CDU nach Wahl zum Parteivorsitz - Aufbruch von gespaltener Basis

Mit der Wahl von Annegret Kramp-Karrenbauer zur CDU-Vorsitzenden beginnt die Hoffnung in der Partei auf eine neue Ära. Doch die Herausforderung ist gewaltig. Ein tiefer Riss geht durch die Partei, die programmatische Leere ist kaum zu verhehlen. AKK muss nun auf Distanz zu Merkel gehen

Annegret Kramp-Karrenbauer und Angela Merkel beim CDU-Parteitag
Merkels letzter Sieg: Annegret Kramp-Karrenbauer ist CDU-Parteivorsitzende / picture alliance

Autoreninfo

Christoph Seils ist Ressortleiter „Berliner Republik“ von Cicero. Im Januar 2011 ist im wjs-Verlag sein Buch Parteiendämmerung oder was kommt nach den Volksparteien erschienen.

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Drei Attribute waren es, mit denen Angela Merkel am Freitag gleich zu Beginn dieses historischen Parteitages in Hamburg ihre Sicht auf den Zustand der CDU umschrieb. Die CDU gehe „gut gerüstet, gestärkt und geschlossen“ in die Zukunft, sagt die Bundeskanzlerin und scheidende Parteichefin zur Begrüßung der 1001 Delegierten und vielen Gästen. Als sechs Stunden später das Ergebnis der Vorsitzendenwahl feststand, hatte sich gezeigt: Hinter jedes dieser drei Attribute gehört ein Fragezeichen:

Gut gerüstet? Gestärkt? Geschlossen?

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Klaus Dittrich | Sa, 8. Dezember 2018 - 10:52

„Viele Fragen lassen sich rückblickend schwer beantworten: . . . „
Zu diesen Fragen gehört auch: Befürchteten viele der delegierten Bundestagsabgeordneten Neuwahlen unter einem CDU-Chef Merz und damit den Verlust ihrer „Pfründe“?

„Sie muss die Partei neben der von Merkel geführten Bundesregierung eigenständig profilieren . . . „
Dies ist schier unmöglich in dieser Konstellation. Also – entweder eine Kurzzeitvorsitzende AKK oder eine bald abtretende Bundeskanzlerin.

Dr. Florian Bode | Sa, 8. Dezember 2018 - 11:27

Wie heißt die beste Wahlhilfe für die AfD?

CDU!

Hans Herzberger | Sa, 8. Dezember 2018 - 11:30

Es bleibt zu hoffen, das aus dem Aufbruch kein Abbruch wird ! Es wird nicht leicht werden für Frau AKK die Partei zu einen. Gerade die Europa-Wahlen werden ein erster Meilenstein für die Vorsitzende werden. Hier denke ich, es wird eine krachende Niederlage für alle linksorientierten Parteien in der EU werden. Und gerade Deutschland wird aufgrund mangelhafter Einsicht für das Volksverständnis und Parteierneuerung einen Rechtsruck erleben, der vieles ins Wanken bringen wird. Wenn fast keine Partei sehen will, dass es im Lande Wähler gibt, die sich nicht Linksgrün orientieren wollen, ist der Niedergang der Volksparteien auch in der EU vorprogrammiert. Da werden auch alle Wehklagen, Hetzjagden, Medien, Verfassungsschutz-Beobachtungen nichts helfen. Millionen von Wählern lassen sich nicht einfach zur Seite schieben und Mundtot machen lassen. Es stehen uns und der EU stürmische Zeiten bevor.

Caro Fritz | Sa, 8. Dezember 2018 - 12:04

Es waren "ganz besondere, ausgesuchte Menschen" die zum Parteitag nach Hamburg geschickt wurden, einer der Gründe für meinen Austritt aus der Partei.

Hubert Sieweke | Sa, 8. Dezember 2018 - 12:14

Wird nun weitergehen. Es wird Austritte geben und die Wähler wollen das Merkel 2.0 Desaster nicht goutieren. Es sieht so aus, als überlebe AKK das Jahr 2019 nicht. Ihr General ist schon heute eine Nullnummer, war er bisher aber auch. Mit Merz hat die CDU ihre Chance vertan. Mal sehen, wie sich die AfD trotz massiver Beleidigungen, Rufmord, Körperverletzung und städndiger Ausgrenzung durch sogenannte Demokraten entwickelt.

Wolfgang Henning | Sa, 8. Dezember 2018 - 12:31

Die CDU hat die Chance für eine Neuausrichtung vertan. Die enttäuschten Wähler wird sie nicht zurückholen und die AfD wird's freuen. Das voraussichtliche "Weiter so!" wird die ehem. Volksparteien weiter schrumpfen lassen. Die nächsten Wahlen werden der neuen Parteivorsitzenden die Wirklichkeit nahe bringen.
So bleibt der konservativen Wählerschaft nur die AfD als Hoffnungsträger.

Michaela Diederichs | Sa, 8. Dezember 2018 - 13:12

"Friede, Freude, AKK" meint die NZZ und trifft es mindestens genauso gut wie Sie. Diese CDU wird sehr schnell liefern müssen. Mit dem ziemlich einhelligen Ja zum Migrationspakt geht sie schon mal mit einem Malus in die Wahlen 2019. Die Menschen werden sehr genau hinschauen, ob und wo Bewegung entsteht.
https://www.nzz.ch/meinung/friede-freude-akk-ld.1442944

Peter Wagner | Sa, 8. Dezember 2018 - 13:49

Die CDU hat ihre Chance auf Erneuerung verspielt! Die AFD wird, so lange Merkel Kanzlerin bleibt, und AKK wird daran nichts ändern, weiteren Zulauf bekommen. Nur Merz hätte von der AFD Wähler zurückholen können, und wäre auch ein Kanzler, der die riesigen von Merkel verursachten Probleme, in den Griff bekommen hätte!
Sollte AKK die Nachfolge von Merkel antreten, sie hatte ja angekündigt Kanzlerin werden zu wollen, ist Deutschland wohl nicht mehr zu retten!

Georg Czerwinski | Sa, 8. Dezember 2018 - 15:53

Die langanhaltenden Klatschorgien auf dem Parteitag(en) lassen erhebliche Zweifel an der Erneuerungsfähigkeit der CDU aufkommen. Diese Delegierten gehen mit Merkel nicht in den Ruhestand und deren Illusionen auch nicht.
Die unter der Führung von Merkel entstandenen Risiken, Rechnungen und zukünftigen Verpflichtungen müssen bald bezahlt werden.
Auch wenn AKK vielleicht mehr Wissen auf den Gebieten Politik und Ökonomie mitbringt als Merkel, bleibt sie wahrscheinlich auf links-grünem Kurs.
Und die Frage wie der von Merkel angerichtete Schaden wieder in Ordnung gebracht werden soll, bleibt in der Partei weiterhin unbeantwortet.

Elisabeth Ellermann | Sa, 8. Dezember 2018 - 16:53

Die CDU selbst ist mutlos, wagt keinen frischen Wind, keine Erneuerung, keine wirkliche Abgrenzung zu Merkel, kein wirkliches Aufkündigen ihrer Gefolgschaft (selbst wenn ihr bewusst ist, dass AM die Partei als bloßes Vehikel zum persönlichen Machterhalt missbraucht.) Wäre Merz noch mutiger aufgetreten, hätte er nur höher verloren. Es ist zum Verzweifeln.

helmut armbruster | Sa, 8. Dezember 2018 - 17:02

Teile und herrsche lautet eine alte römische Maxime.
Noch nie so deutlich wie nach der Wahl zum CDU Vorsitz ist deutlich geworden, dass Merkel sowohl ihre Partei als auch ihr Land gespalten hat.
Ob mit Absicht oder ohne sei dahin gestellt, jedenfalls ist es das Ergebnis der langen Merkel-Herrschaft. Ihr jedenfalls hat dieses Prinzip dazu verholfen so lange an der Macht zu bleiben.
Sie war und ist die einzige Nutznießerin, den Schaden tragen ihre Partei und unser Land.

Joachim Wittenbecher | Sa, 8. Dezember 2018 - 17:05

Man muss der CDU nicht ernsthaft vorhalten, ob sie ein wenig zu links oder ein wenig zu rechts ist. Man muss der CDU vorhalten, dass sie mehrheitlich einer Kanzlerin Ovationen darbringt, die Deutschland geschadet hat. Es zeigt sich darin das traditionelle, autoritätsfixierte deutsche Bürgertum, das mit wirklicher Politik wenig zu tun haben will, sondern süchtig ist nach seiner Wohlfühl-Oase. Besichtigen konnte man diesen Menschentyp auf dem Hamburger CDU-Parteitag, als die Phoenix-Reporter durch die Delegierten-Reihen gingen und Interviews durchführen. Alles nette, unpolitische Leute, die im Kirchenchor besser aufgehoben wären, als in der Politik.

Rudolf Stein | Sa, 8. Dezember 2018 - 17:54

Dieses Bild der klatschenden AKK mit der, ebenfalls klatschenden, AM im Hintergrund ist symbolträchtig: im Hintergrund steht die Puppenspielerin, die ihre Pupppe tanzen lässt. Möge jeder, der Augen hat und ein Hirn zum Denken, dies bedenken.

Bernd Muhlack | So, 9. Dezember 2018 - 12:51

Zitat: "Immerhin hat sie mit Paul Ziemiak jetzt einen jungen Hoffnungsträger zum Generalsekretär gemacht."
Oha, Herr Seils, das ist der Joke des Wochenendes!

Wenngleich Peter Altmeier auch sehr gut war: "Wir haben drei sehr gute Kandidaten und Annegret hat sich durchgesetzt; deutlich, aber knapp!!"
??? aha, soso … sagt man das im Saarland so?

Übrigens ist das ein gar treffliches Bild über dem Artikel. Ich verkneife mir besser einen Kommentar dazu ….. "Wollt Ihr...." AUS

Werner Peters | So, 9. Dezember 2018 - 13:52

Schäuble hat's verzockt, indem er die Spielregel gebrochen hat, zu schweigen und einseitig Partei für Merz ergriffen hat. Das wollten viele Delegierte nicht, noch dazu vom Trickser. Nicht zu unterschätzen die Rolle von Laschet, der im Hintergrund die Fäden gezogen hat bei der Wahl des JU-Chefs zum General. Machtspiele in der CDU sind aber nichts Neues.

Elisabeth Ellermann | So, 9. Dezember 2018 - 14:48

Merkel hat Europa gespalten, Deutschland gespalten, und ihre Partei, die nie die ihre war, auch. Konsequent. Und wir sehen zu und lassen uns das gefallen.

Alfred Kastner | So, 9. Dezember 2018 - 14:56

Annegret Kramp-Karrenbauer hat nach ihrer Wahl angekündigt, dass sie der Bundeskanzlerin in einigen Punkten „durchaus“ widersprechen werde. Diese Aussage klingt in meinen Ohren wie die vermeintliche „Rebellion“ einer sich im Pubertätsalter befindlichen Streberin aus gutem Hause, die ihren coolen Altersgenossinnen nacheifern möchte, in Wirklichkeit jedoch bei jeder Gelegenheit den beschützenden Schoß der „Mutti“ sucht. Aber auch Kramp-Karrenbauer hat eine zweite Chance verdient, denn die erste als Generalsekretärin konnte sie leider nicht dazu nutzen, die auseinanderstrebenden Flügel ihrer Partei wieder zusammenzuführen. Zu eindeutig hatte sie sich zu Gunsten einer Seite festgelegt. Es kristallisiert sich zunehmend heraus, dass die Wahl von Ralph Brinkhaus zum neuen Fraktionschef als Zwergenaufstand bzw. Betriebsunfall einzuordnen ist. Dieser Regierungspartei kommt einzig zugute, dass die Weiden, auf denen die „Schafe“ hierzulande grasen, -noch- mit fettem Gras bedeckt sind.

Peter Wagner | So, 9. Dezember 2018 - 18:36

Mit der Wahl von AKK zur CDU-Parteichefin und der Ankündigung, dass sie Kanzlerin werden will, wird kein Ex-CDU-Wähler von der AFD zurückgeholt! Ganz im Gegenteil, die AFD wird davon profitieren. Die Mehrheit der Delegierten, hat den Ernst der Lage innerhalb der CDU, immer noch nicht begriffen! Auch die CDU ist nicht mehr zu retten! Die nächsten Wahlen werden diesen Trend bestätigen.

Günter Johannsen | Mo, 10. Dezember 2018 - 10:45

sondern auch Deutschland Spaltung in Ost und West wurde mit Fleiß weiter vorangetrieben. Die Ossis wurden mithilfe der "politischen Schönheit" (auf welche primitiven Ideen die Propagandisten doch kommen) als Rechtspopulisten und Nazis abgestempelt. Das wird sich zu den Wahlen bestimmt auszahlen … selbst die Menschen, die vielleicht noch aus Naivität oder sonst welchen Gründen LINKE, SPD oder CDU wählten, werden das wohl jetzt nicht mehr tun. Die LINKE-Einheitsfront kann sich jetzt freuen: Teilziel erreicht! Jetzt muss nur noch Deutschland und Europa aus dem westlichen Verbund heraus manövrieren und die Amerikafeindlichkeit weiter anstacheln werden(die staatlichen Medien tun es schon fleißig!), dann kann die kommunistische Einheitsfront die "geliebten alten Zeiten" nach Honeckers programmatischen Motto wiederherstellen: "Vorwärts nimmer, rückwärts immer!"

Susanne Dorn | Mo, 10. Dezember 2018 - 10:52

…durch den konsequenten Linkskurs Merkels selbst eingemauert und kann nicht mehr zurück.

Wer unter einer Käseglocke sitzt ist unfähig, Ideen zu entwickeln zumal Volk und Land verachtet werden.

Und der neue Generalsekretär Paul Ziemiak, Abbrecher zweier Studiengänge, der keinen Tag in seinem Leben jemals arbeitete, hat einfach keine Lebens- und Berufserfahrung, wie so viele Politiker seiner Generation.

Für mich ist die angebliche „Veränderung“ in der CDU eine Bankrotterklärung. Nichts, aber auch gar nichts wird sich ändern.

Ganz im Gegenteil, denn heute werden beide Pakte - GCM und GCR von Merkel in Marrakesch unterzeichnet, ohne Parlamentsaussprache, ohne Rücksicht auf 17 Bürger-Petitionen. Eine erneute Missachtung des Volkswillens.

Die Wahlen 2019 werden CDU und SPD weiter abstrafen…