Windkraftanlagen
„Wenn kaum Wind weht und die Windräder still stehen, dann nützt es auch nichts, wenn Sie doppelt so viele Windräder haben“, mahnt Energietechnik-Professor Michael Beckmann / dpa

Deutscher Irrweg - „Mit der Energiewende haben wir uns vom Gas abhängig gemacht“

Noch mehr Windkraft- und Solaranlagen bauen, und zwar im Rekordtempo. Darin sieht die Bundesregierung den Ausweg aus der aktuellen Gaskrise. Doch Michael Beckmann, Energietechnik-Professor der TU Dresden, warnt: Damit setze Deutschland genau den Weg fort, der uns in die Abhängigkeit von Russland geführt habe. Er fordert eine offene Diskussion über die Probleme der Erneuerbaren und sagt: „Mit fluktuierenden Energien allein lässt sich keine Industrienation betreiben.“

Daniel Gräber

Autoreninfo

Daniel Gräber leitet das Ressort Kapital bei Cicero. Er hat Politikwissenschaft und Journalistik studiert und arbeitete als Lokalreporter und Wirtschaftsredakteur für verschiedene Regionalzeitungen.

So erreichen Sie Daniel Gräber:

Michael Beckmann ist Professor für Energieverfahrenstechnik an der Technischen Universität Dresden. 

Herr Professor Beckmann, den Kollegen der Welt haben Sie neulich gesagt, die Gasversorgung aus Russland habe die Probleme der Energiewende nur verschleiert. Sie wären ohne die Erdgaskrise später offenbar geworden. Was meinen Sie damit? 

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Hans Page | Fr, 22. Juli 2022 - 11:47

Endlich ist das Dilemma allgemein verständlich beschrieben worden. Warum finden so klare Gedanken nicht den Weg in die Öffentlichkeit und in die Politik?

Reinhard Benditte | Fr, 22. Juli 2022 - 11:49

Leider gibt es wenige Medien, die dieses Themen offen diskutieren wollen. Cicero ist hierbei eine rühmliche Ausnahme. Mit fehlt allerdings eine tiefer gehende Ursacheanalyse, warum sich Deutschland (und damit meine ich die Politelite) in dieses Dilemma begeben hat. Es gibt sicherlich viele Gründe, aber die Hauptursachen sind Ideologie und falsche Entscheidungen um Wahlen zu gewinnen (Beispiel Merkel mit der AKW Abschaltung, um die Wahl in BW zu gewinnen). Wer keine saubere Ursachenanalyse durchführt, ist auch nicht in der Lage, rationale Entscheidungen zu fällen.

Eine Anmerkung; Per se ist die Benutzung „regenerative Energie“ falsch. Energie erneuert sich nicht, wenn Energie verbraucht ist, dann kann man sie nicht wiederherstellen. Wenn man schon einen Begriff wählen will, dann wäre wahrscheinlich der Begriff „Alternative Energieerzeugung“ treffender.

ingo Frank | Fr, 22. Juli 2022 - 12:05

Die Frage ist, nur für wen? Die Jünger der Grünen Sekte werden es weder lesen, noch begreifen. Von daher ist kein Erkenntissgewinn zu erwarten. Und da lt. Medien (fast) alle begeistert dem Grünen Energieweg folgen wollen, ist das Unheil nicht aufzuhalten. Wir sind ein Volk von Lemmingen geworden die voller Freude in den Abgrund stürzen.
Mit freundlichen Grüßen aus der Erfurter Republik

Georg Kammer | Fr, 22. Juli 2022 - 12:13

Mich wundert, das ein Professor, noch so frei reden und schreiben darf und das Thema auf den Punkt bring.
Das Wahrheitsministerium, 1984, hätte ihn schon längst einkassiert.
Mit Habeck wird es hunderte Kältetote draussen und drinnen geben, Blackout und nicht zu vergessen Aufstände und radikale Demos mit viel Gewalt.
Zitat:
Wenn ich das Wort Vaterland höre, fang ich an zu kotzen
Zitat Ende: Robert Habeck !
43 Prozent sehen Habeck als Bundeskanzler.
Hilfe, dann gibt es Mord und Totschlag in Deutschland, auf allen Ebenen
Der Spuk dieser Regierung hat hoffentlich bald ein schnelles Ende
Habeck und Co, geht jetzt schon der Ar... auf Grundeis.

Hans Jürgen Wienroth | Fr, 22. Juli 2022 - 12:31

Ein gutes Interview aus ökonomischer Sicht. Heute las ich bei TE einen Artikel von Frank Hennig zum „Terrestrial Stilling“, das den Einfluss von Windkraftanlagen auf unser Klima einschließlich der Auswirkungen auf den Wasserhaushalt betrachtet. Hennig macht auf die Gefahren der fälschlicherweise als erneuerbar bezeichneten Energien aus Wind aufmerksam und erklärt diese nachvollziehbar.
Die Medien und ihre grüne Bundesregierung verhindern eine offene und ehrliche Diskussion über die möglichen ökologischen Folgen der Windkraft. Wenn wir diese Folgen nicht betrachten, kann es sein, dass wir weder Industrie- noch Agrarland sein können, weil uns für das erste die Energie und für das zweite das Wasser fehlen.
Das passt zu der Vorstellung, in wasserarmen Gebieten wie der Sahara den grünen Wasserstoff produzieren zu wollen. Dafür sind große Wassermassen erforderlich. Gibt es diese in der Sahara, wo aufgrund der Trockenheit nicht einmal Landwirtschaft funktioniert?

Christa Wallau | Fr, 22. Juli 2022 - 12:38

...erst vom Netz genommen werden, wenn sie auch durch ebenso gesichterte Kapazitäten ersetzt werden"
dürfte eigentlich jedem einleuchten, der über einen durchschnittlichen IQ verfügt.

Es kann nun jeder Bürger in D frei darüber spekulieren, was mit Leuten los ist, die diese schlichte Tatsache bisher ignoriert haben. Diese Menschen stellen nämlich in Deutschland den entscheidenden Teil der Regierung.

Über die Konsequenzen, die der einzelne Bürger daraus zieht oder nicht, sollte auch sehr gründlich nachgedacht werden.

Warum hat sich übrigens der gut bezahlte Professor von der Technischen Universität Dresden, Herr Beckmann, eigentlich nicht früher mal laut zu Wort gemeldet?
Oder hat man etwa seine Stimme unterdrückt?

Tomas Poth | Fr, 22. Juli 2022 - 12:55

Mit dem Ausbau der "Erneuerbaren" erhöhen wir auch gleichzeitig unsere CO2-Emissionen, denn die Windräder und Solaranlagen werden hauptsächlich unter Nutzung fossiler Energieträger gefertigt!!
Wir haben einen konventionellen Kraftwerkspark der unsere Versorgung sicherstellt und für diese ausreicht und bauen dann doppelt, dreifach, vierfach und mehr an Wind- und Solaranlagen dazu.
Die Energiewendeträumer/Schildbürger träumen von CO2-Reduzierung, erhöhen diese aber.
Es ist wie mit den E-Autos, jedes Windrad, jede Solaranlage bringt einen riesigen CO2-Rucksack mit an den Start, den es erst mal abarbeiten muß. Beim Tesla S sind das 200.000 Km die er laufen muß, um am ende dann weniger CO2 zu emittieren als ein vergleichbarer Verbrennerantrieb!!
Tesla garantiert 200.000Km bei 70% Restladefähigkeit oder 8 Jahre für die Batterie! Wer fährt in 8 Jahren 200.000 Km - und danach???
Unsere Energiewende ist das Gegenteil von dem für das Sie steht, sie ist nur Raubbau an anderen Ressourcen!!

Jonathan Pause | Fr, 22. Juli 2022 - 13:22

Ein Versuch des totalen Umbaus mit samt den ungewissen Implikationen für die Zukunft. Selbst jetzt, da sich am Horizont dunkle Schatten aller Art zeigen, ist uns das nicht Warnung genug? Kleine, konkrete Schritte der Verbesserung, wie sie in einer guten Demokratie vorkommen, sind für das totalitäre Denken offensichtlich nicht genug. Denkt man einmal in schwarz und weiß, ist es zudem ein Leichtes, immer den Feind verantwortlich zu machen, für das unweigerliche Scheitern.
Erneuerbare nutzen zu wollen, ist sicher nicht falsch. Aber die Totalität unseres Ansatzes, das hat die Geschichte gezeigt, ist zum Scheitern verurteilt. Deutschland scheint im Moment nur noch eine wenig mutige Demokratie zu sein. Die Angst vor den Folgen eines atomaren Unfalls treibt uns sogar dazu, die Umwelt über Gebühr zu belasten. Die verbaute Natur ist wahrscheinlich der Hauptgrund für den Verlust der Artenvielfalt. Würden wir Kernkraft nutzen, würde es uns die Natur nicht sogar danken?

Rainer Mrochen | Fr, 22. Juli 2022 - 13:45

Kraftwerkskapazitäten erst dann vom Netz genommen werden, wenn sie auch durch ebenso gesicherte Kapazitäten ersetzt werden."
Eigentlich eine Plattitüde. Aber unseren Politdarstellern muß wohl auf derartig platte Weise gesagt werden was Sache ist, wenn deren Sachverstand dafür offensichtlich nicht ausreicht. Wenn es denen allerdings nur darum geht politische Präferenzen und Befindlichkeiten innerhalb der Koalition und Opposition zu priorisieren, na dann gute Nacht Deutschland. Keine Frage. Es geht im politischen um das Machbare, gerade in der derzeitigen Konstellation. Dies scheint in den Köpfen vieler Entscheidungsträger, obgleich der prekären Lage, nicht anzukommen. Corona lässt grüssen. Ich sehe schon den schlechten Deal. Weiterbetrieb der verbleibenden Kernkraftwerke gegen Tempolimit. Alles wunderbar auf Koalitionslinie. Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern. Im Westen nichts Neues.
"Neue Menschen braucht das Land. Leute ohne Rückgrat sind zu viele da."

WD Hohe | Fr, 22. Juli 2022 - 14:06

ist in der Politik nicht möglich da damit der Konkurrenz die Möglichkeit der "Besserwisserei" präsentiert wird.
Mein Wähler - Dein Wähler
Dem zu widerstehen braucht es
a) eine Menge Stärke und
b) die Bereitschaft die Parteieigene Kreuzigung hinzunehmen
c) die Liebe der Medien und was
d) deren Zuwendung "Stärke" betrifft - dort stehen & und sitzen - siehe a) und b) .
e) die Einzelnen "im" selben Problem
Unabhängig müsste "man" halt sein.
Aber gerade in diesem Berufs-Bereich sieht`s - da Wahlzettel von "Selbigen" erstellt - damit doch ziemlich schlecht aus. .
So wußten`s schon die Stones in "Ruby Tuesday"
"But such a cost"
Ein Text der die "Individualität" der aktuell plärrenden Gesellschaft schon damals auf den Punkt brachte- mir nicht von ungefähr im Gedächtnis blieb.
Am Ende ist`s eben nur ´ne Scheinwahl.
In welcher Welt ?
100 Punkte für richtige Antwort.

Alexander Brand | Fr, 22. Juli 2022 - 14:32

über, ich denke sie sind ein wichtiger Bestandteil einer zukünftigen Energieversorgung.

Bleibt man bei der ganzen grünen "Euphorie" aber auf dem Teppich Realität und betrachtet die Fakten, dann werden wir uns in absehbarer Zeit nicht einmal zu 50% mit Erneuerbaren versorgen können!

Aktuell liegt der Anteil der Wind- und Solarenergie an unserem Primärenergiebedarf bei lächerlichen 5,5% (Gesamterneuerbare = 16,5%)! Der Anteil der fossilen Brennstoffe liegt bei 76%!

Ich frage mich also allen Ernstes wie grünvernebelt man sein muß, um wirklich zu glauben, daß wir unseren Energiebedarf komplett über EE decken können. Allein diese Forderung zeigt wie wenig Linksgrüne von der Technik und von der Wissenschaft verstehen - NICHTS!

Selbst eine Vervierfachung des Wind- und Solarenergieanteils würde nur knapp ¼ des Primärenergiebedarfs abdecken, um das zu erreichen braucht Deutschland mindestens 20 Jahre.

Wir schaffen das mit reinen EE NIE, davor gehen die Lichter garantiert aus!

Maria Arenz | Fr, 22. Juli 2022 - 14:54

daß sie immerfort sie Blödes muß gebären. Seit ich mich mit dem Thema Erneuerbare Energien beschäftige, weisen anerkannte Fachleute auf diese Zusammenhänge hin. Die auf Physik, also Wissenschaft beruhen, und nicht wegdiskutiert werden können. Weshalb sich die in Deutschland bis heute tonangebenden Klima-Apokalyptiker auch nie auf eine Diskussion eingelassen haben. Die Kanzlerin, eine promovierte Physikern, hat 16 Jahre lang dem Blödsinn von den Erneuerbaren Energien als Retter vor dem Klimakollaps nicht nur nicht widersprochen sondern aktiv mitgemacht, indem sie aus Atomkraft UND Kohle ausgestiegen ist, und uns auf Gnade oder Ungnade an einen Putin ausgeliefert hat, der "den Westen" haßt. Und was machen wir jetzt? Wir verdoppeln unsere Investitionen in den "Klimaschutz", spargeln die Landschaft noch schneller zu ohne den Hauch einer Ahnung, wo denn die trotzdem nicht verzichtbaren grundlastfähigen Energiequellen herkommen sollen. Fachleute nennen so ein Verhalten Wahnsinn

Bernd Windisch | Fr, 22. Juli 2022 - 15:05

„Zusammengefasst, es dürfen gesicherte Kraftwerkskapazitäten erst vom Netz genommen werden, wenn sie auch durch ebenso gesicherte Kapazitäten ersetzt werden.“

Dem ist nichts hinzuzufügen! Ein Trauerspiel, dass unsere Politik derart einfache Zusammenhänge ignoriert und damit unsere Versorgung gefährdet. Ich bin sehr dafür bei Dunkelflaute weite Bereiche der Uckermark vom Netz zu nehmen. Den Ruhesitz der Altkanzlerin ruhig dauerhaft!

Joachim Kopic | Fr, 22. Juli 2022 - 15:24

... lesen - die sind ja immer noch überzeugt, das Weltklima zu retten und aktivieren deshalb wieder Kohlekraftwerke - lach lach lach

Urban Will | Fr, 22. Juli 2022 - 16:01

oder Neuigkeiten, die Herr Beckmann aufführt.
Jedes Kind kann das verstehen.
Was nicht heißt, dass die Schmidt'sche Aussage bzgl. der Dummheit von Regierungen, die man nicht unterschätzen soll, trotzdem zutrifft.
Wie sagte doch die Trampolin – Spezialistin, die nun das Äußere vertritt: man solle nachts die Kühltruhen d Supermärkte anstatt auf -22 nur auf -20 kühlen und der gesparte Strom ist quasi der Speicher. Von solchen Leuten regiert zu werden, hat eigentlich niemand verdient. Nicht mal deren Wähler.

Man kann den grünen Sektierern nicht einmal böse sein, dass sie ihre Ideologie mit allen Mitteln durchsetzen. Sie haben aufgrund ihrer übermächtigen Präsenz in den Medien leichtes Spiel.
Man muss an diejenigen ran, die mit diesen verwirrten, blind ihrem Klima – Wahn anhängenden Menschen Koalitionen bilden und das sind nunmehr halt alle Altparteien.
Auch die vom großem Wirtschafts – Guru geführten Schwarzen.
Merz hat es nicht einmal verdient, dass man ihn auslacht.
Ebenso die Gelben.

René Maçon | Fr, 22. Juli 2022 - 16:53

...dass man ihr solche Ratschläge geben muss:

"Zusammengefasst, es dürfen gesicherte Kraftwerkskapazitäten erst vom Netz genommen werden, wenn sie auch durch ebenso gesicherte Kapazitäten ersetzt werden"

???

Warum dominieren immer noch Desesperados wie Claudia Kempfert die Politikberatung?