorbereitung des Staates betrifft: Erwarten Sie nicht auch vom Staat, dass er Vorsorge für solche Fälle betreibt? Auch dafür zahlt der Steuerzahler Steuern und nicht nur, um China Entwicklungshilfe zu zahlen.

Da muss ich, so weh es auch tut, Ihnen sogar Recht geben. Um einen anderen Foristen zu zitieren: "ganz meine Meinung!".

Was man den Menschen gestern erzählt hat, gilt heute weniger, morgen vielleicht gar nicht mehr. Masken, gestern unnütz, heute durchaus sinnvoll, morgen vielleicht schon vorgeschrieben.

Was die fehlende Pandemie-Vorbereitung gibt, widerspreche ich: Niemand, aus keiner Partei, gleich ob grün oder blau-braun, hat bis vor kurzem irgendetwas diesbezügliches angemahnt.

Heute ist man schlauer. Heute weiss an es wieder besser. Und hat es - vermutlich - schon immer gewusst.

Und um meinen Kommentar zu präzisieren: natürlich habe ich damit Mitforisten genannt.

Kontroverse bedeutet nämlich - auch hier - nicht, im Chor über Frau Merkel zu klagen. Es bedeutet auch, widersprüchliche Kommentare ander Foristen zu benennen.

Was ich getan habe. Und sicher noch öfter tun werde. Wenn das bekannte "Fähnchen" mal wieder sichtbar wird.

Sie haben Recht, Frau Fimiani, wir sind über die Jahre – beschleunigt unter Rot-Grün und im rasanten Tempo unter der grün-links-protestantischen Kanzlerin – zu einer Art Staatsbediensteten-Gesellschaft mit ausgeprägter Vollkasko-Mentalität mutiert, in der ein stark wachsender BevölkerungsTeil (vielleicht ja schon die Mehrheit?) direkt oder indirekt von staatlichen Geldern lebt und sich pudelwohl fühlt in dieser Rundum-Versorgung ohne Eigenverantwortung, wobei die Politik je nach parteipolitischer Färbung immer mehr angeblich Betreuungsbedürftige entdeckt oder erfindet, von betreutem Lernen & Denken in Kitas & Grundschulen über betreute Wahlhilfe für geistig Behinderte bis hin zur moralisch-humanitär begründeten Endlos-Betreuung von Millionen Armutsflüchtlingen. Ob die Wirtschaft in dieser gigantischen Krise in die Knie geht und die persönlichen Freiheiten auf nordkoreanisches Niveau gestutzt werden, interessiert die einen Dreck, solange die Staatsknete pünktlich auf dem Konto eingeht.

dieter schimanek | Do, 16. April 2020 - 13:57

.. hier in diesem Beitrag: Hartz 4 Empfänger oder Empfänger von Grundsicherung haben keine Verluste. Doch haben sie, denn sie haben immer nur ca. 60% von einem normalen Einkommen. Wer jetzt in Kurzarbeit ist und von einem solchen Betrag leben muß, wird hinterher kaum noch behaupten können diese Leute würden mit einem Daimler Bonz vor den Arbeitsamt vorfahren. Zu diesen gehört etwas eingeschränkt auch Herr Span.

helmut armbruster | Do, 16. April 2020 - 18:09

ich bin kein Beamter und nehme mir daher heute mal die Freiheit mich darüber zu ärgern.
Jetzt z.B. laufen Gehalt und Pension weiter, sie müssen keinerlei finanzielle oder existentielle Einbrüche hinnehmen, nicht um ihren Arbeitsplatz fürchten.
Wie Zuschauer in der Loge können sie unbeteiligt zusehen, wie die Wirtschaft stranguliert wird und wie Millionen Einbußen erleiden und nicht wissen, ob sie jemals wieder auf die Beine kommen.
Wieso eine solche Privilegierung? Sind Nicht-Beamte etwa Menschen zweiter Ordnung? Wie will man eine solche Privilegierung rechtfertigen?

Charlotte Basler | Do, 16. April 2020 - 18:31

Deutschland erhebt sehr hohe Steuern und Abgaben von beschäftigten Bürgern.
Dazu kommen vergleichsweise niedrige Renten, ein spätes Renteneintrittsalter. Dazu haben Deutsche wenig Wohneigentum und es gibt nahezu keine Zinsen für Erspartes. Im Vergleich dazu haben andere EU Länder regelrecht paradiesische Zustände.
Nun sollen wir - im vorauseilenden Gehorsam und in Demut - auf Einkommen verzichten, während andere EU-Staaten auf eine Refinanzierung durch EU-Gelder, Euro- oder Coronabonds hoffen.
Das finde ich extrem unsolidarisch mit uns! Auch wir haben ein Recht darauf unsere selbst erwirtschafteten Einnahmen nach eigenem Gusto auszugeben.

Jürgen Scheit | Do, 16. April 2020 - 19:25

Herr Bok spricht mir aus der Seele, denn er zitiert all die pathologischen Fehlentwicklungen, die seit Jahren durch zunehmend inkompetente, dafür um so machtgeilere & eigeninteressengeleitete Politiker bewirkt wurden. Anstelle in dieser ExtremKrise von paranoidem Ausmaß, die mittels einer totalitär orchestrierten Falschinterpretation einer stinknormalen Grippewelle (Covid19 gehört letztlich zu den über 900 bisher bekannten Grippeviren, s. Influenza-Report des RKI) in kaltschnäuzig-rücksichtsloser Weise mit diktatorischen Erlassen & Verboten von den Regierenden losgetreten wurde, mustergültiges Vorbild zu sein und glaubhaft Solidarität mit ihren finanziell bis zum Ruin gebeutelten Mitbürgen zu praktizieren (z.B. Verzicht auf 50% ihrer üppigen Diäten), wetteifern die doch weiter um die rigorosesten "Sicherheitsmaßnahmen für unsere Gesundheit" und erhöhen sogar noch klammheimlich ihre Diäten (Saarland). Diese sadistisch-zynische Verantwortungslosigkeit erreicht somit kriminelles Niveau.