Landtagswahlen 2019 - Die Linke hat sich von sich selbst entfremdet

Keine Partei hat bei den Landtagswahlen so viel Schwund verkraften müssen wie die Linke. Ihre Stimmen gingen vor allem an die AfD. Über die Gründe ist in der Partei ein Streit entbrannt. Dabei ist die Linke an ihrem Abstieg selbst schuld

Die Linke am Boden, und alle schauen drauf
Die Linke am Boden, und alle schauen drauf / picture alliance

Autoreninfo

Rainer Balcerowiak ist Journalist und Autor und wohnt in Berlin. Im Februar 2017 erschien von ihm „Die Heuchelei von der Reform: Wie die Politik Meinungen macht, desinformiert und falsche Hoffnungen weckt (edition berolina). Er betreibt den Blog „Genuss ist Notwehr“.

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Das hat gesessen. Die Linke erlebte bei den Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg ein regelrechtes Debakel. Nach Verlusten von 8,5 und 7,9 Prozent rangiert sie jetzt mit 10,4 beziehungsweise 10,7 Prozent nur noch knapp im zweistelligen Bereich. Aus der vermeintlichen „Stimme des Ostens“ mit dem Anspruch, die authentische Vertreterin der „einfachen Leute“ zu sein, ist eine weitgehend orientierungslose Partei geworden, die in der Fläche gar nicht mehr präsent ist und in ihren traditionellen Kernzielgruppen als integraler Bestandteil eines Parteienkartells wahrgenommen wird, dessen Politik auf zunehmende Ablehnung stößt. Zumal die beiden Wahlen auch zeigen, dass es dabei unerheblich ist, ob sie sich, wie in Brandenburg, zehn Jahre als Juniorpartner in einer Regierungskoalition befand oder wie in Sachsen als Opposition gegen eine CDU/SPD-Regierung agierte.

Hochburg in der links-alternativen Szene 

Der Absturz war – wenn auch nicht in dieser Größenordnung – absehbar. In Flächenländern mit teilweise wirtschaftlich und infrastrukturell abgehängten Regionen kann man mit einer Fokussierung auf postmoderne und identitätspolitische Themen nicht punkten, zumal diese von den im Aufwind befindlichen Grünen weitgehend abgedeckt werden. Ihr einziges Direktmandat gewann die sächsische Linke in der Leipziger Südvorstadt, einer Hochburg der links-alternativen bis linksautonomen Szene, wo der allgemeine „Kampf gegen Rechts“, für „Weltoffenheit“ und  gendergerechte Sprache ähnlich wie in einigen Bezirken Berlins den politischen Diskurs bestimmt. Ihre drei bisherigen Direktmandate in Brandenburg hat die Linke dagegen verloren, und die Abstürze in den besonders vom Strukturwandel betroffenen Regionen und in den früheren Kernklientelen waren besonders drastisch. In Sachsen wählten 41 Prozent der Arbeiter und der Erwerbslosen die AfD, aber nur 10 und 13 Prozent die Linke. In Brandenburg war es ähnlich.

Grund für die Schlappe? „Taktische Gründe“

In den Führungsetagen der Linken haben die Ergebnisse für eine Mischung aus Entsetzen und Zerknirschung gesorgt. „Wir haben Politik von oben gemacht, wir waren zu wenig in den Regionen, haben zu wenig mit den Menschen geredet“, räumte die brandenburgische Spitzenkandidatin Kathrin Dannenberg in der ARD ein. Was die soziale Frage und die soziale Spaltung betreffe, seien die Menschen nicht erreicht worden. Eine recht abenteuerliche Wahlanalyse hatte dagegen die Parteivorsitzende Katja Kipping für Sachsen zu bieten. Viele Menschen hätten ihr im Wahlkampf gesagt, dass sie voll hinter den Forderungen der Linken stünden, aber diesmal „aus taktischen Gründen“ die CDU wählen würden, um zu verhindern, dass die AfD stärkste Partei wird, so Kipping am Wahlabend in der ARD.

Der nur oberflächlich befriedete innerparteiliche Konflikt zwischen dem postmodernen Kipping-Lager und den Anhängern einer auf soziale Grundfragen wie Rente und Teilhabe fokussierten Politik wird jetzt wohl erneut aufbrechen. Das von großen Teilen der Partei mit offener Genugtuung rezipierte Scheitern der von Sahra Wagenknecht vor einem Jahr initiierten Sammlungsbewegung „Aufstehen“ und die damit einhergehende Marginalisierung der mit Abstand beliebtesten Politikerin der Linken hat sich – wie nicht anders zu erwarten – als Pyrrhussieg erwiesen. Seit ihrer mehr oder weniger erzwungenen Ankündigung im März, den Fraktionsvorsitz im Bundestag im Oktober aufzugeben, wurde es merklich ruhiger um Wagenknecht. Seitdem meldete sie sich hauptsächlich mit seltsam hölzern und entrückt wirkenden, allgemeinen politischen Botschaften aus dem digitalen Off.

Wachsende Distanz zur Lebenswelt der Menschen

Jetzt, nach dem von ihr bereits vor Monaten prognostizierten Wahldesaster ihrer Partei, zeigte sie allerdings deutlich Flagge. Die Linke sei „über viele Jahre die Stimme der Unzufriedenen“ gewesen, sagte Wagenknecht am Dienstag dem Redaktions-Netzwerk Deutschland. Aber „indem wir uns von unseren früheren Wählern entfremdet haben, haben wir es der AfD leicht gemacht. Insofern sind wir für ihren Erfolg mitverantwortlich.“ Die wachsende Distanz der Linkspartei zur Lebenswelt benachteiligter Bürger zeige sich auch „in unserem Umgang mit AfD-Wählern, die gern pauschal als Rassisten beschimpft werden, obwohl viele von ihnen früher links gewählt haben“ so Wagenknecht weiter.

Die Partei müsse klären, für wen sie in erster Linie Politik machen wolle: „Für die gut ausgebildete, gehobene Mittelschicht in den Metropolen oder für diejenigen, die um ihr bisschen Wohlstand immer härter kämpfen müssen?“ Wenn die Partei „Menschen jenseits des hippen Großstadtmilieus erreichen“ wolle, müsse sie „ihre Sicht der Dinge ernst nehmen, statt sie zu belehren, wie sie zu reden und zu denken haben.“ Als Beispiele nannte sie Themen wie Heimat und Sicherheit. „Für die meisten Menschen ist Heimat etwas sehr wichtiges, sie legen Wert auf soziale Bindungen, Familie und gesellschaftlichen Zusammenhalt.“ Beim Thema Sicherheit gehe es „um soziale Sicherheit, aber auch um den Schutz vor Kriminalität“. Und wenn Teile der Linken die CO2-Steuer befürworten, die Pendler und die Mittelschicht außerhalb der Großstädte hart treffen würde, „müssen wir uns nicht wundern, dass sich viele abwenden.“

Letzte Hoffnung: Bodo Ramelow 

Die Parteiführung starrt derweil wie das Kaninchen auf die Schlange auf die dritte Landtagswahl des Jahres, am 27. Oktober in Thüringen. Sie hofft auf den „Amtsbonus“ des einzigen linken Ministerpräsidenten Bodo Ramelow. Nahezu flehentlich wird appelliert, Debatten über die allgemeine Ausrichtung der Partei auf die Zeit danach zu verschieben. Doch selbst, wenn es Ramelow gelingen sollte, seine Position zu verteidigen, wäre das bestenfalls ein kleiner Aufschub. Denn bundesweit wird die Partei längst als eine Art linker Flügel eines „ökoliberalen Blocks der Mitte“ wahrgenommen, zu dem neben den Grünen auch die SPD, die FDP und gewichtige Teile der CDU/CSU gehören, die längst umfänglich miteinander kompatibel sind, wie die bunte Koalitionslandschaft zeigt. Und der AfD wurde die Rolle der einzigen gesellschaftlichen Opposition gegen diesen Block kampflos eingeräumt.

Die historische Chance, mit einer neuen, vor allem sozialpolitisch orientierten Sammlungsbewegung die entstandene Lücke im politischen Spektrum zu füllen, wurde mit atemberaubender Unverantwortlichkeit vertan. Und ob die Linke überhaupt noch die Ressourcen und die Kraft hat, sich entsprechend konsequent zu positionieren, ist angesichts ihres freien Falls wohl mehr als zweifelhaft.
 

Klaus Funke | Di, 3. September 2019 - 18:10

Das Desaster der LINKEN hat einen Namen (oder zwei Namen): Kipping und Riexinger. Da hat die Kipping (man schämt sich, dass sie Dresdnerin ist) die Sahra Wagenknecht weggebissen... und es zeigt sich nun immer mehr: Sie kann es nicht!! Mit dem Auftreten einer Krippenerzieherin und extremer Kritikunfähigkeit und ohne wirksame Konzepte kann man keine Partei führen. Diese beiden "Führungskräfte haben die LINKE in die Ecke gefahren... und verdammt, ja, sie übernehmen keine Verantwortung, verschieben es bis nach der Thüringen Wahl, wo der Untergang noch deutlicher werden wird, denn die LINKE wird dort die Regierung verlieren. Der Vorstand der LINKEN sollte zurücktreten, Sahra Wagenknecht sollte voll rehabilitiert werden... und dann Neustart außerhalb der Parlamente. Sie schaffen es nicht. Sie haben bei der Bevölkerung "versungen". Kriegen die das nicht mit?? Sie wollen es nicht zur Kenntnis nehmen. Und deshalb wird der vollkommene Untergang kommen - zu Recht...

Gerhard Lenz | Mi, 4. September 2019 - 11:35

In reply to by dieter schimanek

Wagenknecht begrüsste ausdrücklich die beabsichtige Begrenzung der Mieten in Berlin. Die wurde hier in diesem Forum, angesichts der "politischen Mehrheitsverhältnisse" in diesem Forum, in der Luft verissen, als sozialistisches oder kommunistisches Teufelszeug verschmäht. Frau Wagenknecht sprach sich auch dafür aus, diese angedachte Miet-Regelung auf ganz Deutschland auszudehnen.
Also: ein lautes, mindestens dreifaches "Pfui, Frau Wagenknecht!"
Frau Wagenknecht hat sich ja auch kritisch zum Thema Migration geäussert. Dafür wurde sie von den üblichen, gleichen Leuten bejubelt!
Also: dieses Mal ein lautes, mindestens dreifaches "Hurra, Frau Wagenknecht!"
Der Saldo aus diesem für so manchen ambivalentes Verhalten?
Frau Wagenknecht soll wieder voll rehabilitiert werden!
Fordern diejenigen, die ansonsten nur für die AfD (und deren größeren Sympathisantenkreis, also Maaßen, Sarrazin, Lengsfeld & Co.) positive Worte finden.

Zurück im Forum, Herr Lenz? Habe Sie schon vermißt und gar keine Wahl-Analyse von Ihnen gelesen. Aber zu Frau Wagenknecht:
Warum soll ich (als für Sie eher 'Rechter') nicht zugeben, daß Wagenknecht eine der intellektuell Besten im linken Lager ist. Ihre Analysen sind meist nachvollziehbar, immer bedenkenswert und oft rhetorisch brilliant. Deshalb muß ich doch nicht allen konkreten Vorschlägen - je nach Position und Thema - zustimmen. Oder?
Gegenbeispiel ist Frau Göring-Eckardt: Das ist die Dame, die mit verklärtem Gesicht - und unwidersprochen! - in ARD-Kameras sprach, daß 'die Nazis die Frauenkirche in Dresden zerstört haben'.
Mehr muß man über KGE nicht wissen. Ein intellektueller Totalausfall!
Kluge Linke und kluge Rechte sollten wir lernen, miteinander in einen produktiven Austausch zu treten. Wie vor 90 Jahren. Damals lasen auch Konservative und Rechte Brecht und entsprechend Linke Ernst Jünger und ließen sich inspirieren. Natürlich nur die mit dem entsprechenden Horizont.

..haben Sie wohl verpasst. Macht aber nix, über die Wahlen wurde ja schon oft gesprochen (oder geschrieben), und jeder freut sich (oder auch nicht), ist ja auch nicht mehr wichtig, die AfD darf jetzt mal in Brandenburg und Sachsen beweisen, dass sie mehr kann, als nur Fundamentalopposition und Widerstand.
Was Wagenknecht angeht: Ich bezweifle ja gar nicht ihre Brillanz oder Intelligenz.
Ich kritisiere die Heuchelei und Instrumentalisierung, wenn es um sie geht. In den von mir geschilderten Beispielen, die ich nicht mehr wiederholen muss.
Mal sind ihre Ziele kommunistische Todsünde, mal der Ausdruck einer besonderen Begabung, gerade so, wie es beliebt. Heute wird sie gefeiert, weil sie auch AfD-Wählern gefällt, morgen werden ihre Ziele (Mietendeckel) in Bausch und Bogen verdammt. Rechte und Linke sollten miteinander sprechen? Offensichtlich funktioniert das aber nur, wenn DIE Eine Inhalte verkündet, die den Anderen ins Konzept passen.

Tomas Poth | Di, 3. September 2019 - 18:49

ist für alle Unterstützer der Klima-Hysterie noch eine sehr schmeichelnde Bezeichnung.
Wer Aufklärung, offene Diskussionen unterschiedlicher, konträrer wissenschaftlicher Positionen blockiert, gerade bei diesen natürlich sehr wichtigen Themen, der verrennt sich in Positionen eines IPCC, dass, ähnlich dem "politischem Islam", als politisch geführte Glaubenskongregation des Klima-Weltuntergangs agiert und fügt unserem Land damit Schaden zu.

gehört eigentlich zum Artikel - Der Liberalismus in der Krise- .
Irgendetwas lief schief, sollte es an mir gelegen haben tut es mir leid.

gabriele bondzio | Di, 3. September 2019 - 20:57

Meine letzte Hoffnung ist er bestimmt nicht!
Aber ich bin gerührt über die linken und grünen Wähler, die so selbstlos die CDU bzw. SPD gerettet haben. :-) Was zeigt, wie nahe man sich parteilich gekommen ist, besonders in wachsenden Distanz zur Lebenswelt der Menschen. Eins haben die Linken allerdings nicht raus gekehrt, die Siegerpose. Man sah ihnen das Entsetzen ins Gesicht geschrieben. Katja Kipping hat wohl vergessen sie über stattgefundene „Taktische Gründe“ zu unterrichten.
Für wen oder was sie in erster Linie Politik machen wollen, die Suche wird, sehr, sehr schwierig werden. Alle Themen schon besetzt. Heimat und Schutz vor Kriminalität, könnten in Zukunft zu mehr Irritationen in der Partei sorgen. Um Ramelow zu retten, hätte ich einen Vorschlag. Enteignung-und Umverteilung Phantasien zügeln und die CDU bzw. SPD- Wähler in Thüringen auffordern ...die Linke zu retten.
Schließlich hat man aus zwei Ländern wahltaktisch was gut. :-)

Alexander Mazurek | Di, 3. September 2019 - 20:59

… der Linken hat auch mich überrascht. Vielleicht hat Die Linke aber, in alter Gewohnheit, die Interessen ihrer kosmopolitischen selbstgefühlten "Elite" über die Interessen des hier-und-heute-lebenden gewöhnlichen Sterblichen, des Otto-Normalverbrauchers gestellt, sie hält sich immer noch für die Mehrheit (Bolschewiki, Mehrheitler) und verleumdet die Mehrheit als Minderheit (Menschewiki, Miderheitler) …
Schade eigentlich, einzelne Punkte des Parteiprogramms sind ja sozial und gerecht, gar mit der Soziallehre der Katholischen Kirche verträglich ... im Mix aber wohl toxisch.
Die einzige Alternative zu den Blockparteien (die cDU ist des c nicht würdig, die sPD des s und die fDP des f) scheint die AfD zu sein, wer nicht wagt, der nicht gewinnt - wenn nicht jetzt, wann dann?

Ernst-Günther Konrad | Di, 3. September 2019 - 21:23

Frau Wagenknecht ist die einzige Linke, deren Sachverstand ich sehr schätze, wenngleich ich nicht alle ihrer politischen Vorstellungen teile. Das muss man auch nicht. Aber eines steht für mich fest. Sie ist die einzige mit einem profunden Wissen und einer perfekten Rhetorik und glänzt dabei durch Realitätssinn. Den Linken wird diese Gallionsfigur fehlen, sie werden sich wieder in alte Flügelkämpfe verwickeln und der SPD hoffentlich stramm folgen ins Abseits. Stimmen von Antifa und anderen linken radikalen Gruppierungen reichen eben nicht aus. Frau Kipping weis nicht mal wie ein Arbeiter heute aussieht. Wie die SPD auch, haben sie ihr Klientel verloren.
Schon komisch die ganze Argumentation der etablierten Parteien inzwischen. Die "alten" SED-Wähler bzw. Linskwähler sterben angeblich weg. Dann gibt es aber wieder die "dementen alten weißen Männer und Frauen", die der SPD und der CDU die Wahlen gerettet haben sollen. Und dann sind es eben auch die alten Ewiggestrigen, die AFD wählen.

Wilfried Düring | Mi, 4. September 2019 - 11:11

In reply to by Ernst-Günther Konrad

Die kluge Sahra Wagenknecht hat in einem kurzem Interview mit der >>Frankfurter Rundschau<< alles Wesentliche zum Thema gesagt.
Ich zitiere:
...
'Viele frühere Wähler haben offensichtlich das Gefühl, dass wir uns von ihrer Lebensrealität entfremdet haben, dass wir nicht mehr ihre Sprache sprechen. Sie nehmen uns als angepasst war, als Teil des grünliberalen Establishments.'
...
' wenn auch Teile der Linken die CO2-Steuer befürworten, die Pendler und die Mittelschicht außerhalb der Großstädte hart treffen würde, müssen wir uns nicht wundern, dass sich viele abwenden.'
...
'Die Linke muss klären, für wen sie in erster Linie Politik macht: Für die gut ausgebildete, gehobene Mittelschicht in den Metropolen oder für diejenigen, die um ihr bisschen Wohlstand immer härter kämpfen müssen? Wenn wir Menschen jenseits des hippen Großstadtmilieus erreichen wollen, müssen wir ihre Sicht der Dinge ernst nehmen, statt sie zu belehren, wie sie zu reden und zu denken haben.'

Das stimmt Herr Düring. Ich las es auch noch in anderen Medien. Erstaunlich, aber man zitierte sie mehrfach ohne sie dafür zu beschimpfen. Ich sage ja, ich stimme nicht in allem mit ihr überein, ihre Sichtweise zu den Mieten teile ich z.B. nicht. Aber warum soll sie nicht auch von einem konservativem Wähler wie mir, auch an den Stellen zuspruch bekommen, wo sie meine Vorstellungen eben trifft. Das ist Diskurs und Demokratie. Nicht jeder hier im Forum versteht das.
Man findet in jeder Partei durchaus vernünftige und verständige Menschen. Selten zwar, aber man findet sie.

Hans Schäfer | Mi, 4. September 2019 - 16:32

In reply to by Ernst-Günther Konrad

das sage ich seit Jahren. Ich habe es nur anders umschrieben:
Nicht alles was von der AfD, CDU/CSU,FDP,G;L,SPD
kommt isr GUT- nicht alles SCHLECHT!
Das sind die zwei Seiten einer Medaille, die ich seit Jahren immer und immer wieder anführe. Wer kennt den SPRENG - Blog:"Sprengsatz" noch?
Das M.S. die Kommentarfunktion gesperrt hat, habe ich sehr bedauert.
Und, die Politik/Medien-Geschichte wiederholt sich. Die AfD von heute ist die Linke von 2000. Wenn man zurück geht könnte man Linke durch AfD, SED durch NSDAP. Kommunismus durch Nazi ersetzen, alles andere hätte man vollständig ungekürzt übernehmen können, es hätte wörtlich gepasst. Auch damals gab es die Herren/Damen Frühling und die Herren/Damen Kontra.
Fast gendern vergessen.

Die Mechanismen der Ausgrenzung ähneln sich. Aber sie nutzen sich irgendwann eben auch ab. Und irgendwann gibt es immer ein erstes Mal. So wie es in der SPD einen Hoeppner und einen Ringstorff gab, als Zeit und Situation reif waren; wird sich auch in der CDU ein Kandidat und ein Landesverband finden ...
Was macht die CDU eigentlich, wenn in Thüringen AfD und Ramelow-LINKE (PDS) zusammen mehr als 50% der Wählerstimmen holen?
Und die Chancen für ein solches Ergebnis steigen - proportional mit den Chancen für die KENIA-Koalition in Sachsen ...

Petra Führmann | Fr, 6. September 2019 - 10:09

In reply to by Ernst-Günther Konrad

Herr Konrad, ich schätze Ihre Kommentare im Allgemeinen sehr, was aber an AfD-Wählern ewiggestrig sein soll... Ich war und bin nach alter Definition links, seit 2015 und all den neuen Entwicklungen aber nicht mehr in jedem Fall. Und nur, weil ich diesen immensen Zuzug ablehne, bin ich ewiggestrig? Es bleibt mir keine andere Wahl, und eine Partei, die alle Punkte, die man möchte, vertritt, gibt es nicht. Also heißt es, Prioritäten setzen.
Am Rande: Ich in weder männlich, komme nicht aus dem Osten, bin nicht abgehängt und über 60....

Andreas Zimmermann | Mi, 4. September 2019 - 00:32

Tja, so schnell kann´s gehen wenn man in den entscheidenden Momenten den falschen Dingen hinterher rennt. Entscheidungen, Entscheidungen! Da kann es linken Ideologen schon mal schnell passieren, dass sie das Volk aus den Augen verlieren. Beispiele wohin das letztlich führt, gibt es ja zur Genüge, wie Stalinismus, Maoismus, Sozialismus und noch ein paar mehr Ismen samt ein paar Millionen Toten als Beigabe. Aber Links sein ist ja so wichtig und noch viel wichtiger, ist ja der Kampf gegen Rechts und wenn man kaum echte Nazis oder solche die sich dafür halten findet, dann macht man sich welche. Auch das ist eine alte Nummer der Linken, innenpolitische Probleme mit der Erfindung eines innenpolitischen Gegners zu verdecken. Da wurden schon mal ein paar Systemgegner produziert nur weil nicht laut genug geklatscht wurde. Warum nur wird die Linke für solche bewährten Methoden bei den Wahlen nur so abgestraft? Vielleicht, sind die Leute doch nicht so blöd, wie es gemeinhin unterstellt wird.

Susanne Dorn | Mi, 4. September 2019 - 03:03

…noch im Westen als kulturmarxistische Partei Anhänger. Sie wird von Wahl zu Wahl marginalisiert und durch die GRÜNEN ersetzt werden.

Die AfD ist die Wahlsiegerin, aber die Merkel-GRÜNEN haben gewonnen, sollten sie in beiden Bundesländern und vielleicht sogar in Thüringen mitregieren. Sie wären eine noch stärkere Kraft im Bundestag und können weiterhin ALLE Gesetzesvorhaben, die ihr nicht "genehm" sind, verhindern. Dieser Wahlausgang beschleunigt die Vernichtung Deutschlands zur Freude von Merkel und Hobeck und das ist für mich sehr beunruhigend und so vom Wähler auch nicht gewollt.

Meine Hoffnung ist die AfD und ihre, auch im Westen wachsende, Wählerschaft.

Susanne Dorn | Mi, 4. September 2019 - 03:25

"Die SED hat weder"...Die GRÜNEN sind natürlich stärkste Kraft im BUNDESRAT, nicht im Bundestag!!! Und Herrn HABECK wird's freuen...

Diese Fehler sind der Uhrzeit geschuldet, tut mir sehr leid!

Tomas Poth | Mi, 4. September 2019 - 12:40

Selbst die jetzt erreichten Prozentzahlen sind immer noch zu hoch aber wohl halt der harte Kern der SED-Nostalgiker.
Sobald die Linke auf dem %niveau der NPD angekommen ist, dann, erst dann haben wir wolle Vergangenheitsbewältigung geschafft!
Die Links- und sozialdemokratischen Kräfte unseres Landes müssen sich komplett neu organisieren. Sie müssen sich nur daran erinnern dass ihre politischen Inhalte zuerst den Wahlbürger, die Staatsbürger unseres Landes im Auge haben muß. Dann, nur dann kann man sich auch mit verbleibender Kraft um anderes kümmern.

Manfred Sonntag | Mi, 4. September 2019 - 15:29

Das Problem ist die Kernschmelze von Rot, Rot, Grün und Schwarz mit dem Medien & Technologiekartell. Es gibt keinen wesentlichen Unterschied mehr. Wenn Gendergaga, Identitätspolitik und das betreute Denken beendet werden, wird die Auswahl für den Wähler vielleicht wieder interessant.

Budde Peter | Do, 5. September 2019 - 09:00

als die SED / PDS / Die Linke ? Sie regierte ohne Opposition 40 Jahre lang, ihre Politik wurde mit einem riesigen Heer an Sicherheitsorganen durchgesetzt und im Hintergrund stand die Rote Armee. Was hat sie hinterlassen : Ermordete an der Mauer und Gefängnisse; zerrissene Familien; gesprengte Kirchen und Schlösser; Zensur und Bücherverbote, Umweltverschmutzung; Verfolgung jeder Opposition; Enteigungen von Bauern und Händlern; Planung eines Angriffkrieges auf die BRD (die Kriegsorden waren schon hergestellt); Planwirtschaft und verrottete Häuser und Wohnungen ... die Partei konnte das Volk nicht einmal mit wohlschmeckenden Kaffee versorgen; Obst mußte importiert werden, Gestank und Smog über den Städten ... und diese Partei wagt es, sich als demokratische Alternative zu verkaufen und bürgerliche Parteien wie die Union, FDP oder AfD zu verteufeln und massiv zu kritisieren ! Eine Frechheit. Kann sich niemand mehr an die die Zeit vor 1990 erinnern ? Nichts war gut in der DDR !