- „Es war wirklich unglaublich“
Die Theaterwissenschaftlerin Erika Fischer-Lichte hat die legendäre „Faust“-Inszenierung von und mit Gustaf Gründgens gesehen. Sie erinnert sich noch gut daran, wie der Schauspieler und Regisseur seine Energie in das Publikum hineinschleuste
Wenn man heute über Gustaf Gründgens’ Hamburger „Faust“-Inszenierung spricht, heißt es oft, sie sei legendär gewesen. War sie das wirklich?
Im Nachhinein würde ich sie auch als legendär bezeichnen. Ich war ein Mädchen von 15 oder 16 Jahren, als ich sie damals sah und hatte noch sehr wenig Theatererfahrung. Um Karten für die Ostervorstellung des „Faust“ zu bekommen, standen wir 1958 oder 1959 eine ganze Nacht lang an. Nur so hatten wir morgens um 10 Uhr bei der Kassenöffnung eine Chance. Der Run auf diese Inszenierung war unglaublich.
-
Monatsabo (im 1. Monat) 2,00 €
Das Abo kann jederzeit mit einer Frist von 7 Tagen zum Ende des Bezugzeitraums gekündigt werden.
Der erste Monat kostet 2,00 €, danach 9,80 €/Monat.
Ohne Abo Lesen
Bei älteren Beiträgen wie diesem wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen. Wir bedanken uns für Ihr Verständnis.
wissenschaftlichen Leistung von Frau Fischer-Lichte. s. dazu Wiki,
damit sie meine Gegenrede nicht als ungebührlich empfinden muss.
Also, lustig UND böse gibt es m. Erachtens nicht.
Ich habe nur Ausschnitte der Aufführung gesehen vor langer Zeit einmal, Angst hatte ich vor Gründgens und Elisabeth Flickenschildt, die sich dann noch einmal wiederfand in einem Edgar-Wallace-Krimi mit auch Hans Clarin "Das indische Halstuch", Begabung aus Irrsinn?
Das Böse, das das Gute schafft?
Nein und dafür würde ich gerne die Idee des Performativen benutzen, um festzuhalten, dass Goethe seinen Faust nicht noch einmal schreiben konnte, nachdem er in ihm und Gretchen dargelegt hatte, dass nur aus der Liebe von Faust und Gretchen KRITIK an Religion erwachsen kann, die Religion, so wie Goethe sie vorfand, überstieg hin zu einer Himmelskönigin, die ich bei Goethes Vorliebe für die Zauberflöte als dieselbe identifizieren würde.
Das Böse wäre also ein Irrtum Gottes, der über sich aufgeklärt wurde.
Hallo, Redaktion!
Sehr schön, dass Sie sich dem Riesenwerk "Faust" zuwenden, aber wie kann es sein, dass die einzig ungekürzte und säkulare Aufführung beider Teile durch Peter Stein im Jahr 2000 nirgendwo erwähnt wird? Das waren 23 Sternstunden des Theaters in an einem Stück.
Ich habe die Aufführungen 3x angeschaut und bin noch immer von den DVD begeistert.
Nehmen Sie's nicht krumm: Dass Sie sich mit dieser Großtat des deutschen Theaters überhaupt nicht beschäftigen, sondern die Fragmentaufführungen beackern - das lässt schlicht auf fehlende Professionalität schließen.
Mir bleibt nur die Verfilmung!
Ich weiß nicht wie oft ich mir diesen Film schon angesehen habe, aus purer Lust an Gründgens und Quadfliegs Faust/Spiel.
Man kann erahnen wie wunderbar die Theateraufführung gewesen sein muss.
Danke für den schönen Beitrag Frau Fischer-Lichte!
