Empörung über Strafarbeit für Drittklässlerin - „Wie kann man Schülern einen Deutschzwang auferlegen?"

Im baden-württembergischen Blumberg wurde eine Drittklässlerin zu einer Strafarbeit verdonnert, weil sie in der Pause mit einer Mitschülerin türkisch gesprochen hatte. Der Anwalt der Familie spricht von „Diskriminierung“. Die Schulverwaltung bestreitet das. Doch wer hat Recht?

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Nur Deutsch auf dem Schulhof? / dpa

Autoreninfo

Antje Hildebrandt hat Publizistik und Politikwissenschaften studiert. Sie ist Reporterin und Online-Redakteurin für CICERO.

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Antje Hildebrandt

Yalcin Tekinoglu ist Anwalt für Strafrecht in Heidelberg. Er war aktives Mitglied der Jungen Union und der CDU. 

Herr Tekinoglu, weil sie auf dem Schulhof türkisch sprach, sollte eine Drittklässlerin aus dem baden-württembergischen Blumberg eine Strafarbeit schreiben. „Warum wir in der Schule deutsch sprechen.“ Was haben Sie gedacht, als Sie davon erfahren haben? 
Ich hab gedacht, das kann ja wohl nicht wahr sein. Das ist völlig unverhältnismäßig. Dafür gibt es auch keine gesetzliche Grundlage. 

Aber dass in der Schule deutsch gesprochen wird, sollte ja auch in einer Schule mit einem Migrationsanteil von 43 Prozent und Schülern aus 16 Nationen selbstverständlich sein.
Richtig. Aber man muss doch unterscheiden zwischen dem schulisch-erzieherischen Bereich und dem privaten, höchstpersönlichen Bereich. Im Unterricht ist es ganz klar, dass man eine gemeinsame Verständigungsbasis braucht. Da sind Lehrer natürlich berechtigt, Erziehungs- und Maßregeln zu verhängen. Aber wenn sich zwei Kinder in der Pause in ihrer Mutter- oder Herkunftssprache unterhalten, besteht kein Interesse, das regeln zu müssen. 

Beim Staatlichen Schulamt Donaueschingen heißt es, es gebe kein generelles Verbot, sich in der Pause in einer nicht-deutschen Sprache zu unterhalten. Bei Konflikten könnte es aber geboten sein, „dass man sich in einer für alle Beteiligten verständlichen Sprache ausdrückt“.
Die Schule versucht das nachträglich so darzustellen. Aber darum ging es in diesem Fall gar nicht. Zwei Mädchen, deren Herkunftssprache türkisch ist, hatten sich auf dem Klettergerüst darüber unterhalten, was sie in der Zeit des Lockdowns erlebt haben. Die Lehrerin war auch gar nicht Zeugin dieser Situation. Andere Kinder haben die Mädchen bei ihr verpetzt. 

Weswegen? 
Sie wollten auch auf das Klettergerüst, aber die Mädchen ließen sie nicht. Sie haben gesagt, wir wollen uns in Ruhe unterhalten, geht mal weg. 

Was wollte die Lehrerin mit der Strafarbeit bezwecken?
Diese Frage hat die Mutter des einen Mädchens der Lehrerin auch gestellt. Die Lehrerin soll darauf gesagt haben, sie hoffe, dass die Schülerin die türkische Sprache in Zukunft gar nicht mehr brauche.

Im Rahmen des Unterrichts?
Das wurde offen gelassen. Die Lehrerin behauptet heute, sie hätte die Strafarbeit in einem Telefonat mit der Mutter zurückgenommen. Mir liegt aber eine eidesstattliche Erklärung der Mutter vor, aus der hervorgeht, die Lehrerin habe die Strafarbeit im Telefonat im Gegenteil sogar verteidigt und darauf hingewiesen, dass das Kind die türkische Sprache nicht mehr brauche. Erst dann hat die Mutter mich eingeschaltet. 

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gabriele bondzio | Do, 6. August 2020 - 18:45

Unsere Gerichte sind ja so arm an Arbeit, das jetzt auch noch Eltern wegen einer Strafarbeit klagen müssen. Was kommt als Nächstes?

Und das wird erst der Anfang sein. Aber alles so gewollt. Der Plan von "Egon" geht auf.
Wie sagte bereits meine Großmutter über Politik & Zeitung :
Lenke den Blick des kleinen Mannes auf die kleine Probleme des Landes, dann können die "Großen" unbekümmert über die großen Dinge des Lebens schalten & walten.
Warten mir mal ab, ab wann es Gesetz wird, dass jede Schule seinen Gebetsraum für islamische Kinder bekommt.

Für Hochschulen gibt es ja schon.
Die Frage ist ist wann es zwingend wird das jedes Stadtteil und jedes Dorf so was haben MUSS.

Joachim Kopic | Fr, 7. August 2020 - 19:40

In reply to by Gast

...beantwortbar machen. Die Eltern sollten sich lieber mal überlegen, wie es wäre, wenn in der Türkei ein Schüler in einer TÜRKISCHEN Schule DEUTSCH redet ... vielleicht wäre man dort froh, wenn es bei einer derartigen Strafarbeit bliebe.
In Deutschland kann man eher befürchten, dass die Lehrerin zur Strafe eine Arbeit in Türkisch abliefern muss ... mein Eindruck zumindest.
PS Gerade in München meinem Sohn beim Umzug geholfen ... und mich dabei prima diesbezüglich mit mehreren Türken unterhalten ... in deutsch :)

wie manche Foristen reagieren. Für manche Kommentare muss man sich schlicht schämen.

Zwei Drittklässler - vermutlich Achtjährige - unterhalten sich in der Pause in ihrer Herkunftssprache, und sollen dafür bestraft werden?

Weil man auf deutschen Schulhöfen ausschliesslich deutsch spricht? Achtjährige Kinder werden sprachpolizeilich verfolgt?

Eine Schande.

Man stelle sich vor: Zwei Deutschstämmige Kinder würden in einem anderen Land in einer ähnlichen Situation genauso behandelt.

Da würde das Forum aber ganz schnell kochen!

Man kann sich gut vorstellen, was in diesem Land los wäre, hätten die "richtigen Rund-Um-Die-Uhr-Deutschen" hier das Sagen.

Man würde sich in die Vergangenheit zurückgesetzt fühlen.

So wird man bei keinem Kind die Erkenntnis fördern, dass es gut und sinnvoll ist, bevorzugt die Landessprache zu nutzen.

Mädchen, deren Eltern schon hier geboren wurden (die Familie lebt schon „seit Generationen“ in D) in ihrer „Herkunftssprache“?

Also sind diese Mädchen Ihrer Meinung nach nun doch Türken und keine Deutsche?

Sind nicht immer Sie es, der sich aufregt, wenn andere von „Biodeutschen“ reden? Sind nicht Sie es, der immer wieder betont, nicht die Abstammung, sondern der Pass sage aus, wer ein Deutscher ist?

Ja ja, der Lenz...

Mal gespannt, was Sie nun erfinden, um sich heraus zu reden.

das typische Lenz'sche Spieß – Umdrehen.

Ich bastle hier überhaupt nichts, sondern habe Ihnen den Spiegel vorgehalten.
Sie, nicht ich, haben, in dieser Sache genau die „nationale“ Zuordnung betrieben (Herkunftsland Türkei für in D geborene Mädchen), die Sie mir zu unterstellen versuchen.

Verkaufen Sie die Leute nicht für dumm, Herr Lenz. Sie wissen, drei Finger zeigen auf einen selbst zurück.

Auch Sie vergaloppieren sich mal...

es ist eigentlich mässig auf irgendwas von Herrn Lenz zu antworten. Er hat für mich ein klassisches Pippi Langstrumpf Syndrom. Er macht sich seine Welt wie es ihm gefällt.
Ich für meinen Teil scrolle bei 2 bestimmten Goristrn einfach weiter. Ein Gedankenaustausch kann bei bei diesen Beiden nicht stattfinden. Ich diskutieren grundsätzlich nicht mehr mit bornierten Ideologien. Und ob diese beiden dazugehören muss jeder Forist für sich entscheiden.

Aha, Herr Will, Sie haben natürlich den besserwisserischen Durchblick.
Wir haben einige Jahre im Ausland gelebt. Und stellen sie sich vor, unsere Kinder haben auf dem Pausenhof ständig deutsch miteinander gesprochen, hat dort niemanden gestört.
Nun sind wir zurück in DE, und auf dem Pausenhof sprechen zwei Kinder in der Klasse Englisch miteinander (da aus US). Also gleich verbieten und Strafarbeit?

Wir leben zudem nahe der Grenze zu Frankreich, da gibt es einige Kinder, die auch zweisprachig aufgewachsen sind. Wenn mir da aber auch nur ein Dialog in Französisch rüberkommt, oh Gott, die sind nicht integriert. Untergang des Abendlandes.....

Als ich auf dem Land als auch in der Stadt zur Schule ging (80er Jahre), da haben damals ständig Kinder in einer anderen Sprache miteinander gesprochen. Kroatisch, Serbisch, Türkisch. War nie ein Problem, und keiner hat sich da aufgeregt.

Und die ganzen Schwaben, Ostfriesen, Pfälzer, etc.? Versteht kaum einer aus Hannover.
Also Hochdeutsch?

Urban Will | Fr, 7. August 2020 - 20:18

In reply to by Gast

die Kunst, auf Kommentare zu antworten, die gar nicht geschrieben wurden.
Mein obiges bezog sich nur auf dessen Einlassungen zum Thema „Herkunft“, und er schrieb Dinge, die nun mal gerade von ihm in anderen Zusammenhängen heftigst bekämpft werden.

Mehr schrieb ich oben nicht.

Meine Meinung zu dieser Strafarbeit finden sie weiter unten.

Wie also kommen Sie darauf, solches Zeug zu schreiben?
Wer ist denn nun „besserwisserisch“?

Auch ich wuchs grenznah auf (F), ein paar meiner Kumpels waren Türken. Söhne einer Gastarbeiterfamilie.
Damals, vor bald 50 J, besser integriert als viele heute in der xten Generation.

Hochdeutsch war ihnen genauso fremd wie mir (pfälzische Provinz), sie redeten in unserem Dialekt und wenn sie türkisch sprachen, interessierte es auch keinen.
Auch in der Schule musste man solches Zeug nicht "regeln".
Damals machte man sich wegen solcher Dinge einfach keine Gedanken. Musste man nicht.
Integration funktionierte auch so.
Gesunder Menschenverstand.
Vorbei.

Kai Korrotes | Fr, 7. August 2020 - 21:31

In reply to by Gast

Zitat: „…da haben damals ständig Kinder in einer anderen Sprache miteinander gesprochen. Kroatisch, Serbisch, Türkisch. War nie ein Problem, und keiner hat sich da aufgeregt.“

Tja, genau dies ist ja auch ein Problem. Vielleicht hätte man sich zwar nicht aufregen (Ihr Strohmannargument), aber intervenieren sollen, denn gemeinsame Sprache integriert. Und um Integration geht es doch!
Btw; Selbstverständlich wird an deutschen Schulen (in) Hochdeutsch gelehrt, schon wegen der allgemeingültigen Grammatik! Was denn sonst?! Schule ist Schule und Freizeit ist Freizeit. Ist dies wirklich so schwer zu verstehen?!

"Zwei Deutschstämmige Kinder würden in einem anderen Land in einer ähnlichen Situation..."... wo hier die "Schande" liegt, ist mir zwar nicht klar. Ich hätte Gleiches geschrieben, wenn es sich um Deutsche Eltern gehandelt hätte.
Weil es erstens Pipifax ist und zweitens es dem Kind nicht leichter macht.
Denken Sie mal darüber nach, werter Herr Lenz, bevor sie emotional ausflippen.
Aber ich glaube nicht, dass zwei Deutschstämmige Kinder in einem anderen Land in einer ähnlichen Situation geraten würden das die Eltern klagen.
In manchen Ländern wäre das sehr gefährlich.

Olli Land | Sa, 8. August 2020 - 08:01

In reply to by Gast

in einem anderen Land wäre es meistens ziemlich egal gewesen, dass zwei Kinder in einer anderen Sprache auf dem Pausenhof gesprochen hätten. Das war es auch bei uns noch in den 80er Jahren.

wer wohl repräsentiert denn in diesem Forum in geradezu beispielhafter Weise den "richtigen Rund-Um-Die-Uhr-Deutschen"?

Sie haben natürlich recht Frau Bondzio. Trotzdem ist die Sache interessant.
Die 2 Mädchen sprechen eine, für die anderen Schüler, fremde Sprache
- werden hier die anderen ausgegrenzt?
- haben ihnen die Eltern erklärt, dass das unhöflich ist?
Sowohl Mutter wie auch Anwalt empfinden türkisch als die Muttersprache des Mädchens. Warum?
Im Artikel erwähnt wird, dass die Mutter arbeitet. Was macht der Vater?
Die Mutter hat sich für einen Anwalt mit vermutlich türkischem Hintergrund (Name) entschieden. Warum?
Der Anwalt, um den es ja eigentlich gar nicht geht, erwähnt auffällig seine eigene Sprachkompetenz. Warum?
Eine Strafarbeit wird vergeben. Normal? Ja, ich hatte als Schulkind auch einige Strafarbeiten. Wer nicht? Warum wird sofort ein Anwalt konsultiert? Und warum reagiert der Anwalt nicht, wie fast jeder andere Anwalt reagieren würde? Warum wird das so hoch aufgehängt? Das ist für mich die eigentliche Frage an die Familie und den Anwalt?

Es wäre vielleicht die typische Sommerloch-Petitesse, wenn das enthaltene Skandalisierungspotenzial hier nicht so 'geschickt' genutzt würde: z.B. durch die stark wertende, rhetorische Frage im Titel und die im Text wiederholte Behauptung, der Schulhof sei ausschließlich der "private, höchstpersönliche" Bereich jedes Schülers. Das ist natürlich gar nicht der Fall: Auch der Schulhof ist ein sozialer Interaktionsraum für alle Schüler, für den - im Interesse einer friedlichen und für alle zugänglichen Kommunikation - auch Interaktionsregeln aufgestellt werden können. Nur das mit den Sanktionen sehe ich min. für eine Grundschule kritisch, und die Vergabe einer "Strafarbeit" i.d.F. mindestens so ungeschickt, wie die offenbar deutlich verbesserungsfähige Kommunikation zwischen den Parteien...

Alexander Mazurek | Do, 6. August 2020 - 18:45

... bewirkt aber das Gegenteil und sollte unterbleiben. Ich habe mir Gespräche in meiner Erstsprache nie verbieten lassen und es hat scheinbar nicht geschadet.

Hubert Sieweke | Do, 6. August 2020 - 19:00

das einzige Land der Welt sein wird, in dem in ein paar Jahren eine vernünftige Verständigung unter den Bürger und Zugereisten nicht mehr möglich sein wird.
Unsere liberale, grüne und Minderheiten schützende Linke und SPD, sowie Grüne werden alles, aber auch alles tun, damit weniger Deutsch und mehr andere sprachen gesprochen werden.
Dann haben diese Leute, die ja bekanntlich nicht Stolz sind, Deutscher zu sein, zur Minderheit.
Bereits jetzt sind an den Schulen ausländische Kinder in der Mehrheit. Also wäre es doch besser, man einig sich auf Türkisch als Lernsprache und Deutsch als Fremdsprache.

Yvonne Stange | Do, 6. August 2020 - 19:01

... auf einem Klettergerüst, andere kommen hinzu und wollen auch mit rauf, die werden aber abgewiesen, sie sollen gehen, weil die 2 "sich in Ruhe unterhalten wollen".... ahja. Wieso dürfen die nicht mit rauf, wenn deutsche Kinder sowieso nicht türkisch verstehen? Also verstehen die sowieso nicht, was gesprochen wird? Es drängt sich also der Verdacht auf, daß die "Petzen" also auch türkisch sprechen.... bei 43% Migrantenanteil eine hohe Wahrscheinlichkeit. Und gleich wird daraus eine Diskriminierung gestrickt. Und ein Gericht bemüht. How dare you! Es gibt also nicht nur deutsche Helicopter-Mütter.

Achtjährige Mädchen werden dafür bestraft, dass sie in ihrer Pause, die ja bekanntlich zur Erholung dient - und nicht zum Sprachunterricht - es wagen, eine andere Sprache als Deutsch zu sprechen?

Wenn ein Kind dafür bestraft wird, dass es im Vergleich zu anderen Kindern eine offensichtlich andere Herkunftssprache spricht?

Gleiches Recht für alle, ausser für jene, die nicht ständig und überall Deutsch sprechen? Denn schliesslich sind wir ja in Deutschland....Jawohl!

Und da sehen Sie keine Diskriminierung?

Ah nein, natürlich nicht...

... ist hier geboren! In Deutschland! Was also ist die "Herkunftssprache"? Wie lange, also wieviele Generationen hält denn so eine "türkische Identität"?? Der ganze Fall ist ein Zeichen, daß die Integration schon von Anfang an völlig gescheitert ist.
Sonst regt man sich immer auf und die Frage nach "Wo kommst Du her?" ist schon rassistisch.... aber hier ist das natürlich gaaanz anders.

Ach, Herr Lenz, eine Schulregel für alle ist keine Diskriminierung - für niemanden!
Der Schulhof ist eben kein "privater, höchstpersönlicher Bereich", wie Tekinoglu hier mehrfach unsachlich behauptet, sondern ein sozialer Interaktionsraum für alle Schüler, für den - wenn es (wie in Berlin belegt) nachweislich dem Frieden dient - selbstverständlich auch Interaktionsregeln aufgestellt werden können: Zur Gewährleistung einer für alle zugänglichen, transp., offenen & friedlichen Kommunikationssituation.
Die Erfahrungen u.a. an der H.-Hoover-Realschule haben eindeutig gezeigt, dass es die sonst gerne entlang der Sprachgrenzen eskalierenden Schulhofkonflikte eindeutig reduziert, wenn die Segregation nach Sprachgruppen durch eine solche Schulregel abgemildert wird.
Sanktionen finde ich - insbes. in Grundschulen - auch fragwürdig, & die "Strafarbeit" war - sagen wir mal - max. ungeschickt.
Dennoch müssen solche Schulregeln mgl. sein, ohne dass hier wieder was von 'völkisch' geraunt wird

gezwungen wurde, auch privat, polnisch zu sprechen, war natütlich ein stalinistisches Verbrechen unter Gomulka. Inzwischen haben sich die Vorzeichen umgedreht.

Die AfD-philen Foristen geben einen Vorgeschmack darauf, wie ein einst liberales Deutschland nach deren Machtergreifung aussähe.

Machen Sie sich nicht lächerlich!
Niemand verbietet jemanden eine bestimmte Sprache zu sprechen! Die Forderung einer gemeinsamen Sprache INNERHALB einer Schule dient der Integration, wie dem sozialen Umgang und Lernen.
Ihr hanebüchener Vergleich ist nicht nur ein unsägliches Strohmannargument primitivster Art, sondern bagatellisiert auch noch das von Ihnen benannte, stalinistische Verbrechen!
Unfassbar, da glaubt man, unter dem Frühlingsniveau geht es nicht mehr und dann Vergleichen Sie eine Schulleitung mit Gomulka.

Alfred Werner | Do, 6. August 2020 - 19:10

Man muß das große Ganze im Blick haben. In 20 Jahren wird die Prügelstrafe verhängt, wenn auf dem Schulhof deutsch gesprochen wird. Da wird es keinen Anwalt mehr im Brustton der Entrüstung geben und auch kein heute gängiges qualitätsbefreites "Mainstreammedium". Zeiten ändern sich. Wer seine Freiheit nicht verteidigt, dem wird sie genommen. Was soll's ?

Tomas Poth | Do, 6. August 2020 - 19:41

Ist es denn nicht selbstverständlich im gesamten Schulbereich, auch auf dem Pausenhof, deutsch zu sprechen. Warum, wo bleibt da die Offenheit, die Abkapselung in irgendeine der vielen anderen Sprachen? Das bedeutet doch auch babylonische Sprachverwirrung, wie soll da die Aufsichtskraft ihrer Verantwortung nachkommen?
Der Fall hier stellt sich mir eher als Minderheiten-Gezicke dar.

Minu Nikpay | Do, 6. August 2020 - 19:46

Ich bin armenisch/persischer Herkunft und bin in der Türkei geboren und im Iran und in der Türkei aufgewachsen. 1965 bin ich nach Deutschland gekommen, um hier meine schulische Ausbildung fort zu setzen. Ich finde das vollkommen richtig, dass die Schüler/innen, so lange sie sich auf dem Schulgelände befinden, auch in den Pausenzeiten, untereinander Deutsch sprechen und dass die Lehrerschaft auch darüber aufpasst und wenn nötig auch Strafmassnahmen ergreift. Die Medien und die Politik sollten diese Fälle nicht so hochkochen und es als Diskriminierung darstellen. Wir leben in Deutschland und es ist, für das zukünftige Berufsleben diese/r Schüler/innen, äußerst wichtig, dass sie die Landessprache wirklich gut beherrschen und zwar in Wort und Schrift. Was leider bei vielen nicht der Fall ist. Welche Sprache sie in ihrer Freizeit zu Hause sprechen, interessiert keinen. Da ist Deutschland mit seinem Demokratie- und Freiheitsverständnis ein Vorbild für alle anderen Länder.

Der Schulhof gehört zum Schulgelände. Es wird dort Aufsicht ausgeübt.
Wie kann aber ein Lehrer mitbekommen, daß Schüler in ihren Gesprächen
andere diffamieren oder Böses aushecken, wenn diese nicht deutsch sprechen?
Diesen Punkt haben Sie zutreffend herausgearbeitet.
Außerdem haben Sie auch damit recht, daß Sie sagen: Jede Gelegenheit zum
Deutsch-Sprechen sollten die Schüler ergreifen, um sich in der Sprache, die
a l l e in diesem Land miteinander verbindet, zu üben und zu verbessern.

Es ist wohltuend, daß Sie sich für die freiheitlich-demokratische Ordnung bedanken, welche in Deutschland allgemein herrscht, während sehr viele Zugewanderte immer nur die Dinge herauspicken, die ihnen hier nicht gefallen. Warum leben die dann überhaupt hier, frage ich mich.
Wenn man will, kann man sich jeden Tag auch als Ur-Deutsche diskriminiert fühlen und auf den Putz hauen. Man ist aber nicht dazu verpflichtet.

ein Pausengespräch von zwei türkischen Mädchen in ihrer Herkunftssprache mit der freiheitlich-demokratischen (Grund)ordnung zu tun?

Dadurch fühlen Sie sich diskriminiert?

Bitte, sollen die doch heim, in ihr Land gehen, wenn sie nicht rund um die Uhr Deutsch sprechen!

Sowas nennt man wohl ganz normalen Altersrassismus.

Simone Büchl | Fr, 7. August 2020 - 17:15

In reply to by Gast

Sprache kann auch als Waffe benutzt werden.
Wie oft habe ich mich in den USA, beim Lästern über die einheimische Bevölkerung ertappt. Natürlich auf Bayerisch ;).
Der Spaß verging mir, als es einmal eine Österreicherin war und ich aufgeflogen bin....
Evtl. verbietet es man auf dieser Schule bewusst.
Schließlich müssen die beiden Mädchen von den anderen Mädchen bei der Lehrerin verpetzt worden sein.

Tomas Poth | Fr, 7. August 2020 - 17:21

In reply to by Gast

Die gesamte Schule einschließlich Pausenhof und anderes Freigelände ist öffentlicher Bereich. "Privat" wird hier als ein Konstrukt benutzt, um sich der Schulordnung zu entziehen. Integration sieht da ganz anders aus.
Sie scheinen jemand zu sein der darauf besteht, auf einem Fussballfeld, Eishockey spielen zu wollen, weil Sie glauben das Ihnen dies nach ihrer Grundgesetztauslegung zusteht.

dann lade ich Sie, und jeden Lehrer aus Hannover, doch mal auf einen oberschwäbischen oder allgäuer Schulhof ein. Na, viel Spass dann, dass sie auch ja verstehen, ob manche da nichts Böses reden.... Und meinten sie dieses Argument wirklich ernsthaft? 800 Schüler, 3 Pausenaufsichten, die dann mitbekommen, wer wo was Böses sagt. Ehrlich jetzt?

Wir haben ein paar Jahre in einem asiatischen Staat gelebt, wo sehr viel mit CCTV und anderen Mitteln überwacht wurde, gleiches Argument. Aber selbst da konnten Kinder tatsächlich noch lästern ohne, dass es jemand anderes mitbekommen hat.

Tomas Poth | Fr, 7. August 2020 - 19:04

In reply to by Gast

Na wenn Sie die Mundarten/Dialekte der Deutschen Sprache nicht als deutsch ansehen wollen, joa zackament noamoal, wat sünd Se den för een döspaddel? Ihre Ansicht erscheint mir jetzt aber ziemlich desintegrierend, wenn nicht gar autorassistisch?

Sie habe vollkommen Recht!
Es ist doch so, dass aufgrund des Schreibenlernens nach Gehör, Abiturienten kaum noch die deutsche Orthographie beherrschen.
Man kann sich mittlerweile auch ohne Rechtschreibung gut durch die Schule mogeln.
Das Switchen zwischen den Sprachen ist hier grds. nicht förderlich. Obwohl es natürlich zu befürworten ist, dass die Muttersprache nicht verlernt wird.
Schulen sollten jedoch den Fokus auf Deutsch legen.
Leben wir nun einmal in der BRD.
Auch das Englischlernen in der Grundschule empfinde ich als falsch.
Viele Kinder kämpfen schon mit der Landessprache und werden hier noch zusätzlich verwirrt.
Und obwohl so früh mit dem Englischunterricht begonnen wurde, werden die Englischkenntnisse immer schlechter! Wenn ich jungen Kollegen empfehle ein Buch oder eine Serie im Original zu lesen oder anzuschauen, dann sehen Sie mich nur entsetzt an...

Olli Land | Fr, 7. August 2020 - 15:33

In reply to by Gast

Nein, wir leben nicht der BRD. Das ist eine Bezeichnung, die die DDR damals verwendet hatte, allerdings inkorrekt. Da Ihnen das korrekte Deutsch ja soooo wichtig ist, dies nur am Rande. Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen. Und mir ist das Deutsch ziemlich schnuppe, falls sie nun nach einem Fehler suchen sollten.

Auch seltsam, dass sie doch moderne Fremdwörter in ihrem Kommentar nutzen, oder was meinen sie nochmals mit "switschen"?
Es gibt tatsächlich Länder, die schneiden in der Pisastudie sogar richtig gut ab und sind uns rein vom Fortschritt und Wohlstand ein paar Jahrzehnte voraus, da sprechen die Kinder im Kindergarten Englisch, Chinesisch, Malayisch, etc. Und es regt sich niemand darüber auf, wenn sich zwei deutsche Kinder auf Deutsch unterhalten. Im gegenteil, es wird sogar begrüsst.....

Lieber Herr Lang,

wir leben in der Bundesrepublik Deutschland.

https://www.gesetze-im-internet.de/gg/BJNR000010949.html

"Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland"

Weitere Beispiele:
Volksrepublik China, Vereinigte Staaten von Amerika, Commonwealth of Australia, Republik Südafrika, etc..

Switchen ist lediglich ein Anglizismus für umstellen, umschalten.

Schönes Wochenende Herr Lang.

gegen Defizite braucht es darin Förderunterricht, aber in Pausen sollen Kinder entspannen.
Ich würde nicht noch regulären Unterricht in der "Herkunftssprache" anbieten, aber gegen einen privatenfür alle ist nichts einzuwenden. Angebote gemeinsamer Freizeitbeschäftigung können einen Zusammenhalt fördern, gerne dann zusätzlich mit einem Fremdsprachenlehrer.
Die Zweisprachigkeit ist eine hohe Qualifikation, gerade für das spätere Erwerbsleben.
Wenn nicht von Anfang an im Elternhaus gefördert, mag es zu Defiziten führen, vor allem, wenn das Elternhaus die Landessprache nicht spricht.
Deutschzwang auf Schulhöfen, das ist wie "mit Kanonen auf Spätzlein schiessen"? Die Spatzen unter dem Himmel sprechen auch nicht unsere Sprache und doch können wir uns mit ihnen verständigen, lieben wir sie!
Die Aversionen, die sich wohl derzeit aufbauen haben evtl. mit grottenschlechter Umsetzung und Moral als "Verordnung" zutun.
Frau Merkel als Mutter Theresa, vielleicht, aber besser nicht als Kanzlerin.

Helmut Bachmann | Do, 6. August 2020 - 20:00

sind nur Deutsche so dämlich, solche Spielchen mitzumachen und am Ende ihre Sprache aufzugeben, damit sich hier niemand mehr integrieren muss. Sicher muss man kein privates Zwiegespräch unter Kindern regulieren, doch darum geht es hier vermutlich nicht, wäre nämlich keine Meldung wert.
Es ist traurig, dass nach Generationen immer noch Ablehnung der hiesigen Kultur bei so vielen türkischen Mitbürgern besteht.
Sobald man nicht nur im kleinen Kreis spricht, andere einen hören können, ist es zutiefst unhöflich bei der Sprache der Urgroßeltern zu bleiben und die Sprache des Landes, in dem man lebt, zu ignorieren. Aber vermutlich wird bald behauptet, dass es so etwas wie eine Landessprache nicht gibt, nie gab, oder irgendeinen sonstigen Unsinn.

Fritz Elvers | Do, 6. August 2020 - 21:02

muss ich gerade jetzt an Frau Sarrazin denken?

Klaus Peitzmeier | Fr, 7. August 2020 - 09:00

In reply to by Gast

...weil Sie daran dachten, daß Migration grundsätzlich gut u vielfältig ist u wenn wir uns nur genug anstrengten Türkisch zu lernen, alles so einfach sein könnte. Sie sind genau der abschreckende SPD Genosse, den Frau Sarrazin meinte.

Robert Schmidt | Do, 6. August 2020 - 21:24

Wenn 16 Nationen zusammenkommen, dann muss die Nation mal etwas zurückstecken.
Das Anwerbeabkommen mit der Türkei endete 1973. Das betroffene Mädchen stellt jetzt bereit mit hoher Wahrscheinlichkeit die 4te (1) Generation dar - dass für dieses Mädchen allen Ernstes die Türkei eine wesentliche Identität darstellen soll ist schon schockierend. Stellen wir uns vor die anderen 14 Nationen, die noch in der Schule sind, würden sich so entwickeln. Deutschland würde den Libanon bei weitem übertreffen!
Es muss jetzt spätestens gehandelt werden. Für diese Einwanderer müssen ähnliche Werte und Anforderungen gelten, wie sie auch die USA oder Australien einfordern!
Man muss ihnen sagen, was "wir" (nicht nur die Deutschen, sondern alle an Bord des Bootes) verlangen, damit es als Gemeinschaft (auch Sozialstaat) funktionieren kann!

Ich muss bei solchen Kommentaren immer an die Russlandeutschen und andere Auslandsdeutsche denken. Über Jahrhunderte hinweg haben sich die Deutschen im Ausland nirgendwo integriert. Warum auch immer. Ich denke, wir sollten das einfach akzeptieren.

Robert Schmidt | Fr, 7. August 2020 - 11:29

In reply to by Gast

... also das ist nun wirklich sehr verzerrt. Die meisten Russlanddeutschen sind von Stalin nach Sibirien, Kasachstan und sonstwo deportiert worden und haben die Gelegenheit ergriffen, nach dem vermeintlich "goldenen" Westen (wie es auch viele Russen getan haben, wenn sie konnten) nach Deutschland zu "fliehen". Viele fühlen sich noch als "Russen". Insgesamt, wenn man die Auslandsdeutschen vor allem in den USA, Kanada, Australien ansieht, sind sie "Mustereinwanderer" - bestens integriert, wertvolle Mitglieder der dortigen Gesellschaften.
In Argentinien (Kirchner) war ein deutschstämmiger Präsident.

Robert Müller | Fr, 7. August 2020 - 12:14

In reply to by Gast

Ich meinte sie haben sich in Russland nicht integriert, obwohl sie da über Jahrhunderte lebten. Ich glaube die Siebenbürgen Sachsen haben über 500 Jahre in Rumänien gelebt und sich nicht dort integriert. Die Integration der Deutschen in der USA erfolgte erst mit dem 1. Weltkrieg, als man nicht mehr deutsch sein wollte. Übrigens, das historische Siedlungsgebiet der Deutschen ist die Mitte der USA.

Will damit nur sagen, dass wir selbst uns ganz schwer wo anders integrieren. Ob das heute so anders ist? Weiß nicht. Eine Wertung ist damit nicht verbunden. Ich weiß das übrigens, weil ich mich mit dem Thema als Wikipedia-Autor beschäftigt hatte.

Robert Schmidt | Fr, 7. August 2020 - 18:22

In reply to by Gast

... wo die Deutschen, so wie wir uns das heute vorstellen, mit anderen, "individuell" einwanderten waren sie auch ziemlich schnell assimiliert.

In Russland und Rumänien wurden ganze Regionen von Monarchen an Deutsche als Siedler vergeben. Dort entstanden dann logischerweise deutsch geprägte Landstriche.

Ich bin auch gelegentlicher Wikipedia Autor und zu diesen oder jenen Themen kenne ich mich auch gut aus ;-)

... aber jetzt muss ich gehen

Jost Bender | Fr, 7. August 2020 - 12:36

In reply to by Gast

Ihr Satz "Über Jahrhunderte hinweg haben sich die Deutschen im Ausland nirgendwo integriert" ist natürlich offensichtlich unzutreffend: Vielleicht gehen Sie mal in das Dokumentationszentrum eines Auswanderermuseums.
Mio. von Deutschen haben sich in wenigen Generationen komplett in die Aufnahmegesellschaft integriert. Das gilt für fast alle Kontinente. Die meisten Amerikaner, Kanadier, Australier, Südafrikaner (...) mit dt. Wurzeln sind sich dessen vermutlich kaum noch bewusst. Die wenigen Ausnahmen, die es gibt haben einerseits mit homogenen Siedlungsgebieten zu tun, wenn ganze Gruppen zur Besiedlung einer bestimmten Gegend angeworben wurden und ausgewandert waren und dort eine eigenständige 'Gesellschaft' bildeten - oder eben mit Verfolgung und Unterdrückung: Die Russlanddeutschen sind z.B. bekanntlich zu Tausenden nach Sibirien deportiert worden und waren - als Gruppe - Opfer systematischer, stalinistischer Repression. Das ist dann vielleicht doch was anderes.

Der Anwalt sprach von Prestigesprachen. Ich glaube Deutsch war bis zum 1. Weltkrieg noch eine Prestigesprache, danach und nach dem 2. Weltkrieg ganz sicher nicht mehr. Insofern könnte es bei der Integrationsneigung der Deutschen eine Änderung in den letzten 100 Jahren gegeben haben.

Ist interessant, dass der Anwalt so argumentiert. Also, auf der Rassismus-Schiene. Auch weil das eine politische Ebene ist und der Vorfall in der Schule damit sicher nichts zu tun hat. Die Frage ist allerdings ob solche Schulvereinbarungen nicht heute als rassistisch bewertet werden würden und deshalb nicht mehr gehen. Ob das zum Vorteil der Schüler wäre, glaube ich nicht. Darum geht es dabei aber auch sicher nicht, sondern um das gute Gefühl der Wohlmeinenden und natürlich um Wähler für Erdogan.

Franz Sebestény | Fr, 7. August 2020 - 14:56

In reply to by Gast

eine gewisse Ahnung haben. In der Sowjetunion und auch in Russland gibt es zahlreiche Nationalitäten mit eigener Sprache und mit eigenen Gebietskörperschaften. So gab es Mal eine deutsche Selbstverwaltung, die von dem großen Führer, Stalin, von einem Georgier, der selber nicht akzentfrei russisch sprach, eliminiert wurde. In meiner Familie sprach man russisch, kasachisch und deutsch. Allerdings besteht meiner Schwiegertochter darauf, dass meine Enkelin nur deutsch spricht, da sie sonst diskriminiert wird. In Deutschland haben Russlanddeutsche nicht viel zum Lachen.

Simone Büchl | Fr, 7. August 2020 - 17:37

In reply to by Gast

Die Malle-Auswanderer finde ich mehr als befremdlich.
Auch, wenn man auf Mallorca nicht Spanisch sprechen muss, sollte man es doch lernen!
Das empfinde ich als respektlos.
In den USA und Canada verhalten sich jedoch deutsche Auswanderer ganz anders.
Liegt das vielleicht an den Ländern?

Klaus D. Lubjuhn | Do, 6. August 2020 - 22:08

Paedagogisch von hohem Interesse ist die Haltung der tuerkischen Schuelerinnen.
Sie weisen andere zurueck, die sich entweder ihnen nähern oder aber auch einen Platz haben wollen. Die Abweisung anderer durch die tuerkischen Schülerinnen wird aber gar nicht Thema. Schule hat aber den Auftrag, auch Integration, auch Inklusion zu fördern. In diesem Fall wird der Schwerpunkt des Konflikts aber völlig verschoben... Warum wohl?

Yvonne Stange | Fr, 7. August 2020 - 10:18

In reply to by Gast

... muß es ja wohl doch eine Anweisung zum Deutsch sprechen - auch in der Pause geben - sonst hätten die anderen (abgewiesenen) Kinder die beiden ja nicht "verpetzen" können. Oder? Auch wenn der Anwalt das bestreitet. Aber mein Bild rundet sich immer mehr.... leider.

So wie ich das sehe, ist das eine Erdogan-Familie mit Anwalt. Erdogan schürt in der Türkei und im Ausland den Nationalismus plus Islamismus und da passt der Vorfall genau hinein. Jedenfalls so wie der Anwalt das angeht. Ich vermute allerdings dass die Deutsch-Türken den aktuellen Währungsverfall in der Türkei mitbekommen und auch das Erdogan den verschuldet hat. Nationalismus und Islamismus kann man nicht essen. Ich vermute auch, dass ein Vergleich Deutschland und Türkei in der Corona-Krise manchen Deutsch-Türken die Augen öffnet. Jedenfalls ist die Zeit vorbei als noch man gut ausgebildeter Türke oder Türkin in die Türkei übersiedelte. Die kommen jetzt in Massen zu uns und mit keiner guten Meinung über Erdogan.

Rainer Hinz | Do, 6. August 2020 - 23:04

Soweit ich weiß, ist Deutsch Amtssprache und wohl zu Recht auch Schulsprache.
Wer will denn überprüfen, was die Mädchen wirklich gesprochen haben? Es ist einfach so, dass Sprache ein Integrationswerkzeug ist, eine andere Sprache auf dem Schulhof ist für mich destruktiv.
In der heutigen hysterischen Zeit ist wohl die Strafarbeit Diskriminierung, für mich ein Memory an die notwendige Integration. Ich habe z.B. Herrn Özdemir noch nie türkisch reden gehört.

Robert Schmidt | Fr, 7. August 2020 - 00:19

Natürlich ist die Pause ein ganz wesentlicher Teil der Schule. Jeder hat eine Schule besucht und kennt das.
Mobbing ist ein verbreitetes Problem an den Schulen. Die Paranoia an einer Schule mit 16 (!) Nationen, in der sich Grüppchen bilden können, die jeweils eine "Geheimsprache" sprechen (und das ist sie für die anderen ...) ist vorprogrammiert!
Sollte sich noch irgendjemand Hoffnung machen, dass die Schule tatsächlich das Kunststück vollbringen kann, diesen Haufen von teilweise grundverschiedenen Werten, Voreingenommenheiten, Abneigungen, Ansichten etc. zu "integrieren" dann MUSS die einheitliche - von allen verstandene Sprache - auf dem Pausenhof Grundbedingung sein!

Fritz Elvers | Fr, 7. August 2020 - 00:56

und unterhalten sich in iher Muttersprache auf türkisch. Ander Kinder kommen hinzu nd es gibt Streit, wie unter Kindern üblich. Jetzt kommts:

Die anderen Kinder wissen, dass es verboten wurde auch auf dem Schulhof in der Pause, türkisch zu sprechen und verpetzen die die beiden.
Die türkisch sprechenden Kinder werden bestraft!

Es ist unglaublich, unfassbar! Von Orwell'scher Beklemmung.

Auch das. Aber, noch schlimmer: Zuweilen Alltag in Deutschland.

Die Sprachpolizei funktioniert bereits in der Grundschule.

Wenn die, die das gut finden, bei uns das Sagen hätten , dann würde das DEUTSCHE WESEN zwingende Notwendigkeit, um hier in Freiheit leben zu dürfen.

Irgendwie kommt da das schlechte Gefühl auf, den türkisch-stämmigen Kinder ging es so wie einst jüdischen - was natürlich nicht vergleichbar ist. Aber trotzdem: In der Hierarchie sind sie nachrangig...

... empfindet man bei der Rolle der Lehrerin - "kleine Schwester" vom "grossen Bruder"? Strafarbeit anordnen für ein verpetztes Vergehen - pädagogisch fragwürdig. Welche Erkenntnisse haben die Petzen wohl gewonnen?

Den meisten Kommentaren ist leider nicht zu entnehmen das Petzen zumindest zweifelhaft bewertet wird.

Stefan Jurisch | Fr, 7. August 2020 - 06:33

ist die Freizeit oder zu Hause, aber nicht der Pausenhof. Insofern würde ich dem Herrn Anwalt widersprechen. Ich persönlich habe in meinem Leben auch oft genug die Erfahrung gesammelt, dass von Menschen anderer Muttersprache oft in diese gewechselt wird, wenn man dazu kommt und unerwünscht ist. Das war auch in meiner Schulzeit schon so. Wie steht es dabei mit der Diskriminierung?

Wäre es Englisch gewesen und zwei Kinder aus Australien, niemand hätte sich beschwert.
Darüber einmal nachdenken.

Und wer versteht eigentlich breiten oberschwäbischen Dialekt. In der Schule wird Hochdeutsch gesprochen. Das ist kein privater Raum. Sollte juristisch analysiert werden und verboten werden. Denn ein Kind aus Hannover oder Göttingen würde dort rein gar nichts mehr verstehen.
Oder eine Familie zieht von Ulm nach Berlin. Und die schwäbischen Kinder reden da tatsächlich Schwäbisch auf dem Pausenhof. Sofort Strafarbeit!!!!!!

Und die internationalen Schulen? Oder wird es bald ein Qualitätsmerkmal: "Bei uns auf dem Schulhof dürfen auch andere Sprachen gesprochen werden".

Ist das mit EU Recht vereinbar?

Im Grunde ist es doch einfach die ABNEIGUNG gegen die gesprochene Sprache und Kultur gewesen. Also reiner Rassismus. Steht doch dazu, und verschanzt Euch nicht hinter pseudo-bürgerlichem Anspruchsgeschwätz.

Lieber Herr Land,

Sie stellen hier eine reine Mutmaßung auf, die jedoch nicht bewiesen werden kann.
Regeln sind Regeln.
Egal, ob Englisch oder Türkisch.
Über die Vereinbarung kann man diskutieren, aber alles andere ist nicht nachweisbar.

helmut armbruster | Fr, 7. August 2020 - 07:49

schon allein deshalb,weil, wer sich nicht in der Landessprache unterhält, alle ausschließt, welche die gerade gesprochene Sprache nicht verstehen.
Es ist außerdem äußerst unhöflich und geradezu arrogant in einer Gruppe nicht die Landessprache zu gebrauchen.
Stellen Sie sich vor Sie wären im Ausland und nehmen an einer Unterhaltung oder Besprechung teil, die in der Landessprache geführt wird. Außer Ihnen ist noch ein deutscher Muttersprachler dabei. Sie beide unterhalten sich inmitten der Besprechung auf deutsch. Das geht nicht, Sie outen sich damit als rücksichtsloser Mensch.
Daher ist es schon richtig, wenn verlangt wird, das in einer deutschen Schule deutsch gesprochen wird.
Ein solches Verlangen hat auch eine erzieherische Wirkung und ist daher gerechtfertigt.

Sie liegen völlig falsch.

Ich habe ein Großteil meines Lebens im Ausland gelebt und in mehr als 50 Ländern auf Projekten gearbeitet. Zu ihrer Bestürzung: wenn Menschen aus mehr als einer Nation zusammen sind, unterhält man sich in der Regel in Englisch und nicht in der Landessprache, egal ob in China, Japan, Indien, Singapur, Polen, Russland oder Brasilien.
Und wenn es eine Pause bei einem Meeting gibt, und sich 2-3 Inder auf ihrer Sprache austauschen, und 2-3 Polen auf ihrer und 2 Deutsche auf ihrer, dann ist das tatsächlich gängige Praxis und weltweit überall so gelebt. Ohne dass es als rücksichtslos empfunden wird.

Christoph Kuhlmann | Fr, 7. August 2020 - 08:52

Das interessanteste daran ist die Reaktion der Medien. Man müsste die Pädagogin einmal interviewen, warum sie zu dieser fragwürdigen Erziehungsmethode gegriffen hat.

Bisher kennt man nur eine Version. Mir ist das für die Beurteilung des Sachverhalts zu wenig. Was ich im Falle der auf dem Gerüst nicht geduldeten Mädchen aber fühlen würde: dass es unfair ist, wenn in einer Gemeinschaft zwei Personen nur zwischen sich eine andere Sprache sprechen, die der Dazukommende oder Dabeistehende nicht versteht. Dies, obwohl sie in der allen gemeinsamen Sprache fließend sprechen können. Es könnten in einem solchen Zwiegespräch auch unschöne Dinge über die andere Gruppe gesagt werden. Könnte dies auch eine Ausgrenzung bedeuten? Oben die 'Verschworenen' auf dem Klettergerüst, unten die Nichtbeteiligten? Das wollen wir doch vermeiden, oder nicht? Vielleicht war es ja auch nur diese Zurücksetzung, über die sich beklagt ( 'gepetzt' ) wurde. Alles Spekulation, - wir wissen es nicht.

Dr. Thomas Hartung | Fr, 7. August 2020 - 09:26

Allein die unreflektierte Verwendung der Vokabel "Deutschzwang" spricht Bände. Es handelt sich um eine freudig genutzte Selbstverständlichkeit Deutscher in einer deutschen Schule in Deutschland. Allein das Aufzwingen einer Diskussion über einen Sachverhalt, über den niemand mit gesundem (deutschsozialisierten) Menschenverstand auch nur nachdenkt geschweige denn diskutiert oder gar seine Haltung dafür/dagegen rechtfertigt, zeigt, wo wir mit unserem toleranzbesoffenen Buntheitswahn inzwischen angelangt sind: in einem Deutschland, in dem sich die deutsche Sprache für sich selbst rechtfertigen muss. Zudem ist es unhöflich, ja rücksichtslos, deutsche Schüler von der Kommunikation auszuschließen: sie verstehen kein Türkisch, umgekehrt die Türken sehr wohl deutsch. In einer Schule soll aber jeder jeden verstehen.

Ernst-Günther Konrad | Fr, 7. August 2020 - 11:05

In Offenbach und Karlsruhe verschicken Gesundheitsämter "Musterbriefe" an Eltern, deren Kinder in der Kita oder Grundschule "positiv" auf Covid getestet wurden und verlangen, dass diese Kinder im häuslichen Bereich innerhalb der Wohnung separiert werden. Wenn das nichts passiert, wird die zwangsweise Abholung der Kinder angedroht.
Und hier regen sich Helikoptereltern darüber auf, dass die Landessprache verpflichtend ist in der Schule, auch in den Pausen.
Ob die Strafarbeit jetzt sinnvoll erscheint, wage ich zu bezweifeln. Nur, wen interessiert dieser Konflikt eigentlich, außer den Betroffenen?
Wahrscheinlich müssen wir demnächst alle einen Sprachkurs in türkisch besuchen und uns Teppiche besorgen.
Und wer sind wieder die Leidtragenden. Die deutsch sprechenden Kinder, auch die der
integrierten Migranten, deren Kinder und Eltern, die sich daran halten und natürlich die "bösen" Lehrer. Fehlt nur noch der Vorwurf des Rassismus. Der wird noch kommen. Dann droht wahrscheinlich Entlassung.

diese Verordnung der Gesundheitsämter habe ich auch gelesen und sie schlägt schon hohe Wellen.
Ich hielt sie zunächst für fake, aber es scheint in der Tat zu stimmen. Unfassbar.
Ich warte schon seit gestern auf einen Artikel hier, der die Sache genauer beleuchtet.
Und dann bin ich gespannt auf die Diskussionen.
Liebe Grüße.

Gott sei Dank hat Deutschland keine ernsthaften Probleme.

Den Vorwurf Rassismus/Rechtsextremismus explizit auszusprechen oder zu schreiben bedarf es nicht. Was mit dem Artikel erreicht werden soll, liegt doch auf der Hand.

Joachim Kiess | Fr, 7. August 2020 - 11:19

Die Forderung, die dieser Rechtsanwalt da erhebt, grenzt an kulturellen Imperialismus.
Es ist natürlich das Recht der Deutschen in diesem Land zu bestimmen, welche Sprache auf öffentlichem Gelände -z.B. einem Schulhof- gesprochen wird. Und sinnvoll für das Erlernen der Sprache ist es natürlich auch, wenn
auch vielleicht nicht für dieses eine Kind, dann aber für viele andere, die die deutsche Sprache (noch) nicht so gut beherrschen und diese dann aber umso leichter lernen können, wenn dort ständig und ausschließlich die Landessprache gesprochen wird.
Der werte Herr Rechtsanwalt, der so viele Sprachen spricht, mag ja sehr polyglott daherkommen, viele andere Menschen haben dafür andere Stärken. Die sollte man dann aber nicht mit einem überflüssigen Sprachwirrwarr in der Schule belasten; denn in einer Schule in Deutschland reicht Deutsch und eine der Weltsprachen (z.B. Englisch), andere sind da nur hinderlich ...

Klaus Reinhardt | Fr, 7. August 2020 - 11:29

Es muss wohl einen Grund haben, wenn insbesondere Nachbarskinder mit arabischen und türkischen Eltern mit meinem Enkel eine Schule besuchen, an der keine Sprachen außer Deutsch, Englisch, Französisch und Latein gelehrt werden. Diese Schule befindet sich nicht in städtischer Trägerschaft. Ich denke die beklagte Lehrerin hat sich ungeschickt verhalten, und die Eltern des Mädchens wollen hier nicht ankommen.

Hans Schäfer | Fr, 7. August 2020 - 11:54

<<Die Schülerin spricht mindestens drei Sprachen, ich beherrsche insgesamt neun, davon vier fließend.>>

Dass ist selbstverständlich ein zwingender Grund die Strafarbeit zurückzunehmen.
I

Und wenn diese Schülerin perfekt 50 Sprachen beherrschen würde, darum geht es doch gar nicht.
Lesen Sie einfach den sehr sachlichen Artikel von Frau Wallau & anderer Kommentar Kommentarschreiber. MfG

Richtig, Herr Lehmann, es geht um die Strafarbeit und nicht wer wie viel Sprachen spricht. Deshalb hätte es den Hinweis des RA nicht gebraucht. Was wollte er damit zum Ausdruck bringen!

Bernhard Mayer | Fr, 7. August 2020 - 12:53

Ich sehe hier nur das, was ich in meinem Berufsleben Jahrzehnte lang beobachtet habe.

Die Türken in Deutschland separieren sich bewußt um dann bei Gelegenheit zu Behaupten sie werden von den Deutschländer nicht akzeptiert!

Robert Friedrich | Fr, 7. August 2020 - 13:34

Es ist gut das im Forum unterschiedliche Meinungen aufeinander Treffen. Immer wird es pro und kontra geben. In diesem Falle gibt es Zuständigkeiten, also Entscheider. Mich erregt maßlos das immer wieder GL als Besserwisser aufritt und als Gottvater aller Meinungen versucht Urteile zu fällen.

Urban Will | Fr, 7. August 2020 - 14:23

war ein genauso großer Blödsinn wie das Anrufen eines Anwaltes.

Beides zeigt, wie komplett verkrampft wir in Deutschland - Migrationshintergrund hin oder her - mit diesem Thema umgehen und wie gescheitert doch in vielen Bereichen die „Integration“ ist.

So etwa, wenn Deutsche mit türkischen Wurzeln sich diskriminiert fühlen, wenn zwei Mädchen (in der Tat unsinnigerweise) für eine Bagatelle bestraft werden.
Oder Lehrkräfte, die übertrieben genau Regeln durchzusetzen versuchen.
Souveränes Handeln sieht anders aus.

Beiden Seiten allerdings kann man keine Schuld an der gescheiterten Integration zuschieben. Die liegt in erster Linie beim Staat und der Politik. Hier ist man seit Jahrzehnten schlicht unfähig.

Selbst eingestampfte Mutli – Kultis wie bspw Herr Frühling sprechen vom „Herkunftsland“ Türkei, obwohl die Betroffenen seit Jahrzehnten ihre Wurzeln hierher verlagerten.

Und zeigen hiermit, dass auch sie es nichts kapiert haben.

Bernd Muhlack | Fr, 7. August 2020 - 14:49

... diese junge Schülerin dieser Strafarbeit schlicht keine Folge geleistet hätte?

NICHTS, gar NICHTS!

"Es ist mir ganz wichtig, dass hier kein falscher Eindruck entsteht. Ich vertrete hier nur die Rechte und Interessen der betroffenen Schülerin und das einzige Begehren ist, dass die Strafarbeit aufgehoben wird. Weder ich noch die Familie haben ein Interesse, dass "der Fall hochgespielt" wird"

"Mir liegt aber eine eidesstattliche Erklärung der Mutter vor, aus der hervorgeht, die Lehrerin habe die Strafarbeit im Telefonat im Gegenteil sogar verteidigt und darauf hingewiesen, dass das Kind die türkische Sprache nicht mehr brauche."

Ich bin Anwalt und diese beiden Statements sind selbsterklärend!
Mehr muss ich insoweit nicht wissen.

Nehmen wir an, dieses Mädchen hieße Yonca.
Und Yonca erdreistet sich also türkisch zu reden!

Es ist hier nur noch schizophren, oder?
TAMAM!

Maria Arenz | Fr, 7. August 2020 - 15:50

Ein Blick in die Statistik mag erklären, warum ein erwachsener Mann nach insgesamt mindestens 8-Jähriger Ausbildung sich öffentlich mit einem solchen Pipikram in Szene setzt und lächerlich macht: Klage gegen die bereits abgegebene "Strafarbeit" eines 8 Jährigen Kindes! Der Mann ist einer von inzwischen fast 170 000 Anwälten in Deutschland und hat es offenbar noch nötig, sich bekannt zu machen. Seien wir also nicht so streng.

jost bender | Fr, 7. August 2020 - 16:52

Frau Hildebrandt jedenfalls eröffnet schon im Titel mit einer rhetorischen Frage, die sowohl eine eindeutige Wertung, als auch ein unsachliches 'Framing' enthält: Denn das im Artikel 3x bemühte 'Etikett' "Deutschzwang" unterstellt ja bereits etwas, das hier gar nicht gegeben ist:
Eine Schulregel für alle - zur Gewährleistung einer für alle verständlichen, transparenten und friedlichen Kommunikationssituation ist tatsächlich keine Diskriminierung - für niemanden!
Hier geht es eindeutig nicht um ein "Sprachverbot" im "privaten, höchstpersönlichen Bereich", wie Tekinoglu mehrfach unsachlich unterstellt, denn der Schulhof ist selbstverständlich kein "privater, höchstpersönlicher Bereich", sondern ein sozialer Interaktionsraum für ALLE Schüler, für den auch Interaktionsregeln aufgestellt werden können, wenn es - wie i.d. Fall - dem Frieden dienen soll
Weder geht es hier also um ein "Sprachverbot" im "privaten, höchstpersönlichen Bereich" [Tekinoglu], noch geht es um Diskriminierung.

Das Beispiel der Sprache ist eines der wertvollsten Merkmale bzw. Übereinstim-mungen, die die anderen Unterschiede zu den Gruppenmitgliedern für wertlos erklären würde. Mit der Sprache verständigen sich die Menschen, im Hinblick auch auf Situationen zeigt sie mehr als alles andere, man gehört dazu. Inte-griert. Das ist das natürlichste Kennzeichen oder Symbol unserer öffentlichen und auch privaten Identität.

"Weder ich noch die Familie haben ein Interesse, daß der Fall hoch gespielt wird". klagt Herr Tekinoglu. Doch diese Hochspielung erreicht Frau Hildebrandts nicht durchdachter Artikel. Wichtige Fragen stellt sie nicht, z.B. die zu Hause gesprochene Sprache. Seit Generationen lebt H.T. in Deutschland. Ergo ist seine Tochter Deutsche, die Muttersprache deutsch. Warum spricht sie in der Pause türkisch? Ist das Vergnügen, die Ausgrenzung der Deutschen Sprache zu tätigen?Warum die Diskriminierung unserer, auch ihrer Muttersprache?
Redeverbot, Sprachverbot? Profilierung pur?

Gunther Freiherr von Künsberg | Fr, 7. August 2020 - 19:17

Jahrelang war es Usus und es hat sich nicht gehört, dass Anwälte über die Probleme eines Mandats weder wissenschaftlich noch publizistisch öffentlich in Erscheinung treten. Offensichtlich änderten sich die Sitten.
Zwischenzeitlich hat sich auch die Kultusministerin von Baden-Württemberg zu dem Fall geäußert. Ihr Interview ist lesenswert. Zu Recht betont Eisenmann immer wieder die Vereinbarung, die offensichtlich vom Elternbeirat mit der Schulleitung abgeschlossen wurde, und die mit Sicherheit auch den Schülern bekannt gemacht wurde. Es ist ein ebenso demokratischer Prozess wie eine Betriebsvereinbarung (im Arbeitsrecht).An eine solche Vereinbarung haben sich Schüler/Arbeitnehmer ebenso zu halten wir Lehrer/Betriebsleitung. Der Arbeitnehmer, der gegen eine mit der Gewerkschaft/den Betriebsrat ausgehandelte Betriebsvereinbarung verstößt riskiert i.d.R. eine Sanktion, d.h.im Normalfall eine Abmahnung. Ich halte diese hier kritisierte Maßnahme für eine geeignete erzieherische Maßnahme.

Fritz Elvers | Fr, 7. August 2020 - 21:11

die Mädels haben sich darüber unterhalten, was man bei der Belagerung Wiens hätte besser machen sollen. Das ging natürlich nur auf türkisch.

Gunther Freiherr von Künsberg | Sa, 8. August 2020 - 19:40

Es geht in diesem Fall nicht darum Irgendwas und Irgendwen zu diskriminieren. Folgte man der Argumentation des Interviewten konsequent, ist alleine die Anordnung nur Deutsch zu sprechen diskriminierend für den Rest der Welt.
Die Strafarbeit ist auch nicht deshalb verhängt worden, weil türkisch gesprochen wurde sondern weil gegen eine schulinterne und verbindliche Regelung verstoßen wurde. Dieser Verstoß hätte auch in chinesisch stattfinden können. Er hätte zu der gleichen Konsequenz führen müssen. Diese Schule ist ihrer gesetzlichen und sogar ausdrücklich formulierten Verpflichtung nicht nur Ausbildung sondern auch Bildung zu vermitteln nachgekommen indem sie eine verbindliche Regelung durchgesetzt hat, was offensichtlich in unserer Demokratie immer weniger akzeptiert zu werden scheint. Überließe man jedem Individuum die Beurteilung, was gegen ein Menschenrecht verstößt, mit der Folge dann eine gesetzliche Regelung nicht beachten zu müssen, herrschte das totale Chaos.

Fritz Elvers | So, 9. August 2020 - 21:49

nur nebenbei bemerkt:
Ich habe die Pausen auf dem Schulhof gar nicht so in Erinnerung, dass dort Gemeinschaften geschmiedet wurden, und wenn, dann gegen die Lehrer. Normal waren eigentlich Chlicken-bildungen, das Aushecken von irgendwas und Kloppereien.

Diese hehren Klassengemeinschaften hat es nie gegeben. An den höheren Schulen ging es hauptsächlich darum, wer von wem abschreiben darf, von mir in Mathe, egal, streitet euch drum.

Es wird hier ein vällig weltfremder Popanz aufgebaut, um absurde Regeln zu rechtfertigen.