Wenn wissenschaftliche Fakten nicht mehr anerkannt werden: Proteste gegen einen Vortrag der Biologin Marie-Luise Vollbrecht an der Humboldt-Universität zu Berlin / dpa

Gender-Debatte - Jetzt auch noch „Biologist“

Der Streit um Transpersonen, das binäre Geschlechtersystem und die Gender-Ideologie ebbt nicht ab. Der neueste Schmähbegriff woker Aktivisten ist „Biologist“. Ein Begriff, der Natur isolieren und unliebsame Fakten aus dem Weg räumen soll. Wer ihn in den Mund nimmt, der will andere einschüchtern und entwurzeln.

Autoreninfo

Rieke Hümpel ist Biologin, Publizistin und Betreiberin einer Werbeagentur.

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Hatte man sich gerade daran gewöhnt, von den Anhängern der woken Ideologie bei jeder Gelegenheit als „rechts“ beschimpft zu werden, taucht nun immer öfter ein neues Agenda-Wort im Kampf gegen freie Sprache und unabhängiges Denken auf: „Biologist“, wer mit einem kleinen Tier-Video in den Sozialen Medien menschliches Verhalten niedlich bebildern möchte. „Biologist“, wer das Stillen mit dem Argument befürwortet, dass sich das Säugen von Nachkommen bei Säugetieren als sinnvoll erwiesen hat. „Biologist“, wer das wissenschaftliche Faktum der Zweigeschlechtlichkeit benennt. Und „Biologist“, wer ebendiese Bezeichnung in der aktuellen Anwendung für „affig“ hält.

Viele der als „Biologist“ Angesprochenen zucken zunächst ratlos mit den Schultern. Denn der Begriff ist ein kulturwissenschaftlicher und außerhalb der Gemeinde der Soziologen weitgehend unbekannt. Innerhalb dieser Szene kursieren unterschiedliche mehr oder weniger schwammige Definitionen, deren Kern sich wie folgt zusammenfassen lässt: Der Biologismus missbraucht biologische Prinzipien und Abläufe, indem er ungeprüft und im falschen Verständnis daraus allgemeingültige Regeln und Normen für den Menschen ableitet. 

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Manfred Bühring | Mo., 17. Oktober 2022 - 11:11

Die Schmähungen und Diffamierungen mit dem Begriff "Biologist" sind weitere Auswüchse der fatalen Genderisierung unserer Wissenschaft und Gesellschaft. Maßgeblich zu dieser menschenverachtenden Diskriminierung "der Anderen" haben die sog. Genderstudies an unseren Universitäten beigetragen. Diese sog. Studiengänge müssen rigoros wieder abgeschafft werden, denn sie haben keinen Wert für die Entwicklung unserer Gesellschaft. Anders ist diesem Sprengsatz unserer Gesellschaft nicht beizukommen.

Friedrich Papenburg | Mo., 17. Oktober 2022 - 11:50

Sehr gute Frage. Allerdings verstehe ich die hier als eher rhetorisch. Mich beschäftigt jedoch, wie solche teils bizarren Glaubenssätze in dieser Gesellschaft über Verwaltung, Medien und Privatwirtschaft derart dominierend werden konnten. Bislang stehe ich nur vor Fragezeichen.

Thomas Hechinger | Mo., 17. Oktober 2022 - 12:17

Sind wir nicht zimperlich. Wer mich einen Biologisten schimpft, den nenne ich einen Bioleugner.

Fritz Elvers | Di., 18. Oktober 2022 - 16:14

Antwort auf von Thomas Hechinger

statt Perioden -System verstanden hat und sich als Flat-Earther outet, kann sich immer noch mit Dunkler Materie herausreden. Oder mit verschränkten Geschlechtern, da war doch aktuell was. Ach ja, der Zeilinger et al.

Die Biologisten sollten sich nicht so sicher sein, insbesondere gegenüber transzendenten Erscheinungen, wie Transfrauen (Marien?).

Django Reinhardt | Di., 18. Oktober 2022 - 16:23

Antwort auf von Thomas Hechinger

Dieser Begriff ist sehr zutreffend! Top.

Walter Bühler | Mo., 17. Oktober 2022 - 12:46

Man mutet den LGBTQIA+- Aktivisten zuviel zu, wenn man nach einer inhaltlichen Begründung fragt.

Die auf dem Titelfoto so hübsch farbig verkleideten Mädchen und Jungen denken gar nicht daran, sich mit wissenschaftlichen Problemen zu befassen. Sie arbeiten an ihrer Karriere in den vielen Institutionen, deren Personalpolitik heute von den diversen NGO's kontrolliert wird.

Wer von einer LGBTQIA+-NGO promoviert wird, der braucht keine weiteren Fähigkeiten, Kompetenzen oder fachliche Qualifikationen. Es genügt, eifrig und brav die tagesaktuellen Losungen zu übernehmen und für sie zu werben.

Natürlich wissen die abgebildeten Aktivisten nicht, dass ihre Urgroßväter - bräunlich verkleidet - sich fast an der gleichen Stelle an Bücherverbrennungen beteiligt haben, und dass ihre blaubehemdeten (Groß-)Väter genau dort in gewaltigen FDJ-Aufmärschen Väterchen Stalin gepriesen haben, - die meisten schon damals ja auch nur, um ihre akademische Karriere abzusichern.

Das gilt offenbar bis heute

Diesen Schlußsatz kann ich leider nur bestätigen.
Die Menschen, gerade die Jungen, lassen sich gerne für ideologische Heilslehren mißbrauchen und zu Schandtaten aller Art verführen.
Ob diese Generation auch einmal soweit gehen wird und KZ´s oder Schießbefehle gegen Andersdenkende hinnehmen wird?
Formulierungen wie "Delegitimierung des Staates (die Staatsorgane)" oder "Freiheitsrechte gefährden die Verfassung" und sind für mich die ersten Anzeichen dafür, daß es wieder in eine totalitäre Richtung in Deutschland geht.

Gisela Fimiani | Mo., 17. Oktober 2022 - 12:58

Es sind nicht diejenigen im Land, die keine Physik, keine Biologie, keine Naturgesetze mehr kennen. Wir sind es, die ihren Wahn ernst nehmen. Die ihrem „die Erde ist eine Scheibe“ Raum geben, anstatt sie auszulachen und sie dahin zu schicken, wo sie hingehören: in die Spielecke infantiler Krakeler, die nicht erwachsen werden wollen und die Mühen meiden, die mit dem Erwerb von Bildung verbunden sind. Die Irren leiten das Irrenhaus. „Kinder an die Macht“ ist zur Wirklichkeit geworden. Das Absurde, das Groteske ersetzt die Realität - das Land wird vernichtet, während neo-feudale, imbezile „Eliten“ uns im Wolkenkuckucksheim ruhigstellen. Jeder von uns möge sich Frage stellen: Besitze ich noch einen Rest gesunden Menschenverstandes? Was ist mein Beitrag an all den, sich inflationär auftürmenden (überwiegend hausgemachten), Krisen? Leider kann Putin nicht als Sündenbock für alles dienen - obwohl keine Mühe gescheut wird, die Wahrheit der Ideologie anzupassen.

Brigitte Miller | Mo., 17. Oktober 2022 - 14:01

nicht Medien und Politik begeistert mitmachen, könnte sich dieser Irrsinn nicht ausbreiten. Ganz einfach. Und richtig, eine Transfrau ist keine Frau. Er kann sich verkleiden, er kann sich operieren lassen, aber die Chromosomen XY sprechen eine andere Sprache.
Früher wusste man, dass es auf Grund der Hormonlage eher männliche Frauen oder eher weiblich erscheinende Männer gibt, neben seltenen Anomalien.
Aber hier handelt es sich um eine schreckliche Ideologie, die wir uns ohne Gegenwehr überstülpen lassen, dank den oben erwähnten Mitspielern, Medien und Politik.
Dass jeder, der in irgendeiner Weise anders ist oder denkt, deswegen nicht diskriminiert werden darf, versteht sich aber von selbst.

Wolfgang Z. Keller | Di., 18. Oktober 2022 - 13:45

Antwort auf von Brigitte Miller

... liebe Frau Miller, und in Ihrem ersten Satz beschreiben Sie m. E. das grundlegende Übel all diesen Unsinns.
Angesichts der leider auffällig einheitlichen Berichterstattung zu bestimmten Themen, ohne diese wieder mal aufzuzählen, ist es doch verwunderlich, dass HIER und bei anderen offenkundigen Spintisierereien absolut kleiner Gruppen NICHT einheitlich und eingedenk einer gewissen voraussetzbaren Würde NICHT berichtet, sondern das Ganze sensationsaffin erst so richtig weiterverbreitet und aufgebauscht wird.
Und ich brauche hier bitte nicht als Putinfreund verortet werden, nur, weil ich den deutlichen Eindruck habe, dass nach McDonalds und Neoliberalismus auch diese, sehr salopp und pfälzisch ausgedrückt Gehirnfürze aus einem für mich absolut fragwürdigen Teil der US-Kultur kommen. Da war ja die Hippie-Ideologie noch nachgerade harmlos dagegen!

Wolfgang Tröbner | Mo., 17. Oktober 2022 - 14:18

Kurz und bündig: NICHTS. Diese Aktivisten sind in aller Regel ungebildet und wahrscheinlich noch nicht mal bildungsfähig, weil ihnen ein ganz wichtiges Attribut fehlt: Intelligenz. Intelligenzquotient wahrscheinlich im nicht messbaren Bereich. Bezüglich der von ihnen vertretenen These, es gäbe ganz viele Geschlechter, sagte die Nobelpreisträgerin Nüsslein-Vollhard z.B. unlängst, dass niemand an der genetischen Tatsache vorbei käme, dass es nur 2 Geschlechter gäbe. Auch eine Biologistin? Wie will man mit Personen diskutieren, denen jegliche naturwissenschaftlichen Grundlagen fehlen, da in der Schule abgewählt? Personen, die, wenn es hoch kommt, vielleicht lesen, aber nicht rechnen können? Vom Verstehen mal ganz abgesehen. Diese Personen sind das Produkt des hiesigen Bildungssystems, bei dem auch Personen, die früher nicht mal die Grundschule geschafft hätten, das Abitur bekommen und dann irgendwelche Orchideenfächer studieren. Die Politik dürfte ob solcher Untertanen sehr erfreut sein

Markus Michaelis | Mo., 17. Oktober 2022 - 15:19

In einer Gesellschaft hauen glaube ich (fast) immer verschiedene Gruppen im Entsetzen übereinander aufeinander ein.

In diesem speziellen Hauen wäre ich glaube ich auf der Seite der Biologisten, denn auch Empathie, Menschenwürde, Gerechtigkeitssinn, Liebe, Zuneigung etc. sind alles nur von der Biologie angelegte menschliche Eigenschaften, um die Lebensfähigkeit von intelligenten Individuen und Gruppen zu ermöglichen.

Außerhalb dieses von der Biologie gegebenen Rahmens haben diese Begriffe keine Bedeutung, sind weder positiv noch negativ, im Wesentlichen nicht definiert und nicht anwendbar.

Ist es unmenschlich, wenn der Bach sich durch den Kalkfels fräst? Ist es ungerecht, wenn Arbeiterbienen Arbeiter sein müssen, statt Königin? Ist es toxisch, wenn der Löwe seinen Instinkten folgt? All diese, den Menschen definierenden Dinge ergeben doch nur in und durch eine Struktur des Menschen Sinn, die durch die Biologie vorgegeben ist.

Tonicek Schwamberger | Mo., 17. Oktober 2022 - 15:47

. . . mit diesem ganzen Gender-Wahnsinn nichts zu tun zu haben - erstens interessiert es mich nicht im Geringsten, zweitens weiß ich um mein Geschlecht 100 %ig Bescheid und drittens kenne ich solche Gender-Spezialisten nicht und will auch mit denen nichts zu tun haben.-
Nur schade, wenn Doktoranden oder andere Wissenschaftler unter den Gender-Spezialisten leiden müssen.

Gerhard Lenz | Mo., 17. Oktober 2022 - 17:24

an anderer Stelle? Das "Gendern" mache ihr Angst.

Und so liest sich auch ihr Beitrag, am Ende noch gewürzt mit der bestens bekannten Betroffenheit, wonach man alle, die damit "nicht zurechtkommen" diffamiert und in eine rechte Ecke schieben will.

Präventives Opferklagen als Argumentation? Nicht sehr wissenschaftlich.

Genauso wenig übrigens wie die Pirouetten, die sie um die angebliche Verformung unserer Sprache dreht.

Erkenntnisgewinn? Keiner. Nur das übliche Wasser auf die Mühlen der bereits Wütenden.

Jens Böhme | Mo., 17. Oktober 2022 - 18:33

Bevor die Revolution beginnt, wird die Sprache revolutioniert. Alter Hut, bekanntes Merkmal von Revolutionen. Vielleicht irre ich mich und wir sind schon mitten in der Revolution. Die Verschleierung der linken Revolution erfolgt übrigens mit den Begriffen "Transformation" und "Zeitenwende". Das rechtzeitige Bemerken des revolutionären Unheils kann an Desinteresse und fehlender Bildung der Bürger scheitern.

Günter Johannsen | Mo., 17. Oktober 2022 - 18:45

Zur Klima-Religion gesellt sich jetzt die Gender-Religion hinzu. Beide machen sich durch Inkompetenz zum jeweiligen Thema unglaubwürdig und: sie machen sich mit Gewalt und Unduldsamkeit zum Mittelpunkt der Erde. Die Klima-Prediger und auch die Gender-Buddas sind zumeist linX-grün, ohne Ausbildungs- bzw. Hochschulabschluss und verbreiten unter der (linken) Hand ihre Ideologie, die jeden Kritiker mit Rufmord (rechtsextrem) belegt! Wer nur kritisch diskutiert, wird geächtet und aus der Gemeinschaft der "Aktivisten" und Partei-Gläubigen ausgeschlossen. Wie schonmal gesagt, haben die Ideologen aus der Geschichte eines gelernt: Man muss Menschen mit eigener (anderer Meinung) nicht mehr wegsperren. Rufmord und Isolation ist wesentlich nachhaltiger. Das Klima der Angst (Verleumdung mit Berufsverbot und Ausschluss aus der "Gemeinschaft") hat längst um sich gegriffen und treibt immer schäbigere Blüten. Aber Vorsicht, Freunde & Genossen: das könnte – wie 1989 - schnell schief gehen!

Wie Sie ganz richtig feststellen lieber Herr Johannsen könnte oder ist der Schuss schon bei so Einigen, die sich sicher wähnten nach hinten losgegangen. Nämlich bei all Jenen, die diesem Zirkus und den sich daraus entwickelten "Geschäftsmodellen" ungerührt zusahen weil sie ja die dazu nötige erforderlich "richtige Haltung" an den Tag legten oder oft schon in vorauseilendem Gehorsam von sich aus in Aktionismus verfielen wie z.B. nicht wenige Universitätsleitungen und Schulen, wo mittlerweile die Lernenden bestimmen von wem und was sie gelehrt bekommen. Hämisch wie ich nun mal bin;), kann ich es mir nicht verkneifen zu bemerken, dass man selbst schuld daran hat das sich die Böcke, die man mit in die Ränge der Gärtner erhoben hat, nun gegen sich selbst richten. Kurz, der Revolution frisst ihre Kinder-Sog. Persönlich hätte ich gerade der Wissenschaft, politisch Intellektuellen und was sich sonst noch so zur Elite zählt mehr Weitsichtigkeit und eine stärkere Resilienz zugetraut/zugeordnet.

Ernst-Günther Konrad | Di., 18. Oktober 2022 - 12:20

Mir fällt dazu nichts mehr ein. Demnächst werden sämtliche Naturgesetze in Farge gestellt. Die Schwerkraft wird woke neu definiert und auch die Mathematik wird Federn lassen müssen und wir zählen nach Pipilangstrumpf Manier zusammen. Berlin braucht kein neues Kanzleramt, die brauchen eine gut gesichert eigenständig neu erbaute Psychiatrie für diese kranken Geister. Statt Genderlehrstühle eine neue Fachrichtung in der Psychiatrie und Psychologie, die diesen kranken Geistern hilft. Einschließlich Werkstätten in der Anstalt, in denen diese arbeitsscheuen und infantilen Geschöpfe unter realen Bedingungen in die Realität zurückgeführt werden. Im Kabinett habe ich da schon einige heißte Anwärter auf einen Therapieplatz. Mit fällt da Seuchen Karl ein, Lisa Pause und andere woke Minister und den Aufenthalt bezahlen sie von ihrem Ersparten, so wie es alle übrigen Kranken auch tun müssen, wenn die Kasse nicht mehr zahlt. Ich habe den Begriff auch noch nie gehört und werde ihn schnell vergessen.

Armin Latell | Di., 18. Oktober 2022 - 15:27

uns derart zu beschäftigen? Ich beschäftige mich ganz einfach nicht damit. Für mich ist entscheidend, wer mich beleidigt. Freunde tun es nicht, und die, die es tun, sind mir egal. Diese geistig schwer Geschädigten sind und bleiben eine Minderheit. Im Zweifelsfall gibt es dann halt mal eine robuste physikalische Diskussion.

Albert Schultheis | Mi., 19. Oktober 2022 - 01:02

Der ganze Schmodder von "woke" bis "gender studies", von "cultural appropriation" bis "biologist" und "Black lives matter", das ist alles nur von den irren linken, zumeist weißen, affluenten Middle Class Kids in den USA geklaut und nachgeäfft. Zu eigenem Denken sind die linksgrünen Transatlantiker hierzulande doch gar nicht fähig. Früher waren es die Jeans und James Dean, später "Make love, not war!" und die ganze dünnschissige Hippy-Kultur. "Oh, mamy, mamy (Oh, mamy)
Oh, mamy (Oh, mamy, mamy blue)
(Oh, mamy blue)". Heute ist es die ganze identity politics-Ideologie, mit der sich ordentlich auf die Sahne hauen lässt. Das schafft meaning und Medienpräsenz. Und der Rest der biederen deutschen, bereits gleichermaßen schwindenden middle class ist "shell shocked" angesichts der Unterstellungen, die man ihnen in die Fresse haut. Die meisten verstehen nicht einmal, welche Ungeheuerlichkeiten man ihnen unterstellt und vorwirft. Verblödung pur!