Daniel H. aus Chemnitz - Vom „Negi“ zum Märtyrer

Trauermärsche, Gedenkminuten, Proteste und Konzerte - der gewaltsame Tod von Daniel H. bewegt Chemnitz. Aber wer war dieser Mann? Tatsächlich wurde er selbst von rechten Hooligans verprügelt und als „Negi“ beschimpft. Eine gute Freundin von ihm berichtet uns davon

Ein Kreuz steht an der Stelle, an der Daniel H. angegriffen wurde.
Wie der Tod eines Menschen den Rechtsstaat in Chemnitz in Bedrängnis brachte / picture alliance

Autoreninfo

Antje Hildebrandt hat Publizistik und Politikwissenschaften studiert. Sie arbeitet als freie Reporterin und Autorin. 

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Blumen, alles voller Blumen. Sie erinnern daran, dass hier, in der Brückenstraße im Zentrum von Chemnitz, ein Mann gestorben ist an den Folgen von Messerstichen. Regelrecht „niedergemetzelt“ sei er von südländisch aussehenden Männern worden, hieß es in rechten Internetforen. Von 55 Stichen war die Rede. Dies war nur ein Gerücht, die Polizei hat es später dementiert, doch es reichte, um die Stimmung in der Stadt zur Explosion und den Rechtsstaat an den Rand seiner Handlungsfähigkeit zu bringen.  

Am Tag nach dem Tod von Daniel H. gingen Tausende auf die Straße. Aus Trauer um das Mordopfer, einen 35-jährigen deutschen Familienvater, behaupteten die Organisatoren der Demo, der rechtsextreme Fußballclub „Kaotic Chemnitz“. Doch nicht alle kauften ihnen diese Begründung ab. Denn bei dem vermeintlichen Trauermarsch entluden sich Hass und Fremdenfeindlichkeit. Es gab Bilder, die zeigten, wie einzelne Männer den Hitlergruß zeigten oder Jagd auf Menschen machten, die ausländisch aussehen. Es entbehrt nicht der bitteren Ironie, dass das Todesopfer allein wegen seiner Hautfarbe selbst jahrelang Zielscheibe für rechte Gewalt war. „Negi“, so nannte man ihn in Chemnitz. 

Wer war Daniel H.?

Wer aber ist der Mann, dessen gewaltsamer Tod eine Spirale von Gewalt und Gegengewalt auslöste? Der die Chemnitzer Band Kraftclub auf die Idee brachte, mit den Toten Hosen und anderen Gruppen ein Konzert in der Innenstadt zu geben, um ein Zeichen gegen Rassismus und Hass zu setzen? 65 000 Menschen aus ganz Deutschland folgten dieser Einladung. Diesmal war die Polizei mit Hundertschaften aus dem ganzen Land zur Stelle. Diesmal blieb alles ruhig.  

Wer war der Mann, dessen Freund gleich nach der gewaltsamen Demo am Sonntag auf Facebook postete, sein Tod sei von Rechten bloß instrumentalisiert worden um die Bundeskanzlerin für ihre Flüchtlingspolitik zu geißeln? „Mit diesen Rechten mussten wir uns früher prügeln, weil sie uns nicht als deutsch genug angesehen haben. Ich bitte Euch, lasst Eure Trauer nicht in Wut und Hass umwandeln“, schrieb er.

Fremde, die Fremde bleiben

Daniel H., 35 Jahre alt, gelernter Maler, geschieden, ein Kind. Ein Mann, der in Chemnitz wegen seiner Hautfarbe auffiel: „Negi“. Sein Vater war Kubaner, die Mutter Deutsche. Eine gute Freundin von ihm erzählt das. Ihren Namen sollen wir nicht nennen, wir nennen sie Maren. Man trifft sie an der Stelle, wo Daniel H. in der Nacht zum Sonntag blutüberströmt zusammenbrach. Eine zierliche Frau, die schnell spricht. Ohne Punkt und Komma sprudeln die Worten aus ihr heraus. Sie muss die Trauer irgendwie loswerden. 

Maren ist Deutsch-Kubanerin wie Daniel H. Sie sagt, sie kennen sich schon seit Kindertagen. Ihre Väter seien beide in den siebziger Jahren als Vertragsarbeiter aus Kuba gekommen. Chemnitz war damals ein florierender DDR-Industrie-Standort – und die Männer aus den sozialistischen Bruderländern willkommene Arbeitskräfte. Wer sie waren, hätte keinen interessiert. Einquartiert wurden sie in einem Haus am Stadtrand. Fremde, die Fremde blieben. 

Maren sagt, erst nach der Wende hätten sie sich über das ganze Stadtgebiet verteilt. Sie werde nie vergessen, wie überrascht sie gewesen sei, als sie Daniel H. zum ersten Mal getroffen habe. „Ich habe ihn gefragt, warum bist Du schwarz und ich weiß?“

Es geht um mehr

Über Daniel H. will Maren sich eigentlich nicht äußern – aus Rücksicht auf seine Familie, wie sie sagt. Die wolle nicht, dass die Medien noch mehr über Daniel H. berichteten. Sie habe schon genug gelitten.  

Aber wie es ist, in einer Stadt aufzuwachsen, auf die jetzt die ganze Bundesrepublik schaut, mit einer Mischung aus Angst, stummem Entsetzen und Sorge um die Demokratie, das möchte Maren schon erzählen. Hier geht es schließlich nicht nur um Daniel H., hier geht es auch um sie und alle anderen Menschen, die längst einen deutschen Pass haben, aber immer noch die Frage beantworten müssen, woher sie kommen. Maren sagt, daran habe sich seit den neunziger Jahren kaum etwas geändert. „Auch damals gab es in Chemnitz schon gewaltbereite Rechte.“ 

Sie sei jedesmal nur komisch angeguckt worden, wenn sie ihren kubanischen Familiennamen nannte. Aber Daniel H., der habe es schwer gehabt. „Die Leute sind immer erst einen Meter zurückgetreten, wenn sie ihn gesehen haben.“ Maren sagt, sie erinnere sich noch gut daran, wie es war, als sie Ende der neunziger Jahre zusammen mit Klassenkameraden einen Ausflug zu einer Bowling-Bahn machten. „Vor dem Eingang standen Hooligans und sagten: Wenn Daniel reingeht, holen wir Verstärkung.“ Gut vernetzt seien die damals schon gewesen, auch ohne Internet. „Ruckzuck, standen da hundert Männer vor der Tür.“ Es habe sie einige Überredungskunst gekostet, um die Hooligans umzustimmen.

Polizei hat oft weggeschaut

So friedlich gingen Auseinandersetzungen nicht immer aus. Maren sagt, Daniel H. sei mehrfach von Rechten verprügelt worden. Kahlgeschorene Männer, die Bomberjacken und Springerstiefel trugen und auch sonst dem Klischee rechter Dumpfbacken entsprachen. Sie habe das ja erlebt, sei einige Male dabei gewesen, als Auseinandersetzungen zwischen Rechten und Linken eskalierten. Sie sagt, was viele Bürger auch heute noch in Chemnitz oder im Rest von Sachsen beklagen. Dass nämlich die Polizei bei solchen Auseinandersetzungen gerne weggeschaut habe. 

Wie hat Daniel H. diesen Druck ausgehalten? Als lebenslustig und hilfsbereit, so beschreiben ihn andere Freunde. Als einen, der Musik von Bob Marley liebte und gerne mal eine Tüte geraucht habe. Auf seiner Facebook-Seite hat er wenig Persönliches über sich gepostet. Ein Foto seines verstorbenen Hundes oder die Nachricht von seiner Hochzeit. Wie es in ihm aussah, lässt ein Kalenderspruch erahnen. „Lieber auf einem steinigen Weg durchs Leben gehen als auf einer Schleimspur durchs Leben rutschen“, steht da. Oder: „Die Nationalität ist völlig egal. Arschloch ist Arschloch.“ Fotos zeigen einen glatzköpfigen Mann, der seine Augen hinter einer Sonnenbrille versteckt. Entspannt wirkt er nicht. Kämpferisch hat er den Zeige- und Mittelfinger zum Victory-Zeichen gereckt. 

Zum ersten Mal sicher gefühlt

Wie wurde aus „Negi“, dem Opfer rechter Gewalt, ein Märtyrer? Eine Figur, wie geschaffen, um von der rechten Szene als Held verehrt zu werden? Dass er sich nachts um drei Uhr nach dem Stadtfest schützend vor eine Frau gestellt haben, soll, die von jungen Arabern belästigt worden sein soll, passt gut zu dem Bild, das Rechte von ihm verbreitet haben. Doch so war es nicht. Die Polizei hat das inzwischen dementiert. Auch von 55 Messerstichen ist nicht mehr die Rede, nur noch von fünf. Das Schreckensszenario eines Gemetzels, alles nur erfunden. Die Polizei hat zwei junge Männer festgenommen, der eine soll aus dem Irak stammen und der andere aus Syrien. Ein dritter Mann wird jetzt noch gesucht. Die Hintergründe der Tat liegen immer noch im Dunkeln.  

Das hat die Gerüchteküche befeuert. Mal ist von Streit um Zigaretten die Rede, mal davon, dass die Araber versucht haben sollen, H. eine Kreditkarte zu klauen. Verschwörungstheoretiker behaupten sogar, der Mord an Daniel H. sei von langer Hand geplant worden, um den Bands einen Vorwand für das Konzert gegen Rechts zu liefern. 

Eine völlig absurde Spekulation. Aber in Zeiten, da sich viele Chemnitzer zu Unrecht als Rechte an den Pranger gestellt fühlen und eher irgendwelchen Blogs als den Medien vertrauen, fällt sie auf fruchtbaren Boden. Maren will die Spekulationen nicht kommentieren. Sie sagt, sie sei froh, dass das Konzert mit 65.000 Besuchern friedlich und ohne Ausschreitungen verlaufen sei. So viele Polizisten in der Stadt, wann habe es das jemals gegeben? Sie sagt, sie habe sich zum ersten Mal richtig sicher in ihrer Stadt gefühlt. „Ich hoffe, dass das so bleibt.“ 

Christoph Rist | Do, 6. September 2018 - 14:07

die uns auch das schon lange bestehende Grundproblem vor Augen führen. Der Rechtsstaat ist nicht mehr willens oder fähig, das Recht durchzusetzen. Gegen eine Hundertschaften von Neonazis, hilft nur eine Hundertschaft robuster "BePo". Nicht die Antifa und auch nicht die "Zivilgesellschaft" haben hier das Recht oder die Pflicht tätig zu werden. Die Antifa, die ganze Innenstädte (zuletzt Frankfurt & Hamburg) in Schutt und Asche legt ist keinen Deut besser als die Rechtsextremen. Auch hier hilft nur ein robuster Einsatz von Polizeikräften. Das Gleiche gilt für die verwahrlosten Ausländer- und Kriminalitätsghettos in Deutschland. Da muss man mit der Staatgewalt (im wortwörtlichen Sinne) rein statt rausgehen. "Dran, drauf, drüber" müsste hier die Devise sein, damit der unbescholtene Rest der Bürger in Sicherheit und Vertrauen in den Rechtsstaat leben kann. Die Zimperlichkeit der Polizei ist von Politik und Medien verordnet. Spätestes seit dem 30.09.2010 ist die Polizei in die Knie gezwungen.

Petra Horn | Do, 6. September 2018 - 14:32

wenn er NUR mit fünf Messerstichen ermordet wurde.

Und wenn ihn irgendwelche "Rechte" irgendwie betitelt haben, dann fanden die das eigentlich auch nicht so schlimm, daß er ermordet wurde. Und damit sind die "Rechten" mindestens genauso schuld an diesem Messermord, fast so als hätten sie das Messer selbst geführt. Oder wie??

Klassische linke Dekonstruktion!
Früher hatte ich Cicero abboniert, bis der Linksdrift kam. Jetzt habe ich Tichy.
So etwas Menschenverachtendes kann ich nicht in gedruckter Form lesen!

Konrad Kustos | Do, 6. September 2018 - 14:34

Nur 5 statt 55 Messerstiche, dann ist ja alles in Ordnung. Der Artikel wird groß angekündigt als einer, der Infos über den Toten liefert. Das hat die Medien ja bisher nicht interessiert und ist deshalb von Interesse. Besonders, weil immer suggeriert wurde, er sei ein Rechter gewesen und damit selber schuld. Dann kommt aber nur eine schnulzige Zusammenschreibe aller bekannten Unwahrheiten über Chemnitz und beliebig interpretierbare Ansichten einer "Freundin" über die Weltlage. Hoffentlich wird das nicht der neue Cicero-Stil...

Susanne antalic | Do, 6. September 2018 - 14:37

Alles war wir lesen oder gelesen haben muss nicht stimmen und wenn eine gute freundin sagt es waren NUR 5 Messerstiche ist es auch seltsam. Ich glaube nichts mehr, zu viele wollen sich an diesem feigen Mord profilieren. Noch eine Anmerkung von mir. ich werde und wurde oft gefragt woher ich komme und finde es nicht Fremdenfeindlich. Diese Hysterie, die von Journalisten befeuert wird, die wie Trüffelschweine an der suche nach Rassisten sind ist sehr befremdlich. Es giebt sie die Rassisten, es giebt sie bei allen Nationalitäten, Farben und Religionen , aber dass jeder Kritiker Rassist genannt wird, dass ist eine deutsche Erfindung und es ist "wenig hilfreich".

Bestens ausgedrückt,genauso sehen das die meisten Menschen. Jedes Volk hat seine Guten und Bösen.

Susi West | Do, 6. September 2018 - 14:39

Er war Tischler!! An wen sind Sie da geraten, um befragt zu werden!

Online-Redaktion | Do, 6. September 2018 - 15:43

In reply to by Susi West

Daniel H. hat eine Malerausbildung absolviert und arbeitete später in einer Tischlerei. Unsere Quelle ist vertrauenswürdig. 

Mit freundlichen Grüßen
Ihre Online-Redaktion

Sehr geehrte Online-Redaktion,

Sie bestätigen Frau Wests Worte. Frau West schrieb lediglich, daß Daniel H. als Tisch-
ler arbeitete, nicht mehr und nicht weniger.
"Wortklauberei?" liebe Online-Redaktion?

Peter Seidler | Do, 6. September 2018 - 14:50

Es geht im Grundsatz ja nicht um die Person dieses abscheulichen Verbrechens. Daniel H. steht für jeden einzelnen Bürger, es hätte jeden anderen auch treffen können. Ob Daniel H. "rechts" ist, "links" oder in der "Mitte" oder wie seine sonstigen Einstellungen sind ist dabei VÖLLIG nebensächlich. Entscheidend ist, dass er und seine Begleiter unverschuldet Opfer eine Messerattacke geworden sind, die jeden anderen auch hätte treffen können, der dort auf dem Fest gewesen ist.

Das zu thematisieren ist nicht nur legitim, sondern notwendig um den Verlust der Sicherheit auf öffentlichen Plätzen wieder herzustellen und den Zusammenhang mit der unkontrollierten Masseneinwanderung von Millionen jungen muslimischen Männern aus gewalttätigen Gesellschaften zu durchleuten.

Nur so kann man Probleme lösen, nicht durch Totschweigen und Vertuschen, wie es hohe Politiker der Grünen, SPD und Linke verlangen.

Sehr richtig Herr Seidler. Es geht um unser aller Sicherheit ! Vor Jahren habe ich das Haus verlassen ohne mir über Gefahren Gedanken zu machen. Heute habe ich mir Abwehrmaterial zugelegt um nicht Opfer von Pöblern, stehlenden Afrikanern und aggressiven Nichtstuer zu werden. Einen kürzlich gemachte Eisenbahn Freizeit-Ausflug zu einer Sehenswürdigkeit hat mich in meiner Meinung bestärkt. Der Staat kann meine Sicherheit nicht mehr gewährleisten. Trotz meines devensiven Verhaltens hätte ich kein Problem mich tatkräftig zur Wehr zu setzen.

Volkmar du Puits | Do, 6. September 2018 - 18:03

In reply to by Hans Herzberger

wenn "der Staat (c’est moi)" will, dann gibt es auch 2000 Polizisten zur Absicherung der Fete. Manchmal "will" er aber auch andere die Arbeit machen lassen oder er braucht einen Vorwand, wieder Geld gegen Rechts auszugeben.

Er ist der Funke an der Zündschnur, mehr nicht. Die Probleme gibt es seit 2015 und sie sitzen sehr tief in der Gesellschaft. Es gibt auch noch einen sehr großen Teil derer die vor allem noch die Augen verschließen, bzw denen es auf Grund Ihres Wohlstandes so gut geht, dass sie denken die vermeintlichen Probleme werden Sie nicht treffen, wenn das mal nicht zu kurz gedacht ist.

Heute morgen im Deutschlandfunk: "Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen hat in der "Bild"-Zeitung bezweifelt, dass es in Chemnitz zu Hetzjagden gekommen sei. Es gebe auch keine Belege für den im Video gezeigten Vorfall."

Auf bitte welche Hetzjagden wird sich immer wieder berufen, wenn selbst der Verfassungsschutz dafür keine Belege hat?

Damit einher geht, dass sich die Medien die dies immer wieder über die Sachsen behaupten, sich bei einem ganzem Bundesland entschuldigen müssen, für Ihre Fakenews!

An dem was sich ereignete hat keiner der "wütenden" Protagonisten ein Erkenntnisinteresse. Aber sie sind in ihrer Kritik heuchlerisch.
Sie - ein friedliebender, anständiger, rechttreuer Staats- oder Stadtbürger - benutzen den "negi" dafür um sich abzukotzen über staatliche Laschheit im Umgang mit den nationalen Frieden störende Rechte, Linke, insbesondere aber muslimische Ausländer. Da muß die staatliche Gewalt härter zuschlagen und für Ruhe und Ordnung auf den öffentlichen Plätzen sorgen.
Und damit sind sie sich mit der Mehrheit der Kommentatoren einig und nicht allein.
Au weia!!!

Ach ja - noch eines: es scheint ja in Chemnitz alltäglich ziemlich rau und gewalttätig zuzugehen, Mord- und Totschlag auf allen öffentlichen Plätzen. Da bleib ich doch lieber im Westen, da bin ich sicher.

Daniel H. ist nicht zum Stadtfest erstochen worden sondern Stunden danach (in der Nacht), ein paar Meter ausserhalb des Stadtfestgeländes. Doch das dient nur zur Richtigstellung für Auswärtige. Egal, wie und an welcher Stelle, es ist ein junger Mensch umgebracht worden, der sein Leben noch vor sich hatte. Das AUSGERECHNET die Rechten diesen Tod für ihr Klientel missbrauchen ist ekelerregend. Genauso ekelerregend finde ich aber wie die Antifa und die Medien sich aufgeführt haben. Jeder spielte seine Spielchen schamlos auf Kosten des Toden und seinen Angehörigen. Da kann man nur Pfui Teufel sagen!

Sehr geehrter Herr Seidler, von Ihrem Kommentar geht für mich eine wohlwollende
Beruhigung aus. Ich bin 67 und behindert, frage mich was ist aus Deutschland geworden und wie wird es weitergehen. meine Sorge gilt meinen Söhnen, meinen Enkeln und den lieben Mitbürgern. Haben Sie Mut sich auch weiterhin zu äußern.

Volkmar du Puits | Do, 6. September 2018 - 15:06

Frau Hildebrandt, kommen wir zu den Fragen:
Wer hat von 55 Messerstichen geredet? Ich kenne diese Behauptung oder dieses Gerücht nicht. In Chemnitz war von 22 Messerstichen zu hören.
Woher wollen Sie wissen, daß die Anzahl der (vermuteten) Messerstiche die Chemnitzer zur Raserei gebracht hat? Wann genau war der Rechtsstaat am Rande seiner Handlungsfähigkeit? (vielleicht mit Hamburg verwechselt?)Kennen Sie die Petition von Prof. Patzel zu den angeblichen Menschenjagden, haben Sie Belegmaterial? Waren Sie dabei?
Und jetzt ganz deutlich: Ich war dabei. Es gab Hitlergrüße, die werden bestraft werden. Es gab keine Menschenjagden. Und Artikel wie diese habe ich satt bis zum Überdruß.
Viele Grüße aus Chemnitz

August-Johann Müller | Do, 6. September 2018 - 17:03

In reply to by Volkmar du Puits

Auch ich habe es satt bis zum Überdruss drahtige Artikel im Cicero zu lesen. Das ZEIT-Abo habe ich deswegen bereits seit langem gekündigt. Noch habe ich Hoffnung, dass ich das Cicero- Magazin weiter lesen kann.........

Toni Schwamberger | Do, 6. September 2018 - 17:41

In reply to by Volkmar du Puits

... das sind ja interessante Fragen, die Sie stellen - bin mal gespannt, ob und was für eine Antwort von der Autorin kommt. . Ich "hörte" auch noch nie von 55 oder 5 Messerstichen, mal sehen, ob die Tatsache an's Licht kommen.
Es ist immer problematisch, etwas nach Seh- oder Hörvermögen zu schreiben, Fakten und auch deren Quellen sind da hilfreicher.

Mathias Trostdorf | Do, 6. September 2018 - 15:22

In der Welt gabs einen Artikel darüber, daß sich der bei den Grünen aktive Bruder der von einem marokkanischen Lastwagenfahrer getöteten Frau dagegen wehrt, daß auf einem Trauermarsch (der rechten, der AfD oä) zusammen mit anderen Fotos auch ein großformatiges Foto seiner Schwester getragen wurde. Es ist natürlich- schon aus Gründen der Privatsphäre- sein gutes Recht, gegen die Vereinnahmung vorzugehen.
Auf dem Marsch ging es aber ja nicht konkret um diese Frau, sondern wohl darum, auf alle von Migranten getöteten Menschen aufmerksam zu machen.
Natürlich hat man die Taten so politisch instrumentalisiert. Das kann man gut oder schlecht finden, aber man sollte sich entscheiden. Denn wenn man die Instrumentalisierung von Taten durch Rechte nicht gut findet, und die ja ebenso auf Hochtouren laufende Instrumentalisierung von Dingen durch Grüne oder Linke gut findet (oder gern auch umgekehrt), dann könnte es sein, daß man- mal wieder- mit zweierlei Maß mißt.

Norbert Schnitzler | Fr, 7. September 2018 - 00:12

In reply to by Mathias Trostdorf

Die Erwähnung der Jungsozialistin bei einem rechten Trauermarsch ist ähnlich pikant wie ein rechter Trauermarsch für einen ermordeten "Halbkubaner".

Sophia Lösche war ja nicht von einem typischen Feindbild ("Merkelgast", "Goldstück" usw. was dort gerne für die in den letzten drei Jahren eingereisten gesagt wird), sondern von einem marikkanischen LKW-Fahrer, der seinen Lohn wohl sicher hart verdienen musste, ermordet worden. Wer hätte denn mit ihm den Beruf tauschen wollen? Hier passt der Täter nicht ins Schema.

Und über Daniel H. sagt der Artikel einiges, insbesondere über frühere rassistisch motivierte Angriffe und Diskriminierungen. Hier passt das Opfer nicht ins Schema.

Allerdings sind die Rechten weiter, als manche denken, und schicken bei Demos und Kundgebungen auch Menschen mit Migrationshintergrund vor. Und in der Tat verstehen auch viele Ausländer nicht, warum sie es so schwer hatten und nun zwielichtige refugees willkommen sein sollen.

Andreas Löw | Do, 6. September 2018 - 15:46

Ach ja, dies ist nun aber keine "Instrumentalisierung" des Mordopfers?!?

Alle Seiten Linke, Rechte und vor allem die Medien sollten sich mit öffentlichen Spekulationen über ein "hätte, könnte, würde" aus und über das Leben des Mordopfers zurückhalten!
Das nennt man Pietät und hat mit Anstand zu tun!

... und nein!
Nur weil andere etwas tun, darf man es selbst noch lange nicht!

Piotr Mordel | Do, 6. September 2018 - 15:50

Mich wundert sehr, dass in solch seriösem Blatt ständig Begriffe, Probleme, u.s.w. vermischt werden. Es gibt Ausländerkriminalität, es gibt Rechtsradikalismus, es gibt linke Gewalt und noch mehr gesellschaftliche Probleme. Sie haben, in diesem Kontext, nichts miteinander zu tun. Haben sich die Täter in Chemnitz das Opfer ausgesucht? Was will die Autorin bezwecken, mehr Licht oder eher Rauch produzieren? Völlig überflüssige einseitige Spekulationen die, die offizielle Mainstream-Version untermauern sollen. Ich hätte von Cicero mehr erwartet.

Sybille Weisser | Do, 6. September 2018 - 15:54

die junge Frau hat sich beim friedlichen Konzert und mit den vielen Polizisten zum ersten Mal sicher gefühlt. Hat sie auch die Texte verstanden, die eine der Gruppen, die ja so menschlich so erhaben sind, gesungen hat? So ein menschenverachtender Text, mir ist beim nachlesen so übel geworden, dass ich aufhören musste. Wenn solche Leute Vorbild sein sollen für ein humanes Miteinander, auch noch unterstützt von unseren Politikern, dann gute Nacht. Ich bin fassungslos, was aus diesem Land gworden ist. Und ja, ein junger Mensch hat auf schreckliche Weise sein Leben verloren u. alle wollen Kapital daraus schlagen. Widerlich.

Katja Richter | Do, 6. September 2018 - 16:02

komisch keiner macht sich Gedanken darüber was mit den zwei Verletzten ist.....das waren wohl NUR seine scheiß Nazifreunde?
Es geht nur noch um Egos die sich selbst immer und immer wieder darstellen. Eigentlich ist jeder Tote schlimm, aber besonders dann wenn das Opfer nichts für die Situtaion kann. Ganz im Gegenteil zu Menschen die sich selbst in größte Gefahr begeben. Für jeden ist es traurig aber für mich ist das ein Unterschied. WAs keiner merkt...niemand übernimmt die Verantwortung.
Sie schreien einfach nur noch laut das sind NAzis schon braucht man keine Verantwortung zu übernehmen.
Und das liebe Frau Merkel haben genau Sie zu verantworten.
Keine klare Linie. Auch wenn Personen zum wiederholten Male gestohlen, gedealt oder belästigt haben...nichts – es passiert nichts....Sie sind doch eigentlich froh darüber dass einige die Hand zum Hitlergruß gestreckt haben.
Schon ist das mit der Verantwortung erledigt. Sie Frau Merkel spielen mit unser aller Leben. Ob alt oder neu deutsch

Jürgen Heidtmann | Do, 6. September 2018 - 17:20

In reply to by Katja Richter

Es waren als besonders "friedliche" bekannte Deusch-Russen. Deshalb könnte man auch die Frage stellen, ob es sich bei der Tat um Notwehr gehandelt hat.

Ja, Herr Heidtmann, immer noch einen Schluck Öl ins Feuer. Noch eine Spekulation. Ich hätte auch noch eine: Vielleicht war es die AFD ja selbst. Gleiwitz oder so. Hört endlich auf!

györgy csonka | Do, 6. September 2018 - 16:21

Nach diesem Artikel und dem Interview mit Campino lese ich lieber Tichy oder Achgut...

martin falter | Do, 6. September 2018 - 16:36

wenn rechts und aber auch links Morde zu ihren Gunsten auslegen und sich daran austoben. Ich will weder unter Nazis Hooligans oder unter Antifa und Konsorten leben. So einfach ist das. Ich will das Recht und Gesetz in allen Winkeln der Republick herrscht und durchgesetzt wird. Verlange ich zuviel?

...des Rechtes in den wichtigen Bereichen der Gesellschaft, wie es uns aus besseren Zeiten bekannt war, werden wir nicht mehr erleben. Der Zug ist abgefahren.

Werter Herr Falter!
Sehr richtig - natürlich verlangen Sie genau das Richtige,
aber mit diesen Regierenden wird das nichts. Solange diese
"Herrschaften" an der Macht sind, wird sich ALLES noch mehr
verschlechtern. Ich blicke mit Wehmut nach Österreich....MfG

Norbert Schnitzler | Do, 6. September 2018 - 16:47

Emil Julius Gumbel hat in der Weimarer Republik politische Morde von rechts und links statistisch untersucht und auch die Urteile einbezogen, die gegen die TäterInnen ergingen.

Ich wünsche mir das auch für
- 1990 bis 2015
- 2015 bis 2020
unter den Aspekten Rechts- vs Linksextremismus bis 2015
Migrationshintergrund von TäterInnen oder Opfern ab 2015.
Morde wie damals bei Gumbel sind relativ selten. Was ist mit nicht tödlichen Angriffe, also bei den Chemnitzern zwei der drei Opfer?

Momentan wird sicher einiges gesammelt (z.B. bei der "Leine des Grauens"), man hat aber den Eindruck, dass der Vergleich fehlt und eine Konstellation bevorzugt wird. Auch von der Politik herausgegriffene Details überzeugen mich nicht: Laschet twitterte eine Statistik über den Rückgang der Morde an minderjährigen weiblichen Personen, was natürlich viele andere Fälle wie in Freiburg, Düsseldorf, Berlin weglässt.

Heidemarie Heim | Do, 6. September 2018 - 16:48

Sehr richtig! Auch wenn in diesem Gespräch über das Opfer wieder der Rechtsextremismus in unserem Land und den Vorfällen in Chemnitz scheinbar alles überlagert. Zu den Tätern und ihrem Hintergrund kein Wort außer das es sich um junge Männer handele von nicht gesicherter Herkunft. Das diese vielleicht die Straßen ebenso
unsicher machen wie Hooligans oder Gewaltbereite von rechts und links und dies den ein oder anderen Demonstranten in seiner hilflosen Wut über diese Tat veranlasste auf die Straße zu gehen, wieder mal außen vorgelassen. Die Behörden, selbst angegriffen, sind nunmehr mehr als reserviert mit Informationen, die der Gerüchteküche was entgegen zu setzen hätte. Es ist doch bitter aber wahr, weder die Hautfarbe Daniels, vergangene Anfeindungen gegen ihn durch rechte Dumpfbacken, noch irgendwelche Wutbürger die auf unterstellt unanständige Weise mit dem Rechtsmob marschierten sind verantwortlich für diese schlimme Tat. Warten wir ab, wie unser Rechtsstaat damit umgeht. MfG

Marie Werner | Do, 6. September 2018 - 17:10

es ist bedauernswert dass nun Cicero "Denk-und Sprechverbote" eingeführt hat. Ich finde es nicht richtig, dass sie meinen Beitrag zensiert haben. Ein Journalist darf sich hier voll & ganz entfalten, doch der Leser offensichtlich nur wenn es dem Cicero "genehm" ist. Wirklich bedauernswert.

.......ich finde das der Cicero mit anderen Meinungen sehr tolerant umgeht. Auch wenn sie diametral zur Redaktionsmeinung stehen. Auch Herr Schwennicke hat schon auf den Deckel bekommen und besonders Herr Wissmann in seinem Büro - ohne Klimaanlage- wurde schon auf Leidensfähigkeit geprüft. Beide haben es hingenommen. Manchmal schießt man auch in der ersten Wut über das Ziel hinaus, dann halt Kommentar abgelehnt. Meine umaßgebliche Meinung. So, das muss für heute reichen ;-)

da muss ich Ihnen zustimmen. Möglicherweise findet die Zensur nicht so intensiv statt (wer weiß das schon?), aber hier sind eben auch Journalisten mit eigenen Ansichten am Werk. Bei dieser Berufsgruppe ist der (zahlende) Kunde eben nicht König, sondern höhere Instanz über die Richtigkeit von Argumenten und Meinungen. Außen vor sind Verstöße gegen die Regeln. Sie sind nicht alleine.

Joachim Kortner | Do, 6. September 2018 - 17:11

Der Artikel reiht sich leider in die große Gruppe der Ablenk-Spezialisten ein. Er soll von der Tatsache ablenken , dass wiedermal ein Mensch durch die Messer der Muslime sein Leben lassen musste, die durch Merkels Anordnung unkontrolliert und illegal in Deutschland eingedrungen sind. Der Artikel ist völlig untypisch für Cicero.

Udo Dreisörner | Fr, 7. September 2018 - 08:23

In reply to by Joachim Kortner

Exakt. Und genau deshalb war das Konzert im Chemnitz mit diesen linksorientierten Mainstream-Bands auch nicht umsonst. Es hat für alle ein Menschenleben gekostet. Ein hoher Preis und Campino nimmt die Gelegenheit wahr um sich ins Gutmenschenlicht rücken zu können. Warum wurde das Konzert von den Bands nicht für das Opfer gemacht? Dieser Artikel und auch das Aufwärmen von Campinos Weltverbessereransicht, die 3 Jahre alt ist, ist den Cicero nicht wert.

Ines Schulteh | Do, 6. September 2018 - 17:20

"ich hatte mal einen Freund, der war Millionär, er war traurig, weil ihm sein Rasierpinsel ins Wasser gefallen war...."
Von dieser Qualität ist der Bericht mit anonymen Quellen! Wo ist die journalistische Ehre hingekommen? So könnte jeder einen Fake verbreiten und irgendetwas behaupten und ein Magazin kommt her und veröffentlicht es. Hauptsache, man macht Stimmung. Der Autor des Berichts wundert sich, dass bei dem Großaufgebot von Feiernden auf dem Rock-Konzert gegen rechts alles friedlich blieb. Ja klar, doch nur, weil die mit einer anderen Meinung so tolerant sind.

Ann-Kathrin Grönhall | Do, 6. September 2018 - 17:33

Es waren also NUR 5 Messerstiche, das ist doch irgendwie beruhigend!
Man könnte fast den Eindruck haben, dass die Bezeichnung "Negi" mindestens dem gleich zu setzen sei, so oft wird sie im Artikel angeführt.
Auch welche Szenerie letztendlich der Auslöser für diesen schrecklich Mord war spielt absolut keine Rolle.
Wahllos auf jemand einzustechen, bzw. um sich zu stechen - kann man einen solche Tat tasächlich relativieren?
Man könnte wirklich den Eindruck bekommen dass, weil die Vorwürfe der Hetzjagd wohl ziemlich übertrieben waren, noch irgendeine Begründung gefunden werden soll, dass die Rechten DOCH irgendwie die Schuld , einschliesslich Mord, an allem tragen was in Chemnitz vorgefallen ist.
Weit entfernt von der Art Spekulationen wie sie hier im Artikel angeprangert werden, ist das allerdings nicht.

Wolfgang köckerbauer | Do, 6. September 2018 - 17:51

Ich weiß nicht worüber man sich mehr Wunder und den Kopfschütteln soll ,über die Aussagen der sogenante Volksvertretter oder den Geistige Ergüsse von vielen Journalistin ,wen das die Elite unseres Landes ist gute Nacht Deutschland, oh Verzeihung natürlich Buntland

Roland Weinert | Do, 6. September 2018 - 19:41

Zweierlei Maß, Herr Maas von der SPD, wie immer

Was haben Herr Deniz Yücel von der CDU-Springer-Presse und Herr Daniel H. aus Chemnitz gemeinsam?

Rrrrichtig, deren Schicksal wurde und wird in der veröffentlichten deutschen Bigottöffentlichkeit, vorsichtig formuliert, ambivalent diskutiert. Und dies ganz im Sinne der politischen Widerlichkeit und Scheinheiligkeit, welche die Politik der Frau Bundeskanzlerin seit Jahrzehnten kennzeichnen.

Erika Mann sang einst in ihrem Kabarett „Die Pfeffermühle“ in Deutschland
und dann auch im Exil ab 1933:

„Beteiligt Euch, – es geht um Eure Erde!
Und Ihr allein [ Otto Normalbürger, d. Verf. ], Ihr habt die ganze Macht!
Seht zu, daß es ein wenig wärmer werde
In unserer schlimmen, kalten Winternacht!

Die ist erfüllt von lauter kaltem Grauen, –
Solange wir ihm nicht zuleibe gehn;
Wehrt Euch und kämpft, – und dann lasst uns
doch schauen,
Ob die Gespenster diesen Kampf bestehen!“

Leider sind die Gespenster geblieben und Erika Mann ist aktuell

Horst Kessler | Do, 6. September 2018 - 20:20

Was will diese Antje Hildebrandt damit sagen,Es geht um ein Mord Opfer nicht um seine Hautfarbe und ein Märtyrer ist er erst recht nicht.Das sind schon sehr schräge Ansichten für eine Politikwissenschaftlerin.Dieser Bericht soll offenbar bewirken dass man in rechten Spektrum das Interesse an ihm verliert.

Pat Hall | Do, 6. September 2018 - 20:59

Als Seemann der in den 60gern das Mittelmeer bereiste, habe den Unterschied der Mentalitäten kennengelernt.

In den 60igern? Ja, da kann man die deutsche Mentalität besonders gut erkennen.

Pat Hall | Do, 6. September 2018 - 21:19

Nur mal so angefagt :
Ich kenne einen Satz aus der Seemannsprache die lautet :
Gott schütze uns vor Sturm & Wind und Deutsche die im Ausland sind .
Deutsche die an der Leine geführt werden,folgen dem Willen ihres Herren ?
Meine Frage wäre ob dieses Volk überhaupt ein prozentsatz an Rückgrat hat oder ihrer Geschichte nicht bewusst ist ?
Meine Erfahrung mit Deutschen im Ausland sind keine Guten.
Tut mir leid für Bismark & Fritz dem Großen.

Samuel von Wauwereit | Do, 6. September 2018 - 21:33

Ist er jetzt von den Asylbewerbern getötet worden oder nicht? Denen war es ja anscheinend egal, ob er schwarz, weiß oder braun war. Und das mit den fünf Messerstichen wissen wir auch nur, weil ein Justizbediensteter den Haftbefehl veröffentlicht hat.

Tanja Faust | Fr, 7. September 2018 - 00:16

Daher versteckt er sich in vielem, was wir fühlen, denken und sagen. Z. B. auch in der Angewohnheit, jemanden nicht als Deutschen gelten zu lassen, der nicht 100% biodeutsch ist. Deutsche Mutter, in Deutschland geboren, deutscher Pass, egal, man ist trotzdem nur Kubanerin, lediglich veredelt durch das vorangestellte adjektivische Attribut "Deutsch-". Dem Geiste unseres heutigen Staatsbürgerschaftsrechts angemessen wäre umgekehrt die Bezeichnung "Kuba-Deutsche", als Kurzformel für "Deutsche mit einem aus Kuba stammenden Vater".

Das ist jetzt keine Kritik am Autor oder an Cicero, denn es ist auch in anderen Medien leider völlig normal, Deutschen, die nicht astrein weiss sind, auf diese Weise das Deutschsein abzusprechen. Denn letztlich geht es um die Hautfarbe, nicht die Nationalität. Daher nennt man die aus Russland stammende Helene Fischer niemals "Deutsch-Russin" und den in Spanien geborenen Daniel Brühl, Sohn einer spanischen Mutter, niemals "Deutsch-Spanier". Sie sind halt weiss.

Manfred-F. Ziegler | Fr, 7. September 2018 - 04:43

der zum ersten Mal von "dem Chemnitz-Mord" hört, liest diesen Artikel!
Alle Infos zu diesem Mord sind vage, nicht Neutral, bzw. stark Linkslastig, was der neue Trend von CICERO zu sein scheint. (Deswegen habe ich auch mein Abo gekündigt und lese jetzt WELT Online) Nach der Lektüre des Artikels hat man den Eindruck, "die RECHTEN NAZIS" hätten den brutalen Messermord verübt, was sich von langer Hand schon angebahnt hätte.
Der wahre Grund:
"Schließlich haben wir ja bald Wahlen und da muss man unbedingt verhindern, das die AfD diesen Mord zum Stimmengewinn nutzt! Egal wie"
Dafür wird jeder verängstigte Bürger, der gegen jegliche Gewalt demonstrieren will, einfach als NAZI bezeichnet.
Ich bin beruflich weltweit unterwegs.
Das Deutschlandbild, das aufgrund dieser Linkspopulistischen Propaganda im Ausland inzwischen von uns gezeichnet wird, könnte negativer (und falscher) kaum sein: Deutschland voller grölender Nazis und Ausländerhasser.
Vielen Dank liebe Linkspopulisten!

Dieter Hegger | Fr, 7. September 2018 - 09:02

Man fragt nach der Herkunft trotz deutschen Paß ?
Auch wenn ich einen chinesischen, afrikanischen oder XY Paß hätte, würde ich in diesen Länder ebenfalls nach der Herkunft gefragt werden. Aber in Deutschland ist man Rassist. Man kann die Scheiß nicht mehr hören....hat eigentlich der Mainzer Karnevalist Ernst Neger seinen Namen schon geändert, was der jetzt mitmacht.

Armin Latell | Fr, 7. September 2018 - 11:21

ein leider ziemlich tendenziöser Artikel, mittlerweile gibt es neue Tatsachen, die zu kennen das Geschehene zwar nicht besser machen, aber trotzdem zur Einordnung wichtig sind. Natürlich ist der Tod durch "nur" 5 Messerstiche weniger schlimm als durch 20 oder 50. Mir erscheint der Artikel wie ein weiterer von vielen "Qualitätsberichten", den Chemnitzern die Berechtigung, mit den aktuellen Zuständen nicht einverstanden zu sein und dagegen zu demonstrieren, abzusprechen. Die "gute Freundin" hat sich also nur durch die vielen Rechten in der Stadt bedroht gefühlt? Merkwürdig, wenn ich meinen Namen nenne, gucken andere auch mal komisch. Sicher ist, das Schicksal von Daniel hätte jeden anderen auch treffen können. Fakt ist, die Chemnitzer fühlen sich nicht nur zu Unrecht an den Pranger gestellt, genau so ist es aber. Bei jedem Verbrechen durch Flüchtlinge kommen unisono aus der Politikerblase die Worthülsen "wir dürfen jetzt aber nicht verallgemeinern", bei den Chemnitzern aber schon.

Ulrike Russ | Fr, 7. September 2018 - 11:49

Der Getötete war keine "Figur", sondern ein Mensch. Wie andere Menschen war er ein Individuum mit komplexen, auch problematischen Erfahrungen, die viel über die Wirklichkeit unseres Landes aussagen. Schön wäre es, wenn sich die Erkenntnis verbreiten würde, dass diese Wirklichkeit nicht hell - dunkel, schwarz - weiß ist, sondern viele Schattierungen aufweist. Kurz: Wenn gedanklich differenziert würde.

Philipp Nikolas | Fr, 7. September 2018 - 14:12

Ein ausgewogener Artikel.
Allgemein nehme ich den Cicero als eine der letzten einigermaßen ausgewogen berichtenden Zeitschriften wahr. Jedoch ist es wirklich bedauerlich, wie auch hier die Claqueure aller konservativer Artikel, reflexhaft sog. Whataboutism betreiben, sobald die Probleme von Rechts angesprochen werden.
Auch wenn die Rechten in Chemnitz z.T. aus ganz Deutschland kamen (wie die Gegendemonstranten auch), so muss ich schlicht konstatieren, dass im Osten die Problematiken mit Anfeindungen ggü. dunkleren Menschen auffällig größer sind, als im Westen. Das ist verallgemeinernd und auf Grundlage anekdotischer Evidenz, das macht es aber nicht unwahr.
Der Leser sollte doch dankbar sein, dass es Medien und Artikel gibt, die nicht als 'linke Kampfblätter' gelten und trotzdem beide Seiten betrachten. Diese sind doch wesentlich glaubwürdiger.

Roland Lissowski | Fr, 7. September 2018 - 14:15

...reibe ich mir die Augen beim Lesen dieses Cicero-Artikels. Ist das die neue Cicero-Richtung? Nein, danke!

Fritz Gessler | Fr, 7. September 2018 - 16:23

nämlich verharmlost, relativiert, das OPFER beschuldigt (glatzköpfig, 'streitsüchtig', drogenabhängig (='tüte geraucht')

wolfgang spremberg | Fr, 7. September 2018 - 16:31

Wenn Chemnitz so besonders fremdenfeindlich ist und dies auch bekannt ist, ist es dann nicht sehr Verantwortungslos dort hunderte / tausende (?) von jungen Männern aus anderen Gesellschaften unterzubringen ? Da wurden Straftaten und Opfer zu Lasten der Bewohner und der "Schutzsuchenden" bewusst in Kauf genommen.

Mohammed Bari | Sa, 8. September 2018 - 00:27

Diese Dekonstruktion wurde von vielen Lesern nicht erwartet. Das sitzt. Gut, wie hier gegen die Instrumentalisierung eines zufälligen Opfers die Realität gesetzt wird.
Die extreme Rechte ist kein Partner, sie ist der Feind der Republik und Demokratie. Ihr Ziel ist die hierarchisierte Gemeinschaft und gewalttätige Autorität, ihr Mittel die Revolution (Bürgerkrieg). Sie war nie mehrheitsfähige, sondern immer nur ein kleiner Teil des sich radikalisierenden Bürgertums und vieler Wahlschafe aus den unfreien Berufen. Der Artikel gab dem Opfer die Würde zurück. Danke.

Karin Zeitz | Sa, 8. September 2018 - 10:25

wie viele Messerstiche es waren, die Daniels Leben ausgelöscht haben. Fakt ist, dass wieder ein Mensch ermordet und zwei Menschen verletzt worden sind von einem, dessen Herkunft ungeklärt ist und der schon lange ausreisepflichtig war. Es geht nicht darum, jemanden zu Märtyrer hochzustilisieren, sondern gegen dieses Staatsversagen zu protestieren. Dass die öffentlich-rechtlichen Massenmedien den Protest dazu nutzen, die Chemnitzer zu diskreditieren, soll vom eigentlichen Problem ablenken.