Fridays For Future - Die Bewegung hat noch nichts bewegt

Bei der wöchentlichen Demo von „Fridays For Future“ in Berlin kam am Freitag abermals Klimaretter-Ikone Greta Thunberg zu Besuch. Längst sind nicht mehr nur Schüler an den Protesten beteiligt. Immer mehr Eltern, Großeltern und Aktivisten sind dabei. Doch die Bewegung steht zunehmend vor einem Dilemma

Greta Thunberg
Ihres Ruhmes manchmal verlegen: Greta Thunberg / picture alliance

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Jannik Wilk ist freier Journalist und studiert derzeit Journalistik in Hamburg. 

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Greta Thunberg lächelt verlegen. In ihrem rosa Oberteil und mit den zum Zopf geflochtenen Haaren wirkt sie zerbrechlicher, als sie in den Medien gelegentlich ikonenhaft dargestellt wird. Sie macht einen schüchternen Eindruck, als sie ans Mikrofon tritt, als verstünde sie den seit Monaten anhaltenden Trubel um ihre Person noch immer nicht. Man merkt: Dieses Mädchen ist eigentlich noch ein Kind. Sie ist in diese Rolle hineingerutscht. Danach verlangt hat sie nie. Dann hält sie ihre Rede, wie immer in geschliffenem Englisch. Die Sätze betont sie in ihrem Greta-Stil. Ein bisschen abgehackt. Die Fans hängen an ihren Lippen und jubeln.

Fridays For Future wandelt sich

Seifenblasen
Ein Hauch von Woodstock  / Jannik Wilk

So unverändert wie „Greta“ wirkt, so sehr hat sich die Schülerbewegung „Fridays For Future“ gewandelt. Die Gesichter, Organisatoren und Redner sind zwar auch an diesem Tag sehr jung. Die meisten gehen noch zur Schule. Halten Sie Reden, verhaspeln sie sich gelegentlich. Rufen Sie Kampfsprüche ins Mikrofon, krächzen sie. Einigen kippt die Stimme weg. Sie sind noch dabei, erwachsen zu werden. Aber die Bewegung ist keine Schülerbewegung mehr.

Am Berliner Invalidenpark versammeln sich nämlich nicht nur Teenager mit Stirnbändern, Dreadlocks oder bemalten Schildern samt apokalyptischen Sprüchen wie „RIP Earth“. Es sind auch viele junge Eltern mit Kinderwagen gekommen. Mütter mit ihren kleinen Söhnen, ganze Familien, von der rüstigen Oma bis zum Schwiegersohn. Als machten sie einen Ausflug. Sie sitzen auf der Wiese und machen sich einen schönen Freitag. Seifenblasen fliegen durch die Luft – ein Hauch von Woodstock.

Eine junge blonde Mutter, die ihr jüngstes Kind in einem Tuch vor dem Oberkörper trägt, erzählt, sie seien gekommen, um „Greta zu sehen“. Ein anderes Paar kommt aus Eberswalde, trägt den Nachwuchs auf den Schultern und lächelt beseelt. Es möchte sich für die Zukunft seiner Kinder einsetzen. Und ihnen zeigen, wie wichtig das Einstehen für Rechte und Demokratie ist.

Christian Lindner, der Vollprofi

Christian Lindner
Anti-FDP-Protest / Jannik Wilk

Insgesamt folgen heute 3.000 bis 4.000 Menschen dem Aufruf der Organisatoren. Sie diskutieren, sitzen beieinander oder stehen vor der Bühne. Straßenverkäufer entdecken die Demonstration für sich, versuchen dem Publikum Brezeln und Plunder anzudrehen. Dabei soll es bei diesem Familienfest um politisches Engagement gehen. Auf einem aus Karton gebastelten Schild steht an einem der Stände: „Briefe und Karten an Politiker*innen“. Mit Gender-Sternchen. Darunter sitzen Schüler mit Deuter-Rucksäcken, die eifrig handschriftliche Texte verfassen. An einem anderen Stand noch ein Schild, darauf ein Bild von FDP-Chef Christian Lindner. Über seinem Gesicht steht: „Vollprofi.“ Ein Seitenhieb auf den Liberalen, der erklärt hatte, er würde Klimafragen lieber „Profis“ überlassen.

Auch andere Kritik an „Fridays For Future“ lassen sich die Aktivisten nicht gefallen: Gerne wird ihnen vorgeworfen, nur während der Schulzeit zu streiken. Dieses Argument versucht Thunberg zu widerlegen: „Wir machen weiter, auch in den Ferien, weil die Klimakrise nicht einfach aufhört, weil wir in den Urlaub fahren“. Momentan sind Sommerferien. Dem Andrang tut das tatsächlich selten Abbruch.

Die Bewegung kommt zunehmend in der Mitte der Bevölkerung an. Danach gefragt, was sie auf einer Schülerdemo machen, antworten ältere Anwesende, dass es offensichtlich sei, dass etwas getan werden müsse. Ein anderer sagt, er sei öfter hier und unterstütze die Bewegung. Einer von ihnen hält sogar eine Rede: Christian Thomsen, Präsident der TU Berlin. Im dunkelblauen Anzug steht er auf der Bühne und macht den Klima-Aktivisten Mut. Man schließe sich den Forderungen der Bewegung an. Die Berliner Universitäten und die Charité würden auf seine Initiative hin ein neues Zentrum für Klimaneutralität gründen und das Thema noch weiter in den Fokus der Lehre rücken, so Thomsen.

Eine Bewegung hängt in der Luft

Eltern
Kinderprotest in Gelbwesten / Jannik Wilk

Dieses neue Engagement auch anderer gesellschaftlichen Schichten hat die Bewegung auch dringend nötig. Denn außer Aufmerksamkeit scheinen die Demonstranten bei den Politikern bislang wenig zu haben. Die Jugendlichen stürmen los, aber hängen in der Luft. Ihr Trommeln wird von den wichtigen Personen zwar vernommen, und viel gelobt. Dabei bleibt es aber meist. Thunberg sagt, man würde den Jungen nur den Kopf tätscheln und ihnen sagen, alles werde gut. 

An diesem Donnerstag hatte zum dritten Mal das sogenannte Klimakabinett der Bundesregierung getagt. Die jungen Redner im Invalidenpark prangerten an, auch dieses Treffen sei erneut weitgehend ergebnislos geblieben. Vom langersehnten Kurswechsel keine Spur. Das Pariser Abkommen werde noch immer nicht konsequent durchgesetzt, die Klimaziele rückten immer weiter in die Ferne. Jonas Sack, ein großgewachsener 17-Jähriger mit schwarzen Haaren und kantiger Brille, ist einer der Sprecher von „Fridays For Future“. Er sagt, man fühle sich ignoriert von den Politikern: „Wir streiken seit über sechs Monaten, seit Dezember. Das einzige, was passiert, ist dass man darüber redet. Aber allein der Diskurs rettet ja nicht die Zukunft“. 

Auch auf diese Sorge hat Greta Thunberg heute eine Antwort. Sie werde niemals aufgeben, sagt sie im Jubel der Menge. Das hoffe sie auch von den deutschen Aktivisten. „Greta“ findet aber auch, die Bringschuld liege nicht bei ihnen. Denn sie alle, so stellt sie kritisch fest, hätten bereits begonnen, ihre Bildung für den Protest zu opfern. Von den älteren Generationen fordert sie Unterstützung: „Wir flehen euch um Hilfe an“. Die Verantwortung liege bei Politikern, Medienleuten, Managern. Nicht bei den Demonstranten.

Unbequemer werden, aber wie?

Protest
System change? Aber was für einer? / Jannik Wilk

Einige von ihnen propagieren auf der Bühne gar den Slogan „System change – not climate change“. Ein Systemwechsel? Aber worauf bezogen? Es klingt fast, als würde die AfD von den alten Systemparteien sprechen. Die Bewegung muss sich entscheiden: Entweder wird sie noch unbequemer. Aber welche noch drastischeren Maßnahmen will man ergreifen? Oder man bleibt bequem – und riskiert damit, den Schub zu verlieren.

Auch Sprecher Jonas Sack fragt sich, was geschieht, wenn weiterhin Stillstand herrscht: „Wenn man sieht, es passiert wirklich nichts, kann ich mir schon vorstellen, dass dann irgendwann der Punkt eintritt, an dem man sagt: Okay, jetzt müssen wir mal unsere Aktionsform ändern. Ich weiß nicht, wie weit das gehen wird“. Auf den angesprochenen Systemwechsel entgegnet er: „Dass sich etwas ändern muss, heißt nicht, dass man das System komplett umschmeißen und direkt im Sozialismus leben muss. Das ist ja auch gar nicht damit gemeint. Die Großindustrie darf sich nicht mehr über die Menschen stellen“.

Die Organisation ist noch zu chaotisch

Auch die Zugehörige der Antifa sind im Invalidenpark dabei. Zwar sitzen sie nur herum und hören zu, legen ein paar Flaggen aus. Klima-Aktivismus wird inzwischen jedoch gerne von Linksextremisten instrumentalisiert, um Anhänger zu gewinnen. Im Verfassungsschutzbericht ist beispielsweise von der Roten Flora in Hamburg die Rede, die die Proteste zum Hambacher Forst für sich genutzt habe.

Die Bewegung „Fridays For Future“ steht vor der Entscheidung, ob sie sich weiter professionalisieren sollte. Die Organisation sei oft noch zu chaotisch, sagt Sack: „Es gibt Leute in der 'Orga', die sich dann über Dinge aufregen, bei denen man dann denkt: ,Besinnt euch mal darauf, was wir wollen. Wir wollen Klimaschutz auf einem richtig hohen Level, einem ziemlich radikalen Level, das auch nötig ist'." 

Zu viel Stress für Thunberg

Presse
So viel Presse wie noch nie / Jannik Wilk

Noch demonstriert nur eine Minderheit der Schüler. Will „Fridays For Future“ wirklich im Wortsinne etwas bewegen, müsste die Bewegung viel größer werden. „Nicht alle bewegt das Thema so sehr. Das sehe ich auch in meiner eigenen Schule", sagt Sprecher Jonas Sack dazu. „Viele Jüngere haben vielleicht noch nicht so den Blick auf das große Ganze." Nicht alle junge Menschen stünden der Bewegung freundlich gesinnt gegenüber: „In Brandenburg war es so, dass einem etwas jüngere Menschen den Mittelfinger entgegenstrecken, ohne Grund. Oder die typischen Kommentare: „Ihr Schulschwänzer“ oder einfach nur ein Kopfschütteln. So Sachen habe ich schon erlebt.“

Das Publikum wird gegen Ende der Demo dazu aufgerufen, gemeinsam vom Hauptbahnhof einen Zug nach Luckenwalde zu nehmen. In der brandenburgischen Kleinstadt findet im Anschluss eine weitere Kundgebung von „Fridays For Future“ statt. Wegen der anstehenden Landtagswahlen im Osten will man das Klima auch hier nochmal thematisieren. Greta Thunberg wird nicht mitreisen. Für sie war das Medienaufgebot heute schon genug. Ein Sprecher der Bewegung bestätigte später: Es sei sehr stressig für Thunberg gewesen, so viel Presse wie heute sei noch nie gekommen. 

Hans Jürgen Wienroth | Fr, 19. Juli 2019 - 21:53

Demokratie braucht Zeit. Zeit zum Diskutieren, Zeit zum Überzeugen und vor allem überzeugende Argumente. Mit dem „Alarmismus“ von ein paar tausend, vielleicht auch zehntausend, Menschen kann man nicht das Leben von 82 Millionen Menschen grundlegend verändern. Leider gibt es in unserem Land keine Volksabstimmungen, mit denen man demokratisch die Meinung einer Mehrheit feststellen kann. Demoskopische Befragungen sind für diesen Wechsel keine ausreichende Grundlage.
Was wäre gewesen, wenn alle Teilnehmer mit der Bahn nach Luckenwalde gereist wären? Hat die Bahn die Kapazitäten dazu, kann sie die Menschen befördern, die aufs Fliegen verzichten oder werden die Bahntickets dann zugeteilt? Was wird als nächstes zugeteilt?

dieter schimanek | Sa, 20. Juli 2019 - 09:37

Berlin hat 3,5 Millionen Einwohner, rechnet man das Umfeld hinzu, kommen noch mal 1,5 Mille dazu. Davon kamen 3000-4000. Eigentlich müßte es nicht heißen "wir sind mehr" sondern wir sind lauter. Das gilt auch für den Kampf und die Konzerte gegen rechts. Da kommen dann 20 000 aber von 82 Millionen. Die Politik braucht eine Mehrheit und das sind nicht Greta u. ihre Freunde. Zumindest nicht im Rest der Welt. Genau so wenig wie Böhmermann u. seine Genossen.

Romuald Veselic | Sa, 20. Juli 2019 - 09:45

und Greta T. ist keine Öko Jeanne d'Arc, sondern eine Hype Episode, wie es früher der Guru Bhagwan und seine Jünger waren und 200 Rolls Royce Karossen besaßen. Für mich ist ihr (Greta T.) Erscheinen keine Nachricht wert, sondern Kult-Mammon & Ersatzmessianismus.

Mich bewegt wesentlich mehr, wenn unschuldige Menschen, im Religionswahn tag-täglich ermordet werden.
Ich bewundere vor allem Leute im Weißen Ring, die sich um die Opfer resp. deren Angehörigen/Verwandten kümmern und sie betreuen.

Der Planet wird sich selbst retten. Indem sich der Menschheit entledigt.

..bei den üblichen Dauerfrustrierten ist enorm. Denn das Mädel hat zweierlei geschafft: Das übliche Genöle um Migration ist in den Hintergrund getreten, und es wurde noch dazu durch das Thema ersetzt, das von der gleichem Randgruppe wider alle wissenschaftlichen Beweise geleugnet wird: den menschengemachten Klimawandel. Aber auch wenn Greta & Co. noch nicht allzu viel erreicht haben sollten: Die Jungen werden auch gegen die Sturheit der Unbelehrbaren weiterhin für ihrr Zukunft eintreten. Gut so!

Ernst-Günther Konrad | Sa, 20. Juli 2019 - 10:11

" Einige von ihnen propagieren auf der Bühne gar den Slogan „System change – not climate change“. Ein Systemwechsel? "
Wenn das die AFD sagt, gilt das sofort als Umsturz des Staates und der Demokratie.
So sagt es ein Schüler, naja, das muss man ja erstmal hinterfragen und überhaupt, die meinen das ja nicht böse.
" Okay, jetzt müssen wir mal unsere Aktionsform ändern. Ich weiß nicht, wie weit das gehen wird“
Nun, fragt doch mal die von der Antifa, die dort ihr künftiges Betätigungsfeld aufgeklärt haben.
Von anderen erwartet man zurecht, dass sie sich von extremen Gruppen distanzieren. Ach stimmt, nur von den rechten, linke sind ja für die gute Sache.
Tja, wenn die meisten Kinder eben in Urlaub sind oder keinen Bock haben, machen es halt die Eltern und Großeltern. Die räumen denen daheim auch die Zimmer auf und schreiben ihnen auch das Diktat vor, wenn ihnen alles so schwer ist und sie Zeit brauchen zum "chillen".
Die Kid's brauchen Freizeit und Demo-Event oder Urlaub auf Malle.

Ernst-Günther Konrad | Sa, 20. Juli 2019 - 10:20

In der Sache Herr Wilk sicher nicht. Viel Geschwätz und weitere Beratungen in der Regierung, das stimmt. Dennoch haben sie, sicher ohne es wirklich zu erkennen, einiges bewegt. Sie haben mitgeholfen sich instrumentalisieren zu lassen. Sie haben Generationskonflikte künstlich erzeugt. Sie lassen Schule für die "´gute" Sache ausfallen. Sie fordern und denken aber nicht nach, wie die Lösung konkret sein soll.
Damit es ja zu keinen inhaltlichen Diskussionen kommt, übernehmen sie vorgegebene von Ideologen geprägte Schlagwörter und lassen sich manipulieren.
Gut das sie mal sehen, wie Politik tatsächlich mit Forderungen des Volkes, zu dem gehören sie nämlich auch, praktisch umgeht.
Die Frage ist nur, verstehen sie schon die Zusammenhänge zwischen ihren Forderungen und den Folgen, die sich bei welchen Änderungen auch immer für sie unmittelbar ergeben? Wissen sie denn tatsächlich, das sie es werden bezahlen müssen, mit Steuergeld, das ihnen nicht gehört und ihren Steuern aus der Zukunft?

Inge Meier | Sa, 20. Juli 2019 - 16:26

Vor allem ist diese sogenannte Bewegung eine eher innerdeutsche Sache. Selbst im Ursprungsland Schweden gibt es inzwischen Gegenproteste und die Grünen hatten nicht jene Erfolge die sie erhofften.
Es gibt keinerlei Anzeichen, dass Fridays for Future der Anfang einer neuen Klimainternationale ist oder gar eines weltweiten "Systemwechsels" . Trotz massiver medialer Begleitung und Hype.

Also zurück zu einer verantwortungsvollen aber realistischen Betrachtungsweise von Umweltproblemen.

Dennis Staudmann | Sa, 20. Juli 2019 - 18:08

wäre diese wohl so gewesen wie Greta Thunberg. Es mag sein, dass Mozart seine erste Sinfonie komponierte, als er neun Jahre alt war, aber wahrscheinlich konnte er der Welt nicht einmal annähernd so viel Weisheit und Erkenntnis bescheren, wie wir es heute von der 16- jährigen Schwedin erleben dürfen. Einer ihrer deutschen "Jünger" verkündet: "Dass sich etwas ändern muss, heißt nicht, dass man das System komplett umschmeißen und direkt im Sozialismus leben muss..." Nicht direkt, aber dieser Satz sagt dann doch schon ziemlich genau, wo die Reise hingehen soll. Alle Steuern und Preissteigerungen im Namen der "Klimarettung" haben etwas gemeinsam. Es wird immer weniger Menschen geben, die sich beispielsweise Flugreisen, Autofahren, Fleischkonsum etc. leisen können und immer mehr, die das nicht (mehr) können. Also schon so wie im "real existierenden Sozialismus", wo die Clique der Profiteure auch überschaubar war. Vielleicht ist das ja ein Grund, warum auch Merkel an Gretas Seite ist.

Klaus Peitzmeier | Sa, 20. Juli 2019 - 22:15

Man mag ja zu "Fridays for future" stehen wie man will, aber die Überschrift "Die Bewegung hat noch nichts bewegt" ist voll daneben. Kein Tag ohne Klimaverlautbarungen in der Presse. Und Hunderttausende Kinder u Erwachsene setzen sich bewußtseinsbildend mit Politik auseinander. Das ist doch toll u schon ein Wert an sich. Die Teenies glauben, genau wie wir damals, die Welt erklären zu können. Was mich stört ist die Reaktion vieler Erwachsener, Politiker u Lehrer, die unter dem Druck der Verhältnisse genauso undifferenziert mitgrölen. Jeder weiß doch, daß Lindner mit der Aussage, man solle viell. die Wissenschaftler u Politprofis mal machen lassen, Recht hat. Nur sollten die auch langsam mal was machen u nicht nur parteipol. Destruktionssüppchen kochen. Die Kohle muß weg, aber die neuen, vorhandenen Atomkraftwerke doch nicht, wie Greta schon sagte. Der Rückbau kostet Milliarden. Aber Geld spielt bei den GRÜNEN keine Rolle. Wie der Strom aus der Steckdose kommt das Geld aus dem Automaten.

Alexander Mazurek | Sa, 20. Juli 2019 - 22:36

... die Hebel der Revolution des Nihilismus, die sich nicht da vollzieht, wo wir hinschauen und nicht so, wie wir es erwarten. Rauschning schreibt: "„Wenn man also, sagt Pareto, den Menschen den Zwang schmackhaft machen will, muss man ihn zweckmäßigerweise auf den Namen Freiheit umtaufen.“ Man kann auch noch Würde, […] damit verbinden und hat dann das Geheimnis der (grünen) Manipulationen. Der Sieg der Propaganda über jede Art von Wahrheit, die Macht der Lüge über die Wirklichkeit, - das ist der Weg der dynamischen Revolution, der Revolution ohne Doktrin.“

Manfred Bühring | So, 21. Juli 2019 - 18:23

@HJ Wienroth
Gott sei Dank haben wir keine Volksentscheide. Das Wesensmerkmal einer repräsentativen parlamntarischen Demokratie liegt eben darin, die politische Entscheidungsbefugnis für eine bestimmte Zeit zu delegieren und dann bei der nächsten Wahl zu bewerten.
In Zeiten des insbesondere durch die (a)sozialen Medien ausufernden Populismus mag man sich nicht vorstellen, zu was für kruden Entscheidungen Volkes Wille führen würde - siehe Brexit. Auf kommunaler Ebene mit überschaubaren Problemstellungen und erkennbaren persönlichen Verantwortlichkeiten (der Bürgermeister ist Skatbruder etc.) ist Bürgerbeteiligung ein sehr erfolgreiches Instrument. Aber bitte bitte nicht in Fragen grundsätzlicher politischer Entscheidungen.

Norbert Heyer | So, 21. Juli 2019 - 21:24

Wenn ein junges, fehlgeleitetes Mädchen mit ihren schlichten Thesen eine solche Bewegung auslösen kann, dann ist die Gesellschaft sehr, sehr krank. Wenn Fakten nicht nur ignoriert, sondern als Antithese verteufelt wird, haben wir den Boden der Sachlichkeit schon lange verlassen. Das zerstört im Endeffekt unsere demokratische Gesellschaft, wir sind tatsächlich dabei, die Grundlagen unseres Wohlstandes einem falschen Ideal zu opfern. Sollen tatsächlich Kraftwerke abgestellt werden, ohne Sicherung der notwendigen Energie, sich total den Launen der Natur aussetzen und den Stromüberschüssen unserer Nachbarn? Muss es in Deutschland immer mal wieder knallen, bis wir alle wieder knallhart auf dem Boden der Erkenntnis aufschlagen? Gibt es keine Autorität oder Persönlichkeit mehr, der die Jugend (und ihre Eltern) von Vernunft und realistischen Zielvorstellungen überzeugen kann? Die Aussagen von Frau Merkel hierzu sind bisher nämlich in dieser Angelegenheit „weder dienlich noch zielführend.“