Roland Koch über Angela Merkel - „Mangel an politischer Führung“

Scharfe Kritik vom ehemaligen hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch an Bundeskanzlerin Angela Merkel: In einem Gastbeitrag für die November-Ausgabe von Cicero schreibt er, die „Argumentationsenthaltung der Bundeskanzlerin“ müsse aufhören

roland-koch-angela-merkel-kritik
Späte Abrechnung? Roland Koch gegen Angela Merkel

Autoreninfo

Hier finden Sie Nachrichten und Berichte der Print- und Onlineredaktion zu außergewöhnlichen Ereignissen.

So erreichen Sie Cicero-Redaktion:

Der frühere Ministerpräsident von Hessen, Roland Koch (CDU), hat scharfe Kritik am Zustand seiner Partei und am politischen Wirken von Bundeskanzlerin Angela Merkel geübt. In der am Mittwoch erscheinenden Ausgabe von Cicero kritisiert Koch in einem Beitrag unter anderem die Mut- und Visionslosigkeit der Bundesregierung und der CDU-Spitze. Insbesondere in der Klimadebatte müsse „die Argumentationsenthaltung der Führung und besonders der Bundeskanzlerin aufhören“, so Koch. Deutschland brauche „eine Kanzlerin, die durch das Land reist und für ihre Konzepte, auch ihre Kompromisse wirbt“.

Koch ruft seine Partei dazu auf, das Vertrauen der Bürger dahingehend zurückzugewinnen, dass sie willens und in der Lage sei, die Grenzen Deutschlands und Europas zu schützen: „In keiner Demokratie werden die Wähler es ihren Parteien erlauben, bei dieser Frage zu kapitulieren“, schreibt der ehemalige Ministerpräsident. Auch zum Zustand der deutschen Streitkräfte äußerte Roland Koch scharfe Kritik: Die Bundeswehr sei in der Verantwortung der CDU/CSU auf einen Stand ihrer Ausrüstung abgesunken, der kaum noch etwas zulasse. „Die Verteidigung unserer Grenzen, seien es die europäischen oder die nationalen, ist von der Bundeskanzlerin als nicht mehr realistisch angesehen worden.“

Generell spricht sich Koch dafür aus, politische Entscheidungen künftig nicht mehr an kurzfristigen Meinungsumfragen auszurichten. Es fehlten heute „Persönlichkeiten, die von einer Vision geprägt sind und die Bereitschaft zeigen, für diese Vision ihre politische Existenz zu riskieren“. Die Führung einer Partei müsse „von den eigenen Ideen so überzeugt sein, dass sie bereit ist, dafür den Preis der Opposition zu zahlen“.

Ernst-Günther Konrad | Di, 29. Oktober 2019 - 14:03

unser brutalst möglicher Aufklärer aus dem OFF. Wer, wie er gut versorgt ist und sich aus dem Staub gemacht hat, als es politisch eng wurde für ihn, kann hier jetzt ohne parteipolitische Abhängigkeit scharf schießen. Er hat natürlich mit allem recht. Nur was bringt uns das, wenn die verantwortlichen Politdarsteller ihre selbstdefinierte Weicheirolle einfach weiter spielen und niemand den A... in der Hose hat, Frau Merkel und der CDU-Führung mal klar und deutlich zu widersprechen. AKK als Sündeböckin hätte die Chance gehabt, als CDU-Vorsitzende neu im Amt ihre angekündigte "neue" Wende in der CDU mit Taten zu krönen. Aber auch sie beißt die Hand nicht, die sie füttert. Merkel duldet eben nur Vasallen neben sich und scheinkritische und devote Klatschhasen. Um es mit den Worten von Alt-BP Herzog abgewandelt zu sagen: Es muss ein Ruck durch die CDU/CSU gehen. Ich sehe nur niemand, der die Kraft aufbringt, mal kräftig zu rütteln. Das bischen Merz-Gemeckere reicht bei weitem nicht aus.

Die CDU hat keine Luft mehr zum Atmen, hat alles Frau Merkel geschluckt. Findet die CDU nicht mehr zu ihren Aufgaben und zu gutem Personal insbesondere zu einem Kanzler oder Kanzlerin (nein, lieber nicht) dann "hat die CDU fertig" . Leider sehe ich persönlich niemanden, der diesen unseren Staat souverän lenken kann.

nur woher soll dann die Kraft herkommen, lieber Herr Konrad. In dieser Partei waren die Mitläufer & Duckmäuser schon immer an vorderster Front. Echten Diskurs oder Widerworte waren und sind in dieser Partei ein Fremdwort.
Hätte ein SPD Kanzler*in so eine desaströse Politik an den Tag gelegt, wäre Er oder Die längst von der Bildfläche verschwunden.
Merkel hat sehr genau die Verhältnisse in der ehem. DDR (Die Partei hat immer recht) studiert und diese hier übertragen. Der ganze Apparatschik ist doch voll nach ihrem Gusto!
Hatte AKK wirklich die Chance den "Laden" neu zu justieren? Gegen Merkel allein: vieleicht. Aber da gibt es ja noch die Günthers´, Boufier´s, Laschet´s sogar Drehhofer´s u.a.
Sie wurde nach vorne geschickt (Glaubte wohl das sei eine Beförderung)ins offene Feld, ohne Deckung! Sozusagen als Kanonenfutter oder als Blitzableiter!
Und die Chefin? Sitzt im sicheren "Schützengraben" und schaut sich die Sache genüßlich an!
Feigheit vor dem Feind oder der Verantwortung?

so langsam aus dem OFF kriechen, weil die Gefahr feindlichen Feuers geringer wird und man schnell noch mal was los werden muss.
Aber so ist das, Politik ist kein sportlicher Wettkampf wo man sich sehenden Auges gegenübertritt, um den Sieg zu erringen.

alles richtig, aber das Gemeckere kommt ja nun nicht nur von Merz.
Steter Tropfen (das Gemeckere) höhlt den Stein.
Dem kann sich auch eine A. Merkel nicht entziehen.

Der Ruck kommt also spätestens 2021.

nur woher soll dann die Kraft herkommen, lieber Herr Konrad. In dieser Partei waren die Mitläufer & Duckmäuser schon immer an vorderster Front. Echten Diskurs oder Widerworte waren und sind in dieser Partei ein Fremdwort.
Hätte ein SPD Kanzler*in so eine desaströse Politik an den Tag gelegt, wäre Er oder Die längst von der Bildfläche verschwunden.
Merkel hat sehr genau die Verhältnisse in der ehem. DDR (Die Partei hat immer recht) studiert und diese hier übertragen. Der ganze Apparatschik ist doch voll nach ihrem Gusto!
Hatte AKK wirklich die Chance den "Laden" neu zu justieren? Gegen Merkel allein: vieleicht. Aber da gibt es ja noch die Günthers´, Boufier´s, Laschet´s sogar Drehhofer´s u.a.
Sie wurde nach vorne geschickt (Glaubte wohl das sei eine Beförderung)ins offene Feld, ohne Deckung! Sozusagen als Kanonenfutter oder als Blitzableiter!
Und die Chefin? Sitzt im sicheren "Schützengraben" und schaut sich die Sache genüßlich an!
Feigheit vor dem Feind oder der Verantwortung?

Armin Latell | Di, 29. Oktober 2019 - 14:25

Welche sollten das sein? Ich kann keinerlei sinnvolle oder gar für das Land vorteilhafte Konzepte der Frau Merkel und ihrer CDU erkennen. Für Ideen den Preis der Opposition bezahlen? Wie sagte Münte damals? Opposition ist Mist. Dieser Erkenntnis wird der eigene Charakter, Seriosität, Zuverlässigkeit, Vertrauenswürdigkeit, falls jemals vorhanden gewesen, untergeordnet. Das ist allerdings kein Alleinstellungsmerkmal der CDU.

Beate Weikmann | Di, 29. Oktober 2019 - 15:54

auch das "Nichtstun" frisst seine eigene Kinder!