Ruf nach einer „Zweiten Aufklärung“ - Die Sehnsucht der neuen linken Rechten

Die amerikanische Philosophin Judith Butler ruft dazu auf, „Freiheit zu überdenken“, und die Grünen sprechen von einer „zweiten Aufklärung“. Es sind Vorstöße, mit denen der Individualismus durch einen neuen Kollektivismus ersetzt werden soll. Das Ziel ist eine Gemeinschaft, welche nur jene schützt, die sich ihr unterworfen haben.

Die Philosophin Judith Butler will Freiheit neu definieren / dpa

Autoreninfo

Frank A. Meyer ist Journalist und Kolumnist des Magazins Cicero. Er arbeitet seit vielen Jahren für den Ringier-Verlag und lebt in Berlin.

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Die amerikanische Gender-Philosophin Judith Butler formulierte in einem Gespräch mit dem Zürcher Tages-Anzeiger folgende Sätze: „Vielleicht ist dies ein Moment, in dem wir unsere Vorstellung davon, was Freiheit ist, überdenken sollten. Einige von uns sind es gewohnt, über Freiheit als persönliche Freiheit zu denken. Was aber, wenn unser soziales Zusammenleben die Grundlage unserer Freiheit ist?“ 

Die Freiheit überdenken? Am Wahlparteitag der Grünen war der Ruf nach einer „Zweiten Aufklärung“ zu vernehmen, flankiert von einer Warnung vor Kritik an der Wissenschaft.

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Rob Schuberth | Sa, 14. August 2021 - 14:28

NEIN danke!

Ich danke Herrn Meyer für seinen aufklärenden Artikel.

Menschen wie diese Gender-Prof. gehören für mich zu einer Kategorie auf die diese alte Weisheit passt:

Geht's dem Esel zu gut, geht er aufs Eis.

Leider scheinen viele Wähler nicht erkennen zu können, oder wollen, welchen Esel sie da bald wählen wollen.

W.D. Hohe | Sa, 14. August 2021 - 14:30

Fluchten vor fordernder Freiheiten?
Schutz vor geistiger Auseinandersetzung
Belastende Freiheit?
Dann schon lieber Diktatur
Erlöst vor eigener Verantwortung
Vorgabe ersetzt Haltung
Erspart Freiheitskriege
In der Tat...
"Die linke Rechte"

Maria Arenz | Sa, 14. August 2021 - 14:52

Savonarolas Flagellanten, die Wiedertäufer, Jakobiner, Tscheka, SA und SS, Maos Rote Garden, Rote Khmer und jetzt halt die Propheten einer Zweiten -Aufklärung. Was wirklich Neues eingefallen ist den "Grünen Khmer" ja nun wirklich nicht. Erschreckend ist aber, über wie wenig Abstraktionsvermögen so viele der sich für die neue urbane Elite haltenden und inzwischen weitgehend gleichgeschalteten pseudo-Intelligentsia in Medien und Hochschulen verfügen müssen, daß sie die Gemeinsamkeiten der neuen Heilslehre mit den Irrtümern der Vergangenheit nicht zu sehen scheinen. Sie haben wieder genau dieselben blinden Flecken und begehen dieselben Denkfehler, die zu all den Schreckensherrschaften Vergangenheit geführt haben. Auch wer jetzt - zum wievielten Mal ?- im Namen der Abschaffung von Ungleichheit und jetzt gar der "Rettung des Weltklimas" antritt, indem er die durch die erste Aufklärung errungenen Freiheiten abschafft, wird nur wieder die Hölle auf Erden schaffen.

Top, Frau Arenz. Leider ist das Ganze kein Zukunftsszenario oder eine philosophische Denkrichtung sondern Aktuell und in der Wirklichkeit vorhanden. Wie heißt es doch? Der neue Faschismus kommt um die Ecke und sagt, ich bin der Antifaschismus. Die 5 Parteien der Nationalen Front 2.0 haben keinerlei Interesse mehr an der Freiheit und Demokratie für die Bürger. Ein SPD Senator (Minister) hetzt seine Polizisten im Stil der Auseinandersetzungen von vor 90 Jahren gegen friedliche Demonstranten und lässt Frauen, Kinder und Männer übelst verprügeln so dass sogar die UNO darauf aufmerksam wird. Die CDU sorgt für überströmende Gewinne bei Impfmilliardären und will Skeptiker der Gentherapie genau so behandeln wie Lothar von Trotha oder Robert Koch die indigenen Bewohner der deutschen Kolonien (https://www.deutschlandfunk.de/menschenexperimente-robert-koch-un). Kein Wunder das dieses "Impf"-Institut noch diesen Namen trägt und jetzt alle Entscheidungen mit dessen Erkenntnissen begründet werden.

auf dem sie gedruckt ist, wenn sich die Menschen nicht den Wert der Errungenschaft erkennen, dass der Staat sich dem Individuum unterzuordnen hat und nicht umgekehrt.
Es ist schwer zu ertragen für wie selbstverständlich die meisten Menschen die Freiheit im Westen der Nachkriegszeit halten. Die Tendenz geht immer zur Tyrannei, das haben die Menschen eindrucksvoll über Jahrtausende bewiesen. Freedom is not free.

Urban Will | Sa, 14. August 2021 - 15:02

bereits erkannt haben, was viele umtreibt, verzweifeln lässt, wütend macht.
Gestern ein Beispiel, wo ein Vertreter dieser Sekte zum Boykott aufruft, weil jemand sich gegen ihn, gegen diese grüne Bevormundung stellt.
Es ist den Grünen sogar anzurechnen, dass sie immer mehr mit offenen Karten zu spielen anfangen, dass sie mehr oder weniger sagen, was sie zu machen gedenken. Das tat während seiner Haft 1924 schon mal jemand.
Es wäre an d Zeit, dagegen zu halten v. Seiten der Bürgerlichen.
Aber wo sind sie?
Teile v. FDP und Freie Wähler. Und eben die Blauen.
Und es sind nur letztere, die sich offen gegen diesen neuen Totalitarismus stellen und warum sie so einfach in die Nazi – Ecke geschoben werden kann, wissen wir. Über 80 % der Medien hängen der Sekte an.
Der Michel unterwirft sich, schläft weiter vor sich hin, will nicht oder traut sich nicht, zu denken, zu hinterfragen, seinen Verstand einzusetzen. Und dann... will es mal wieder niemand „gewusst“ haben.
Armes Deutschland.

werter Herr Will, war es dann doch nur die fast schön übliche Wahlwerbung für die AfD. Aber selbst das können Sie, mit Verlauf, besser, dezenter...Ausgerechnet die blau verkleideten Braunen als Kämpfer gegen den Totalitarismus zu loben wirkt dann doch eher peinlich, des Guten etwas zu viel.
Wieviel unkritische, ja bedingungslose Begeisterung kann man einer Partei entgegenbringen, die sich auch noch permanent selbst als unwählbar und mindestens in Teilen als undemokratisch demaskiert? Offensichtlich sehr viel.

Deutlicher geht es wohl kaum: "Das freundliche Gesicht des Nationalsozialismus", die jüngste Glanzleistung eines Parteifunktionärs in NRW, oder Hoeckes verklausulierte Rachegelüste spechen Bände.

Davon abgesehen: Auch AfDler werden lernen müssen, das Gesellschaft sich verändert, dass man nicht per Parteitag Stillstand beschliessen kann. Und Rückkehr zu Bismarck oder 1933 schon gar nicht.

Dieter Freundlieb | So, 15. August 2021 - 13:59

In reply to by Gerhard Lenz

Werter Herr Lenz,

hat es Sie noch nie stutzig gemacht, dass es hier in den Kommentaren so gut wie nie Unterstützung für Ihre Meinungen gibt? Sie kommen mir vor wie der Geisterfahrer, der sich auf seiner Autobahnfahrt darüber wundert, dass ihm ständig Geisterfahrer entgegenkommen.

Gerhard Lenz | So, 15. August 2021 - 19:08

In reply to by Dieter Freundlieb

haben Sie noch nicht festgestellt, dass mich das nicht die Bohne interessiert?

Oder finden Sie, ich sollte meine Meinung und so schreiben, dass es der Mehrheit gefällt?

Ehrlich gesagt - nein danke.

Und gerade jetzt, vor den Wahlen, wird hier extrem für die rechtsextreme AfD getrommelt.

Da kann man doch nicht schweigen? Oder ist Ihnen die Demokratie egal.

Urban Will | So, 15. August 2021 - 14:16

In reply to by Gerhard Lenz

nicht im Ernst, dass ich hier „Wahlwerbung“ mache. Sie können mir viel unterstellen, aber Naivität gewiss nicht.
Wen soll ich denn „überzeugen“ wollen? Sie etwa?
Es ist ja ok, wenn Sie sich immer genau das heraus picken, was gerade passt, die „Unpartei“ in die Nazi – Ecke zu schieben.
Das ist übrigens genauso „erfolgversprechend“ wie Wahlwerbung hier in diesem Forum.
Ich glaube noch immer nicht, dass Sie selbst das glauben, was Sie schreiben, also diese Gleichsetzung von AfD und NSDAP. Das ist Kindergartenniveau und Sie wirken älter.
Picken Sie ruhig weiter und finden Sie den einen oder anderen Satz des einen oder anderen Funktionärs und bauschen Sie ihn auf.
Und seien Sie hoffentlich kein Vermieter oder jung und liberal, wenn denn Scholzen die Wahl gewinnen sollte, denn sonst müssen Sie untertauchen, die SPD, Sie wissen ja, wird sie sonst erschießen lassen.
Nach Ihrer Denke ist das, was Klein Bengt da von sich gab, ja schließlich auch „Parteiprogramm“.

Hans Page | Sa, 14. August 2021 - 15:37

Es geht ja noch weiter. Zur Gemeinschaft und Gemeinschaftswesen gehören auch Gruppenzwang und bis zum Blockwart oder Religions/Ökowächter ist es dann nicht mehr weit. Und Ausgrenzung wird dann ein neues Gesellschaftsspiel, viel schlimmer als jetzt schon üblich; eher wie bei Stalin/SED/Mao oder bei bestimmten Religionsgemeinschaften. Hat es alles gegeben und nicht zu wenig in der Geschichte der Menschheit. Wirklich individuelle Freiheit hat es wenig gegeben, vielleicht die letzten 2-3 Generationen und 1918-1933, zumindest in Deutschland. Wirkliche Freiheit gab es eigentlich nur in Übersee und das war ja die Verheißung der viele Europäer gefolgt sind. Warum ihre Nachfolger in den USA jetzt das haben wollen wovor ihre Vorfahren geflüchtet sind ist das wirkliche Rätsel. Für die Deutschen wird es eher ein Rückfall in bekannte Verhaltensweisen. Spitzelei, Denunziation und Ausgrenzung. Dass die Grünen das mögen ist eher nicht verwunderlich, sondern ist Teil ihres Geschäftsmodells: Verbotspart

Walter Bühler | Sa, 14. August 2021 - 15:39

Die mangelnde Qualifikation bei vielen heutigen Berufspolitikern, die meist ohne Lebenserfahrung nur ein halbgares "Studium" der "Politik" in ihren Beruf mitbringen, stört mich gewaltig. Die Sozialisation in den modernen Parteien, in denen sich kaum noch gewöhnliche Menschen betätigen, führt zu einer negative Auslese. Insofern sehne ich mich, Herr Meyer, nach intellektuell und moralisch besser gebildeten Politikern.

Frau Butler und Frau Emcke wollen (und können?) ihren ideologischen Freunden aber nicht die Mühe der individuellen ersten Aufklärung abverlangen. Vielmehr wollen sie wieder in die dogmatische Zeiten zurück, in denen unfehlbare und unkritisierbare Autoritäten außerhalb der Politik die Richtigkeit und Wahrheit der Denkinhalte garantieren, wie sie zur eigenen Ideologie passen.

Natürlich zählen sich die Frau Butler und Frau Emcke selbst zu diesen Propheten einer zweiten Aufklärung, auch wenn sie sich - ganz aristokratisch - medial dezent zurückhalten.

Romuald Veselic | Sa, 14. August 2021 - 15:59

"Wir sind die Menschen geworden, vor denen uns unsere Eltern gewarnt haben."
Das fand man damals lustig, revolutionär und avantgardistisch, die Vorläufer der Generation Z. Wofür ist Z? Für Zerstörung, Zerrissen, Ziellos, Zwanghaft?
Die Gen Z verkörpert die Menschen, die meine Eltern als zivilisatorische/kulturelle Widersacher nannten, indem ich den vulgären Aspekt dahinter auslasse.

Ich als Individuum, befinde mich im Dauer-Dissens mit Kollektiv/Kollektivismus/Herdenmentalität.
Die Klima-Bigotterie und an sie angekoppelten Bio, Öko, Gender, + weitere Ismen, widern mich mächtig an. Ich werde nie ein Teil solcher Gesellschaft.
Ich bin zum Apostat geworden, vor dem euch die Gutmenschen/Weltretter gewarnt haben.

Bernd Muhlack | Sa, 14. August 2021 - 16:17

Auch ich erinnere mich an "KatheDer-Autoritäten" aus meiner Studienzeit.
Jedoch habe ich zwei "KatheTer-Autoritäten" in besserer Erinnerung: die Not-OP in 2017.
Natürlich ein heisser Sommersonntag und kollabiert - Nierenversagen.
Gar zwei Chefärzte waren zugegen; und das bei einem Kassenpatienten!
OP geglückt, letztlich auf Station katheterisiert.

Ja, KatheDer-Autoritäten haben das Recht "Freiheit" neu zu definieren, warum auch nicht?
Das darf jedoch nicht zu einem neuen unangreifbaren Dogma inkarnieren, quasi als gottgegeben verstanden werden!
Ein überschaubare selbsternannte Elite geriert sich als Überflieger der Moral und erhebt omnipotenten Machtanspruch!
Da ist mir die überschaubare Elite im OP-Saal um einiges lieber!

Die Tochter eines Kumpels hatte ein Super-Abi, jedoch wollte sie unbedingt Pflegefachkraft werden. Statt danach Medizin zu studieren wurde sie Philosophin, sitzt inzw. (voll verpeilt) in einem "Ethikrat".
Cui bono?
Das wissen solche Zeitgenossen nur selbst, oder?

helmut armbruster | Sa, 14. August 2021 - 17:04

und braucht auch keine wissenschaftlich-philosophische Begründung irgendwelcher Art:
1. ich will selbst bestimmen können, was ich für richtig oder falsch halte und ich will nicht dulden müssen, dass andere das für mich erledigen
2. entsprechend will ich tun und lassen können, was ich für richtig oder falsch halte
3. ich anerkenne, dass meine Freiheit dort endet, wo ich die Unfreiheit anderer bräuchte um selbst frei sein zu können
Nr. 3 ist der kritische Punkt. Denn er begrenzt meine Freiheit und die Frage ist, wer bei dieser Begrenzung die Regeln vorgibt. Wissenschaftler?
Religion? Ideologen? Fanatiker? Weltverbesserer? Klimaretter? Klassenkämpfer usw. usf...
Geht die Begrenzung zu weit oder wird sie rechthaberisch oder despotisch ausgeübt, dann, ja dann soll man bitteschön nicht mit meiner Zustimmung rechnen.

Werter Herr Armbruster.

Einen Aspekt habe ich allerdings vermisst.

Jede Form der Freiheit, gerade auch die des Individuums, findet ihre Grenzen in denen des Rechts.
Also bestehende Gesetze, Regeln, etc.

Das nur als m. Ergänzung.

"Jede Form der Freiheit, gerade auch die des Individuums, findet ihre Grenzen in denen des Rechts. Also bestehende Gesetze, Regeln, etc."

Herr Schuberth, das ist vollkommen richtig.
... bestehende Gesetze ...
Das Klingt gut, nicht wahr?

Ich fasse mich kurz:
man regelt z.B. die Höhe des Grenzzaunes zu den Nachbargrundstücken je nach Landesrecht unterschiedlich - Förderalismus eben => geltendes Recht.

Jedoch, "kann man eine Grenze nicht sichern!"?
... sagt die Kanzlerin ...

Gesetze werden (noch) von der Mehrheit des Bundestages beschlossen!

Freiheit und Recht?!
Werter Herr Schuberth, das sind mMn zwei sehr "schwammige" Begriffe.
Auslegungsfähig und auslegungsbedürftig, nicht wahr?

Die Taliban verstehen sicherlich etwas anderes ob "Einigkeit u Recht u Freiheit"
... hoffen WIR das Beste!

Schöne Woche für Sie!

Die Scharia ist auch ein Gesetz - ein Codex sui generis ...

... jeder wusste was passieren wird, nicht wahr?

Sie haben recht, Herr Muhlack. Alle Obrigkeiten haben, soweit ich weiß, nicht nur mit reiner Willkür, sondern immer auch mit "Recht" regiert, freilich mit dem Recht, das die jeweiligen Obrigkeit gewollt hat. Wir Deutsche kennen das doch: Auch unter der NS-Herrschaft und im DDR-Sozialismus war man "Untertan der Obrigkeit" und musste mit den vorgegebenen Rechtsnormen auskommen. Auch in Zukunft werden immer wieder sehr viele Menschen auf der Welt gezwungen sein, ihr Leben unter nicht-demokratischen Obrigkeiten zu führen und dort ein bescheidenes Glück zu finden. Demokratie ist nicht die Regel.

Mit der wachsenden Islamophilie in der deutschen politischen Elite müssen wir uns wohl - vielleicht schneller als gedacht - auch in D mit einer größeren Rolle der Scharia im Rechtswesen abfinden. Etwa in der Form, dass einer sehr großen und expandierenden Gruppe in unserer Bevölkerung zugestanden wird, dass sie immer mehr Bereiche ihres Lebens intern nach der Scharia regeln darf.

Wolfgang Jäger | Sa, 14. August 2021 - 17:22

F.-A. Meyer analysiert zutreffend, was "philosophisch" hinter dem Willen zur Transformations- und zur Systemveränderung steckt.
Wer die individuelle Freiheit in Frage stellt, wer eine zweite Aufklärung fordert (Kant war ja ein alter weißser Mann!) der betritt den Weg in die Diktatur. Nichts als das, ist die Vision der rot-grünen Weltretter. Sie sind nichts anderes als die Nachfahren der Kommunisten, die nicht verwunden haben, dass 1989 diese totalitäre Ideologie (in Europa) zu Grabe getragen wurde. Jetzt soll sie wieder auferstehen. Im Gewand der Klima- und Weltrettung. Wir stehen vor einer Zeitenwende. Aber es scheint, dass zu wenige begriffen haben, was die Stunde geschlagen hat. Selbst die bürgerliche Mitte scheint den neuen Menschenfängern auf den Leim zu gehen. Vor allem die meist ungebildete und geschichtsvergessene junge Generation hat keine Ahnung, wovon Herr Meyer da redet. In deren Augen kann Herr Meyer schreiben, was er will: Er ist eben ein alter weißser Mann.

Dr. Michael Bauer | Sa, 14. August 2021 - 21:09

Genau - Kollektive mit relativer, ggf. abgestufter Freiheit und Räten - oder vielleicht besser - Hohenpriestern an der Spitze.
Das nennt man Sekten. Die Scientologen lassen grüssen..

Wolfgang Dubbel | Sa, 14. August 2021 - 21:11

Ist mir in erinnerung geblieben mit der Aussage.... wir brauchen nicht mehr so viele männer....vielweiberei also

Robert Hans Stein | So, 15. August 2021 - 09:32

In reply to by Wolfgang Dubbel

haben positive Aspekte. Das erinnert mich an einen französischen Autor, der in der DDR hohes Ansehen genossen hatte, Robert Merle, und an seine Vision der geschützten Männer. Feix...

Jakob Zaddok | Sa, 14. August 2021 - 21:19

Der grundlegende Denkfehler der postmodernen Ideologie wird hier gedankenlos fortgeschrieben: Wissenschaft ist tatsächlich das Weltbild ständiger Selbsthinterfragung, also das Gegenteil dieser ideologisierten Wahrheitsbehauptungen. Die postmoderne Blase hat in Genderideologie und Soziologie ihre "geisteswissenschaftlichen" Ideologien lediglich als Parasitismus an der Wissenschaft benutzt, um sie von innen heraus zu zerstören, und um nunmehr aus der vorgeblich "post-modernen" "Wissenschaft" heraus Gehorsam und Unterwerfung für ihre anti-modernen, autoritären Gesellschaftsmodelle zu fordern.

Christoph Kuhlmann | Sa, 14. August 2021 - 21:50

wie sie Ullrich Beck definiert. Die angesprochene Gruppe hat in den Geistes- und Gesellschaftswissenschaftlichen Fakultäten sowie in einigen Natur und neuen Bindestrichwissenschaften ein Übergewicht, welches sie zum Oktroi ihrer politischen Ansichten auf die gesamte Gesellschaft verwenden möchten. in der sie allerdings eine Minderheit darstellt. Insofern werden politischen Ziele als alternativlose Sachzwänge darstellt, die bei Strafe des Untergangs bedingungslos umgesetzt werden müssen. Die Wissenschaft hat durch ihre Politisierung stark an Glaubwürdigkeit verloren. Der Club of Rome prophezeite für das Jahr 2000 eine globale Rohstoffkrise und die Produzenten klagten dann über sinkende Rohstoffpreise. Genau wie jetzt. Die globale Erwärmung soll zu fürchterlichen Hitzewellen führen aber in Deutschland muss immer mehr geheizt werden Dieser Sommer ist wieder verregnet wie so oft. Ist er nicht wird uns sofort mit zunehmender Dürre als Folge des CO2 Ausstoßes gedroht oder mit Hochwasser.

nähern sich in ihrer Radikalität langsam an. Während sich die AfD allerdings auf den Untergang Deutschlands beschränkt, prophezeien die Grünen gleich alttestamentarisch den Untergang der Menschheit und wollen die Schöpfung retten.

Man kann nur hoffen, dass sich beide Parteien deutlich unter 10% wiederfinden.

Bernd Windisch | Sa, 14. August 2021 - 22:27

Das Ziel ist eine Gemeinschaft, welche nur jene schützt, die sich ihr unterworfen haben.

Die Grünen haben keine Idee für freie Bürger und werden deswegen grandios scheitern.

Seit längerer Zeit mal wieder ein richtig guter Beitrag im Cicero.

Ernst-Günther Konrad | So, 15. August 2021 - 10:01

Oder auch nicht? Wenn Freiheit nur durch Gruppen definiert wird, wer darf zukünftig wann und wo und wie Nachwuchs zeugen? Gehört der Mensch mit der Geburt einer Gemeinschaft, die je nach Ideologie die Freiheit des Einzelnen definiert? Werden dann Klonarmeen "gezüchtet", die nur "einer" anerkannten Gruppe zugehörig sind und alle anderen sind Aussätzige? Stellen wir nicht jetzt schon fest, dass bereits ab den 90er Jahren deutlich merkbar, teilweise emotionslose Wesen erzogen werden, denen alles und jede Entscheidung abgenommen wird und die sich "frei" im Denken einer Ideologie verschreiben und auch hingeführt werden, die digital abhängig und gesteuert das Leben der Menschen massiv umfunktionieren wollen, hin zur einer "Weltregierung" die nur noch die "Freien" im Gruppenzwang und die Unwilligen kennt. Haben nicht Eltern es in der Hand, ihren Kindern Freiheit vorzuleben und immer wieder einzufordern. Die Denkweise der Professorin beinhaltet Gedanken-und Zugehörigkeitssteuerung. Widerlich.

Christoph Ernst | Mo, 16. August 2021 - 19:06

Foucaults Schülerin Butler führt Krieg gegen die Vernunft. Dabei ignoriert sie biologische Fakten, die älter sind als die Spezies.
2009 schrieb sie in 'Krieg und Affekt', die bei den Taliban beliebte Burka symbolisiere, „dass eine Frau bescheiden ist und ihrer Familie verbunden; aber auch dass sie nicht von der Massenkultur ausgebeutet wird und stolz auf ihre Familie und Gemeinschaft ist.“
Fragt sich, welche Vorstellung eine afghanische Analphabetin von Butlers ‚ausbeuterischer Massenkultur’ hat. Noch rätselhafter ist, woher Butler weiß, was sie denkt. Spricht sie Dari und Paschtu? Wie viele Frauen hat sie befragt? Wie kommt sie dazu, anhand der Burka über Politik, Moral, Selbstverständnis und Familiensinn zu phantasieren?
Butler spinnt. Doch viel erschütternder ist, dass viele das, was sie absondert, ernst nehmen. Niemand nennt sie eine linksreaktionäre Märchentante. Dabei strickt sie in stramm neokolonialer Manier am Bild einer ‚edlen Wilden', um die USA lausig aussehen zu lassen.