Missstände in der Fleischindustrie - War da was?

Das von der SPD eingebrachte Arbeitsschutzkontrollgesetz für die Fleischindustrie wurde vorläufig auf Eis gelegt. Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) schäumt. Dabei entpuppt sich der Entwurf als Papiertiger.

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Alle wollen besseres Fleisch, aber wer zahlt dafür den Preis?/ dpa

Autoreninfo

Rainer Balcerowiak ist Journalist und Autor und wohnt in Berlin. Im Februar 2017 erschien von ihm „Die Heuchelei von der Reform: Wie die Politik Meinungen macht, desinformiert und falsche Hoffnungen weckt (edition berolina). Er betreibt den Blog „Genuss ist Notwehr“.

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Quasi auf der Zielgeraden hat es die mächtige Lobby der Fleischindustrie doch noch geschafft, das von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) auf den Weg gebrachte Arbeitsschutzkontrollgesetz auszubremsen. Auf Betreiben der CDU/CSU-Fraktion wurde die für den heutigen Donnerstag geplante Verabschiedung des Gesetzes um Bundestag von der Tagesordnung genommen, da es noch „Gesprächsbedarf“ gebe, wie es hieß. Der Zeitplan für die Verabschiedung des Gesetzes gerät damit erheblich ins Wanken. 

Corona-Ausbrüche als Weckruf

Die Missstände in dieser Branche sind seit langer Zeit bekannt. Das Geschäftsmodell der großen Schlacht- und Zerlegebetriebe basiert auf Leiharbeit und Werkverträgen, hauptsächlich mit Wanderarbeitern aus Ost- und Südosteuropa. Dies beinhaltet Dumpinglöhne, schlechte  Arbeitsbedingungen und eine menschenunwürdige Unterbringung dieser Beschäftigten.

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Simone Buechl | Do, 29. Oktober 2020 - 19:10

meine Freundin die CSU (CDU).
Vetternwirtschaft und Lobbyismus steht hier auf der Tagesordnung.
Gerade in den Bereichen Fleisch, Milch,Pelz, etc. bleiben sie sich treu.
Für mich als Tierschützerin unwählbar.
Mensch und Tier werden hier ausgebeutet. Ethik und Moral sind diesen Plotikern wohl völlig unbekannt.

Yvonne Stange | Fr, 30. Oktober 2020 - 12:40

In reply to by Simone Buechl

Es graust einen bei dieser Politik. Aber ich habe die Hoffnung auf Änderung schon lange begraben. Leider.

Yvonne Walden | Fr, 30. Oktober 2020 - 16:40

In reply to by Simone Buechl

Industrielle Landwirtschaft und Fleischindustrie stehen unter dem besonderen Schutz der CDU/CSU, warum eigentlich?
Weder die Mehrheit der Unionsmitglieder noch die Mehrzahl der Unionswählerinnen und -wähler sind in irgendeiner Form mit Viehhaltung und Viehverarbeitung verbunden. Es scheint einfach nur eine überholte Tradition konservativer Wählerinnen und Wähler zu sein, bäuerlichen Verhältnissen hinterherzutrauern.
Dabei gibt es solche "Bäuerlichkeit" eigentlich gar nicht mehr oder nur noch in Nischen auf dem platten Land.
Nostalgikerinnen und Nostalgiker sollten sich nicht täuschen lassen: Bei der industriellen Landwirtschaft geht es um Massentierhaltung und hohe Gewinnerwartungen.
Tierwohl spielt dort so gut wie keine Rolle. Er wird allenfalls vorgeschoben, vorgetäuscht.
Also, bitte Augen auf beim Kauf solcher Produkte in unseren Supermärkten!

Heidemarie Heim | Fr, 30. Oktober 2020 - 13:54

Wie so oft bleibt es g e n a u dabei, einem weiteren der zahlreichen Entwürfe, die mit großem Trara, gern nach Skandal XYZ XXL oder im Wahlkampfgetöse verbal abgesondert werden, jedoch nie das Licht der Welt erblicken. Und wenn doch, so löchrig und abgespeckt und dazu meist mehrjähriger Umsetzungspflicht, dass die Erzeuger zur praktischen Umgehung nicht mal eine teure externe "Rechtsberatung" benötigen. Und natürlich
schiebt man vor die Fleischindustriebarone die "Landliebebauern" vor, die entweder von Jahr zu Jahr mehr und schneller mästen und Antibiotika- Resistenzen erzeugen beim Geiz ist geil-Endkunden,
oder den Hof wegen Unwirtschaftlichkeit aufgeben müssen. Das Fressen, Politik und die Geschäfte bleiben wie immer unberührt bzw. fern der Moral. Wer was anderes glaubt oder auf Änderung hofft, der hat die Gesetze und seinen Platz innerhalb der "Nahrungskette" nicht verstanden. MfG

Hans Jürgen Wienroth | Fr, 30. Oktober 2020 - 19:43

Wie viele Kranke hat es in den Fleischbetrieben mit den hohen Infektionszahlen gegeben? Diese Information habe ich bisher nirgends gelesen.

Cornelia Oles | Sa, 31. Oktober 2020 - 12:40

Ändert sich bei dem Gesetz von Herrn Heil etwas an den Lebensumständen der Tiere ? Es gibt wohl einen größeren Anteil der Bevölkerung der es egal ist wie und wo ein Tier aufwächst bevor es geschlachtet wird. Mir ist das nicht egal, mir graust es vor solchen Lebensmitteln. Aber nur mit ein paar Cent mehr für die Arbeiter ändern sich weder die Lebensumstände der Tiere noch die Art der Produktion, noch die Unterkünfte. Schon allein die Menge der Schlachtungen und die Arbeitsbedingungen müssen sich ändern und das gelingt nur mit einer anderen Tierhaltung. Die SPD betreibt immer nur Flickschusterei von der am Ende keiner was hat.
Die Massentierhaltung an sich gehört verboten.