Die zweite Corona-Welle - Warum in Frankreich die Zahlen wieder dramatisch steigen

Paris hat sich zum neuen Corona-Hotspot entwickelt. Auch der Rest von Frankreich steckt bereits mitten in einer zweiten Corona-Welle. Nicht nur das französische Savoir-vivre steht der Regierung im Weg. Auch das Vertrauen der Bürger in ihr Krisenmanagement ist begrenzt.

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Die Cafés in Paris sind nach den Sommerferien wieder voll / dpa

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Kay Walter arbeitet als freier Journalist in Frankreich

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Kay Walter

Über 270 Infektionen pro 100.000 Bürger: Paris hat sich erneut zum Corona-Hotspot entwickelt. Seit Dienstag gilt die „maximale Alarmstufe“ für Frankreichs Hauptstadt. Bars und Cafés werden für 14 Tage geschlossen, Restaurants dürfen weiterhin öffnen. Das leuchtet nicht jedem ein.

Selbst den schockierenden Bildern aus der Provinz Alpes-Maritimes im sonst so sonnigen Süden, die zeigen, wie Autos, Straßen und Häuser samt Menschen einfach in den Fluten verschwinden, wird es nur kurz gelingen, die Diskussion um verschärfte Anti-Corona-Maßnahmen in den Hintergrund zu drängen. Dafür ist das Problem bereits jetzt wieder viel zu groß. Frankreich steht nicht vor einer zweiten Corona-Welle, Frankreich ist bereits mittendrin.

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Karsten Paulsen | Mi, 7. Oktober 2020 - 08:57

In einer Küsschen links, Küsschen rechts Kultur hat das Virus bessere Überlebenschancen als bei dem, z.B. norddeutschen, 1,50 Kuschelabstand.

gabriele bondzio | Mi, 7. Oktober 2020 - 09:02

Was macht diesen Hype des Corona-Virus aus?
Es erschüttert die meisten Vorstellungen von einer kontrollierbaren Welt. Aber wie viel Angst ist richtig? „Wenn einer keine Angst hat, hat er keine Phantasie bzw. Was immer auch geschieht: Nie sollt ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken. (Beide Zitate von E.Kästner) Jochen Maas, der Vizepräsident des Frankfurter „Houses of Pharma & Healthcare“: Zu Hysterie rund um Corona besteht aus wissenschaftlicher Sicht kein Anlass – weder für infizierte noch für nicht-infizierte Mitbürger, mehr als 80% der Infektionen verlaufen harmlos, zum Teil symtomlos. Ernstere Symtome, wie bei einer schweren Grippe treten bei 10-12% auf.“
Und wir haben zufällig Grippezeit. „Infiziert ist nicht immer infektiös-Test nicht gleich Test“ (mdr.de-Wissen)

Christa Wallau | Mi, 7. Oktober 2020 - 10:18

Eine Mehrheit der Franzosen traut der Regierung und deren Anordnungen nicht über den Weg und macht deshalb - wann immer möglich - was sie will. Zusätzlich sind die Wohnbedingungen u. die Sitten in französischen Städten ungünstiger für den zur Zeit gebotenen Abstand voneinander als in den Städten bei uns.

In Deutschland dagegen - Für mich unfaßbar! -
ist es genau umgekehrt: U n a n g e f o c h t e n
steht Frau Merkel an der Spitze der Beliebtheitsskala, was quasi bedeutet:
"Wir vertrauen Dir, Angela! Wir tun alles, um den Forderungen, die Deine Administration an uns stellt, Folge zu leisten."
Ein solch unerschütterliches Vertrauen wünschte sich mancher Pastor für seine Gläubigen! Denn: Wer glaubt schon derart fest noch an Gott?

Die Deutschen sind halt ein gut-gläubiges u. damit auch leicht lenkbares bzw. verführbares Volk, während die Franzosen sich durch Skepsis u. Selbstbewußtsein auszeichnen. Nicht umsonst begann die Emanzipation des B ü r g e r t u m s 1789 in Frankreich!

ist alles andere als sinnhaft, sondern höchstens einfältig.

Jeder, der Frankreich ein wenig kennt, weiss, dass die Franzosen jederzeit für ihre ganz persönlichen Interessen bereit sind, auf die Strasse zu gehen. Heute sind das die Lehrer, morgen eben die Müllarbeiter.

Tatsächlich misstrauen die Franzosen ganz grundsätzlich jeder Regierung, gleich ob sozialistisch-sozialdemokratisch, gaullistisch-konservativ, oder jetzt irgendwie liberal.

Das mit dem fehlenden Protest gegen die Regierung Merkel zu vergleichen, der hier täglich eingefordert wird, aber glücklicherweise im Land ungehört verhallt, ist selbstverständlich absurd.

Und dass die Deutschen mal wieder abgekanzelt werden, weil sie nicht das gewünschte Wahlverhalten - mehrheitliche Wahl der AfD - zeigen, ist ein alter Forenhut.

Werte Frau Wallau.
Insbesondere ihre Feststellung zu AM kann ich bis heute nicht begreifen. Wenn die morgen sagen würde, wir sollen auf dem linken, nicht dem rechten Bein zu Arbeit hüpfen um Corona zu vermeiden.....will gar nicht wissen wie viele es tun würden.
Deutscher Kadavergehorsam.

Christoph Kuhlmann | Mi, 7. Oktober 2020 - 12:21

Wenn Deutschlands bester Kunde 2017/2018 kürzer treten muss, die Autobauer, die Gastronomie und der stationäre Handel kräftig Stellen abbauen, können wir uns ausrechnen dass der Arbeitsmarkt sich in den nächsten Jahren nicht auf Vorkrisenniveau erholt. Der Brexit kommt ja auch noch hinzu ebenso wie das corona bedingte Minuswachstum in zahlreichen anderen EU-Staaten. Das kann noch ein par Jahre so weiter gehen, bis die Zahlen von 2019 wieder erreicht werden. Schließlich gibt es noch Millionen Kurzarbeiter.

Ernst-Günther Konrad | Mi, 7. Oktober 2020 - 16:46

Überall gehen die Bürger inzwischen auf die Barrikaden. Ein zur Diagnose nicht zugelassener PCR-Test wird großflächig als "Corona Test" angeboten, um Völker auf der ganzen Welt einzureden, er könne " das Virus" anzeigen und alle und jeder wäre hochgradig gefährdet und müsse sterben oder sei verantwortlich, wenn er andere "anstecke" und dieser sterbe an dem Virus.
Überall unterschiedliche, die Rechte der Völker einschränkende Maßnahmen, die sich nicht selten selbst widersprechen. Panikmache und Hysterie ist das Geschäft mit der Angst. Der freiheitsliebende Franzose begehrt auf. Er will nicht mehr mitmachen und die eigensinnigen muslimischen Menschen schon gar nicht. Ganz zu schweigen von Menschen, die sich alternativ informieren und die Gefährlichkeit anders bewerten und die Zahlen hinterfragen. Infiziert heißt nicht erkrankt, sondern es wurde was auch "immer" durch den Test als mal anwesend festgestellt. Das Virus wurde nie isoliert. Das geht nicht mehr lange gut.
Das ist gut so.