„Feuer der Freiheit“ von Wolfram Eilenberger - Flamme bin ich sicherlich

In seinem neuen Buch verwebt Wolfram Eilenberger die Lebensgeschichten von vier Philosophinnen zu einem Kolorit der dreißiger Jahre.

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Simone de Beauvoirs Stammcafé in Paris / dpa

Autoreninfo

Alexander Grau ist promovierter Philosoph und arbeitet als freier Kultur- und Wissenschaftsjournalist. Er veröffentlichte u.a. „Hypermoral. Die neue Lust an der Empörung“ und „Kulturpessimismus. Ein Plädoyer". Zuletzt erschien von ihm „Politischer Kitsch. Eine deutsche Spezialität“ bei Claudius.

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Alexander Grau

Mai 1943. Simone de Beauvoir sitzt im zweiten Stock des Café de Flore. Soeben hat sie begonnen, an ihrem ersten philosophischen Essay zu arbeiten. Im Herbst wird ihr erster Roman „Sie kam und blieb“ erscheinen, ebenso das Hauptwerk ihres Lebensgefährten Jean-Paul Sartre, „Das Sein und das Nichts“. Es sind „die besten Jahre“, wie sie später beteuern wird.

Zur gleichen Zeit sitzt Simone Weil in London und wirft wie im Rausch alles aufs Papier, was ihr Intellekt zu verarbeiten vermag: Sie schreibt Essays über Erkenntnistheorie, über Verfassungsgeschichte, zu politologischen und theologischen Fragen. 16 Jahre zuvor, im Sommer 1927, hatte sie an der École Normale Supérieure den ersten Platz in einer Philosophieprüfung belegt – vor einer gewissen Simone de Beauvoir, die sie für ihr bourgeoises Freiheitsdenken verachtete.

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Fritz Elvers | Mi, 14. Oktober 2020 - 19:42

dass Sie auf dieses Buch aufmerksam machen.
1943, was für eine politische Situation! Diese Gleichzeitigkeit von menschenverachtender Besatzung, höriger Marionetten-Regierung, Resistance und Philosophie auf höchster Ebene.

Jeden Augenblick kann die dümmliche Gestapo ins Café de Flore eindringen, über allem schwebt im Geiste ein Martin Heidegger, der sich zunächst den Mördern andiente.

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