Cicero exklusiv - Roland Koch rechnet mit Merkel ab

Gegenwind aushalten, nicht vom Wind treiben lassen - so kann die CDU wieder Wahlen gewinnen, schreibt Roland Koch in der neuen Ausgabe des Cicero, die am Mittwoch erscheint. Mit dem Kurs der Kanzlerin geht der frühere hessische Ministerpräsident hart ins Gericht

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Die CDU müsse in Zukunftsfragen wieder mehr Kompetenz ausstrahlen, fordert Roland Koch / picture alliance

Autoreninfo

Der CDU-Politiker, geboren 1958 in Frankfurt am Main, war von 1999 bis 2010 hessischer Ministerpräsident. Heute ist er Aufsichtsratsvorsitzender der UBS Europe SE und gehört dem Aufsichtsrat der Vodafone an. Seit 2017 ist Koch Professor of Management Practice in Regulated Environments an der Frankfurt School of Finance & Management.

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Roland Koch

Volksparteien sind eine Lehre aus den gesellschaftlichen Konflikten der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts. Sie haben die Kraft, eine Gesellschaft zu prägen und ihren inneren Frieden zu gewährleisten. Sie müssen die Fähigkeit haben, unterschiedliche Interessen und Meinungen zu bündeln, und sie müssen den Anspruch haben, immer wieder eine Mehrheit des Wahlvolks hinter ihren Ideen vereinen zu können.

Betrachtet man die aktuellen Zahlen, sind diese Ziele für die große Volkspartei SPD weitgehend unerreichbar geworden. Die im Vergleich zu europäischen Schwestern noch relativ stabile Union läuft Gefahr, diesem Schicksal zu folgen. Das ist nicht eine Folge gesellschaftlicher Entwicklungen, es ist das Versagen von politischer Führung.

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Jeder der keine Ahnung vom Osten hat , sollte hier nicht irgend welchen geschmacklosen Mist schreiben !Für die , die dort leben , ist die AFD gerade auf der 1 . Stufe ,Stufe 2 folgt ,usw. die nächste Wahl gewinnt diese Partei , wer wettet mit mir ?

...soll jetzt ausgerechnet die Autorität sein, über Frau Merkel zu urteilen? Über Herrn Koch gäbe es viel zu erzählen, über seine "brutalstmögliche Aufklärung" der Spendenaffaire in eigenen Reihen, über sein "Wirken" bei Bilfinger (und sich anschliessende Schadensersatzforderungen..)
Ach, lassen wir's.
Muss denn jetzt wirklich jeder mit erzkonservativem Mäntelchen versehene Ehemalige aus besseren Zeiten als Zeuge für das Scheitern von Frau Merkel aufmarschieren?
Mit seiner Kritik findet Koch höchstens Zustimmung bei erklärten Merkel-Gegnern. Die nicht unbedingt zur CDU gehören. Beispiel Maaßen: zu seinen Wahlkampfauftritten erschienen hauptsächlich Anhänger einer gegnerischen Partei... Und waren, natürlich, von Herrn Maaßen begeistert.

eine der seltenen Gelegenheiten, Ihnen zuzustimmen. Die Oma schwächelt vermeintlich und schon kommen die Erbschleicher. Dabei gehört das alles zum Plan, nicht wahr?

Derjenige, der jetzt als erster Merkel-Kritiker aus der Versenkung kommt, ist auf einmal der Heilsbringer. Ganz nebenbei: Kritik an der BK sollte eigentlich selbstverständlich sein und nicht, wie momentan, als Befähigung zum Nachfolger herhalten. Soooo fähig sind die in den Medien genannten nun auch wieder nicht. Wirklich nicht. Ganz und gar nicht, würde ich sagen. Es müssen ja nicht alle die, die Merkel einmal "weg gebissen hat", jetzt die Fähigsten sein, auf die D schon lange gewartet hat. Dieses Nun-aus-der-Deckung-Kommen ist ein billiges Schauspiel mit schlechten Schauspielern.

Gisela Fimiani | Di, 29. Oktober 2019 - 13:00

Warum ist Koch, der sich hier als leidenschaftlicher Demokrat darstellt, aus der Politik ausgeschieden? Warum kämpft er nicht für Visionen, die es angeblich braucht. (Mir würde eine vernünftige Agenda schon ausreichen.) Warum sagt er nicht, dass „verschonen“ als Euphemismus dient, um den Bürger nicht aufklären zu müssen, um der Rechtfertigung für politisches Handeln zu entgehen. Hier zeigt sich nicht Mutlosigkeit, sondern Feigheit. Dem Demokraten sollte es nicht zuerst um „politische Loyalität“ gehen. Seine Loyalität sollte dem Souverän, dem Bürger gehören und nicht seiner Partei. Dieses muss die „Grundeinstellung“ sein, von der Koch spricht. Vor allem aber sollte Koch sich ein Beispiel an seinen eigenen Worten nehmen. Der leidenschaftliche Demokrat stellt sich der Herausforderung, anstatt in eine bequeme lukrative „Anschlussverwendung“ zu fliehen. Können Sie sich dazu aufmachen, Herr Koch?
(Der NATO-Dppelbeschluss ist zunächst Schmidt „zuzuschlagen“)

Visionen von Koch? Eine seiner Vision ist der Flughafen Kassel Calden. Da krieg ich Angst wenn Roland Koch Visionen haben soll. Aber schon interessant das Koch aus der Deckung kommt nachdem Merz über Merkel genörgelt hat. Kommen die alten CDU Männer zurück?

Urban Will | Di, 29. Oktober 2019 - 14:08

dessen ab, was eine „Volkspartei“ ausmachen sollte.

Nun, Herr Koch, da gibt es bereits eine Partei, der man diesen Namen partout nicht geben, mit der man aus meist fadenscheinigen Gründen nicht zusammenarbeiten will und deren bundesweite Anhängerschaft nur deshalb nicht auf Volksparteienniveau ist, weil der Mainstream, vor allem seitens der Medien, kräftig dagegen arbeitet und sich für keine noch so dämliche Unterstellung zu schade ist.

Thüringen hat gezeigt,, dass dieses Strategie offensichtlich zu bröckeln scheint.

Schwarz hat über einen zu langen Zeitraum versagt, als dass es Blau jetzt einfach durch eine Kursänderung oder sagen wir „Kurzänderung“ wegfegen kann.

Eine Zusammenarbeit wird immer „alternativloser“. Und vielleicht wird irgendwann eine der Farben in der anderen aufgehen.
Hauptsache, am Ende gewinnt das Land, um mehr kann und sollte es nicht gehen.

dieter schimanek | Di, 29. Oktober 2019 - 14:51

...leider Wunschdenken. Solange Merkel die CDU führt, geht es bergab. Irgendwann ist der Punkt überschritten, von wo es ein zurück gibt. (siehe SPD)
Die SPD hat ihre Agenda Fehler 15 Jahre geleugnet und danach als i-Tüpfelchen ihre Migrationspolitik noch draufgesetzt, da kommt keiner mehr zurück. Sollte die Kroko mit Merkel tatsächlich bis 2021 weitergehen, noch dazu mit einem unfähigen Innen- und Außenminister, wird der Zenit auch für die CDU endgültig überschritten sein, ohne ein zurück.

In der Bundesregierung kristallisieren sich zunehmend zwei zentrale Schwachpunkte heraus: Bundeskanzlerin Angela Merkel und Außenminister Heiko Maas. Bei Merkel rätselt man, ob sie entweder abgetaucht oder gleich ganz entschwebt ist. Man nimmt sie nur noch wahr, wenn sie irgendwelche Auszeichnungen entgegen nimmt. Die Richtlinienkompetenz der Kanzlerin ist zur Richtlinieninkompetenz mutiert. Will Merkel nicht mehr oder kann sie nicht mehr? Beides wären gewichtige Gründe, ihr weltweit sehr bedeutsames Regierungsamt unverzüglich niederzulegen. Trotz fundamentaler wirtschafts- und finanzpolitischer Herausforderungen dümpelt in Deutschland alles vor sich hin. Friedrich Merz hat zurecht kritisiert, dass sich über das Land ein „Nebelteppich der Untätigkeit“ gelegt hat. Es bräuchte jemanden, der für eine Sache brennt, dem etwas am Herzen liegt, der in den Kampf zieht und keine Risiken scheut. Kurzum jemanden, der Regieren nicht als reinen Selbstzweck zum persönlichen Machterhalt entfremdet.

soll nun der glühende Holzscheit sein? Auch nur ein Karriererist, welcher vielleicht nur noch von einem J. Spahn übertroffen wird. Konnte man nicht einen der großen Köpfe (und Macher) von "früher" klonen? Es gibt heute nichts mehr als hohle Sprechblasen – gut, manchmal kommt auch etwas aus diesen Sprechblasen heraus, aber nur manchmal.

Thomas Wagner | Di, 29. Oktober 2019 - 15:01

Es ist zum Heulen, dass die Worte von Roland Koch so spät kommen. Wolfgang Reitzle und andere hatten bereits einen Anfang gemacht. Merkel und deren Entourage scheint die Macht näher zu sein als der gesunde Menschenverstand. Was ist nicht alles schon seit 2015 passiert? Es ist und war schwer, seine eigene Meinung und Wahrnehmung vor anderen Mitbürgern für sich zu behalten. Wer ist denn nun der gefühlte Zombie? Ich oder mein Gegenüber? Ich hoffe, der gesunde Menschenverstand siegt. Dann bin ich doch kein Zombie.

Andreas Zimmermann | Di, 29. Oktober 2019 - 15:17

Schöne Analyse und schöne Agenda eine Wendung zum Besseren zu gestalten. Aber wer soll das hinbekommen in diesem Opportunistenverein? Ich sehe da nichts, nur Gräber...

Bernd Muhlack | Di, 29. Oktober 2019 - 17:34

Bei Roland Koch ist mir vor allem die damalige Schwarzgeldaffäre in Erinnerung. Wie immer wurde zunächst alles bestritten, dementiert, dann peu à peu zurück gerudert; jedoch nur so weit wie unbedingt nötig.
Und dann fiel der zeitlos geniale Satz von Roland Koch: "Ich verlange die brutalst mögliche Aufklärung der Angelegenheit!"
Sagt es, steht auf und geht.
Nach dem Motto. einer wie ich!
(Der Titel eines Buches von Franz Beckenbauer)

Übrigens; nein, die Sache wurde damals natürlich nicht brutalst möglich aufgeklärt, sie verlief im Sande.
Wie auch der "Bimbes-Blackout" von Kanzler Dr. Kohl.

Kanzlerin Merkel sammelt sicherlich bereits im Hintergrund ihre immer noch vorhandenen Truppen und wird erbarmungslos zuschlagen.
Alternativlos!

Christoph Kuhlmann | Di, 29. Oktober 2019 - 21:49

Da ist Merz auch nicht klüger als Merkel. Sicher wäre es zu begrüßen einen Kanzlerkandidaten zu haben, der den Hauptsatz im Nebensatz nicht gleich wieder relativiert. Wenn denn überhaupt eine inhaltliche Aussage gemacht wird. Man hat bei der CDU den Eindruck, das Programm schreibt sowieso zu 80% der Koalitionspartner. Das diese Partei in Thüringen so dumm war gleiche beide möglichen Optionen auszuschließen und auf eine Koalition von CDU/SPD/Grünen und FDP zu setzen ist schon hanebüchend. Wenn das noch ein par Jahre so weiter geht, dann ist diese Option auch auf Bundesebene keine mehr. Man regiert nicht einfach gegen den Willen der Wähler, weder beim Klimaschutz noch bei der Migration. Die Koalition sollte sich erstmal Gedanken darüber machen, wie sie die Sondersteuer auf Strom zurückerstattet anstatt Betriebe und Bürger mit weiteren 60-80 Milliarden beim CO2 zu belasten. Erst Widerspruch macht die Politik für den Bürger transparent. Alternativlose Mauscheleien manipulieren das Volk.

Christa Wallau | Mi, 30. Oktober 2019 - 12:32

nachdem der Schaden, den die Kanzlerin angerichtet hat, riesengroß ist.
Toll!
Solche Männer braucht unser Land: Erst sich verdrücken und die Auseinandersetzung scheuen, und sich dann zurückmelden und sagen, wie man es hätte anders machen müssen.
Diese Kritik müssen sich alle in der CDU gefallen lassen, die Merkel das Feld überlassen haben und
zufrieden damit waren, daß sie zuverlässig Wählerstimmen einsammelte.
A l l e in der CDU sind mitverantwortlich für deren
Niedergang; denn sie hätten den Mund frühzeitig warnend aufmachen können, aber das Hemd
(ihr eigenes Wohl) war ihnen wichtiger als der Rock
(das Wohl Deutschlands).

Ganz meine Meinung liebe Frau Wallau! Das erklärt m.E. auch die Gehässigkeit dieser
"Reservisten" und der Gesamtpartei, mit der sie denen begegnen, die sich entschieden haben das gemütliche Merkel`sche Schlafwagenkarriereabteil zu verlassen und eine eigene neue konservative Partei zu gründen. Der Versuch alten Wein in neuen Schläuchen zu verkaufen wird deshalb auch keinem dieser Kandidaten und der Union was nützen! Das Ganze könnte man auch als wenig produktive Kulissenschieberei in der Politik bezeichnen, die jedoch ihren Unterhaltungswert längst eingebüßt hat! Alles Gute! MfG

Edgar Diehl | Mi, 30. Oktober 2019 - 20:11

Man bekommt selten einen so sprachlich geschliffenen und gut argumentierten Text von einem Politiker zu lesen. Merkwürdikgerweise fürchten sich die Deutschen vor intelligenten und eloquenten Politikern. Das wurde auch schon Helmut Schmidt zum Verhöngnis. In einer TV-Diskussion mit dem Herausforderer Kohl war klar, wer der bessere Denker ist, und wer die Argumente auf seiner Seite hat. Trotzdem war es kein Gewinn für Schmidt. Die unbeholfene Art von Kohl zog Sympathien auf sich. Dieses Kuriosum steht auch gegen Roland Koch. Was bleibt den Gegenern übrig? Es wird an " alte Sünden" erinnert, mit Argumenten hat man es nicht so. Die moralische Abwertung eines Diskutanten verdirbt den demokratischen Dialog. Jeder von uns hat Fehler gemacht. Stünden diese bei uns so auf der öffentlichen Bühne, wie bei Politkern, dann hätte keiner mehr das Recht, ein Argument zu führen!

Norbert Heyer | Do, 31. Oktober 2019 - 05:09

Frau Merkel taumelt und die bisher Taubstummen kommen aus ihren Höhlen und vertreten Ansichten, die alten -ehemaligen- Union-Wählern runtergehen wie Öl. Leider gibt es von meiner Seite da einige Beanstandungen: Die Bundeswehr wurde entmilitarisiert durch die Pfarrerstochter, niemand protestierte. Grenzen kann man nicht schützen, keiner erhob Einspruch. Euro-Rettung ist alternativlos, Schweigen im Walde, hüpfende Kinder erreichen politische Schnellschüsse, keinen störte es. Sichere Energie weicht einer von der Natur abhängigen, alle sind still. Gemeinschaftliche Sozial- und Finanzpolitik der EU, KEINER der alten Garde protestiert. Jetzt aber, wo Frau Merkel satte Mehrheiten nicht mehr garantiert, kommen alle, die schon immer sie und ihre Politik ablehnten, wie Kai aus der Kiste. Es ist wie überall im Leben: Hast du Erfolg, kannst du machen, was du willst. Bleibt Erfolg aus oder vergeht, musst du weg. Ist im Fussballgeschäft genauso, nur Erfolg erhält die Macht und (falsche) Freunde.

Beate Weikmann | Do, 31. Oktober 2019 - 12:06

" Nichtstun" frisst auch seine Kinder!